Mark Stephens Hands-On Praxis Teil 2

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Hands on mit Mark Stephens nach unten schauender Hund

Mark Stephens hat uns im Interview ausführlich die Kunst der Hilfestellung im Yoga erklärt. Nach Teil 1 seiner Hands-On-Assist Praxis folgt heute der zweite Part seiner Reihe. Der amerikanische Yogalehrer gilt als einer der besten, wenn es darum geht, Asanas so anzuleiten, dass sie mit Körper und Geist gefühlt statt nur nachgeahmt werden. 

5. Vorwärtsbeuge aus der Grätsche Prasarita Padottanasana

Hands on mit Mark Stephens Vorwaertsbeuge aus der GraetscheNeben den Beinrückseiten kann man in Prasarita Padottanasana auch die Brustmuskulatur dehnen und die Schultern mobilisieren, und zwar durch die hinter dem Körper verschränkten Hände. Das erleichtert eine aufrechte Haltung. Mark Stephens legt eine Hand weit gespreizt ans Kreuzbein, um die Vorwärtsbeuge dort zu stabilisieren, wo sie ihren Ursprung hat: am Becken. Dabei übt er sanften Druck nach unten aus und zieht gleichzeitig leicht nach hinten, um der Wirbelsäule in der Vorwärtsbeuge mehr Länge zu geben. Mit dem anderen Unterarm schiebt er die Arme der Schülerin sanft etwas nach vorn, um die Dehnung zu verstärken.

Tipp: Wer weniger mobile Schultern hat und die Hände hinter dem Rücken nicht gut verschränken kann, verwendet einen Gurt. Man greift ihn so weit, wie es die individuelle Beweglichkeit nötig macht.

6. Nach unten schauender Hund Adho Mukha Shvanasana

Hands on mit Mark Stephens nach unten schauender Hund Der nach unten schauende Hund ist sowohl Herausforderung als auch Chance für  Handgelenke, Schultern und hintere Oberschenkelmuskulatur. Daher sollte die Haltung vom Boden her und im Hinblick auf diese drei Bereiche aufgebaut werden: Zeigefinger und Daumenballen sind fest nach unten verwurzelt, so dass die Unterarme nach innen drehen, während die Oberarme nach außen rotieren. Diese Auswärtsdrehung unterstützt Mark Stephens mit seinem Griff an die Oberarme nahe bei den Schultern. Dabei liegen seine Daumen innen, die übrigen Finger außen (Bild links). Das hilft der Schülerin, die Schultern nach hinten zu rollen und die Schulterblätter zu den Rippen zu ziehen. Mit dem Kreuzgriff um die Beine (Bild rechts) gibt Stephens den Impuls, die Oberschenkel einwärts zu drehen und nach hinten zu schieben. Das nimmt Druck vom Kreuzbein und die Schülerin kann mehr Länge in ihrer Wirbelsäule aufbauen. Diese Streckung des Rumpfes ist viel wichtiger als gestreckte Beine.

Tipp: Schüler mit weniger mobilen Hüftgelenken und Beinrückseiten ermutigt Stephens, die Knie zu beugen und die Füße weiter – gern auch mattenbreit – zu stellen.

7. Kopf-Knie-Haltung Janu Shirshasana

Hands on mit Mark Stephens Kopf Knie HaltungEin fest geerdeter Sitz ist die Basis von Janu Shirshasana. Sobald sich ein Sitzknochen vom Boden löst, sollte die Schülerin erhöht sitzen, etwa auf einer oder mehreren gefalteten Decken. Stephens legt zunächst beide Hände an die Hüften und hilft durch leichten Druck nach unten, die Sitzfläche gleichmäßig und fest am Boden zu verankern (ohne Abbildung). Dann legt er eine Hand ans Kreuzbein und die andere dicht beim Hüftgelenk an den Oberschenkel des angewinkelten Beins, dabei zeigt der Daumen nach  innen und die Finger drehen nach außen. Dieser Rotationsgriff erleichtert die Auswärtsdrehung des Oberschenkels. (Vorsicht: Bei Spannungsgefühlen im Knie den Griff wieder lösen). Mit der flachen Hand am unteren Rücken unterstützt er zugleich die Aufrichtung des Beckens, aus der heraus die Vorwärtsbeuge geschieht. Dabei passt er sich dem Atemrhythmus der Schülerin an: Während der Einatmung gibt seine Hand einen sanften Schub, ein Impuls für die Aufrichtung und das Verlängern der Wirbelsäule. Beim Ausatmen fordert er dazu auf, tiefer in die Asana zu sinken.

Mehr von Mark Stephens lesen Sie in der aktuellen YOGA JOURNAL-Ausgabe: Exklusiv für das YOGA JOURNAL Deutschland startet der “Lehrer der Lehrer” eine neue Artikelreihe darüber, was guten Yogaunterricht und gute Yogalehrende im Kern ausmacht.


Fotos: Sylvia Bidermann

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