5 Asanas für Ihre Detox-Kur

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Ein fünf- bis siebentägiges Detox-Programm mit Darmreinigung ist der beste Weg, um Blut und Zellen periodisch zu reinigen, den Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht zu bringen und zu regenerieren. Ein solches Programm eliminiert den festsitzenden Schleim und Schlacken, die sich in den Darmwänden angesammelt haben und die Hauptursache für Blut- und Gewebevergiftung sind. „Nebenbei“ wird man dadurch auch  emotionalen Ballast los, der ebenfalls maßgebend für das Unwohlsein verantwortlich ist. Unterstützend zu einer Detox-Kur sollten Sie auch Yoga praktizieren. Wir haben Ihnen hier 5 Asanas zusammengestellt, die Sie während einer Detox-Kur üben können.

Sinn dieser Übungen ist es, den Bauch zu entspannen und die Darmtätigkeit anzuregen. Die Bewegungsabläufe massieren die Verdauungsorgane und erleichtern den Fluss des Salzwassers durch den Magen-Darm-Trakt. Sie sollen dynamisch ausgeführt werden, ohne Unterbrechung und Halten. Drehen Sie immer zuerst nach rechts, somit unterstützen Sie die Darmperistaltik.

1. Tadasana (Berghaltung)

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Dies ist eine Tadasana-Variation. Hier wird sie nicht langsam ausgeführt, um Konzentration und Balance zu üben, sondern dynamisch, um den Salzwasserfluss durch die Bauchorgane zu unterstützen.

Stehen Sie aufrecht, Füße zusammen. Verschränken Sie die Finger ineinander und strecken Sie die Arme nach oben zur Decke. Einatmend die Arme über den Kopf heben und auf die Zehenspitzen kommen, dabei den Bauch dehnen und strecken. Auf den Zehenspitzen kurz den Atem anhalten. Mit der Ausatmung die Fersen zum Boden bringen und die Arme über den Kopf senken. Diese Übung achtmal wiederholen. Die ganzen acht Runden sollten nicht mehr als 60 Sekunden dauern.

Alternativ kann die Palme (Urdhva Hastottanasana) geübt werden: Im Stehen die Arme über den Kopf heben und Hände verschränken. Dann den Oberkörper abwechselnd nach rechts und links drehen. Achtmal wiederholen.

2. Tiryaka Tadasana (Seitliche Beuge im Stehen)

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Diese Asana dehnt die Seiten des Körpers, optimiert die Taille und beeinflusst den obersten Teil des Darms.

Mit den Füßen etwas weiter als schulterbreit auseinander stehen. Finger ineinander verschränken und die Arme mit der Einatmung über den Kopf heben. Ausatmen und nach rechts beugen, dann wieder einatmen und zur Mitte kommen. Mit der Ausatmung nach links beugen. Die Bewegung achtmal wiederholen, auf beiden Seiten dynamisch und ohne Unterbrechung. Die ganzen acht Runden sollten nicht mehr als 60 Sekunden dauern.

3. Kati Chakrasana (Taille-Drehung)

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Diese Übung wirkt vor allem auf den Magen. Um ihn zu stimulieren, versuchen Sie den Bauch leicht auszudehnen, während Sie sich drehen.

Aufrecht stehen. Die Arme seitlich in Schulterhöhe ausstrecken. Während die Füße auf dem Boden bleiben, ausatmen und dabei den Körper nach rechts drehen. Rechter Arm schwingt um die Taille und die linke Hand auf die rechte Schulter. Der Kopf dreht mit nach rechts. Mit der Einatmung zurück zur Mitte kommen und mit der Ausatmung nach links drehen. Achtmal auf jeder Seite wiederholen, dabei die Arme richtig schwingen. Die acht Runden sollten nicht mehr als 30 Sekunden dauern.

4. Triyaka Bhujangansana (Gedrehte Kobra)

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Die Kobra stimuliert den untersten Teil des Darms, aber auch die Leber und die Nieren. Der untere Rücken soll dabei entspannt bleiben.

Auf dem Bauch liegen. Die Hände sind unter den Schultern. Den Oberkörper und Kopf mit der Einatmung anheben und mit der Ausatmung nach rechts drehen. Über die rechte Schulter schauen. Mit der Einatmung zur Mitte kommen und links drehen. Diese Übung acht Mal wiederholen. Die acht Runden sollten nicht länger als 60 Sekunden dauern.

5. Udarakarshanasana (Unterbauch-Drehung)

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Die Unterbauch-Drehung massiert den Enddarm und bildet so die letzte der Reinigungs-Asanas. Wenn Sie auch diese ausgeführt haben, nehmen Sie erneut zwei Gläser Salzwasser und beginnen wieder mit der Palme. In die Hocke kommen, Füße etwas weiter als hüftbreit auseinander und die Hände auf die Knie legen. In dieser Haltung einatmen und mit der Ausatmung den Oberkörper und den Kopf nach rechts drehen, dabei das linke Knie zum Boden bringen. Während Sie in der Drehung sind, ziehen Sie das rechte Knie zum linken hin, um etwas mehr Druck auf den Unterbauch auszuüben. Mit der Einatmung zur Mitte kommen. Bei Knieproblemen alternativ den Drehsitz üben. Beide Varianten achtmal wiederholen. Die acht Runden sollten nicht länger als 60 Sekunden dauern.

Detox – wovon eigentlich wirklich?

Von meinen Lehrern habe ich gelernt, dass der einzige wahre Schmutz, von dem sich ein Yogi reinigen möchte, Avidya ist. Avidya bedeutet ein falsches Verständnis davon, wer wir wirklich sind. In unserem Alltag verwechseln wir oft das Wesentliche mit dem Unwesentlichen, das Nachhaltige mit dem Unnachhaltigen. Dennoch sind wir göttliche Wesen, verborgen in einem menschlichen Körper, mit dem wir uns oft irrtümlicherweise identifizieren. Kriya-Übungen können uns die Natur des Körpers offenbaren – als Übergangsform und ziemlich schnell „unrein“, trotz all unserer Bemühungen. Aber der physische Körper ist unabdingbar notwendig, um unsere Talente zu entfalten, um Gutes zu tun und Karma aufzulösen. Yogis nutzen ihn und seine Prozesse als Werkzeuge, unsere Neigung zum unbewussten Leben zu erforschen und zu heilen. Indem wir uns heilen, können wir der Welt helfen zu heilen. Aber wir müssen mit uns beginnen.


Gabriela Bozic ist studierte Sprachwissenschaftlerin, Mitgründerin und Leiterin der Jivamukti Yoga Center in München. Ihr persönliches Ziel ist es, Yoga als innere Transformationstechnik und Lebenseinstellung zu unterrichten, die die Welt zu einem schöneren und herzlicheren Ort machen kann. Im Mai unterrichtet Gabriela auf der Yoga Conference Germany in Köln und auf dem Yoga Kongress in Potsdam.

Fotos: Markus Werner