Wie kann ich das morgendliche Aufstehen erleichtern? Satsang Kolumne

In der Satsang-Kolumne antwortet Philosophin Dr. MoonHee Fischer auf eure dringenden (Sinn-)Fragen. Stelle auch du MoonHee eine Frage! Schreibe uns eine Mail mit deiner Frage an redaktion@yogaworld.de. Die Fragen werden selbstverständlich anonym behandelt. Wir veröffentlichen lediglich den Vornamen, wenn du damit einverstanden bist. Wie kann ich das Aufstehen erleichtern?

Laura: Wieso komme ich morgens immer so schlecht aus dem Bett? Wie kann ich das Aufstehen erleichtern?

Man spricht ja gerne von Lerchen und Eulen. Die einen sind die Frühaufsteher und die anderen die Langschläfer. Angeblich ist das genetisch bedingt und das Schlafverhalten verändert sich im Laufe des Lebens. So die Wissenschaft. Meines Erachtens ist die Genetik überbewertet oder nicht genügend erforscht. Vieles ist eine Sache der Erziehung, des Umfeldes und der Gewohnheit. Aber vor allem des Glaubens. Das Leben ist meistens so, wie wir es uns machen. Menschen sind Geistwesen. Sie besitzen also Bewusstsein. Daher sind wir keine reine Ansammlung von Zellen, Neuronen und Hormonen. Der Mensch besitzt einen freien Willen. Er hat also die Freiheit zu wählen.

“Morgenstund hat Gold im Mund.” Diesem Prinzip folgen gerne Yogis und der spirituelle Mensch überhaupt. Die Energie des frühen Morgens wird in allen überlieferten spirituellen Schriften gepriesen. Der spirituelle Mensch ist demnach der, der im Einklang mit der Natur lebt. Er lebt also im Zeitrhythmus der Natur. Spätestens aufstehen bei Sonnenaufgang und zu Ruhe kommen bei Sonnenuntergang. Dies entspricht dem natürlichen Biorhythmus eines im Einklang mit der Natur lebenden Menschen.

Lösung: Entschleunigung

Leider lebt der moderne Mensch, vor allem der westliche, nicht mehr “natürlich”, sondern fremdbestimmt durch Konsum, Technik und Medien. Dies hat nicht nur negative Auswirkungen auf seine Person. Sondern auch auf sein Zeitgefühl. Haben wir nicht alle das Gefühl, dass wir der Zeit hinterher laufen? Wollen wir nicht gerne noch mehr in einen Tag hineinpacken? Die Anforderungen an unseren Alltag sind allerdings enormen gewachsen. Dabei bleiben Überforderung und Selbstzweifel nicht aus.

Ist es da nicht schöner im Bett zu liegen und den kommenden Stress etwas hinaus zu zögern? Nun beginnt jedoch ein Teufelskreis, denn je später wir aufstehen, desto mehr müssen wir “hinten raus” an Zeit anhängen. Dadurch wird die gefühlte Belastung und das Aufstehen am nächsten Tag um so schlimmer. Die Lösung lautet deshalb Entschleunigung und Selbstbestimmung. Was ist mir wichtig? Wofür möchte ich früher aufstehen? Mit was kann ich mich selbst motivieren, meinen Tag mit mehr Elan und Freude zu beginnen?

Die Frage letzter Woche


Dr. MoonHee Fischer ist promovierte Religionsphilosophin. Zudem arbeitet sie im Bereich der alternativen Heilung. Ihre Schwerpunkte sind mediale Supervision und “Der Weg des Friedens”. Ihre Verknüpfung “spirituelle Medialität und wissenschaftlicher Anspruch” eröffnet nicht nur Ansätze für ein ganzheitliches Bewusstsein. Sondern betont vor allem die Fähigkeit der Offenheit und das Mit- und Füreinander. “Denn nichts existiert unabhängig voneinander”.

Der Weg des Friedens: philosophisch-spirituelle Praxis. Foto: Elias Hassos | Foto von Andrea Piacquadio von Pexels

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