Bücher: Kopfstand im Karma-Taxi

Hart, aber herzlich. In der wachsenden Reihe der „So kam ich zum Yoga“-Erzählungen schlagen Selim Özdogans „Bekenntnisse eines Prana-Junkies“ einen angenehm lakonischen Ton an. Dominierten bisher wahlweise Lebenskrisen, der Beschluss zur Selbstoptimierung oder eine heiter-selbstironische Haltung als Ausgangspunkt für die Streifzüge durch erste Yogastunden, Ernährungsumstellungen und die unvermeidlichen Desillusionierungen, weiß Özdogan rückblickend nicht mehr genau, was ihn auf die Matte trieb. Im Zweifelsfall sollen das Verschlingen von Literatur, das eigene Schreiben, die analytische Weltsicht und Exzesse aller Art durch umfassendere Erfahrung angereichert werden. Unterhaltsam und aufschlussreich ist hier der entlarvende Blick des Schriftstellers, der sein Thema überaus ernst nimmt, aber auch die eigene Position in einem komplexen System, in dem man mit Konzepten nicht wirklich weiter kommt. Der teilweise harte Ton tut dem Thema gut: Kern von „Kopfstand im Karma-Taxi“ sind keine Anekdoten aus der Yoga­szene, sondern alle Fragen und Fallen, denen ernsthafte Schüler auf ihrem Weg früher oder später begegnen.

kopfstand_im_karma_taxi

Fazit: Der einsame Literatur- und Philosophiewolf auf der Suche nach Einheit: Yoga aus der Sicht des modernen Intellektuellen.

„Kopfstand im Karma-Taxi“ von Selim Özdogan, Edition Spuren, 19,50 Euro

Foto von Tainá Bernard von Pexels

Vorheriger ArtikelGayatri-Mantra: N°23
Nächster ArtikelWie viel ist genug?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Das Neueste

Welche Musik zu welcher Asana? Die heilende Kraft der Klänge

Wenn man sich dafür entschieden hat, Musik im Yogaunterricht zu spielen, braucht man für die richtige Auswahl vor allem...

Satsang-Kolumne: “Kann ich anderen bei Selbstliebe helfen?”

Satsang kommt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet: Sich in der Wahrheit treffen. Traditionell wurde der Begriff...

Do It Yourself: Kokos-Kosmetik

Wer hat die Kokosnuss...? Wir haben sie geklaut und zwei sommerlich frische und wunderbar pflegende Kosmetikrezepte zum Selbermachen daraus...

Mondatmung: Kühlende Atemübung für den Sommer

Im Yoga und Ayurveda wird die rechte Körperhälfte der erhitzenden Sonnenenergie „HA“ zugeordnet, während die linke Körperseite die kühlende Mondenergie „THA“ repräsentiert. Um die kühlenden Eigenschaften in den warmen Sommertagen zu nutzen, kann Chandra Bhedana Pranayama, die Mondatmung, praktiziert werden.
- Werbung -

R.A.I.N.- Meditation: Alltagsprobleme erspüren

Mit der R.A.I.N.-Meditationstechnik lassen sich verzwickte Alltagsprobleme untersuchen. Sie erlaubt es dir, etwas Abstand zu den Dingen...

Filme und Dokus, die Yogis lieben

Yoga abseits der Matte: Das lässt sich unterschiedlich gestalten, denn Yoga ist ein Lifestyle und bereichert unser...
- Werbung -

Pflichtlektüre

Filme und Dokus, die Yogis lieben

Yoga abseits der Matte: Das lässt sich...

Macht Meditation uns zu besseren Menschen?

Seien wir mal ehrlich: Leute, die Yoga...
- Advertisement -

Das könnte dir auch gefallenEmpfohlen
Unsere Tipps