Haut Couture mit Hingabe

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Seit jeher scheiden sich die Geister bezüglich Tätowierungen: die einen lieben sie, die anderen sprechen von lebenslänglicher Verschandelung. Seit einigen Jahren ist nicht nur ein deutlicher Trend hin zur Körperbemalung erkennbar, sondern zudem ein neues Bewusstsein. Tattoos dienen nicht mehr ausschließlich der Zierde oder dem Erkennen einer bestimmten Gruppenzugehörigkeit, sondern transportieren die Lebensphilosophie des Trägers. Auch Yoginis und Yogis schmücken ihr größtes Sinnesorgan leidenschaftlich mit indischen Gottheiten und Symbolen und tragen dadurch ihre Einstellung nach außen.

Wenn es im Yoga-Unterricht heißer wird und die eifrigen Yogis die Hüllen fallen lassen, ähnelt so manches Yogastudio einer Galerie mit Kunstwerken auf „beweglichen Leinwänden“. So jedenfalls betitelte die New York Times ihre Slideshow „A Movable Canvas“ und portraitierte elf Yogis aus aller Welt. Sie wurden zu ihren Tattoos und deren oft tiefgründigen Bedeutung befragt. Gleich auf dem ersten Bild sieht man David Life, den Mitbegründer des bekannten Jivamukti-Stils. Seine Unterarme sind mit Schlangen und Sanskritversen verziert und er sagt dazu: „Tattoos markieren einen Moment in der Zeit, den du für immer währen lassen willst.“

Auf dem Körper der Londoner Jivamukti-Lehrerin Cat Alip-Douglas befinden sich mehr als zwanzig Tattoos – darunter mehrere Bilder von Ganesha und sogar ein Vers aus Patanjalis Yogasutra. „Sie helfen mir, auf dem richtigen Weg zu bleiben, wenn die Zeiten etwas härter sind.“ Das große Om-Zeichen auf Duncan Wongs Brust ist Zeugnis seines frisch eingeschlagenen Yogaweges, als er noch professioneller Kickboxer war. Für den Yogalehrer, der Yoga mit Kampfkunst kombiniert, sind die Tattoos eine „tägliche Bekräftigung des gewählten Lebensweges.“ Trotzdem warnt er: „Wenn Sie ein Tattoo in Erwägung ziehen, warten Sie etwas ab, bis Sie wissen, für was sie eine besondere Leidenschaft hegen. Denn auch wenn Materielles nicht beständig ist, bleiben einem Tattoos doch für das ganze Leben.

Haben Sie auch ein Tattoo und wollen gerne als Inspirationsquelle für andere Yogis dienen? Auf www.yogajournal.com/tattoo erfahren Sie mehr.

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