Mantra im Anusara-Yoga: N°21

1995
Mantra Yoga Journal

Om
Namah Shivaya Gurave
Satchitananda Murtaye
Nishprapanchaya Shantaya
Niralambaya Tejase
Om

Jede Anusara-Yogastunde wird mit diesem Mantra eröffnet. Die ersten beiden Zeilen können etwa folgendermaßen übersetzt werden: „Ich verneige mich vor Shiva, dem göttlichen Lehrer in mir, der die Dreifaltigkeit von Wahrheit (Sat), reinem Bewusstsein (Chit) und Glückseligkeit (Ananda) verkörpert (Murtaye).“ In der dritten und vierten Zeile werden Bewusstseinszustände beschrieben, die sich der Yogapraktizierende bzw. Mantra-Rezitierende herbeiruft. Prapancha bedeutet „Manifestation“, „Verschiedenheit“ und die „physische Realität der fünf Elemente“, die Silbe Nish vorneweg ist die Umkehrung bzw. Verneinung des Wortes. Es wird der friedvolle Zustand (Shantaya) ersehnt, der jenseits aller Manifestation herrscht. Niralambaya heißt zunächst „unabhängig, ohne Stütze, allein“. Oft ist, laut dem spirituellen Wörterbuch der Sathya Sai e. V. der Bewusstseinszustand gemeint, in dem Transzendenz ununterbrochen lebendig und deshalb Freiheit von relativen Aspekten erlangt worden ist. In diesem Licht und in diesem erleuchteten Zustand (Tejas) möchten wir alle gern sein. Na dann: Auf die Matte, fertig, los!

 


Philipp Stegmüller leitet Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen:  www.mantra-singing-circle.de. 05 – 2013