Meditation für die Augen

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Mit Wasserfarben, Farbstiften und ihrer Vorliebe für geometrische Formen und bunte Farben versetzt sich die spanische Künstlerin Ana Montiel in eine visuelle Meditation. Die Arbeit der Wahl-Londonerin beinhaltet ein breites Spektrum aus verschiedensten Materialien und Ausdrucksweisen: Gläserne Skulpturen, Keramiken, Oberflächendesign und Kollagen gehören ebenso zu ihren Werken wie Videokunst. In der Londoner Fine Arts-Szene wird sie im Moment als Star gefeiert. Gerade erst konnten sich so bekannte Medien wie die New York Times für eine von ihr gefertigte Tapete begeistern, die so aussieht, als habe Ana höchstpersönlich stundenlang die Wände mit blauem Kugelschreiber voll gekritzelt.

Zudem praktiziert die Designerin seit Jahren Yoga und meditiert – und ist außerdem eine begeisterte „ayurvegane“ Köchin. Nicht nur das zeugt für ihr großes Interesse an der indischen Lebensweise: Viele ihrer Werke tragen yogische Namen, wie zum Beispiel ihr Liebling „Sadhana“. Inspiriert wird sie vom Leben uns allem, was sie umgibt: Natur, Farbe, Licht und seiner Reflexion, Klänge und Bewegung ergeben für sie eine Choreographie, die komplex und faszinierend zugleich ist.

Visuelle Mantren

In ihrem laufenden Kunstprojekt „Visual Mantras“ erfährt sie selbst die sich wiederholenden Formen als eine Art der Meditation. „Meine visuellen Mantren sind wie eine Form von Meditation für mich. Der Rhythmus und die konstante Wiederholung in ihnen befreien mich von Gedankenwolken und geben mir Frieden.“ Und tatsächlich fühlt es sich für den Betrachter genauso an. Am liebsten würde man sich auf einem Kissen niederlassen und stundenlang in den Kaleidoskop-ähnlichen Bildern versinken. Die Farben sind bewusst in Pastelltönen gehalten. Kräftige Töne würden den Geist nur ablenken.

VM-A3_Agni
“Agni” ist im Hinduismus der Gott des Feuers.
VM-A5_Meru
Der Berg “Meru” bildet nach der hinduistischen Kosmologie das Zentrum des Universums.

Montiel hat eine ganze Serie von fesselnden und farbenfrohen geometrischen Formen entwickelt, die auf dem zyklischen und rhythmischen Fluss des Lebens basieren. „Ich liebe den Prozess, die Bilder zu erschaffen. Ich kann die sich wiederholenden Bewegungen, die einen zu einer tiefgründigeren Praxis bringen, sonst nur noch mit dem Praktizieren von Kriyas (Reinigungsübungen, Anm. d. R.) im Kundalini Yoga vergleichen. Ich sehe das Ergebnis des Kunstwerkes als eine Metapher für den Kreis des Lebens.“

Die „Visual Mantras“ sind auch gesammelt in einem Buch erhältlich. Auf 76 Seiten sind 127 Kopien der verschiedensten Mantren zu sehen. Außerdem können hier im Video bewundert werden. „Mit dieser Art zu arbeiten versuche ich, das Konzepte von der „Reise nach Innen“ zu erforschen und den uranfänglichen Rhythmus zu erleben, den wir alle in uns haben“, so die inspirierende Künstlerin.

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