Mini Practice: Nach den Sternen greifen 2

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Das volle Potenzial von Yoga (und Ihr persönliches) wird immer dann erfahrbar, wenn es gelingt, sich beim Üben mit einer umfassenderen Energiequelle zu verbinden als dem eigenen Körper: Stress verfliegt, Herz und Geist werden weit, das Gefühl des Getrenntseins schwindet. Sarah Platt-Finger, die Yogalehrerin von Deepak Chopra zeigt hier, wie das gelingen kann. Den ersten Teil der Praxisstrecke finden Sie hier. 

5. Utthita Trikonasana, gestrecktes Dreieck

Stellen Sie die Füße parallel und eine Beinlänge voneinander entfernt. Drehen Sie den rechten Fuß um 90 Grad auswärts und den linken Fuß leicht einwärts. Mit einer Einatmung heben Sie die Arme auf Schulterhöhe zu den Seiten. Ausatmend strecken Sie sich nach rechts. Lassen Sie die Wirbelsäule lang werden, bevor Sie die rechte Hand am Boden, auf einem Block oder einem Hocker unterhalb der rechten Schulter absetzen. Den linken Arm führen Sie gelöst in die Senkrechte oder Sie legen die Hand ans Kreuzbein. Spüren Sie den feinen Energiekanal, der von Ihrer Schädeldecke zum unteren Ende der Wirbelsäule verläuft. Atmen Sie 8 bis 10 Mal auf So Ham. Dann heben Sie den Rumpf mit einer Einatmung wieder und üben das Dreieck für ebenso viele Atemzüge auf der linken Seite.

Effekt: Das Dreieck ist eine weitere Asana, die gleichzeitig Erdung und Verbindung nach oben, in unbegrenzte Weiten, vermittelt.

6. Dhanurasana, Bogen

Beugen Sie in Bauchlage die Knie und umgreifen Sie Füße oder Knöchel. Wenn sich dabei der untere Rücken eng und gestaucht anfühlt, verwenden Sie einen Gurt oder üben eine sanftere Rückbeuge wie Shalabhasana (Heuschrecke). Heben Sie einatmend Kopf und Oberkörper und schieben Sie die Füße gegen die Hände. Dadurch kann der Brustkorb sich weiter heben. Halten Sie die Asana während etwa 5 Atemzügen auf So Ham. Dann entspannen Sie einen Moment in der Stellung des Kindes.

Effekt: Der Bogen hilft, die Körpervorderseite weiter zu dehnen. Die Dehnung des Brustkorbs entspricht energetisch der Öffnung des Herzchakras – der Brücke zwischen Materie und Geist. Ein ausgeglichenes Herzchakra erleichtert es Ihnen, die allem innewohnende Verbundenheit tiefer zu erfahren und sich in Ihrem Gegenüber wiederzuerkennen.

7. Baddha Konasana, gebundene Winkelhaltung

Nehmen Sie einen bequemen Sitz ein und ziehen Sie die aneinandergelegten Fußsohlen möglichst nah in Richtung Schritt. Falls die Knie dabei deutlich höher stehen als das Becken, setzen Sie sich erhöht und stützen die Knie ab. Lassen Sie einatmend die Wirbelsäule lang werden, dann beugen Sie sich ausatmend langsam und sanft nach vorn. Seien Sie sich auch hier des Energiekanals gewahr, der entlang der Wirbelsäule verläuft. Während 8 Atemzügen auf So Ham betonen Sie mit jeder Einatmung die Länge der Wirbelsäule, mit jeder Ausatmung lassen Sie sich sanft in die Vorwärtsbeuge sinken.

Effekt: Diese Haltung stärkt die Verbindung zur Körperrückseite, die unter anderem für die Fähigkeit zur Innenschau steht. Baddha Konasana bringt Körper und Geist zur Ruhe und bereitet Sie auf die Endentspannung oder Meditation vor. Wenn die Wahrnehmung langsam feinstofflicher wird, kann Transformation geschehen. Die Hüftmobilisation unterstützt das Gefühl von Ruhe.

8. Supta Baddha Konasana, gebundene Winkelhaltung im Liegen

Legen Sie den Rücken in Baddha Konasana auf einer zusammengerollten Decke ab. Bei Bedarf stützen oder erhöhen Sie zusätzlich Kopf und Knie, damit Körper und Geist besser loslassen können. Die Gelenke sollten sich weit und entspannt anfühlen. Breiten Sie die Arme locker zu den Seiten aus, drehen Sie die Handflächen nach oben und schließen Sie die Augen. Nehmen Sie die Gedanken wahr, die Ihnen durch den Kopf gehen, und verweilen Sie solange in Supta Baddha Konasana, bis Sie spüren, dass Sie zur Ruhe kommen.

Effekt: Solange man durch Gedanken darüber, wie man zu sein hat oder hätte sein sollen, begrenzt wird, ist es schwer, sein wahres Selbst zu spüren. Um reines Bewusstsein oder die eigene wahre Essenz zu erfahren, muss man lernen, all diese Gedanken bewusst loszulassen – ein Akt der Hingabe.


Sarah Platt-Finger, die hier nicht nur als Autorin, sondern auch als Model fungiert hat, ist Mitbegründerin von Ishta-Yoga in New York. Gemeinsam mit ihrem Mann Alan Finger unterrichtet sie weltweit Workshops, Yogalehrer-Ausbildungen und Retreats. Im Vorstand der Organisation Inhale to Exhale fördert sie Yogakurse für Opfer häuslicher Gewalt.

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