Teacher Training: Checkliste für die Yogalehrerausbildung

Willst du dein Yogawissen vertiefen, eine Yogalehrerausbildung machen und selbst irgendwann unterrichten? Dann ist es wichtig, dass du das richtige Teacher Training für dich findest. Wir haben eine Checkliste, die dir bei der Entscheidung helfen kann.

In einer Umfrage gaben fast ein Viertel der Yoga Journal-Leser*innen an, über ein Teacher Training nachzudenken. Dabei sind die Inhalte, Anforderungen und Kosten der angebotenen Ausbildungen mindestens so vielfältig wie die Yogapraxis selbst: Vom dreiwöchigen Crash-Kurs in Indien bis zum 4-jährigen Studium mit 1000 Unterrichtseinheiten ist alles zu haben. Entsprechend reichen auch die Kosten von unter 2000 bis weit über 10.000 Euro. Dazu musst du wissen, dass die Berufsbezeichnung „Yogalehrer“ oder „Yogalehrerin“ nicht geschützt ist. Jeder darf Yogakurse anbieten, egal ob er oder sie nun eine sehr umfangreiche Ausbildung durchlaufen hat – oder überhaupt keine.

Lies auch: 7 Dinge, die richtig gute Yogalehrer ausmachen

Für die Anbieter von Yogalehrer-Ausbildungen gilt im Prinzip das gleiche: Niemand prüft ihre Qualifikation, niemand schreibt ihnen vor, was genau die von ihnen ausgegebenen Zertifikate eigentlich zertifizieren – es sei denn, sie sind bei der Yoga Alliance registriert,
gehören einem Verband wie dem BDY an oder sind Teil eines der zentral organisierten Yogastile wie Iyengar, Ashtanga, Sivananda oder Yoga Vidya (wobei sich auch all diese Standards stark unterscheiden). Dass ein Beruf, der so viel Verantwortung mit sich bringt, so wenig reguliert ist, wird oft kritisiert. Dennoch ist diese Freiheit an sich nichts Falsches, denn sie entspricht der Vielfalt und Freiheit, mit der wir Yoga leben möchten. Du musst nur wissen, dass Ausbildung eben nicht gleich Ausbildung ist – und du solltest sehr genau hinschauen, bevor du dich für eine Schule entscheidest. Unser Tipp: Sie dir mehrere Schulen an, nimm Probestunden, sprich mit Ausbildern und Absolventen – und dann in aller Ruhe entscheiden.

4 x 4 Fragen, die dich zur idealen Yogalehrer-Ausbildung führen

1. Anspruch

  • Zu was soll mich meine Ausbildung befähigen? Will ich auf jeden Fall unterrichten oder möchte ich vor allem tiefer in die Praxis eintauchen?
  • Wie qualifiziert sind die Ausbilder, wie sehen die Prüfungen aus und welches Zertifikat wird verliehen?
  • Welche Inhalte werden abgedeckt und welche Schwerpunkte setzt die Ausbildung?
  • Was wird rings ums Training geboten (z.B. Lernmaterialien, E-Learning, Mentoren-Programm, im Anschluss Supervisionen und Weiterbildungen)?

2. Zeit

  • Wieviel Zeit kann ich für den Unterricht aufwenden?
  • Wieviel Zeit brauche ich, um Lerninhalte gut zu verarbeiten?
  • Was passt am besten in mein Leben: ein Intensive am Stück, mehrere Blocks oder Wochenenden über einen längeren Zeitraum? Ein fortlaufender Kurs oder flexible Module?
  • Dabei nicht vergessen: Wieviel Zeit muss ich on top zum eigenen Üben, Lernen und Assistieren freihalten?

3. Geld

  • Wieviel darf die Ausbildung kosten?
  • In welchem Zeitraum kann ich die Gebühren bezahlen?
  • Fallen zusätzliche Kosten für Anfahrten, Unterkunft etc. an?
  • Wie wichtig ist es für mich, dass sich diese Investition in absehbarer Zeit finanziell auszahlt?

Lies auch: Tipps vom Yogadude – Ein Mantra für Yogipreneure

4. Persönliche Ebene

  • Wie gut kenne ich meine zukünftigen Ausbilder? Vertraue ich ihnen wirklich?
  • Wie wohl fühle ich mich in der Ausbildungsschule? Wie ist der Umgang miteinander?
  • Mit welcher Gruppengröße ist zu rechnen? Handelt es sich um eine feste Gruppe oder wechseln die Teilnehmer in den einzelnen Blocks?
  • Was sagen ehemalige Absolventen dieser Ausbildung?

Was du in der Yogalehrerausbildung lernst

Die folgenden Inhalte sollten auf jeden Fall Teil deiner Ausbildung sein. Erkundige dich, wie viele Unterrichtseinheiten dafür jeweils vorgesehen sind, wer welche Teile unterrichtet und wie die Prüfungen aussehen. Der Vergleich lohnt! Am Ende ist das Können und die Qualität der Ausbilder entscheidend: Manchmal ist eine tiefgehende 200 h Ausbildung besser als eine oberflächliche mit 800 Stunden.

  • Asana
  • Pranayama
  • Meditation
  • Philosophie
  • Anatomie
  • Didaktik
  • Stundenaufbau
  • Lehrproben

Welche Zertifikate für Yogalehrerausbildungen gibt es?

Yoga Alliance (YA):

Die 1999 von amerikanischen Yogalehrern mehrerer Stile gegründete Vereinigung hat es sich zur Aufgabe gemacht, transparente Standards für die Ausbildung festzulegen. Jede registrierte Schule (RYS) und jeder registrierte Yogalehrer (RYT) verpflichtet sich zu gewissen Richtlinien. Die große Mehrzahl der von der YA zertifizierten Ausbildungen folgt dem Minimal-Standard RYT 200, der 200 Unterrichtseinheiten umfasst. Mehr Info: www.yogaalliance.org

Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. (BDY/EYU):

Der BDY/EYU bezeichnet sich selbst als den „Maßstab für Qualität“. Seit seiner Gründung 1967 wurden die Standards für die bundesweit 34 Ausbildungsschulen laufend erhöht. Derzeit umfasst eine BDY-Ausbildung 800 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten im Lauf von mindestens 4 Jahren. Daneben gibt es seit einiger Zeit ein Basic-Training mit 500 Einheiten. Auch etliche Schulen außerhalb des BDY-Verbunds orientieren sich an deren Richtlinien. Mehr Info: www.yoga.de

Zentrale Prüfstelle für Prävention (ZPP):

Die ZPP ist keine Yoga-Institution, sondern eine von den gesetzlichen Krankenkassen initiierte Einrichtung, die Standards für ganz verschiedene Gesundheitskurse festlegt. Von der ZPP zertifizierte Yogakurse kann man sich in Deutschland bis zu einer bestimmten Höhe von seiner Krankenkassen erstatten lassen. Die Kriterien der ZPP sind umstritten, insbesondere die Forderung nach einer Berufsausbildung im medizinischen oder pädagogischen Bereich erscheint vielen erfahrenen Yogalehrern als unsinnig. Mehr Info: www.zentrale-pruefstelle-praevention.de


Text: Stephanie Schauenburg // Titelfoto: Ana Shvets via Pexels

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