Thai-Yoga-Massage in der Schwangerschaft – Praxis Teil 1

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© Wari Om

Bevor Sie mit der Praxis beginnen, lesen Sie sich bitte HIER alles Wichtige zur richtigen Ausführung durch.

1//Begrüßung

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Nehmen Sie vor der ersten Berührung verbal Kontakt auf: Dabei ist es gut, neben dem körperlichen auch das energetische, emotionale und seelische Befinden abzufragen. Als Massierender sollten Sie vor der ersten Berührung bei sich ankommen: Wie sind Sie mit der Erde verbunden, wie mit dem Raum, der Sie umgibt? Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit nun auf die Empfangende. Legen Sie nur dann die Hände auf den Bauch, wenn das für die Schwangere okay ist. Seien Sie ab der ersten Berührung vollkommen bei ihr – ohne Wertung, ohne Erwartung.

2//Fußmassage

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Wo? Massieren Sie die gesamte Fußsohle und alle Zehen entweder fächerförmig entlang der Zehenlinien – ausgehend vom Zentrum der Ferse – oder in parallelen Linien über die ganze Fußfläche.

Warum? Die Füße sind ein Spiegel des ganzen Körpers – über sie kann man Einfluss auf das gesamte Wohlbefinden nehmen. Wenn die Füße berührt werden, fließt die Energie nach unten: Erdung entsteht. Das kann bei Zweifeln, Ängsten, Sorgen und Stimmungsschwankungen hilfreich sein. Außerdem lastet in der Schwangerschaft zunehmend Gewicht auf den Füßen – eine Fußmassage ist eine Wohltat.

Wie? Eine gute Berührung ist sanft und trotzdem tief und klar – dafür bedarf es Ruhe und Rhythmus. Legen Sie die Daumen an die Fußsohle und schmiegen Sie die restlichen Finger um den Fuß. Beginnen Sie mit beiden Händen gleichzeitig zu massieren. Verlagern Sie Ihr Gewicht nach vorn, um tiefer zu arbeiten, und nach hinten, um die Position des Daumens zu wechseln. Lassen Sie den Daumen jedes Mal entlang der Zehenlinie eine neue Stelle finden (etwa 3 bis 4 Punkte von der Ferse bis zu den Zehen) und geben Sie über Ihr Gewicht Druck ab. Nehmen Sie am Ende der jeweiligen Linie das Zehengelenk zwischen Daumen und Zeigefinger und massieren Sie es kreisförmig. Lösen Sie den Griff, indem Sie den Zeh Richtung Spitze ausstreichen. Wechseln Sie anschließend zur zweiten Linie. Sie können die Massage an allen fünf Zehenlinien 3 bis 5 Mal wiederholen.

Wichtig! Auf diesem Bild liegt die Empfängerin auf dem Rücken: In der Schwangerschaft ist das nicht die beste Position,aber im 2. Trimester angenehm. Im 3. Trimester sollte man die Füße in Seitenlage massieren.

3//Energielinien an den Beinen

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Wo? In dieser Sequenz massieren Sie großflächig die Innenseiten der Ober- und Unterschenkel. Dadurch werden mehrere Energiebahnen stimuliert; genaue Kenntnisse der Energiebahnen benötigt man für diese Sequenz nicht.

Warum? In der Schwangerschaft sind schwere, müde Beine häufig, auch Wassereinlagerungen (Ödeme) kommen vor. Daher sind die Energielinien an den Beinen wichtig – ähnlich wie die Fußmassage erdet die Beinmassage und bringt die Aufmerksamkeit weg vom Kopf in den unteren Bereich des Körpers.

Wie? Finden Sie eine stabile Position, die es Ihnen erlaubt, Ihr Gewicht fließend einzusetzen. Legen Sie beide Hände mit nach außen zeigenden Fingen oben an die Innenseite des Oberschenkels. Um zu massieren, verlagern Sie das Gewicht aus dem Körperzentrum heraus nach vorn: Dadurch verstärkt sich der Druck Ihrer Hände. Halten Sie die Hände dennoch locker und sanft, damit Sie alles wahrnehmen, was unter den Händen passiert. Atmen Sie aus, wenn Sie nach unten sinken und ein, wenn Sie den Druck wieder lösen. Versetzen Sie die Hände Stück für Stück das Bein entlang nach unten und sparen Sie dabei das Kniegelenk aus. Je langsamer Sie sich dabei bewegen, desto tiefer ist die Erfahrung für den Empfänger.

Tipp: Gerade bei Wassereinlagerungen in den Beinen kann man auch mit einem reinen Pflanzenöl ohne ätherische Öle oder chemische Zusätze massieren (Sesamöl = leicht wärmend, Kokosöl = kühlend). Streichen Sie die Beine in langen Zügen von den Füßen nach oben aus.

4//Energielinien am Rücken

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Wo? Am Rücken neben der Wirbelsäule: Orientieren Sie sich an dem kleinen „Tal“ zwischen den Dornfortsätzen und dem langen Rückenstrecker. Beginnen Sie oberhalb des Sacrums (Kreuzbein) mit der Massage und wandern Sie bis zu den Schulterblättern nach oben.

Warum? Die Energielinien nahe der Wirbelsäule sind dafür verantwortlich, die Energien im Körper auszugleichen – die Massage in diesem Bereich kann sich positiv auf das vegetative Nervensystem, die Verdauung und Rückenschmerzen auswirken.

Wie? Massieren Sie mit den flachen Daumen die Linie (das „Tal“) entlang der Wirbelsäule – auf keinen Fall auf den Knochen! Beginnen Sie am Kreuzbein und wandern Sie zum unteren Rand des Schulterblatts – und wieder zurück. Sie können diese Sequenz mehrmals wiederholen.

Wichtig! Für diesen Teil der Massage muss die Empfängerin gut auf der Seite gelagert und mit Kissen abgestützt sein. Es sollte keinesfalls Druck auf den Bauch entstehen: Das passiert, wenn die Empfängerin nach vorne kippt. Außerdem sollte der Rücken vom Becken bis zur Halswirbelsäule lang gestreckt sein. Am unteren Rücken nur mit sanftem Druck arbeiten!


Den zweiten Teil der Praxis finden Sie HIER (ab 18.10.2017).

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