Thai-Yoga-Massage in der Schwangerschaft – Praxis Teil 2

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© Wari Om

Bevor Sie mit der Praxis beginnen, lesen Sie sich bitte HIER alles Wichtige zur richtigen Ausführung durch.

Teil 1 der Praxis finden Sie HIER.

5//Arbeit unter dem Schulterblatt

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Wo? Direkt unterhalb des Schulterblatts – hier verbinden sich die Energielinien des Rückens mit denen der Schultern.

Warum? Die Muskelgruppe zwischen der Wirbelsäule und dem inneren Schulterblattrand neigt zu Verspannungen. Man sagt auch, dass an der Rückseite von Herz und Lunge Emotionen ins Gewebe gespeichert sind. Diesen Bereich zu massieren, schenkt ein befreiendes Gefühl, die Atmung kann sich vertiefen, die Körperhaltung insbesondere im Brust- und Schulterbereich verbessern.

Wie? Die Empfängerin liegt auf der Seite, Sie knien hinter ihr. Stellen Sie das kopfnahe Bein auf. Unterstützen Sie mit dem Arm, der weiter vom Kopf entfernt ist, den oberen Arm der Empfängerin und legen Sie die Hand um ihre Schulter. Mit dieser Hand wird der Körper während der Massage leicht nach vorne und hinten bewegt. Der kopfnahe Arm massiert und wird vom aufgestellten Bein unterstützt: Dadurch braucht es keine reine Muskelkraft. Beginnen Sie am unteren Rand des Schulterblatts und arbeiten Sie in Richtung Kopf weiter, bis der Daumen keinen Platz mehr findet. Dabei ziehen Sie den Körper leicht zu sich und schieben den Daumen unter das Schulterblatt. Der Daumen sollte passiv und dadurch weich und empfänglich bleiben. Die Bewegung kommt aus der Körpermitte und ohne Krafteinsatz.

Wichtig! Sollten Schulter und Arm der Empfängerin nicht so beweglich sein, können Sie ihren Arm vor dem Bauch auf einem Kissen ablegen.

6//Nackenmassage

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Wo? Diese Technik eignet sich hervorragend, um den Trapeziusmuskel und den Nacken zu massieren. Wenn Sie mögen, können Sie weiter bis zur Rückseite der Oberarme wandern.

Warum? Im Nackenbereich hat fast jeder Verspannungen. Man kann sagen, dass dort Sorgen und Probleme sitzen: Je mehr Sorgen, desto stärker ziehen wir die Schultern hoch und umso mehr Verspannungen entstehen.

Wie? Als Masseur benötigen Sie an dieser Stelle eine besonders stabile Position. Steigen Sie mit dem fußnahen Bein über den Oberkörper der Empfängerin und knien Sie mit dem anderen Bein hinter ihrem Rücken. Stützen Sie sich mit dem fußnahen Arm auf das aufgestellte Bein, damit Sie das Gewicht nicht halten müssen. Fassen Sie den Unterarm der Empfängerin nahe der Beuge, Ihre freie Hand beginnt, den Nackenbereich zu massieren. Mit einer wippenden Bewegung aus Ihrer Körpermitte heraus wird die Massage verstärkt. Massieren Sie mit jedem neuen Schwung immer wieder von sich weg und lassen Sie den massierten Bereich passiv zurückschwingen.

Wichtig! In der Schwangerschaft ist eine dynamische Massage nicht immer angenehm. Wenn die Empfängerin viel mit Schwindel, Übelkeit oder ähnlichen Beschwerden zu kämpfen hat, massieren Sie bewusst langsam. Oberhalb des Trapeziusmuskels befindet sich ein Akupressurpunkt, der in der Schwangerschaft ausgespart werden sollte: Geben Sie deshalb keinen punktuellen Druck in diesem Bereich ab.

7//Zentrales Nervensystem

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Wo? Die kopfnahe Hand liegt auf dem Übergang von der Halswirbelsäule zur Schädelbasis (Occiput), die andere auf dem Kreuzbein (Sacrum).

Warum? Diese Sequenz integriert die bisherige Massage in das zentrale Nervensystem. Durch die angewandte Technik fällt es leicht, in die Stille zu kommen und die Aufmerksamkeit von außen nach innen zu lenken.

Wie? Nehmen Sie mit den Händen so sanft wie möglich Kontakt mit dem Körper der Empfängerin auf. Ihre eigene Position ist stabil und ruhig, stützen Sie Ihre Arme ab. Das ist wichtig, um mindestens 5 Minuten lang ohne Bewegung zu verweilen. Seien Sie vollkommen präsent und spüren Sie die Verbundenheit, Atmung und Wärme unter Ihren Händen. Verbinden Sie sich mit dem Wasserelement und visualisieren Sie eine Welle, die vom Kopf bis zum Kreuzbein durch den Körper läuft. Geben Sie Ihre innere Ruhe, Ihre Erdung, Ihren Respekt für die Schwangere über die Hände weiter. Lösen Sie nach einigen Minuten die Hände langsam vom Körper und bleiben Sie noch einige Zeit ruhig sitzen.

Wichtig! Auch bei dieser Sequenz sollte der Körper stabil auf der Seite gelagert sein, damit sich die Wirbelsäule in einer langen Linie befindet.

8//Faszienarbeit im Sitzen

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Wo? An verschiedenen Stellen des Rückens – dort, wo Spannungen zu fühlen sind.

Warum? Schon ohne Massage ist ein unterstützter Sitz sehr entspannend: Der Rücken wird entlastet, Spannungen können sich lösen, die Atmung kann sich vertiefen. Durch die gleichzeitige Massage lassen sich die Faszienzüge an der Rückseite des Körpers mobilisieren und Verklebungen lösen.

Wie? Finden Sie eine gute Position für die Hände: Legen Sie diese flach und locker auf den Rücken der Empfängerin. Passen Sie Ihre eigene Atmung an ihre an. Was nehmen Sie unter den Händen wahr? Untersuchen Sie behutsam, ob Sie das Gewebe in alle möglichen Bewegungsrichtungen verschieben können. Stellen Sie fest, wohin es sich leichter bewegen lässt, wo es fester ist oder Sie mehr Widerstand fühlen. Massieren Sie mit schiebenden Bewegungen eine einzelne Stelle: von unten nach oben und zurück, von innen nach außen und zurück. Wenn sich die Atmung der Empfängerin vertieft, entspannt sich das Gewebe. Lösen Sie die Hände langsam und finden Sie eine andere Stelle am Rücken.

Wichtig! Die Schwangere braucht einen stabilen, aber auch gleichzeitig entspannten Sitz: Entweder lehnt sie sich (wie auf dem Bild) auf einen Ball oder sie sitzt auf einem Hocker und legt Arme und Kopf auf einem Tisch ab.

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