Warum gibt es Krankheiten? Satsang Kolumne

In der Satsang-Kolumne antwortet Dr. MoonHee Fischer, promovierte Religionsphilosophin und alternative Heilerin auf eure dringenden (Sinn-)Fragen. Schreibe dafür einfach eine Mail an redaktion@yogaworld.de Selma (5 Jahre) hat gefragt: “Warum gibt es Krankheiten?”

Das Gegenteil von Krankheit ist Gesundheit. Gesund ist etwas, wenn es in dem Zustand ist, in dem es sein sollte und wenn es an seinem ihm zugedachten Platz ist. Gesundheit bedeutet also Ordnung. Wenn wir gesund sind, dann sind wir und fühlen wir uns in Ordnung. Sind wir in Ordnung, dann sind wir heil bzw. ganz – es fehlt uns nichts. Gleich einem Kreis, der schön rund und in sich abgeschlossen ist. Von der Pizza fehlt kein Stück. Krankheit hingegen bedeutet Unordnung. Etwas ist nicht in seinem optimalen Zustand, an seinem richtigen Platz oder ist sogar überhaupt nicht mehr vorhanden. Bildlich ausgedrückt: Das Zimmer ist durcheinander, die Socken liegen im Kühlschrank statt im Kleiderschrank oder sind unauffindbar. Wollen wir dann wieder gesund werden, so müssen wir wieder Ordnung herstellen.

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Krankheiten an sich sind nichts Schlechtes – sie fungieren als Regulierungssysteme oder Ordnungshüter und schlagen Alarm: Halt, die Socken müssen wieder in den Kleiderschrank; denn dort gehören sie hin! Am besten gewaschen und ordentlich gefaltet. Krankheiten sind wie große Brüder, die darauf aufpassen, dass wir nicht zu viel Chaos anstellen, und wollen wir nicht auf sie hören, dann können sie sehr nervig und unangenehm werden. Krankheiten sind insoweit positiv, als wir sie erkennen und sie nicht übergehen. Nur indem wir sie annehmen, sie verstehen und nicht bekämpfen, können sie ihre Funktion als Wächter unserer Gesundheit erfüllen und uns wieder in die richtige Spur bringen.

Der tiefere Sinn von Krankheit ist, uns an unsere wesentliche Natur, die Ganzheit und Einheit ist, zu erinnern. Sind wir nicht mehr eins mit uns und der Welt, so fehlt es dem Körper, dem Geist und der Seele an Verbundenheit; doch ohne ein Mit- und Füreinander können sie ihre Aufgaben nicht mehr ordnungsgemäß ausführen, denn alles steht in wechselseitiger Beziehung zueinander, im Großen so wie auch im Kleinen.

Die Frage letzter Woche


Dr. MoonHee Fischer ist promovierte Religionsphilosophin und arbeitet im Bereich der alternativen Heilung. Ihre Schwerpunkte sind mediale Supervision und “Der Weg des Friedens”. Ihre Verknüpfung “spirituelle Medialität und wissenschaftlicher Anspruch” eröffnet nicht nur neue, interessante Ansätze für ein ganzheitliches Bewusstsein, sondern betont vor allem die Fähigkeit der Offenheit und das Mit- und Füreinander – “denn nichts existiert unabhängig voneinander”.

Der Weg des Friedens: philosophisch-spirituelle Praxis“. Foto: Elias Hassos | Titelfoto von cottonbro von Pexels

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