Buch-Tipp: 5-Wochen-Kurs Selbstheilung

Unser Körper hat die erstaunliche Fähigkeit, sich selbst zu heilen – wenn man es denn zulässt. Fei Long führt Sie anhand praktischer Tipps und Tests an das Thema Selbstheilung heran. Sie lernen, Ihre innere Ausgeglichenheit zu (re)aktivieren. Bevor Sie mit dem 5-wöchigen Übungsprogramm starten, erhalten Sie eine kurze Einführung: Was ist Mitgefühl? Und wie unterscheidet es sich von anderen Fähigkeiten? Mit Metaphern, inspirierenden Zitaten sowie niedlichen Illustrationen schafft es die Autorin, das Gesagte zu veranschaulichen. Auf dem Weg zu mehr Selbstliebe und Gelassenheit bleibt stets Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Die kurzen Kapitel und konkreten Anweisungen motivieren, in eigenem Tempo genau die Punkte aufzuarbeiten, die einen im Hier und Jetzt bewegen.

buch_tipp_yoga_journal_selbstheilung_kursIn der Serie „Mitgefühl leben“ sind noch weitere 5- Wochen-Kurse erschienen, die sich den Themen Erziehung, Ernährung und Partnerschaft widmen.

Fazit: Das Büchlein eignet sich für alle, die pragmatisch an das Thema Selbstheilung herangehen möchten. Es klärt auf und motiviert, ohne dabei bevormundend zu wirken.

5-Wochen-Kurs: Selbstheilung von Fei Long // erschienen im Systemed Verlag Preis // ca. 8 Euro

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Yoga als Therapie: Kann Yoga traumatisierten Menschen helfen?

Mit einem ungelösten Trauma glücklich zu leben, ist unmöglich. Der Yoga- und Meditationslehrer Joachim Pfahl hat die Erfahrung gemacht, dass über Yoga und den Kontakt zum eigenen Körper Heilung möglich ist.

Der Rückenwind der 68er-Bewegung führte Joachim Pfahl nach Indien, wo er früh seinem Lehrer Maharishi Mahesh begegnete. Er hat einen interdisziplinären Studiengang mit dem „Bachelor of Vedic Psychology“ absolviert und sich zum Yoga- und Meditationslehrer ausbilden lassen. Sein therapeutisches Wirken schließt jahrelange Erfahrung mit Körperarbeit zur Erlernung von Stressmanagement und Entspannungstechnik sowie die Arbeit mit Gefangenen in Asien und mit Soldaten der britischen Armee ein.

Joachim, wie definierst du Trauma?
Ein Erlebnis oder eine Erfahrung führt zur Abspaltung von Gefühlen und Empfindungen. Es drückt sich dadurch aus, dass Traumatisierte sich nicht spüren. Dies zeigt bereits den Lösungsweg auf: Wird der Kontakt zum Körper wieder hergestellt, schafft dies eine Integrität, die das „Herunterdimmen“ der Empfindungen durchbricht. Wenn eine Situation ein Trauma triggert – zum Beispiel durch ein Wort, einen Blick oder Geruch –, wird der Betreffende möglicherweise von seiner Erinnerung überwältigt. Über den Kontakt mit dem Körper kann er lernen, sich in der Gegenwart zu zentrieren und die Emotionen zuzulassen. Die vergangene Erfahrung besitzt keine Macht über den Moment. Indem die traumatisierte Person sich, beispielsweise über den Atem, ganz bewusst zentriert, findet sie einen Anker. Sie verliert sich nicht mehr orientierungslos im Meer der Emotionen, die hochgradig bedrohlich sind und in Panikattacken und Angstzuständen zum Ausdruck kommen. Wo ein Anker gründet, ist sicherer Boden: in einer geschützten Atmosphäre und durch bewusste Körperarbeit kann die Identifikation mit den Gedanken aufgegeben werden. Die Gedankenströme kommen zur Ruhe und die Stille öffnet den inneren Raum. Wenn verstanden wird, dass die Gefühle, die durch Erinnerungen angeschaltet werden, nichts mit der momentanen Situation zu tun haben, besteht die Möglichkeit der Wahl. Das Drama traumatisierter Menschen liegt genau darin, dass sie glauben, keine Wahl zu haben.

Was hältst du für die wichtigste Eigenschaft eines Yogalehrers bei der Zusammenarbeit mit traumatisierten Menschen?
Ich denke, dass es die Fähigkeit ist, den Zugang zum eigenen Anker zu verstehen: den Mechanismus zu durchschauen, den Gedankenstrom zur Ruhe bringen zu können – und um die Wahl zu wissen, dass man aus dem emotionalen Karussell heraustreten kann. Man benötigt die Fähigkeit, zur inneren Stille zu finden. Der Therapeut bzw. Yogalehrer muss diesen Prozess selbst durchlaufen, um ihn nachvollziehen zu können und für sich selbst und andere empathisch zu sein. Sich die eigenen Verletzungen anzusehen, ist die Voraussetzung für eine solche Arbeit. Man kann andere nur führen, wenn man den Weg selbst gegangen ist.

Sind psychische Erkrankungen mittels einer Yogatherapie behandelbar?
Trauma und Burnout, aber auch psychische Störungen wie Depressionen, Zwangsneurosen oder Schizophrenie lassen sich meines Erachtens auf diese Weise gut behandeln. Dazu bedarf es weder Medikamente noch des Wissens um die eigentlich traumatisierende Begebenheit. Es ist möglich, mit sich selbst in Kontakt zu kommen, indem die innere Stille entdeckt wird. Hier liegt die Möglichkeit zur Auflösung des Konflikts. Wenn keine andere Identifizierung möglich ist als diejenige, auf die man festgelegt ist, endet das Leid nicht. Man könnte die Yogatherapie mit der Defragmentierung eines Computers vergleichen: Dabei werden die Dateien auf der Festplatte neu angeordnet, so dass die Programme wieder störungsfrei ablaufen können. Stress ist die Unfähigkeit, auf eine bestimmte Situation adäquat zu reagieren. Genauso verhält es sich beim Trauma auch. Viele fundierte Studien und die moderne Gehirnforschung belegen, dass dies möglich ist. Die Opferrolle ist also kein Schicksal.

Kriegsereignisse können Menschen zerbrechen oder verrohen lassen.
Manche Menschen gehen psychisch schwer verletzt aus einer Kriegssituation heraus, in anderen erwacht die Lust am Sadismus. Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich. Die Soldaten wissen trotz Vorbereitung nicht, was in einer Extremsituation wie Krieg auf sie zukommt – und wie sie sich verhalten werden. Jeder geht mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Situation: Vorhandene Traumatisierungen können aufbrechen, neue hinzukommen. Jeder
reagiert aufgrund seines individuellen Hintergrundes anders. Die ständige
Angst vor Anschlägen und Bedrohung durch den Feind bildet eine enorm
hohe, chronische Stressbelastung, der die Soldaten ausgesetzt sind und die den idealen Nährboden für Trauma bilden. Und das über Jahre hinweg. Es gibt keine Normalität, nur Schwarz oder Weiß. Es ist möglich, dass
sich unter solchen Bedingungen ein Soldat nur spürt, wenn er den Stress wahrnimmt: der Krieg wird zum Lebensgefühl. Die Begleitsymptome können Schlaflosigkeit und Panikattacken sein. Dieser Extremzustand mentaler Überforderung ist an sich kein Trauma. Aber die Voraussetzungen dafür sind quasi ideal. Genau wie in Gefängnissen sind in der Armee die Mauern der Abgrenzung zudem sehr hoch und stabil: das Selbstbild des Mannes ist dort nach wie vor der harte und unverwüstliche Kerl, Alphatiere kennen keinen Schmerz, Schwäche befördert ans untere Ende der Hierarchie. Letztlich darf man aber das Klischee nie über das jeweilige Individuum stellen. Es finden sich hier Menschen mit wunderbaren Eigenschaften und großen Qualitäten. Und nicht jeder muss zwingend körperliche oder seelische Verletzungen, bedingt durch Krieg oder Gefangenschaft, davontragen. Aber man kann durchaus sagen, dass viele bereits im Vorfeld traumatisierte (Männer) sich von Krieg, Gewalt und Drogen angezogen fühlen.

Also ganz ähnlich wie in Gefängnissen?
Im Gefängnis und in Gefangenschaft sind die Bedingungen für Traumatisierung klar erhöht – die gesamte Situation ist lebensfeindlich. Unter Therapeuten gilt stark verkürzt und überspitzt: Frauen gehen zum Psychologen, Männer ins Gefängnis. Frauen fällt es oft leichter, sich auszudrücken und Hilfe anzunehmen. Männer leben ihr Trauma eher aus, indem sie gewalttätig werden. Verletzte verletzen. Gewalt kann ein Hilfeschrei der Seele sein. Viele Gewalttäter sind froh, wenn sie endlich gefangen genommen werden und die fatale Entwicklung ein Ende nimmt. Diese verläuft bei Traumatisierten oftmals progressiv: Drogensüchtige erhöhen die Dosis, Kriminelle werden gewalttätiger. Es ist nicht möglich, mit einem ungelösten schweren inneren Konflikt glücklich zu werden. Unglück ist der Status Quo traumatisierter Menschen. Viele funktionieren einfach im stark beschränkten Umfang ihrer Möglichkeiten.

Schützt eine intakte Kindheit vor Traumatisierung?
Eine intakte Kindheit ist ein starker Schild fürs Leben, verkommt jedoch allmählich zum Mythos. Kinder lernen den stabilen Rahmen einer Großfamilie mit unterschiedlichen und kontinuierlichen sozialen Beziehungen von Anfang an heute kaum mehr kennen. Die meisten verbringen die ersten Lebensjahre nahezu ausschließlich mit ihren Eltern, von denen viele permanent unter Zeitdruck und Stress stehen. Natürlich darf man das Modell der Großfamilie nicht überidealisieren – hier herrschte früher oft unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit häusliche Gewalt. Jede Zeit hat ihre Schatten. In unserer Gesellschaft erleiden viele aufgrund mangelnder Integrität früher oder später einen Burnout: die Schutzmechanismen und Abwehrkräfte sind durchlässig. Dieses phänomen ist ein Ausdruck unserer Zeit. Bis vor etwa einem halben Jahrhundert lebten die Menschen in Großfamilien. Der Trend zum versingelten Individualismus ist vergleichsweise jung und die Statistiken über „Zivilisationskrankheiten“ wie Depression oder den global ansteigenden Medikamentenkonsum zeigen: Menschen brauchen Gemeinschaft, um gesund und glücklich zu sein.

Wirkt Yoga generell therapeutisch?
Natürlich dient nicht jede Yogatechnik der tiefen Entspannung und Regeneration. Manche Yogarichtungen sind sehr stark auf Leistung ausgerichtet. Viele Menschen sind derart leistungskonditioniert, dass sie auch im Yoga den permanenten Druck brauchen und nur ausgepowert zur Ruhe kommen. Diese Mentalität wurde aus dem Fitnessbereich für Yoga übernommen. Möglicherweise fühlt sich eine Person mit dieser Form von „Yoga-Workout“ zwar ausgesprochen wohl, aber sie lernt nicht, sich in der Tiefe zu entspannen. Darin besteht ein gewaltiger Unterschied und auch die Gefahr, den Burnout erst recht (mit) zu bewirken. Auch hier erfährt der Praktizierende im Wesentlichen, dass er nur gut ist, wenn er Leistung bringt.

Sie raten also ab von zu anstrengendem und forderndem Yoga?
Der „sportliche“ Effekt ist natürlich, unter dem rein physiologischen Aspekt betrachtet, nützlich, aber das mächtigste Werkzeug des Yoga – die Selbstwahrnehmung – greift nicht. Für die Behandlung von Trauma durch Yoga ist der wahrnehmungsorientierte Ansatz essenziell, der die eigenen Grenzen zeigt und keine fremden aufzwingt. Es geht darum, zur eigenen Haltung zu kommen und sich aus dem Korsett einer leistungsorientierten Konditionierung zu lösen. Kein Zwang, kein Wettkampf, kein Vergleich. (Extrem-)Sportler beispielsweise sind oft überhaupt nicht in Kontakt mit ihrem Körper. Nur der Leistungsgedanke zählt und knüppelt alle Empfindungen wie Schmerz oder Müdigkeit nieder. Dagegen soll der Übende in der jeweiligen Asana die eigene Grenze erspüren und seinen inneren und äußeren Zustand wahrnehmen. Wenn ihn nun ein Lehrer dazu auffordert, weiterzugehen, ihn antreibt, das Maximum herauszuholen, ist dies in höchstem Maße kontraproduktiv. Es findet eine Abspaltung vom eigenen Empfinden statt, indem der Wahrnehmung des Lehrers gefolgt wird statt der eigenen. Das eigene Körpergefühl ist maßgeblich und der Kontakt dazu kann mithilfe eines einfühlsamen Lehrers hergestellt werden, wenn er ein kontinuierliches Feedback einholt, ob der Übende in Kontakt mit sich ist und sich spürt.

Wer nie gelernt hat, sich zu spüren, wird demnach bei schnell getaktetem Yoga – einmal mehr – funktionieren …
… und dabei kaum den Kontakt zu sich selbst herstellen können. Bei traumasensiblem Yoga spielen Zeit und Ruhe eine wichtige Rolle. Dem Übenden ist erlaubt, dass er empfinden darf. Es muss genügend Zeit gegeben werden, dass er zum eigenen „Nein“ findet und dieses formuliert, wo er an seine Grenze stößt. Dies ist der Weg, zur eigenen Haltung zu finden. Die eigenen Rollen und Muster müssen erkannt werden, damit die Masken fallen können. In diesem heilenden Prozess kommt der Übende tief mit sich in Verbindung. Und aus dieser Erfahrung heraus auch mit anderen: Empathie kann erlernt werden. In der Tiefe des Prozesses lösen sich Strukturen und Muster, Konventionen und Konzepte auf. Das Nervensystem beginnt sich zu „erinnern“, dass dies der natürliche Grundzustand ist. Die Heilung beginnt. Das Problem beginnt immer damit, dass wir dem Verstand die Führung des Lebens überlassen. Ein zweckdienlicher Verstand führt zu Präsenz im Augenblick, zu Ausrichtung und Klarheit, er kann die Dinge situativ in Beziehung setzen. Ein überaktiver Verstand entfernt sich hingegen weit darüber hinaus und lässt die Stimme der Intuition verstummen.


joachim_pfahl_yoga_therapieJoachim Pfahl ist Yoga-, Meditationslehrer, Coach und Traumaexperte mit 40-jähriger Yogapraxis und Lehrerfahrung in Organisationen in Indien, Thailand und Europa. Heute leitet er vier Yogaschulen in Nordrhein Westfalen und unterrichtet Ausbildungsmodule mit dem Fokus „Traumasensibles Yoga“.

DIY: Peeling-Salz

Salz auf unserer Haut

Salz tut nicht nur unserer Psyche gut, wenn es nach einem langen, ausgiebigen Bad im Meer unter der glitzernden Sonne langsam auf der Haut trocknet. Aus medizinischer Sicht lindert Salz alle Arten von Hautproblemen, es wirkt antibakteriell und desinfizierend, reguliert die Talgdrüsenproduktion und bringt schlecht durchblutete Haut wieder in Schwung. Das liegt vor allem daran, dass das „weiße Gold“ aus verschiedenen löslichen Mineralstoffen besteht, die in die Haut eindringen und dem Gewebe gleichsam überschüssige Flüssigkeit entziehen, weil der Gehalt an Nähr- und Mineralstoffen des Salzwassers dem unseres Blutplasmas ähnelt. Salz ist aber auch ein altbewährter Klassiker der Kosmetik: In Cremes steigert es den Feuchtigkeitsgehalt, als Peeling entfernen die feinen Kristalle abgestorbene Hautschüppchen und reinigen die Poren unseres größten Sinnesorgans so gründlich, dass die Wirkstoffe von anschließend aufgetragenen Pflegeprodukten besonders gut aufgenommen werden können. Im Vergleich zum gewöhnlichen Meersalz ist das Salz aus dem Toten Meer mit seinem gesteigerten Mineraliengehalt besonders wertvoll; aber auch Bergkristallsalz (z. B. aus dem Himalaja) und Flor de Sal sind nicht zu unterschätzen.

Nehmen Sie sich Zeit für ein kleines Beauty-Ritual, das abgestorbene Hautzellen sanft entfernt und Ihre Haut erstrahlen lässt! Regelmäßige Peelings frischen das Erscheinungsbild der Haut auf und stimulieren das Lymphsystem. Gerade, wenn sich Ihre Haut nach einem Sonnenbrand schuppen sollte, kann ein Peeling Wunder wirken. So leicht können Sie selbst eins herstellen:

Peeling-Salz

* 2/3 Tasse Meeressalz

* 1/3 Tasse Oliven- oder Mandelöl

* 1 Teelöffel Zitronenschale

* 10 Tropfen ätherisches Öl aus echtem Lavendel

Vermengen Sie alle Zutaten gründlich und geben Sie das Peeling in einen verschließbaren Tiegel (wenn kein Wasser hineinkommt, bleibt es bis zu sechs Monaten haltbar).
Rubbeln Sie Ihren Körper sanft ab und behandeln Sie dabei besonders raue Stellen wie Fersen, Hände und Ellbogen. Anschließen duschen Sie das Peeling mit lauwarmem Wasser ab.

Montags-Mantra: Einander suchen

„Was im Ton übereinstimmt, schwingt miteinander. Was wahlverwandt ist im innersten Wesen, das sucht einander.“ – Buddhistische Weisheit

Buch-Tipp: Gut geht anders

„Gut geht anders“. Aber wie? Peter Gnaiger sucht die Antwort bei Johannes Gutmann, mit dem er sich über einen längeren Zeitraum immer wieder traf. Dem Mann, der vor 25 Jahren mit seinen Bio-Kräuterprodukten von Markt zu Markt tingelte und von vielen für einen hartnäckigen Spinner in Lederhose gehalten wurde. Inzwischen macht er über 20 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, wurde 2011 zum Unternehmer des Jahres gekürt und ist bei seinen Mitarbeitern äußerst beliebt. Sein Geheimnis? Wertschätzung. Allem und allen gegenüber. Er sagt: „Ich habe eine Firma, in der gibt es 170 Chefs – und den Gutmann.“ Und das lebt er auch so. Konsequent. Während der Gespräche mit Gutmann schaut Gnaiger immer wieder auf seinen Newsticker – der Informationsüberfluss untermauert, wie viel Nonsens täglich überall verbreitet wird. Da tut es gut, mit Wahrhaftem konfrontiert zu werden. Wie Johannes Gutmann. Oder anderen Querdenkern wie etwa Hildegard von Bingen, Benedektinermönchen oder Epikur, die in „Gut geht anders“ ebenfalls ihren Platz eingeräumt bekommen.

Fazit: Auch wenn der Titel zunächst anderes vermuten lässt – dieses Buch ist durchdrungen von Liebe. Und so kann man Peter Gnaiger nur zustimmen, wenn er Heinrich Heine zitiert: „Du fragst mich, Kind, was Liebe ist? Ein Stern in einem Haufen Mist.“


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„Gut geht anders. Ein einfaches Lebenskonzept zum Erfolg“ von Peter Gnaiger und Johannes Gutmann (Ecowin Verlag, ca. 22 Euro).

Foto von Tim Gouw von Pexels

Verlosung: Knusperreich-Cookies

Ein wahres Suchtmittel

Wer einmal in den Genuss der Knusperreich-Cookies gekommen ist, will keine anderen mehr: Auf Bestellung gebacken mit guten Bio-Zutaten –besser geht’s nicht!


Wir verlosen drei Dosen Seelentröster-Cookies. Schreiben Sie uns bis zum 15. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff „Knusperreich“ und Ihrer Anschrift an: verlosung@yogajournal.de

Ernährung: Sattva aus yogischer Sicht

Prof. Dr. Martin Mittwede, Indologe und Religionswissenschaftler, ist Studienleiter des Fachbereichs Master of Science in Ayurveda-Medizin an der Europäischen Akademie für Ayurveda. Er habilitierte 1996 mit einem Forschungsprojekt über Ayurveda und blickt auf eine langjährige Erfahrung in der ärztlichen Fortbildung sowie auf die Entwicklung eines ernährungsmedizinischen Curriculums zurück. Er lehrt an der Universität Frankfurt am Main und hat zahlreiche Arbeiten über Ayurveda-Medizin veröffentlicht. 

In der Yogatradition wird eine Ernährungsweise empfohlen, die das Sattva-Guna stärkt. Was bedeutet das?
Über Sattva gibt es viele Meinungen und auch viele Missverständnisse. Aus Sicht der klassischen Yogaphilosophie ist darunter geistige Stärke und Klarheit zu verstehen. Sie gibt dem Menschen Kraft, wechselnde Situationen des Lebens, die mit Leid und Freude verbunden sind, gut zu bewältigen. Grundlage für die Stärkung von Sattva ist in erster Linie die Integration von Intui­tion, Gefühlen, Gedanken und Handlungen. Wenn die verschiedenen Ebenen des Bewusstseins zusammenwirken, entsteht wesentlich weniger Durcheinander – das bedeutet ein größeres Maß an Sattva.

Den Einfluss der körperlichen Ebene und damit auch der Ernährung könnte man eher als indirekt bezeichnen. Das komplexe System Mensch kennt keine Eins-zu-Eins-Gleichung, die sagt: „Ich habe Zwiebeln gegessen und nun ist mein Sattva gestört.“ Es gibt zu viele Einflussfaktoren, die die letztendliche Wirkung einer Substanz beeinflussen, auch wenn natürlich jedes Lebensmittel bestimmte Grundeigenschaften besitzt. Es ist zudem wichtig, kurzfristige von mittel- und langfristigen, sowie schwache von starken Wirkungen zu unterscheiden. Wenn zum Beispiel eine Substanz wie Knoblauch, die nicht zu Sattva gerechnet wird, heilsam eingesetzt wird, sorgt sie mittelfristig für mehr Sattva, da die erzielte Heilung einen starken balancierenden Sattva-Impuls setzt.

Alles hat eine Wirkung – das ist die Überzeugung im Yoga genau wie im Ayurveda – doch man sollte die Wirkung einer einzelnen Substanz weder über- noch unterschätzen. Eine liebevoll zubereitete Mahlzeit kann Substanzen enthalten, die das Sattva eher schwächen; aber die Liebe fördert das Sattva, wenn der Empfänger dieser Liebe sie von ganzem Herzen annehmen kann. Aus ayurvedischer Sicht erfolgt die Stärkung von Sattva auf der Basis von mehr Balance. Die Balance wird durch das richtige Maß gefördert. Und das richtige Maß betrifft nicht nur die Ernährung, sondern eben auch die inneren Bereiche der Psyche. Denjenigen, die ihre Ernährung zu stark kontrollieren, möchte ich zurufen: „Kümmert euch lieber mehr um eure Intentionen, unterbewussten Gefühle und Verdrängungen.“ Und für diejenigen, die zu wenig auf ihre Ernährung achten, gilt: „Reduziert das Störende und stärkt die ausbalancierenden Qualitäten einer reinen, frischen und von Sattva bestimmten Nahrung.“

Der Verzehr von tierischen Eiweißen ist ein heiß diskutiertes Thema, speziell in Bezug auf die Yoga- und Ayurveda-Ernährung. Muss es im Ayurveda immer vegetarisch sein oder darf auch mal etwas Fleisch auf den Tisch?
Als eine ganzheitliche Gesundheitslehre ist Ayurveda nicht dogmatisch. In den klassischen Schriften werden alle Lebensmittel beschrieben und zu Gruppen geordnet. Auch die Fleischsorten werden hinsichtlich ihrer Dosha-Wirkungen beschrieben. Ärzte, die früher gleichzeitig auch Gesundheitsberater waren, hatten es mit verschiedenen Patienten zu tun, dazu gehörten auch Nicht-Vegetarier. Jeder wurde im Rahmen seines Lebensstils angemessen ayurvedisch unterstützt, um einen Weg zu mehr Balance und Wohlbefinden zu finden. Der Vegetarier kann mit Ayurveda seine Ernährung verbessern – genauso wie der Nicht-Vegetarier. Betrachten wir die Ganzheitlichkeit des Ayurveda, wird deutlich, dass diese sehr stark mit der modernen wissenschaftlichen Ökologie übereinstimmt. Es geht darum, immer die ganzheitlichen Zusammenhänge zu betrachten. Aus dieser Sicht ist der hohe Fleischkonsum der Menschheit eine ökologische Katastrophe, denn er ist die ineffektivste Form, Nahrung zu erzeugen. Ayurvedisch betrachtet müsste der durchschnittliche Fleischkonsum in den reichen Ländern um 80 bis 90 Prozent reduziert werden. Auch aus Sicht der modernen Ernährungswissenschaft würde diese Menge an tierischem Eiweiß völlig ausreichen, wenn ausreichend pflanzliches Eiweiß verzehrt wird.

Natürlich gibt es darüber hinaus gesundheitliche Aspekte, die sowohl aus modern-medizinischer als auch aus ayurvedischer Sicht gegen den vielen Fleischverzehr sprechen. Wer die schmackhafte Vielfalt der ayurvedischen Küche mit ihren vielen Gewürzen und Kräutern kennenlernt, kann leicht auf Fleisch verzichten. Aus ethischer Perspektive verletzt das Töten von Tieren zudem das Prinzip der Gewaltlosigkeit (ahimsa).

Welche Wirkung hat die tägliche Ernährung auf unser psychisches Gleichgewicht?
Ernährung ist ein wesentlicher Faktor unseres Lebens; und manchmal sitzt die Depression auch im Darm. Ernährung hilft dabei, die körperliche und psychische Balance aufrecht zu erhalten und zu stärken. Zu viele schwere Speisen machen auf Dauer auch seelisch schwer und langsam. Und manchmal sollen die vielen süßen Dinge die eigene seelische Leere füllen, was sie aber nicht schaffen. Wir können mit einer ausgewogenen ayurvedischen Ernährung viel tun, um uns zu entlasten und Leichtigkeit und Stärke auf körperlicher Ebene zu erzeugen. Dies ist hilfreich, um kraftvoll richtige Entscheidungen im Leben zu treffen und dadurch eine Basis für das psychische Gleichgewicht (Sattva) zu schaffen. Der Zusammenhang ist also nicht ganz direkt und einfach. „Iss dich glücklich“ führt wahrscheinlich häufiger zu Übergewicht als zu wirklichem Wohlfühlen. Ernährung wirkt selbstverständlich auch auf der seelischen Ebene. Das Problem ist nur, dass es heute viele Menschen gibt, die alles richtig machen wollen und sich bei dem Wunsch, „richtig“ zu essen, verkrampfen. Das führt dann eher zum Gegenteil des seelischen Gleichgewichts.

Meine Empfehlung: Schaffen Sie eine gute Balance in Ihrem Leben durch Ernährung, Bewegung und einen an Ihre Lebensweise angepassten Tagesablauf. Sorgen Sie zudem regelmäßig für tiefe Entspannung und schauen Sie sich Ihre aktuellen Lebensthemen an. Wenn die so erzeugte Basis stabil ist, dann dürfen Sie ab und zu auch alle Regeln vergessen und einfach nur genießen. Wer das nicht mehr kann, ist vom psychischen Gleichgewicht ziemlich weit entfernt.

Gibt es Ernährungsempfehlungen oder Nahrungsmittel, mit denen wir unser emotionales Wohlbefinden besonders gut steigern können?
Besonders wichtig ist die leichte Abendmahlzeit. Mit vollem Magen träumt man schwer, die gesamte Regeneration des Körpers und die Aufarbeitung des Tages ist gestört. Der Schlaf wird schlechter und der nächste Morgen beginnt ohne wirkliche Leichtigkeit und Freude. Der Tag kann dann auch nicht mehr viel besser werden.

Allgemein gesagt sorgen die wärmenden und nährenden Lebensmittel auch für emotionale Zufriedenheit. Gewürzt mit etwas Feurigem und leicht Bitterem schaffen sie zudem eine Basis für geistige Anregung und Kreativität. Eine gute Mahlzeit ist wie der Akkord eines Orchesters, es gibt die tiefen Töne und die hohen, alle zusammen fügen sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

Auf diese Weise kann schon das Kochen glücklich machen, wenn sich die verschiedenen Düfte im Haus verbreiten und die Vorfreude auf das leckere Essen wächst. Wer eine balancierte, wohlschmeckende Mahlzeit gegessen und wirklich genossen hat, wird während seiner nächsten Meditation wahrscheinlich nicht viel ans Essen denken.

Für unser emotionales Wohlbefinden ist es gut, sich ab und zu eine unserer Lieblingsspeisen zu gönnen. Dabei sollten wir das beste Geschirr benutzen; denn wenn wir tot sind, ist es dafür zu spät. Ayurveda sagt „Ja“ zum Leben und fördert den balancierten Genuss. Mit Ayurveda können wir uns auf eine Entdeckungsreise begeben, die viele neue Geschmackserlebnisse eröffnet. Teilweise lernen wir überhaupt erst wieder, richtig zu schmecken, das Frische und das Natürliche zu genießen. Mit dieser Sichtweise kann uns letztlich jedes Lebensmittel ein Stückchen glücklicher machen.

Traditionelle Regeln zur sattvischen Ernährung

ZU MEIDEN:

  • Vermeide Gier beim Essen und achte auf die Reinheit deiner
    Nahrung und Gesinnung.
  • Vermeide schlechte Gesellschaft und eine negative Atmosphäre beim Essen.
  • Vermeide alle scharfen Gewürze, anregenden und fermentierten Speisen.
  • Vermeide altes, aufgewärmtes und chemisch behandeltes Essen.
  • Vermeide tote Nahrung: Fleisch, Fisch, Wurst und Eier.
  • Vermeide alle Reiz- und Suchtmittel wie Kaffee, Alkohol, Nikotin
    und schwarzen Tee.

 

ZU EMPFEHLEN:

  • Bevorzuge frische und liebevoll zubereitete Nahrung.
  • Lebe maßvoll und überlade deinen Magen nicht.
  • Deine Nahrung sollte möglichst rein und einfach zubereitet sein.
  • Im vollen Korn von Weizen, Reis, Gerste und Dinkel steckt reine
    Lebensenergie.
  • Ebenso sind alle Gemüse, Früchte und Nüsse ein Geschenk der
    Natur.
  • Unter den Hülsenfrüchten ist die Mungbohne die Königin, die alle Sinne harmonisiert.
  • Die frische Milch von Kuh oder Ziege hat erfreuende Eigenschaften.
  • Nimm deine Nahrung weder heiß noch kalt und weder nass noch trocken ein.
  • Beginne und beende jede Mahlzeit mit einem Gebet.
  • Achte auf gute Gesellschaft beim Essen oder iss alleine.

KerstinRosenberg6050_8cmPRKerstin Rosenberg bildet als Ayurveda-Spezialistin und erfolgreiche Buchautorin Ayurveda-Therapeuten, -Ernährungsberater und psychologische Berater in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der Europäischen Akademie für Ayurveda. Mehr Infos unter: www.ayurveda-akademie.org