Dr. Klaus Wolff

Dr. Klaus Wolff ist Dru Yoga-Lehrer, Heilpraktiker/Psychotherapie, Theologe und Mentaltrainer mit eigener Praxis in Sankt Augustin bei Bonn. Er praktiziert und unterrichtet Dru Yoga seit über 20 Jahren und entwickelte zusammen mit Chris Barrington die Dru Yantra Therapie. Neben zahlreichen Veröffentlichungen im SWR2-Radio hat er das Buch über Yogaphilosophie geschrieben: „Werde ganz du selbst – das Glück in der eigenen Mitte finden.“ Mehr zu Dr. Klaus Wolff: www.dr-klaus-wolff.de

Dru Yantra Therapie – Potenzierte Veränderung leicht gemacht

Wenn man bei der eigenen Veränderung – bildlich gesprochen – nicht zu Fuß, sondern mit dem Taxi unterwegs sein will, ist Dru Yantra eine der genialsten Methoden tiefgreifender und nachhaltiger Transformation.
Ein Yantra ist eine Art „Mandala“, das man von sich selber malt. Durch das Malen des Yantras verändert man nicht nur das eigene Selbstbild, sondern auch tiefe Schichten des Unterbewusstseins. Für viele Lebensthemen gibt es spezielle Yantras, durch deren – gekonnt angeleitetes – Malen man mit Leichtigkeit Probleme lösen und ein neues Leben kreieren kann.
Dru Yantra ist eine Pioniermethode, das eigene Unterbewußtsein spielerisch zu verändern.

Workshop Sonntag
Dru Yoga: Das Herz als Schlüssel zur Transformation

Wirkliche Veränderung geschieht nur, wenn das Herz des Menschen weit wird. Im Dru Yoga – einer nordindischen Yogaform aus der Tradition Mahatma Gandhis – praktiziert man daher besonders „Energy block release“ für das Herz. Damit wird nicht nur der gesamte Mensch tiefgreifend verändert, es eröffnen sich auch ungeahnte Ebenen des eigenen Wohlfühlens.


Dr. Klaus Wolff auf der YogaWorld 2017 in München:
Samstag, 21. Januar 2017 // 14:30-15:15 Uhr // Dru Yantra Therapie // Yamuna Vortragsraum
Sonntag, 22. Januar 2017 // 10:30-11:15 Uhr // Dru Yoga: Das Herz als Schlüssel zur Transformation // Ganesha Yoga Raum


 

Sharon Gannon über Glück und Freiheit

Jivamukti Yoga Sharon GannonSharon Gannon

Sharon Gannon ist die Yoga-Queen biegsamer Großstädter, Vorzeige-
Veganerin, Guru und Mentorin der weltweiten Jivamukti-Community, kurz: ein Star. YOGA JOURNAL sprach mit ihr über Aktivismus, Yoga als Business und über Freiheit.

Interview mit Britta Rohr

Sharon, du hast in diesem Jahr deinen 65. Geburtstag gefeiert und kommst immer noch rüber wie ein Rockstar – man hat das Gefühl die Performance-Künstlerin und Musikerin von früher klingt durch, nur sind es jetzt nicht mehr New Yorker Szeneclubs der 1980er-Jahre, sondern immer größer werdende Yoga-Workshops. Wie fühlt sich das an?
Ich liebe es, Menschen erreichen zu können. Natürlich hilft mir meine Erfahrung als Musikerin dabei, in einer gewissen Weise zu unterhalten. In den Anfängen hatte ich nicht das primäre Ziel, Yogalehrerin zu werden. Doch dann habe ich gemerkt, ich kann Yoga nutzen, um eine Botschaft zu vermitteln. So kann ich Menschen bewegen und meine Spiritualität leben.

Auf welchem Weg bist du dann doch Yogalehrerin geworden? Hast du ein Teacher Training absolviert?
Ich nahm damals an allem teil, was ich finden konnte. Immer wenn ich hörte, dass jemand Yoga unterrichtete, war ich dabei. Ich ging hin und probierte es aus. Nach und nach kamen die Leute dann auch zu mir. Sie waren neugierig und fragten mich, ob ich ihnen den Kopfstand beibringen könne. Na klar konnte ich das, und die Neugierde wuchs. Plötzlich interessierten sich Menschen in meiner Umgebung dafür, was Meditation ist und wie es ist, jeden Tag zu meditieren. Ob ich ihnen auch das zeigen könne. Kein Problem!
Dann fragten sie mich nach meiner Ernährung und wollten alles über Veganismus wissen. 1983 fing ich nach und nach an, Menschen zu unterrichten. Und das alles in meinem winzigen Apartment in New York, wo es ein Stand-Harmonium, ein Bett und noch Platz für eine weitere Person gab – den Yoga­schüler.

Heute unterrichtest du in deinen Workshops über 200 Leute gleichzeitig. Da hat sich ganz schön etwas verändert! Yoga ist auch ein lukrativer Markt geworden. Mit Yoga­lehrer-Ausbildungen lässt sich viel Geld verdienen, auch du bist mit Jivamukti Yoga mittlerweile weltweit erfolgreich. Wie gehen Aktivismus und Business für dich zusammen?
Wenn du Geld hast, kannst du es in gute Projekte investieren und zum Beispiel Mahlzeiten an notleidende Menschen ausgeben. Es ist nicht falsch, Geld zu verdienen. Wenn du es zur persönlichen Bereicherung verwendest und nicht darin investierst, die Welt zu verbessern und die Leben anderer glücklicher zu machen, dann gibt es allerdings ein Problem. Auch wenn Yogis zu Geld kommen, kommt es darauf an, wofür sie es ausgeben. Durch den Erfolg von Jivamukti Yoga kann ich Arbeitsplätze schaffen und Menschen Sicherheit geben. Ursprünglich haben Lehrer ihre Schüler darum gebeten, kostenlos für sie zu arbeiten und alles für sie aufzugeben. Ich will, dass sich jeder, der in meine Schule involviert ist, glücklich und wertgeschätzt fühlt. Bevor ich Yoga­lehrerin wurde, hatte ich mit derlei Dingen nichts zu tun. Plötzlich musste ich ein Konto eröffnen, brauchte ein Telefon und musste mich mit einem Anwalt zusammensetzen, um eine Trademark zu etablieren. Warum? Weil ich mich für meine Mitarbeiter verantwortlich fühle und sie bezahlen möchte.

Welche Projekte förderst du, um die Welt zu verbessern und was tut die Jivamukti-Gemeinschaft, um Menschen in Not zu helfen?
30 Prozent meines persönlichen Einkommens spende ich an Tierschutzorganisationen wie Sea Shepherd und PETA. Als Community tun wir alles, um Menschen aus Unterdrückung zu befreien. Aber es macht keinen Unterschied, um welche Geschöpfe es sich handelt: Flüchtlinge oder Straßenhunde, die keinen warmen Ort zum Bleiben haben. Wir versuchen, alle zu unterstützen. Tierrechte schließen Menschenrechte ein – und umgekehrt. Wir müssen auf die Bedürfnisse aller achten.

Glaubst du, dass du mit deinem Verhalten Einfluss auf die Weltpolitik hast?
Ja, Politik ist der größere Körper, die größere Einheit. Sie impliziert die Gesellschaft, das Umfeld, in dem wir uns bewegen. Politisch zu sein heißt, sich um andere zu kümmern, mit denen man diesen Raum teilt. Insofern bin ich sehr politisch, weil ich mich nicht nur um mein eigenes Glück kümmere. Ich möchte nicht, dass mein eigenes Glück auf Kosten anderer geschieht. Das ist für mich die ursprüngliche Bedeutung politischen Handelns.

Gibt es nicht einen Konflikt, wenn die Yoga­szene von Firmen, Modelabels oder Mattenherstellern beeinflusst wird?
Warum, wenn die Produkte ethisch vertretbar und biologisch sind? Ich bin überzeugt, als Kundin Einfluss auf den Markt zu haben und die Hersteller dazu bringen zu können, umweltfreundlichere Produkte herzustellen. Als ich mit Yoga anfing, gab es gar keine Yogamatten. Als es dann die ersten gab, waren die aus ziemlich giftigen Materialien. Ich wollte auf keinen Fall auf toxischem Material üben. So fing ich an, die Unternehmen zu motivieren, andere Matten auf den Markt zu bringen, und nun gibt es Firmen, die das wirklich umsetzen. Wenn es Nachfrage gibt, reagiert der Markt. So ist es auch mit Sojamilch: Ich will keine Kuhmilch trinken, und das geht auch anderen so. Wenn da mehrere nachfragen, erkennen die Unternehmen, dass man auch mit tierleidfreien Produkten Geld verdienen kann. Und das ist auch wieder ein Stück Weltverbesserung.

Du sagtest in deinem Workshop, dass wir, wenn wir mehr in Anbindung an Gott und in Demut handeln, die Welt verändern können. Wäre die Welt also ein besserer Ort, wenn alle Menschen Yoga üben würden?
Yoga ist nicht für jeden. Genauso wie glücklich sein nicht für jeden ist. Andere Menschen haben andere Themen im Leben, und das sollten wir respektieren. Nicht jeder muss eine spirituelle Person sein. Jeder kann entscheiden, was er mit seinem Leben tun möchte. Ich gebe mein Bestes, um so gewaltfrei wie möglich zu leben. Es liegt an jedem Einzelnen, das auch zu tun und in Toleranz, Liebe und Wertschätzung allen gegenüber zu handeln – egal welche Hautfarbe er oder sie hat. Sei tolerant, freundlich und handle so, dass du jeden Menschen aufbauen kannst.

Wenn wir jeden Tag zum Yoga gehen, teure Yogaklamotten kaufen und an Workshops teilnehmen, kaufen wir uns da nicht ein gutes Gewissen?
Wir geben für vieles Geld aus. Yoga ist für Menschen, die genug Geld für ihre Grundversorgung haben. Wenn dann noch Geld übrig bleibt, ist Yoga eine gute Investition. Man muss nicht reich sein, um Yoga zu machen.

Zuletzt noch zum Thema Freiheit: Jivamukti Yoga begann ja relativ anarchisch. Heute sieht das anders aus. Speziell in der Ausbildung gibt es feste Regeln und Strukturen. Mittlerweile sagen manche, dass Jivamukti Yoga nicht mehr frei genug ist und sie sich eingeengt fühlen. Was hältst du davon?
Wenn sich Schüler eingeschränkt fühlen, sollten sie gehen und einen Weg finden, glücklich und frei zu sein. Wenn ich nicht die Antworten auf ihre Fragen habe, möchte ich, dass sie woanders hingehen, um sie zu finden. Die meisten Jivamukti-Schüler finden eine Menge Freiheit und Glück. Die Methode selbst ist nicht wichtig. Glück und Freiheit sind wichtig.

 

Sharon Gannon begründete zusammen mit David Life die Jivamukti-Bewegung. Seid ihrer ersten Begegnung sind über 30 Jahre vergangen – bis heute leben und arbeiten sie gemeinsam. „Unser Zusammensein basiert auf Yoga,“ so Sharon Gannon über ihre Beziehung. Auch ihre Ansichten über das Konzept der romantischen Liebe teilten sie mit dem YOGA JOURNAL.


Titelbild: Guzmann / Jivamukti

Bavaani Michaela Götz

Die Musikerin, Sängerin und Heilerin studierte studierte Blockflöte, Gesang, Schulmusik und Grundschullehramt und absolvierte verschiedene Ausbildungen in Körper-, Atem- und Stimmarbeit, energetischer Stimmarbeit, Obertongesang, Entspannungs- und Heiltechniken und eine Klangausbildung. Doch dann machte sie sich auf den Weg, ihren Meister zu finden. Und fand ihn in Indien. 2005 war sie zum ersten Mal dort, und sofort schrieb sie sich  für ein Vollzeitstudium ein. So studierte sie 2006/2007 ein Jahr lang Seelenwissenschaften an der Sri Kaleshwar Soul-Univerity in Penukonda, lernte vedische Heil- und Meditationstechniken, Vaastu, Musik und Bhajansingen unter direkter Anleitung und mit persönlichen Einweihungen bei Dr. Sri Sai Kaleshwar. Seither ist sie regelmäßig in Indien, bildet sich kontinuierlich fort und praktiziert die erlernten Techniken täglich.
Sie arbeitet als freiberufliche Musikerin, Sängerin, und Heilerin. Als Instrumental- und Gesangslehrerin unterrichte sie an Musikschulen und im eigenen Studio. Sie hat verschiedene CDs mit Bhajans aufgenommen und gibt Konzerte im In- und Ausland. Im Sai Nada Bindu Seminarzentrum in Erding leitet sie das Bhajansingen und bietet Workshops rund um das Thema Singen an. Einzelarbeit und energetische Heilbehandlungen bietet sie nach Absprache an.

Kirtanam – das Bhajansingen – ist ein kraftvoller Weg, Gott zu erreichen, ein Weg zur Erleuchtung, zur Selbstverwirklichung. Du öffnest dein Herz und singst. Durch die schöne Musik wird der Verstand beruhigt und friedvoll. Bhajansingen bewirkt Reinigung und Transformation in uns und auch in den Räumen der Umgebung. Wenn Sie sich auf sanfte, melodiöse Musik wie diese einstimmen, werden Ihre Gedanken, Ihre Handlungen, Ihre Bewegungen, Ihr Lebensstil sanft. Ihr Leben wird sanft.

Zum weiteren Genuss sind nach dem Konzert CDs erhältlich.

Mehr zu Baavani erfahrt Ihr
bei Facebook: www.facebook.com/bavvaani


Bavaani auf der YogaWorld in München:
Samstag, 21. Januar 2017
// 17:45 – 18:30 Uhr // Bhajansingen mit Bavaani – Ein Konzert zum Mitsingen – zur Herzöffnung und zur Anhebung der Seele // Yamuna Vortragsraum


 

Bhakti Yoga: Der Weg aus der Angst

Bhakti Yoga

Die ewige Angst, nicht genug zu haben oder nicht genug zu tun, führt nur allzu leicht in kopflose Geschäftigkeit. Dabei gäbe es auch eine andere Art damit umzugehen: Liebe und Vertrauen – also Bhakti Yoga.

Die meisten von uns könnten sich sehr glücklich schätzen. Wir haben nicht nur alles, was wir zum Leben brauchen, sondern auch so schöne Dinge wie rutschfeste Yogamatten und vieles mehr. Aber allzu oft schwebt über uns die Angst, dass es „nicht reicht“. Damit ist nicht nur die Sicherheit auf der Matte gemeint, es trifft nahezu alle Aspekte des Lebens. Wenn wir über unsere finanzielle Situation nachdenken, haben wir Angst den Job zu verlieren, denn vielleicht zeigen wir uns darin ja nicht genügend angestrengt. Wenn wir an die Familie denken, haben wir Angst, dass unsere Partner*innen uns verlässt, falls wir ihm nicht jeden Wunsch von den Augen ablesen. Oder wir befürchten, als Eltern nicht gut genug zu sein und geben unseren Kindern mehr, als sie eigentlich brauchen.

Kurz: Wir leben fast ständig mit dem Gedanken, nicht genug zu haben oder nicht genug zu tun. Und schreiben darum unaufhörlich neue Einkaufs- und To-do-Listen.

Wege der Angst

So geht es den Menschen jedoch nicht erst im 21. Jahrhundert sondern schon seit Tausenden von Jahren. Angst macht geschäftig. Und wir versuchen alles, um uns irgendwie abzusichern. Aber genau so lange, wie es diese Angst gibt, gibt es auch zwei Wege, mit ihr umzugehen. Das hinduistisch Epos Mahabharata erzählt vom Streit zwischen den Familien der Pandavas und der Kauravas. In der Nacht der großen Schlacht zwischen den beiden Heeren besuchte Duryodhana, der Anführer der Kauravas, Krishna in seinem Zelt. Er fand ihn schlafend und setzte sich zunächst ans Fußende seines Bettes. Doch schnell fand er einen Grund, seine Entscheidung zu revidieren: „Er ist doch nur ein einfacher Kuhhirte. Und ich bin ein König.“ Und so setzte er sich ans Kopfende. Arjuna, der Anführer der Pandavas, suchte Krishna ebenfalls auf, war aber zufrieden mit dem Platz zu seinen Füßen. Als Krishna erwachte, fiel sein Blick deshalb zunächst auf Arjuna.

„Ihr seid mir beide lieb, und ich kann für keinen von euch Partei ergreifen“, sagte Krishna. „Aber ich werde euch beiden einen Wunsch gewähren. Der eine von euch bekommt meine komplette Armee. Der andere kann mich selbst bei sich haben. Ich werde dabei aber nicht in den Kampf eingreifen.“ Dann forderte er Arjuna auf, zu wählen. „Aber ich habe doch als Erster das Zelt betreten“, rief Duryodhana. „Das stimmt“, sagte Krishna, „aber mein Blick ist zuerst auf Arjuna gefallen. Deshalb gewähre ich ihm die erste Entscheidung.“ Duryodhana hatte große Angst, nicht mehr die Unterstützung von Krishnas Heer bekommen zu können. Doch Arjuna entschied sich nicht für die Truppen. „Ich möchte, dass du als Wagenlenker an meiner Seite bist“, sagte er zu Krishna. Duryodhana freute sich und dachte, Arjuna hätte einen großen Fehler gemacht. Warum hatte er nur Krishna gewählt, statt der viele tausend Mann starken Armee?

Vertrauen und Liebe mit Bhakti Yoga

Auch als moderne Menschen verhalten wir uns oft wie Duryodhana. Es gibt einen großen Persönlichkeitsanteil, der sich (zum Beispiel im Yoga) nach dem Transzendenten sehnt. Aber wenn es darum geht, was wir in unserem Alltag an erste Stelle setzen, dann verfallen wir schnell in geschäftige Ablenkung, anstatt uns einfach Zeit für Stille zu nehmen. Und machen damit unsere Angst zum König. Es sind nämlich nicht die To-do-Listen, die uns erdrücken. Es ist diese Angst, nicht genug zu haben oder unseren Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Der Ausweg heißt Vertrauen. Und Vertrauen entsteht durch Liebe. Als Krishna Arjuna fragte, ob er sich seiner Wahl sicher sei, da antwortete er: „Wenn wir leben, wollen wir mit dir leben. Wenn wir sterben, wollen wir mit dir sterben. Was sollten wir ohne dich tun?

Wenn wir nicht unsere Ängste und Befürchtungen zu Königen unseres Lebens machen, sondern uns darauf besinnen, dass wir bereits in jeder Hinsicht gut behütet sind, dann verlieren die Anforderungen des Alltags ihr Stresspotenzial. Bhakti Yoga – der Weg der hingebungsvollen Liebe – ist vielleicht eines der größten Schilde gegen Burn-out.


Lies mehr von Ralf Sturm. Foto von cottonbro von Pexels

Yoga-Bücher: Emotion and healing in the Energy Body

ENERGIE (BESSER) VERSTEHEN. Wer mehr über Anatomie erfahren will, hat die Wahl zwischen Dutzenden von Büchern. Gute Titel über die feinstoffliche Anatomie des Menschen gibt es hingegen nur wenige. „Emotion and healing in the energy Body“ hat das Zeug zu einem Nachschlagewerk. Was das Buch wertvoll macht, ist die Verbindung von Theorie und Praxis: neben einer ausführlichen Darstellung der Chakras und verschiedener Formen von Energie gibt Henderson viele Beispiele aus seiner eigenen Erfahrung. Der Leser erfährt beispielsweise, wie sich die Energie von „Angst“ im Unterschied zu „Trauer“ oder „Einsamkeit“ anfühlt und wie es kommt, dass bestimmte Emotionen Energieblockaden verursachen können. Besonders interessant ist seine Liste der 30 Blockaden: physische Probleme oder körperliche Schmerzen, die in Wahrheit eine energetische Ursache haben.

 

Robert Henderson: Emotion and healing in the Energy Body – A handbook of subtle Energies in massage and Yoga 

Healing Arts Press
Preis // ca. 19 Euro (Kindle ca. 16 Euro)

 


TOBIAS FRANK FAZIT: Ein Muss für alle, die mehr über Energie wissen wollen. Bis jetzt leider nur auf Englisch erschienen.

Titelbild via unsplash.com // Greg Becker

Amiena‘s Werkstatt

Amiena´s Werkstatt, ein Ort der Herzlichkeit und Leichtigkeit. Mitten im Zentrum von München, in der Nähe vom Sendlinger Tor liegen die Räumlickeiten in einem ruhigen Innenhof. Das Studio hat sich auf die Themen Yoga, Pilates, Faszien, und Barre Workout spezialisiert. Wer auf der Suche nach bodenständigem Unterricht ist, ohne großem Schnick Schnack, umgeben von einem individuellen und farbenfrohen Innendesign, ist dort richtig aufgehoben. Das gesamte Team von Amiena’s Werksatt besteht aus qualifizierten und zertifizierten Lehrern, die über eine langjährige Unterrichtserfahrung verfügen.
Die Besitzerin und Faszien-Yoga Erfinderin Amiena Zylla selbst kennt man von ihren zahlreichen Büchern,  Youtube, TV und Zeitschriften.

Tauche mit ihr hier auf der Messe in die Welt des Faszien-Yoga ein und erlebe von der erfolgreichen Faszienautorin hautnah, wie man mit Spaß und Freude dieses einzigartige Bindegewebsnetzwerk stimuliert und zum „lachen“ bringt. Amiena wird dich mit ein wenig Theorie und vor allem viel Praxis auf eine Entdeckungsreise in die Welt des Faszien-Yogas mitnehmen.  Ausserdem freuen sich Amiena und ihr Team auf deinen Besuch an ihrem Stand.

www.amienaswerkstatt.de

www.amienazylla.com

Amiena‘s Werkstatt auf Facebook und Youtube.

Dies.Das.Asana – Ein gefallener Engel

Wer meine Kolumne über innovative Yogahaltungen kennt, denkt bei diesem Foto vielleicht im ersten Moment an Breakdance. Stimmt nicht: Der gefallene Engel ist Yoga pur. 

Fallen Angel oder in Sanskrit Devaduuta Panna Asana ist eine wunderschöne Haltung, die mir erst vor einigen Jahren begegnete. Sie erfordert nicht nur eine Menge Kraft und Körperkontrolle, sondern auch Anmut und Hingabe. Für mich hat sie auch eine tiefere Bedeutung: Dieser Engel kann uns vor Augen führen, dass das innere Licht selbst nach einem Fall niemals erlischt. Man schlüpft in die Rolle des Engels, der seine Aufgabe und sich selbst aus den Augen verloren hat. Trotzdem kann er aus seiner inneren Kraft heraus wieder anmutig die Flügel aufspannen – genau wie wir, wenn das Leben wieder mal verrückt spielt und keine Rettung in Sicht ist. Der gefallene Engel lehrt mich, dass selbst in den Tiefen des Alltags der Funke vorhanden ist, der unser Seelenfeuer immer wieder auf’s Neue zum Leuchten bringen kann. Und dass Anmut und körperliche Stärke Hand in Hand gehen.

 Muss ich das können? 

Nein. Diese Asana richtet sich an Fortgeschrittene, die sich in Armbalancen, insbesondere in Parshva Bakasana (seitlicher Kranich bzw. Krähe), und im Kopfstand schon sicher fühlen.

 Was brauche ich? 

Grundvoraussetzung ist genügend Armkraft, um eine gute Spannung im Rumpf halten zu können und in Umkehrhaltungen nicht die Orientierung zu verlieren.

 Ist das gefährlich? 

Ohne das nötige Gefühl für die Spannungsverhältnisse im eigenen Körper wird diese Asana zur Tortur, insbesondere was das auf dem Kopf lastende Gewicht betrifft.

Schritt für Schritt:

1  Sie beginnen quer und mittig auf ihrer Matte stehend in Tada-sana (Berghaltung). Dann beugen Sie die Beine und kommen in Utkatasana (Stehhocke). Legen Sie die Hände vor dem Herzen zusammen und drehen Sie den Oberkörper mit einer Ausatmung langsam nach rechts. Dabei schieben Sie Ihren linken Arm so weit wie möglich über das rechte Knie und schmiegen Arm und Bein dicht aneinander. 

2  Setzen Sie die Hände parallel zueinander rechts neben den Füßen auf den Boden. Mit einer Ausatmung verlagern Sie das Gewicht nach vorn, bis Sie auf den Händen im seitlichen Kranich (oder der seitlichen Krähe) balancieren.

3  Sehr langsam und kontrolliert verlagern Sie das Gewicht mit dem Blick geradeaus immer weiter nach vorn, bis Sie das rechte Ohr auf die Matte legen können. Wichtig: Je mehr Gewicht Sie Ihrem Kopf zumuten, desto mehr Stress üben Sie auf den Nacken aus. Deswegen sollten Sie bewusst das Gewicht mit den Händen stützen und den gesamten Rumpf aktivieren.

4  Spannen Sie jetzt Ihre Flügel auf, indem Sie Ihr linkes Knie aus der Kraft des Rumpfs vom linken Arm lösen und das Bein zum Himmel strecken. Das rechte Knie bleibt weiterhin auf dem Ellenbogen, der Fuß dreht sich nach oben. Bleiben Sie zu Beginn nur einen Atemzug lang in der Haltung und konzentrieren Sie sich darauf, beide Füße himmelwärts zu heben und den Kopf so leicht aufzusetzen, als ob Sie gleich losfliegen würden.

5  Mit einer Ausatmung beugen Sie das gestreckte Bein, legen beide Knie wieder aneinander und verlagern sich vom Kopf zurück auf die Hände. Aus dem seitlichen Kranich setzen Sie beide Füße wieder auf und kehren zurück in Tadasana. Anschließend üben Sie die andere Seite. 


Titelbild: Herr van Toll

Anregungen oder Fragen? Jelena Lieberberg finden Sie auf www.facebook.com/kickassyoga

Im Schatten des Guru

Zwei Frauen, zwei Kulturen, ein Lehrer: Indem sich Geeta Iyengar und Angela Farmer aus dem Einfluss ihres herausragenden Lehrers lösten oder ihn ehrend bewahrten, fanden sie ihr eigenes Licht und wurden Pionierinnen des Yoga für Frauen.

Mit seinem 1966 erschienenen Standardwerk „Licht auf Yoga“ erhielt Yoga im Westen Gebrauchswert: Der 2014 im Alter von 95 Jahren verstorbene Bellur Krishnamachar Sundararaja Iyengar richtete den Fokus der Praxis auf den Körper. Asanas sah er als „bewegte Gebete“ und Ausdruck innerer Erfahrung. Bis zu seinem Lebens-ende verehrte er seinen Lehrer und Schwager T. Krishnamacharya. Sein Unterricht hatte den jungen Iyengar von seinen vielen körperlichen Leiden befreit,  gleichzeitig hatte er aber auch unter der unerbittlichen Strenge gelitten, die der Tradition entsprach und Vorbild für seine eigene Rolle als „Guru“ war. Der Verdienst des optisch teilweise drollig, dann wieder furchterregend wirkenden kleinen Mannes um das moderne Yoga ist unermesslich: Iyengar ordnete die Asanas systematisch und „erfand“ die Hilfsmittel, die auch weniger Gelenkigen das Üben ermöglichten. Zu seinen Schülern gehörten Monarchen, Intellektuelle und Künstler wie der Musiker Yehudi Menuhin, der Autor Aldous Huxley, der Philosoph Jiddu Krishnamurti und die damals 90-jährige Königin Elisabeth von Belgien. Bis heute gilt sein Stil als einer der exaktesten und therapeutischsten Arten, Yoga zu üben. In den präzisen Anweisungen des Iyengar Yoga rollt sich die Haut ein, heben sich die inneren Knöchel, schneiden Fußkanten in den Boden und nehmen kleine Zehen eine mystische Verbindung zur Schulter ein. Kehrseite der Medaille: Iyengars Stil brachte das Verständnis von perfekter Ausrichtung ins Hatha Yoga und setzte klare Standards von „falsch“ und „richtig“.

Diese starke Orientierung bildete die Grundlage für den Yogaweg zweier Frauen aus sehr unterschiedlichen Kulturen. Was Iyengars Tochter Geeta und die Engländerin Angela Farmer jedoch zunächst verband, war ihre gemeinsame Auffassung von Autorität als männlicher Eigenschaft und ihre Faszination für die klare Linie Iyengars. Beide gelten als Pionierinnen des speziellen Yoga für Frauen. Wie ihre Lebensgeschichten auf den folgenden Seiten zeigen, verlief ihre Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich: Während Geeta fest in der indischen Tradition steht, ihre Arbeit bis heute dem ehrenden Andenken ihres Vaters widmet und ihre Praxis gezielt auf die weibliche Anatomie abstimmt, gilt Angela als sanfte „Rebellin“, die sich mit ihrem Partner Victor van Kooten in den 1980er-Jahren aus dem immer elitärer werden Iyengar-Zirkel löste und seither ihr „Underground Yoga“ unterrichtet. Damit inspiriert sie besonders Frauen, ihre Schattenseiten zu ergründen und ihre individuelle Natur und Wahrheit zu leben.

Mit diesem Weg steht sie nicht allein: Ihre Weggefährtin Judith Hanson Lasater, die mit Iyengar nicht nur übte, sondern auch zum Bowling ging, transformierte die Praxis zum Restorative Yoga. Auch die eng befreundeten Iyengar-Schülerinnen Vanda Scaravelli und Dona Holleman fanden über die Auseinandersetzung mit Musik und Tanz zu neuen Ausdrucksformen.