Jacob Boyd Amphlett

Ich unterrichte Forrest Yoga kreiert von Ana Forrest aus Kalifornien. Forrest Yoga ist stärkend, nährend und regenerierend. Du lernst, dich wieder mit deinem Spirit zu verbinden und die tiefgreifendste Liebesbeziehung in deinem Leben wachsen zu lassen: die Beziehung zwischen dir und deinem Spirit!
Aho!

Jacob Boyd Amphlett auf der YogaWorld in München: Samstag, 21. Januar 2017 // 17:30-18:15 Uhr // Forrest Yoga // Ganesha Yoga

Martina Klein

Über die Wissenschaft vom Leben zur letzten Lebensprüfung – 
Die letzten 6000 Jahre, die Gegenwart, die Zukunft

Schätzungen zufolge geht Ayurveda, die Wissenschaft vom Leben, auf eine Zeit vor ca. 4000 bis 6000 Jahren zurück. Im Zuge der letzten 6000 Jahre hat die Menschheit verschiedene vorbereitende Zeitalter durchlebt. Jetzt befinden wir uns in einer beschleunigten Zeit, in der wir nun die Chance haben, unsere letzte Lebensprüfung zu absolvieren.

Der Vortrag behandelt die letzten 6000 Jahre auf der Erde und beschreibt den noch nie da gewesenen Veränderungsprozess der Gegenwart, der durch kosmische Energien noch unterstützt wird.

Ein Ausblick erklärt, in welcher Form wir jetzt aktiv unsere eigene Zukunft sowie die unserer Kinder gestalten können. Über weltweite kraftvolle Reflexionen legen wir so schon heute ein Fundament für die viel menschlichere und gerechtere Weltfamilie der Zukunft und absolvieren unsere letzte Lebensprüfung.

Ich freue mich auf Sie und Ihre Fragen, für die im Anschluss an den Vortrag noch individuell Gelegenheit besteht. Gerne können Sie uns auch am Stand im Yogi-Bazar besuchen.

(Stand-Nr. 2.6 im Yogi Bazar Raum E 126)

Martina C. Klein
Sonnenlehrerin, Das Buch der Kenntnisse e.V.



Martina Klein auf der Yoga World 2019:
Sonntag, 20. Januar // 15:00 – 15:45 Uhr // Über die Wissenschaft vom Leben zur letzten Lebensprüfung – Die letzten 6000 Jahre, die Gegenwart, die Zukunft // Ayurveda Vortragsraum


 

Montags-Mantra: Freiheit kommt von innen!

Freiheit_Foto_Austin Schmid_unsplash

Ein Jahreswechsel ist für viele auch ein Wendepunkt. Zeit, sich von altem Ballast zu befreien. Eckhart Tolle sagt es so:

Schuld, Bedauern, Groll, Trauer, Bitterkeit, Schwermut und alle Formen von Nicht-Vergeben entstehen durch zu viel Vergangenheit und nicht genug Gegenwart.

Das Zitat stammt aus seinem Buch „Jetzt! Die Kunst der Gegenwart“. Befreit euch von Altlasten und genießt das Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit!

Nicht nur, aber besonders der Start ins neue Jahr ist ein hervorragender Zeitpunkt dafür. Kommt gut in die erste Woche 2017!

Yogischer Neustart – 15 Minuten Praxis

Egal ob man erst mit dem Yoga beginnt, gerade eine fiese Grippe hinter sich hat oder einfach nur eine faule (beziehungsweise besonders hektische) Phase durchlebt: Es gibt immer wieder Zeiten, in denen man ganz neu in die Praxis hineinfinden muss. Diese sanfte, achtsame Sequenz hilft Ihnen, sich mit Ihrem Körper zu verbinden, ihn zu mobilisieren, zu kräftigen – und ausgiebig zu genießen.

1 Minute (8–10 Atemzüge) Apanasana, Knie-zur-Brust

Fotos: Jeff Nelson

Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen Sie die Knie zur Brust. Die Hände können Sie wie abgebildet locker auf die Knie oder (schonender) in die Kniekehlen legen. Rollen Sie behutsam von einer Seite zur anderen, vor und zurück und in Kreisen um das Kreuzbein herum, um den gesamten Rücken sanft zu massieren.

pro Seite 1 Minuten (je 8–10 Atemzüge) Makarasana, Drehung in Rückenlage

StellenFotos: Jeff Nelson Sie die Füße auf, breiten Sie die Arme am Boden zu den Seiten aus und versetzen Sie das Becken etwas nach rechts. Atmen Sie tief ein und schmiegen Sie dabei beide Schulterblätter in die Matte. Mit der Ausatmung lassen Sie die Knie nach links sinken und den Kopf locker nach rechts. Nach acht bis zehn tiefen Atemzügen kehren Sie einatmend zurück zur Mitte und wechseln die Seiten.

1 Minute (8–10 Atemzüge) Marjaryasana-Bitilasana, Katze-KuhFotos: Jeff Nelson

Richten Sie im Vierfüßlerstand die Hände unter den Schultern und die Knie unter den Hüften aus. Dann beginnen Sie, behutsam das Becken nach vorn und hinten zu kippen. Dabei rundet sich ausatmend der Rücken nach oben, Sie ziehen den Nabel sanft nach innen und lassen den Kopf sinken. Einatmend heben Sie Kopf und Herz und lassen den Bauch sinken.

pro Seite 1 Minute (je 8–10 Atemzüge), Katze-Kuh-Variation

Fotos: Jeff NelsonAktivieren Sie im neutralen Vierfüßlerstand sanft die Bauchmuskeln. Dann strecken Sie mit einer Einatmung den rechten Arm nach vorn und das linke Bein nach hinten. Ausatmend ziehen Sie Ellenbogen und Knie zueinander, runden den Rücken nach oben und bewegen das Kinn Richtung Brust. Nach acht bis zehn Wiederholungen wechseln Sie die Seiten.

2 Minuten (16–20 Atemzüge) Balasana, Stellung des Kindes

hp_280_05_fnlZiehen Sie im Vierfüßerstand die großen Zehen zueinander und die Knie etwas auseinander. Dann lassen Sie das Becken nach hinten über die Fersen sinken. Legen Sie einen Block oder ein Kissen unter die Stirn und breiten Sie die Arme lang gestreckt nach vorn aus. Die Augen sind geschlossen und Sie lauschen auf Ihren Atem und Ihre Körperempfindungen.

1 Minute (8–10 Atemzüge) Adho Mukha Shvanasana, nach unten schauender Hund

Fotos: Jeff NelsonAus der Stellung des Kindes kommen Sie mit einer Einatmung wieder in den Vierfüßlerstand. Ausatmend stellen Sie die Zehen auf, heben das Becken und strecken die Wirbelsäule lang nach oben und hinten. Die Knie dürfen gebeugt und die Fersen gehoben bleiben. Viel wichtiger ist die Länge im Rumpf. Beide Handflächen verwurzeln sich gleichmäßig am Boden, die Schultern schmiegen sich dicht an den Rumpf und Richtung Becken.

2 Minute (8–10 Atemzüge) Uttanasana, Vorwärtsbeuge aus dem Stand

Fotos: Jeff NelsonAus dem Hund wandern Sie mit den Füßen nach vorn. Beugen Sie die Knie, setzen Sie die
Füße in einen hüftbreiten Abstand und lassen Sie den Oberkörper aus den Hüftgelenken heraus nach vorn hängen. Dabei greifen Sie um die Ellenbogen und lassen zu, dass die Schwerkraft die Arme nach unten zieht. (Oder Sie verschränken die Hände hinter dem Rücken und strecken die Arme.) Lassen Sie die Schädeldecke nach unten sinken und atmen Sie tief und gleichmäßig.

1 Minute (8–10 Atemzüge) Tadasana mit Anjali-Mudra, Berghaltung

Fotos: Jeff NelsonRichten Sie sich behutsam zum Stehen auf, strecken Sie mit einer Einatmung die Arme nach oben und machen Sie den Körper so lang wie möglich. Ausatmend legen Sie die Handflächen vor der Brust im Anjali Mudra aneinander. Schließen Sie die Augen und atmen Sie tief und gleichmäßig, während Sie sich ganz bewusst von den Füßen her bis unter die Schädeldecke aufrichten, die Schultern sinken lassen und sich dabei erden und zentrieren.

1 Minute (8–10 Atemzüge) Utkatasana, StehhockeFotos: Jeff Nelson

Klemmen Sie im Stehen einenBlock zwischen die Oberschenkel und drücken Sie fest
dagegen. Die Füße zeigen parallel und gerade nach vorn, wenn Sie nun das Becken nach hinten absenken. Ziehen Sie die Schienbeine nach hinten, so dass die Knie nicht weit vor den Füßen stehen. Die Arme sind parallel nach oben oder (schonender) nach vorn ausgestreckt. Nach einigen Atemzügen pausieren Sie im Stehen, anschließend wiederholen Sie die Übung noch ein bis zwei Mal.

2 Minute (8–10 Atemzüge) Prasarita Padottanasana, Vorwärtsbeuge aus der Grätsche im Stand

Fotos: Jeff NelsonSetzen Sie die Füße parallel in eine weite Grätsche. legen Sie die Hände ans Kreuzbein, heben Sie einatmend die Brust und kippen Sie ausatmend den Oberkörper aus den Hüften heraus lang gestreckt nach vorn. Die Hände setzen Sie am Boden oder auf Blocks auf. Atmen Sie einige Male tief in der Haltung, bevor Sie die Hände wieder ans Kreuzbein legen und sich einatmend aufrichten. Anschließend wiederholen Sie die Übung noch ein bis zwei Mal.


Model: Grace Flowers / Fotos: Jeff Nelson

Rezept: Zucchini-Pasta mit Minz-Pesto

Zucchini Nudeln Foto: Jennifer Olson

Ergibt 2 Portionen

Mit einem Spiralschneider verwandeln sich viele Gemüsesorten
(Süßkartoffeln, Rote Bete, Karotten) ruckzuck in „Nudeln“, die Sie
mit Ihrer persönlichen Lieblingssauce kombinieren können.

Zutaten

2 Bund frische Minze ++ 3 EL Mandelblättchen, geröstet ++ ½ TL Salz ++ ½ Zitrone, gepresst ++ 2 EL Olivenöl ++ 400 g Zucchini, mit Spiralschneider oder Reibe zerkleinert ++ ½ rote Chili, Samen entfernt, fein gehackt ++ 50 g Feta oder Ricotta

Zubereitung

Pürieren Sie Minze, 2 EL Mandeln und Salz zu einem feinen Mus. Geben Sie Zitronensaft und 1 EL Olivenöl dazu und pürieren Sie die Masse nochmals kurz. Zum Schluss geben Sie so viel Wasser dazu, dass das Pesto streichfähig aber nicht flüssig wird, und schmecken es mit Salz und Pfeffer ab.Erhitzen Sie den zweiten Esslöffel Öl in einer Kasserolle auf mittlere Temperatur. Darin braten Sie Zucchini und Chili etwa 7 Minuten lang sanft an. Vermengen Sie die Zucchini mit Pesto und Käse und garnieren Sie die Mischung mit den restlichen Mandeln.

Nährstoff-Info: pro Portion 217 Kalorien, 19 g Fett (davon 4 g gesättigt), 11 g Kohlenhydrate, 4 g Ballaststoffe, 7 g Eiweiß, 726 mg Natrium

Yoga People: Astrid North

Astrid North_Musikerin und Yogalehrerin_ Foto: Kristin Schnell

Mit langem Atem

Als Frontfrau der Band „Cultured Pearls“ wurde Astrid North Mitte der 1990er-Jahre zur bekannten Soulstimme. Längst hat sie sich auch als Solokünstlerin etabliert –mit Ausdauer, aber auch dank Yoga.

Magie auf der Bühne

Magisch ist dieser Moment, in dem Astrid North auf der Bühne im Hamburger Club „Knust“ steht. Mit geschlossenen Augen singt sie „How Beautiful You Are“ und jeder, wirklich jeder im Publikum fällt mit ein. „Es ist total schön, wenn die Leute so berührt sind“, sagt North, als sie einige Wochen später im Büro ihrer Booking-Agentur sitzt, um über ihr neues Album zu sprechen – und über Yoga, das die 43-Jährige fast noch länger als die Musik begleitet. Dennoch ist es die Musik, die North in den 1990ern als Frontfrau der Cultured Pearls bekannt machte. Songs wie „Sugar Sugar Honey“ und „Tic Toc“ haben bis heute nichts von ihrer Ohrwurm-Qualität eingebüßt, genauso wenig wie die Faszination, die von Norths tiefer Soulstimme ausgeht. Trotzdem dauerte es nach der Trennung der Cultured
Pearls 2003 noch fast zehn Jahre, bevor die Berlinerin solo debütierte und nochmals vier Jahre, bevor sie nun mit „Precious Ruby“ ihr zweites Album veröffentlicht.

Yoga und der lange Atem

Norths langer Atem ist nicht nur ein Zeichen von Ausdauer. „Ich habe eher das Problem, loszulassen“, gibt sie zu und lacht ihr sympathisch raues Lachen. Auch wenn die Mutter zweier Kinder durch ihre Yogapraxis gelernt hat, nicht alles hinterfragen zu müssen, sondern auch mal gut sein zu lassen − ganz leicht fällt ihr das nicht immer. 1998, lange bevor Asanas und Co. zum weltweiten Trend wurden, stand die Musikerin bereits auf der Yogamatte. Im Berliner Yoga-Institut lernte sie klassisches, von Iyengar inspiriertes Hatha Yoga kennen und konnte anfangs kaum einen Tag ohne. Natürlich ließ die Leidenschaft auch mal nach, gibt sie unumwunden zu, aber es sei immer noch ein Muss. Längst hat sich ihr Zugang zur Praxis verändert, seitdem ihre Lehrerin ihr mit Anfang 20 diverse Yogaschriften zum Lesen gab. „Damals konnte ich wenig damit anfangen“, erzählt sie. Meine Reaktion war eher: „Hä, wieso leide ich? Ist doch alles super“. Heute ist sie dankbar dafür, so früh in Kontakt mit den yogischen Sichtweisen gekommen zu sein und auch, sie abgelehnt zu haben. „Denn jetzt erkenne ich, dass eben doch etwas dran ist. Und dass es eine Entscheidung ist, wie es mir geht. Was nicht heißt, dass es mir immer blendend geht, aber ich habe unheimlichen Einfluss darauf.“

Zeit für Asanas

So geerdet und aufrichtig wie North im Gespräch wirkt, ist auch ihre Musik. „Precious Ruby“, der Titel ihres neuen Albums, ist von ihrer US-amerikanische Großmutter inspiriert, bei der North zeitweise aufwuchs. Um das Album zu finanzieren, griff die Musikerin auf die Unterstützung ihrer Fans zurück und deckte die anfallenden Kosten via Crowdfunding. Ein Schritt, der ihr nicht leicht fiel. „Ich habe auch aus Angst gezögert, das nicht zu schaffen“, gibt sie zu. Zwei Musiker-Kollegen überzeugten sie schließlich – einfach machen! A propos machen: Mit der Disziplin, sich täglich zu einer bestimmten Zeit auf die Matte zu stellen, sieht es North nicht allzu eng. „Am liebsten übe ich morgens ein paar Asanas, um den Körper zu wecken,“ erzählt sie, „aber ich bin da nicht so rigoros“. Stattdessen geht sie auch mal mitten am Tag in den Kopfstand, wenn ihr danach ist. Aber sie zeigt auch Ehrgeiz, wenn es darum geht, an einer bestimmten Haltung zu arbeiten. Dann wird der Timer gerne auf 10 Minuten und länger gestellt, um konzentriert in der Asana zu bleiben.Ein paar Minuten länger hat North auch gebraucht, als sie sich vor drei Jahren schließlich für die Ausbildung zur Yogalehrerin bei Eva Obermeier in Berlin entschied: – dort, wo ihr eigener Yogaweg einst begann. Nun berührt die Musikerin ihr Publikum nicht mehr nur von der Bühne aus, sondern inspiriert auch ihre Yogaschüler, ihrem langen Atem zu vertrauen.


Astrid North/ Foto: Kristin Schnell

Montags-Mantra: Leinen los!

Leinen los_Segelschiff_Foto: Kelly Sikkema_unsplash.com

Der Weihnachtsbraten ist fast verdaut und wer im Vorweihnachts-Stress war, erholt sich so langsam wieder. Jetzt kommt die Zeit, das alte Jahr Revue passieren zu lassen und sich auf das kommende Jahr einzustimmen – und sich vielleicht etwas für das neue Jahr vorzunehmen. Zum Beispiel, Knoten zu lösen und los zu segeln! Denn:

In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die Dinge, die du getan hast.  Also löse die Knoten, laufe aus dem sicheren Hafen. Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche.Träume.

Der Rat stammt von Mark Twain. Und man muss nicht unbedingt auf Reisen gehen, um ihn  anzunehmen. Mut und Lebendigkeit gehören auch zum Alltag!

Wir wünschen euch eine gute Zeit zwischen den Jahren und einen wunderbaren Start in 2017!


Bild: Kelly Sikkema// unsplash.com

 

Vorreiterin des Yoga: Geeta Iyengar

Geeta Iyengar_Yogapionierin_Foto Jake Clenell

Als die Yogapionierin Geeta Iyengar in den frühen 1960er-Jahren zu unterrichten begann, war sie ein neues Phänomen: Sehr wenige Inder hielten etwas von Yoga übenden Frauen – geschweige denn von Yogalehrerinnen. 

Eine der häufigsten Fragen in den 60er-Jahren an Geeta Iyengar lautete: „Kann die Kopfstandpraxis verhindern, dass eine Frau schwanger wird?“ Zu dieser Zeit war Geeta nicht einmal 20 Jahre alt, aber als älteste Tochter von B. K. S. Iyengar hatte ihr Wort Gewicht. Bis heute ist sie kein wirklicher Yogastar, was sicherlich genau so von ihr gewünscht ist. Seit dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1973 war sie die Frau im Schatten des Übervaters. Sie kochte Iyengars Mahlzeiten, bearbeitete seine Manuskripte und leitete das Tagesgeschäft im Ramamani Iyengar Memorial Yoga Institut im indischen Pune, dem Zentrum des Iyengar Yoga. Jede Anerkennung und jede Aufmerksamkeit, die sie erhält, richtet sie auf „Guruji“, ihren Vater und Lehrer. Dennoch gilt sie seit vielen Jahren als Yogameisterin mit eigener Ausrichtung und unbestrittene Expertin für auf Frauen abgestimmtes Yoga.

„Entweder übst du Yoga oder du bereitest dich auf den Tod vor“

Ihre Yoga-Ausbildung begann quasi schon mit ihrer Geburt. „Die Praxis war jeden Augenblick präsent“, erinnert sie sich. „Ich habe immer noch vor Augen, wie ich Guruji während seiner Übungen nachgeahmt habe. Er hat mich nach vorne und zurück gebogen und mich bei Kopf- und Schulterstand auf seinen Füßen balanciert.“ Dennoch war ihre Kindheit alles andere als idyllisch. Wie ihr Vater war sie ein kränkliches Kind, das an Erkältungen, Magenbeschwerden, Typhus und Diphtherie litt. Als Zehnjährige wurde Nephritis diagnostiziert, eine lebensgefährliche Entzündung der Nieren. Nachdem sie ein schwerer Schub vier Tage bewusstlos machte, schob ihr Vater die Liste mit den Medikamenten beiseite und beschloss mit strenger Entschiedenheit: „Von morgen an gibt es keine Medizin mehr. Entweder übst du Yoga oder du bereitest dich auf den Tod vor“, wie Geeta in ihrem bahnbrechenden Buch „Yoga für die Frau“ beschreibt.
Mit 15 Jahren gab sie ihren Klassenkameraden bereits Unterricht. Zwei Jahre später baten einige Schüler ihres Vaters, dass sie ihn während seines Aufenthalts in England vertrete. Der Meister gab sein Einverständnis. Die folgenden 50 Jahre verbrachte Geeta damit, ihn zu unterstützen und sein Wirken zu verbreiten – erst als Schülerin, dann als Nachfolgerin, die das Institut gemeinsam mit ihrem Bruder Prashant leitete.

Die Iyengars begleitet der Ruf „allsehend“ zu sein

Die drei Iyengars sind für ihre ganz spezielle Grimmigkeit bekannt. Sie neigen zu Wutanfällen und werden laut: Charaktereigenschaften, die leicht missverstanden werden können. Die amerikanische Yogalehrerin Patricia Walden, die seit Mitte der 1970er-Jahre bei den Iyengars studiert, hat es selbst erlebt. „Für viele ist es schwer nachzuvollziehen, dass dich jemand anschreit und gleichzeitig sehr fürsorglich ist. Sie tun es, weil sie unbedingt wollen, dass du die Inhalte verstehst, dich keinesfalls verletzt oder dich von einem Leiden erholst“, erklärt die erfahrene Yogalehrerin.
Außerdem haben die Iyengars den Ruf, „Allsehende“ zu sein mit der Fähigkeit, unter Hunderten von Schülern die Schwachstelle deiner Haltung und den Moment zu erkennen, an dem deine Aufmerksamkeit schwindet – gefolgt von einer strengen Zurechtweisung. „Unterricht bei ihnen ist wie nackt sein“, so Walden. „Du kannst dich nicht verstecken.“
Als Yogalehrerin spezialisierte sich „Geetaji“ früh auf die speziellen Bedürfnisse von Frauen. Ihr 1983 in der ersten Auflage erschienenes Buch „Yoga für die Frau“ ist bis heute das Standardwerk für Asana und Pranayama in den unterschiedlichen weiblichen Lebensphasen. In dem nur auf Englisch erschienenen Buch „Iyengar Yoga for Motherhood“ behandelt sie alle Themen der Schwangerschaft – vom Kinderwunsch bis zur Stärkung des Körpers nach der Geburt. Ihre Überlegungen zur Anpassung der Praxis während der Menstruation sind in Fachkreisen unbestritten.

Mutig, modern und motivierend

Obwohl sie nie verheiratet war und laut eigenen Angaben nie Interesse daran hatte, beschäftigte sie das Bemühen von Frauen, das Familienleben mit anderen Interessen zu vereinbaren. Auch selbst gibt die Matriarchin der Familie Iyengar zu, ihre eigene Yogapraxis regelmäßig zu vernachlässigen. „Meine vielen Verpflichtungen machen das unmöglich“, sagte sie einmal. „Männer handhaben das anders. Sie können ihr Programm konsequent durchziehen – weil es meistens jemanden gibt, der sie unterstützt.“
Ihr größtes Vermächtnis an die Weiblichkeit ist jedoch ihr eigenes Beispiel. „Als außergewöhnlich kraftvolle und strikte Frau hat sie in vielen Schülerinnen ungeahnte Fähigkeiten wachgerufen“, beschreibt Patricia Walden Geetas Verdienst. „Sie lässt sich von niemandem einschüchtern, spricht offen aus, was sie denkt, und lebt ihre eigene Wahrheit.“

Die Autorin: Anna Dubrovsky (www.anywherebutacubicle.com) lebt als freie Journalistin und Yogalehrerin im amerikanischen Pittsburgh.


Foto: Jake Clennell