Buch-Tipp: Rückenyoga

Hilfe zur Selbsthilfe Heutzutage gibt es kaum noch jemanden, der nicht ab und an unter (Verspannungs-)Schmerzen im Nacken-, Brust- und/oder Lendenwirbelsäulenbereich klagt. Doch selbst für diejenigen, die unter chronischen Rückenschmerzen leiden, besteht Hoffnung: Ein Buch von Gertrud Hirschi und Barbara Kündig verspricht Linderung.

Das simple Konzept von „Rückenyoga“ kombiniert Elemente aus Feldenkrais, Qi Gong und Yoga mit jahrelang erprobten Übungen aus der klassischen Rückentherapie. Der Aufbau von Buch und DVD ist gut durchdacht: Sieben Übungsfolgen arbeiten sich vom Akutfall (alle Haltungen können direkt im Bett absolviert werden) über den unteren zum oberen und gesamten Rücken vor, um mit einer 24-minütigen Anleitung zur Tiefenentspannung zu enden.

Sehr hilfreich sind auch die Anleitungen für Mudras (Handgesten), die den Rücken stärken. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Handrücken unserer Kehrseite entspricht und man wirklich überall unauffällig etwas für mehr Leichtigkeit und Stabilität tun kann, indem man mit den Händen übt?
FAZIT:  Ein hilfreiches Buch – vor allem, wenn man bereit ist, nicht nur an den Blockaden im Rücken, sondern auch an denen der Seele zu arbeiten.



RückenYoga // von Gertrud Hirschi und Barbara Kündig // Trias Verlag // ca. 20 Euro

 

Mit diesen 5 Tipps schaffst Du es täglich auf die Matte

Kennst du das? Du willst gerne regelmäßig Yoga üben, weil es dir so gut tut und du damit einfach besser in den Tag startest? Aber allein der Gedanke an eine tägliche Routine löst bei dir einen Widerwillen aus? Es kommt dir vor, als ob du dich selbst furchtbar unter Druck setzt? Prompt setzt eine schräge Trotzreaktion ein, mit dem Resultat: Du fängst gar nicht erst an, zumindest nicht heute.

Aus der Erfahrung einer Praktizierenden, Lehrenden und Lernenden haben wir 5 Tipps für dich zusammengestellt, wie du den „Yoga-Schweinehund“  an die Leine nimmst.

1. Nimm dir nicht zu viel vor
Besser kurze Yogaeinheiten als gar keine Praxis. Starte mit 10 Minuten täglich und gewöhne dich daran, das Üben in den Alltag zu integrieren.

2. Lerne Unperfektes anzunehmen
Das perfekte Umfeld gibt es nicht, übe Chaos zu akzeptieren und mache es zum Meditationsgegenstand.

3. Praktiziere für dich passend
Nicht zu fordernd, nicht langweilig, baue Wiederholungen ein und runde die Stunde mit Ritualen ab. DVDs, Lehrer, Bücher, Online-Kurse – lass`dich inspirieren.

4. Feiere Deine Praxis
Verknüpfe die Praxis mit weiteren schönen Erlebnissen, indem du dich mit einem tollen Tee, schöner Musik, Duft, Kerzen, etc. belohnst.

5. Setze Dir Ziele
Wenn Du weißt, was Yoga in Deinem Leben bewirken kann und soll, motiviert es dein Handeln.


1. Kleine Ziele – Wohlfühl-Hügel statt Höhenflüge

Wenn der Vorsatz „Täglich eine Stunde Yoga üben, für immer und ohne Ausnahmen“ dir vorkommt, wie das Erklimmen des Mount Everests, dann solltet du deine Zielsetzung überdenken. Wie wäre es stattdessen mit einer einfachen Ansage: „Heute schaffe ich es – zehn Minuten“. Vielleicht funktioniert das ja über einen Zeitraum von einer Woche. Dann kannst du rückblicken und dich fragen, wie es war und ob du vielleicht noch eine weitere Woche schaffst und noch mehr Zeit investieren möchtest. Plötzlich schleicht sich ganz ohne großen Zwang eine Routine ein – auf die du vielleicht in Zukunft gar nicht mehr verzichten möchtest.

Weniger ist mehr
Nimm`dir nicht zu viel vor. Nur weil die Yogastunde im Studio meist 90 Minuten dauert, heißt es nicht, dass du auch zuhause für jede Einheit so viel Zeit einplanen musst. Schau, wie es für dich praktikabel ist und schätze realistisch ein, wieviel Zeit Du einplanen kannst. Passt es Dir, 10, 20 oder 30 Minuten eher aufzustehen, um den Tag mit Zeit für Dich zu beginnen oder möchtest Du ihn lieber mit Yoga ausklingen lassen?


2. Richtige Zeit, richtiger Ort

Du würdest ja Yoga üben, wenn da nicht das Chaos in deiner Wohnung wäre und wenn du einen ruhigen Ort finden könntest, wenn die Kinder nicht wären und der Mann, die Nachbarn, das Frühstücksfernsehen … Jetzt ist die Zeit! Egal, wie es aussieht, Du bist da und Platz für eine Yogamatte findet sich überall. Vor dem Schlafengehen kannst du dir einfach als Erinnerung die Yogamatte schon einmal als Bettvorleger ausrollen. So führt kein Weg dran vorbei, du stolperst förmlich drüber.

Abschalten im Trubel
Wenn Du Familie hast und mit Menschen zusammenwohnst, solltest du im Vorfeld Dein Bedürfnis nach einer ruhigen Zeit kommunizieren und dafür sorgen, dass Du in der Zeit nicht gebraucht wirst – die anderen werden auch davon profitieren, wenn es Dir gut tut. Geht nicht? Gibt´s nicht. Wenn Du gar keine Ruhe findest, helfen vielleicht Oropax oder Kopfhörer mit inspirierender Yogamusik.

Die Kunst des Annehmens vs. Perfektionismus
Alles muss harmonisch sein, leerer Raum, Buddha und Räucherstäbchen? Wenn Du keine Zeit für endlose Vorbereitung Deines Yoga-Settings hast, vergiss dieses Bild von der perfekten Umgebung ganz schnell. Yoga mitten im Leben passiert neben Wäscheständer, ungemachtem Bett, dreckigem Geschirr und Fenstern, die schon seit einem Jahr nicht geputzt wurden. Ein eigener Raum für Yoga ist Luxus. Du hast ein großes Badezimmer und fühlst dich dort wohl und ungestört? Dann roll die Matte dort aus. Der Trubel des Alltags und das chaotische Umfeld können zum Gegenstand deiner Meditation in Bewegung werden. Ein ganz klarer Vorteil der Yogapraxis zuhause. Die Herausforderung ist, anzunehmen, was da ist – Leben mit dem Unperfekten!


3. Achte auf Deine Bedürfnisse
Zeit und Ort sind geklärt, jetzt ist nur noch die Frage, mit welchen Übungen du startest. Oft scheitert die Yogapraxis daheim auch daran, dass einem die Ideen für Übungen ausgehen und man sich ohne Anleitung uninspiriert und hilflos fühlt.

Anleitung und Intuition
Für den Anfang kann eine DVD oder eine Online-Sequenz (s. Artikel über Online-Yoga, S. XX) helfen. Als Motivation für die tägliche Praxis und um sicher zu gehen, dass die Übungen deinen Anforderungen entsprechen, kannst du auch bei der Yogalehrerin deines Vertrauens eine Einzelstunde buchen und dir eine Sequenz für zu hause entwerfen lassen. Wenn du schon lange Yoga praktizierst, ist eine Praxis daheim die Gelegenheit, deinen Wissensfundus anzuzapfen.

Die passende Sequenz
Vielleicht beginnst du mit dem Sonnengruß und lässt dich dann im flow von einer Übung zur nächsten leiten. Spüre, was dir zur jeweiligen Zeit gut tut. Morgens sieht die Übungsreihe sicher anders aus als abends. Achte darauf, dich nicht zu überfordern. Es muss nicht immer der Kopfstand, die Krähe oder der Skorpion sein. Die Qualität der Yogastunde misst sich nicht daran, wie sehr du ins Schwitzen kommst und deine Muskeln zittern. Es bringt aber auch nichts, wenn du dich unterforderst – so wird das Üben langweilig und du verlierst den Antrieb. Wie immer gilt das richtige Maß. Wenn Du einmal eine Sequenz für dich gefunden hast, bleib dabei. Bei der Home-Praxis kommt es nicht auf möglichst viel Abwechslung an. Du kannst Deine Sequenz natürlich je nach Tagesform variieren. Aber je öfter du Wiederholungen zulässt, desto leichter wird es, den Ablauf zu merken und in eine ruhige, meditative Stimmung zu gelangen.

Eine runde Sache – Wiederholungen und Rituale
Bevor du beginnst stimme dich mit einem Mantra oder einem Lied ein, dass dir gefällt und dich motiviert. So bekommt deine persönliche Yogastunde etwas rituelles. Ein Om, einige Atemübungen (wie z.B. Nadi Sodhana oder 10 Atemzüge Ujayii) mit abschließender kurzer Meditation runden die Stunde ab. Beende die Yogaeinheit, mit der Namasté-Handhaltung und verneige dich vor dir selbst, deiner Praxis, dem Tag und allem was dir lieb und teuer ist.


4. Belohne Deine Stärke
Super! Du hast es geschafft. Heute hast du Yoga gemacht – zuhause, aus eigener Motivation. Du hast für dich gesorgt, deinen Körper und deinen Atem gespürt, bist achtsam mit dir umgegangen. Dafür kannst du dankbar sein und dich auch selbst ein bisschen belohnen. Vielleicht mit einem anschließenden Frühstück mit leckerem Tee und weiteren Verwöhn-Ritualen, wie z.B. einem schönen Körperöl nach dem Duschen oder Räucherstäbchen, einem schönen Bild, frischen Blumen. Alles was dir gut tut ist erlaubt.


5. Erinnere Dich an den Nutzen
Wenn Du Yoga als eine Möglichkeit siehst, dich selbst weiterzuentwickeln und Achtsamkeit zu praktizieren, dann wirst du bestätigen, dass dir das üben gut tut und das der Tag nach einer kleinen Yogaeinheit gleich ganz anders anfängt.

Neuer Tag – Neues Yogaglück
Rufe Dir am nächsten Tag in Erinnerung, warum du am Vortag Yoga geübt hast, was es mit dir gemacht hat und ob es möglich war. War es? Dann geht es auch heute, oder?
Mache dir bewusst, was du am heutigen Tag leben möchtest und wie Yoga dich dabei unterstützen kann. Mit dieser positiven Intention und dem guten Gefühl fällt es gleich viel leichter, in Bewegung zu kommen.



Britta Rohr ist Yogalehrerin (BDY/EYU) und begleitet Schülerinnen mit Einzelunterricht und Übungsanleitungen für Zuhause. Überhöhte Vorstellungen von der eigenen Praxis haben auch sie schon sehr oft von der täglichen Übung abgehalten. Doch jetzt wird alles anders ;).

Foto: unsplash.com

Reinigungskur, Detox und Co. leicht gemacht

Ideal wäre es, wenn man sich während der Detox-Woche komplett ausklinken und den ganzen Alltagsstress außen vor lassen könnte. Nachdem das aber nicht immer möglich ist, hier ein paar unterstützende Tipps, die man selbst im stressigsten Alltag leicht umsetzen kann und die Körper und Geist optimal beim Entschlacken unterstützen:

Leberwickel
Ganz einfach und doch so wirkungsvoll: Bereiten Sie eine Wärmflasche mit heißem Wasser vor. Tauchen Sie ein kleineres Handtuch zur Hälfte in warmes (Salz-)Wasser. Legen Sie die nasse Hälfte auf Ihren rechten Oberbauch und die Wärmflasche darüber, schlagen Sie die trockene Seite des Handtuchs über die Wärmflasche und decken Sie sich gut zu. Ruhen Sie mindestens eine halbe Stunde – Ihre Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan und wird es Ihnen danken.

Bürstenmassagen und Detox-Öl
Um den Kreislauf sanft anzuregen und der Haut beim Abtransport alter Schlacken zu helfen, empfiehlt es sich, den Körper am Morgen nach einer Wechseldusche (immer kalt abschließen!) sanft mit einer Naturbürste zu behandeln und anschließend mit einem wohlriechenden Detox-Öl
(über www.yogandha.com) zu massieren.

Meersalz- oder Basenbad
Basen- oder Meersalzbäder (www.dermasel.de) helfen beim Entsäuern und schenken am Abend wohlige Bettwärme.

Yoga: Drehhaltungen
Twists regen die Verdauung an und stimulieren Leber und Nieren. Dazu finden Sie verschiedene passende Übungsstrecken.

Beinfreiheit- Supta Padangushthasana

Mit gut gedehnten Beinrückseiten und einem stabilen Rumpf schenkt Ihnen diese Haltung Kraft und einen frischen Blick auf das Leben und: Beinfreiheit.

Supta Padangushthasana (Großzehhaltung in Rücken­lage) ist meine Lieblingsübung bei Spannungen im unteren Rücken. Sie erzeugt einen gewissen Zug in der Lendenwirbelsäule, der Verspannung und Verdichtung lösen kann. Dabei erlaubt Ihnen die Rückenlage, die Beinrückseiten zu dehnen, ohne die Wirbelsäule zu belasten, denn der Boden stützt den Rücken und verhindert, dass er sich ungesund verkrümmt, während Sie die Beine heben. Die asymmetrische Struktur der Asana kann Ihnen helfen, die beiden Körperhälften besser in Ausgleich zu bringen. Meistens ist eine Hälfte dominant. Diese Seite des Rumpfs wird kräftiger, neigt zu Verspannungen und bringt die Haltung ins Ungleichgewicht.

Obendrein können Sie das Üben nutzen, um sich Ihre Handlungs­muster etwas bewusster machen: Der Yogaphilosophie zufolge setzt sich Bewusstsein aus drei Bestandteilen zusammen: Ego (Ahamkara), Denken und Fühlen (Manas) und Erkenntnisvermögen (Buddhi). Normalerweise dominiert das Ego, also jener Teil, der sich mit all dem identifiziert, was wir unmittelbar vor Augen haben, berühren und bereits kennen. In Supta Padangushthasana steht das gehobene Bein im Vordergrund der Wahrnehmung, während das am Boden liegende leicht aus dem Bewusstsein verschwindet. Obwohl die positive Wirkung der Haltung eigentlich aus der Verwurzelung des liegenden Beins und dem Zusammenspiel beider Körperhälften herrührt, scheint für das Ego die Bedeutung vor allem darin zu liegen, das obere Bein möglichst nah zum Kopf zu ziehen und den großen Zeh mit den Fingern halten zu können. Aus der Weisheit aller drei Bewusstseinsebenen heraus zu üben, hieße dagegen: Die Empfindungen im unteren Bein entscheiden darüber, wie weit Sie das obere Bein strecken. So wird die Haltung nicht nur sicherer, sondern auch wirkungsvoller für Beine, Hüften, Rücken und ein ganzheitliches Körperbewusstsein.

Die Verwendung eines Gurts macht die Asana für alle Übenden zugänglicher, egal wie gut die Beinrückseiten schon gedehnt sind. In der ersten Variante mit den Füßen an der Wand lernen Sie besser einzuschätzen, wie weit Sie das obere Bein heben können, ohne die korrekte Ausrichtung von Hüften, Becken und unterem Rücken zu gefährden. In der zweiten Übung wird das gehobene Bein zur Seite gesenkt. Das dehnt insbesondere die Leisten und Oberschenkelinnenseiten und kann helfen, Asymmetrien in der Haltung auszugleichen und Ischias-Beschwerden zu lindern. Menschen mit verkürzten Beinrückseiten fällt diese Variante oft leichter. Auch während der Menstruation ist sie empfehlenswerter.

In beiden vorbereitenden Haltungen lernen Sie das Zusammenspiel zwischen Beinen, Becken, Hüftgelenken und unterem Rücken genau kennen. Diese Prinzipien helfen Ihnen nicht nur in Supta Padangushthasana, sie lassen sich auch auf viele andere Steh- und Sitzhaltungen, auf Vorwärtsbeugen und Umkehrhaltungen übertragen. Es geht nie darum, wie „tief“ man in eine Haltung hineinkommt, sondern darum, wie alles zusammenhängt. Diese bewusste Verschiebung der Wahrnehmung lehrt Sie, mit mehr Geduld und Demut zu praktizieren. Wenn die ganzheitliche Körperintelligenz die Impulse des Egos überstimmt, kann Ihre Yogapraxis den Weg zu mehr körperlicher und geistiger Harmonie ebnen. //


Die Autorin MARLA APT ist weltweit eine der jüngsten hochzertifizierten Iyengar-Yogalehrerinnen. Sie unterrichtet in Los Angeles, bildet aber inzwischen auch in vielen anderen Ländern Lehrer aus. Ein Interview mit ihr können Sie im YOGA JOURNAL 38 (März/April 2015) nachlesen.


//  Supta Padangushthasana //  Supta = liegend, pada = Fuss, angushtha = grosser zeh, Asana = Haltung

Voruebung1_Yogajournal
Vorübung 1 an der Wand

 

Voruebung2_Yogajournal
Vorübung 2 an der Wand

 

beinfreiheit_Yogajournal
Beinfreiheit mit Supta Padangushthasana

 

 

Yogareisen, Kraftorte und die Faszination des Unbekannten: Interview mit Bernita und Michaela Müller

Einer unserer Tipps für Abenteurer, Träumer und Leute, die sinnliches Reisen lieben, ist die mystische und faszinierende Island-Reise des Anbieters Wainando. Wir haben mit den Geschäftsführerinnen Bernita und Michaela Müller gesprochen und gefragt, wie es ist, Menschen auf Sinn-Reisen zu schicken. Die Schwestern haben mit der Gründung des Reiseunternehmens einen gemeinsamen Traum verwirklicht und sich auf ihre ganz eigene Reise begeben …

Auf Ihrer Webseite  sprechen Sie von Ihrem Projekt als Herzensangelegenheit. Wie viel persönliche Geschichte, Antrieb und Hintergrund steckt in Ihrem Unternehmen?

Es steckt sehr viel an persönlicher Geschichte und Hintergrund in Wainando. Wainando ist aus dem Wunsch heraus entstanden Profession und Passion zusammenzubringen und täglich das zu tun, was wir lieben. Und wir wollen den Weg auch für andere leichter zugänglich machen. Wir möchten Wegweiser sein für Menschen, die eine Auszeit brauchen, auf Sinnsuche sind oder sich nach Entspannung und Stille sehnen. Es ist uns eine Freude, die Menschen ein Stück auf Ihrem Weg begleiten zu können.

Welche Reisen bieten Sie an – was ist typisch für Ihr Angebot?
Wainando ist ein Spezialreiseveranstalter für Meditation und Sinnreisen. „Wai“ bedeutet auf Maori fließendes Gewässer und symbolisiert das Reisen, „Ananda“ steht im Sanskrit für Freude und Glückseligkeit, somit ist bei Wainando das Ziel der Reise der Weg zu sich selbst und zum inneren Glück. Wie dieser Weg aussieht, kann so individuell wie möglich gestaltet werden. Ob allein bei Yoga, mit viel Bewegung in der Gruppe oder in kompletter Abgeschiedenheit im Kloster: Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse bestmöglich einzugehen, haben wir ein innovatives Bausteinsystem entwickelt, mit Hilfe dessen jeder Gast seine ganz eigene Reise kreieren kann. Wir haben unsere Destinationen alle selbst bereist und beraten unsere Kunden gerne persönlich, erstellen individuelle Angebote und helfen jedem die richtige Auszeit zu finden.

Praktizieren Sie selbst Yoga? Was macht für Sie die Faszination von Yoga aus?

Ja das tun wir.

Bernita Müller: Ich kam zum Yoga nach einem Bandscheibenvorfall und habe nach den ersten Stunden schnell gemerkt, dass mir dies sehr gut tut und nicht nur körperlich sondern ganzheitlich wirkt. Damit war ich infiziert und bald habe ich mich immer mehr mit der Yoga-Philosophie auseinandergesetzt. Heute gehört der Yoga-Weg mit seinen Bestandteilen zu meinem Leben. Besonders die Meditation ist für mich nicht mehr aus meinem Alltag wegzudenken. Die größte Erkenntnis auf diesem Weg war und ist für mich immer wieder: den Weg des Herzens zu gehen.

Michaela Müller: Früher war ich ein typischer Saisonnutzer des Fitnessstudios. Ich wusste zwar, dass ich mich bewegen sollte und dass es gesund ist, aber Spaß hat mir Sport nie gemacht. Ich vergesse nie meine erste Yogastunde, die auch Raum für das Nachspüren und Meditation gelassen hat. Damals wusste ich, dass ich endlich angekommen bin. Seitdem freue ich mich auf meine Yogastunden und muss mich nicht mehr zwingen. Danach habe ich dann Stück für Stück auch entdeckt, dass Yoga eben nicht nur körperliche Ertüchtigung ist, sondern uraltes Wissen, das einem enorm dabei hilft das Leben in seiner ganzen Fülle zu verstehen und anzunehmen.

Wie passt Yoga und Reisen zusammen? Inwieweit verändert regelmäßige Yoga- / Meditationspraxis aus Ihrer Sicht den Anspruch ans Reisen? Reisen Yogis anders?
Wir finden, es passt super zusammen. Nicht nur Yogaübungen machen mehr Spaß an tollen Plätzen. Auch Meditation und Teachings sind besonders inspirierend, wenn man sie an besonderen Kraftorten in der Natur oder an spirituellen Orten wie Klöstern und Ashrams, die teilweise seit Jahrhunderten für die spirituelle Praxis genutzt werden, erfährt. Außerdem bringt eine Reise so viele neue Eindrücke, durch die man lernen kann. Fremde Kulturen und Orte bringen uns so viele neue Eindrücke, einen neuen Blick auf unseren eigenen Alltag und stellen manchmal mit den neuen Herausforderungen quasi eine Beschleunigung der persönlichen Entwicklung dar.

Die Ansprüche von Yogis sind sicher anders. Er fliegt nicht mehr irgendwohin, weil es gerade up to date ist oder er noch nicht da war. Er sucht nicht nach „Reiseerlebnissen“, sondern nach Seinserfahrungen, durch die er in Verbindung mit sich selbst kommt und durch die er sich weiterentwickeln kann.

Glauben Sie an Kraftorte? Gibt es Flecken auf dieser Erde, die eine besondere Energie haben?
Davon sind wir überzeugt. So ist zum Beispiel das Nordkap von Neuseelands Nordinsel nicht nur wegen der Naturkräfte beeindruckend, denn dort treffen Tasmansee und Pazifik aufeinander. Es ist auch ein sehr spiritueller Ort für die Maoris. Sie glauben, dass sie hier einst aus Polynesien angekommen sind und ihre Seelen nach ihrem Tod auch hier die Insel wieder in ihre alte Heimat Hawaiki verlassen. Wenn man sich Zeit lässt und vielleicht auch einmal abseits der Touristenstraßen zu einem der wunderschönen Strände geht, dann spürt man die ganz besondere Kraft dieser Gegend.

Einzigartig ist auch eine Schneeschuhwanderung oder Yoga auf Islands dünner Erdkruste, wo die Erdplatten noch heute jedes Jahr mehrere Zentimeter  auseinander driften. Wenn man versucht an solchen Plätzen in sich und die Natur hinein zu fühlen, dann spürt man die ganz besondere Kraft der Region.

Unseren Gästen solche Orte anbieten zu können, ist uns sehr wichtig, denn wir glauben, dass es an diesen Orten ganz besonders tief wirkt, sich mit sich und dem Inneren zu verbinden.

Es wird mit der digitalen Vernetzung immer einfacher, alles zu sehen, und jede Menge virtuelle Erlebnisse zu machen. Gibt es da auch so eine Art Gegen-Trend zu vermerken, das Bedürfnis nach „echten“, „ursprünglichen“ Erfahrungen? Wie sehen Sie die Zukunft des Reisens? Wohin geht der Trend?
Oh ja, diese Gegen-Trends gibt es ganz sicher. Was wir eben mit den Reiseerlebnissen bei Yogis beschrieben haben, spüren wir auch in der gesamten Gesellschaft. Nicht nur beim Essen ist es so, dass heute immer mehr Wert darauf gelegt wird, dass man wieder weiß, wer und wie und aus was etwas hergestellt wurde. Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, nicht nur im Reiseführer über die Kultur eines Landes zu lesen, sondern die Kultur und die Spiritualität eines Landes wirklich zu erfahren und zu erleben. Immer häufiger gibt es Beispiele von Menschen, die einen ungewöhnlichen Weg gehen, wie zum Beispiel vom Top-Manager, der Hüttenwirt wird oder Menschen, die auf Zeit aus ihrem Alltag herausgehen. Deswegen ist es uns auch so wichtig, den Menschen den Zugang zu solchen Auszeiten – egal ob kurz oder lang – zu erleichtern.

Eine Reise lebt immer von Mut für Neues und der Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen. Was raten Sie Yogareisenden bei der Vorbereitung auf den nächsten Urlaub?

Bernita Müller: Das stimmt, obwohl wir Menschen das oft gar nicht so wahrnehmen. Unser ganzes Leben ist eine Reise, die viel Mut erfordert. Und das ist auch das, was wir jedem Yogareisenden raten: Probiere dich aus, lass dich inspirieren von Neuem, nimm Dir Zeit für Dich selbst, höre auf Dein Herz. Dann ist eine Reise im Außen immer auch eine Reise im Innen.

Michaela Müller: Mach es wahr. Wage Deinen Traum. Ich selbst konnte mir früher nicht vorstellen länger als 2 Wochen zu verreisen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie eine längere Reise in mein Leben passen könnte. Bei meiner eigenen Auszeit wurde ich von so vielen Menschen angesprochen, wie mutig das doch sei. Ich fand mich nicht mutig, ich wusste tief in mir, dass es die einzig richtige Entscheidung war, es tatsächlich zu tun. Nach der Entscheidung kam der Rest dann von ganz allein. Da kamen die richtigen Menschen und Erlebnisse und Inspirationen. Und alles war plötzlich ganz einfach.

Montags-Mantra: Gefühle und Gedanken

Alle unsere Gefühle sind wichtig und Hinweise dafür, ob wir so leben, wie es unserem Wesen entspricht: Ausgeglichen und klar – ohne von den Wogen der negativen und positiven Gefühle mitgerissen zu werden. Durch unsere Gefühle nehmen wir Kontakt zu unserem Inneren auf.  Durch unsere Bewertung sorgen wir im Alltag sehr oft dafür, dass manche Gefühle mehr, andere weniger Aufmerksamkeit bekommen, wir manche ignorieren und andere wiederum übertrieben groß werden lassen. Wir kommen dann aus dem Gleichgewicht, wenn wir die Gefühle nicht als Teil unserer Selbst bewerten, sondern ihnen die Macht verleihen unser Selbst zu lenken unser komplettes Handeln und Tun zu bestimmen und unsere Klarheit zu trüben.

Wenn also negative Emotionen aufkommen, so ist es oft der Geist mit seinen Gedanken, der diese groß, schlimm und schrecklich werden lässt.


Yoga is the practice of quieting the mind. – Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist. (Patanjali)


Kurzmeditation für mehr Klarheit und Abstand

Setze dich still hin und spüre in dich hinein. Wenn da ein Gefühl aufsteigt, sage dir still: Ich bin nicht meine Gefühle, ich bin mehr als meine Gefühle. Hinter meinen Gefühlen steht mein innerstes Ich, mein Wesenskern – purusha, das unverfälschte Sein. Gefühle kommen und gehen. Stell Dir wenn Du magst ein Licht im Inneren vor. Und sprich zu Dir selbst. Da ist ein Licht hinter der Dunkelheit. Ich bin Licht. Ich bin nicht mein negatives Gefühl.

Wir wünschen Dir eine Woche voller Ausgeglichenheit und Klarheit!
Namasté!

 

Foto: unsplash.com

Buch-Tipp: Yoga für Vollweiber und Pfundskerle

Übergewichtig? Mollig? Vollschlank? Oder kurvig, wie wir unsere Übungsstrecke betiteln? Wenn es um Menschen geht, denen keine Standard-Kleidergrößen passen, gerät man sprachlich leicht ins Schlingern. Die Yogalehrerin und Heilpraktikerin Sigrid Ernst hat sich im Titel ihres Buches für „Vollweiber“ und „Pfundskerle“ entschieden.

Ansonsten hält sie es eher sachlich und möchte entsprechenden Yogis Mut machen, trotz ihrer „Einschränkung“ (sic) Spaß an der Bewegung und dem eigenen Körper (wieder) zu finden. Die yogischen Prinzipien, auf Wettbewerb zu verzichten, sich nicht mit anderen zu vergleichen und die eigene Individualität zu leben, erhalten neue Bedeutung. Kompetent und detailliert erklärt Sigrid Ernst körperliche Voraussetzungen, Variationen klassischer Haltungen sowie deren Wirkungsweise und den passenden Einsatz von Hilfsmitteln. Die Illustrationen sind anschaulich und realistisch – doch zu hart soll diese Realität keinesfalls erscheinen: Daher rankt sich um fast jedes Übungsbild eine anmutige, schmale Rose.

FAZIT: Mit großer Sachkenntnis und – ja! – Leichtigkeit unterstützt dieses Buch füllige Yogis auf dem Weg zu mehr Beweglichkeit und Körperbewusstsein.



Yoga für Vollweiber und Pfundskerle // Siegrid Ernst // Schirner Verlag // ca. 23 Euro

Rezept-Tipp: Sommerlicher Bohnensalat

Dieser Bohnensalat mit Sprossen und Zitronen-Estragon-Vinaigrette ist sättigend, aromatisch, nährstoffreich – aber dennoch sommerlich frisch. Das perfekte
Mitbring-Gericht für eine Gartenparty.

Ergibt acht Portionen

ZUTATEN

  • ½ Tasse Olivenöl
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 1 EL Dijon-Senf
  • 2 EL frisch gehackter Estragon
  • 250 g grüne Bohnen, geputzt
  • 2 Tassen Mungbohnensprossen
  • 1 Glas Kichererbsen, gespült und abgetropft
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 10 Cherry-Tomaten, halbiert
  • 100 g Feta-Käse, zerkrümelt
  • evtl. einige Salat- oder Spinatblätter

ZUBEREITUNG

1 . Für das Dressing verquirlen Sie Öl, Zitronensaft und Senf, dann rühren Sie den Estragon unter und schmecken mit Salz und Pfeffer ab.
2.  Für den Salat blanchieren Sie die grünen Bohnen 1–2 Minuten in sprudelnd kochendem Salzwasser. Dann schrecken Sie sie mit Eiswasser ab, damit sie schön grün bleiben.
3.  Geben Sie grüne Bohnen, Sprossen, Kichererbsen und Frühlingszwiebeln in eine Schüssel. Vermengen Sie die Zutaten mit dem Dressing und lassen Sie das Ganze einige Zeit im Kühlschrank ziehen.
4. Kurz vor dem Servieren richten Sie den Salat mit Tomaten und Feta an, eventuell auf einem Bett aus Salat- oder Spinatblättern.