#YJCOVERMODEL – FavoritInnen der 4. Woche

Unsere FavoritInnen // Woche 1

Vielen Dank für die zahlreichen #yjcovermodel – Bewerbungen! Auch in der vierten Woche hat sich unser Instagram-Fotoalbum mit vielen wunderschönen Bildern gefüllt.

In unten stehender Slideshow stellen wir Ihnen unsere FavoritInnen der vierten Woche vor. Lassen auch Sie sich von den schönen Bildern inspirieren!

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Mit dieser Best-of Auswahl ist die letzte Woche unserer Instagram Cover-Model Challenge beendet. 20 FavoritInnen stehen fest – jetzt stecken wir hier in der Redaktion die Köpfe zusammen und wählen die Gewinnerin bzw. den Gewinner aus. Eines können wir schon vorab sagen: Sie machen es uns nicht leicht…

Die Bekanntgabe der Gewinnerin bzw. des Gewinners erfolgt ab 15. September 2014. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück!

Klangmassagen-Therapie bei Neugeborenen

Klangmassagen-Therapie einmal anders: Nicole Andrä behandelt Frühgeborene mit Klangschalen und sorgt für Ruhemomente, Ablenkung und weniger Schmerzmittel im Krankenhausalltag.

Stille. Stille existiert auf der Neugeborenen-Intensivstation (NIPS) des Haunerschen Kinderspitals in München nicht. Es gibt keinen Winkel auf der liebevoll gestalteten Station, kein Zeitfenster während der 24 Stunden Rundumbetreuung, das die kleinsten Patienten für einen Moment genießen könnten. Stattdessen taucht man in ein Geräusche-Meer aus piependen, schmatzenden Maschinen ein: Beatmungsapparate helfen vielen Frühchen beim Start ins Leben. Immer wieder klingelt ein Telefon. Ärzte, Schwestern, Pfleger und Physiotherapeuten besprechen Behandlungen und Zuständigkeiten. Ständig werden Vitalparameter wie Herzfrequenz oder Sauerstoffsättigung kontrolliert. Und doch gibt es Möglichkeiten, dieser Reizüberflutung temporär zu entfliehen. Die „KänguRuhen“ mit den Eltern beispielsweise – zärtliche Begegnungen, die für Geborgenheit sorgen, trotz Geräuschkulisse. Streicheleinheiten durch die Klappen der Inkubatoren oder sogar eine Runde Schlaf in den Armen der Mama lassen die hektische Umgebung verschwinden. Doch auch wenn die Eltern einmal nicht da sind, sorgen die Mitarbeiter der NIPS für Momente der Ruhe. Eine der Kinderkrankenschwestern, Nicole Andrä, ist gleichzeitig Entspannungstherapeutin. Mit ihr kam die Klangmassagentherapie auf die Neugeborenen-­Intensivstation. 

Klangmassagen Therapie NeugeborenesDen Anschub gab die ehemalige Stationsleiterin, die von der Zusatzausbildung ihrer Mitarbeiterin so begeistert war, dass sie vorschlug, beide Bereiche zu verbinden. Die Kombination ihrer Leidenschaften, Klangarbeit und Kinder, ist mittlerweile fester Bestandteil in Andräs Lebenswelt. „Klänge führen uns in unser innerstes Sein, in unsere Stille zurück. Sie helfen das Urvertrauen, das die Kleinen im Mutterleib hatten, wieder aufzubauen. Die Klangmassagentherapie bei Frühchen soll als Impuls dienen, sie ankommen zu lassen, sie hier zu erden. Durch die Klangschalen können die Kinder sich selber spüren und Selbstvertrauen entwickeln“, beschreibt die 35-Jährige ihre Motivation. Ihr Handwerk hat sie an der Paracelsus Heilpraktikerschule und am Peter Hess Institut für Klangmassage-Therapie gelernt. „Neben fundiertem Fachwissen spielt auch Intuition eine große Rolle bei der Arbeit mit Klangschalen“, betont Andrä. Die Schalen für eine Massage wählt sie nach einem Vorgespräch aus, bei Neu- oder Frühgeborenen versucht sie zu erspüren, welche Töne hilfreich sein könnten. Die Wirkung einer Klangmassage funktioniert über feine Vibrationen, die durch die Obertöne der verschiedenen Schalen freigesetzt werden. Durch das Hören und Fühlen der Schwingungen werden Empfindungen positiv beeinflusst sowie körperliche und seelische Spannungszustände gelöst. Die Massage der Körperzellen führt zu einer beruhigenden und harmonisierenden Wirkung, die in einer Tiefenentspannung, dem sogenannten Alpha-Zustand, münden kann. Je nach Körperregion kommen unterschiedliche Schalen und Klänge zum Einsatz.

Wenn die Entspannungstherapeutin einen Termin mit einem Frühchen hat, entsteht der Eindruck, als würde sie sich in einer Zeitlupensequenz befinden, die – abgeschnitten vom Rest der Station – nur sie und den kleinen Patienten einschließt. Dabei berührt sie ihn zuerst an den Händen und Füßen, um eine Verbindung herzustellen. Je nach Verfassung der Neugeborenen führt sie die Klangschalenmassage innerhalb des Inkubators durch oder öffnet die warme Behausung. Einer ihrer Patienten ist Felix, der in der 29. Schwangerschaftswoche mit 1600 Gramm zur Welt gekommen ist. Bei ihm kann sie mittlerweile ohne den Inkubator arbeiten. Während der Massage beginnt die Entspannungstherapeutin die Schalen zuerst unter den Füßen, später oberhalb des Kopfes mit einem Klöppel anzuschlagen. „Wenn die Klangschalen nicht direkt aufgelegt werden, wirken sie in der Aura, im Energiefeld der Person. Die Schwingungen sind dann abgeschwächter, wirken aber genauso“, erklärt die Fachkrankenschwester für Intensivpflege. Je nach Stimmung und Gefühl bekommt Felix die Schale aber auch in seine Händchen gelegt und profitiert vom direkten Kontakt zu ihnen. 

Klangtherapie für Neugeborene„Die Besonderheit einer Klangmassagentherapie bei Frühchen liegt darin, zu erspüren, was ihnen gerade gut tut und welche Töne sie als angenehm empfinden“, beschreibt die sie die feinfühlige Verbindung zu ihren Patienten. Mit ihrer Erfahrung als Kinderkrankenschwester interpretiert sie die Vitalparameter und achtet während der Behandlung auf kleinste Veränderungen der Herzfrequenz. Sie beobachtet Reaktionen wie Körperbewegungen und Veränderungen der Gesichtszüge. „Das ist speziell bei Säuglingen, die beatmet werden müssen, die einzige Kommunikationsbasis – denn die Artikulation ist wegen des Schlauchs in der Luftröhre extrem eingeschränkt“, so Andrä. Aber diese Herausforderung nimmt sie gerne an. Mit ihren Klangreisen schenkt sie Kindern und Eltern wertvolle Momente, die schon so manchen Entwicklungsfortschritt zur Folge hatten. 

So auch bei Quirin, der mit nur 575 Gramm und 29 cm klein auf die Welt kam. Der Winzling wurde mit Löchern im Darm geboren und bekam einen Seitenausgang. Andrä begleitete ihn medizinisch, aber auch mit ihren Klangschalen. Ein einschneidendes Erlebnis für seine Mutter Maria Stelzer war Andräs Einsatz vor einer der größten Operationen ihres Sohnes. „Die Klangmassage vorher hat ihn beruhigt und die Aufregung vor der OP reduziert. Nach dem fünfstündigen Eingriff ging es ihm erstaunlich gut, sodass er nur wenige Schmerz- und Beruhigungsmittel brauchte“, erzählt Stelzer, die heute noch dankbar ist für Andräs Engagement und die Förderung alternativer Behandlungsmethoden durch Oberarzt Dr. Georg Münch.

Er war es, der seine Mitarbeiterin ermutigt hat, sich mit ihrer Arbeit offiziell beim Hauner Verein (Verein zur Unterstützung des Dr. v. Haunerschen Kinderspitals) zu bewerben. Vor einigen Monaten wurde das Projekt bewilligt. Die „Förderung von Klangmassagentherapie auf der Neugeborenen-Intensivstation“ wird nun für ein Jahr finanziert. „Die Klangarbeit ist eine sehr hilfreiche, begleitende Maßnahme auf der NIPS. Sie trägt dazu bei, Heilungsprozesse schneller voranzubringen. Die Kinder kommen dadurch zum Teil mit weniger Beruhigungsmitteln aus. Außerdem ist eine Abwechslung im Krankenhausalltag immer willkommen“, so Dr. Münch.

Die bisherige Erfahrung spricht für sich: Auch wenn die Begegnung mit Klangschalen oftmals für die Eltern die erste ist, schätzen sie diese zusätzliche Therapiemöglichkeit für ihre Kinder sehr. Die Begeisterung für die Klangarbeit hört für einige Patienten sogar nach der Entlassung nicht auf. Quirin, der nach ­mehreren Operationen nun einen normal funktionierenden Darm hat, genießt die Klangreisen auch zu Hause regelmäßig. Mittlerweile schlägt er sogar selbst die Schalen an.  


Nicole Andrä ist neben ihrem Beruf als Krankenschwester für Pädiatrie und Intensivmedizin als Entspannungstherapeutin tätig. Schamanische Heilmassagen und Klangarbeit unterschiedlichster Art sind zum Mittelpunkt ihrer Arbeit mit Menschen geworden. Für Kinder und Erwachsene bietet sie außerdem Hot Stone, Lomi Lomi und Chakren-Aroma-­Massagen in und um München an. Kontakt: nicole@kebalabalance.de.

Foto Credit: Pixabay

Interview mit Pankaj Sharma

Korrekturen sind das Wichtigste

Pankaj Sharma ist in der „Yoga-City“ Rishikesh in Indien aufgewachsen und sammelte in Asien, Afrika, Europa und Australien eine Menge Erfahrungen im Unterrichten, bevor er sich 2007 in Frankfurt am Main niederließ und dort sein „Patanjali Yoga Center“ eröffnete. Der 36-Jährige setzt dabei auf ein authentisches Yoga („Für mich gibt es nur ein Yoga, das Yoga nach Patanjali.“) und die Vermittlung von Hintergrundwissen. Seine Fangemeinde wächst stetig. Sie schätzt seine Präzision, Hingabe und freundschaftliche Art.

YOGA JOURNAL: Pankaj, warum hast du mit Yoga angefangen?
Pankaj Sharma:
Als ich 13 war, war ich großer Michael-Jackson-Fan. Ich wollte so tanzen können wie er, vor allem den Moonwalk wollte ich lernen. Mein Traum war es, ein großer Tänzer in Bollywood-Filmen zu werden. Ein Freund riet mir, Yoga zu machen, um gelenkiger zu werden. Also ging ich in den Sivananda-Ashram zum Yogakurs. Ich blieb bei meinem Lehrer für neun Jahre. Ich wurde sehr gelenkig, ja – aber ich lernte noch sehr viel mehr über Yoga. Heute dreht sich mein ganzes Leben darum.

Was ist dir beim Unterrichten wichtig?
Jede Asana sollte immer korrekt ausgeführt werden. Es ist schädlich, seinen Körper zu etwas zu zwingen. Darum ist es wichtig, dass ich jeden Einzelnen im Blick habe. Korrekturen sind das allerwichtigste – sonst braucht man ja keinen Lehrer. Ich sage meinen Schülern: Macht nicht einfach Yoga, lernt Yoga! Lernt euren Körper kennen, hört auf ihn und gebt ihm bewusst, was er braucht. Aber übertreibt es nicht. Denn Yoga ist kein Wettbewerb.

Yoga hält immer mehr Einzug im Westen. Was hältst du davon?
Ich finde es gut, dass ein so großes Interesse an Yoga im Westen besteht. Hier gibt es sehr viele gesundheitliche und psychische Probleme, für die Yoga ein Heilmittel ist. Aber die vielen neuen Yogastile kann ich kaum unterscheiden. Viele Yoga-Interessierte im Westen wollen eine spirituelle Erfahrung mit Meditation machen, beachten aber dabei zu wenig ihren Körper. Dann bekommen sie Schmerzen vom Sitzen und hören irgendwann ganz mit Yoga auf. Man sollte den Körper mithilfe der Asana-Praxis vorbereiten.

Was ist beim westlichen Yoga anders als in Indien?
Die Unterschiede sind sehr groß. Der westliche Stil ist weicher. Wir Inder können auch mal grob sein, wir schreien auch laut. Hier scheinen mir viele Lehrer oft zu vorsichtig vorzugehen. Vielleicht weil sie meinen, dass die Leute nicht gern korrigiert werden möchten. Ich will nicht, dass meine Schüler Angst vor mir haben, weil ich zu streng bin. Aber durch meine Korrekturen merken sie, dass ich ihnen ja etwas beibringe, was ihnen hilft.

Darum kommen auch immer mehr Schüler mit Rückenschmerzen und ähnlichen Zivilisationsleiden zu dir. Unfallopfer betreust du sogar in einer gesonderten „Health Class“.
Ich sehe Yoga als Heilmittel für Knochen, Muskeln und innere Organe. Verletzungen können mit Techniken aus dem Yoga geheilt werden. Dabei muss immer der ganze Körper und der ganze Mensch in Augenschein genommen werden. Mein Traum ist es, eng mit einem Leistungssportler zusammenzuarbeiten. Ich bin großer Formel-1-Fan und hätte einem berühmtem Rennfahrer gern bei seiner Nackenverletzung geholfen. Leider kam damals kein Kontakt zustande…

Hast Du den Moonwalk am Ende eigentlich noch gelernt?
Ja, den kann ich jetzt ziemlich gut. Soll ich ihn Dir zeigen? (lacht)


Weitere Informationen zu dem „Patanjali Yoga Center“ in Frankfurt a.M., Terminen und Preisen gibt es unter www.pankajyoga.de

Mantra für Kraft: N°5

Om Maha Bala Kramaya Namaha

Om und Verbeugungen vor dem Einen, der große Kraft verkörpert.

Im Götter-Epos Ramayana spielt der hinduistische Affengott Hanuman eine wichtige Rolle als Held. Im Auftrag des Gottes Rama, dessen Frau Sita von einem Dämon entführt wurde, zerstörte er den Palast der Dämonen, setzte Lanka in Brand und räumte den Weg für Rama frei, damit dieser Sita befreien konnte. Auch später blieb er treuer Begleiter von Rama – seine offene Brust zeigt in vielen Darstellungen ein Bild von Rama und Sita.
„Hanuman steht für Hingabe an Rama, das tiefe Göttliche in unserem Innern. Er vergisst nie, wem er dient und versucht, sich in jeder Situation daran auszurichten. So ist Hanuman für mich eine beständige Erinnerung, sich nicht im Alltäglichen zu verlieren, sondern sich dem Eigentlichen des Mensch-Seins zuzuwenden“, sagt der Yoga-Lehrer Karl Kolb, der sein Studio „Hanuman‘s Move“ in Berlin dem Affengott gewidmet hat.
Aufgrund seiner großen Hingabe wird Hanuman besonders von Bhakti Yogis verehrt . Er gilt als personifizierte Kraft . Dieses Mantra kann an Hanuman gerichtet werden, um uns Energie und Stärke für unser Leben zu schenken.


Philipp Stegmüller ist Leiter von Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen. Mehr Infos unter www.mantra-singing-circle.de. 


Foto von Valeria Ushakova von Pexels

Wer wird unser #yjcovermodel? Die FavoritInnen // 3. Woche

Unsere FavoritInnen // Woche 1

Vielen Dank für die zahlreichen #yjcovermodel – Bewerbungen! Auch in der dritten Woche hat sich unser Instagram-Fotoalbum mit vielen wunderschönen Bildern gefüllt.

In unten stehender Slideshow stellen wir Ihnen unsere FavoritInnen der dritten Woche vor. Lassen auch Sie sich von den schönen Bildern inspirieren!

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Am Freitag, den 12. September, werden wir hier die Favoriten der nächsten und damit letzten Woche vorstellen. Die Bekanntgabe der Gewinnerin bzw. des Gewinners erfolgt dann ab 15. September 2014. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg.

Sie möchten sich auch als Cover-Model für das YOGA JOURNAL-Covershooting im Oktober 2014 in München bewerben? Bis zum 14. September haben Sie noch die Chance dazu. So funktioniert’s.

Shine On Yoga

Worauf die Frauen vertrauen

Gillian Wagner hat es erkannt: Gerade, wenn bei uns Frauen der Hormonzirkus tobt und Yoga besonders hilfreich wäre, sträuben wir uns oftmals regelrecht, auf die Matte zu gehen. Nicht besonders schlau, denn gerade während der Menstruation oder in der Menopause können bestimmte Asanas dem Wohlbefinden äußerst zuträglich sein. Gillian Wagner hat ein Programm entwickelt, das sich diesen Zeiten erhöhter hormoneller Herausforderung anpasst und uns nach der Praxis wieder strahlen lässt. Wie kann man die eigene Praxis etwa an Tage adaptieren, an denen man sich kraftlos fühlt? Hat man sich Gillians Einführung erst mal angehört, ist es ganz egal, wie die Laune vorher gewesen sein mag. Man fühlt sich angesprochen und als Frau ernst genommen. Eine der drei Übungssequenzen „Energy Boost“, „Organic Flow“ und „Time to Shine“ passt immer zur aktuellen Stimmungs- und Hormonlage. Man kann also jeden Tag mit Gillian üben. Sie versteht es auf wunderbare Weise und auf natürlichem Wege, (wieder) Lust auf Yoga zu machen. Laura Hirch

Fazit: „Shine On Yoga“ ist ein ganzheitliches Übungskonzept, das mit sanften und doch kraftvollen Flow-Einheiten auf die zyklische Natur des weiblichen Lebens eingeht.

„Shine On Yoga“ von Gillian Wagner, Barefeet Productions ca. 15 Euro.

 

Zwei Worte zur Entspannung: F**k it!

Nur zwei kurze englische Worte sollen die Essenz aller fernöstlichen Weisheiten beinahe perfekt zusammenfassen: F**k it! Was zunächst etwas, nun ja, umgangssprachlich klingt, hält der britische Autor, Seminar- und Retreat-Leiter John C. Parkin für ein hilfreiches ­Lebenskonzept.

YOGA JOURNAL: Herr Parkin, der Untertitel Ihres Buches „F**k it!“ lautet in der Originalausgabe „Der ultimative spirituelle Weg“. Provokation oder ernsthafte Behauptung?
JOHN C. PARKIN: Das ist eine gute Frage – im Grunde ist es beides. Natürlich ist diese Aussage mit Humor zu verstehen und nimmt Bezug auf all die Religionen und spirituellen Pfade, die für sich in Anspruch nehmen, der einzige oder gar ultimative Weg zu sein. Das ist arrogant und so gefährlich! Dennoch ist darin etwas sehr Ernsthaftes enthalten: Für viele Menschen bedeutet diese Einstellung zu den Dingen das Ende einer oft jahrelangen Suche, in der sie die verschiedensten spirituellen Richtungen ausprobieren, um endlich eine Antwort auf ihre Fragen zu erhalten. Aufgrund ihrer Einfachheit spricht die Methode aber auch diejenigen an, die auf dem Gebiet der „Spiritualität“ neu sind – sie werden aufgefangen, noch bevor sie sich in einer mühseligen Suche verlieren.

Was ist die Essenz von „F**k it!“?
In unserer natürlichen Bemühung, einen tieferen Sinn in unserem ­Leben zu finden, tendieren wir dazu, uns mit Bedeutung zu ­überladen: Bedeutungsvoll wird so schnell zu bedeutungsübervoll. Wir alle versuchen, zu viele Bälle in der Luft zu jonglieren: Wir verfolgen eine erfolgreiche Karriere, wollen unser eigenes Potenzial ­entfalten, eine funktionierende Beziehung führen, ein gutes Beispiel für unsere Kinder sein, fit und gesund bleiben, müssen die Hypothek ­abbezahlen, unseren Lebenssinn finden und so weiter. Wenn wir „F**k it“ sagen, erkennen wir den Kern des Problems – nämlich, dass wir die Dinge zu ernst nehmen und sie uns im Grunde gar nicht so viel bedeuten, wie wir glauben. Im Gegenteil – sie fügen uns Leid zu. Durch Loslassen werden wir unabhängiger, intuitiver und ehrlicher zu uns selbst.

Zu Beginn Ihres Buches schreiben Sie, dass viele große spirituelle Lehrer zuerst eine tiefe Krise durchlebten, bevor sie ihren Weg fanden. Muss man wirklich erst tief fallen, bevor man fähig ist, loszulassen?
Nicht unbedingt. Trotzdem, wie in einer Art Newtonscher ­physikalischer Reaktion – „Jede Aktion hat eine gleich starke entgegengesetzte Reaktion“ –, scheint es, dass eine tiefe Krise manchmal einen Moment oder eine Phase der Bewusstwerdung hervorbringt. Ich befürchte allerdings, dass die Mehrheit nach einer Krise keine Erleuchtung erfährt. Der Schlüssel liegt im Prozess. Es geht nicht darum, einen Zustand zu erreichen, in dem wir nur noch entspannt und friedlich sind. Dieses Ziel sollten wir loslassen und stattdessen die Entwicklung an sich genießen. Genauso wie es Freude bereitet, Yoga zu üben, um den Körper zu entspannen, können wir Spaß daran finden, durch alle Formen von Anspannung hindurch zu gehen und sie schließlich loszulassen – auch die starren und einengenden Gedanken, die in unserem Geist im Laufe des Tages auftauchen. ­Erleuchtung hängt immer mit Verben, also mit Zeit- oder Tun-Worten zusammen. Niemals mit Substantiven, also mit Nennworten. Tatsächlich habe ich den Verdacht, dass sich das ganze Leben immer nur in Verben und nie in Substantiven vollzieht.

Ist der Grat zwischen Gelassenheit und Gleichgültigkeit nicht sehr schmal – gerade wenn man „F**k it!“ dabei im Kopf hat?
Es ist verlockend zu glauben, dass es ein schmaler Grat ist. Denn das hält uns in unserem märtyrerhaften, erschöpften Zustand. Eigentlich tun wir der Welt aber einen Gefallen, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, einfach nur uns selbst zu entspannen. Indem wir uns selbst heilen, heilen wir die Welt. Das sind nicht nur leere Worte. Alles wird von Energie – „Prana“ oder „Chi“ – durchdrungen. Wenn wir unserer eigenen Energie erlauben zu fließen – indem wir ­entspannen –, fließt sie auch zu anderen Menschen. Wir alle wissen, dass wir in der Gegenwart einer entspannten und gelassenen Person selbst Entspannung erfahren können. Es ist lustig: Wir glauben, dass wir, um andere zu heilen, nach außen auf sie blicken müssen und im Zuge dessen vergessen wir uns selbst. Aber der Weg zur Heilung anderer führt nach innen und über die Heilung unserer selbst.

Zusammen mit Ihrer Frau bieten Sie regelmäßig ein einwöchiges „F**k it!“-Seminar in Italien an. Was kann man in nur einer Woche lernen und erfahren?
Als ich gestern von der Küste zu unserem Haus zurückgefahren bin, hatte ich ein beinahe überwältigendes Gefühl von Erleichterung und Entspannung, ein „Alles ist in Ordnung“-Empfinden entgegen dem sonst so normalen und natürlichen Grundgefühl von Spannung. Befreiung kann in einem einzigen Moment über uns kommen. Und im Rahmen des Retreats spielen wir eine ganze Woche mit dem Be­freiungsthema! Man kann erfahren, weshalb wir so sehr in Stress, Sorge und Anstrengung verloren sind, und spielt mit vielen Arten von Loslassen – natürlich auch, auf unterschiedliche Weise „F**k it!“ zu sagen. Man lernt, sich selbst wieder zuzuhören, und entwickelt das nötige Vertrauen und die Stärke, der eigenen Intuition zu folgen.


John C. Parkin, Sohn eines anglikanischen Priesters, studierte 20 Jahre lang fernöstliche Weisheitslehren. Nachdem er vor einigen Jahren seinen Job in der Werbebranche kündigte, zog er mit seiner Frau von London nach Italien und gründete dort das Retreat-Center „The Hill That Breathes“.

Kundalini Yoga ist: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst

Kundalini Yoga ist anders. Warum? Das erklärt Maya Fiennes, die eine CD, mehrere DVDs und ein Buch über Kundalini Yoga veröffentlicht hat. In Workshops und Retreats gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter. All das tut sie ausgesprochen fröhlich, unkompliziert und herzlich. Zudem noch ist sie geschäftstüchtig. Maya stammt aus Mazedonien, hat lange in London gelebt, inzwischen wohnt und unterrichtet sie in der Nähe von Los Angeles. Sie ist mit dem Komponisten und Produzenten Magnus Hubert Fiennes verheiratet. Die Hollywood-Schauspieler Ralph und Joseph Fiennes sind ihre Schwager.

YOGA JOURNAL: Maya, du bist ausgebildete Musikerin und hast als Konzertpianistin Erfolge gefeiert. Wie bist du zum Yoga gekommen?
MAYA FIENNES: Ich habe viele Konzerte gegeben, aber ich war vorher immer sehr nervös. Meine Hände und Füße waren oft so kalt! Dann schlug mir jemand Yoga vor. Ich probierte Hatha Yoga, Iyengar Yoga – alles, was auf dem Markt war und interessant klang. Das war schon mal gut für meine Haltung, meine Atmung und meine Nerven. Irgendwann nahm mich jemand zu einer Kundalini Yoga-Klasse mit. Und ich dachte: Wow, das ist wirklich etwas ganz anderes! Das fühlt sich mehr an wie eine Therapie! Kundalini Yoga gab mir alles, was ich brauchte.

Warum ausgerechnet Kundalini Yoga?
Ich liebe die Meditation und das Chanting am Ende. Bei Kundalini Yoga habe ich das Gefühl, dass Geist und Körper in jedem Moment verbunden sind. Es macht mich ruhiger und glücklicher.

Das würde jeder Yogi sagen.
Ja, aber um Kundalini Yoga zu machen, muss man nicht besonders sportlich sein. Für manche Menschen führt der Weg eher durch den Körper: Tänzer zum Beispiel mit diesen unglaublichen physischen Fähigkeiten, die sind häufig gewohnt, über den Körper zu lernen. Für mich als Musikerin ist Yoga eng mit Tönen verknüpft. Ich weiß, wie stark Musik Gefühle weckt und spiele im Unterricht meine eigene Musik.

Die Übungen auf deinen DVDs sind simpel, aber auch anstrengend. Wie würdest du die Wirkung von Kundalini Yoga beschreiben?
Kundalini Yoga macht euphorisch. Es wirkt wie eine legale Droge, nur schneller, kompakter. Wir üben eine Kombination aus Atmung, Mantras und Körperhaltungen. Dabei führen wir viele simple Bewegungen über eine lange Zeit intensiv aus, zum Teil 15 Minuten lang. Die „Schmerzgrenze“, über die man gehen muss liegt, liegt ungefähr bei zweieinhalb Minuten. Wenn dieser Damm gebrochen ist, werden Endorphine ausgeschüttet: Serotonin, Oxytocin – und das macht dich high! Du fühlst dich wach, aufmerksam, kreativ, energetisiert – voller Leben!

Manche Menschen mögen vor so viel geballter Energie eher zurückschrecken…
(lacht) Also ehrlich gesagt, ist mir noch nie jemand begegnet, der sich beklagt hätte: „Ach je, ich habe einfach zu viel Energie!“ Aber richtig: Für manche Menschen mag Kundalini Yoga nicht das Richtige sein, oder es kommt nicht zum richtigen Zeitpunkt.

Welche Kundalini-Übung machst du am ­liebsten?
Ich liebe den „Frosch“, eine sehr dynamische Übung. Man geht dabei in die Hocke, setzt die Hände vorne auf und lässt sie am Boden, wenn man die Beine streckt, und zwar sehr schnell. Das bringt deinen Kreislauf in Schwung. Wenn du eigentlich kaum Zeit hast für Yoga, dann rate ich dir: Mach 54 mal den Frosch!

Du sagst auf deiner DVD: Wer nicht ­beweglich in der Wirbelsäule ist, kann auch im Geist nicht beweglich sein.
Das ist natürlich nur metaphorisch gemeint! Ich meine damit, offen zu sein für das was kommt, sich nicht unnötig zu sperren. Zum Beispiel, wenn du einen wichtigen Termin hast. Du hast dich darauf vorbereitet, hast einen langen Anfahrtsweg – und dort angekommen, erfährst du, dass das Treffen abgesagt wurde. Wenn du dich jetzt nicht lange mit Ärger aufhältst, wenn du „mit dem Fluss gehst“, dann kannst du sagen: „Okay, macht nichts, was kommt als nächstes?“ Wir haben so viele Chancen, wenn wir offen sind für Veränderungen. Es gibt diesen Witz, den ich sehr mag: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erkläre ihm deine Pläne!

Hat es dir eigentlich geholfen, dass du in die berühmte britische Künstler- und ­Schauspielerfamile Twisleton-Wykeham-Fiennes eingeheiratet hast? Oder hat es dich auf deinem Weg als Yoga-Lehrerin eher behindert?
Wahrscheinlich eher Letzteres! Ich bin immer meinen eigenen Weg gegangen, als Pianistin, mit meiner Band, ich hatte eine eigene ­Modefirma – und das ist nicht gerade hilfreich, wenn jetzt die Leute sagen: Ja ja, sie hat eben diesen berühmte Verwandtschaft, und deswegen hat sie Erfolg. Aber ich gebe zu: Es hat Vor- und Nachteile.

Machen dein Mann oder seine Brüder, die Schauspieler Ralph und Joseph Fiennes, auch Yoga?
Mein Mann manchmal, und Ralph übt Ashtanga Yoga.

Als du Anfang 2010 in Deutschland warst, hast du nicht etwa in Kundalini Yoga-Schulen unterrichtet, sondern auch in ­Vinyasa Yoga-Schulen. Warum?
Die beiden Stile ergänzen sich. Ich rate den Leuten immer, auch andere Klassen zu besuchen. Die Kombination ist einfach perfekt. Beim Vinyasa Yoga arbeitest du mehr mit deinem Körper, im Kundalini Yoga mehr mit dem Geist. Im Grunde bin ich bin aber vor allem daran interessiert, die Leute anzusprechen, die noch gar kein Yoga machen. Die vielleicht auch eher abgeschreckt sind, wenn sie Yoga-Bücher sehen und da brezelt sich jemand in eine tolle Pose – und sie sagen: Das könnte ich niemals tun, also ist Yoga nichts für mich. Aber ich sage: Nein, das stimmt nicht. Deswegen heißt mein Buch auch „Yoga for real life“.

Auf deiner Internetseite bietest du „One to One-Coachings“ an. Was ist das genau?
Das fing damit an, dass ich so viele Mails bekam von Menschen, die Fragen an mich hatten. Ich brauchte sehr viel Zeit, um diese Mails zu beantworten! Deswegen mache ich das jetzt nach einem klaren System und gegen Geld: Wer das Angebot in Anspruch nimmt, bekommt insgesamt garantiert drei Mails von mir. Die Leute stellen Fragen, ich sage ihnen, was sie tun sollen, nach zwei oder drei Wochen melden sie sich wieder bei mir und berichten, wie es ihnen ergangen ist.

Und was sagst du ihnen zum Beispiel?
Na, zum Beispiel schreiben mir ­Menschen mit starken Rückenschmerzen, die sagen: Ich habe Tabletten probiert, ich habe dies und das probiert. Und ich schreibe: Probier diese Übung, probier dieses Mantra, diese Meditation, ich gebe ihnen ein persönliches Übungsprogramm.

Ohne diese Person jemals gesehen zu haben?
Sie haben mir ihr Problem ja ­ausführlich beschrieben.

Ist das denn eine verantwortungsvolle ­Weise, Patienten zu behandeln?
Die Leute wissen ja, dass ich keine Ärztin bin und ich tue auch nicht so. Was ich ihnen rate, schadet niemandem. Ein Mantra zu singen, kann niemanden verletzen. Wir haben viele spezielle Übungen im Kundalini Yoga für spezielle Organe. Wenn jemand Leberprobleme hat, weiß ich genau, was zu tun ist.

Aber daran muss man natürlich glauben!
Ja, aber wenn sie mein Video gesehen oder mein Buch gelesen haben, sind sie schon auf dem richtigen Weg.

Du unterrichtest einige Stars, unter anderem das Model Elle Macpherson. Sie soll über dich gesagt haben: „Maya Fiennes ist eine fantastische Lehrerin – und außerdem so sexy!“ Soll eine Yoga-Lehrerin sexy sein?
(Maya bricht in Lachen aus) Ich denke schon! Das ist die Energie und der Enthusiasmus, der sich überträgt. Und ich lache so gerne!

Bild über Maya Fiennes