In diesem Yoga Sutra von Patanjali finden sich zwei wesentliche Voraussetzungen, um Adho Mukha Vrikshasana, den Handstand, zu erlernen: Vertrauen und Üben. YOGA JOURNAL hat bei Yogalehrerin Nana Merz nachgefragt.
Je stärker wir das Vertauen in uns spüren und je intensiver unsere Bemühungen sind, desto näher rückt das Ziel.
Ein Kleinkind, das nach dem Krabbeln irgendwann laufen lernt, steht vor einer Herausforderung. Das Laufen auf zwei Beinen erscheint erst einmal ungeheuer schwierig: Die Schwerkraft wirkt und lässt das Kind nur mühsam die Balance finden. Dennoch meistert es die Situation – mit Vertrauen und Mut. Es lässt sich nicht entmutigen! Was liegt näher, als sich beim Üben einer Umkehrhaltung an die Zeit zu erinnern, in der das Erlernen elementarer Dinge unser ganzes Bemühen, unsere Leidenschaft und unser Vertrauen in das Leben forderte?
Nach einigen vorbereitenden Übungen, die gleichermaßen Kraft und Flexibilität in Schultern und Armen sowie eine gute Körperspannung aufbauen, kann der Kick nach oben in den Handstand gewagt werden. Wenn meine Schüler diesen alleine an der Wand beherrschen (also die Prinzipien der Übung verstanden und umgesetzt haben), motiviere ich sie, den Abstand zur Wand schrittweise zu vergrößern. Dadurch tritt nach und nach die Sicherheit der Wand in den Hintergrund.
Da Yoga eine Erfahrungswissenschaft ist und es so viele Handstände gibt wie ausführende Menschen, muss jeder seinen eigenen Weg in die Stellung finden. Jeder Yogi kennt das Phänomen: Manche Hinweise des Lehrers, die sich auf ganz verschiedene Aspekte einer Asana beziehen, gehen einfach an einem vorbei, als hätte man sie gar nicht gehört. Zu diesem Zeitpunkt sind Verstand und Körper noch nicht bereit. Es kommt jedoch der Tag, an dem man die Instruktionen aufnehmen und umsetzen kann. Vielleicht ist man in der letzten Yogastunde im Handstand umgekippt und hat dabei festgestellt, dass nichts Schlimmes geschieht. Man hat Vertrauen gefunden. Dieses Mal kommt vielleicht ein tief vergrabenes Potential ans Licht und plötzlich hält man mit spielerischer Leichtigkeit die Balance. Manchmal geht es einfach darum, in den Raum der Möglichkeiten zu treten und sich von sich selbst überraschen zu lassen.
Zur korrekten Ausrichtung gibt es viele Anleitungen, beispielsweise die exakte Ausrichtung der Gelenke oder der richtige Abstand zwischen den Händen. Der absolute Aha-Effekt tritt allerdings meist nach längerer Übung ein, wenn man die Möglichkeit des Fingereinsatzes entdeckt. Die Finger können den Rest des Körpers ausbalancieren, wenn sie effektiv eingesetzt werden und eine stabile Verbindung zur Erde entsteht. Wenn man von einem „Geheimnis“ des Handstandes sprechen kann, ist es sicher auf der körperlichen Ebene der Kontakt der Hände zum Boden – und auf der psychischen Ebene das (Ur)vertrauen und die damit verbundene positive Einstellung der Umwelt gegenüber.
Beim Erlernen fortgeschrittener Asanas brauchen wir immer eine Mischung aus Beharrlichkeit (abyasa) und Gleichmut (vairagya). Gemäß dem Motto: „Niemand ist ein besserer Mensch, weil er einen freien Handstand beherrscht“, sollte beim Üben vor allem die Freude am Tun dominieren. Yoga dient immer einer größer werdenden Bewusstheit. Sich selbst beim Erlernen des Handstands zu beobachten ist aufschlussreich. Auf einer gewissen Ebene kann es Wachstum bedeuten, wenn die äußere Form der Asana weniger vordergründig ist und man versteht, worum es eigentlich geht. Wenn wir voller Vertrauen und Mut üben, nach jedem Umfallen lachend wieder aufstehen und weiter probieren – wie das Kleinkind beim Laufen lernen – schenkt uns Adho Mukha Vrikshasana Leichtigkeit, Lebensfreude und Energie. Das sind die Qualitäten unserer Kindheit. Dann ist es gleichgültig, ob wir einen oder 25 Atemzüge lang im Handstand stehen. Also: Entdecke das Kind in Dir und spiele!
Nana Merz ist seit vielen Jahren begeisterte (Handstand-)Übende, Yogalehrerin und Yoga Coach. Sie wirkt als Dozentin bei Ausbildungen mit und leitet das Institut für Yoga in Darmstadt (www.satyayoga.de).
Jiddu Krishnamurti (1895-1986) gilt als einer der bedeutendsten Weisheitslehrer unserer Zeit.Ernst Adams, seit fast 30 Jahren als Iyengar-Yogalehrer tätig, ist ein profunder Kenner seines Werks. Im Interview spricht Adams darüber, was diesen Philosophen gerade heute so attraktiv macht.
Interview
Bis ins hohe Alter hielt Krishnamurti Vorträge in der ganzen Welt darüber, wie der Mensch vom selbst erzeugten Leid frei werden könnte. Er lehrte ohne Bezug auf irgendeine Tradition, Philosophie oder Religion und lehnte jede Art von Autorität ab.
Ernst, wie sah dein erster Kontakt mit Krishnamurtis Lehre aus?
Das war vor etwa 30 Jahren. Ich war damals noch als Mathematiker an der University of Texas in Austin tätig, hatte aber schon erkannt, dass meine Leidenschaft für die Mathematik ein Irrweg war, eine Flucht vor dem Leben. Von einem befreundeten Mathematikprofessor hatte ich von Iyengar Yoga gehört. Davon war ich sofort begeistert und begann, mich für spirituelle Fragen zu interessieren. Dabei stieß ich oft auf den Namen Krishnamurti, aber das erste Buch, das ich von ihm las, legte ich bald wieder weg. Ich verstand überhaupt nichts. Erst durch Samuel Widmer, den ich 2001 kennenlernte, erwachte meine Neugier wieder. Er ist ein Schweizer Psychotherapeut und spiritueller Lehrer und bezieht sich im großen Maße auf Krishnamurti.
Was hast du durch diesen Lehrer erkannt, was dir vorher nicht zugänglich war?
Durch Samuel wurde mir die Bedeutung des richtigen Umgangs mit Gedanken und Gefühlen klar. Ich begann den Kern von Krishnamurtis Lehre zu verstehen: Im Denken liegt die Ursache aller Probleme, sowohl der globalen als auch der persönlichen. Genauer gesagt ist es die Tatsache, dass wir Menschen so konditioniert sind, dem Denken in uns die Vorrangstellung zu geben. Im technischen, praktischen Leben ist das Denken eine wunderbare und hilfreiche Fähigkeit. Wir müssen planen, organisieren. Damit ist Denken primär die Fähigkeit, zu analysieren, Zusammenhänge zu erfassen und zu verstehen. Doch wenn wir das Denken auf das Emotionale, Psychische, Geistige in uns anwenden, bewirkt es Unheil.
Kannst du diesen Unterschied näher erläutern?
Denken verhindert, dass wir eins sind mit unseren Gefühlen. Stattdessen etabliert sich im Denken ein scheinbar vom Gefühl getrennter Beobachter, von dem aus wir dann ein Gefühl betrachten. Wenn sie sagen, sie fühlen, dann denken die meisten Menschen eigentlich über das Gefühl nach. Sie reden darüber. Dadurch wird das Gefühl abgespalten, nicht wahrgenommen, nicht integriert. Und bleibt als störend wirksam, als Neurose oder Trauma. Zum anderen ist das Denken seinem Ursprung nach vorrangig an meinem eigenen Wohl interessiert, nicht am Wohl des Ganzen.
Nun kann ich ja nur etwas ändern, wenn ich es durchschaue.
Von wegen. Vielleicht ist das eine Einbildung, dass das Denken sich selber ändern kann. Das Denken ist ja vor allem entstanden, um uns einen Überlebensvorteil zu verschaffen. Das hat wunderbar funktioniert. Seine Aufgabe ist es, für unsere Sicherheit zu sorgen. Es überprüft, kategorisiert und bewertet jede unserer Wahrnehmungen. Es ist eine großartige Einrichtung.
Okay, es hat also einen Sinn.
Absolut. Aber dummerweise sind wir innerlich so auf unser Denken fokussiert, dass wir das, was das Denken uns über etwas Wahrgenommenes sagt, für das Wahrgenommene halten. Unser Erleben ist dadurch nicht mehr unmittelbar, sondern weitgehend reduziert auf Worte und Bilder aus unserer Erinnerung.
Wir glauben, wir benutzen das Denken. Stattdessen benutzt das Denken uns, sagt Krishnamurti. Die Instanz, die glaubt, das Denken zu benutzen, ist eine Erfindung des Denkens. Diese Instanz ist das, was wir als „Ich“ bezeichnen. Subjektiv, eine Konstruktion des eigenen Denkens. Sozusagen eine Selbst-Erschaffung. Und das ist das Gegenteil von Selbsterkenntnis, dem zentralen Thema in Krishnamurtis Lehren. Für ihn war Lernen über sich selbst erst möglich, wenn man alles angehäufte Wissen und Annahmen über sich selbst beiseite legt.
Viele spirituelle Richtungen sprechen ja von der Notwendigkeit, das Ich aufzulösen, um zur Selbsterkenntnis zu gelangen. Ist dies im Sinne Krishnamurtis?
Krishnamurti hat vor jeder Methode, jeder Technik oder jedem Denksystem gewarnt, um im geistigen Bereich eine Veränderung hervorzurufen. Jeder Glaube, jede Religion waren für ihn Irrwege. „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land“ lautet sein berühmter Satz, mit dem er 1929 den theosophischen „Order of the Star of the East“ auflöste, als dessen Weltlehrer er vorgesehen war. Auch das Analysieren unserer seelischen Welt mit ihren Problemen und die Anwendung von aus dem Denken kommenden Lösungen hielt er für sinnlos. Hat man verstanden, dass unsere Fokussierung auf das Denken verantwortlich ist für unsere Misere, sieht man, wie verrückt es ist, durch Denken die Misere auflösen zu wollen. Das ist unmöglich – aus der Natur der Sache heraus.
Was wäre in dieser Logik der nächste Schritt?
Die Fokussierung aufzulösen. Und das geht nur auf einem Weg, der nichts mit Denken zu tun hat. Durch direktes Wahrnehmen. Mit allen Sinnen.
Also: über die Sinneswahrnehmung unsere Misere beenden. Kannst du an einem Beispiel erklären, warum das unsere Probleme lösen würde?
Nehmen wir Gewalttätigkeit. Wir sind alle gewalttätig, im Tun, im Sprechen, im Denken. Vielleicht sind wir von Natur aus nicht zu Gewalt fähig, aber wenn ich als Kind bei anderen Gewalt als ein Mittel zur Durchsetzung von Wünschen erlebe oder es mir vermittelt wird, dann nimmt mein Denken Gewalt als mögliches Instrument in sein Repertoire auf.
Als einigermaßen kultivierter Mensch sehe ich später ein, dass das nicht in Ordnung ist und möchte das ändern. Mein Denken setzt also dem Einsatz von Gewalt das Ideal von Gewaltlosigkeit entgegen. Nun gerate ich in einen Konflikt: Ein Teil von mir ist gewalttätig, aber eine andere Abteilung in mir sagt, ich soll das lassen. Durch Unterdrückung und Selbstdisziplin kann ich vielleicht erreichen, dass ich nach außen hin gewaltfrei bin. Aber was ich auf diesem Weg der Befolgung ethischer und moralischer Einsichten nicht erreiche, ist, dass jede Art von Gewaltausübung undenkbar ist. Es gibt höchstens eine Zügelung der Gewaltneigung. Dass Gewalt unter keinen Umständen eine mögliche Option ist, wäre die wirkliche Veränderung.
Wie erreiche ich die?
Durch Beobachtung. Indem man jede Bewegung des Denkens beobachtet, ohne darauf zu reagieren, damit das Gehirn von seiner Konditionierung frei werden kann, von der Anhäufung seines Wissens. Erst wenn der Geist vollkommen still wird – und Stille bedeutet: Freiheit von allem, was der Geist angesammelt hat, gedanklich, psychisch – kann es zu einer radikalen Veränderung kommen, einer absoluten Wende im Bewusstsein. Und nur dadurch wird die Menschheit in der Lage sein zu überleben. Solange wir glauben, durch stückweise Verbesserungen und Maßnahmen uns oder die Welt grundsätzlich verändern zu können, wird sich nichts Wesentliches tun.
Das ist alles andere als eine leicht handhabbare Gebrauchsanweisung.
Es ist ganz harte Arbeit für jeden, der sich auf den Weg macht. Daran lässt Krishnamurti keinen Zweifel. Aber er gibt Hinweise, stellt uns ein paar Schilder auf, an denen wir uns orientieren können. Bleiben wir bei dem oben erwähnten Beispiel. Anstatt die Gewalttätigkeit der Beurteilung des Denkens zu unterwerfen, können wir versuchen, sie zu „sehen“. Wer mit allen Sinnen, seinem ganzen Sein wahrnimmt, fühlt, was er da tut und sagt, wird sich ändern. Wer wirklich fühlt, kann unmöglich einem anderen Leid zu fügen. Das geht einfach nicht. Ein Soldat, der den Feind fühlt, der ihm gegenüber steht, kann ihn nicht erschießen.
Solange das Denken jedoch den Vorrang hat, gibt es keine grundsätzliche Lösung. Das Denken kennt nur die graduelle Veränderung. Das Grundübel bleibt bestehen und kann jederzeit wieder zum Ausbruch kommen.
Wenn ich dich richtig verstehe, sollen wir also das Denken beenden und nur dann benutzen, wenn es notwendig und sinnvoll ist.
Wir suchen alle nach einem Weg, um glücklich zu werden. Unter Umständen sind wir sogar bereit, uns zu quälen, um in den Himmel zu kommen. Kasteien, stundenlanges Meditieren, jahrelang unterwürfig einem Guru folgen. Nun sagt Krishnamurti, das Denken müsse aufhören. Okay, sage ich, dann versuche ich mal, damit aufzuhören. Wie soll das gehen? Das Denken nimmt sich vor, mit dem Denken aufzuhören. Es gibt aber keinen Weg dahin. Von unserer jetzigen Seinsweise führt keine Methode in diese andere Seinsweise. So wie man über einen Abgrund nicht allmählich hinübergehen kann, sondern springen muss, so muss man auch hier springen. Aber das kann man dem Denken nicht beibringen. Es kann höchstens einsehen – und das ist seine beste Leistung –, dass es begrenzt ist und unfähig, seine von ihm selbst erzeugten Probleme zu lösen.
Was befindet sich denn auf der anderen Seite des Abgrunds?
Der ganz andere Seinszustand ist der des Lauschens, Schauens, des Fühlens. Dass dann ein Wunder geschieht, das kann man erleben, nicht verstehen.
Nun braucht man für einen Sprung über den Abgrund Mut. Wohin mit der Angst?
Angst ist die größte Behinderung im Leben der meisten Menschen. Krishnamurti sagt, es sei möglich, die Angst ein für alle mal zu beenden.
Das glaubt niemand.
Weil wir die Angst für eine natürliche Erscheinung halten, wie sie auftaucht, wenn eine Gefahr droht. Aber ist da wirklich Angst, wenn wir unmittelbar auf eine bedrohliche Situation reagieren oder nur dann, wenn wir nachdenken, wie wir entkommen können? Krishnamurti ging es nicht um die Angst bei Gefahr, sondern um die psychische Angst, die entsteht, wenn wir uns etwas Bedrohliches ausmalen: Ich könnte krank werden, arbeitsunfähig sein. Meine Frau könnte sterben usw. Dann fängt das Denken an, nach Maßnahmen zu suchen, um diese Situationen zu verhindern. Das Problem entsteht dadurch, dass wir der Angst gegensteuern wollen, die einzig und allein nur in unserer gedanklichen Welt existiert.
Die wir aber als reale Bedrohung erleben.
Anstatt dass wir sehen, dass wir beim Erleben und beim Umgehen mit der Angst sie selber erschaffen.
Wie wäre es, wenn ich den bedrohlichen Gedanken nur wahrnehme, so wie ich das Geräusch eines vorbeifahrenden Autos wahrnehme, so wie ich einen Vogel vorbeifliegen sehe? Stattdessen beginnt das Denken, sich mit dieser Angst zu beschäftigen. Denn das Denken will Sicherheit. Was aber passiert, wenn ich gelernt habe, das Denken genauso als eine nicht essentiell mit mir zusammenhängende Erscheinung zu betrachten wie Naturerscheinungen? Wenn ich mich für die eventuell entstehenden Gedankenketten gar nicht interessiere? Wenn ich lerne, nicht zu reagieren, nicht im Sinne einer Unterdrückung, sondern den Gedanken einfach da sein lasse? Dazu müsste ich vertraut werden damit, wie ich mit meiner Aufmerksamkeit, meinem Gewahrsein, der Fähigkeit, etwas innerhalb meines Gehirns wahrzunehmen, umgehe.
Gedanken, denen ich keine Aufmerksamkeit schenke, hören auf. Wenn ich jedoch einen Gedanken nicht haben will, erfährt er genau dadurch Zuwendung und bleibt erhalten.
Welche Rolle spielt unser Ego dabei?
Der Eindruck, dass wir ein Ich, ein Ego, ein Zentrum haben, entsteht aus der unaufhörlichen Tätigkeit des Gehirns, über seine angesammelten Erinnerungen nachzudenken und die Welt aufgrund dieser Erinnerungen zu beurteilen. Wenn diese Tätigkeit ständig im Vordergrund des Gewahrseins ist, entsteht der Eindruck, dass da ein Ich ist, ein Zentrum. Unser innerstes Wesen ist jedoch keine Persönlichkeit mit Eigenschaften und Fähigkeiten. Hier kommen wir an einen Bereich, der mit Worten nicht beschreibbar ist. Alle Aussagen darüber führen zu Bildern, Vorstellungen, Konzepten. Deshalb hat Krishnamurti nie direkt davon gesprochen. Weil es nicht geht. Doch Krishnamurti hat von etwas anderem gesprochen, als zentralem Aspekt seiner Lehre: der Freiheit. Wahrnehmen, Schauen, Achtsamkeit sind die ersten Schritte, Konditionierungen und fest gefügte Gedankenmuster zu erkennen.
Hat er in diesem Sinne Empfehlungen gegeben?
Für ihn war alles, was mit einer Motivation getan wird, zum Scheitern verurteilt. Denn es kommt aus dem Denken. Manchmal allerdings hat er seine Zuhörer aufgefordert, ihre Sinne einzusetzen: „Schaut ganz genau hin, wenn ihr mit jemandem sprecht. Schaut euch die Falten seines Schals an. Wenn ihr einen Baum seht, seid mit dem Baum, nicht mit dem botanischen Namen oder der vom Denken kommenden Beschreibung.“
War Krishnamurti ein Philosoph, der sich jeder Lehre verweigert hat?
Vielleicht macht ihn gerade dieses Paradox in Zeiten, wo wir so sehr nach Vorbildern und ethisch oder politisch korrektem Verhalten in allen Lebenslagen streben, so attraktiv. Er hat sich zwar als Weltenlehrer betrachtet, doch zugleich davor gewarnt, ihm oder irgendjemandem zu glauben oder zu folgen. Er ließ nur eine einzige Vorgehensweise gelten: es selbst herausfinden, durch Negieren zum Positiven gelangen. Beispielsweise durch Verstehen, was Liebe nicht ist – nämlich Gewalt, Besitzdenken, Eifersucht usw. – herauszufinden, was Liebe ist. Auf die Weise hat er versucht, seine Zuhörer an den Punkt zu bringen, wo sie selber sehen, ohne Worte, und damit unmittelbare Einsicht in ihr wahres Wesen gewinnen.
Einem Lehrer zu folgen, eine Autorität anzuerkennen und sich ihr zu unterwerfen, hat er mit Nachdruck als Irrweg verurteilt. Und er hat betont, wieviel harte Arbeit es ist, eine Veränderung im Geist zu erreichen. Die eigene Fokussierung auf das Denken und unsere Abhängigkeit, die darin steckt, zu beenden, ist das Schwierigste, was ein Mensch sich vornehmen kann. Aber es ist auch die einzige Möglichkeit, innerlich frei zu werden.
Foto: Gabrielle Strijewski
Irene Nießen, Journalistin, stellte die Fragen und unterrichtet in der Tradition von B.K.S. Iyengar in Frankfurt am Main. www.yogaloft-frankfurt.de
Das Unverwechselbare in uns selbst und in unserer Praxis finden: Das ist immer wieder Herausforderung und Aufgabe im Yoga. Die Münchner Yogalehrerin Susanne Meier beschreibt im Interview ihre persönliche Entwicklung zwischen Druck von außen und Anerkennung von innen.
Was bedeutet Yoga für dich?
Ich kann mich noch gut an meine erste Yogastunde erinnern: Es war nicht die Praxis, die etwas bei mir ausgelöst hat, sondern das Shavasana. Die Tatsache, einfach nur ruhig liegen zu dürfen, nichts tun zu müssen und einmal nur zu sein, war für mich unglaublich neu und heilend.
Worin bestand dieses Neue?
In meiner Kindheit spielte Leistung die wichtigste Rolle. Ich wurde immer daran gemessen, wie gut ich in der Schule war, ob ich mich hübsch gemacht hatte und alle Erwartungen erfüllte – nicht daran, dass ich einfach ich selbst war. Dieses „ich selbst“ habe ich erst mit Anfang 30 durch Yoga kennengelernt.
Welche Stationen haben dich bis dahin geprägt?
Mit 19 Jahren beschloss ich, nichts mehr zu essen, weil man dann schön schlank wird und so aussieht, wie es von einem erwartet wird. Mit 24, nach dem Abschluss meines Kommunikationsdesign-Studiums, suchte ich meinen Platz in der Gesellschaft vor allem durch pausenloses Arbeiten. In meiner Freizeit rannte ich weiter: Ich lief jeden Tag mindestens eine Stunde, machte intensiv Sport und glaubte, dass ich dies als Ausgleich brauchte. Von dem vielen Stress war ich dünn, also arbeitete ich nebenher als Model, ab 27 in Vollzeit. Mit 29 besuchte ich meine erste Yogastunde. Zunächst verwendete ich auch die Yogapraxis, um meinen Körper zu bekämpfen und meinen Perfektionismus weiterzutreiben. Heute sehe ich in meinen Stunden, dass sehr viele Menschen Yoga auf diese Weise nutzen und Gefahr laufen, sich dadurch weh tun. Ich bin überzeugt, dass es dazu nicht da ist. Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg finden, wie ihm Yoga gut tut, und diesen Weg dann gehen.
Welcher Wegweiser ist hier hilfreich?
Ganz klar der Atem. Die äußere Form, also die Asanas, spielen natürlich auch eine Rolle, aber wichtiger ist der Übergang zu diesen Formen und am wichtigsten die innere Einstellung während des Übens.
Was hat sich über die Jahre in deiner Praxis verändert?
Seit neun Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Yoga. Heute ist alles anders: Yoga lässt mich immer mehr ich selbst sein, lässt mich spüren, was mir gut tut, und verhindert, dass ich in meine selbstzerstörerischen Muster zurück verfalle. Aus eigener Erfahrung bin ich sehr sensibel für mangelnde Selbstachtung und Selbstliebe. Es stimmt mich traurig zu sehen, wie viele Menschen nicht im Frieden mit sich und ihrem Körper sind, vor allem Frauen. Ich bin und war kein Einzelfall. Yoga hat mir die Zeit und den Raum gegeben, mich und meinen Körper zu achten und mich als Teil der Natur wahrzunehmen. Die Geburten meiner beiden Töchter haben mich dem Wunder des Lebens noch näher gebracht. Die Ausbeutung all dieser Ebenen, die in unserer Gesellschaft so verbreitet ist, verstehe ich heute nicht mehr.
Warum bist du Yogalehrerin geworden?
Yoga arbeitet gegen diese Haltung der Ausbeutung. Ich unterrichte, weil ich meine Erfahrungen weitergeben will, aber vor allem, weil das Lehren mich dazu zwingt, immer und unaufhörlich dranzubleiben und weiter zu lernen, Yoga zu verinnerlichen. Ich wünsche mir, dass ich die Teilnehmer in meinen Stunden ihren Körper und damit ihren eigenen Wert spüren lasse, ihre wahre Natur und deren ganz eigene Schönheit.
Wie beeinflusst diese Arbeit deine Tätigkeit als Model?
Als Model arbeite ich heute mit einer ganz anderen Einstellung. Heute sorge ich für mich, esse liebend gerne und gesund und koche jeden Tag mehrmals für mich und meine Kinder. Das Kochen ist eine sehr wichtige, heilende Tätigkeit für mich geworden. Schlank bin ich immer noch, das liegt wohl in meiner Natur. Ich bin froh und dankbar, dass ich heute als Model Gesundheit verkörpern darf.
Susanne Meier ist zertifizierte Jivamukti-Yogalehrerin und absolviert derzeit die Ausbildung im Anusara Yoga. Das YOGA JOURNAL-Sonderheft „Dein Yoga“ ist ab 30. September im Handel und versandkostenfrei unter www.yogajournal.de bestellbar.
Vieles ist in Griechenland immer noch Männersache – Yoga nicht. Aus weiblicher Perspektive sehen manche Dinge anders aus: Yogalehrerin Ekaterini Labropulu blickt von Deutschland aus auf die Entwicklungen in ihrem Heimatland.
Interview mit Christina Raftery
Ekaterini, du unterrichtest Yoga in München. Wie sieht es mit Yoga in deiner griechischen Heimatstadt aus?
Obwohl meine Heimatstadt Larissa 180.000 Einwohner hat, ist Yoga noch nicht sehr bekannt, ich kenne kein reines Yogacenter. Die Stadt Larissa bietet Yogakurse an, allerdings nur für Frauen – was ohnehin meist der Fall ist. Der Grieche Zorbas ist leider noch nicht so weit, ihn bekommen wir nicht auf die Matte, und die Männer, die tatsächlich Yoga üben, sind junge Leute, die ein wenig erweiterten Horizont haben. Insgesamt gilt Yoga als exotisch, dazu kommt die Krise: Zuerst müssen Miete und Lebenshaltungskosten sicher gestellt werden, dann erst kommen Körper und Geist. Doch Yoga wird mittlerweile wahr genommen, und mein Sohn hat in Larissa sogar eine griechische Übersetzung der Bhagavad Gita entdeckt.
Was sagt die griechisch-orthodoxe Kirche zu dieser Entwicklung?
Das ist ein heikles Thema. Neulich habe ich mit der Tochter einer langjährigen Freundin, die seit zwanzig Jahren als Nonne in einem Kloster in der Nähe von Athen lebt, telefoniert. Als sie hörte, dass ich Yogalehrerin geworden bin, sagte sie, ich zitiere: „Yoga ist eine Para-Religion. Sie wollen dich von Gott entfernen und sie sind Feinde der orthodoxen Kirche. Nach einem langem Disput über den Unterschied zwischen Religion und Philosophie kamen wir zum Glück zu der Einigung, dass nur ein Gott existiert.
Die orthodoxe Kirche polemisierte bis vor etwa drei Jahren in den Medien kräftig gegen Yoga. Dieses Neue und Unbekannte, das aus Fernost kommt, ist dem Patriarch äußerst suspekt. Es gab eine Zeit, in der der Pfarrer am Sonntag in der Kirche jedes Mal gepredigt hat, dass wir zusammen halten müssen und uns nicht vom Satan „Yoga“ verführen lassen dürfen. Durch die Krise ist das Thema „Yoga“ etwas in den Hintergrund getreten.
Du unterstützt unter anderem mit Sammlungen und Yoga-Events einen Kindergarten in Larissa, der von der Wirtschaftskrise stark betroffen ist. Welche Auswirkungen der Krise beobachtest du weiterhin generell und in deinem Bekanntenkreis? (Wie) kann Yoga hier helfen?
Weil die Eltern kein Geld mehr hatten, um ihre Kinder in eine private Einrichtung zu schicken, wurde dieser Kindergarten gegründet, der ausschließlich durch Spenden gefördert wird. Staatliche Kindergärten gibt es nicht! Eine befreundete Lehrerin sagte zu mir, sie könne in der Pause ihre Brote nicht mehr vor den Kindern essen, da diese nichts dabei hätten. Da habe ich eine Spendenaktion gestartet und den Erlös nach Griechenland geschickt.
Mein Land wird ärmer und ärmer. Trotzdem könnte Yoga helfen, unsere doch sehr materialistische Einstellung zu ändern. Yoga könnte helfen, den Weg nach innen zu finden.
Welche traditionellen griechischen Werte haben in deiner Biografie eine Rolle gespielt? Wie siehst du sie heute, auch aus yogischer Perspektive?
Ich komme aus einer patriarchalischen und tief religiösen Familie. Meine Eltern sind in der Türkei geboren und 1922 vertrieben worden. Meine Mutter hat mich mit 40 Jahren geboren, als neuntes und letztes Kind. Mein Vater hat mir schon früh zu verstehen gegeben, dass die Rolle einer Frau ist, Kinder auf die Welt zu bringen, dem Mann zu gehorchen und ihm den Haushalt zu führen. Deshalb musste ich mit vierzehn Jahren das Gymnasium abbrechen und heiraten. Mit fünfzehn habe ich meinen ersten Sohn bekommen. Mit sechzehn kam die Scheidung. Sechs Jahre später habe ich wieder geheiratet und mit 23 Jahren meinen zweiten Sohn auf die Welt gebracht. Mein Vater hat immer über mein Leben bestimmt, bis ich 1987 nach Deutschland ausgewandert bin.
Er hat mir Anstand, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein, Disziplin, Mut, Gehorsam und griechisches Traditionsdenken eingeimpft. Meine Mutter, eine Analphabetin, hat mir sehr stark das Vertrauen in Gott, Respekt, Moral, Schamgefühl, Bescheidenheit, Demut, Mitgefühl, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft vermittelt. „Tue Gutes und lass es gut sein“: Pures Bhakti Yoga.
Wie verlief deine erste Begegnung mit Yoga?
Als ich 1999 in Berührung mit Yoga kam, war mein Schamgefühl sehr stark ausgeprägt. Ich fand, dass das Yoga-Outfit viel zu viel Haut zeigte. Das Umziehen in Umkleideräumen war gegen meine Moral. Meine größten Probleme hatte ich mit körperlicher Berührung bei Korrekturen durch den Lehrer – so etwas durfte nur mein Mann. Und dann die Anweisung „Öffne dein Herz“: Sie widersprach Mutters Theorie, dass der Mann dich vom Bauchnabel bis zur Fußzehe kennen darf und vom Bauchnabel bis zum Kopf nichts wissen muss. Die Inhalte von Herz und Seele dürfe ich für mich behalten… Damals habe ich sie ausgelacht, aber heute denke ich, dass dies nicht ganz verkehrt ist.
Wenn ich meine Werte heute aus der yogischen Sicht betrachte, ähneln sie den Yamas und Niyamas. An sich selbst zu arbeiten, ist der Schlüssel für eine gesunde Lebenseinstellung und gute zwischenmenschliche Beziehungen.
Ein langjähriger Prozess, der mich unaufhörlich das eine lehrt: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
Ekaterini Labropulu unterrichtet in München Jivamukti Yoga.
Es gibt zwei Gruppen von Yogis: Die, die den Schulterstand lieben, und die, die ihn am liebsten aus dem Unterricht verbannen würden. Ob man die Haltung liebt oder verabscheut, hängt meistens davon ab, ob man mit dem Körper eine senkrechte Linie bilden kann. Ein stabiler Schulterstand ist einfach und fühlt sich gut an. Ein wackeliger, schiefer Schulterstand macht dagegen keinen Spaß, ist schwierig und vielleicht sogar schmerzhaft.
Mit den richtigen Hilfsmitteln fühlt sich ein korrekt ausgerichteter Schulterstand stabil und leicht an.
Verschiedene Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit man in dieser Haltung gerade und aufrecht stehen kann. Eine der wichtigsten ist, dass man die Arme hinter dem Rücken fest gegen den Boden drückt und dabei den Brustkorb geöffnet hält. Dafür müssen zwei Muskeln flexibel sein: der M. pectoralis major (Großer Brustmuskel) und der M. anterior deltoid (vorderer Deltamuskel). Das Dehnen dieser Muskeln – oder das Kompensieren der fehlenden Länge – kann die Qualen eines schlecht ausgerichteten in das gute Gefühl eines aufrechten Schulterstandes verwandeln.
Hochgestapelt
Damit sich der Körper im Schulterstand vertikal nach oben strecken kann, muss er durch das Skelett unterstützt werden. Das heißt, die Knochen müssen sauber übereinander stehen, um den Großteil des Gewichts zu tragen. Dann müssen die Muskeln kaum Arbeit leisten, außer kurzzeitig, um die Position der Knochen wieder zu korrigieren, falls sie sich in der Haltung leicht verschieben. Bauch und Brustkorb haben durch die entspannten Muskeln mehr Platz und eine freiere Atembewegung wird möglich. Zusammengefasst: Wenn es Ihnen möglich ist, das Skelett korrekt auszurichten, benötigt die Haltung minimale muskuläre Anstrengung und der Atmen fließt frei. Sie ermüden nicht so schnell und können für einen längeren Zeitraum in der Haltung bleiben. Die physiologische Wirkung der Asana entfaltet sich erst durch das längere Halten. Die Nacken- und obere Schultermuskulatur wird durch die starke Streckung entspannt, da die Nervenaktivität unterbrochen wird, die diesen Bereich sonst unter Anspannung hält. Die Umkehrhaltung stimuliert die Blutdrucksensoren im Nacken und oberen Brustkorb sowie die Reflexe, die das Gehirn beruhigen, das Herz langsamer schlagen lassen und die Blutgefäße entlasten.
Dagegen befinden sich in einem schlecht ausgerichteten Schulterstand die Schulterblätter, die Wirbelsäule, das Becken und die Beine nicht in einer senkrechten Linie. In diesem Fall bewirkt ihr Körpergewicht, das sich der ganze Körper in den Gelenken beugt: Aufgrund der Beugung in den Hüftgelenken hängen die Beine über dem Kopf. Durch die Neigung des Beckens krümmt sich die Wirbelsäule und die Brust sinkt ein. Um den Körper dennoch gegen die Schwerkraft nach oben zu ziehen, bedarf es einer starken Muskelanstrengung, vor allem in den M. erector spinae (Rückenstrecker) und den M. deltoideus posterior (hintere Deltamuskel) der Schultern. Wenn die Ausrichtung nicht stimmt, arbeiten diese Muskeln nicht nur zwischendurch, um die Stellung der Knochen zu korrigieren, sondern sind konstant angespannt, um gegen die Schwerkraft zu arbeiten. Und: Sie können sich noch so sehr anstrengen, der Brustkorb wird auf der Vorderseite teilweise zusammengedrückt und die Atmung ist erschwert. Hinzu kommt, dass sich Ihre Arme ohne die nötige Flexibilität im Brustkorb und in den Schultern wahrscheinlich vom Boden abheben. Der Körper fängt an zu wackeln und Sie müssen erst recht strukturelle Korrekturen vornehmen, indem sie die sowieso schon angespannten Rückenmuskeln noch stärker einsetzen müssen. Die Kombination aus angespannten Muskeln, Schwierigkeiten beim Atmen und permanenter Wachsamkeit verursacht schnell Ermüdung und oftmals auch stechende Schmerzen im Rücken oder in anderen Körperteilen.
Beugen und Strecken
Bisher haben wir den Fokus hauptsächlich auf die Arme, den Brustkorb und die Schultern gelegt. Ob man den Körper im Schulterstand vertikal ausrichten kann, hängt allerdings auch teilweise davon ab, wie flexibel die Nackenmuskulatur ist. Sind die Nackenmuskeln verkürzt, können Sie dies ausgleichen, indem Sie die Schultern auf einer gefalteten Decke ablegen und den Kopf auf der Erde platzieren. Dadurch muss sich der Nacken nicht so stark dehnen, um den Körper in eine senkrechte Position zu bringen. Ihre Fähigkeit, aufrecht im Schulterstand zu stehen, hängt nun stärker davon ab, wie weit Sie Ihre Schultern strecken können.
Um eine intensive Schulterdehnung zu erfahren, verschränken Sie im Stand Ihre Finger hinter dem Rücken und heben Sie Ihre Arme und den Brustkorb nach oben an, während Sie die Schultergelenke gleichzeitig nach hinten und unten rollen. Diese Bewegung der Arme nach hinten und oben führt zu einer Extension der Schulter. Je höher Sie Ihre Arme nach oben heben können, ohne dass dabei der Brustkorb oder die Schultern einsinken, desto größer ist die Chance, dass Sie eine angenehme vertikale Ausrichtung im Schulterstand erreichen. Wenn Sie genügend Bewegungsspielraum im Schulterbereich haben und diese Aktion auch im Schulterstand ausführen können – indem Sie die Rückseiten der Oberarme hinter sich fest in die Matte drücken – lastet Ihr Körpergewicht gleichmäßig auf beiden Schultern. Der Brustkorb wird nach vorne in eine geöffnete senkrechte Position gebracht.
Um in einen senkrechten Schulterstand zu kommen, müssen Brustkorb und Schultern beweglich genug sein, damit die Brust in eine aufrechte Position kommen kann. Gleichzeitig müssen die Ellenbogen und die Rückseite der Oberarme fest in den Boden direkt hinter den Schulterblättern drücken.
Ist diese Flexibilität erreicht, können Sie die Ellbogen beugen und die Handflächen an die hinteren Rippenbögen legen. Sie können das Gewicht Ihres Oberkörpers in den Händen ruhen lassen und von dort über die Unterarme und Ellbogen an die Erde abgeben. Wenn Sie Ihre Hände nahe genug zu den Schultern bringen, können Sie Ihre Unterarmknochen zwischen Ihren Rippen und dem Boden stabilisieren, wodurch eine Art Stützpfeiler für den oberen Rücken und die Brust entsteht. Der Großteil des Gewichts wird von den Rücken- und Schultermuskeln genommen. Gleichzeitig wird die vertikale Linie Ihres Knochengerüstes stabiler, indem es fest im Boden verankert wird. Diese Aktivität ist der Schlüssel für einen entspannten Schulterstand.
Für die Position der Arme müssen der M. pectoralis major (Großer Brustmuskel) und der vordere (anterior) Teil des M. deltoideus (Deltamuskel) flexibel sein. Der M. pectoralis major verbindet die Vorderseite des Oberarmes mit dem Schlüsselbein (Clavicula) und dem vorderen Teil des Brustkorbs (dem Brustbein, den Rippenknorpeln und dem Bindegewebe des oberen Bauches). Wenn sich der linke und rechte M. pectoralis major gleichzeitig zusammenziehen, bewegen Sie die Arme nach vorne (Flexion), vor dem Körper zueinander (Adduktion) und nach innen (Innenrotation). Sind diese Muskeln allerdings verkürzt, werden Sie im Schulterstand Ihre Arme hinter dem Rücken nicht vollständig strecken können. Entweder heben sich die Ellbogen von der Matte, wenn sich Ihr Brustkorb nach vorne bewegt, oder der Brustkorb sinkt ein, wenn sich die Ellbogen zum Boden bewegen. Durch die Adduktion und Innenrotation der großen Brustmuskeln rutschen die Ellbogen auseinander, so dass sie den Oberkörper nicht mehr von hinten stützen können.
Der vordere Teil des M. deltoideus verbindet den oberen äußeren Teil des Armes mit dem äußeren Bereich des Schlüsselbeins, ziemlich nahe der Verbindung zwischen Schlüsselbein und dem oberen Teil des Schulterblattes. Wenn sich der vordere Teil des Deltamuskels zusammenzieht, hebt er den Arm nach vorne (Flexion der Schulter). Ist er verkürzt, schränkt das die Fähigkeit ein, den Arm nach hinten zu strecken (Extension der Schulter). Im Schulterstand verhindern verkürzte M. deltoideus anterior, dass die Ellenbogen den Boden erreichen. Oder: Wenn Sie die Ellenbogen ganz bis auf Boden bringen, sinken die Spitzen der Schultern zur Brust.
Hilfsmittel
Die offensichtliche Lösung ist, die verkürzten Muskeln regelmäßig und allmählich stärker zu dehnen, bis die Oberarme in dieser Haltung den Boden direkt hinter dem Rücken erreichen. Zwischenzeitlich können Sie Hilfsmittel benutzen, um den Dehnungsprozess zu unterstützen und den Schulterstand nicht nur als erträglich, sondern sogar als angenehm zu erleben.
Um die Oberarme enger zusammen zu halten, können Sie einen Gurt verwenden, den Sie in einer Schlaufe direkt oberhalb der Ellbogen um die Arme legen (schlafen die Arme dabei ein, sollten Sie den Gurt etwas lockern oder ganz entfernen). Um die Oberarme zu erden, können Sie eine keilförmige Unterlage oder eine gefaltete Yogamatte unter ihre Ellenbogen legen.
Praktisch umgesetzt
Bei verkürzten M. pectoralis und M. deltoideus anterior falten Sie vier Yogadecken wie folgt: Als erstes legen Sie jede Decke halb zusammen, indem sie die beiden kurzen Enden aufeinander legen. Dann falten Sie das entstandene Rechteck wieder in der Hälfte, so dass die beiden kurzen Enden aufeinander liegen. Zum Schluss falten Sie die Decken nochmal in der Hälfte – mit den beiden kurzen Enden zueinander. Jede Decke sollte nun eine lange, gefaltete Kante besitzen. Stapeln Sie nun die vier Decken mit den gefalteten Kanten sauber übereinander. Platzieren Sie den Stapel ungefähr 20 bis 30 Zentimeter vor einer Wand, so dass die gefalteten Kanten von der Wand weg zeigen.
Falls Sie eine keilförmige Unterlage haben, die lang genug ist, um beide Ellenbogen zu unterstützen, legen Sie diese auf die Seite der Decken, die zur Wand hin zeigt. Die höhere Seite liegt zur Wand hin. Besitzen Sie kein keilförmiges Hilfsmittel, falten Sie einfach eine Yogamatte mit den Enden zueinander und dann noch zweimal in der gleichen Weise, bis Sie ein langes schmales Rechteck haben. Platzieren Sie die gefaltete Matte auf der Seite der Decken, die näher an der Wand ist. Nehmen Sie nun einen Gurt und bilden Sie damit eine Schlaufe, die so weit wie der Abstand Ihrer Schultern ist (oder noch weiter, falls Ihre Schultern nicht flexibel sind).
Halten Sie den Gurt in einer Hand, legen Sie sich auf die Decken und strecken Sie die Beine an der Wand nach oben. Platzieren Sie Ihre Schultern etwa fünf Zentimeter von der gefalteten Kante der Decken weg auf dem Boden. Beugen Sie die Knie, drücken Sie die Füße in die Wand und heben Sie die Hüften.
Legen Sie nun die Schlinge des Gurtes um die Oberarme, direkt über den Ellbogen. Drehen Sie die Handflächen zur Decke und verhaken Sie die kleinen Finger (Sie können auch alle Finger ineinander verhaken). Strecken Sie Ihre Ellbogen, drehen Sie die Oberarme nach außen und drücken Sie die Rückseite Ihrer Oberarme in die Unterlage. Bewegen Sie die Hüften und den Brustkorb weiter von der Wand weg. Verlagern Sie Ihr Gewicht leicht und vorsichtig von einer Seite zur anderen und rollen Sie die Spitzen der Schultern nach hinten zur Wand, bis Sie direkt auf dem oberen Teil der Schultern stehen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Nacken dabei nicht verletzen, indem Sie die Schultern zu schnell und zu weit in die Position bringen. Kommen die Schultern nicht gleich beim ersten Mal direkt unter den Körper, versuchen Sie es, so weit es geht. Nur die Basis des Nackens sollte auf den Decken liegen, der Rest verlängert sich über die Kante hinaus.
Lösen Sie Ihre verhakten Finger, beugen Sie die Ellenbogen und bringen Sie die Handflächen an Ihren Rücken (es ist wichtig, dass Ihre Hände am Rücken nicht rutschen, platzieren Sie sie deshalb unter Ihrem Shirt auf der Haut). Laufen Sie nun mit den Händen nach oben zu den Schulterblättern. Dann, ohne dass die Hände die Position verlassen, legen Sie sie flach an den Rücken und drücken Sie diesen nach vorne.
Wenn Sie bereit sind, nehmen Sie Ihre Beine langsam von der Wand. Aktivieren Sie die Beinmuskulatur, indem Sie die Muskeln zu den Knochen ziehen, um somit eine größere vertikale Stabilität zu schaffen. Seien Sie vorsichtig, dass Sie nicht das Gleichgewicht verlieren und fallen. Versuchen Sie, eine gerade Linie von den Schultern durch die Hüftgelenke bis zu den Fußgelenken zu schaffen. Bringen Sie den gesamten Körper so weit in die Senkrechte, bis Sie ein Gefühl der Leichtigkeit spüren und die Muskulatur des unteren Rückens und Bauches sich entspannt. Blicken Sie sanft zu Ihrem Brustkorb. Bleiben Sie so lange in der Haltung, wie es für Sie angenehm ist. Um wieder nach unten zu kommen, entfernen Sie als erstes den Gurt und bringen Sie anschließend Ihre Hüften zum Boden.
ACHTUNG:
Vermeiden Sie den Schulterstand während der Periode, bei Nackenverletzungen, Glaukom (Grüner Star) oder Bluthochdruck. Bei Schmerzen sollten Sie sofort aus der Haltung kommen und sich Rat bei einem erfahrenen Yoga-Lehrer holen.
Dr. Roger Cole (rogercoleyoga.com) ist zertifizierter Iyengar-Yogalehrer in Del Mar, Kalifornien, USA.
Lance Schulers Erscheinung ist das, was im Englischen als „weathered“ bezeichnet wird: Von den Wettern der Natur und des Lebens gezeichnet. Als Basis seines Unterrichts bezeichnet der Gründer von Inspya (Integrated South Pacific Yoga Academy) Yoga die Rückkehr zur (menschlichen) Natur. Im YOGA JOURNAL-Interview spricht der gebürtige Neuseeländer über Autorität, yogische Freiheit und Angsttherapie mit Schlangen.
Interview: Christina Raftery
YOGA JOURNAL: Lance, du bist auf einer Farm in Neuseeland aufgewachsen und lebst nahe des australischen Yoga-Mekkas Byron Bay. Deine Workshops und Teacher Trainings unterrichtest du aber weltweit. Ist modernes Yoga vor allem eine interkulturelle Praxis?
Lance Schuler: Für mich hat die Yoga-Praxis viel mit konstanter Veränderung zu tun. Ja, ich unterrichte gerne innerhalb anderer Kulturkreise. In den letzten Jahren habe ich viel in China gearbeitet. Dort setzte ich den Fokus auf physische Stärke: Chinesische Schüler haben einen einfachen Zugang zu den Haltungen, finden aber oft wenig Stabilität. In Deutschland hingegen wird viel auf Kraft gesetzt, aber die Struktur der Positionen fällt schwer. In gewisser Weise müssen in China die Frauen ihre männliche Seite entdecken, in Deutschland die Männer ihre weibliche.
Welche Herausforderungen birgt das für dich als Lehrer?
Überall unterschiedliche. Man muss die individuellen Stärken und Schwächen der jeweiligen Kultur erspüren, was hochinteressant ist. Aus dieser Individualität entsteht Unterstützung für eine viel größere Gemeinschaft.
Laut populärer Auffassung haben die Menschen in Asien einen ausgeprägten Zugang zur Spiritualität…
… was ich nicht unterschreiben kann. Besonders die Generation zwischen 20 und 35 hat das westliche Prinzip als Vorbild: Ununterbrochen kommunizieren, essen – all diese Projektionen nach außen. Vor allem in China merke ich, dass Yoga gebraucht wird, dass die Menschen eine spirituelle Praxis belebend finden. Oft halte ich meine Asana-Klassen dort in totaler Stille ab. Für viele ist Yoga die erste Gelegenheit iüberhaupt, in ihr Gefühlsleben einzutauchen – eine Gelegenheit, sich selbst zu entdecken. Meistens gefällt es ihnen sehr: Sie sind es nicht gewohnt, ihre Gedanken zu befreien. Das ist im Rahmen des chinesischen Staatssystems radikal.
Brauchen sie auf diesem Weg dennoch Autorität?
Ja, es ist Teil ihrer Kultur.
Im November unterrichtest du wieder in Deutschland. Wie sieht es hier aus?
Deutschland scheint immer noch stark von seiner Vergangenheit geprägt zu sein. Wir müssen allerdings in der Gegenwart leben und für die Zukunft Sorge tragen. Ob historisch oder individuell bedingt: Viele Menschen scheinen Schuld mit sich zu tragen, die sich in ihrem Körper und in den Asanas manifestiert. Ich versuche sie anzuleiten, sich gegen diese Haltung zu entscheiden. Wir müssen diese Dinge loswerden. Das sehe ich als zentralen Aspekt meines Unterrichts: Ich weiß alles über Physiologie, die integrale Struktur und Natur der Asanas. Aber letztlich nutze ich das Wissen als Werkzeug, um in die tieferen Schichten des Lebens einzusteigen. Ich wünsche mir eine Kultur der Liebe. Bhakti. Das ist meine Aufgabe und meine eigene Praxis.
Wie vermittelst du das in deinen Teacher Trainings?
Als Lehrer sollte man vor allem aufmerksam und präsent sein. Und seinen Plan aus dem Fenster werfen, sobald die Einheit einer Gruppe auseinanderfällt. Yoga-Unterricht ist eine kontinuierliche gegenseitige Übersetzung.
Welche Qualitäten braucht ein überzeugender Yoga-Lehrer?
Ein gewisses Maß an Charisma, das normalerweise aus der eigenen Erfahrung mit Yoga kommt. Formal braucht man eine fundierte Ausbildung, aber das Wichtigste ist Zeit auf der Matte und dem Meditationskissen. Man sollte geradezu rituell praktizieren und Yoga vor allem leben. Dann sieht man nicht nur den größeren, sondern vor allem den echten Zusammenhang, die wahre Natur der Dinge.
Auch seine eigene Natur?
Ein weiteres Geschenk auf dem Weg, der sich nicht nur in Sprüngen auf der Yogamatte äußert. Bei der Entdeckung der eigenen Natur hilft die äußere Natur! Deshalb lebe ich auf 15 Hektar Land im australischen Busch, gemeinsam mit Schlangen und Alligatoren. Kürzlich habe ich eine kleine Kobra mit in meine Philosophie-Klasse genommen. Auf dem Weg hat sie sich aus meinem Griff gelöst und mir eine Art Peitschenschlag versetzt.
Oh.
Es war nur eine kleine, ungiftige Kobra. Ich habe sie trotzdem in den Unterricht mitgenommen, auf meinem inzwischen blutigen Arm. Für viele Teilnehmer war es die erste Gelegenheit in ihrem Leben, ein solches Tier zu berühren.
Zu berühren?
Eine großartige Möglichkeit, Ängste zu lösen. Das ist meine Methode: Situationen kontrollierter Angst zu schaffen und die Menschen auf den Kopf zu stellen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Umkehrhaltungen arbeiten mit der gleichen Sorte Angst.
Eine interessante Pädagogik.
Sie kann dazu führen, dass Schüler im Laufe eines Teacher Trainings erkennen, dass sie gar nicht unterrichten wollen. Und regt mich immer wieder dazu an, meine eigene Auffassung des Lehrens zu hinterfragen. Was heißt Unterrichten eigentlich? Für mich eigentlich eher Anleiten, durch ein System führen. Den wahren Lehrer haben wir nämlich in uns. Es ist unser natürlicher Zustand, und ich möchte Schülern helfen, ihn wiederzufinden.
Trotzdem nimmst du als Lehrer oder Ausbilder eine Sonderrolle ein. Wie gehst du mit diesem Privileg um?
Ein wichtiger Teil der menschlichen Natur ist das Ego. Meine Herkunft hilft mir, meines nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. Das Leben hat mir einige Rauheiten verpasst: Ich bin mit fünf Brüdern auf einer Farm aufgewachsen, manchmal frage ich mich, wie wir überlebt haben (lacht). Ich habe professionell Judo und Rugby betrieben, führte ein Riverrafting-Unternehmen, surfe und fliege mit dem Drachen. Ich habe gelernt, den Körper als wertvolles Instrument auf dem Weg zum Inneren zu benutzen. Meine erste Yogastunde fand in einer Kirche statt, gemeinsam mit sechs schweren Seniorinnen mit blauen und lila Haarsträhnen. Ihre Praxis war sehr inspirierend.
Deine Inspya-Methode kombiniert die Präzision des Iyengar mit dem Fluss des Vinyasa.
So hat es sich im Laufe der Zeit entwickelt. Ich möchte das ganze Feld des Yoga abdecken und einen Weg zu physischer, intellektueller, emotionaler und spiritueller Stabilität unterrichten. Der Flow wiederum weckt die Lethargie des Körpers und verfeinert das zentrale Nervensystem und lässt es autonom arbeiten.
Wie stehst du zu Yoga als weltweitem Trend?
Ich habe nichts gegen das „weltweit“. Bringen wir es in die Welt, um Heilung zu erreichen! Heilung, keine Erlösung – dazu taugt Yoga nicht. Es ist ebenso Freude wie harte Arbeit, manchmal durchaus Leiden. Wieso auch nicht? Wir sollten die Traditionen nicht vergessen, sonst haben wir irgendwann zahllose Stile beliebigen Disco-Yogas. Letztlich zählt, die Praxis in den Alltag zu bringen. Das Leben ist einfach eine größere Matte.
„Alchemie und Ekstase“: Unter diesem viel versprechenden Titel unterrichtet Lance Schuler vom 8. bis 12. November 2010 ein Intensivtraining im Yogaraum Hamburg (www.yogaraum-hamburg.de), wo er im Juni und Juli 2011 ebenfalls eine Yogalehrer-Ausbildung leiten wird. Am 15.11.2010 ist er für eine Masterclass zu Gast bei Cool Yoga Dortmund (www.coolyoga.de).
Amma Amma Taye
Akhilandeshwari Niye
Annapurneshwari Taye
Om Adi Parashakti Niye
„Oh Mutter, geliebte göttliche Mutter,
Göttin des Universums,
die du alle Wesen ernährst,
du bist die höchste Kraft.“
„Amma“ ist wie „Mama“ einer der ersten Wortlaute, den Kinder auf der ganzen Welt von sich geben. Wir öffnen und schließen den Mund, während wir einen A-Laut von uns geben – und meinen damit unsere Mutter. Ebenso öffnen und schließen wir den Mund, um Nahrung aufzunehmen. Dieses einfache Mantra, das als Bhajan (religiöses Volkslied im Hinduismus) bekannt geworden ist, nachdem es die indische Meisterin Amma gesungen hatte, drückt unsere Liebe zur göttlichen Mutter aus, die ohne Unterbrechung durch das Universum hindurch wirkt und die uns tagtäglich mit Nahrung versorgt. „Eshwari“ bedeutet „höchste Göttin“, die über das Universum („Akhilam“) herrscht. „Anna“ ist Sanskrit für „Nahrung“ und „Annapurna“ ist „die Nahrung spendende Göttin“.
Denkt daran, wenn ihr esst: Nahrung ist heilig. Durch das Essen nehmen wir die göttliche Energie auf, die uns am Leben hält. Drei gesungene „Oms“ vor dem Essen reichen aus, um uns auf die Schwingungsebene zu bringen, auf der wir bewusst essen.
Von Philipp Stegmüller; Titelbild via unsplash.com // Annie Spratt
Der Münchner Musiker leitet Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen. (www.mantra-singing-circle.de)