Home practice: Schrittweise zur eigenen Praxis

Sommerpause

Die Wärme genießen, spielerisch und mit Leichtigkeit praktizieren – diese lockere, fließende Sommersequenz können Sie auch im Garten oder am Strand üben.

Einstimmung

Stehen Sie in der Berghaltung (Tadasana) mit vor dem Herzen aneinander gelegten Handflächen (Anjali Mudra). Vertrauen Sie darauf, dass sich alles genau so entwickelt, wie es soll. Dann lösen Sie die Hände und öffnen sich für die Bewegung. Verbinden Sie sich mit Ihrem Atem und üben Sie fünf Durchgänge des Sonnengrußes (Surya Namaskar).

Ausklang

Legen Sie in Rückenlage die Beine in die gebundene Winkelhaltung (Supta Baddha Konasana). Eine Hand liegt oberhalb des Nabels, die andere auf dem Herzen. Nehmen Sie den Vorsatz, sich körperlich und geistig Raum zu geben, tief in sich auf. Spüren Sie, dass keine Widerstände mehr da sind und Sie sich öffnen können. Nach zwei vbis drei Minuten strecken Sie die Beine aus und kommen zur Endentspannung in Shavasana.

„Summertime, and the livin’ is easy…“ Der berühmte Gershwin-Song bringt die Stimmung auf den Punkt: Yoga im Sommer soll sich frei und leicht anfühlen. Genau diese Frische hat die Vinyasa-Lehrerin Kathryn Budig in ihrer Sequenz eingefangen. Egal ob Sie die Übungen mitnehmen zu einer Ferienwoche am Strand oder als kleine Auszeit in den Alltag einbauen: Sie öffnen Körper und Geist, kräftigen die Muskeln und bereiten Sie auf das Strandleben vor.

Asana-Praxis hilft Raum zu schaffen – im Körper genauso wie in Gedanken und Überzeugungen. Sich öffnen, loslassen und in allen Lebensbereichen zu mehr Freiheit finden, dazu ermutigt auch diese Sequenz. Die Rückwärtsbeugen, rumpfkräftigenden Übungen und Hüftöffner unterstützen die innere Öffnung und bauen Kraft und Selbstvertrauen auf. Beides können Sie dann in den beiden abschließenden seitlichen Bretthaltungen (Vasishthasana) mit großer Geste zum Ausdruck bringen. Dennoch soll es sich leicht und spielerisch anfühlen. Hauptsache, Sie versteifen sich nicht auf Perfektion: Es ist nicht so wichtig, ob das obere Bein ganz gestreckt ist. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, den unteren Fuß fest im Boden zu verwurzeln und beobachten Sie, wie viel leichter es dann fällt, den Rest des Körpers anzuheben und zu entfalten. Dabei muss man allerdings bereit sein, sich auch in seiner Verletzlichkeit zu zeigen: „Seien Sie drauf gefasst umzukippen und probieren Sie es gleich nochmal“, rät Kathryn Budig. „Haben Sie einfach Spaß, statt allzu ehrgeizigen Zielen nachzueifern!“ Anders gesagt: Holen Sie die Leichtigkeit des Sommers in Ihre Yoga-Praxis!

1 Virasana (Heldensitz)

Beginnen Sie im Vierfüßlerstand und setzen Sie sich von dort aus bequem zurück zwischen die Füße. Sollten Knie oder Fußgelenke in dieser Haltung schmerzen, legen Sie einen oder zwei Klötze unter das Gesäß. Drücken Sie die kleinen Zehen sanft in die Matte, schieben Sie das Steißbein nach unten und heben Sie die Beckenkämme etwas an, gleichzeitig ziehen Sie die Rippenbögen leicht nach innen. Das Brustbein ist angehoben, die Schultern sind nach hinten gerollt. Im Heldensitz angekommen üben Sie Ujjayi Pranayama (die siegreiche Atmung).

2 Nach unten schauender Hund auf einem Bein, Variante

Vom Heldensitz kommen Sie zurück in den Vierfüßler und von dort in den Hund (Adho Mukha Shvanasana). Heben Sie das rechte Bein und öffnen Sie die rechte Hüfte zur Seite. Dann beugen Sie das gehobene Bein und ziehen den Fuß sanft in Richtung linke Pobacke. Wichtig: Die Schultern bleiben dabei auf einer Höhe und die Schulterblätter sind zurück gerollt. Nach acht tiefen Ujjayi-Atemzügen senken Sie das Bein und wechseln Sie die Seiten. Anschließend kommen Sie zurück in den Hund.

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3 Bretthaltung mit Kopf zum Knie

Aus dem Hund bewegen Sie die Schultern nach vorne bis über die Handgelenke und ziehen Sie das rechte Knie an die Brust. Bringen Sie dabei die Hüften auf die gleiche Höhe wie die Schultern und machen Sie den oberen Rücken rund. Das linke Bein schiebt kraftvoll nach hinten. Die Schulterblätter wandern nach außen, so dass der Rücken noch runder wird. Ziehen Sie den rechten Oberschenkel noch etwas enger an den Brustkorb heran und die rechte Ferse zum Gesäß und versuchen Sie, Ihr Kinn zum Knie zu bringen. Nach fünf bis acht Atemzügen strecken Sie das rechte Bein nach hinten, kommen Sie zurück in den Hund und wechseln Sie dann die Seiten.

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4 Gleichgewichtshaltung aus dem Vierfüßler

Kommen Sie aus dem Hund in den Vierfüßlerstand. Strecken Sie den rechten Arm nach vorne und das linke Bein nach hinten. Ziehen Sie dabei die Rippen leicht nach innen und schieben sich kraftvoll durch die Fingerspitzen nach vorne und durch die Zehen zurück. Spüren Sie diese Energiebahn durch Ihren Körper? Dann beugen Sie das linke Bein, drehen den rechten Arm nach hinten und greifen damit den linken Fuß. Drücken Sie das linke Schienbein nach hinten und heben Sie den Fuß. Nach acht Atemzügen kommen Sie zurück in den Vierfüßlerstand und üben die andere Seite.

5 Utthan Pristhasana (Eidechse)

Gehen Sie aus dem Vierfüßler heraus in den Hund. Von dort aus schwingen Sie den rechten Fuß nach vorne undBildschirmfoto 2013-12-09 um 17.51.13 Kopie setzen ihn neben die Außenseite der rechten Hand. Dann senken Sie die Unterarme auf den Boden oder auf Klötze ab. Dabei strebt das Brustbein nach vorne, die Schulterblätter sind zurückgerollt und das rechte Knie bleibt dicht bei der Schulter. Nehmen Sie sich zehn bis zwanzig Atemzüge lang Zeit. Dann strecken Sie die Arme wieder und kommen Sie zurück in den Hund. Bevor Sie die Seiten wechseln, bauen Sie ein Vinyasa (einen dynamischen Wechsel aus nach unten und nach oben schauendem Hund) ein.

6 Anjaneyasana (Tiefer Ausfallschritt), Variante

Der rechte Fuß schwingt aus dem Hund nach vorne zwischen die Hände und das linke Knie sinkt zu Boden. Das vordere Knie befindet sich genau über dem Fußgelenk. Dann legen Sie die rechte Hand auf den rechten Oberschenkel und greifen mit der linken Hand den linken Fuß. Richten Sie die linke Seite des Brustkorbes gerade nach vorne aus und heben Sie die vorderen Beckenkämme etwas an, um Spannung im unteren Rücken abzubauen. Mit angehobener Brust bleiben Sie acht Atemzüge lang in der Haltung, dann wechseln Sie nach einem Vinyasa die Seiten.

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7 Urdhva Mukha Shvanasana (nach oben schauender Hund)

Aus dem nach unten schauenden Hund gleiten Sie in den nach oben schauenden. Beugen Sie die Arme ein wenig, halten Sie die Unterarme aber gerade in der Mittelinie. Nun ziehen Sie den Rumpf zwischen den Armen nach oben und stellen sich vor, Ihre Nieren würden sich ausbreiten und nach oben bewegen. Die Kniescheiben sind angezogen und die Zehen fest in den Boden gedrückt. Dann strecken Sie die Arme wieder, bleiben noch zwei Atemzüge lang in der Haltung und legen Sie sich auf den Bauch.

 

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8 Dhanurasana (Bogen)

Beugen Sie in der Bauchlage beide Beine und greifen Sie nach den Füßen oder Fesseln. Öffnen Sie die Brust und drücken Sie die Schienbeine kräftig nach hinten. Stellen Sie sich vor, Sie wollten die Füße so weit nach hinten drücken, bis sie oberhalb der Knie sind. Kopf und Brust sind angehoben, die Schultern aber aktiv gesenkt. Nach acht tiefen Atemzügen kommen Sie zurück in den Hund.

 

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9 Vasishthasana (seitliche Bretthaltung)

Aus dem Hund gehen Sie in die Bretthaltung. Stellen Sie die Füße eng nebeneinander und setzen Sie die rechte Hand mittig auf. Dann rollen Sie sich auf die Außenkante des rechten Fußes. Das Steißbein schiebt in Richtung Fersen und der ganze Körper wird in die Seitenlage gekippt, so dass die Beckenkämme übereinander stehen. Strecken Sie den linken Arm weit nach oben aus. Das rechte Schulterblatt ziehen sanft am Rücken entlang nach unten. Bleiben Sie fünf Atemzüge lang in der Haltung, bevor Sie über die Bretthaltung die Seiten wechseln.

 

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10 Vasishthasana, Variante

Ausgangspunkt ist Vasishthasana auf dem rechten Arm. Drehen Sie das obere Bein auswärts, so dass die Zehen nach oben zeigen. Beugen Sie das Bein, greifen Sie an den großen Zeh und strecken Sie das Bein nach oben. Gleichzeitig drücken Sie die Sohle des rechten Fußes nach unten. Je fester Sie den unteren großen Zeh und die untere Hand in den Boden schieben, desto besser können Sie das Becken anheben. Bleiben Sie mit geweitetem Brustkorb drei bis fünf Atemzüge lang in der Haltung. Dann entspannen Sie sich in Balasana (Stellung des Kindes), bevor Sie die Seiten wechseln.

Text: Diane Anderson; Sequenz von Kathryn Budig

Den ganzen Artikel lesen Sie in unserer Juli/August-Ausgabe 2011.

Lachyoga

Nachbarn haben es manchmal schon nicht leicht, heute Kundalini-Geräusche, morgen Lachyoga-Beschallung. Was sie sich wohl denken, kann man nur erahnen. Das Schöne ist, dass es einem nach 65 Minuten Lachyoga wirklich völlig egal ist. Die Übungs-DVD von Gabriela Leppelt-Remmel hinterlässt ein wohlig ausgeglichenes Gefühl in Bauch und Kopf, so dass man den Untertitel nicht nur versteht, sondern richtiggehend spürt: Lachyoga schenkt Lebensfreude. Für die Übungen hat die Lachyoga-Lehrerin einige Schüler an die Außenalster in Hamburg bestellt (man mag sich die Gesichter der anderen Spaziergänger vorstellen). In der Gruppe werden anschaulich 33 Übungen vorgestellt. Vom Begrüßungslachen und Dschibberisch sprechen führt Leppelt-Remmel über klassische Dehnübungen zu ihren vier abgewandelten Atemübungen. Dafür sitzt sie völlig unprätentiös auf einer kleinen Decke, während im Hintergrund gerade eine Ente ins Wasser watschelt. Der Aufbau ist gut, die Menüführung durch die DVD ebenso. Verbessert werden könnte die Tonqualität. Vom raschelnden Polokragen bis hin zum anfahrenden Auto hört man alles im Hintergrund. Beachten sollte man unbedingt, dass im Gegensatz zu den meisten Home Yoga-DVDs viele Übungen für mindestens zwei Yogi/nis, eher sogar für mehrere, ausgelegt sind. Mit einem Gegenüber kann man einfach besser frech kichernd wie in Übung 31 über sich selber lachen.

Fazit: Die DVD ist insgesamt ebenso sympathisch wie die Lehrerin, mitsamt ihrer Versprecher und ihrem ansteckenden Lachen.

Jennifer Bligh / (Originalfoto des ersten Lachclubs in Mumbai vom Februar 1996)

Lachyoga schenkt Lebensfreude“ von Gabriela Leppelt-Remmel (Via Nova Verlag, ca. 15 Euro)

Titelthema Glück – Dorka Gryllus über künstlerische Freiheit

Die Schauspielerin Dorka Gryllus („Soul Kitchen“, „Schicksalsjahre“) wuchs in Budapest, Ungarn, auf. Dort besuchte sie die Schauspielschule und arbeitete als Film- und Theaterschauspielerin. Ende der 90er Jahre entschied sie sich aus beruflichen und persönlichen Gründen nach Deutschland zu ziehen, wo sie bereits einen Film gedreht hatte. Welche Rolle Freiheit und Heimat für das Lebensglück der 38-jährigen spielen, erzählt sie hier…

„In der Kunst ist Freiheit das Allerwichtigste. Ich wurde in Ungarn geboren – ein Land, wo man zu Zeiten des Kommunismus nicht immer sagen durfte, was man denkt. Für einen Künstler ist es schrecklich, wenn seine Möglichkeiten beschränkt sind. Meine Mutter ist Regisseurin. Sie macht bis heute jeden Morgen eine halbe Stunde Yoga – zum einen, weil es ihrem Rücken gut tut und ihre chronischen Schmerzen dadurch komplett verschwunden sind. Zum anderen half und hilft Yoga ihr aber auch, sich eine innere Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren. Auch ich praktiziere Yoga seit ich acht Jahre alt bin. Nicht regelmäßig – in meinem Leben gibt es eigentlich keine Regelmäßigkeiten, denn ich bin viel mit meiner Band rotfront unterwegs oder drehe -, aber es tut mir und meiner Seele einfach gut.

Es gibt auch heute noch einige Dinge in Ungarn, mit denen ich nicht einverstanden bin. Heute hat man allerdings – im Gegensatz zu früher – die Freiheit, dagegen zu protestieren. Ungarn ist ein kleines Land und man hat vor allem in der Filmbranche dort nicht so viele Möglichkeiten. Das liegt daran, dass die Sprache nicht so verbreitet ist wie etwa die deutsche. Es werden zwar tolle Sachen produziert, aber eben nicht besonders viel. Vor ein paar Jahren hatte ich eine schwierige Zeit. Da ich schon einen Film in Deutschland gedreht und deutsch gelernt hatte, ging ich nach Berlin. Inzwischen liebe ich die Stadt. Dort leben Menschen aus allen Ecken der Welt. Es ist eine freundliche, freie Stadt, die sehr offen ist für andere Kulturen. Trotzdem bleibt Ungarn immer meine Heimat. Ich fahre oft dorthin, auch weil meine Familie dort lebt. Wenn dort etwas schief geht, berührt mich das viel mehr, als wenn in Deutschland etwas schief geht. Eine Mutter kann man sich nicht aussuchen, eine Frau schon. Ungarn ist meine Mutter, Deutschland meine Frau. Ich habe in Berlin meine Freiheit und kann meine Kunst ausleben. Das macht mich glücklich.“

(Protokoll: Simone Schreyer, Foto: Anita Pocsik)

Worauf müssen Veganer achten?

Vegan? Das ist doch ungesund! So lautet ein gängiges Vorurteil. Ob eine tierleidfreie Ernährung wirklich jedem zu empfehlen ist, auch Schwangeren und Kindern, lesen Sie hier.

Der Entschluss, tierische Produkte zu vermeiden, hat verschiedene Motive. Meist sind sie ethischer Natur. Tierrechte, Umweltschutz und Kampf gegen Hunger sind vermutlich die häufigsten. Wer sich mit den Grausamkeiten der Tierindustrie auseinandergesetzt hat, dem wird es nicht nur schwerfallen, bedenkenlos Fleisch zu konsumieren, sondern auch Milch, Milchprodukte und Eier. Aber ist diese Lebensweise auch gesund?

Schadet eine vegane Lebensweise der Gesundheit?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt in ihren Beratungs-Standards von 2009, dass Mangelerscheinungen vermieden werden können, wenn ein Veganer über „ein gutes, umfangreiches Ernährungswissen“ verfügt. Die schwangere Alicia Silverstone jedoch würde von der DGE eindringlich gewarnt werden: „Bei voll gestillten Säuglingen und Kleinkindern vegan ernährter Mütter konnten in Einzelfällen schwere neurologischen Störungen und Störungen der Blutbildung festgestellt werden.“ Da die Nährstoffversorgung bei manchen Bevölkerungsgruppen unzureichend sein könnte, rät die DGE Schwangeren, Stillenden und Kindern aus Vorsorgegründen generell von einer veganen Kost ab.

Anders sieht das die Tierrechtsorganisation PETA, die mächtig die Werbetrommel für die rein pflanzliche Kost rüht. Für Jedermann, egal ob alt oder jung, schwanger oder krank. Veganismus als gesundheitliches Risiko zu sehen – solche Einschätzungen könnten nur Ärzte abgeben, die schlecht informiert sind. Dagegen spricht Dr. med. Ernst W. Henrich in seiner ärztlichen Analyse und Bewertung im Namen von PETA von „der gesündesten Ernährung“ und bringt zahlreiche Studien und Aussagen von Wissenschaftlern als Belege dafür. Veganismus senke das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und an Krebs zu sterben und mindere das Risiko für Diabetes und Übergewicht, kann man in seinem Informationspapier lesen. Eine Meinung, die von vielen Experten geteilt wird. So kommt die Deutsche Vegan Studie 2005 zu dem Schluss: Mit einer veganen Ernährung ist ein Lebensstil verbunden, der als gesundheitsfördernd angesehen werden kann. Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann, der damals die Studie miinitierte, sagte in einem Interview: „Richtig praktiziert ist eine gesunde vegane Ernährung in jeder Altersphase möglich.“ Doch nicht uneingeschränkt. Denn ein weiteres Studienergebnis lautet: Eine erhöhte Zufuhr von Kalzium, Eisen, Jod, Vitamin B12 und alpha-Linolensäure ist anzustreben.

Text: Silvia Schaub

Wer sich überlegt, auf eine vegane Ernährung umzustellen, kann sich www.peta.de die Broschüre „Einfach vegan! Starter Kit“ runterladen oder bestellen.

Zupacken ohne Rückenschmerzen

Im Frühjahr fallen traditionell eine Menge Aufgaben in Haus und Garten an. Hier müssen Fenster geputzt, dort Unkraut gejätet werden. Diese Asanas wirken ausgleichend.

Haben Sie einen Garten oder Balkon, den Sie liebevoll pflegen? Dann kennen Sie das bestimmt: Arbeit in der Natur mit Erde und Pflanzen macht zwar Freude – aber was, wenn Rückenschmerzen, verspannte Schultern und steife Hüften einen dazu zwingen, Däumchen zu drehen statt den grünen Daumen zu schwingen?

Damit es dazu gar nicht kommt, empfiehlt die Yoga-Lehrerin Veronica d’Orazio in ihrem bislang nur auf Englisch erschienenen Buch „Gardener’s Yoga“ (Sasquatch Books, ca. 16 Euro) drei verschiedene Übungsreihen: Die erste Yoga-Session wärmt den Körper vor der Gartenarbeit sanft auf und bringt Beweglichkeit genau dorthin, wo sie am nötigsten ist – in Hüften, Leisten, Schultern und unteren Rücken. Die Yoga-Pause zwischendurch lockert die Wirbelsäule mit einigen einfachen Stehhaltungen. Und wenn Schaufel und Gießkanne nach getaner Arbeit schließlich weggelegt werden, rät d’Orazio zu einer Verwöhnsequenz im Liegen. Dabei werden die Spuren der Anstrengung mit Hilfe der Schwerkraft weggezaubert, die Gärtnerin verbindet sich mit ihrem Atem und sich selbst und ist danach bestens eingestimmt für eine Meditation im Freien – und den Rest des Tages.

YOGA JOURNAL-TIPP:

Diese Übungssequenzen eignen sich nicht nur hervorragend für Hobbygärtner, sondern auch für eifrige Heimwerker und für alle, die große Putztage im Haus planen. Jeder, der körperlich anstrengende Arbeiten durchführt, wird von diesen kleinen Yoga-Einheiten profitieren. Probieren Sie es aus!

Teil I: Aufwärm-Übungen

Suchen Sie sich einen schönen Platz auf dem Rasen, der Terrasse oder im Haus, wo Sie den Rücken mit sanften Yoga-Übungen aufwärmen beweglich machen können. Achten Sie dabei auf Ihren Atem. „Der Atem ist wie ein Fluss, dem man folgen kann, um den Körper zu öffnen und die Gedanken zu bündeln“, sagt die Buch-Autorin Veronica d’Orazio. „So lassen Sie schon etwas wachsen, bevor sie überhaupt mit der Arbeit beginnen: Achtsamkeit.“

Apanasana (Knie-an-die-Brust-Haltung)

Diese Übung dehnt sanft den unteren Rücken und die Hüften. Zugleich werden die Muskeln rund um die Knie aufgewärmt – eine gute Vorbereitung auf Arbeiten in der Hocke. Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen Sie die Beine an, die Hände sind über den Knien verschränkt. Atmen Sie ganz natürlich und lassen Sie dabei Hüften und Schultern zu Boden sinken. Achten Sie darauf, dass Nacken, Kreuzbein und Wirbelsäule möglichst flach auf dem Untergrund ableigen. So wird der Rücken für 7 bis 10 tiefe Atemzüge auf seiner gesamten Länge gedehnt.

Katze-Kuh

Katze-Kuh mobilisiert die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Rundung und regt die Flüssigkeitsversorgung der Bandscheiben an. Das macht den Rücken beweglich und geschmeidig. Sie beginnen im Vierfüßerstand, Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften. Ziehen Sie den Nabel sanft nach innen und strecken Sie den Rücken vom Scheitel bis zum Steißbein in die Länge. Beim nächsten Einatmen schieben Sie das Steißbein nach oben, lassen den Bauch nach unten sinken und heben den Kopf. Atmen Sie tief durch den gesamten Körper. Beim Ausatmen machen Sie den Rücken rund, ziehen den Nabel kräftig nach innen und lassen den Kopf sinken. Üben Sie in fließenden Bewegungen für 10 bis 12 Atemzüge.

Baddha Konasana (gebundene Winkelhaltung)

Um die Beininnenseiten und Hüften für die Garten- und Hausarbeit vorzubereiten, empfiehlt sich eine sanfte Hüftöffnung. Sitzen Sie aufrecht und legen Sie die Fußsohlen aneinander, die Knie fallen auseinander und ziehen nach unten. Wenn sich das für Ihre Knie äußerst unangenehm anfühlt, legen Sie auf jeder Seite ein Kissen oder eine gefaltete Decke unter. Hängen Sie die Zeigefinger an den großen Zehen ein und ziehen Sie die Brust sanft nach vorn über die Füße. Lassen Sie den Rücken möglichst gerade dabei und Ihren Brustkorb nach vorne geöffnet. Dies ist wichtiger, als sich tief nach unten zu beugen. Nehmen Sie sich 7 bis 10 Atemzüge Zeit. Mit jedem Einatmen strecken Sie den Rücken lang, mit jedem Ausatmen geben Sie ein bisschen nach und sinken tiefer in die Haltung hinein.

Text: Kate Vogt

Den ganzen Artikel lesen Sie in unserer Mai/Juni-Ausgabe 2011.

Das Glück der Erdung

Verbindung aufnehmen und sich tragen lassen: Yoga und Reiten können sich perfekt ergänzen.

Also gut, dann bin ich heute also einmal Leitstute. Ich muss authentisch handeln und mir durch klar vermittelte Entschlossenheit das Vertrauen eines Lebewesens verdienen, das etwa 600 Kilo schwerer ist als ich.

Was meinen bisherigen Kontakt mit Pferden betrifft, kann man durchaus von der klassischen Variante sprechen: Von etwa acht bis vierzehn Jahren bildeten sie ein Zentrum meines Lebens, mit allem was dazu gehört – von Hufeisen-Bettwäsche über Pferdeposter und Stall ausmisten gegen Reitstunden bis hin zur einschlägigen Mädchenliteratur („Bille und Zottel“). Zu dieser Schwärmerei gehörte – wie ich heute weiß – auch ein Missverständnis über das Reiten: Zu gern überließ ich damals dem Pferd die Initiative und vor allem die Richtung, in die es mich trug. Zu sehr widerstrebten mir die von konventionellen Reitlehrern geforderten Aktionen wie „Hilfengebung“ durch Peitsche, Sporen und insgesamt eher ruppigem Auftreten.

Einen komplett anderen Ansatz verfolgt die Münchner Yogalehrerin Selina Gullery. Die unter anderem von Shiva Rea und Twee Merrigan ausgebildete gebürtige Irin bietet gemeinsam mit der Reitlehrerin Jeannette Reichert im bayerischen Voralpenland Workshops zum Thema „Yoga und Pferde“ an. Mit romantischer Projektion auf das stärkere Tier oder auch der Auffassung vom Reiten als „Sport“ haben diese Coachings nichts zu tun, eher mit Ausgeglichenheit, Koordination, Konzentration, das Erspüren des eigenen Körpers und die volle Präsenz im Augenblick. Dadurch solle die natürliche Autorität gefördert werden, der das Gegenüber, also das Pferd, freiwillig und gern folgt. Klingt nach Yoga? Nicht zufällig. Also auf zum Workshop auf dem idyllischen Hofgut Schörghof nahe bei Weilheim.

„Das Pferd ist ein Herdentier, genau wie der Mensch“, erklärt Jeannette Reichert, die Zusatzausbildungen zur Rhetorik-Trainerin und zum Schauspiel-Coach vorweisen kann und in Bad Wörishofen ihre eigene Reitschule betreibt. Wie in jedem gruppendynamischen Prozess zähle hier die Rangordnung. Oberste „Führungskraft“ in der Pferdeherde sei die Leitstute, die „graue Eminenz, die sich das Vertrauen der anderen verdient und sich bewährt hat.“ Bevor sich der Mensch einem Pferd annähere, sei es interessant herauszufinden, welchen Platz das Tier in der Gruppe einnehme und sich dementsprechend zu ihm in Position zu bringen.

Um eine funktionierende Verbindung zum Pferd aufzubauen, ist es zusätzlich sinnvoll, auch die eigene Mitte zu finden. Beste Gelegenheit hierzu sei laut Reichert die Bodenarbeit, über die die entscheidende Kontaktaufnahme mit dem Pferd passiere. Deren Kern sei eine nachvollziehbare Autorität, mit der das Pferd geleitet werde. Durch konsequentes Verhalten werde das Tier motiviert, Vertrauen aufzubauen. „Doppeldeutigkeit und Ironie bringen hier nichts, und Unsicherheit verwirrt das Pferd geradezu“, erklärt Jeanette Reichert. Da Pferde Meister im Lesen von Körpersprache seien, müsse das innere Bild des Menschen dem äußeren entsprechen.

Von Christina Raftery

Den ganzen Artikel zu „Yoga und Reiten“ können Sie in unserer Mai/Juni-Ausgabe lesen.

Nachgeben statt kämpfen

Eine Verletzung machte schließlich klar, dass Yoga nichts mit Meisterschaft zu tun hat.

Im Frühling 2009 verletzte ich mir meinen Nacken und es dauerte fast ein Jahr, bis alles wieder gut war. Ich liebe Joggen, Klettern und Schwimmen, um an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit zu kommen. Ich liebe es, mich richtig auszupowern und bin nach einem guten Workout erschöpft, aber glücklich. In der Genesungszeit musste ich feststellen, dass ich bisher mit dem gleichen Anspruch Yoga geübt hatte. Für mich waren die Asanas eine Art Wettkampf: Wie tief kannst du dich beugen? Wie lang kannst du halten? Wie weit kannst du dich drehen?

Ich verletzte mich tatsächlich mehrere Male, bevor ich meine Einstellung änderte. Während einer Stunde war ich einmal den Tränen nahe, als ich mich mit dem Kopfstand abmühte. Schließlich „gab ich auf“ und wählte eine modifizierte Variante an der Wand, meine Schultern ruhten auf zwei Stühlen. Zunächst fühlte ich mich niedergeschlagen, doch plötzlich spürte ich, wie glücklich mein Nacken war, wie sehr sich meine Trapeziusmuskeln weg von meinen Ohren entspannen konnten und wie wenig Anstrengung mich dieser Erfolg kostete.

B. K. S. Iyengar schreibt in seinem Buch „Der Urquell des Yoga: Die Yoga-Sutras des Patanjali“: „Ein Vogel kann nicht mit einem Flügel fliegen. Genau deshalb brauchen wir die zwei Flügel der Praxis und der Entsagung um uns zum Höhepunkt der Selbsterkenntnis aufzuschwingen.“ Ich hatte immer nur eine Sache bei meiner Praxis berücksichtigt: abhyasa, das beharrliche Üben, die Disziplin, die Mühe. Aber die Entsagung oder vairagya ist der wesentlichere Teil: nicht immer die Perfektion der Asana anstreben, sich nicht ständig mit den anderen Schülern vergleichen, sich nicht wegen körperlicher Unzulänglichkeiten selbst schlecht machen. Nun weiß ich, dass ich früher ein Vogel mit nur einem Flügel war. Auch heute noch ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich rückfällig werde, aber ich lerne immer mehr, darauf zu achten. Dann hole ich tief Luft, entspanne und erinnere mich, dass meine Praxis nur mit zwei Flügeln fliegen kann.

Von Stacey Mietus

Yoga mit Herz

Als Yogi wird man oft gefragt: Welchen Stil praktizierst du? Die Antwort gilt dann als eine Art yogische Visitenkarte. Mark Whitwells „Yoga of the Heart“ lässt sich nicht in Kategorien einordnen. Bei ihm geht es – im Gegensatz zu vielen traditionellen Yogarichtungen – nicht um Erleuchtung. Bei Whitwell steht nicht die Suche im Mittelpunkt. Stattdessen geht er davon aus, dass alles was wir brauchen bereits vorhanden sei. Deshalb ist „Herz-Yoga“ auch kein Yogabuch im herkömmlichen Sinne, es bietet vielmehr eine neue Sicht auf die Welt. Alles ist, wie es sein sollte. Yoga ist kein weiterer Versuch ruhiger, schöner und besser zu werden. Es ist lediglich unsere Teilnahme an der gegebenen Realität, lauten Whitwells Kernaussagen. Das ist schwer zu erkennen und noch schwerer zu akzeptieren. Denn unserer gesamtes soziales Umfeld macht uns seit jeher klar, dass es immer noch mehr zu erreichen gibt. Leider bilden auch die meisten Yoga-Schulen in diesem Punkt keine Ausnahme. Spirituelle Erleuchtung wird längst als Marke gehandelt. Dieses Buch will uns deshalb zur Unabhängigkeit erziehen. Wir benötigen weder eine Zehnerkarte für ein Yogastudio, noch einen besonders flexiblen Körper. Alles was wir brauchen, ist unser Atem.

Mark Whitwell sieht die tägliche Yoga-Praxis – selbst wenn es nur sieben Minuten sind – als Voraussetzung, sich selbst und anderen näher zu kommen. 

Veronika Köberlein