Interview mit Wolfgang Niedecken

Er selbst praktiziert es nicht, und doch ist Yoga Teil seines Alltags – denn seine Frau Tina kann einfach nicht ohne. Die kölsche Musiklegende Wolfgang Niedecken über Shavasana, Katholizismus und sein neues Album „Reinrassije Strooßekööter“, das seiner Familie gewidmet ist.

„Loslassen fällt mir schwer“


Oh, wir kennen uns, oder?

Ja – vor drei, vier Jahren habe ich mit dir ein Interview für das Veggie Journal geführt, das es leider nicht mehr gibt.

Ich erinnere mich, das war ein schönes Interview.

Am Ende sprachen wir damals über ein kleines Holzbänkchen, das dir ein junger afrikanischer Schreiner geschnitzt hatte, um sich für deine Hilfe zu bedanken. (Anm. d. Red. : Wolfgang Niedecken unterstützt Projekte, die ehemaligen Kindersoldaten und jugendlichen Zwangsprostituierten neue Chancen geben, z. B. „Rebound“ im Kongo;)

Zebra, genau (lächelt). So wurde er genannt. Das Bänkchen gibt’s natürlich immer noch, es steht bei uns daheim im Yogaraum meiner Frau. Sie ist ausgebildete Iyengar-Lehrer-
in und gibt auch manchmal bei uns daheim Stunden.

Aber dich hat sie mit ihrer Yogabegeisterung noch nicht anstecken können?

Ach, ich sage immer: Ich bin sehr gut in Shavasana (lacht). Wobei das zwar als Witz funktioniert, aber nicht so ganz stimmt, denn loslassen fällt mir schwer. Darum ist Meditieren auch nicht wirklich was für mich.

Oder …

Ich ahne, was du sagen willst: oder eben gerade. Das denken sich wahrscheinlich jetzt viele, die das lesen. Auch sonst bin ich nicht so gut im Innehalten, mein Terminkalender ist meistens ziemlich eng getaktet, ich sollte da wohl besser mal ein paar Puffer einbauen. Dieses Jahr ist es fast noch schlimmer als 2016, weil ich damals bei allem gesagt habe: „Nach der Tour kann ich das machen.“ Und da hat sich dann einiges angesammelt.

Klingt durchaus, als könnte ein bisschen Meditation nicht schaden.

Na, vielleicht versuche ich es eines Tages ja tatsächlich noch mal. Immerhin bin ich Yoga gegenüber grundsätzlich mittlerweile deutlich aufgeschlossener als früher. Da habe ich meine Frau schon mal ein bisschen veräppelt, von wegen Esoterik. Aber der geht es richtig schlecht, wenn sie mal nicht regelmäßig Yoga übt, das habe ich früher nicht verstanden. Dachte immer: Ach Gott, was soll’s, dann lässt du es halt mal ausfallen …

Wie kam dann dein Sinneswandel?

Durch verschiedene Eindrücke. Einmal, bei einer Marokko-Reise, saß ich so auf einem Flachdach, habe ihr zugesehen und gemerkt, wie sportlich das Ganze auch sein kann. Das hat mich schon mal beeindruckt. Und so ging es dann eben nach und nach weiter, man lernt ja nie aus.

Na, dann besteht ja noch Hoffnung, dass du es doch mal versuchst. Aber zurück zum Thema „Nicht loslassen können“: Beziehst du das auch auf Gegenstände? In deinem aktuellen Album „Reinrassije Strooßekööter“ kommen einige vor, etwa ein Chippendale-Tisch oder der Rama-Karton voller alter Fotos …

Den gibt es tatsächlich. Oh ja, ich bin ein großer Sammler, hebe vieles auf, weil ich denke, dass ich es noch mal brauchen könnte, oder auch, weil ich dran hänge. Allerdings ist das nicht weiter schlimm, denn ich mache ja oft auch Collagen aus den Sachen, die sich da so ansammeln. Freunde bringen mir auch gerne mal was mit, sogar tütenweise, zum Beispiel diese Stanniolkapseln von Weinflaschen, damit kann man ganz schöne Dinge anstellen.

Oh, das kann ich so gut verstehen, ich ticke da ähnlich, habe ein ganz schönes Chaos daheim. Aber kommt deine Familie damit zurecht?

Ach, die kennt mich ja nicht anders (lacht). Und so chao-tisch ist es bei mir auch wieder nicht. Nur viel Zeug eben. Kurz: Die kommt damit klar, ja. Familie funktioniert nur, wenn man sich aufeinander einlässt, füreinander da ist.

Leider gibt es genug Beispiele, in denen das nicht der Fall ist.

Das ist wohl so, ja. Ich habe, was das angeht, Glück, wir halten zusammen.

Auf deinem Album geht es aber nicht nur um die kleine Kernfamilie, sondern auch um Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen – auch Ahnen, die du selbst gar nicht kennengelernt hast …

… mit denen ich mich aber trotzdem verbunden fühle, ja. Etwa meinen Opa, der eine Woche vor meiner Geburt gestorben ist. Wer ihn noch gekannt hat, meine Tanten etwa, die meinen, ich sei ihm sehr ähnlich. Zum Beispiel hätte ich von ihm meine künstlerische Ader geerbt. Er war ja gelernter Kirchenmaler.

Das habe ich gelesen und musste lächeln. Mein Opa war nämlich Bildhauer und hat unter anderem Kirchenfiguren geschnitzt.

Tatsächlich? Der Vater von Heinrich Böll auch. Der ist ja auch aus der Kölner Südstadt und hat wahrscheinlich mit meinem Opa zusammengearbeitet. 

Dann sind wir ja in guter Gesellschaft. Wo wir gerade bei Kirchen sind: Bist du denn gläubig?

Na ja, ich sage mal: Ich bin restkatholisch (lacht). Ich glaube, das trifft auf die meisten Kölner zu. Die christliche Grundhaltung, die sich über Generationen durch meine Familie gezogen hat, die steckt auch in mir, so einfach lässt die sich nicht abschütteln. Warum auch?

So eine Art unsterbliche religiöse Ur-Seele quasi. Glaubst du denn an Wiedergeburt?

Hm … Meine Cousinen sind überzeugt davon, ich sei die Reinkarnation meines Großvaters, und wie gesagt, ich spüre tatsächlich eine Verbindung zu ihm. Wer weiß.

Darum kommt er auf deinem Album auch vor, im Song „Dä letzte Winter em letzte Kreesch”. Ist denn alles auf „Reinrassije Strooßekööter“ wahr, also abzüglich unbewusster Erinnerungsverfremdungen ungefähr so passiert?

Nur zum Teil, denn für so interessant halte ich mein Leben dann auch wieder nicht. Da lasse ich schon mal ein bisschen künstlerische Freiheit zu, vermische Erlebtes mit Erfundenem …

In dem Freundschaftslied „Frankie un er“ etwa …

… da gab es diese Fahrten im Ford Transit tatsächlich. Also, dass ich als Kunststudent spätabends spontan mit ’nem Kumpel nach Holland an die Küste gefahren bin, um dort morgens Kroketten zu frühstücken. Aber diese Zeile mit den zwei Freunden und dem Mädchen, einem Sieger und einem, der’s nicht geschafft hat, die ist Gott sei Dank frei erfunden. Und manches bleibt
natürlich einfach privat. Es ist ein Puzzle aus Erfundenem und Passiertem.

Verstehe. Nun hast du, um dein Album zusammenzustellen, ja viel zurückgeblickt auf dein Leben. Welche Gefühle überwiegen da?

Ganz ehrlich, ich sage immer, wenn es übermorgen vorbei sein sollte, dann hätte ich es trotzdem nicht schlecht getroffen. Vor ein paar Jahren war es ja beinahe schon so weit, mit meinem Schlaganfall. Zum Glück habe ich den überlebt. Aber ich hatte bisher wirklich ein gutes
Leben, dafür bin ich sehr dankbar. Alles was jetzt kommt, ist Bonus.

Aber der darf ruhig noch größer ausfallen, oder?

Klar, von mir aus sehr gerne!

Kolumne – Raus aus der Stressfalle

Termindruck, soziale Verpflichtungen, hohe Ziele – wer sich und seinen Körper permanent überfordert, sehnt sich wohl vergeblich nach innerer Ruhe und Gelassenheit. Denn das, was uns davon wohl am deutlichsten abhält, ist Stress. Aber was genau ist das überhaupt? Und wie kommt man raus aus der Stressfalle?

Ach, lieber Tag, hättest du nur 48 Stunden! Dann würde ich in aller Ruhe diesen Artikel fertig schreiben, mich bei dem Freund melden, der schon ewig nichts mehr von mir gehört hat, ein Geburtstagsgeschenk für meine Nichte besorgen, zum Yoga gehen, danach ins Kino und, und, und … Stattdessen werde ich froh sein, wenn mir zumindest Punkt eins gelingt, der Rest muss warten. Stress, lass nach! Sie kennen dieses Gefühl vermutlich. Obwohl uns heutzutage Maschinen allerhand Arbeit abnehmen, wir innerhalb weniger Stunden den Kontinent wechseln können und die wenigsten von uns existenziellen Bedrohungen ausgesetzt sind, scheint uns das Leben mehr und mehr über den Kopf zu wachsen, scheinen wir manchmal von den simpelsten Alltagsanforderungen überfordert zu sein und fühlen uns oft wie im Hamsterrad. Generation Burnout – was passiert da eigentlich mit uns?

Tatsache ist: Stress kann krank machen, psychisch und physisch – und zwar nicht nur dann, wenn wir massive Traumata erleben. Selbst alltägliche Belastungen wie ein Konflikt mit dem Partner oder Ärger im Büro können unser Immunsystem negativ beeinflussen. Lange herrschte die Ansicht, dass lediglich anhaltender Stress zu körperlichen Beeinträchtigungen führt – neuere Studien belegen dies jedoch auch für akute Belastungssituationen. 2005 stellten Forscher der Universität Ohio beispielsweise fest, dass Ehestreitigkeiten (die im Versuch provoziert wurden) zu einer Verzögerung der Wundheilung führten. Auch Kopf- oder Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme und Kreislauf-Störungen können bisweilen auf Stress zurückgeführt werden. Wird dieser chronisch, drohen schwerwiegende Erkrankungen wie Herzprobleme oder Depressionen – wobei letztere häufig eine Begleiterscheinung des heutzutage viel diskutierten Burnouts sind, des Ausgebranntseins, das bislang nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt ist und doch so viele zu belasten scheint.

Was ist das genau, Stress?

„Ausgelutscht“ sei der Begriff „Stress“, so der renommierte Psychologe und Stress-Coach Louis Lewitan, „breitgetreten wie ein Kaugummi“. Tatsächlich lässt sich das Phänomen nur schwer als Ganzes fassen, die Definitionen bleiben vage. Das Wort „Stress“ geht auf das lateinische Wort „stringere“ zurück, „anspannen“, und wurde in den 1930er-Jahren geprägt vom Biochemiker und Mediziner Hans Selye (1907–1982), der heute als „Vater der Stressforschung“ gilt. In seiner ersten Publikation „A Syndrome Produced by Diverse Nocuous Agents“ (deutsch etwa: „Ein Syndrom, das durch verschiedene schädliche Erreger entsteht“) beschrieb er Stress 1936 als „unspezifische Antwort des Körpers auf eine Anforderung“, also im Prinzip die körperliche Reaktion auf Belastungen von außen. Wie wir vom Yoga wissen, ist Anspannung zunächst einmal nichts Schlechtes! Es kommt auf die Art an: Selye unterschied zwischen dem positiven Eustress (griechisch eu = gut) und dem negativen Disstress (lateinisch dis = schlecht).

Stresskiller Anerkennung

Ersterer ist im Grunde das, was wir auch als „Nervenkitzel“ bezeichnen – der Kick, den wir etwa bei einem Fallschirmsprung, einer Achterbahnfahrt oder einem Auftritt empfinden (das sogenannte Lampenfieber). Belastungen dieser Art sind meist mit (Vor-)Freude verbunden und lassen sich darum in aller Regel gut verarbeiten, sie können die Leistung sogar noch fördern. Auch der Stress, den ich manchmal beim Schreiben dieses oder anderer Artikel empfinde, ist letztlich Eustress, weil ich nach getaner Arbeit eine Befriedigung empfinde, meine Arbeit für sinnvoll halte und bestenfalls Lob dafür bekomme – Faktoren, die bei der Stressbewältigung von entscheidender Wichtigkeit sind. Viel schwerer zu verkraften ist die Verrichtung eintöniger Tätigkeiten, die uns weder herausfordern noch erfüllen noch mit Anerkennung belohnt werden, etwa die Arbeit am Fließband. Wobei natürlich individuell verschieden ist, was als erfüllend angesehen wird und was nicht. Wer zum Beispiel lange arbeitslos war, nun aber von seinem Fabrikarbeiterlohn dem kleinen Sohn endlich mal wieder ein Spielzeug kaufen kann, den kann auch diese vermeintlich anspruchslose Beschäftigung erfüllen.

Dennoch gibt es auffällige Unterschiede im Erleben von positivem Stress bei verschiedenen Berufsbildern. Während nur 16 Prozent der angelernten Arbeiter bejahen, diesen aus dem Job zu kennen, tun dies 45 Prozent der Freiberufler und Selbstständigen, wie 2006 in einer Studie des Institutes für Demoskopie Allensbach ermittelt wurde. Erklären lässt sich das unter anderem damit, dass letztere in der Regel einer Tätigkeit nachgehen, die ihnen sinnvoll erscheint, und dass ein erhöhter Stresspegel bei ihnen normalerweise auf eine gute Auftragslage zurückzuführen ist – was wiederum als Bestätigung des eigenen Könnens gilt und dementsprechend beflügelt. Doch auch negativer Stress hat zunächst einmal positive Funktionen: Er signalisiert, dass etwas „nicht stimmt“, treibt uns an, etwas zu ändern und
Lösungen zu finden. Man ist sich heutzutage weitgehend einig, dass Stress für die Entwicklung der Menschheit eine entscheidende Rolle gespielt hat. Hätten unsere Urahnen nicht gefroren, hätten Sie dann jemals Feuer gemacht? Stress kann sogar Leben retten: Tritt vor Ihnen im Feierabendverkehr jemand unvermittelt auf die Bremse, tun Sie gut daran, es ihm schnellstmöglich gleichzutun, Herzrasen inklusive. Hätten wir keine Angst vor den Konsequenzen, würden wir uns womöglich zu weit über ein Brückengeländer lehnen und hinunterfallen. Oder kleine Kinder über einen längeren Zeitraum unbeaufsichtigt lassen. Der erhöhte Stresspegel sorgt dafür, dass wir Prioritäten setzen, Unwichtiges ausblenden und uns voll auf das konzentrieren können, was wir tun müssen, um unsere momentane Lage zu verbessern. Das gilt auch dann, wenn es nicht um Leben und Tod geht, sondern – ich komme auf das Schreiben dieses Artikels zurück – „nur“ um das Einhalten einer Deadline. So gern ich mich sonst von einem lustigen Schwätzchen mit den Kolleginnen ablenken lasse, so brav sitze ich nun hier und tippe eifrig und konzentriert vor mich hin. Meine Schweißperlen auf der Stirn sehen Sie ja zum Glück nicht.

Einmal Akku laden, bitte!

Apropos Schwitzen und Herzklopfen: Was hat es mit diesen körperlichen Reaktionen überhaupt auf sich, wie kommt es dazu? Vereinfacht ausgedrückt reagiert unser Körper auf eine Bedrohung mit erhöhter Alarm- und Handlungsbereitschaft. Das betrifft Muskulatur, Atmung, Kreislauf sowie unsere Denkleistung und geschieht durch die Ausschüttung von Hormonen wie Adrenalin, Noradrenalin oder Cortisol. „Handle – jetzt!“, sagt unser Körper da. Der auf Aktivität gerichtete Teil des aktiven Nervensystems wird gepusht (Sympathikus heißt der übrigens, hübsch, nicht?), während der auf Ruhe ausgerichtete Parasympathikus, der dafür sorgt, dass wir regelmäßig unseren „Akku“ aufladen, gehemmt wird. Das erhöht unsere Leistungsfähigkeit – allerdings ist diese Reaktion nicht beliebig lange ausdehnbar. Vielleicht haben Sie schon einmal erlebt, dass Sie nach einer längeren Stressphase ausgerechnet im heiß ersehnten Urlaub krank werden. Vermutlich waren Sie schon vorher angeschlagen, der Körper aber hat auf die Anforderungen reagiert und sämtliche Restkräfte mobilisiert. Nun, da alles geschafft war, signalisierte er: „Ruhe bitte!“ Zeit, wieder zu Kräften zu kommen.

Und das sollten Sie ernst nehmen. Wie Sie überhaupt auf sich achten sollen, auf Ihren Körper ebenso wie Ihre Seele. Denn, da sind sich Experten weitgehend einig: Der beste Schutz vor negativem Stress ist immer noch eine gesunde Selbstwahrnehmung und die Anerkennung der eigenen Bedürfnisse – also genau das, was wir im Yoga üben, zumindest wenn wir in der Praxis mehr sehen als ein reines Fitnessprogramm. Doch die Botschaft ist natürlich längst auch im Mainstream angekommen. „Gesundes Selbstbewusstsein: Stresskiller Nr. 1“ heißt zum Beispiel ein Buch der Motivationstrainerin Carmen Maria Poller. Es vermittelt Techniken, die uns helfen sollen herauszufinden, was wir wirklich wollen. Wenn wir uns nämlich darüber klar werden und unser Leben dementsprechend ausrichten, können uns Stressoren (stressauslösende Reize) weitaus weniger anhaben, als wenn wir unsicher sind und uns die Zuversicht fehlt, eine komplizierte Situation selbstständig lösen zu können. „Ein starkes Selbstbewusstsein ist pure Gesundheit“, da ist sich die Autorin sicher. Eine Meinung, die auch ihr Kollege Louis Lewitan teilt. Er ergänzt: „Zur Selbstreflexion gehört auch Neugier sowie Offenheit für Veränderungen. Tauschen Sie sich mit Menschen aus, die Ihnen neue Denkanstöße vermitteln! So wichtig emotionale Stabilität ist, so sehr brauchen wir als Ergänzung dazu auch geistige Flexibilität. Allein schon, um uns auf die immer neuen Anforderungen unserer Zeit einstellen zu können.“

Wenn Sie also das nächste Mal mit einem Kleinkind auf dem Arm und dem Telefonhörer zwischen Ohr und Schulter gepresst Suppe kochen und sich dabei bekleckern, sehen Sie selbstbewusst über das kleine Malheur hinweg, konzentrieren sie sich darauf, was Sie schon alles geleistet haben und seien Sie stolz auf sich. So wie ich, die ich nun am Ende dieses Textes angekommen bin, den Artikel also in (beinahe) letzter Minute fertig bekommen habe. Gut gemacht, Carmen. Zeit für eine kleine Pause.


Jean-Marc TurmesCARMEN SCHNITZER hat ein sicheres Indiz, das ihr zeigt, wenn ihre Psyche eine Pause braucht, der ungesunde Stress also überhand genommen hat: Sie fängt dann bei jeder Kleinigkeit an zu weinen. Das kann für andere ganz schön irritierend sein, doch zum Glück zeigt sich der Freundeskreis meist nachsichtig. Was ihr gegen den Seelenblues hilft? Bewegung, Bücher, Badewanne.

Pink Elephant Cooking – Stopp 7: Spanien

Mit Pink Elephant Cooking zeigen wir Ihnen in einer 8-teiligen Serie einen Koch-Roadtrip der besonderen Art. Freuen Sie sich auf interessante Stopps, europäische Städte und raffinierte Rezepte für unterwegs. Siebter Stopp: Spanien.

Hinter Pink Elephant Cooking verbergen sich die Kochkünstler Heather Donaldson und Martin Riedel. Nach dem Genuss ihrer Superfood-Roh-Vegan-Freestyle-Küche sieht man zwar keine rosa Elefanten, so weit lassen sie es nicht kommen, aber man ist auf andere Art und Weise beflügelt.

Warum in die Ferne schweifen? Oder vielleicht doch? Denn ihr neustes Projekt führt die begeisterten Ashtanga-Yogis durch acht Länder, in denen sie acht landestypische Rezepte kreieren. Pink Elephant werden nun jede Woche für uns ein tolles veganes Rezeptvideo aus verschiedenen Ländern vorstellen. Mmmmh… Wir sind schon ganz hungrig!

7. Stopp ist Spanien mit dem Raw Chia Gazpacho mit Mango-Mandel Kick

https://www.youtube.com/watch?v=Ag9Pwla6sV8

Raw Chia Gazpacho mit Mango Mandel Kick

  • 1/2 Mango
  • Handvoll Mandeln
  • 1 Prise Epazote
  • 1 Gurke
  • 1 Tomate
  • 1 Zitrone
  • Olivenöl
  • 2 TL Chia-Samen

Beginnen Sie damit die Mango in kleine Würfel zu schneiden und die Mandeln zu zerhacken. Fügen Sie etwas Salz und eine Prise Epazote Kräuter hinzu und mixen Sie alles gut durch.

Dann bereiten Sie die Chia Gazpacho vor, indem Sie zunächst die Gurke und die Tomate klein schneiden. Dazu kommen Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Olivenöl und die Chia-Samen. Das Ganze sollte dann 20 Minuten einweichen, damit die Chia-Samen gut aufquellen können.

Füllen Sie das Gazpacho nun in ein Glas und verzieren Sie es mit Mango und Epazote. Fertig ist der gesunde spanische Snack!

www.pinkelephantcooking.de
www.facebook.com/pink.elephant.cooking

„Das wird mein Jahr!“ – Die Sache mit den Neujahrsvorsätzen…

Vergiss die typischen guten Vorsätze zum Jahreswechsel – meistens wirft man sie ebenso schnell wieder über Bord, wie man sie gefasst hat. Die Weisheitslehren des Yoga helfen dir, in fünf Schritten Intentionen so zu formulieren, dass du statt Neujahrsvorsätzen deine wahren Herzenswünsche verwirklichst.

Text: Elizabeth Marglin, Titelbild: Angie Cao

Meine Freundin Cynthia war fest entschlossen: „Dieses Jahr meditiere ich täglich mindestens 10 Minuten lang.“ Ihr war klar, dass es nicht einfach sein würde, Tag für Tag die nötige Zeit und Ruhe zu finden – und auch dann noch sitzen zu bleiben, wenn der Geist ihr längst wieder 1000 „wichtigere“ Dinge einflüsterte. Dennoch war sie zuversichtlich: All diesen Hindernissen stand schließlich auch viel Positives entgegen. „Ich wusste, die Meditation würde etwas sein, das mich im Leben durch dick und dünn trägt – und mit jedem Tag, an dem ich meditierte, wuchs mein Selbstvertrauen. Ich spürte: Das tut mir richtig gut.“ Lange gehalten hat der Vorsatz trotzdem nicht: Schon nach knapp zwei Monaten musste sie sich eingestehen, dass sie längst aufgegeben hatte.

Je konkreter, desto besser

Damit ist Cynthia nicht allein. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK hatten sich sehr viele Deutsche wieder viel Gutes vorgenommen(die Hitliste wird seit Jahren angeführt von „Stressvermeidung“ (62 %), „mehr Zeit für Freunde und Familie“ (61 %) und „mehr Sport“ (59 %), aber fast die Hälfte der Befragten hat sich weniger als drei Monate lang an ihre Vorsätze gehalten. Bis zum Jahresende schwindet die Motivation auch bei den übrigen deutlich: Eine amerikanische Studie der University of Scranton ermittelte, dass gerade mal 8 Prozent ein volles Jahr durchhalten.

Allerdings zeigte dieselbe Untersuchung auch, dass es mit einem konkreten Vorsatz immer noch zehn Mal wahrscheinlicher ist, Ziele zu erreichen, als ohne klar definierten Entschluss. Das Problem scheint also weniger der Vorsatz an sich zu sein, sondern die Umsetzung. Cynthia ist sich bewusst, woran es bei ihr gehapert hat: „Meine Motivation war nicht stark genug und ich hätte die Unterstützung durch eine Gruppe gebraucht.“

So kommst du in die Umsetzung

Mit dieser Einschätzung liegt sie richtig: Ein echter innerer Antrieb und die richtige Unterstützung von außen sind die ausschlaggebenden Faktoren. Sie lassen sich nicht durch Biss und eisernen Willen ersetzen – in diesem Punkt sind sich traditionelle Yogaphilosophie und moderne Motivationsforschung einig. Aber auch die Sprachgeschichte ist aufschlussreich: Das Verb „entschließen“ kommt von „aufschließen“, sich also öffnen. Genau wie das englische „to resolve“ in seiner Wurzel „lösen“ oder „entbinden“ bedeutet. Es geht also nicht darum, einen mehr oder minder beliebigen Vorsatz festzuzurren, sondern vielmehr darum, sich für seine tiefsten Herzenswünsche zu öffnen und sie in die Welt hinauszulassen.

Um echte Motivation zu entwickeln, braucht es also weniger Willenskraft als die innere Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln – und die Erkenntnis, wie untrennbar das eigene Glück mit dem der anderen verwoben ist: Oberflächlich betrachtet mögen typische Vorsätze wie „Stressvermeidung“ oder „einen besseren Job finden“ vor allem einem selbst dienen. Aber bei genauerer Betrachtung reichen sie viel weiter. Etwa indem man als weniger gestresster Mensch auch geduldiger und toleranter mit Partner*in und Kindern sein kann. Oder indem der neue Job es möglich macht, ein sinnvolles Projekt zu unterstützen – sei es durch das bessere Gehalt oder das Plus an freier Zeit.

Ein „höheres“ Ziel

Noch ein weiterer Punkt spricht dafür, die eigenen Intentionen größer zu fassen und über das eigene Leben hinaus auszudehnen: Eine „große Sache“ oder ein „höheres Ziel“ helfen uns, am Ball zu bleiben. Die Gesundheitspsychologin Kelly McGonigal von der Universität Stanford erklärt das so: „Überpersönliche Entschlüsse haben eine andere neuronale Signatur, das heißt, sie erzeugen andere Muster von Hirnaktivität als Ziele, die sich nur auf das eigene Selbstbild beziehen.“

Solche großen, über das eigene Selbst hinausreichenden Ziele erzeugen etwas, das die Forscherin „Biologie des Mutes“ nennt: Es reduziert die Macht der typischen Fight-or-Flight-Stressreaktionen, die uns nur die Wahl zwischen offenem Kampf oder Flucht lassen. Stattdessen entsteht Raum für ein Verhaltensmuster, das die Forscher mit „tend and befriend“ beschreiben, also etwa „hüten und befreunden“. Das Nährende, Verbindende dieses Verhaltensmusters setzt den Neurotransmitter Dopamin frei, der Gefühle von Genuss und Belohnung triggert. Das Ergebnis: erhöhte Motivation, geringere Ängste, verbesserte Wahrnehmung, Intuition und Selbstkontrolle. Am besten ist es also, ein Ziel zu wählen, das von Mitgefühl getragen ist – zumal dir damit auch die nötige Unterstützung von außen sicherlich eher zuteil wird.

Lesetipp: Worin liegt dein tiefster Herzenswunsch? Mit dieser Übung findest du es heraus!

Das Sankalpa

Die Weisheitslehren des Yoga kennen eine sehr wirksame Technik, um solche mitfühlenden Ziele zu erschaffen und zu verfolgen: Sankalpa. Der Wortteil „San“ bedeutet „vom Herzen her“, „kalpa“ heißt „mit der Zeit“. Anders als einen in einem bestimmten Moment gefassten Vorsatz, kann man ein Sankalpa als eine fortwährende Praxis verstehen, als eine authentische Intention, die direkt aus dem Herzen kommt und Bestand hat. Der Psychologe und Yogaexperte Richard Miller erklärt das so: „Das Sankalpa erwächst aus der Frage: ‚Was will das Leben?‘ – im Unterschied zu der landläufigen Frage ‚Was will ich?‘.“ Im Shiva Sankalpa Suktam, einer Hymne aus der altindischen heiligen Schrift Rigveda, wird das Sankalpa beschrieben als „Mittel, mit dessen Hilfe ein Mensch Gutes tun kann“ – es schenkt uns Klarheit darüber, welche Handlungen wir im Sinn des höheren Zieles ergreifen sollten.

Als meine Freundin Cynthia mit dem Meditieren begann, spürte sie deutlich den Nutzen für sich selbst. Aber sie hatte es zunächst versäumt, sich klar zu machen, welchem höheren Ziel sie damit dienen könnte. Inzwischen hat sie einen erneuten Anlauf genommen: Ihr wurde bewusst, dass sie als Lehrerin in einem Projekt auch anderen helfen kann, mit Hilfe einer regelmäßigen Meditationspraxis die Lebensqualität zu verbessern. Diese innere Verpflichtung gegenüber ihrer Community und deren gemeinsamen Zielen brachten den entscheidenden Unterschied: Mittlerweile praktiziert Cynthia ohne größere Schwierigkeiten seit vielen Monaten.


ELIZABETH MARGLIN war nie ein Fan der typischen Neujahrsvorsätze. Ob sich dieses Jahr ihr Leben dennoch verändert? Die freie Journalistin hat ihr Sankalpa schon formuliert und ist sehr gespannt, was dadurch alles ins Rollen kommt.


Im zweiten Teil dieses Artikels erfährst du, wie du in fünf Schritten dein persönliches Sankalpa formulierst, zu einer wirklich tragfähigen Intention findest und diese auch nachhaltig mit Leben füllen kannst:

 

Dr. Marion Reinitzhuber

Warum Yoga hilft – Yoga gegen Schmerzen

Schmerzen am Bewegungsapparat durch zum Beispiel Arthrosen oder Bandscheibenvorfälle sind ein häufiges Problem unserer Zeit. Durch sitzende Tätigkeiten, Bewegungsmangel, aber durch langwierige monotone Tätigkeiten in Beruf und Freizeit kommt es zu Fehlbelastung von Gelenken, Muskulatur und Bindegewebe. Dadurch wird das Entstehen degenerativer Veränderungen der Gelenke oder der Wirbelsäule begünstigt.

Yoga kann uns dabei unterstützen, solchen Problemen vorzubeugen. Yoga kann aber auch gezielt in der Schmerztherapie eingesetzt werden. Es wirkt sowohl auf der körperlichen Ebene durch Bewegung, Dehnung und Mobilisierung in den Asanas als auch auf der geistigen Ebene durch Entspannung, Konzentration und Meditation.

Dr. Marion Reinitzhuber ist Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation in ihrer eigenen Praxis in Salzburg. Sie ist Yogatherapeutin, verwurzelt in der Tradition nach Swami Sivananda und Yoga Vidya.


Dr. Marion Reinitzhuber auf der Yoga World München 2018:
Sonntag, 21. Januar // 10:30 – 11:15 Uhr // Warum Yoga hilft – Yoga gegen Schmerzen // Lakshmi Vortragsraum



 

Pink Elephant Cooking – Stopp 6: Portugal

Mit Pink Elephant Cooking zeigen wir Ihnen in einer 8-teiligen Serie einen Koch-Roadtrip der besonderen Art. Freuen Sie sich auf interessante Stopps, europäische Städte und raffinierte Rezepte für unterwegs. Sechster Stopp: Portugal.

Hinter Pink Elephant Cooking verbergen sich die Kochkünstler Heather Donaldson und Martin Riedel. Nach dem Genuss ihrer Superfood-Roh-Vegan-Freestyle-Küche sieht man zwar keine rosa Elefanten, so weit lassen sie es nicht kommen, aber man ist auf andere Art und Weise beflügelt.

Warum in die Ferne schweifen? Oder vielleicht doch? Denn ihr neustes Projekt führt die begeisterten Ashtanga-Yogis durch acht Länder, in denen sie acht landestypische Rezepte kreieren. Pink Elephant werden nun jede Woche für uns ein tolles veganes Rezeptvideo aus verschiedenen Ländern vorstellen. Mmmmh… Wir sind schon ganz hungrig!

6. Stopp ist Portugal mit dem Kelp Nudel-Salat

https://www.youtube.com/watch?v=IsN05vxfyj4

Hier das Rezept:

RAWmen Nudel Salat
  • 1 Packung rohe Kelp Nudel  (am besten online bestellen)
  • Handvoll Brokkoli
  • 10 Cherry Tomaten, halbiert
  • 2 kleine Karotten, geraspelt
  • 1/2 Granatapfel
  • Handvoll gekeimte Linsen
Dressing
  • 1 ES Tamari
  • 1 TL Reisessig
  • 2 TL dunkle Miso-Paste
  • 1 TL geröstetes Sesamöl

www.pinkelephantcooking.de
www.facebook.com/pink.elephant.cooking

Jana Krützfeldt

Balance & Flow – Yogastunde basierend auf der Yoga Vidya Grundreihe kombiniert mit Flow-Elementen.

Jana lebt und unterrichtet seit 2015 Hatha Yoga und Capoeira im Yoga Vidya Zentrum Bad Meinberg. Sie schätzt die besondere spirituelle Energie an diesem Ort. In ihren Yogastunden verbindet sie die traditionellen Ansätze von Swami Sivananda mit dynamischen Elementen, Lebensfreude und Herzöffnung.

Neben Ihrer Leidenschaft für Yoga, liebt Jana Capoeira und fühlt sich eng mit der lateinamerikanischen Kultur verbunden. Aufgrund ihrer Freude an Bewegung ließ sie sich 2018 im Bereich Asana-Flow von Lalita Furrer weiterbilden.

Asana Flow ist ein fließender Hatha-Yoga-Stil, getragen vom natürlichen Atemrhythmus werden Asanas auf harmonische Weise miteinander verbunden. Es entstehen fließende Sequenzen dynamischer aber auch gehaltener Asanas in Verbindung mit bewusster Atmung, um den Fluss der Lebensenergie zu erhöhen.


Jana Krützfeldt auf der Yoga World München 2018:
Sonntag, 21. Januar // 16:30 – 17:15 Uhr // Balance & Flow // Ganesha Yogaspace



 

Pink Elephant Cooking – Stopp 5: Frankreich

Mit Pink Elephant Cooking zeigen wir Ihnen in einer 8-teiligen Serie einen Koch-Roadtrip der besonderen Art. Freuen Sie sich auf interessante Stopps, europäische Städte und raffinierte Rezepte für unterwegs. Fünfter Stopp: Frankreich.

Hinter Pink Elephant Cooking verbergen sich die Kochkünstler Heather Donaldson und Martin Riedel. Nach dem Genuss ihrer Superfood-Roh-Vegan-Freestyle-Küche sieht man zwar keine rosa Elefanten, so weit lassen sie es nicht kommen, aber man ist auf andere Art und Weise beflügelt.

Warum in die Ferne schweifen? Oder vielleicht doch? Denn ihr neustes Projekt führt die begeisterten Ashtanga-Yogis durch acht Länder, in denen sie acht landestypische Rezepte kreieren. Pink Elephant werden nun jede Woche für uns ein tolles veganes Rezeptvideo aus verschiedenen Ländern vorstellen. Mmmmh… Wir sind schon ganz hungrig!

5. Stopp ist Frankreich mit der ‚Feels like Home‘- Tomatensoße 

https://www.youtube.com/watch?v=AzEOLZdkD9I

Feels like Home – Tomatensoße

Rezept:
  • 200 g Sonnenblumenkerne
  • 1 Wurzelgemüse (z.B. Lauch, Sellerie oder eine Pastinake)
  • 1 Paprika
  • 2 Karotten
  • 1 Zucchini
  • 3 EL Olivenöl
  • 3 – 7 Tomaten
  • 1 Handvoll Petersilie und andere frische Kräuter
  • 1 TL süßes Paprikapulver
  • 1 TL scharfes Paprikapulver
  • 2 EL Tomatenpaste
  • 2 TL Oregano
  • 250 g Spaghetti

Beginnen Sie damit, die Sonnenblumenkerne zu zerhacken und rösten Sie diese in einer Pfanne bei geringer bis mittlerer Hitze an. Stellen Sie die gerösteten Kerne beiseite. Schneiden Sie den Lauch und die Paprika in Scheiben, raspeln Sie die Karotten und die Zucchini in dünne Streifen. Erhitzen Sie dann das Olivenöl im Topf und braten Sie das geriebene Gemüse etwas an. Schneiden Sie die Tomaten in dünne Scheiben und geben Sie diese mit den frischen Kräutern und Gewürzen in den Topf. Fügen Sie dann die gerösteten Sonnenblumenkerne, das Paprikapulver sowie etwas Wasser hinzu und lassen Sie alles gut und lange köcheln. Zuletzt kochen Sie die Nudeln wie auf der Packung angegeben. Soße darüber geben und fertig!

Bon Appetit!

Video & Edit: Michael Fiebrig

www.pinkelephantcooking.de
www.facebook.com/pink.elephant.cooking