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Clemens auf der Yoga World in Düsseldorf 2017
Vortrag: Die Psychologie der Yoga Praxis
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Clemens auf der Yoga World in Düsseldorf 2017
Vortrag: Die Psychologie der Yoga Praxis
– Advertorial-
Text: Inkarani Fabienne Wuillemin
Als ich den Flughafen in Agadir verlasse, verlasse ich auch meinen Alltag. Stress, Sorgen und Grübeleien bleiben wie verlorenes Gepäck einfach liegen. Ich öffne meine Sinne, um Land und Leute sowie das Lebensgefühl vor Ort aufzunehmen. Und ich laufe vom ersten Moment an in offene Arme…
Nach einer kurzen Autofahrt werden meine Mitreisenden und ich in Taroudant von unserer Reiseleiterin und Yogalehrerin Marion in Empfang genommen. Sie ist eine Lebefrau durch und durch und für alles gerüstet. Wir nehmen uns Zeit, gehen in aller Ruhe durch das Programm der Woche und Marion beantwortet jede noch so kleine Frage. Wir richten uns im wunderschönen Königspalast ein, in dem wir heute nächtigen werden und stürzen uns anschließend ins Getümmel der Stadt.
Wir tauchen in die Umgebung ein, verführt durch den örtlichen Suq, ein überdachtes Bazaren- Viertel im Zentrum von Taroudant. Dieses Konstrukt aus engen Gassen zwischen offenen Verkaufsnischen bietet alles, was das Herz begehrt. Mit Ruhe und der Selbstverständlichkeit, die nur eine Einheimische aufbieten kann, werden wir von Stand zu Stand geleitet. Trotz Gewusel und vieler Leute hält Marion unsere kleine Gruppe zusammen.
Zum Abendessen im Hotel ist die Gruppe dann endlich vollzählig. Wir speisen an einer langen Tafel, die von weichen Polstern umsäumt ist. Augenblicklich bekommt man ein Gefühl für die marokkanische Lebensart: Schwelgen, genießen und sich dann in aller Seelenruhe zurücklehnen. Es ist auch die erste Gelegenheit, uns gegenseitig zu beschnuppern. Wir sind eine lustige Mischung aus acht völlig unterschiedlichen Charakteren. Inklusive Führer, Fahrer und Hund sind wir zu zwölft unterwegs und finden mitsamt unserem Gepäck, Mitbringseln und Hundegatter gemütlich in zwei Offroad-Geländewagen Platz. Allesamt sind wir sehr neugierig auf das, was uns in den nächsten Tagen erwarten wird.
„Der erste Tag ist eng gesteckt. Wir haben eine lange Strecke zu bewältigen,“ kündigt uns Marion an. „Aber keine Angst“ beruhigt sie. Es sei die strengste Etappe der Rundreise. „Danach nehmen wir es gemütlich.“ Kurz nach 7 Uhr am nächsten Morgen ist Abfahrt. Wir besuchen das kleine Städtchen Taliouine, bekannt durch seine Safran-Produktion und genießen eine köstliche Tasse Safrantee sowie den malerischen Ausblick auf die Berghänge des Atlas‘. Der frische Wind umspielt uns und in uns keimt die Ahnung auf, wie vielfältig Natur und Kultur in diesem Land sind, das von Wüste, Tradition und Handel geprägt ist.
Den nächsten kurzen Zwischenstopp legen wir in Tazenakht ein, bevor es weiter nach Agdz geht, wo wir unser Mittagessen im schattigen Innenhof eines Riads – einem traditionell marokkanischen Haus mit Innenhof – einnehmen. „Hinter jeder Mauer verbirgt sich ein Garten, fernab von Lärm und Trubel“ erklärt uns Hannes (Marions Lebenspartner und Big Boss des Touren-Unternehmens TIGERTRIP). Und zum ersten Mal beneiden und bewundern wir die Lebensweise, die in Marokko so selbstverständlich zu sein scheint: Egal, wie laut und hektisch die Welt im Außen gestaltet, im Inneren findet sich meist eine stille Oase. Übernachten werden wir in einer Palmeraie (Oase), wo ein jeder von uns sein eigenes kleines Rundhäuschen hat – mit eigener Dachterrasse, versteht sich.
Unsere Nachtquartiere während der ganzen Reise sind ausnahmslos angenehm; manchmal zwar sehr reduziert ausgestattet, ein anderes Mal dafür wieder großzügig und ausladend. Auf jeden Fall sind sie stets mit allem ausgerüstet, was wir Westler meinen zu brauchen. Uns hat es an nichts gefehlt (und WiFi zählt da nicht!).
Das Tor zur Wüste bildet für uns die Oasenstadt Mhamid, an der Grenze zu Algerien. Wir treffen auf Hashmi, unseren Wüstenfuchs, der uns gewandt durch die kargen Ebenen am Rande der Sahara führt. Er ist Berber und kennt die Wüste wie seinen Turban. „Wenn du dich in die Wüste begibst, brauchst du einen Begleiter wie Hashmi, damit du auch sicher wieder raus findest“ insistiert Marion ehrfürchtig. Wir alle wissen um die Gefahren, die in dieser Umgebung lauern. Wie kleine Kinder lassen wir uns an die Hand nehmen und vertrauen auf die unerschöpfliche Erfahrung dieses großen, dünnen Mannes.
Die Nacht verbringen wir im Zeltlager am Fuße des Dünen-Meers, weit weg von allem und ganz nah bei uns. Die Stille hier draußen ist ohrenbetäubend. Das Einzige, was ich in dieser Nacht physisch wahrnehme, ist das pure Leben: eine vibrierende Energie unter Tonnen von Sand. Von da an ist die Sahara für mich kein Ort mehr von Angst, Einöde und Tod, sondern lichte Geburtsstätte universeller Schöpfung.
Abschied von Erg Chegaga (Name der dortigen Sanddünen) nehmen wir am nächsten Morgen über eine Teiletappe der weltberühmten Dakar-Ralley, Kamelritt und Quad-Abenteuer inklusive.
Als wir tags darauf die Atlas Filmstudios besuchen staunen wir nicht schlecht über den unglaublichen Aufwand, der für die hier gedrehten Filme betrieben wird. „Die Kulissen werden jeweils komplett geändert. Nicht mal die Bäume sind echt“ erklärt uns der Führer der Studios. Warum es so viele Produzenten nach Ouarzazate zieht? „Es ist das Licht“ erzählt er. Wir sehen den Beweis auf unseren selbst gemachten Bildern: Das Licht setzt die Umgebung perfekt in Szene. Interessanterweise wirkt auf den Fotos genau das unecht, was real ist: das Strahlen des Himmels, das alles in sich einschließt.
An Tag 6 verlassen wir die Bergwelt und kehren zurück in die „Zivilisation“. Auf dem Weg nach Marrakesch hören meine Mitreisenden und ich den Song The Circle Of Life aus dem Musical The Lion King und wir vergießen unwillkürlich alle ein paar Tränchen, weil diese Reise so überwältigend ist.
Unsere tägliche Yogapraxis findet jeweils zum Sonnenauf- und -untergang statt. Als pathologische Nachteule war ich erst schockiert über die frühen Morgenstunden. Doch schon am ersten Tag erfahre ich die tiefgreifende Öffnung meiner Sinneskanäle, die mit dem morgendlichen Gezwitscher der Vogelwelt einhergeht. Es fühlt sich so gut an. Gut fühlt sich auch der Unterricht bei Marion an.
Die uns zur Verfügung stehenden Räume und Orte (meinst Sanddünen oder Gärten) vertiefen den Fokus auf das Hier und Jetzt. Sie verbinden uns mit der direkten Umgebung und uns selbst. Zu meinen persönlichen Favoriten zählt wohl die kleine, aber feine Bibliothek im Palmenhain. Zwischen arabischer Philosophie und deutscher Literaturgeschichte schält sich mein Geist aus meinem schwitzenden Körper und fliegt mit den Vögeln in den Himmel hinein.
In unserer Gruppe finden sich Teilnehmer unterschiedlichster Yoga-Erfahrung und Stilrichtungen. Marion versteht es, die gegebene Vielfalt als Vorteil zu nutzen. Sie verfügt über ein breites Spektrum und weiß dieses auch gezielt einzusetzen.
Hat jemand ein Wehwehchen, so wird darauf Rücksicht genommen. „Schaut nicht links und rechts, was die andern machen. Yoga ist für euch, darum bleibt auch ganz bei euch,“ betont Marion immer wieder.
So nimmt ein jeder für sich eine ganz persönliche Erfahrung aus den Stunden mit. Für mich ist es die tiefgreifende Wahrnehmung meines Selbst. Ich staune, wozu mein Körper fähig ist und ich übe mich liebevoll in Geduld, wenn bestimmte Haltungen noch nicht so gut gelingen wollen. Ich lerne mein innerstes Potential zu schätzen und mich zu lieben, genau so wie ich gerade bin. Für diese Erkenntnis werde ich Marion mein Leben lang dankbar sein.
Was wir von dieser gemeinsam verbrachten Woche mitnehmen, ist vielschichtig: Mutter Natur ist farbenfroh und formverrückt – warum sollten wir diese Gaben künstlich einschränken!? Wir durften die Großzügigkeit der einheimischen Bevölkerung erleben, lernten zu akzeptieren, dass die Zeit nicht überall gleich gehandhabt wird („Wir Europäer haben die Uhr, die Marokkaner die Zeit“ sagt Marion) und wir hatten die Freiheit, genau so zu sein, wie wir eben sind – lebenslustig, neugierig und manchmal auch ein bisschen Banane.
Die Welt ist etwas näher zusammen gerückt und wir sind uns alle einig: Wir haben Marokko nicht zum letzten Mal besucht. Dieses wunderschöne Land, wo Ziegen in den Argan-Bäumen weiden und Menschen bisweilen von der Muse geküsst werden.
Yogitrip bietet ganzjährig Yogareisen in Marokko an: Rundreisen, Wüstenreisen, Trekkingtouren und Citytrips nach Marrakesch und Essaouira. Der Veranstalter betreibt ebenfalls ein kleines Hotel an der Südküste Marokkos in einem romantischen Fischerdorf. Dort werden regelmäßig Yogaretreats veranstaltet. Infos und Buchungen unter www.yogitrip.co
Unsere Asana-Kolumnistin Jelena Lieberberg spürt immer wieder neue ungewöhnliche Übungen auf. Die meisten haben noch nicht mal einen Namen. Ahnen Sie, warum Jelena diesen Twist „demütig“ nennt?
„Let‘s Twist again“ ist nicht nur eine wohlmeinende Aufforderung zu einem beschwingten Tänzchen, sondern auch die yogische Einladung, jeden Tag aufs Neue wieder Detox für die Wirbelsäule zu betreiben: Twists, also Drehhaltungen, sind einfach ein Muss in der Praxis! Das Schöne bei dieser Drehung ist, dass sie nicht nur die Wirbelsäule vitalisiert und die inneren Organe massiert, sondern auch die Hüften und Füße mobilisiert, das Gleichgewicht schult und das Gefühl für den Wurzelverschluss Mula Bandha anregt. Dabei ist die gehockte Drehung nicht besonders schwierig oder spektakulär – keine Angeber-Asana, mit der Sie sich als Yoga-Superhero profilieren können – sondern eher eine still-bescheidene kleine Übung, die Sie schnell sehr liebgewinnen werden.
MACHT DAS SPASS?
Ja! Das Balancieren kann je nach Tagesform lustig, spannend oder einfach nur anstrengend sein. Dabei sind die positiven Wirkungen ziemlich vielschichtig: Der Twist dehnt die Außenseiten der Hüften und die Rückenmuskulatur, er nährt und richtet die Wirbelsäule neu aus und massiert sanft den Damm (Perineum).
MUSS ICH DAS KÖNNEN?
Nein. Für manche Schüler ist diese Haltung aus anatomischen Gründen nicht möglich. Auch Kontraindikationen wie frische oder chronische Verletzungen von Hüften, Knien, Füßen oder Rücken schränken den Zugang ein.
WAS MUSS ICH DAFÜR TUN?
Es lohnt sich, in der Vorbereitung ein gutes Gespür für die Knie zu erarbeiten: Wie fühlen sie sich zur Zeit an, was brauchen sie, was tut nicht so gut? Zum Aufwärmen empfiehlt sich wie immer der Sonnengruß und zusätzlich Parivritta Parshvakonasana (gedrehte seitliche Winkelhaltung). Zuerst mit abgelegtem hinterem Bein (halbe Variante) und dann vollständig.

1 Aus dem herabschauenden Hund setzen Sie den rechten Fuß nach vorne, in den Ausfallschritt. Dabei lassen Sie beide Hände am Boden.
2 Ziehen Sie das linke Knie von hinten an die Außenseite der rechten Wade, so dass sich die Beine kreuzen, der rechte Fuß stehen bleibt und Sie den linken Fußballen unter sich aufsetzen können. Setzen Sie sich achtsam auf die linke Ferse, wenn möglich genau zwischen beide Gesäßhälften (der Druck dient dabei als Erinnerung an Mula Bandha, den Wurzelverschluss).
3 Lösen Sie langsam eine Hand nach der anderen vom Boden und richten Sie die Wirbelsäule auf. Legen Sie die Handflächen vor der Brust im Anjali Mudra aneinander und beginnen Sie, die Balance zu spüren. Ein Drishti (fester Blickpunkt) auf Augenhöhe kann dabei hilfreich sein.
4 Verknoten Sie ihre Beine so fest ineinander wie die Wurzeln einer Pflanze, um mehr Zugang zu Mula Bandha zu erhalten und mehr Halt in der Balance zu spüren.
5 Für die einfachere Variante halten Sie die Hände vor der Brust in Anjali Mudra, wenn Sie sich leicht nach rechts drehen. Für die intensivere Variante schieben Sie den linken Ellenbogen an die Außenseite des rechten Knies und schrauben sich behutsam tiefer in die Drehung. Achten Sie darauf, den Nacken weich und die Wirbelsäule lang zu halten.
6 Bleiben Sie etwa fünf Atemzüge lang in der Haltung. Dann kehren Sie über den Ausfallschritt in den herabschauenden Hund zurück. Von dort aus wiederholen Sie das Ganze auf der anderen Seite.
Münchner Yogis ist Nadine Weerts bereits durch ihre einfühlsamen Stunden in den Jivamukti-Centern und ihre besonderen Playlists bekannt. In Silvio Fritzsches „Yogabasics“-Reihe unterrichtet sie zwar ohne Musik, dafür aber mit größter Genauigkeit sechs einstündige Einheiten, in denen sie sich jeweils einem Chakra mit voller Achtsamkeit widmet.
Ob aufeinander aufbauend oder einzeln praktiziert: Die Sequenzen harmonisieren diese wichtigen Energiezentren und fördern dadurch einen gesunden Körper – auch in emotionaler Hinsicht. Die Übungsfolgen sind bewusst einfach gehalten und eignen sich laut Weerts für „alle, die schon einmal einen Hund geübt haben“.
Je nach Stimmung und Tageszeit einsetzbar, erzielen sie individuelle Wirkungen und dienen als Reiseführer durch das eigene Selbst und die Situation, in der man sich gerade befindet. Was bedeuten die einzelnen Chakren für mich in meinem Leben? Was sind die besonderen Energien? Und gibt es Chakren, denen ich während meiner Yogapraxis mehr Aufmerksamkeit schenken könnte? Fragen, denen man auf dieser DVD wunderbar nachspüren kann. Praktisches Extra: Im enthaltenen E-Book können wir noch genauer über das Thema nachforschen und tiefer in die Bedeutung der Energiezentren eintauchen.
Fazit // Schlicht und ergreifend ein schönes Yoga-Komplettprogramm für Zuhause und überall sonst. Einfach Matte ausrollen und dem Körper etwas Gutes tun!

„Yogabasics: Reise durch die Chakren“ mit Nadine Weerts (Yogabasics) kostet 19,95 €.
Sechs komplette Yogastunden auf einer DVD: YOGA JOURNAL verlost 3x eine „Reise durch die Chakren“ DVD. Schicken Sie uns bis zum 9. Juli 2017 eine E-Mail mit dem Betreff „Yogabasics“ an verlosung@yogajournal.de. Viel Glück!
Viele Menschen kommen zum Yoga, um mit Schwierigkeiten gelassener umgehen zu lernen. Doch wenn man sich stets in Gleichmut übt – verabschiedet man sich dann nicht auch von ausgelassener Freude?
Meine Tochter hat ein kleines Wollschaf, an dem sie sehr hängt. Es hat wundervoll große Kulleraugen und sie kann besser einschlafen, wenn sie es eng an sich knuddelt. Leider ist auch das Geschrei groß, wenn es auf dem Spielplatz liegen geblieben ist. „So ist das eben“, denkt man sich als Erwachsener. Wo Freude ist, da ist auch Leid. Natürlich versucht man, sein Kind zu trösten. Doch sich selbst sagt man, dass man manches eben „ertragen“ muss. Und je mehr wir im Laufe des Lebens aushalten, desto mehr wächst unsere Unzufriedenheit mit der Welt. Für manche ist das der Punkt, an dem sie beginnen, sich mit der hinter dem Yoga liegenden Philosophie zu beschäftigen. Plötzlich scheint Shiva sehr verlockend zu sein: Das reine Bewusstsein, ungetrübt von Freud oder Leid. In einer Welt jenseits von Begehren und Angst versucht man nun, allem mit Gleichmut zu begegnen. Dann sind Verluste nicht mehr so schlimm. Aber wo bleibt die Freude?
In Indien erzählt man sich Geschichten von Göttern und Menschen, die schon seit Tausenden von Jahren das Gleiche erleben wie wir. Sukadev, der Sohn des Weisen Vyasa, hatte seinen Vater schon im Mutterleib täglich die Hymnen der Veden rezitieren hören. Dabei lernte er den Unterschied zwischen dem göttlichen Bewusstsein und dem trugvollen Spiel des Lebens. So wollte er lieber gar nicht erst geboren werden – er blieb auch nach 10 Monaten im Mutterleib. Der Vater bettelte und bettelte, aber Sukadev wollte das irdische Dasein nicht mitmachen. Erst nach 12 Jahren gab er nach. Nicht weil er auf einmal doch Lust auf die Welt bekommen hätte, sondern lediglich, um seiner Mutter keine Schmerzen mehr zu bereiten.
Manchem von uns mag es schon einmal genauso gegangen sein. Wir möchten am liebsten gar nicht da sein. So auch Sukadev. Statt sein Leben auf Erden zu leben, reckte er sich direkt gen Himmel und begann fortzuschweben. „Komm zurück, komm zurück!“, rief sein Vater. Aber Sukadev weigerte sich. Da begann Vyasa für ihn die Schönheit Krishnas zu beschreiben. Anders als Shiva, der sich im Götterhimmel auf sein Meditationskissen zurückgezogen hat, tanzt Krishna mit den Menschen auf der Erde und genießt das Leben in Fülle. Vyasa beschrieb das Lächeln des freudvollen Gottes, seinen Schmuck aus Pfauenfedern, Sandelholz und Blüten, sowie die feine gelbe Seide, die ihn umhüllt. Die Beschreibung gefiel Sukadev so gut, dass in ihm der Wunsch wuchs, Krishna zu erleben und er erkannte, dass er – um Krishna kennenzulernen – bleiben musste.
Wir können Schönheit nur empfinden, wenn sie begrenzt ist, wenn es ein Gegenteil gibt. Das heißt nicht, dass wir uns von allem abwenden müssen, um zufrieden zu bleiben. Eine der meistgestellten Fragen in Seminaren lautet: „Warum sind wir hier?“. Vielleicht ist es ist eine schöne Vorstellung, dass wir Glück und Schmerz in ganz greifbarer Form empfinden dürfen. In beidem sind wir lebendig. Und indem wir unser Lebendig-Sein genießen, zeigen wir uns. Wir können uns natürlich entscheiden, gar nichts mehr zu wollen und uns in stille Einkehr zurückziehen. Stille ist etwas Wertvolles. Wenn wir uns aber dafür entscheiden, im Spiel zu bleiben, wird es nicht immer still sein. Doch wir lernen, in Frieden zu sein. Wenn meine Tochter laut um ihr Schaf weint, versuche ich, ohne Murren zurück zum Spielplatz zu gehen um es wieder zu holen. Und während ich mich freue, dass sie da ist, ist etwas in mir auch ganz still. Und gleichzeitig sehr, sehr bewegt. Feiern Sie also, so laut Sie möchten. Auch das gehört dazu.
Katja Sterzenbach hat ein zweimonatiges Schweige- und Achtsamkeitsretreat in einem Waldkloster in Myanmar hinter sich: 62 Tage ohne Kommunikation, Medien oder Kontakt zur Außenwelt. Während dieser Zeit sammelte sie Geld für ein Kinderhospiz, indem sie einige Unterstützer bat, für jeden einzelnen Tag zu spenden, den sie „durchhielt“. Im Interview erzählt sie von der engen Verbindung zwischen Achtsamkeit und Wohltätigkeit.
Katja, hast du eine Vision?
Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen den Weg der bewussten Achtsamkeit für sich entdecken und wahrnehmen, was ist – auch den Geist mit seinen Gedanken. Unser Geist ist entweder im Habenwollen- oder Ablehn-Modus. Wenn wir Freude verspüren, wollen wir sie festhalten. Wenn wir Dinge erleben, die uns nicht gefallen, reagieren wir mit Ablehnung und verschließen uns vor dem, was ist. An dieser Stelle setzt meiner Meinung nach die Achtsamkeit an, denn nicht die Dinge an sich bringen uns Freude oder Leid, sondern einzig und allein unsere Beziehung dazu, unsere Bewertung und Perspektive. Ich sehe mich selbst als Lernende und möchte mit meinem Wirken Menschen Mut machen. Ich möchte sie auf dem Weg in ein achtsameres Leben unterstützen. Das heißt nicht, dass jeder meditieren muss. Es gibt so viele unterschiedliche Arten, Achtsamkeit zu praktizieren. Vor allem bedeutet es für mich, wach und präsent im Augenblick zu verweilen.
Anfang des Jahres 2013 hast du an einem zweimonatigen Schweigeretreat teilgenommen. Was waren deine Beweggründe?
Seit ein paar Jahren praktiziere ich die Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka. Aber ich hatte das Bedürfnis, länger in die Meditation zu gehen – zehn Tage erschienen mir viel zu kurz. Anfang 2012 hörte ich von einem speziellen zweimonatigen Retreat in Myanmar und wusste sofort: „Das ist es!“. Ganze zwei Monate in sich gekehrt zu sein und weg von der westlichen Welt, klang sehr spannend. Auch wenn ich es mir nicht vorstellen konnte, so lange durchzuhalten.
Wie hast du diese Zeit erlebt? Welche Veränderungen und Entwicklungen hast du durchlebt?
Wenn man zwei Monate lang nur auf das Heben und Senken der Bauchdecke achtet, Körperempfindungen wahrnimmt, sich vor jeder Bewegung die Intention dahinter bewusst macht und jede einzelne Bewegung in Zeitlupe ausführt – egal ob man die Zähne putzt, ein Glas Wasser trinkt oder abends in den Schlafsack steigt – verliert man irgendwann das Zeitgefühl. So erging es mir zumindest. Während ich in der ersten Hälfte noch die Tage zählte, konnte ich nach etwa vier Wochen loslassen und mich dem Prozess hingeben. Wir Westler hinterfragen und analysieren die Dinge ja meist auf intellektueller Ebene. In Myanmar habe ich gelernt, zu vertrauen – in die Meditationstechnik und in den Prozess, der da geschieht. Ich habe für mich herausgefunden, dass „Glück“ als Begriff, so wie er meist verwendet wird, nur an der Oberfläche kratzt. In tiefer Meditation erlebt man nicht Glück, sondern Frieden. Wirklich tiefen Frieden in sich, losgelöst von allen Sinnenfreuden. Das ist unbezahlbar, mit nichts zu vergleichen und leider auch mit Worten nicht annähernd zu beschreiben. Es ist nur erfahrbar!
Gab es auch Herausforderungen?
Eine der größten Aufgaben war es, nicht anzuhaften. Ich musste von meinen eigenen Vorstellungen und Erwartungen loslassen und die mutige Anstrengung aufbringen, zu vertrauen, zu vertrauen und nochmals zu vertrauen.
Du hast deine Meditations-Auszeit an ein Charity-Projekt gekoppelt. Wie kamst du auf diese Idee?
2009 wurde bei mir schwarzer Hautkrebs diagnostiziert. Im gleichen Jahr machten mein Mann und ich eine zerstückelte Weltreise. Wir waren auf den Malediven, segelten in der Karibik, meditierten in Indien, verbrachten zwei Wochen in der Türkei und zwei Wochen auf Hawaii. Mich hat dieses Jahr nachhaltig geprägt: Zum einen die Schönheit der Erde wahrzunehmen und wie sehr wir Menschen sie ausbeuten und zum anderen die Endlichkeit meines eigenen Lebens. Natürlich wissen wir alle, dass wir eines Tages sterben werden, und der eine hat Angst davor, der andere kann damit ganz entspannt umgehen. Doch wenn du mit Mitte Dreißig nicht weißt, ob du das nächste halbe Jahr noch erleben wirst… Ich empfand es als zu früh für mich. Seither ist in mir der Wunsch gewachsen, der Welt etwas zurückzugeben.
Konkret hast du dich schließlich dafür entschieden, ein deutsches Kinderhospiz zu unterstützen.
Ich habe lange gesucht, aber vier Wochen vor meinem Abflug nach Myanmar wusste ich, welches Projekt ich fördern wollte. Hospize werden in Deutschland totgeschwiegen, da sie als „Orte des Sterbens“ angesehen und gemieden werden. Bei Kindern und Jugendlichen ist solch ein Hospiz jedoch im Grunde ein Ort der Erholung und Lebensfreude, nicht nur für die betroffenen Kinder, sondern besonders auch für die Eltern und Geschwister. Durch meine eigene Auseinandersetzung mit dem Tod liegt mir dieses Thema am Herzen. Während ich meditierte, wollte ich aktiv etwas für diese Kinder tun. Innerhalb von vier Wochen hatte ich eine Website, eine Facebook-Fanpage, Flyer und ein Team aus circa fünfzehn Menschen und Firmen, die mich mit ihrer Tatkraft unterstützten. In diesen drei Monaten, in denen ich insgesamt weg war, sind über 22.000 Euro zusammengekommen.
Gehören Achtsamkeit und der Wunsch, Gutes zu tun, automatisch zusammen?
Wenn man sich mit dem Thema Achtsamkeit auseinandersetzt und sich beispielsweise für eine entsprechende Meditation oder Vipassana entscheidet, tut man etwas Gutes für sich selbst. Aber das ist auch genau der Moment, in dem man beginnt, für alle etwas Gutes zu tun. Man bringt seine guten Qualitäten zum Vorschein. Und das steckt an.
Seit dem Retreat hat sich dein Leben komplett verändert, sagst du.
Verändert hat sich vor allem das Bewusstsein dafür, dass sich alles, wirklich alles in jedem Moment verändert. Das Retreat hat mir dabei geholfen, zu erkennen, dass das Leben im Augenblick liegt und nirgendwo anders. Das habe ich tief in meinem Bewusstsein verankert. Bevor ich nach Myanmar ging, fühlte ich mich total gestresst und dachte dennoch, dass ich glücklich bin. Das war ich wahrscheinlich auch – auf einer oberflächlichen Ebene. Jetzt bin ich nicht mehr gestresst – dieses Gefühl ist einfach weg. Ich bin glücklich – mit einer ganz anderen Basis als zuvor. Ich fühle tiefen inneren Frieden und mich davon getragen. Klar, manchmal gibt es auch Momente, in denen Selbstzweifel hochkommen oder ich verunsichert bin. Spätestens dann weiß ich, dass mein Kissen mich ruft und ich eine längere Meditationszeit benötige. Der Augenblick ist zu meinem Meister geworden.
Würdest du jedem raten, einmal an einem Schweigeretreat teilzunehmen?
Ja. Es ist ebenso sinnvoll, seinen Geist zu trainieren, sich für eine bestimmte Zeit zurückzuziehen und zu schweigen, wie seinen Körper regelmäßig zu bewegen. Es müssen ja keine zwei Monate sein. In Yogakreisen kommen häufig die ethischen und moralischen Grundregeln und vor allem die Meditation zu kurz. Wenn wir uns bewusst machen, dass unsere Gedanken die Kraft haben, sich zu materialisieren, ist es umso wichtiger, genauer hinzusehen, was alles in unserem Geist herumschwirrt. Es sind alles Glaubenssätze, die wir im Laufe unserer Sozialisation erfahren haben – egal ob als Kind, Jugendlicher oder gestern an der Bushaltestelle. Wir sehen die Dinge meist so, wie wir sie sehen wollen. Da tut es sehr gut, einmal Abstand zu bekommen und Distanz zu schaffen. Mein Meditationslehrer hat mir zwei wichtige Dinge mitgegeben. Zum Einen: „Denke nicht, meditiere!“ Wir westlichen Menschen neigen dazu, alles zu hinterfragen anstatt einfach einmal zu vertrauen. Dabei ist der Weg der Meditation Jahrtausende alt. Und zum Anderen: „Meditation ist Medizin.“ Das kann ich aus tiefen Herzen bestätigen: Meditation ist so heilsam!
Kevin offers his deepest gratitude to all of his teachers, particularly Noah Mazé, Zhenja La Rosa, Jeanie Manchester, Jeff Fisher, Desirée Rumbaugh, Ross Rayburn, John Friend, and Todd Norian.
Kevin auf der Yoga World in Düsseldorf 2017:
„Mein eigenes Lebensziel ist es, glücklich zu sein, und ich glaube fest daran, dass eine positive Einstellung das Fundament ist für ein ausgeglichenes, glückseliges Leben.“
Das sagt Lea Lou, Bloggerin und Autorin unseres Buchtipps „Happily Healthy“. Darin zeigt sie, wie sie sich dieses Fundament schafft und gibt Anregungen, wie auch wir zu mehr Achtsamkeit und Gesundheit gelangen. In den einzelnen Kapiteln widmet sie sich Themen wie Ernährung, Fitness, Yoga und Zufriedenheit und rundet alles mit gesunden, vegetarischen Rezepten ab.
Lea Lou berichtet nicht nur, welche Lebensmittel sie am liebsten jeden Tag in ihrer Küche verarbeitet, sondern erklärt auch anhand eines Kalenders, welche Gemüse- und Obstsorten zu welcher Jahreszeit Saison haben und somit am nährstoffreichsten sind – der eigenen Gesundheit und der Umwelt zuliebe.
Neben vielen Fitness-Tipps stellt die Bloggerin uns außerdem ihr ganz persönliches Lieblings-Workout vor: HIIT (Hochintensives Intervalltraining). Zum Ausprobieren gibt es eine Sequenz, die uns schon nach wenigen Minuten ins Schwitzen bringt – und richtig viel Spaß macht!
Das Kapitel „Achtsamkeit“ widmet Lea dann ganz unserem liebsten Thema: dem Yoga. Welche Ursprünge hat Yoga eigentlich? Wie hat es sich im Laufe der Jahre zum „Trend“ in den westlichen Ländern entwickelt? Und wie wähle ich aus der Vielzahl an unterschiedlichen Yogastilen den passenden für mich aus? Diesen Fragen wird unterhaltsam nachgegangen, um sie dann gut verständlich zu beantworten. Anschließend zeigt Lea Lou uns eine Vinyasa-Yogasequenz, die sich prima in unseren Alltag integrieren lässt. Die genauen Anleitungen und Beschreibungen der einzelnen Asanas sind durchweg bebildert, was die Praxisstrecke nicht nur für erfahrene Yogis, sondern auch für Einsteiger gut zugänglich macht. Um das Thema abzuschließen, gibt es eine einfache Atemübung, um auch noch kurz auf die Bedeutung von Meditation und Pranayama im Yoga einzugehen.
Der Rezeptteil lädt zum Nachkochen ein: Wunderschöne, bunte Bilder machen sofort Lust auf die frischen Gerichte, die vegetarisch oder vegan und oft glutenfrei, aber immer natürlich daherkommen. Dass gesundes Essen durchaus Spaß machen kann und nichts mit Verzicht zu tun hat, beweisen zum Beispiel die Rezepte für saftiges Chia-Bananen-Brot, indisches Linsendal, Grünes Thaicurry, Buddha-Bowls, Aprikosenriegel mit Schokoglasur, rohe Avocado-Schoko-Mousse, Erdnussbuttercups, Beerencrumble oder sogar selbstgemachte Schokolade. Weiter unten finden Sie das Rezept zu fruchtigen Zitronen-Ricotta-Pfannkuchen – perfekt für einen Sonntagsbrunch!
Fazit // „Happily Healthy“ zeigt uns, wie einfach es sein kann, sich ausgewogen zu ernähren, etwas für die eigene Fitness zu tun und dabei das eigene Wohlbefinden und die Selbstliebe zu sich und seinem Körper nicht aus den Augen zu verlieren. Die persönlichen Geschichten der Autorin liefern Denkanstöße und Inspiration und motivieren uns, unsere Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Besonders schön: die Checklisten am Ende eines jeden Kapitels, die uns dazu einladen, sofort mit kleinen Veränderungen anzufangen, um unseren Alltag ein bisschen positiver, achtsamer und gesünder zu gestalten.
„Happily Healthy – Mit Rezepten, Fitness und Yoga zum gesunden und glücklichen Leben“ von Lea Lou ist im ZS Verlag erschienen und kostet 19,99€.
Für 2 Portionen
Für die Pfannkuchen:
100 g Ricotta
50 g Dinkelvollkornmehl
25 g Weizenmehl (Type 405)
1 TL Backpulver
feines Meersalz
1 Ei (am besten Bioqualität; Größe L)
100 ml Pflanzendrink (z. B. Kokos-, Mandel- oder Reisdrink)
abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
1 EL dunkler Rohrohrzucker
Butter oder Kokosöl zum Ausbacken
Zum Servieren:
Früchte nach Saison (z. B. Passionsfrucht, Heidelbeeren oder Kirschen)
Ahornsirup zum Beträufeln
ca. 200 g griechischer Joghurt
Bienenpollen (nach Belieben)

1. Den Ricotta in einem Sieb etwa 15 Minuten abtropfen lassen. Dinkelvollkornmehl, Weizenmehl, Backpulver und 1 Prise Salz in einer mittelgroßen Schüssel vermengen. Das Ei trennen. Das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen.
2. Das Eigelb mit dem Pflanzendrink in einem Becher mit dem Schneebesen verquirlen. Die Eigelbmischung unter die Mehlmischung rühren. Die Zitronenschale und den Zucker unterrühren. Den Ricotta und den Eischnee mit einem Holzkochlöffel unter den Teig heben.
3. Den Backofen auf 50 °C vorheizen. Zum Ausbacken der Pfannkuchen eine kleine Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen und mit etwas Butter auspinseln. Dann nach und nach kleine Pfannkuchen ausbacken.
4. Dafür pro Pfannkuchen eine kleine Schöpfkelle Teig in die Pfanne geben und einige Minuten backen, bis die Unterseite goldbraun ist. Den Pfannkuchen vorsichtig wenden und auf der zweiten Seite ebenso goldbraun backen. Fertige Pfannkuchen auf einem Teller stapeln und im Ofen warm stellen, bis der ganze Teig aufgebraucht ist.
5. Zum Servieren die Früchte je nach Sorte vorbereiten. Die Pfannkuchen auf Teller verteilen, mit den Früchten garnieren und mit etwas Ahornsirup beträufeln. Etwas griechischen Joghurt daraufgeben oder dazureichen und nach Belieben mit Bienenpollen garniert servieren.
// Rezept aus „Happily Healthy“ (ZS Verlag) //
