Ab heute im Kino: From Business to Being

„Rückblickend war es ein lupenreines Burnout“, erzählt der ehemalige Investment Banker, Rudolf Wötzel in From Business To Being. Er erkennt: Wenn er so weitermacht, ist er in ein paar Jahren ein totales Wrack. Die Krisen der heutigen Arbeitswelt sind Bewusstseinskrisen – davon sind die Macher des Films, Hanna Henigin und Julian Wildgruber, überzeugt. Essenz statt Effekt: Ihr Dokumentarfilm begleitet drei Führungskräfte, die für einen Wandel in der Unternehmenskultur stehen.

Mehr Infos zum Film findet ihr unter www.business2being.com

Achtsamkeit in der Hirnforschung

Achtsamkeit in der Hirnforschung

„Achtsamkeit ist ein Lebensweg“, sagt die Lehrerin für Yoga- und MBSR (achtsamkeitsbasierte Stressreduktion), Britta Hölzel. Gleichzeitig erforscht sie mit den Mitteln der modernen Hirn­forschung die Wirkung der Achtsamkeitspraxis. Ein Gespräch über Missverständnisse im Achtsamkeitsboom, über Methoden und Grenzen der Forschung – und über Absichtslosigkeit in der Absicht.

YJ: Ein Blick auf den Buchmarkt (und in Ihr aktuelles Buch) weckt den Eindruck: Achtsamkeit verbessert das Leben quasi von der Schwangerschaft bis zum Sterbebett. Wo liegen die Grenzen dieses Allheilmittels?
Ich denke, die Grenzen liegen vor allem dort, wo man erwartet, dass kurze Programme Wunder bewirken. So wird es ja im Moment häufig eingesetzt: Man denkt, man macht einen Acht-Wochen-Kurs und danach ist alles gut. Achtsamkeit ist aber ein Lebensweg, eine Haltung. Wenn man sich ernsthaft darauf einlässt, kann sie eine ganz starke transformative Wirkung haben, aber sicher ist das kein „Quick-Fix“, der etwas wieder in Ordnung bringt, und sonst geht alles weiter wie gehabt.

YJ: So wird es aber häufig verstanden – zum Beispiel, wenn Firmen ihre Mitarbeiter in Achtsamkeit schulen, um Stressresistenz und Leistungsfähigkeit zu verbessern …
Genau. Dabei muss man diese Haltung schon wirklich ins Leben bringen, damit sie wirken kann. Wenn sie das aber tut, dann macht sie sehr viel: Ganz einfach dadurch, dass man sich weniger mit den eigenen Schwierigkeiten identifiziert, dass man weniger Stress erzeugt, weil man nicht so daran anhaftet, wie die Dinge vielleicht sein sollten.

YJ: Sehen Sie diese breite Anwendung und große Popularisierung von Achtsamkeit eher als Chance oder als Problem?
Im Moment sind sehr viele Stimmen zu hören, die davor warnen, dass Achtsamkeit zu sehr verwässert wird – gerade wenn sie zur Selbstoptimierung oder zur Optimierung der Arbeitskräfte verwendet wird. Ich glaube aber, wenn man die Praxis wirklich ernst nimmt, dann stellt sich diese Gefahr gar nicht so dar. Achtsamkeit geht ja damit einher, dass wir uns selber besser spüren, dass wir uns auch besser so akzeptieren lernen, wie wir sind. Deshalb ist mein Vertrauen in die Praxis, dass sie diesen Selbst­optimierungszwang selbst ein Stück weit aushebelt.

YJ: Anstatt sich selber zu akzeptieren, wird die Praxis aber häufig so interpretiert, dass man eher die Verhältnisse akzeptiert und versucht, besser mit ihnen umzugehen. Stefan Schmidt nennt das in Ihrem Buch eine „kollektive Selbstregulierung“, die ein krank machendes System eher stützt als aufbricht.
Naja, man hört aber auch immer mal wieder von Menschen, die nach einem Achtsamkeitskurs in einem Unternehmen kündigen, das an unguten Strukturen festhält. Ich glaube, dass der Begriff der Akzeptanz bei uns oft ein bisschen missverstanden und überbetont wird. Wenn man in die buddhistischen Schriften schaut, dann kommt zu dieser Haltung des Anschauens ohne sofort zu reagieren auch immer noch etwas anderes, nämlich eine Unterscheidungsfähigkeit, die genau erkennt: Was sind die heilvollen Zustände oder Geisteszustände und was sind die unheilvollen – und die versucht man zu verbannen.

YJ: Daran schließt sich gleich ein zweites, weit verbreitetes Missverständnis an: Dass in der Achtsamkeit grundsätzlich nicht gewertet und geurteilt werden sollte …
Ja, das war für mich auch immer ein Punkt, über den ich gestolpert bin. Ich glaube, das wird bei uns im Westen so stark betont, weil wir das Werten und Urteilen so absolut übertrainiert haben, während wir uns mit der Akzeptanz oft sehr schwer tun. Aber dabei darf nicht das Missverständnis entstehen, dass es darum ginge, nichts mehr zu bewerten. Das funktioniert auch gar nicht, wenn man ein Leben leben will in dieser Welt. Wichtig ist nur, Anhaftungen und Vermeidungen zu erkennen – wo zieht es mich hin, wogegen habe ich Widerstände – und dann nicht unmittelbar auf jeden Impuls zu reagieren, sondern auszusteigen aus diesem automatisch ablaufenden inneren Kommentieren. Denn das ist etwas ganz anderes, als mit Weisheit unterscheiden zu können: Was ist gesund, zuträglich und gut auch für die Welt – und was ist all das nicht.

Achtsamkeit und Forschung

YJ: Welche Rolle spielt die gute wissenschaftliche Erforschung bei der Erfolgsgeschichte von Achtsamkeit?
In unserer Gesellschaft wird all das einfach als sehr wichtig erachtet. Dazu kommt derzeit eine große Begeisterung für die Hirnforschung – auch das spielt sicher eine Rolle, wenn man heute so viel über Achtsamkeit spricht.

YJ: Können Sie vielleicht einmal kurz skizzieren, wie man sich die Erforschung von Achtsamkeit vorstellen kann?
Das ist schwierig: Die Forschung ist sehr vielfältig und zum Teil auch unübersichtlich. Da gibt es psychologische Studien mit gesunden Teilnehmern, es gibt klinische Untersuchungen über die Wirksamkeit bei verschiedenen Beschwerden und schließlich die neurowissenschaftliche Forschung, in der ich hauptsächlich arbeite. Die einen fragen, was die Achtsamkeitspraxis bewirkt, die anderen schauen eher, wie sie wirkt – und das mit teilweise sehr verschiedenen Fragestellungen und Methoden.

YJ: Und in der neurowissenschaftlichen Forschung schieben Sie Ihre Testpersonen in den Kernspintomographen und geben ihnen verschiedene Aufgaben?
Im Prinzip ja, aber auch da gibt es unterschiedliche Herangehensweisen: Wenn man strukturelle Veränderungen im Gehirn untersucht, kann man zum Beispiel vor und nach einem MBSR-Training messen: Was ist genau passiert? Und dann gibt es funktionelle Studien, die sich die Aktivierungsmuster im Gehirn ansehen. Da würde man entweder die Aktivierungen im Ruhezustand ansehen, oder aber Aktivierungsmuster bei bestimmten Aufgaben. Man zeigt Bilder, Sätze oder Geräusche und schaut: Wie reagiert das Gehirn darauf?

YJ: Und was schließt man aus diesen Aufnahmen?
Noch gibt es keine absoluten Kenntnisse oder Standards, die uns genau sagen: Das bedeutet jetzt dies und jenes. Wir müssen das interpretieren und dabei greifen wir häufig auf das zurück, was uns die Probanden erzählen. Gerade in der psychologischen Hirnforschung ist noch so vieles offen, dass man das rückschließend zusammensetzt.

YJ: Gibt es schon Aufnahmen eines Gehirns in Samadhi, dem Zustand völliger Versenkung?
(Lacht.) Das ist es, was mich überhaupt zu diesen Forschungen gebracht hat! Das wollte ich wirklich gerne machen, aber bisher hat es sich leider noch nie ergeben. Es gibt aber eine erste Studie von einem Kollegen, der an Non-dualen-Zuständen interessiert ist. Offenbar sind da wesentliche Strukturen anders untereinander vernetzt – aber da braucht es erst noch größere Studien.

YJ: Diese strukturellen Veränderungen sind sehr spannend: Sogar bei weniger erfahrenen Meditierenden scheint sich das Gehirn ja schon umzubauen, die graue Subtanz nimmt an bestimmten Stellen zu. Wie nachhaltig ist das?
Dazu gibt es noch keine Studien. Zu vermuten wäre aber, dass es stark davon abhängt, wie intensiv man weiter praktiziert. Ein Beispiel aus einem anderen Bereich macht das deutlich: Bei Medizinstudenten gab es in der Examensvorbereitung Veränderungen im Hippocampus, die nach den Prüfungen zum Teil wieder zurückgingen. Man muss aber klar sagen: Es gibt noch nicht viele Studien und die wenigen entsprechen sich auch nicht immer. Es kommt auf die Methode an, die verwendete Software – und auf die Hypothesen, von denen man ausgeht: Man findet statistisch gesehen ja eher etwas in den Bereichen, in denen man es erwartet…

Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung

YJ: Sie haben versucht, die Ergebnisse der Achtsamkeitsforschung etwas zu ordnen und dabei drei wesentliche Wirkmechanismen ausgemacht: Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und Selbstwahrnehmung. Folgt das eine auf das andere?
In vielen Meditationstraditionen wird als erster Schritt auf die Steigerung der Aufmerksamkeit Wert gelegt. Aber danach geht alles Hand in Hand: Die Fähigkeit, ein anderes Verhältnis zu sich selbst zu bekommen, hängt davon ab, wie man seine Emotionen reguliert, wirkt aber auch wieder darauf zurück. Die Aufteilung in einzelne Punkte ist also sicher ein Stück weit künstlich, das ist ein komplexes Geschehen. Andererseits ist es hilfreich, um das Thema zu strukturieren und es in die wissenschaftliche psychologische Sprache zu übersetzen.

YJ: Was sind aktuell die Schwerpunkte der Forschungen?
Es fing hauptsächlich an mit dem Thema Aufmerksamkeit oder Konzentration. Aktuell wird die Emotionsregulation stärker untersucht und ich glaube, auch das Selbstgewahrsein rückt allmählich mehr in den Fokus.

YJ: Ein bislang wenig erforschtes Gebiet sind schädliche Auswirkungen der Achtsamkeitsmeditation. Manche Menschen reagieren mit ernsthaften psychischen Problemen. In den USA gibt es dazu das so genannte Dark Night Project …
Das stimmt, wobei die Zahlen dazu sehr gering sind. Für diejenigen, die es betrifft, ist das aber sehr belastend. Ich glaube, gerade bei intensiven Retreats wird nicht immer genügend Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass das sehr transformative Prozesse sind, die erst einmal integriert und verarbeitet werden müssen. Bei Programmen, die auf einem niedrigeren Level gehalten werden – wie etwa die achtwöchigen MBSR-Kurse – halte ich das Risiko dagegen für sehr gering. Da ist der Lehrer auch dauernd im Kontakt mit den Teilnehmern. Außerdem wird die Selbstfürsorge stark betont.

Erst das Ich stärken

YJ: Vielleicht brauchen manche Menschen aber auch einfach etwas anderes. Der Münchner Psychologe Werner Vogt sagte mir, dass er die Achtsamkeitspraxis für problematisch hält, weil viele Menschen eine schwache Ich-Struktur haben und verunsichert sind durch die Relativierung der Werte. Vielleicht muss man das Ich erst einmal stabil ausbilden, bevor man Akzeptanz und eine nicht-wertende Haltung zum Maßstab macht?

Das sagen viele Psychotherapeuten, die sich mit Achtsamkeitspraxis beschäftigen, und ich sehe es auch so. Gerade auf intensiven Retreats hat man manchmal den Eindruck, dass Teilnehmer überfordert sind. Vermutlich weil sie versuchen, auf einem zu schnellen Weg aus ihrem Leid herauszufinden – man spricht da von „Spiritual Bypassing“, also spiritueller Umgehung.

YJ: Wenn wir uns jetzt die Praxis mal genauer anschauen: Der erste Schritt (und die erste Hürde) beim Einüben von Achtsamkeit ist die Schulung der Aufmerksamkeit. Welche Rolle spielt dabei das Meditationsobjekt?
Es kann sehr hilfreich sein, so ein Objekt zu haben. Der Atem, den wir in der Achtsamkeitsmeditation vorwiegend einsetzen, hat den Vorteil, dass er sich im Körper bewegt. Im Yoga ist das ähnlich: Auch da hilft die Bewegung des Körpers, die Aufmerksamkeit zu halten. Ich glaube, wenn man die Praxis gleich mit offenem Gewahrsein beginnt, wo man alle Empfindungen gleichberechtigt zulässt und wahrnimmt, macht man es sich schwerer. Andererseits gehen einige Traditionen gleich dahin – und für manche Menschen funktioniert das auch gut.

YJ: Vielleicht sogar besser? Ist in der Anweisung „Kehre zurück zum Atem“ nicht auch eine Wertung versteckt – nach dem Motto: „Mist, jetzt hab ich es wieder falsch gemacht!“?
Ich hatte gerade am Wochenende einen Workshop und Sie haben Recht: Da treten diese Bewertungen darüber, wie die Praxis sein sollte, ganz häufig auf. Es stellt sich die Frage: Wie wäre es, wenn man diese Instruktion nicht geben würde? In meiner eigenen Praxis mache ich auch etwas ganz Formloses und setze mich einfach hin. Trotzdem unterrichte ich es anders und wir machen im MBSR auch sehr gute Erfahrungen damit. Aber es stimmt: Erst mal ist es eine Baustelle. Aber auch ein Lernort, um die Paradoxie der Absichtslosigkeit in der Absicht zu überwinden.

YJ: Diese Paradoxie empfinde ich auch: Jeder kommt mit einer bestimmten Motivation in den Kurs, eine Intention wird für die Praxis sogar als wichtig erachtet. Trotzdem soll man keine Erwartungen haben. Wie soll das gehen?
In unseren Workshops reflektieren wir die Motive und Intentionen und fragen: Kann diese Intention auch so etwas wie eine Grundausrichtung sein, etwas, für das ich mich einfach nur öffne? Dem muss man immer wieder nachspüren und Raum geben. Es ist ein Übungsfeld.

YJ: Um noch mal auf das so genannte offene Gewahrsein zurückzukommen, auf das die Achtsamkeitspraxis ja letztlich abzielt: Kann man überhaupt gleichzeitig den Körper, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und die Umgebung wahrnehmen?
Nein, man weiß ja, dass Eindrücke nicht simultan sondern seriell, also nacheinander verarbeitet werden. Deswegen gibt es auch kein Multitasking. Mit offenem Gewahrsein ist eher eine Art offener Raum gemeint, in dem alle Dinge gleichberechtigt auftauchen dürfen. Wobei da meistens vieles gleichzeitig abläuft und manches eben stärker ins Bewusstsein dringt.

YJ: Ein ähnliches Problem sehe ich bei den gängigen Anweisungen zum Umgang mit Gedanken während der Meditation: Wie kann man gleichzeitig denken und wahrnehmen, dass man denkt. Ist das nicht ein Mythos?
Es stimmt natürlich: Irgendein Impuls ist da, bevor ich mir dessen gewahr werde, aber der Zeitabstand kann sich verringern. Mit mehr Übung merkt man schon nach einem halbsekündigen Bruchteil von einem Gedanken, dass man denkt. Und dann entdeckt man: In dem Moment, wo ich mir der Gedanken bewusst werde, laufen sie nicht mehr auf die gleiche Art ab, sie lösen sich auf – und mehr Gewahrsein entsteht.

 

Achtsamkeit ist Lebensweg_Interview mit Britta HoelzelDr. Britta Hölzel ist Psychologin, MBSR- und Yogalehrerin. Nach Forschungsprojekten unter anderem an der Harvard Medical School und der Charité Berlin ist sie an der TU München tätig. Ihr gemeinsam mit Dr. Christine Brähler herausgegebenes Buch „Achtsamkeit mitten im Leben“ ist bei O.W. Barth erschienen. www.brittahoelzel.de

 


Foto: Stefanie Kissner

Montags-Mantra: Sei die Veränderung…

Montags Mantra_Gandhi Zitat Veränderung

Das heutige Montags-Mantra beginnt mit einem bekannten Zitat:

Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest  – Mahatma Gandhi

Gandhis Worte erinnern uns daran, nach innen zu schauen, um uns an unsere Wünsche zu erinnern. Und daran, dass wir selber dafür verantwortlich sind. Schaffen wir es, die Worte umzusetzen, ziehen sie aber noch weitere Kreise: Wenn wir das leben, was wir uns wünschen – auch im menschlichen Miteinander – hat das auch Einfluss auf unser Umfeld. Wer ehrliche Freundlichkeit vorlebt, bekommt oft auch ehrliche Freundlichkeit zurück. Daraus können wunderbare Begegnungen entstehen!

Einen guten Start in die Woche!


Foto: Evan Kirby/ unsplash.com

Rote Bonbons auf Pak-Choi-Wiese im Sesam-See

Rot Bonbons auf Pak Choi Wiese

Rote Bonbons auf Pak-Choi-Wiese im Sesam-See: Dieses leckere Gericht klingt nach! Das Rezept dazu kommt von Pink Elephant Cooking. 

Zutaten für die Bonbons (Ergibt 3 Portionen)
1 großer, süß-säuerlicher Apfel ++ 1 Schuss Reisessig ++ 1 Handvoll geschnittener Schnittlauch ++ 2 EL geschälte Hanfsamen ++
6 kleine runde Reispapierblätter ++ 150 ml Rote-Bete-Saft ++ ­
6 Schnittlauchhalme ++ für die Pak-Choi-Wiese ++ 1 TL Kokosfett ++ 3 bis 5 Pak Choi (je nach Größe), in dicke Streifen geschnitten ++ ½ EL Tamari ++ 1 EL Reissirup ++ Saft von ½ Zitrone ++ evtl. eine Prise Chilipulver oder 1/3 frische Chilischote, kleingehackt ++ ­­­
1 TL Hanfsamen oder Sesam, für die Deko für den Sesam-See 2 EL Tahin ++ 1 EL Erdnussbutter ++ 100 ml Wasser ++ ­
Saft einer halben Zitrone

Zubereitung

1. Schneiden Sie den Apfel für die Bonbon-Füllung in kleine Würfel und braten Sie ihn in einer Pfanne etwas an. Dann salzen Sie ihn etwas und löschen ihn mit einem Schuss Reisessig ab. Vermengen Sie das Ganze in einer Schüssel mit dem Schnittlauch und den Hanfsamen.
2. Weichen Sie die Reispapierblätter einzeln in einem tiefen Teller in dem Rote-Bete-Saft ein (Tipp: Mit lauwarmem Saft geht es schneller, bei kaltem Saft braucht das ewig). Die eingeweichten Blätter legen Sie nacheinander auf ein Brett und füllen sie mit der Apfelmasse. Dann schließen Sie die Bonbons mit je einer Stange Schnittlauch.
3. Erhitzen Sie eine Pfanne, schmelzen Sie das Kokosfett und braten Sie den Pak Choi kurz darin an. Löschen Sie dann mit Tamari ab und schmecken mit etwas Reissirup, Zitronensaft und evtl. Chili ab.
4. Verrühren Sie die Zutaten für den Sesam-See und schmecken Sie das Dressing mit Salz und Pfeffer ab. Dann richten Sie die Bonbons auf dem Pak Choi an und träufeln das Dressing darüber. Das Ganze garnieren Sie mit den Resten der Füllung und streuen etwas Sesam oder ein paar Hanfsamen über die Bonbons.


Foto: Stefanie Kissner

Pink Elephant CookingHinter PINK ELEPHANT COOKING stehen die Kochkünstler Heather Donaldson und Martin Riedel. Ihre Freestyle-Küche ist in kein kulinarisches Korsett gezwängt, Kochen ist für beide ein meditativer Zustand. Mehr Infos unter:  www.pinkelephantyoga.de

Nie wieder Nudeln?

Nie wieder Nudel Low Carb Ernaehrung

Eine getreide­arme Ernährung soll nicht nur die Pfunde purzeln lassen, sie ist auch eine gängige Antwort auf Glutenunverträglichkeit und andere Gesundheitsprobleme. Es spricht aber auch vieles für Getreide. Unsere Gastautorin Kerri-Ann Jennings trennt die Spreu vom Weizen.

Nach Fett, Milch und weißem Zucker steht seit einiger Zeit eine weitere Gruppe von Grundnahrungsmitteln auf der schwarzen Liste der trendbewussten Gesundheitsapostel: Getreide. Das betrifft Bio-Buchweizen genau wie Frosted Cornflakes, Hirsebrei ebenso wie Weißmehlbrötchen. Sogar Vollkorngetreide – lange Zeit der Liebling der Ernährungsexperten – gilt manchen Verfechtern der Low-Carb-Welle als Bedrohung für die Volksgesundheit. Der allergrößte Feind aber heißt Weizen. Der amerikanische Kardiologe William Davis behauptet in seinem Bestseller „Weizenwampe“, der Verzehr dieses Standardgetreides sei ein Hauptgrund für die statistische Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit. Seine Theorie: Der in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr angebaute Hybridweizen enthalte ein höheres Maß an Gliadin. Dieses Eiweiß bildet gemeinsam mit Glutenin das Klebereiweiß Gluten, es soll aber auch an Opiatrezeptoren im Gehirn andocken und so den Appetit stimulieren. Noch einen Schritt weiter geht David Perlmutter, der sich selbst als „abtrünnigen Neurologen“ bezeichnet. Er behauptet, dass sämtliche Kohlenhydrate – und somit sämtliche Getreidesorten – Gift fürs Gehirn seien. Verkürzt ausgedrückt erhöhen sie seiner Theorie zufolge den Blutzuckerspiegel in einer Weise, die Entzündungen auslöst und zu einer Vielzahl von Krankheiten führt, allen voran Alzheimer. Entsprechend plakativ titelt sein Buch: „Dumm wie Brot. Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“.

Besser als sein Ruf

Beide haben teilweise Recht: Low-Carb-Diäten helfen tatsächlich (aber nur ebenso effektiv wie andere Diäten) beim Abnehmen. Das entschärft natürlich viele Gesundheitsprobleme, die mit Übergewicht in Verbindung stehen, etwa Diabetes und Energiemangel. Wahr ist auch, dass industriell verändertes oder verarbeitetes Getreide mit krankheitsauslösenden Entzündungen in Zusammenhang gebracht wird. Das Gleiche gilt allerdings auch für viele andere industriell verarbeitete Lebensmittel. Der Ernährungsexperte David Katz unterstreicht: „Die Befürworter der getreidefreien Ernährung berufen sich auf Studien, die die negativen Effekte von exzessivem Konsum industriell verarbeiteter Getreide zeigen und beziehen das dann auf alle Getreideprodukte. Oder sie verwenden Untersuchungen über potenzielle Gefahren von gentechnisch manipuliertem Weizen bei Labortieren und leiten daraus dann Verallgemeinerungen darüber ab, wie Weizen auf Menschen wirkt. Das kommt gut an, weil es so einfach wirkt: Man macht ein einzelnes schädliches Element der Ernährung ausfindig und hat einen perfekten Sündenbock für sämtliche Leiden.“ Dabei stimmt auch: „Gutes“ Getreide ist sogar sehr gesund. „Die wissenschaftlichen Belege für den Zusammenhang zwischen regelmäßigem Verzehr von Vollkornprodukten und guter Gesundheit sind ziemlich stark,“ sagt Katz. Zahlreiche Studien haben Vollkorngetreide mit verminderten Entzündungswerten, geringerem Risiko für Herzerkrankungen und sogar mit einer niedrigeren Sterblichkeit allgemein in Zusammenhang gebracht.

Auch die Theorie über die appetitanregende Wirkung des Weizenbestandteils Gliadin hält genauerer Betrachtung nicht stand: Dass alle Arten von Weizen (selbst die so genannten alten Sorten wie Kamut) das Eiweiß Gliadin enthalten, ist nichts Neues. Auch dass Gliadin im Körper einen opiatartigen Stoff, Gliadotropin, erzeugen kann, ist richtig. Aber der menschliche Darm kann diesen Stoff nicht aufnehmen, folglich erreicht er nie das Gehirn und kann dort auch keinen Appetitschub auslösen. Offenbar hat William Davis eine Studie herangezogen, für die Ratten Gliadotropin injiziert wurde – was nicht sehr viel mit dem menschlichen Weizenverzehr zu tun hat.

Alles in Maßen

Gesundheitlich bedenklich ist also nicht das Getreide an sich, sondern die Menge und die Art an Getreide, die wir zu uns nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich 200 bis 300 Gramm Brot oder Getreideflocken und 200 bis 250 Gramm Kartoffeln oder Nudeln – und sie unterstreicht, dass dabei Vollkorngetreide der Vorzug gegeben werden sollte.
Während Getreideprodukte in älteren Ernährungs­pyramiden noch den breiten Sockelplatz einnahmen, stehen nach heutigem Wissensstand Gemüse und Obst an dieser Stelle: mit 400 beziehungsweise 250 Gramm pro Tag. Bei den meisten Deutschen verhält es sich eher umgekehrt (einmal ganz abgesehen vom tendenziell viel zu hohen Zucker- und Fleischkonsum). Ganz wichtig: Je natürlicher und weniger verarbeitet das Getreide, desto besser. Im Gegensatz etwa zu Quinoa, braunem Reis oder Gerstenkörnern enthält der Weizen in handelsüblichem Mehl und fertig gekauften Back- und Teigwaren weder die ballaststoffreiche Hülle noch den nährstoffreichen Keim – dafür aber häufig eine Reihe von Emulgatoren und anderen Zusatzstoffen.

Low Carb hin oder her: Es ist auf jeden Fall richtig, den eigenen Getreidekonsum etwas genauer unter die Lupe zu nehmen: Welches Getreide esse ich in welcher Menge im Lauf der Woche? Wenn Sie dabei zu dem Ergebnis kommen, dass ein gewisses Umdenken nicht schaden könnte, kann mit der leckeren Zucchini-Pasta, Karotten-Walnuss-Muffins und Blumenkohl-Couscous mit Käse anfangen.

Kerri-Ann Jennings ist nicht nur freiberufliche Autorin, sondern auch Yogalehrerin. Sie schreibt am liebsten über Gesundheitsthemen und Ernährung.

 

 

 

 


Foto: Jennifer Olson

Me, Myself and Yoga – David Lurey im Gespräch

Yogalehrer David Lurey im Interview

Auf der YogaWorld in München haben wir es gerade wieder erlebt: Der auf Mallorca lebende amerikanische Yogalehrer David Lurey ist ein Liebling der Szene. Spätestens wenn er die Gitarre zur Hand nimmt und Shavasana mit selbst geschriebenen Songs begleitet, fliegen ihm alle Herzen zu. YOGA JOURNAL hat mit ihm über Eitelkeit, Yoga-Popstars und das zähe Ringen um Selbsterkenntnis gesprochen.

 

„Asanas sind ein Platz für Selbsterfor-schung, kein Thron für Errungenschaften.“ Aadil Palkhivala

YJ: Mit diesem Zitat hast du deine Stunde bei der Yoga World im letzten Jahr eröffnet. Warum ist das kontinuierliche Forschen im Yoga (oder im Leben) so viel wichtiger als das Streben nach Perfektion?
DL: Sagen wir mal so: Nur indem man nach persönlicher Entwicklung strebt und sich selbst erforscht, kann man einige der Hindernisse aus dem Weg räumen, die einem das Gefühl geben, von anderen Menschen getrennt zu sein. Dieses Gefühl von Trennung ist die Ursache aller Konflikte. Wenn ich aber erkenne: Ich sehne mich nach Anerkennung, ich bin liebebedürftig, ich bin wütend oder frustriert, dann kann ich im nächsten Schritt auch verstehen, dass mein Gegenüber die gleichen Gefühle erlebt. Ich sehe hinter seiner menschlichen Schale die gleiche Sehnsucht, geliebt zu werden.

YJ: Warum ist das so schwierig?
DL:Weil wir unsere emotionale Intelligenz auf stumm schalten und die Signale des Lebens überhören. Und das betrifft nicht nur das Persönliche: Auch als gesamte Menschheit hören wir nicht auf die Signale unserer Gefühle und nicht auf die Signale der Erde. Mitgefühl und Liebe sind eigentlich die Essenz unserer Emotionen. Trotzdem gibt es eine Flüchtlingskrise, es gibt Kriege, Gier, Hierarchien zwischen reich und arm.

YJ: Lass uns nochmal einen Schritt zurückgehen zu den Asanas: Hat man in der Arbeit mit dem Körper die Gelegenheit, das Forschen und die Einfühlung einzuüben?
DL: Genau so ist es. Ich übe seit 20 Jahren Asanas – und ich bin noch lange nicht fertig damit, denn hier spüre ich alles zuerst. Wenn ich zum Beispiel den nach unten schauenden Hund übe, dann sprechen meine Schultern zu mir. Wenn ich dann aus der Haltung wieder herauskomme, kann ich mich fragen: Warum spannen meine Schultern? Hat das was mit meinem Lebensstil zu tun, mit meinen Bewegungsmustern oder mit meinen Gefühlen? Gleichzeitig ist es wichtig, nicht übermäßig zu analysieren. Ich lebe lieber im Erforschen.

YJ: Folgt beim Forschen nicht automatisch die Analyse?
DL: Stimmt, aber wenn es um Transformation geht, würde ich eher vier andere Schritte unterscheiden: Der erste ist das Beobachten, der zweite das Anerkennen: Wenn man nicht weiß, dass die Schultern verspannt sind, kann man auch nichts daran ändern. Wenn man nicht erkennt, dass man im Herzen blockiert ist, kann man nichts dagegen tun. Erst das Anerkennen verleiht der Beobachtung Raum und Leben. Der dritte Schritt ist dann die Veränderung. Auf körperlicher Ebene könnte das zum Beispiel bedeuten: Meine Beinrückseiten sind verkürzt, ich übe Supta Padangushthasana. Wenn es um eine Transformation auf der Herzensebene geht, gibt es andere Werkzeuge. Und dann kommt aus meiner Sicht der vierte Schritt und der heißt: Such weiter!

YJ: Was meinst du damit?
DL: Gerade in dem Moment, wo man glaubt, man hätte den Dreh raus, sollte man besser noch mal ganz genau hinschauen. Das ist der Moment, wo die überraschenden Dinge passieren, denn die Schatten sind immer da. Die Sonne scheint im Lauf des Tages aus unterschiedlichen Richtungen und es gibt immer Stellen, die im Schatten liegen. Solange ich ein Mensch bin, kann ich nie alle Aspekte meiner selbst vollständig sehen.

YJ: Ich nehme an, hier kommt das Missverständnis mit dem „Thron der Errungenschaften“ ins Spiel?
DL: Korrekt. Die Asana – oder auch die persönliche Entwicklung – sollte nie ein Statussymbol werden, das sagt: „Schaut her, ich habe im Yoga etwas erreicht!“ Denn es gibt immer noch eine tiefere Ebene. Wenn ich eine Haltung äußerlich auf einem bestimmten Niveau bewältigt habe, dann rücken andere Aspekte in den Vordergrund: Wie fließt die Energie, was macht der Atem, was löst die Asana mental und emotional überhaupt in mir aus?

YJ: Im Unterricht forderst du deine Schüler dazu auf, sich zu fragen: Wird mich jemand mehr lieben, weil ich diese Asana so wunderbar ausführe?
DL: Hast du dich da ertappt gefühlt?

YJ: Na klar. Es hat mich daran erinnert, dass die Asana-Praxis auch dazu verleiten kann, das Ego zu füttern. Der Geist kommentiert ja andauernd, was der Körper tut …
DL: Darum ist es so wichtig, sich bewusst zu machen, dass Yoga eine Praxis für Körper, Geist und Seele ist. Wenn man eines davon außen vor lässt – was passiert dann?

YJ: Dass wir so stark auf Leistung konditioniert sind, macht es nicht gerade leichter.
DL: Deswegen ist es ja auch ein lebenslanger und individuell verschiedener Weg. Für manche Menschen sind Asanas ganz einfach, anderen erschließt sich die Philosophie sehr mühelos oder die spirituellen Aspekte. Für jeden geht es letztlich darum, in eine größere Balance der drei Bereiche zu gelangen.

YJ: Aber vielleicht ist die Sehnsucht nach Anerkennung auch zweitrangig und es macht mir einfach Freude, dass ich eine Asana gut kann?
DL: Daran ist nichts verkehrt. Wenn man nach der Morgenmeditation den Frieden im Herzen fühlt oder nach einem Handstand spürt, wie eine Welle von Kraft und Energie durch den Körper strömt – toll! Etwas zu erreichen, sich als fähig und kraftvoll zu erleben, das ist sogar sehr wichtig. Anzugeben und sich zu produzieren ist etwas völlig anderes.

YJ: Aber wo verläuft die feine Linie zwischen dem Bedürfnis nach persönlichem Wachstum und dem eitlen Streben nach Anerkennung?
DL: Das spielt immer mit rein. Sogar wenn ich eine Interview-Anfrage vom Yoga Journal bekomme, denke ich einen Moment lang: „Wow, cool. Ich bin wichtig. Vielleicht werde ich ein bisschen berühmter.“ Aber dann sage ich mir: „Okay, beruhige dich wieder. Eigentlich möchtest du Menschen zu mehr Gesundheit und Lebendigkeit inspirieren – und wenn dieses Interview dazu beiträgt, dann ist das schön.“

YJ: Im Gegensatz zu vielen Yogaschülern haben Yogalehrer vielleicht eher ein Problem mit zuviel Anerkennung und Bewunderung?
DL: Eine riesengroße Fallgrube und ein wichtiger Prüfstein für die eigene Reife! Ich bin jetzt 43 und unterrichte seit 15 Jahren. Im Vergleich zu meinen eigenen Lehrern bin ich so was wie ein Teenager. Das Zitat mit dem „Thron der Errungenschaften“ verwende ich auch deswegen so gerne, weil es für mich selber wichtig ist. Vermutlich kann man nur zu Bescheidenheit finden, indem man selber intensiv weiterübt. Aber so, wie sich Yoga gerade in der Welt ausbreitet, ist es ziemlich einfach, ein Yoga-Popstar zu werden. Wenn du eine tolle Asana-Praxis hast, gut mit Worten umgehen kannst und eine Botschaft vermittelst, dann wirst du auf Leute treffen, die hungrig danach sind. Auch daran ist wieder grundsätzlich nichts Schlechtes, aber es verleitet natürlich leicht zu einem aufgeblasenen Ego.

YJ: Das Absurde am modernen Yoga ist ja: Die Menschen kommen eigentlich, um einen Ausgleich zu Leistungsdruck und Stress zu finden und rutschen dann oft in genau den gleichen Perfektionismus hinein – in der Außenwahrnehmung ist Yoga schon fast zum Inbegriff einer als lächerlich empfundenen Selbstoptimierung geworden.
DL: Das hängt mit unserer Konditionierung zusammen: Streng dich an, werde besser, setz dir Ziele und erreiche sie! Wir sind völlig in dieses Denken eingebettet – da ist es nur natürlich, dass wir das auch auf Yoga übertragen.

YJ: Andererseits vermitteln wir aber ein Idealbild von Yoga, das genau das Gegenteil davon beinhaltet: Gelassenheit, Selbsterkenntnis, Mitgefühl …
DL: Das ist wahr und dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Yoga ist ein sehr, sehr scharfes Messer. Präzise und vorsichtig eingesetzt – und das bedeutet für jeden unter Umständen etwas anderes – dient es dazu, das erleuchtete Selbst herauszuschälen. Missbräuchlich verwendet kann es aber auch großen Schaden anrichten, zum Beispiel indem es einen völlig in den Ego-Zustand und den Wettbewerb mit anderen zurückwirft.

YJ: Ist das vielleicht eine Frage der „richtigen“ Motivation?
DL: Ich glaube und lehre ja, dass Intention alles ist. Wenn die Intention Selbstverwirklichung heißt (wie Yogananda es nennt), dann wirst du jedes Straucheln auf dem Weg dazu nutzen, um innezuhalten und dich selbst zu hinterfragen: „War ich bei dieser Asana in meinem Körper präsent? War mein Atem bewusst? Habe ich es wahrgenommen, als ich gedacht habe: Schaut mich an, ich mach diese Haltung total gut?“ Es ist ein ständiges Fallen, Aufstehen, Weitermachen. Und wenn du zum Yoga gehst, um einen sexy Po zu bekommen, dann wird sich deine Praxis eben darauf ausrichten – und jeder wird irgendwann den Lehrer finden, der ihn bei seinem Weg unterstützt.

YJ: „Ist der Schüler bereit, so ist der Lehrer nicht weit“ …
DL: Genau. Ich bin sicher nicht der richtige Lehrer für alle. Ich liebe es, vom Philosophischen her ranzugehen und meinen Schülern Fragen zu stellen, zum Beispiel: „Bist du dir bewusst, welche Vorstellungen du von deiner Praxis und von dir selbst entwirfst?“ Genauso frage ich mich als Lehrer: „Bin ich hier, weil ich will, dass meine Schüler mich mögen, oder weil ich etwas Bestimmtes vermitteln will?“

YJ: Vielleicht auch: „Bin ich überhaupt in der Position, meinen Schülern zu sagen, was gut für sie ist?“
DL: Oh ja, das ist noch mal ein ganz anderes Kapitel – oder vielmehr ein ganzes Buch! Meine Frau Mirjam und ich stellen uns diese Frage ständig. Mir tut es gut, dass wir uns da gegenseitig unterstützen können.

YJ: In der Tradition des Yoga wurde die absolute Autorität des Guru dagegen nie in Frage gestellt. Er war derjenige, der wusste, was ein Schüler wann und wie zu tun hatte …
DL: Stimmt, aber wir leben heute in einer offenen, demokratischen Gesellschaft und wir stellen diese Fragen. Dabei kann es durchaus richtig sein, einem Lehrer zu folgen, wenn ich das Gefühl habe, dass er mein Herz tief berührt und mich inspiriert – und wenn jede Zelle meines Daseins damit im Einklang ist. Trotzdem bin ich nie einem Lehrer in blindem Glauben gefolgt. Mit den Lehren meines jetzigen Lehrers Aadil Palkhivala zum Beispiel bin ich zu zwei Dritteln einverstanden – das andere Drittel ist einfach sein Weg. Ich glaube, ein guter Lehrer wird dich immer dazu ermuntern und befähigen, deinen eigenen Weg zu gehen, und keine Abhängigkeiten erzeugen.

Mehr zu David Lurey unter www.findbalance.net


Foto: Stefanie Kissner

Montags-Mantra: Bereichernde Begegnungen

Frauen spazieren im Schnee

Manchmal sagen Fremde einen Satz, der uns zum Nachdenken bringt. Oder ein guter Freund hält uns einen Spiegel vor, durch den wir Dinge klarer sehen. Reflexion und Innenschau sind wichtig, keine Frage. In manchen Situationen brauchen wir jedoch Input von außen. Nicht nur, um uns persönlich voran zu bringen und daran zu wachsen. Offene Begegnungen mit anderen bringen uns auch eine Menge Spaß und bereichern uns ungemein! Der französische Schriftsteller Guy de Mauassant fand:

Es sind die Begegnungen mit Menschen,
die das Leben lebenswert machen.

 

Guten Start in die Woche!


Foto: unsplash.com

Blumenkohl-Couscous mit Käse und Tomaten

Blumekohl Kaese Couscous_Foto Jennifer Olson

Von der griechischen Küche inspiriert, aber die Kohlenhydrate reduziert: Die leckere Couscous-Kreation spart gegenüber der traditionellen Variante pro Portion 30 Gramm Kohlenhydrate – und enthält eine volle Tagesration Vitamin C.

Zutaten für 6 Portionen:
2 Tassen halbierte Kirschtomaten ++ 3 EL Olivenöl ++ 1 große Zitrone,
ausgepresst ++ 1 TL körniger Senf ++ ½ TL Honig ++ 2 EL Kapern ++
1 Handvoll frischer Dill, gehackt ++ 1 Blumenkohl, in Röschen zerteilt ++
200 g Halloumi-Käse, klein gewürfelt

Zubereitung:
Heizen Sie den Ofen auf 200 Grad vor. Beträufeln Sie die Tomaten mit ½ EL Öl und braten Sie sie etwa 10 Minuten lang auf einem Blech. Verquirlen Sie 2 EL Öl, Zitronensaft, Senf und Honig in einer Schüssel. Rühren Sie Kapern und Dill unter und schmecken Sie das Dressing mit Salz und Pfeffer ab.
Zerkleinern Sie den Blumenkohl im Mixer zu einer körnigen, Couscous-artigen
Konsistenz. Erhitzen Sie den restlichen ½ EL Öl in einer großen Pfanne und braten Sie den Blumenkohl darin etwa 5 Minuten, bis er goldbraun ist. Vermengen Sie den Blumenkohl mit Dressing, Tomaten und Käse.

Nährstoff-Info:

pro Portion 224 Kalorien, 17 g Fett (davon 8 g gesättigt),
8 g Kohlenhydrate, 3 g Ballaststoffe, 10 g Eiweiß, 511 mg Natrium


Foto: Jennifer Olson