Meditation für mehr Mitgefühl

Bedingungslose Liebe ist das schönste Geschenk, das wir bekommen und geben können. Das ist oft leichter gesagt als getan. Wie Metta und Karuna unser Leben beeinflussen können…

Wie fänden Sie es, würden Sie bedingungslos geliebt werden, so wie Sie sind, ohne etwas Besonderes dafür tun zu müssen? Wie wäre es, wenn Sie sich vollends, wahrhaftig und radikal akzeptiert fühlen würden, ohne sich für einen Teil Ihres Selbst entschuldigen oder etwas verbergen oder leugnen zu müssen? Wir alle sehnen uns nach Liebe und Anerkennung. Aber nur wenige können von sich behaupten, sich selbst diese Art von Achtung entgegenzubringen. Das Problem ist: Wenn wir uns nicht selbst so lieben und achten, wie wir sind, ist es schwierig, andere wahrhaftig und bedingungslos zu lieben. Und, als Gedanke wahrscheinlich noch beunruhigender: Falls wir das Glück haben, jemanden zu finden, der uns bedingungslos anerkennt und liebt, wie können wir dann offen sein für die Liebe des anderen, wenn wir uns selbst noch nicht völlig anerkannt haben?

Bedingungslose Liebe wird möglich, wenn Sie üben, die vier Geisteshaltungen, die Brahmaviharas, auszubilden. Zusammengenommen stellt dieses Quartett die Grundlage für wahrhaftige, authentische und bedingungslose Liebe dar. Diese vier Qualitäten sind die liebevolle Freundlichkeit (Metta bzw. Maitrî), das Mitgefühl (Karuna), die Freude (Mudita) und die Gelassenheit (Upekkha bzw. Upeksha). Sowohl Patanjali, der Verfasser des Yoga-Sutra, als auch Buddha lehrten, wie wichtig es ist, diese vier Qualitäten auszubilden.

Das Ziel: innere Ausgeglichenheit

Swami Satchidananda (1914-2002), Yogameister und Begründer des ganzheitlichen Yoga, übersetzt die Brahmaviharas im Yoga-Sutra (I.33) folgendermaßen: „Indem man freundlich gegenüber den Glücklichen, mitfühlend gegenüber den Unglücklichen, voller Freude gegenüber den Rechtschaffenen und voller Missachtung gegenüber den Bösen auftritt, bewahrt der Geist seine ungestörte Ruhe.“ Satchidananda sagt, diese vier Qualitäten seien der Schlüssel dazu, Gelassenheit im Geist zu etablieren: „Benutzt du den richtigen Schlüssel bei der richtigen Person, bewahrst du deinen Frieden.“ Wer fähig ist, die vier Brahmaviharas anzuwenden, kann endlich das unter Kontrolle bekommen, was Patanjali ­„Vikshepa“ nennt: die Neigung des Geistes, sich ablenken zu lassen. Patanjali lehrt uns, dass jemand, der mit Gleichgültigkeit auf das reagiert, was um ihn herum passiert, innerlich nie zur Ruhe kommen wird. Die vier erstrebenswerten Geisteshaltungen bekämpfen unsere Unruhe und bringen uns innerer Ausgeglichenheit näher.

Begegnen wir fröhlichen Menschen, hilft uns eine freundliche Haltung ihnen gegenüber, Gefühle von Neid und Missgunst zu verhindern. Treffen wir auf Menschen, die leiden, sollten wir Mitgefühl zeigen und, wenn möglich, auch helfen, das Leid zu vermindern. Uns an den Qualitäten rechtschaffener Menschen zu erfreuen und zu erbauen, inspiriert uns, selbst solche Qualitäten zu entwickeln. Und wenn wir schließlich mit Menschen konfrontiert sind, die wir als nicht rechtschaffen, als nicht vertrauenswürdig oder gar als kriminell verdammen, so lehrt uns die klassische Yogatradition, dass wir versuchen sollten, auch ihnen mit Gleichmut zu begegnen. Oft geben wir dem Drang nach, diese Menschen zu kritisieren und zu verurteilen, weil wir der Ansicht sind, sie wären fehlgeleitet. Aber das hilft uns keinesfalls dabei, geistige Gelassenheit zu bewahren! Die Kommentatoren des klassischen Yoga weisen darauf hin, dass der Yogi keine Aufmerksamkeit von seiner eigenen Praxis abzweigen soll, um diejenigen zu ändern, die höchstwahrscheinlich eh keinen Ratschlag annehmen werden. Wie Satchidananda sagt: „Wenn du versuchst, andere zu belehren und zu bekehren, wirst du deinen Frieden verlieren.“

Unendliche Liebe

Viele zeitgenössische Yogis interpretieren Patanjalis Yoga-Sutra I.33 etwas freier. So übersetzt der Autor, Buddhismus- und Yogalehrer Chip Hartranft das Sutra folgendermaßen: „Der Geist beruhigt sich, wenn man Freundlichkeit, Mitgefühl, Freude und Gleichmut in Richtung aller Dinge ausstrahlt, seien sie erfreulich oder unerfreulich, gut oder schlecht.“ Diese offene Sicht der Dinge wird in der buddhistischen Tradition oft betont. Dort kennt man die Brahmaviharas auch als „die grenzenlosen Vier“ oder „die vier Unmessbaren“. Sie sind Ausdruck für die sozialen Beziehungen und die gegenseitige Abhängigkeit aller Lebewesen, die im buddhistischen Yoga einen hohen Stellenwert haben. Beide Anschauungen sind nützlich: Darüber zu reflektieren, welche Intention und welcher Zweck hinter den beiden Auslegungen liegen, kann Ihrer Praxis mehr Tiefe verleihen.

Beginnen Sie bei sich selbst

Oft rate ich meinen Schülern, Metta und Karuna, Freundlichkeit und Mitgefühl in ihrer Praxis zu kombinieren. Wenn wir beides üben, beginnen wir, uns selbst gegenüber freundlicher aufzutreten und uns selbst mehr zu achten, bevor wir diese Fähigkeiten auf andere Menschen übertragen können. Diese radikale Selbst-Anerkennung kann für diejenigen unter uns, denen es schwer fällt, sich als wertvoll und liebenswert zu erachten, eine große Herausforderung sein. Wenn wir liebevolle Freundlichkeit uns selbst gegenüber üben, kann es passieren, dass ganz andere, nämlich negative Gefühle hochkommen, Gefühle, die wir bisher unterdrückt oder ignoriert haben. Ich bin fest überzeugt, dass wir erst dann bereit sind, anderen wahre Liebe entgegenzubringen, wenn wir uns selbst gegenüber geöffnet haben. Darum muss dies der erste Schritt sein.

Im Buddhismus werden seit Jahrtausenden detaillierte Anleitungen gegeben, wie man die Brahmaviharas aufbauen kann. Am Anfang begeben Sie sich in eine angenehme Sitzposition. Als einleitende Übung zu Metta bhavana (dem Aufbau von Metta), rufen Sie sich ihre eigene Güte zu Bewusstsein, etwa einen bestimmten Moment, in dem sie etwas Gutes, Freundliches oder Liebevolles gesagt oder getan haben. Das kann etwas ganz Simples sein, wie jemandem einen Sitzplatz im Bus anzubieten oder Ihrer Familie eine Mahlzeit zuzubereiten. Nun richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Herzzentrum – egal, ob Ihr Herz offen und aufnahmebereit oder verschlossen ist. Urteilen Sie nicht. Beobachten Sie einfach nur Ihre Gefühle. Dann beginnen Sie, folgende Metta-Wendungen zu ­rezitieren:

Möge ich glücklich sein.
Möge ich friedlich sein.
Möge ich Freude und den Quell ­dieser Freude genießen.
Möge ich Leichtigkeit und Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele erfahren.

Erleben Sie körperlichen oder emotionalen Schmerz? Haben Sie Minderwertigkeitsgefühle, fühlen Sie Angst oder Traurigkeit, während Sie diese Worte sagen? Dann fügen Sie folgende Sätze des Karuna bhavana (Aufbau von Karuna) hinzu:

Möge ich frei von Leid sein.
Möge ich mich selbst akzeptieren und achten.
Möge ich Ruhe in Körper, Geist und Seele erfahren.
Möge ich mitfühlend auf
Leid reagieren.

Während Sie diese Worte wiederholen, achten Sie darauf, wie Ihr Körper auf jeden Satz reagiert. Gewöhnen Sie sich an den Nachhall der Worte in Ihrem Geist. Es kann sich mechanisch anfühlen, die Sätze zu wiederholen, als wären Sie dabei nicht aufrichtig. Wenn das passiert, dann ist Ihr Herz zwar verschlossen. Dennoch sollten Sie weitermachen. Irgendwann sickern die Sätze durch… „Fake it till you make it“, riet mir einst einer meiner Lehrer. Tun Sie so als ob, bis es Ihnen gelingt. Achten Sie genau wie bei jeder anderen Übung darauf, ob Ihre Gedanken abschweifen. Verabschieden Sie sich von diesen Gedanken und kehren Sie wieder zurück zu Ihrer Übung und Ihrer Intention: Sie wollen Freundlichkeit und Mitgefühl sich selbst gegenüber aufbauen.

Öffnen Sie Ihr Herz für Freunde, Fremde und Feinde

Nachdem Sie Metta und Karuna an sich selbst geübt haben, ist der zweite Schritt, obige Worte an andere Menschen zu richten – Menschen, die gut zu Ihnen waren und denen gegenüber Sie Dankbarkeit und Respekt empfinden: zum Beispiel Ihre Eltern, Freunde, Lehrer oder wer auch immer Ihnen in Ihrem Leben geholfen hat. All diese Menschen tragen Sie bereits in Ihrem Herzen.

Wenn ich mit diesen Kategorien arbeite, fällt es mir manchmal schwer, nur ein bestimmtes Bild eines Freundes oder geliebten Menschen zu beschwören. Ich fühle mich dann so, als müsste ich mein Herz vergrößern, um Platz zu schaffen für alle Lebewesen, die ich liebe. Und tatsächlich ist dieses Bewusstsein und diese Wertschätzung für die Liebe, die uns schon entgegengebracht wird, ein Quell der Freude, den wir durch diese Übung jederzeit anzapfen können. Ich lasse zu, dass die Gesichter all meiner Lieben vor meinem geistigen Auge auftauchen, und wende mich an jede Person mit ein oder zwei Sätzen, um wahrhaftig unsere Verbindung zu spüren.

Der nächste Schritt besteht darin, die Sätze einer neutralen Person zu widmen, jemandem, dem Sie keine starken Gefühle egal welcher Art entgegenbringen. Vielleicht ist das jemand aus der Nachbarschaft, den Sie nicht kennen, aber häufig sehen. Als ich damit begann, Metta Karuna zu üben, lebte ich in ­Brooklyn, und da gab es diesen Mann, der jeden Tag mehrmals seinen Hund auf der Straße Gassi führte. Ich wusste überhaupt nichts über ihn und hegte auch keine besonderen Gefühle ihm gegenüber, also wählte ich ihn als meine neutrale Person. Aber dann passierte etwas Bemerkenswertes. Nach ein paar Monaten kam ich zu der Überzeugung, dass ich ihm nicht länger als neutrale Person Liebe entgegenbringen konnte. Ich wusste zwar immer noch nichts über ihn, aber ich bemerkte, dass ich ihm gegenüber Zuneigung entwickelt hatte! Rief ich mir sein Bild vor Augen, fühlte ich Wärme, Interesse und Freundlichkeit. Er war mittlerweile in die Kategorie „Freund“ gewechselt.

Im vierten Schritt geht es darum, Metta Karuna einer schwierigen Person zu widmen, also jemandem, für den Sie Gefühle wie Ärger oder Angst entwickeln, jemandem, der Ihnen Schaden zugefügt hat und dem Sie nicht vergeben können oder wollen. Dabei ist sehr wichtig, Geduld mit sich selbst zu haben. Während Sie üben, kann es passieren, dass sehr starke Emotionen in Ihnen hochkochen. Akzeptieren Sie Ihre Grenzen und verlegen Sie sich darauf, wieder Ihnen selbst Liebe und Mitgefühl zukommen zu lassen. Wechseln Sie zwischen der schwierigen Person und Ihnen selbst, und beobachten Sie gut, wie sich Ihre Gefühle verhalten.

Ich hatte mal einen Schüler, der von seinem Vater missbraucht wurde, diesen aber seit 30 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Nachdem er neun Monate lang seine Metta-Karuna-Praxis sich selbst widmete, öffnete er sich für seine Freunde, Wohltäter und Bekannten und schließlich auch für neutrale Personen. Einige Monate später wagte er sich an seinen Vater, eine schwierige Aufgabe.

Ärger und Abneigung stiegen in ihm auf, also konzentrierte er sich wieder darauf, sich selbst Liebe zu geben. Indem er lernte, seiner eigenen Abneigung mit Liebe und Mitgefühl zu begegnen, entwickelte er mit der Zeit auch die Fähigkeit, Liebe und Mitgefühl auch seinem Vater zukommen zu lassen. Er hält immer noch Abstand zu seinem Vater, aber mittlerweile fühlt er ihm gegenüber tatsächlich Mitgefühl und Verständnis – und nicht mehr Angst und Wut.
Der letzte Schritt besteht darin, Metta Karuna allen Lebewesen entgegenzubringen. Genau das ist das Ziel dieser Übung: zu dem Wunsch zu gelangen, dass alle Lebewesen überall, klein oder groß, glücklich und frei von Leid sein mögen.

Auf der Matte

Um Metta Karuna in Ihre Asana-Praxis zu integrieren, beginnen Sie mit einer sanften, unterstützten Rückbeuge. Die Schultern werden dabei mit einer gerollten Decke oder einem ­Polster unter den Schulterblättern gestützt – so können Sie Ihre Aufmerksamkeit besser auf Ihr Herzzentrum richten. Bleiben Sie ein paar Minuten in dieser Haltung und denken Sie an Ihre Intention. Wenn Sie sich danach durch Ihre Asanas bewegen, werden Sie feststellen, dass in den Rückbeugen, Schulteröffnern und Drehungen ein körperlich geöffnetes Herzzentrum den Zugang zu liebenden Gefühlen erleichtert. Wenn Sie aufmerksam üben, können Sie fühlen, wie sich der Zustand Ihres Herzens verändert. Es wird offener…

Im Alltag

Abseits der Matte können Sie Metta Karuna aufbauen, indem Sie einfach die Augen offen halten, wo sich überall Möglichkeiten dafür bieten: Wenn sie im Supermarkt Schlange stehen, können Sie den anderen Wartenden und der Kassiererin Metta Karuna entgegenbringen. Wenn Sie spazieren gehen, können Sie Karuna an die obdachlose Frau mit dem Einkaufswagen senden. Und wenn sie bemerken, dass Sie mit Ablehnung auf die Obdachlose reagieren, können Sie sich auch selbst ein wenig Karuna zuteil werden lassen. Sie werden sehen, Metta und Karuna können Ihr Leben verändern… 


Frank Jude Boccio lehrt Yoga und Zen-Buddhismus und ist Autor des Buches „Mindfulness Yoga“. 

Kamel mit Köpfchen

Durch die Mobilisierung des oberen Rückens und Brustkorbes bleibt der Nacken im Kamel entspannt.

Fühlt sich Ihr Nacken eingeklemmt oder überanstrengt an, wenn Sie Ihren Kopf in Ushtrasana (Kamelhaltung) nach hinten neigen? Wäre es nicht schön, wenn es eine simple Lösung dieses Problems gäbe? Einen kleinen „Zaubertrick“, der diese unangenehme Nebenwirkung einfach wegwischt? In gewisser Weise gibt es diesen und man muss dafür tatsächlich eher ein Zauberkünstlers anstatt ein echter Zauberer sein. Zauberkünstler setzen Ihr Publikum in Erstaunen, indem sie die Aufmerksamkeit auf eine Hand lenken, während Sie mit der anderen Hand ganz clever den Trick durchführen. Das Gleiche gilt für Ushtrasana, wenn Ihr Nacken Ihnen Schwierigkeiten bereitet. Lernen Sie, die Aufmerksamkeit von dem Problembereich weg und stattdessen auf den oberen Rücken zu lenken – dort sind meist sowohl Ursache als auch Lösung des Problems zu finden. Die Kunst, die Brustwirbelsäule zu strecken und den Brustkorb zu öffnen, wird letztlich mehr als nur den Nacken befreien. Zusätzlich wird der untere Rücken vor einer Kompression geschützt und die so ziemlich alle Elemente dieser Haltung können davon profitieren. Allerdings muss jeder professionelle Zauberkünstler, der sich an einem neuen Trick versucht, hart und mit Ausdauer daran arbeiten, die Ausführung zu perfektionieren. Genauso bedarf es einiger Übung, um in der Rückbeugen-Magie ein Meister zu werden!

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Ein kurzer Blick auf die Anatomie von Rückbeugen macht deutlich, wie Ushtrasana den Nacken zusammendrücken kann. In einer Rückbeuge werden die Wirbel gekippt. Die Flächen, die nach vorne zeigen, bewegen sich weiter voneinander weg, während sich die Rückseiten der Wirbel enger zueinander schieben. Jeder Wirbel besitzt seine maximale Reichweite in Rückbeugen. Diese wird dann erreicht, wenn die Rückseite des Wirbels den direkt darunter liegenden berührt. In vielen Fällen wird die Rückbeuge durch den Processus spinosus (Dornfortsatz) eingeschränkt. Der Dornfortsatz ist ein vom Wirbelbogen ausgehender und zum Rücken hin gerichteter (dorsaler) Fortsatz eines Wirbels. In den anderen Fällen schränkt die flache Oberfläche der Facettengelenke die Bewegung ein. Diese Gelenke liegen jeweils paarweise seitlich des Dornfortsatzes und verbinden die Wirbel miteinander nach oben und unten. In einer idealen maximalen Rückbeuge kippt jeder Wirbel der gesamten Wirbelsäule bis zum Ende seiner Mobilität, bis die knochige Struktur des Wirbels fast die des nächsten Wirbels berührt. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus. Verkürzungen der Muskeln und Bänder sowie Steifheit in den Knorpeln behindern die Bewegung einiger Wirbel. Diese Einschränkung muss durch andere Wirbel kompensiert werden. Wenn die Rückseiten der überlasteten Wirbel zu nahe aneinander kommen, kann das einen scharfen Schmerz hervorrufen. In Ushtrasana entstehen diese Schmerzen oftmals im Nacken.
Um Ushtrasana ohne eine gestauchte Halswirbelsäule auszuführen, benötigen Sie eine starke Streckung im oberen Teil der Brustwirbelsäule. Tatsächlich können Sie Ihren Kopf erst dann ganz sicher loslassen, wenn jeder Wirbel der Brustwirbelsäule soweit gestreckt ist, bis der oberste Wirbel (der Wirbel, der den Nacken unterstützt, Th1 genannt) mindestens 90 Grad von seiner ursprünglichen, senkrechten Position nach hinten zeigt. Wenn der Th1 nicht mindestens parallel zum Boden ausgerichtet ist, beugt sich der Nacken zu extrem in dieser Haltung. Befindet sich der obere Rücken in einer Haltung, die dem Optimum nicht entspricht, führt dies zu einer Kompression der unteren und mittleren Halswirbelsäule. Das Gewicht des nach unten hängenden Kopfes verschlimmert den Druck zusätzlich. Ist der erste Brustwirbel jedoch parallel zum Boden ausgerichtet, knickt die Halswirbelsäule nicht so stark. Stattdessen führt der Zug des Kopfes nach unten eine zusätzliche Streckung des Nackens herbei, indem er die Halswirbel auseinander zieht und ein Zusammendrücken verhindert.

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NACKENSTÜTZE
Der Hauptgrund dafür, dass der Nacken in der Kamelhaltung so häufig überanstrengt wird, liegt in der Natur der Brustwirbelsäule: Sie wirkt Rückbeugen entgegen. Es existieren drei Gründe für diese Inflexibilität. Erstens ist die natürliche Form der Brustwirbelsäule im Rücken konvex, sie beugt sich also nach vorne und muss sich zuerst weit strecken, bis sie in eine Rückbeuge kommt. Zweitens fügen sich an jeden Brustwirbel ein Paar Rippen an. Das bedeutet, dass bei einer Rückbeuge im Brustbereich zuerst alle Rippen angehoben und die verschiedenen Muskeln, die an ihnen befestigt sind, gedehnt werden müssen. Und drittens sind die Dornfortsätze der Brustwirbel lang und und zeigen nach unten. Dadurch liegen sie in einer Rückbeuge schnell aufeinander, wodurch eine tiefer gehende Bewegung verhindert wird. In Wirklichkeit kann sich dieser Teil der Wirbelsäule, auf Grund der Konfiguration der Dornfortsätze und Facettengelenke, überhaupt nicht nach hinten beugen; er kann nur aus der ursprünglichen Vorwärtsbeuge in eine gerade Linie kommen. (Der ausladende Bogen des Oberkörpers, der in Rückbeugen wahrgenommen wird, ist nur eine Illusion; der komplette obere Rücken sieht so aus, als ob er sich nach hinten beugen würde, dabei ist es der angehobene Brustkorb, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht und uns täuscht.)
Da der obere Rücken nur sehr begrenzt zur Rückbeuge in Ushtrasana beitragen kann, können Sie es sich nicht leisten, auch nur einen winzigen Teil der möglichen Beweglichkeit aufzugeben, wenn Sie Ihren Nacken in der Haltung frei bewegen wollen. Daher müssen Sie die Brustwirbelsäule fast hundertprozentig in ihrer anatomischen Kapazität verlängern. Um dies zu tun, müssen Sie die Interkostalmuskulatur (Musculi intercostales), die die Rippen verbindet, und die Bauchmuskulatur, die die Rippen mit der Vorderseite des Beckens verbindet, strecken.
Die Über- sowie Unterbeanspruchung mancher Bereiche der Wirbelsäule beim Zurückbeugen der Brustwirbelsäule ist eine weitere Herausforderung. Wenn Sie gewohnheitsmäßig manche Stellen vernachlässigen, können die Oberflächen der Facettengelenke mehr und mehr verkleben. Diese Gruppe der ‘verklebten’ Wirbel wird sich tendenziell als Einheit bewegen, während die Wirbel, die schon zuvor sehr mobil waren, noch beweglicher werden.
Führen Sie Rückbeugen über einen Block aus, um die Bauch- und Interkostalmuskulatur zu dehnen, eingerostete Segmente der Brustwirbelsäule zu befreien und die Bewegungen von Kopf, Nacken, Brust und Schultern, die für Ushtrasana wichtig sind, zu erlernen.
Wenn Sie Ihren oberen Rücken wippend über eine feste Kante bewegen, können Sie dadurch bestimmte Segmente Ihrer Wirbelsäule voneinander trennen und nacheinander mobilisieren. Die Übung mit dem Block lehrt Sie zugleich, auf sichere und kontrollierte Weise Ihren Nacken so lange wie möglich gebeugt zu halten, während sie den Kopf nach hinten bewegen. Dies stellt sicher, dass die Rückbeuge zuerst von Ihrem oberen Rücken ausgeht. Erst wenn sich die Brustwirbelsäule bis zu ihrem Maximum gestreckt hat, sollte der Nacken dazukommen. Wenn es soweit ist, sollten Sie sich auf den Teil Ihres Nackens konzentrieren, der am schwierigsten in die Rückbeuge kommt (das sind die untersten zwei Wirbel, die den Brustwirbeln am Ähnlichsten sind), bevor sie den mobileren und eher überbeanspruchten mittleren Teil des Nackens bewegen.

ZAUBERTRICK
Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Ushtrasana auf eine Weise üben können, die es Ihnen erlaubt, Ihren Nacken ganz frei nach hinten zu beugen.
Diese Version der Haltung zielt darauf ab, den Nacken gebeugt zu halten, bis sich die Brustwirbelsäule komplett nach hinten gestreckt hat. Wenn die Brustwirbelsäule maximal gestreckt ist, können Sie den Kopf loslassen. Fühlt sich die Rückbeuge über einen Block richtig gut an, können Sie sich an die volle Haltung wagen. Falls die Haltung zu irgendeinem Zeitpunkt Schmerzen im Nacken hervorruft, sollten Sie den Kopf nur ein Stück nach hinten bringen und dort verweilen. Arbeiten Sie mit dieser Technik über einen gewissen Zeitraum hinweg, bis Sie allmählich komplett loslassen können.
Legen Sie eine gefaltete Decke vor eine Wand. Knien Sie sich auf die Decke, die Knie berühren die Wand, und sind hüftbreit geöffnet. Die Füße zeigen etwas weiter nach außen. Sollte es Ihnen Schwierigkeiten bereiten, die Fersen in Ushtrasana zu erreichen, legen Sie einfach jeweils einen Block neben die Fersen. Drücken Sie die Fußrücken in den Boden, um die Oberschenkel an die Wand zu schieben. Behalten Sie diesen Kontakt der Oberschenkel während des Haltens der Asana bei. Schieben Sie ganz am Anfang Ihre Hände zwischen die Oberschenkel und die Wand. Beginnen Sie, indem der Brustkorb die Wand berührt, drücken Sie die Handflächen gegen Ihre Oberschenkel und bringen Sie das Kinn Richtung Brustbein. Atmen Sie ein und bewegen Sie Ihren Kopf horizontal nach hinten, so weit es geht von der Wand weg, ohne das Kinn dabei anzuheben.
Atmen Sie aus und lösen Sie dabei den Brustkorb Stück für Stück von der Wand – von oben nach unten. Schieben Sie nun die Seiten Ihres Brustkorbes nach vorne, so dass diese vor die Oberarme kommen, rollen Sie die Schulten nach hinten und ziehen Sie die unteren Spitzen der Schulterblätter in den Rücken hinein nach vorne. Pausieren Sie, atmen Sie wieder ein und wiederholen Sie diese Bewegungen mit Ihrer nächsten Ausatmung.
Schieben Sie nun Ihren Kopf noch weiter nach hinten, ziehen Sie das Kinn dabei noch immer zum Brustbein und bringen Sie Ihre Hände auf die Fersen oder Blöcke. Atmen Sie ein und drücken Sie die Hände nach unten, um den Brustkorb stärker zu heben. Von hier aus versuchen Sie in mehreren Ausatemzügen Ihr Kinn, während sie es weiterhin zum Brustkorb ziehen, gegen diesen Widerstand Stück für Stück nach oben kommen zu lassen, während sich der Kopf allmählich nach hinten und unten senkt. Beugen Sie nun Ihren Nacken, beginnend an der Basis, Wirbel für Wirbel nach hinten. Während dieser ganzen Sequenz halten Sie Ihren Blick nach vorne oder zum unteren Augenlid hin gerichtet; blicken Sie nicht zu Ihrer Stirn. Halten Sie die Augenbrauen entspannt und die Atmung tief und gleichmäßig.

DER LETZTE SCHLIFF
Vollenden Sie nun die Haltung. Pressen Sie mit der Ausatmung die Füße fester in den Boden und die Oberschenkel gegen die Wand. Kippen Sie den oberen Beckenrand von der Wand weg, drücken Sie mit den Händen nach unten und heben Sie das Brustbein so hoch, wie es Ihnen möglich ist. Lassen Sie anschließend den Kopf nach hinten sinken.
Wenn Sie nun die Kunst der „Wirbelsäulen-Magie“ mehr und mehr beherrschen, können Sie diese Technik, die Brust zu öffnen bevor Sie den Nacken loslassen, auch bei anderen Rückbeugen anwenden – beispielsweise bei Urdhva Mukha Shvanasana (nach oben schauender Hund) oder Virabhadrasana I (Krieger I). Auch bei dem fortgeschrittenen Übergang von Tadasana in Urdhva Danurasana (Rad) ist diese Technik äußerst sinnvoll.
Machen Sie es sich zur Aufgabe, diese ‘Tricks’ an Ihre Yoga-Freunde weiterzugeben. Professionelle Zauberkünstler geben Ihre Geheimnisse zwar nie preis, aber wahre Yogis tun das immer. Auf diese Weise können mehr und mehr Menschen die lebensbereichernde Alchemie des Yoga erleben. Das ist wahre Magie! 

RÜCKBEUGE ÜBER EINEN BLOCK
Platzieren Sie einen Block auf eine Yogamatte, etwa 50 Zentimeter vom hinteren Rand entfernt, so dass die breite Seite am Boden und die lange Seite parallel zum kurzen Mattenrand liegt. Legen Sie nun einen zweiten Block, in etwa 20 bis 30 Zentimeter Entfernung zum ersten Block, und in der selben Ausrichtung etwas näher zur Mattenmitte. Setzen Sie sich auf den Block in der Mitte, mit dem Rücken zum hinteren Block. Legen Sie sich nach hinten, das Kinn zum Brustbein gezogen, ohne dass Sie den Kopf am Boden ablegen.

Korrigieren Sie die Position des hinteren Blocks so, dass der obere Rand quer über die Mitte der Schulterblätter verläuft. Strecken Sie die Beine aus. Ziehen Sie das Kinn weiterhin zum Brustbein und drücken Sie die Hände neben dem Körper in den Boden. Rollen Sie die Schulterspitzen nach unten und ziehen Sie die unteren Ränder der Schulterblätter zueinander. Heben Sie die Mitte und die Seiten des Brustkorbs, während Sie das Kinn immer noch fest zum Brustkorb ziehen. Legen Sie dann den Kopf auf dem Boden ab. Die Schädelbasis sollte so weit wie möglich vom Block entfernt sein.

Bleiben Sie für einige Atemzüge in dieser Position. Heben Sie dann die Arme über den Kopf nach hinten zum Boden. Verweilen Sie auch in dieser Position für einige tiefe Atemzüge. Heben Sie den Kopf und schieben Sie den Block zwei Zentimeter weiter nach unten. Wiederholen Sie nun den gleichen Bewegungsablauf mit Kopf und Oberkörper. Wiederholen sie dies einige Male und verschieben Sie den Fokus Ihrer Rückbeuge jedes Mal ein bisschen weiter nach unten. Gehen Sie dabei aber nicht weiter nach unten fünf Zentimeter unterhalb der Schulterblätter. Um in eine tiefere Rückbeuge zu kommen, stellen Sie den Block auf seine lange und schmale Seite, um mehr Höhe zu schaffen. Legen Sie den Block nun genau wie vorher horizontal unter die Schulterblätter und führen Sie dann die gleiche Übung aus.

Yoga-DVD: Von Göttern und Menschen

Das Thema „Wissenschaft und Spiritualität“ erfreut sich großer Beliebtheit. Diese DVD beleuchtet unterhaltsam und seriös einige dieser Themen und macht klar, dass im Grunde die Natur, ja, der ganze Kosmos immer in eine Harmonie, eine Ordnung strebt. Gut verständlich und doch in die Tiefe gehend werden verschiedene Forscher und ihre Themen präsentiert. Das sind Themen, die so fast nie im Fernsehen gezeigt werden würden, weil sie sich mit Grenzbereichen beschäftigen, die die „etablierte“ Wissenschaft nur ungern akzeptiert.
Beispielsweise die Geschichte von Edgar Mitchell, ehemaliger Astronaut und Begründer des NOETIC Instituts in den USA: Auf dem Rückflug zur Erde erfuhr er eine Art Erleuchtung (Samadhi). Er fühlte sich Eins mit dem Universum und dies beflügelte ihn, sein weiteres Leben der Erforschung solcher Phänomene zu widmen. Anschließend wird das berühmte Doppelspaltexperiment der Quantenphysik erklärt – mit faszinierenden Schlussfolgerungen für unser Leben. Der Raumenergieforscher Prof. Turtur kommt zu Wort, ebenso wie Axel Klitzke, der viele unglaubliche Zahlenübereinstimmungen in der Pyramide von Cheops entdeckt hat, die kosmische Rhythmen widerspiegeln. Das Staunen zieht sich weiter durch den Rest des Films: Unter anderem wird die Synchronizität von Planetenbahnen und Tonleitern dargestellt – etwas, was schon Pythagoras und Kepler beschrieben haben. Kepler nannte dies „Die Weltharmonik“. Auch die „Blume des Lebens“, ein uraltes Symbol, das erst in den 1990er Jahren wieder entdeckt wurde, zeigt diese Harmonie.

Fazit: Für „Spirit&Science“-Fans, die mehr über neue Forschungen zum Thema Schwingung, Harmonie und Einheit des Lebens erfahren wollen.


Epos Dei – Die geheimnisvolle Ordnung hinter den Dingen, Horizon Film, ca. 20 Euro.a

Wilde Freiheit

Was geschieht, wenn man ein stabiles Fundament mit einem Gefühl von Freiheit kombiniert? Sie schaffen es, sich weit in Camatkarasana zu öffnen und Ihr Herz dem Himmel entgegen zu strecken.

Einstimmung

Innere Öffnung Sitzen Sie still und lauschen Sie Ihrem Atem. Verbinden Sie sich innerlich mit der wichtigsten Ausrichtung für Ihre Yogapraxis. Würdigen Sie dabei Ihre Fähigkeit zu Stabilität und Ihre innere Freiheit.

Ausklang

Erden Ruhen Sie sich eine Weile in Balasana (Stellung des Kindes) aus. Genießen Sie die Wärme, die Ihr Körper beim Üben erzeugt hat, und verbinden Sie sich mit der Erde.

Entspannen Legen Sie sich für fünf bis zehn Minuten in Shavasana (Totenstellung) zurück.

Diese im Westen meist „Wild Thing“ genannte Asana beinhaltet eine stark herzöffnende Geste, die ein Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit, ja sogar Ekstase weckt. Zuerst benötigt sie dafür jedoch ein starkes Fundament. Die Anusara-Yogalehrerin Amy Ippoliti ist sich sicher: Erst die stabile Basis ist der Schlüssel zu einer tieferen Öffnung in diese tiefe Rückbeuge. Sie erklärt: „Bei gestützten Gleichgewichtshaltungen wie dieser ist es entscheidend, dass die Armmuskulatur genügend Tonus hat. Im Anusara Yoga gibt es das Sprichwort: ‚Starke Arme, weiches Herz’.“ Der zweite Punkt: Eine geringe Stabilität in Händen und Handgelenken führt dazu, dass man sich nicht richtig abstützt und in seinen Bewegungen einschränkt. Amy Ippoliti hat diese Sequenz daher so entwickelt, dass Arme und Hände gekräftigt werden.
Aber das ist noch nicht alles: In einer Reihe von Rückbeugen werden die Beinvorderseiten, die Hüften und der Rumpf gedehnt. Dadurch erzeugt der Körper genau die Wärme, die er braucht, um Brustraum und Herz dazu zu bringen, sich in Camatkarasana zu öffnen. Mit etwas Übung wird es Ihnen gelingen, diese Haltung aus einer kraftvollen, stabilen Basis heraus einzunehmen. Dann kann es durchaus sein, dass Sie ein Gefühl von unbeschwerter Leichtigkeit und Freiheit bekommen, das Ihnen auch für Ihr alltägliches Leben zusteht.

1 Adho Mukha Shvanasana
(Herabschauender Hund)

Heben Sie aus dem Vierfüßlerstand das Gesäß und die Knie und wandern Sie mit den Füßen so weit nach hinten, dass Sie die Brust öffnen und die Beinrückseiten dehnen können. Bringen Sie die Achseln nach oben und verlängern sie die Flanken. Schieben Sie die Finger bis zu den vordersten Gliedern in den Boden, um die Kraft in Ihren Armen zu spüren. Diese Kraft hilft Ihnen, sich freier in die Haltung hinein zu öffnen. Strecken Sie sich für fünf Atemzüge vom Herz aus in die Hände hinein, dann die ganze Wirbelsäule entlang nach oben und an den Beinen hinab.

Hund

2 Uttanasana
(Vorbeuge im Stehen), Variante

Wandern Sie aus dem Hund heraus mit den Füßen zu den Händen. In der Vorbeuge stehen die Füße in gleichem Abstand zueinander wie die Sitzknochen. Verschränken Sie die Hände hinter dem Rücken und beugen Sie die Ellenbogen in schulterbreitem Abstand. Überlassen Sie sich der Schwerkraft, die die Achseln in Richtung Boden verlängert. Ziehen Sie die Oberarme und die Kehle in Richtung Körperrückseite und zugleich die Arme nach oben. Die Ellenbogen bleiben gebeugt, die Beine kraftvoll gestreckt. Nach fünf Atemzügen bringen Sie die Handflächen zum Boden und treten Sie zurück in den Hund.

Vorbeuge

3 Utthita Parshvakonasana
(Gestreckte seitliche Winkelhaltung)

Aus dem Hund tritt der rechte Fuß in einen großen Schritt nach vorne zwischen die Hände. Drehen Sie die linke Ferse zum Boden und schmiegen Sie das rechte Bein an den rechten Arm. Dann wird der linke Arm nach vorne ausgestreckt, der Oberarm aber in die Schulter zurückgezogen. Aus der Körpermitte heraus wenden Sie jetzt Bauch und Brust nach oben. Statt die rechte Hand neben dem rechten Fuß abzustützen, können Sie den Unterarm auch auf dem Oberschenkel absetzen. Dadurch erhält der Oberkörper mehr Bewegungsfreiheit. Atmen Sie fünfmal ruhig und gleichmäßig. Kehren Sie anschließend in den Hund zurück und wechseln Sie die Seiten.

Winkel

4 Bhujangasana
(Kobra)

Legen Sie sich auf den Bauch. Die Arme sind gebeugt, die Hände liegen unter den Schultern. Spreizen Sie die flach ausgestreckten Hände etwas und drücken Sie die Fingerglieder in die Matte. Dann ziehen Sie die Hände kräftig nach hinten, heben die Achseln und ziehen die Oberarme nach oben und hinten. Mit der gleichen Bewegung heben Sie Kopf und Brust für fünf Atemzüge vom Boden ab. Die Schulterblätter sind dabei nach unten Richtung Herz geschmiegt und das Becken ist tief Richtung Beine geschoben, so dass sich die Wirbelsäule frei nach oben bewegen und in eine Rückwärtsbeuge gehen kann. Zum Ausgleich kehren Sie in den Hund zurück.

Kobra

5 Ardha Bhekasana
(Halber Frosch)

Legen Sie sich wieder auf den Bauch und stützen Sie sich auf die Unterarme. Beugen Sie das rechte Bein und greifen Sie die Innenkante des Fußes mit der rechten Hand. Wenn möglich, drehen Sie die Hand so, dass die Finger über den Zehen nach vorne zeigen und drücken den Fuß in Richtung Außenkante der rechten Hüfte. Gleichzeitig schieben Sie das Steißbein zum Boden. Um die Dehnung zu vertiefen, heben Sie den linken Unterarm und stützen Sie sich nur noch auf die Hand. Nach fünf Atemzügen wechseln Sie die Seiten. Danach kommen Sie zurück in den Hund.

Frosch

6 Anjaneyasana
(Tiefer Ausfallschritt), Variante

Aus dem Hund tritt der rechte Fuß mit einem großen Schritt nach vorne zwischen die Hände, das linke Knie wird abgelegt. Dann drehen Sie sich nach rechts, beugen das linke Bein und greifen die Außenkante des linken Fußes mit der rechten Hand. Um die Dehnung zu vertiefen, ziehen Sie den Fuß Richtung Außenkante der linken Hüfte und senken sich von der linken Hand auf den Unterarm ab. Lehnen Sie sich zurück und schmiegen Sie die Schulterblätter an den Brustkorb. Die Beine verwurzeln Sie fest im Boden, der gesamte Rumpf öffnet sich nach oben. Nach fünf Atemzügen lösen Sie sich aus der Haltung und wechseln über den Hund die Seiten.

Ausfall

7 Dhanurasana
(Bogen)

Legen Sie sich entspannt auf den Bauch, die Stirn ruht auf der Erde und Sie genießen Ihren Atem. Die Muskeln entlang der Wirbelsäule lockern sich und weiten sich zu den Seiten hin. Aus dieser Weichheit heraus beugen Sie beide Knie und fassen die Füße am Rist. Das Steißbein schiebt sich Richtung Boden, die Oberschenkel bleiben parallel, die Füße drücken nach hinten. Beim nächsten Einatmen heben Sie Kopf, Rumpf und Beine. Halten Sie Dhanurasana für fünf Atemzüge, dann gehen Sie zurück in den Hund.

Bogen

8 Vasishthasana
(Seitliche Bretthaltung)

Kommen Sie aus dem Hund in die Bretthaltung, die Schultern stehen genau über den Handgelenken. Dann verschieben Sie die rechte Hand ein kleines Stück nach vorne, verlagern das Gewicht auf diese Hand und setzen die Füße seitlich übereinander. In der seitlichen Bretthaltung sind die Schulterblätter an den Rücken angeschmiegt, der Rumpf weitet sich und streckt sich, genau wie der linke Arm, nach oben. Nach fünf Atemzügen senken Sie den linken Arm und wechseln über den Hund die Seiten.

Brett

9 Camatkarasana
(„Wild Thing“)

Aus dem Hund kommen Sie nochmals in Vasishthasana auf der rechten Hand. Dann setzen Sie den linken Fuß hinter dem Körper ab, das rechte Bein bleibt gestreckt. Aus der Kraft der Beine schieben Sie das Becken nach oben. Auch hier ziehen Sie wieder das Steißbein nach vorne. Lassen Sie den Kopf nach hinten sinken, heben Sie die linke Flanke und ziehen Sie den linken Oberarm in die Schulter zurück. Dann strecken Sie den linken Arm über den Kopf nach hinten aus und kommen in eine intensive, „wilde“ Rückbeuge. Genießen Sie es und spüren Sie die Freiheit! Dann lösen Sie sich aus der Haltung und wechseln über den Hund die Seiten.

Wild

Alles im grünen Bereich

Klar können Sie Basilikum & Co auch im Supermarkt kaufen. Aber nichts bringt so viel Geschmack und Frische in die Küche wie selbst angebaute Kräuter! Das Beste: Es ist nicht schwer, ein guter Kräutergärtner zu werden.

Als ich 13 Jahre alt war, kam ich eines Nachmittags heim und bemerkte, dass der Wacholderbusch vor unserem Küchenfenster verschwunden war. An seiner Stelle stand ein großer Blumenkübel und davor meine Eltern, die gerade beratschlagten, wie man auf dem lehmigen Boden wohl am besten einen Kräutergarten anpflanzen könnte. Damals verstand ich nicht, warum sie sich partout den Stress antun wollten, extra ein Beet für frische Kräuter anzulegen – immerhin zogen wir damals schon erfolgreich unser eigenes Gemüse im Garten. Aber im Laufe der nächsten vier Jahre erzog mich meine Mutter zusehends zu einem wahrhaften Kräuterfan, indem sie mich beinahe täglich raus in den Garten schickte, um frische Kräuter holen – sei es für Pasta Primavera oder gegrillte Kartoffeln. Das ganze Jahr über lernte ich, wie frische Kräuter eigentlich simple Gerichte bereichern können: Im Frühjahr rupfte ich Kapuzinerkresse, um Salate aufzupeppen; im Sommer pflückte ich Thymian für Tomatentörtchen; im Sommer schnippelte ich Salbei für Butternuss-Risotto; und im Winter schnitt ich Rosmarin für Gemüseeintöpfe.

Mehr Geschmack, mehr Vitamine

Manche Leute sind der Ansicht, frische Kräuter wären nur was für die gehobene Küche, ein zusätzlicher, zeitaufwändiger Arbeitsschritt; vielleicht denken sie, alltägliche Hausmannskost mit frischen Kräutern aufzuwerten, sei nur Sterneköchen vorbehalten. Für mich jedoch stellen frische Kräuter, vor allem die, die ich selbst angebaut habe, die simpelste Methode dar, einem Gericht Geschmack und Charakter und zu verleihen. Und sie sind dabei mehr als Staffage: Die meisten Gartenkräuter enthalten wertvolle Vitamine in hoher Konzentration. Wenn Sie das nächste Mal Pesto selber machen, fügen Sie der Mischung aus Basilikum, Olivenöl und Pinienkernen einfach eine Tasse frische Petersilie hinzu – das entspricht in etwa dem Vitamin-C-Gehalt einer ganzen Orange, dem Eisengehalt von vier Tassen rohem Spinat und dem Vitamin-A-Gehalt einer Tasse frisch geschnittener roter Paprika. Aufgrund ihres natürlich niedrigen Natriumgehalts bei gleichzeitig hoher Würzkraft, können frische Kräuter auch dazu beitragen, die eigene Küche geschmacksintensiv zu gestalten, ohne auf Unmengen von Salz zurückgreifen zu müssen. Kartoffelpüree mit frisch gehacktem Schnittlauch schmeckt beispielsweise auch mit wenig Salz richtig lecker.
Heute pflanze ich in meinem kleinen Garten stets eine Vielfalt von Kräutern, unter anderem Basilikum, Dill, Rosmarin, Thymian, Kresse, Petersilie und Salbei. Wie ich meine Kräuter verwende, kommt ganz darauf an, was mir gerade einfällt, wenn ich beim Gemüseschneiden oder Nudelkochen aus dem Küchenfenster auf mein kleines Beet schaue. Eine Beobachtung, die ich in meinem eigenen Kräutergarten machen konnte: Pflanzen, die zur selben Zeit reif sind, passen erstaunlich oft geschmacklich gut zueinander – Tomaten und Basilikum beispielsweise oder Steinobst und Anis-Ysop.

Grüne Zauberkräfte

Auch wenn wir beim Thema „Kräuter“ mittlerweile sofort ans Kochen denken, haben Kräuter traditionell auch eine andere Funktion. „In der menschlichen Geschichte hatten Kräuter auch immer etwas Magisches“, erklärt Michael Castleman, Autor des Buches „The New Healing Herbs“. „In unserer modernen Welt haben Kräuter vor allem eine kulinarische Bedeutung und finden nur noch in der Küche statt. Aber in früheren Zeiten hatten sie eine viel weiterreichende Bedeutung.“ Jahrtausende lang wurden etwa Rosmarin, Lorbeer oder Dill als Parfüm, Konservierungsstoff oder als Bestandteil religiöser Rituale und Zeremonien genutzt. Die aromatischen Pflanzen schätzte man nicht nur wegen ihres Geschmacks und ihrer Bedeutung in der Ernährung, sondern auch für ihre anti-mikrobiellen und medizinischen Eigenschaften. „Unsere Vorfahren betrachteten Kräuter in etwa so wie wir heute ein iPhone: kleine, vielseitige Dinger, mit denen man alles Mögliche anstellen kann“, so Castleman. „Man hat sie so mannigfaltig eingesetzt, dass sie oft als Geschenk der Götter betrachtet wurden.“ Verantwortlich für all die Kräfte der Kräuter sind die darin enthaltenen ätherischen Öle, flüchtige Verbindungen, die nicht nur für Geschmack und Aroma der Pflanzen verantwortlich sind, sondern auch für deren medizinische Wirkung. Indem man die Kräuter kocht, trocknet oder einfriert, verlieren sie die Kraft dieser ätherischen Öle, weswegen man nach Möglichkeit auf frische (und auch frisch geschnittene) Kräuter zurückgreifen sollte.

Eine fast heilige Beziehung

Auch wenn Sie keinen Platz für einen richtigen Kräutergarten haben, müssen sie dennoch nicht auf frische Kräuter verzichten: Jeder kann sich in der eigenen Wohnung eine kleine Kräuteroase einrichten. Und auch draußen beim Spazierengehen kann man Kräuter finden – vorausgesetzt, man weiß, wo man zu suchen hat. Beobachten Sie, was in der Natur geschieht, und versuchen Sie, sich mit ihr in Einklang zu bringen! So kann das Anpflanzen und Ernten von Kräutern sogar zu einer Praxis der Aufmerksamkeit werden. Ich pflege eine fast heilige Beziehung zu Kräutern, die ich selbst angebaut und gehegt habe. Der Majoran-Busch, der letztes Jahr noch ein kleiner Setzling war, inspiriert mich zu einem neuen Lieblingsgericht für den Sommer: Risotto mit frischen Erbsen, Majoran und Käse. Wenn ich mich beeile, kann ich schnell rausflitzen und ein bisschen Majoran abschneiden, während der Reis drinnen köchelt, bis er die richtige Konsistenz hat. Das Risotto ruht, während ich den Majoran grob hacke, um ihn dann unterzurühren. Zum Essen setze ich mich auf meine Veranda und schmecke den süßen Majoran, der ein paar Minuten zuvor noch in meinem Garten stand. Das ist der Geschmack, der meine Mahlzeit zu etwas Besonderem macht.

Tipps für Kräutergärtner

Das Tolle an Kräutern ist: Man braucht für sie keinen riesigen Garten. Im Gegenteil: man kann ihn auf ganz wenig Raum einrichten (im Notfall genügt sogar eine Fensterbank!), die meisten Kräuter können ohne Probleme zusammen an einem Platz angebaut werden, da sie unter denselben Bedingungen gedeihen.
Kräuter aus dem Mittelmeerraum (z.B. Thymian oder Oregano) fühlen sich in der prallen Sonne wohl. Die meisten anderen (z.B. Dill, Bärlauch oder Kresse) sind mit einem sonnigen bis halbschattigen Standort zufrieden. Ausnahmen: Waldmeister und Bärlauch gedeihen auch an Schattenplätzen.
Manche Kräuter – z.B. Salbei, Rosmarin oder Lavendel – gedeihen in trockener Erde. Für alle anderen ist es besser, sie regelmäßig zu gießen und darauf zu achten, dass die Erde nicht völlig austrocknet.
Wichtig: Schneiden Sie die Kräuter erst direkt vor ihrer Verarbeitung. Denn je länger sie vor dem Kochen liegen, desto mehr ätherische Öle und somit Geschmack verlieren sie.
Verwenden Sie Kräuter am bestean grob gehackt. So entfalten sie ihre Wirkung in einem Gericht am besten.

Atmen für eine bessere Welt

„Art of Living“, was ist das eigentlich für eine Organisation, die weltweit humanitäre Projekte unterstützt, Politiker, Wirtschaftsbosse und sogar die UN berät?

Die „Art of Living Foundation“, die Sri Sri Ravi Shankar 1981 ins Leben rief, ist heute eine weltweit agierende, gemeinnützige Organisation in über 150 Ländern. Die Stiftung hilft Opfern von Flutkatastrophen, beim Anschlag auf das World Trade Center in New York oder traumatisierten Kriegsopfern im Kosovo. In Indien unterstützt sie von Unicef anerkannte Schulen und ermöglicht Kindern eine kostenlose Ausbildung und Verpflegung. Das satzungsgemäße Ziel – „eine Gesellschaft frei von Stress und Gewalt“ – wird nicht nur in über 5000 humanitären Projekten, sondern auch auf politischer Ebene verfolgt. So gilt Sri Sri Ravi Shankar als ein gefragter Berater der Wirtschaftseliten, und die Stiftung selbst hat einen Sonderberaterstatus bei den Vereinten Nationen (UN).

Doppelter Ansatz
Das Besondere an der Organisation ist, dass nicht nur Notleidenden geholfen werden soll, sondern dass man versucht, Missstände an ihren Wurzeln zu beseitigen. Sprich: Für eine Welt in Frieden und Harmonie müssen Politiker, Manager und Unternehmer, eigentlich alle Menschen erst mal den Frieden in sich finden. Dabei kann die Stiftung helfen. Neben Seminaren für Kinder und Jugendliche, für Nachwuchsführungskräfte und gestresste Manager werden Kurse mit so verheißungsvollen Namen wie „Kunst der Stille“ angeboten. Bekannt wurden vor allem die Atemkurse, die auf einer speziellen, von Sri Sri Ravi Shankar entwickelten Technik beruhen und die bereits von etlichen Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt, Reinhold Messner oder dem Dalai Lama besucht wurden. Wer die „Kunst des Atmens“ erlernen möchte, tut damit nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern unterstützt auf die Weise auch eines der sozialen Projekte der Stiftung. Diese werden nämlich mit den Erlösen aus den Kursen und mit Spenden finanziert.


Mehr über die Organisation in Deutschland, seinem Programm und den Kursorten finden Sie unter www.artofliving.de

Der Osten kann vom Westen lernen

Er ist weit mehr als ein Schriftgelehrter, Friedensbotschafter und Gründer einer riesigen Non-Profit-Organisation. Dieser Mann wird von mehreren Millionen Menschen als Guru, ja fast als ein Heiliger verehrt: Sri Sri Ravi Shankar. 

Fast lautlos betritt Sri Sri Ravi Shankar den Raum – und ich bin plötzlich allein mit ihm, dem Guru, dem spirituellen Popstar, der die Massen begeistern kann. Er ist kleiner als erwartet, hat dafür eine umso größere Ausstrahlung. Geräuschlos lässt er sich im Schneidersitz auf einem Sessel nieder und blättert in einer Ausgabe des Yoga Journals. „Sehr schön, sehr schön“, sagt er und lächelt mich sanft an.

Sie scheinen das zu verkörpern, wovon Sie oft sprechen –
Gewaltlosigkeit. Wie können wir die Welt von Gewalt befreien?
Sri Sri Ravi Shankar: Durch Yoga und Erziehung kommen wir dahin. Wahre Yogis werden nie Gewalt anwenden, denn die erste und wichtigste Regel ist Ahimsa, die Gewaltlosigkeit. Wenn wir Yoga verbreiten, werden die Menschen ruhiger und zentrierter werden. Plötzlich wird klar sein, wie wir verhandeln und Konflikte lösen können. Dann wird es weniger Kriege und Streitereien geben. Und selbst wenn Konflikte ausbrechen, werden wir besser damit umgehen können.

Sie meinen, eine tägliche Yogapraxis genügt, um die Welt zu verbessern?
Durch die Praxis, durch die Erziehung zur Aufmerksamkeit und die Erfahrung der Menschen, wie sie durch Pranayama, durch Atemübungen Stress vermindern können.
Ist das Ihre Empfehlung an die Politiker, die Sie besuchen? Fragen Sie: „Haben Sie heute schon Yoga gemacht, Mr President“?
Ja, denn ich sage, wir müssen die wahren menschlichen Werte in der Gesellschaft stärken. Die wurden zu lange nicht beachtet. Heute geben wir in Europa 180 Milliarden Euro für psychologische Behandlungen aller Art aus. Psychische Probleme sind die häufigsten Krankheiten heutzutage. Darum betone ich gern, dass Yoga nicht nur aus Asanas besteht. Durch Bhakti Yoga, Karma Yoga und Jnana Yoga können wir noch weiterkommen. Alles, was wir machen, ist eigentlich Jnana Yoga, wir wollen Wissen und Bildung vermitteln. Nur durch einen ganzheitlichen Yoga-Ansatz können wir Veränderungen erreichen.

Ist das eine Sache, die sich der Westen vom Osten abschauen sollte?
Nicht nur der Westen kann hier etwas lernen. Auch der Osten kann aus seiner eigenen Tradition lernen. Wie immer sind viele Menschen davon überzeugt, sie wüssten schon Bescheid, haben aber keine Ahnung. Hier müssen wir etwas ändern, wir müssen uns auf unser altes Wissen zurückbesinnen.

Stehen uns die neuen Technologien der modernen Welt dabei im Weg?
Technologie kann helfen, wir müssen sie nur richtig nutzen. Das Leben ist wie ein Baum. Die Wurzeln können alt sein, aber die Sprösslinge sind frisch. Wir müssen komplett werden. Ich kann nicht einfach sagen, ich will keine Technologie, ich beachte den wissenschaftlichen Fortschritt nicht. Das wäre nicht richtig. In der Bhagavad Gita sagt Krishna, die Seele des Menschen kann nur mit zwei Dingen befriedigt werden, mit dem wahren Wissen vom Selbst und der Wissenschaft. Erst wenn wir beides haben, ist die Seele zufrieden. Das kann der Osten vom Westen lernen.

Welche Unterschiede gibt es noch zwischen Osten und Westen?
Diese Einteilung in Ost und West kommt aus dem letzten Jahrhundert. Ich sehe hier keine großen Unterschiede mehr. Nehmen Sie Italien und Deutschland. Hier bestehen große Unterschiede, obwohl beides westliche Länder sind. Dasselbe sehen wir in Indien, wenn wir etwa Kerala und Panjab vergleichen. Somit hat jede Region ihre Besonderheiten. Und trotzdem ist jeder Teil verbunden mit etwas Universellem, das alles verbindet. Und Yoga verbindet uns mit allem.

Darum unterrichten Sie auch Yoga…
Genau. Wir nennen den Stil, den wir unterrichten, Sri Sri Yoga. Wer die alten Schriften liest, weiß, dass Yoga ja nicht nur körperlicher Natur ist. Doch in den meisten Yogastunden stehen die Asanas im Vordergrund. Bei unseren Art of Living-Kursen ist es anders, wir stellen Pranayama, die Atemschulung, in den Vordergrund. Und Meditation.

Welche tägliche Praxis empfehlen Sie?
Zehn Minuten Pranayama – und dann 20 Minuten Meditation.

Ist das auch Ihre eigene Praxis?
Jeden Tag zwischen 19 und 21 Uhr meditiere ich, singe Bhajans und halte einen Satsang, egal wo ich bin. Für mich ist das die wichtigste Zeit des Tages. Alle anderen Aktivitäten sind einfach Beilagen.


Wer ist Sri Sri Ravi Shankar?

Als Sohn einer angesehenen Kaufmannsfamilie wurde Ravi Shankar am 13. Mai 1956 in der südindischen Großstadt Bangalore geboren. Bereits als Vierjähriger, so wird berichtet, konnte er Verse aus der Bhagavad Gita zitieren. Mit acht Jahren studierte er klassische vedische Literatur. Mit 17 schloss er dann eine Ausbildung in modernen Naturwissenschaften ab. In den 70er Jahren war Ravi Shankar Schüler von Maharishi Mahesh Yogi und wurde Lehrer für Transzendentale Meditation.

Favorit für den Friedensnobelpreis
Schon früh entwickelte er seine Vision von einer stress- und gewaltfreien Welt und fand zahlreiche Anhänger und Helfer, die ihn dabei unterstützen. 1981 mündeten seine Aktivitäten in der Gründung einer gemeinnützigen, konfessionsübergreifenden Stiftung, der „Art of Living Foundation“. In Indien gehört Ravi Shankar inzwischen zu den fünf einflussreichsten Menschen, erklärte das US-Magazin „Forbes“ 2009. Außerdem wird er seit einigen Jahren als Geheimfavorit für den Friedensnobelpreis gehandelt. Sein Terminkalender ist randvoll. Unermüdlich reist er rund um den Globus und hält auf zahlreichen Großereignissen Reden über seine Idee von einer Welt ohne Stress und Gewalt. So sprach er zum Beispiel schon vor dem Europaparlament, wurde mehrfach als Redner zum Weltwirtschaftsforum eingeladen und war einer der Mitbegründer des Internationalen Führungskräfte Symposium zu Ethik in der Wirtschaft, welches 2010 in Brüssel erstmals stattfand. Als Schlüssel für ein besseres Miteinander empfiehlt Sri Sri Ravi Shankar Spiritualität, Yoga, Meditation – und eine speziell entwickelte Atemtechnik namens Sudarshan Kriya.

Ayurveda: Wo sitzt das unwandelbare Selbst?

Wer bin ich? Woher komme ich? Und wohin gehe ich? Dr. Ulrich Bauhofer, einer der führenden Ayurveda-Spezialisten Europas, versucht Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens zu finden…

Als Arzt ist meine Domäne die Gesundheit. Welche sonst, fragen Sie vielleicht. Und doch ist es für einen Mediziner nichts Selbstverständliches, sich mit Gesundheit zu befassen. Ärzte beschäftigt nämlich nur das Pathologische, die Krankheit. Über Gesundheit wissen sie eigentlich fast gar nichts – zumindest von ihrer Ausbildung her. Nun bin ich kein gewöhnlicher, sondern ein ayurvedischer Arzt, und im Ayurveda steht Gesundheit an erster Stelle. Ayurveda ist die älteste Medizin der Menschheit und bedeutet „das Wissen vom Leben“.

Das Delphi-Prinzip

Gnothi se authon – Erkenne Dich Selbst, steht am Apollo-Heiligtum in Delphi geschrieben. Dies interessiert Philosophen, aber doch keine Mediziner – so könnte man denken. Irrtum. Für den ayurvedischen Arzt ist dieser Satz von großer Bedeutung. Er besitzt nämlich einen vitalen medizinischen Hintersinn.

„Wer bin ich?“ Diese Frage stellt sich unser Organismus fortwährend und nur deshalb überlebt er. Wie sonst könnte er Fremdes erkennen, das ihn bedroht? Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten oder entartete Zellen, die ihn jeden Moment attackieren oder in ihm entstehen. Der Körper verfügt über komplexe Regulationsmechanismen, die sein Selbst verteidigen. Die entscheidende Rolle spielt dabei sein Immunsystem. Jede Sekunde erzeugt es 1,5 Millionen weiße Blutkörperchen, 100.000 Lymphozyten und einige Billionen Abwehrmoleküle oder Antikörper, um sich gegen all das zu wehren, was die Integrität seines Selbst gefährdet.

Nur weil sich unser Körper jeden Augenblick fragt: „Wer bin ich?“, hält er sich am Leben. Die Natur hat ihm diese Frage als eine Überlebensstrategie eingepflanzt. Und wenn ihm die Antwort darauf nicht mehr einfällt, wenn er sie vergessen hat, dann steht es schlecht um sein Weiterbestehen.

Das Sanskrit-Wort „Swasthya“ – Gesundheit oder wörtlich „im Selbst ruhen“ –erklärt, wie der Körper sich immer wieder auf sich selbst zurückbesinnt, sich fortwährend an seine genetische Identität erinnert, um sich zu erhalten. Selbsterkenntnis hat also offensichtlich etwas mit Gesundheit zu tun – zumindest auf der körperlichen Ebene.

Das Unternehmen Mensch

Gesundheit beschränkt sich nicht auf den Körper allein, sie hat nicht nur nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation auch eine geistige und seelische Dimension. Trotzdem verstehen wir uns selbst zunächst als unseren Körper, wir identifizieren uns mit ihm und definieren uns über ihn. Fälschlicherweise…

Wenn wir aber unser Selbst in den abstrakten Sphären des Geistes und der Seele verstehen wollen, das nicht-materielle, nicht-physische Selbst – das Selbst, das wir nicht mit Hilfe der Molekularbiologie beschreiben können, dann hilft uns ein klareres Verständnis des Körpers zunächst weiter. Wir empfinden ihn als ein statisches Gebilde. Doch das ist eine Sinnestäuschung. Der Körper besteht aus 100.000 Milliarden Zellen, 15.000 mal mehr als Menschen auf der Erde leben. Aus einer einzigen dieser Zellen hat sich der Organismus innerhalb von neun Monaten herausdifferenziert. Schritt für Schritt, mit perfekter Präzision ist Glied für Glied, Organ für Organ gewachsen. Zum Beispiel verfügt unser Nervensystem am Ende seiner Entwicklung über tausend Milliarden hochspezialisierter Zellen, sogenannter Neuronen. In den Streitkräften unseres Immunsystems kämpfen über 100 Milliarden Lymphozyten sowie 100 Trillionen Antikörper. Ein wahres Kunstwerk. Geschaffen vom Leben.

Ohne Rast verändert sich diese unüberschaubare biologische Gesellschaft. Etwa sieben Millionen Zellen produziert der Körper jede einzelne Sekunde neu, am Tag etwa 600 Milliarden. Noch flüchtiger sind die 10 hoch 28 Atome, aus denen unsere Zellen gemacht sind. Sie kommen und gehen und schaffen unser Fleisch und Blut immer wieder neu: fast alle 24 Stunden eine neue Bauchspeicheldrüse, alle drei Tage eine neue Magen-Darm-Schleimhaut, alle sechs Wochen eine neue Leber, jeden Monat eine neue Haut, alle paar Monate ein brandneues Skelettsystem. In jeder Sekunde führt der Körper etwa 10 hoch 25 chemische Operationen durch – eine 1 mit 25 Nullen. 98 Prozent der Atome, die unseren Körper bilden, werden jedes Jahr ersetzt. Alle vier Jahre haben wir aus atomarer Sicht einen völlig neuen Körper.

Lautlos und ohne Anstrengung wird dieser fesselnde Biotanz auf der Bühne des menschlichen Organismus aufgeführt, und wenn wir ihn voll andächtiger Bewunderung betrachten, fragen wir uns, wer ihn dirigiert. Welche Instanz steuert all diese Prozesse?

Wo ist die Schaltzentrale?

Ein Biologe würde uns schnell Antwort liefern: Es ist die DNA, die alles regelt. Unser genetisches Selbst ist die Kommandozentrale unserer Zellen und verbirgt sich tief in deren innersten Kern. Nun ist die DNA aber auch ein Stück Materie, aufgerollt in einer sogenannten Superhelix, zusammengesetzt aus einer Unzahl von Atomen. Forschungen haben jedoch belegt, dass auch die Atome der DNA ununterbrochen ausgetauscht werden. Unsere Erbsubstanz erneuert sich also im Hinblick auf ihre atomare Zusammensetzung alle paar Wochen.

Welcher Schluss ergibt sich daraus? Wenn sich die Materie der DNA dauernd ändert, kann sie nicht der Dirigent aller Wandlung in unserem Körper sein, denn was als oberste Instanz Veränderung kontrolliert, sollte selbst gleich bleiben. Wenn unsere innerste Schaltzentrale nicht das materielle Substrat unseres genetischen Selbst ist, dann könnte es trotzdem die Intelligenz oder das Wissen sein, das die Materie verkörpert. Dieses Wissen ändert sich nämlich nicht. Hier entgleitet uns das Konkrete und Fassbare. Wissen ist abstrakt, das Produkt von Geist oder von Bewusstsein. Wir haben es hier mit der Intelligenz der Natur zu tun.

Ist das Selbst der Geist?

Der Körper ist also aus Geist gemacht; hier stoßen wir auf ein zweites Identifikationsmerkmal unseres Selbst. Neben unserem Körper definieren wir uns über unseren Geist – oder genauer: über die Inhalte unseres Geistes. Über unsere Meinungen und Überzeugungen, über unsere Empfindungen und Gefühle, über unsere Werte – und Glaubenssysteme – also das, was wir unsere Persönlichkeit und unseren Charakter nennen. Doch auch hier stellen wir fest, dass sich diese Eigenschaften im Laufe der Zeit wandeln. Sie haben nichts Dauerhaftes. Die Inhalte unseres Bewusstseins verändern sich ständig, das Bewusstsein selbst allerdings bleibt stets dasselbe, immer gleich.

Halten wir fest: Wir verstehen uns selbst als unseren Körper und die Inhalte unseres Geistes. Dadurch unterscheiden wir uns von anderen. Dadurch empfinden wir uns als Individuen. Trotzdem müssen wir erkennen, dass unser Körper sich jeden Augenblick verändert und sich auch unsere Persönlichkeit fortwährend entwickelt. Wir sind also noch mehr als unser Körper und die Inhalte unseres Geistes. Unser unwandelbares Selbst lebt jenseits davon. Aber wo? Das Abstrakte ist die Domäne des Bewusstseins, und darum müssen wir es dort suchen. Wir haben es intellektuell abgeleitet, doch bleibt solch ein Verständnis des Selbst ohne praktischen Wert. Wir müssen es erfahren. Erkenne Dich selbst bedeutet: Erfahre Dein Selbst! Selbst-Erkenntnis ist an Selbst-Erfahrung gebunden.

Wie erfahre ich mein Selbst?

In der vedischen Wissenstradition sticht als eine Schwesterdisziplin des Ayurveda Yoga hervor. Yoga ist ein System, das sich mit der Erkenntnis und der direkten Erfahrung des Selbst im Bewusstsein des Menschen befasst. In den Jahrtausende alten Texten des Yoga wird das Selbst mit Hilfe eines einprägsamen Sinnbilds erklärt. In dieser Allegorie werden wir Menschen mit Wellen im Ozean verglichen. Jeder Mensch hat seine individuellen Charakteristika, so wie eine Welle ihre Besonderheiten besitzt: ihre Größe, ihre Gestalt, ihre Geschwindigkeit, ihre Richtung. Darüber definiert sie sich, grenzt sich von anderen Wellen ab, erhebt sich möglicherweise über sie, verfällt der Gefahr von Arroganz oder Dünkel. Wenn die Welle jedoch über sich nachdenkt, kommt sie zu der Erkenntnis, dass ihre individuellen Eigenschaften veränderlich und vergänglich sind. Tief in ihrem Inneren aber verbirgt sich etwas Konstantes, das, woraus sie gemacht ist, was sie dauerhaft durchdringt, was sie immer war, ist und bleiben wird: das Meer. Das unveränderliche Selbst der Welle ist das Meer. Ernst Jünger beschrieb dieses Verhältnis so:

„Ein Becher Wasser, ins Meer gegossen: es bleibt Form ohne Inhalt, Inhalt ohne Form. Ein Augenblick des Schmerzes, des Heimwehs, begleitet den Verlust. Dem folgt die große Vermählung mit dem Meere: Heimat nun überall.“

Um solch einer intellektuellen Erkenntnis Leben einzuhauchen, bedarf es – wie schon betont – der Erfahrung. In der dritten Strophe seines großen Gedichtes „Das Vermächtnis“ skizziert Goethe den Weg zur direkten Erfahrung des Selbst:

„Sofort nun wende Dich nach innen:
Das Zentrum findest Du da drinnen,
Woran kein Edler zweifeln mag.
Wirst keine Regel da vermissen:
Denn das selbständige Gewissen
Ist Sonne Deinem Sittentag.“

Ganz in Anlehnung an eine geistige Technologie aus dem Yoga-System, der Methode des Dhyana, beschreibt Goethe den Weg in die innere Welt, in deren Zentrum wir unser Selbst finden. In den alten Yoga-Texten heißt es, dass in der Erfahrung des Selbst durch den Vorgang des Meditierens die Basis für ein erfolgreiches und dynamisches Tun besteht. Denn dort, wie Goethe sagt, wo alle Regeln und Gesetze des Lebens sich sammeln, von wo die Natur regiert, in der unendlichen Weite und Stille des Selbst, schöpft der Geist seine kreative Kraft. Von dort trägt er sie in den Bereich des täglichen Lebens hinaus.

Ein Mensch, der aus seinem Selbst heraus denkt und handelt, transportiert die grenzenlose Freude, die in seinem Inneren lebt, hinaus in seinen Alltag. Er ist wie die Welle, die ihr Selbst kennt und weiß: Ich bin das Meer. So können wir einen anderen Goetheschen Satz in seiner tiefen Bedeutung erfassen. Er lautet: „Die beste Freude ist das Wohnen in sich selbst.“ Bedingungslose, spontane Lebensfreude, die aus der Erfahrung des Selbst erwächst, ist Ausdruck von Gesundheit, auf Sanskrit „Swasthya“ – von„Swa“: das Selbst, und „sthya“: ruhen. Gesundheit bedeutet, in sich selbst Ruhe gefunden zu haben.

Swasthya und Ayurveda als die Kunst, Balance zu halten

Ein gesunder Mensch ist im Gleichgewicht. Seine Körperfunktionen schwingen in Harmonie. Da Geist und Körper eigentlich ein und dasselbe ist – nur die zwei Seiten derselben Medaille – erzeugt die Balance in der Physiologie die Erfahrung des unwandelbaren stillen Selbst in unserem Geist. Und wenn die direkte Erfahrung des Selbst in unserem Bewusstsein aufblüht – das, was im Yoga der Samadhi-Zustand genannt wird -, rückt sie die Systeme und Funktionen des Organismus automatisch ins Lot.

Ayurveda als das „Wissen vom Leben“ befasst sich mit all den unterschiedlichen Facetten des menschlichen Daseins und damit, welche Wirkung sie auf unsere Gesundheit ausüben. Wie diese Einflüsse uns im Selbst verankern oder sie von uns weg in eine Krankheit treiben können. Ayurveda kümmert sich daher um den gesunden ebenso wie um den kranken Menschen – immer auf ganzheitliche und individuelle Art. Das Spektrum ayurvedischer Behandlungsverfahren ist weit: zu ihm gehören Ernährung, Entgiftung, natürliche Heilmittel, Tages- und Jahreszeitenroutine, verjüngende und vitalisierende Maßnahmen, Aroma-, Klang- und Vitalpunkttherapie, Stressmanagement und vieles mehr.

Als Ziel verfolgen all diese Maßnahmen, die stets aufeinander abgestimmt sind, das Körper-Geist-Seele System in der Balance zu halten. Denn ein Mensch im Gleichgewicht ist nicht nur gesund, er ist auch glücklich. Darin gipfelt die ayurvedische Definition von Swasthya – Gesundheit: Der ist wahrhaft gesund, dessen Sinne, dessen Geist und dessen Bewusstsein in einem dauerhaften Zustand des Glücks verweilen.

Das Delphi-Prinzip „Gnothi se authon – Erkenne dich selbst!“ war Ausgangspunkt unserer Gedankenkette. Wir wissen nun um seine Bedeutung in Bezug auf unsere Gesundheit. Und in Bezug auf unser Lebensglück.


Dr. med. Ulrich Bauhofer ist Arzt, Bestsellerautor und Lehrer für Transzendentale Meditation. Vor über 30 Jahren begann er als erster westlicher Mediziner, die ayurvedische Heilkunde in Indien von den vedischen Ärzten zu lernen. Dr. Bauhofer konzipierte und leitete über zehn Jahre die größte Ayurveda-Klinik Europas in Traben Trarbach. Derzeit hat er eine ayurvedische Praxis in München, berät Unternehmen und Führungskräfte zu Gesundheits- und Stressmanagement, hält international Vorträge und Seminare. Er ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda. Mehr unter www.drbauhofer.de