Montags-Mantra: Halte nicht fest!

“Halte dich nicht an jemandem fest, sonst wirst du nicht denjenigen treffen, der kommt.”

Auf und ab. Kommen und gehen. Egal, wie schnell du schwimmst, wie sehr du dich anstrengst, Ebbe und Flut wirst du nicht verhindern können. Deine inneren Gewässer fließen in Zyklen – je nachdem, welches Spiel der Kosmos gerade kreiert.

Halte nicht fest – nicht an Schicksalen, nicht an der Vergangenheit, nicht an Dingen, nich an Orten, nicht an Personen.

Das Leben ist wie der Ozean ein Spiel aus inneren und äußeren Kräften: ein Tandem aus Rückzug und Angriff, aus Abstieg und Aufstieg, Wissen und Nichtwissen, Hoffen und Bangen, Ausdehnung und Zusammenziehen.

Manchmal reitest du die Welle. Die Kraft der Strömung hebt dich empor, als würdest du fliegen. Frei wie ein Vogel – mit Enthusiasmus und Leichtigkeit dem Ziel entgegen.

Manchmal verschluckt dich die Welle, zieht dich ins Dunkle hinab. Weiter. Tiefer. Bis zum Grund – aber nur um dich danach wieder klarer, reiner und stärker wieder freizugeben.

Anstatt irgendwo festzuhalten, lasse los. Erst wenn du los lässt, gibst du deiner Umgebung und dir selbst Raum für Neues. Lasse die Gezeiten des Lebens zu. Auch wenn du gerade in den tiefsten Meeresgrund blicken magst. Vertraue darauf, dass dich die nächste Welle wieder an Land tragen wird – an den Strand, an dem du gerade sein sollst: in Sachen Beziehungen, Aufgaben, Personen, Herausforderungen. 

Damit du gestärkt aus den Tiefen des Wassers hervorschauen kannst, sei wachsam. Lerne das Wasser zu beobachten und verwende deine Kraft dafür, dich auf den Sprung – auf den nächsten magischen Wellenritt deines Lebens – vorzubereiten, anstatt gegen die Wellen anzuschwimmen.

Wir wünschen gute Wellen für die kommende Woche!

Namasté


Titelbild: via unsplash.com // Austin Schmid

Wasserspiele – auf dem SUP

Auf zu neuen Ufern!

Die Basissequenz von Yoga-, Surf- und SUP-Lehrerin Yvonne Stolz bringt Ihnen die drei wichtigsten Punkte des SUP-Yoga nahe. Spätestens nach diesem ausgewogenen Grundprogramm wird Ihr Spieltrieb geweckt sein. 

Get up Stand up

Die wichtigsten Punkte für SUP-Yoga-Einsteiger

1 Von unten nach oben
Die größte Herausforderung auf dem SUP ist das Gleichgewicht. Eine einfache physikalische Grundregel hilft: Je tiefer der Schwerpunkt des Körpers, desto stabiler ist er. Gerade zu Beginn der Praxis bieten sich daher liegende oder sitzende Asanas an, um sich an den wackeligen Untergrund zu gewöhnen. Je höher der Körperschwerpunkt dann im Lauf der Übungen wandert, desto anspruchsvoller wird die Koordination.

2 Von symmetrisch zu asymmetrisch
Die Praxis auf dem SUP eröffnet ein neues Bewusstsein für die Symmetrie von Yogahaltungen. Generell gilt: Symmetrische Haltungen sind einfacher als asymmetrische, weil sich das Gewicht gleichmäßiger auf dem Board verteilt. Indem man sich langsam an asymmetrische Asanas herantastet, lernt man, sich vom Körpermittelpunkt her zu stabilisieren (siehe Regel 3). Auch hier gilt: Beginnen Sie mit Haltungen, bei denen der Schwerpunkt tief liegt (siehe Regel 1).

3 Konzentration auf die Mitte: Bandhas, Bandhas, Bandhas!
Mehr noch als bei der Praxis auf der Matte wird man sich auf dem SUP der tiefen Muskelschichten gewahr. Das bietet eine super Voraussetzung für eine bewusste und fein dosierte Arbeit mit den Bandhas, den energetischen Verschlüssen des Körpers. Durch die Kontraktion der tiefen Beckenbodenmuskulatur (Mula Bandha) und Bauchmuskulatur (Uddiyana Bandha) wird der Körper in seinem Zentrum fest verankert. Das verleiht der Haltung mehr Stabilität und lässt das Brett ruhiger im Wasser liegen. Gleichzeitig ist es aber wichtig, ein Gleichgewicht zwischen dosierter Anspannung und bewusster Entspannung zu finden.

Praxistipps

Wellengang
Auf kabbeligem, unruhigem Wasser wird SUP-Yoga schnell zum Kampf. Suchen Sie sich besser eine geschützte Stelle.

Vorsicht Strömung
Wind und Meeresströmungen können das Brett schneller abtreiben, als man meint:
Vertäuen Sie es am besten an einem Steg oder verwenden Sie einen kleinen Anker.

Das richtige Board
Natürlich funktioniert SUP-Yoga auch auf einem breiteren SUP-Board oder sogar einem alten Windsurfbrett. Spezielle Yoga-Boards bieten aber entscheidende Vorteile: Sie sind besonders stabil, haben eine angenehmere Oberfläche und meist auch Halterungen für das Paddel. (Ansonsten: gut aufpassen, dass das Paddel nicht davonschwimmt!)

Gut geschützt
Sonnencreme ist eine Selbstverständlichkeit, viel eher unterschätzt man die Gefahr auszukühlen. Gerade bei kälterem Wasser empfiehlt sich ein Neoprenanzug.

 

1// Einfache Sitzhaltung mit Wechselatmung
Sukhasana mit Nadi Shodhana Pranayama

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Lassen Sie sich in einer bequemen Sitzhaltung auf der Mitte des Boards nieder. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Ihren Körper bewusst wahrzunehmen. Beobachten Sie Ihren frei fließenden Atem, während sich Ihr Geist beruhigt. Dann starten Sie mit der Wechselatmung, Nadi Shodhana: Legen Sie Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand sanft auf die Stirn und nutzen Sie Daumen und Ringfinger, um abwechselnd das rechte und linke Nasenloch zu verschließen. Sie beginnen mit einer Einatmung links (rechtes Nasenloch geschlossen). Dann verschließen Sie das linke Nasenloch, öffnen das rechte und atmen rechts aus. Anschließend wird rechts eingeatmet, wieder der Verschluss gewechselt und links ausgeatmet. Ab hier wiederholt sich die Abfolge immer wieder. Folgen Sie Ihrem natürlichen Atemrhythmus und machen Sie sich auch die Pausen am Ende der Ein- bzw. Ausatmung bewusst.

2// Kuhkopf-Armhaltung
Gomukhasana

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Setzen Sie sich bequem und mittig auf das Brett, entweder wie hier im Schneidersitz oder in den Fersensitz. Strecken Sie zunächst Ihren linken Arm nach oben und spüren Sie, wie der Oberarm aus dem Schultergelenk heraus lang wird. Dann beugen Sie den Arm und lassen die linke Hand auf Höhe der Schulterblätter sinken. Dehnen Sie auch den rechten Arm aus dem Schultergelenk, bevor Sie damit nach unten greifen, das Schultergelenk leicht nach innen rotieren, die Hand nach oben führen und versuchen, mit der rechten Hand die linke zu greifen. Wenn das nicht geht, überbrücken Sie die Distanz, indem Sie mit beiden Händen den Schaft des Paddels greifen. Nach etwa fünf Atemzügen lösen Sie die Haltung mit einer Ausatmung und lockern die Schultern gründlich, bevor Sie die Seiten wechseln.

3// Drehsitz
Ardha Matsyendrasana

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Um die Wirbelsäule aufzuwärmen, üben Sie einen lockeren Drehsitz. Dazu bleiben Sie weiterhin möglichst bequem in der einfachen Sitzhaltung. Verbinden Sie Ihre Sitzknochen bewusst mit dem Board. Atmen Sie ein und richten Sie Ihre Wirbelsäule lang auf, der Scheitel wächst Richtung Himmel. Behalten Sie diese Länge bei, wenn Sie sich nun mit einer Ausatmung nach rechts drehen. Dabei führen Sie Ihre linke Hand auf das rechte Knie. Atmen Sie ganz aus. Mit der Einatmung, bewegen Sie Sich zurück zur Mitte, richten Sie Ihre Wirbelsäule erneut auf und folgen Sie nun der Ausatmung nach links, wobei die rechte Hand auf das linke Knie kommt. Wiederholen Sie diese Übung drei bis viermal Mal auf jeder Seite, dann wechseln die Beinhaltung und wiederholen die Drehungen noch einige Male.

4// Katze-Kuh
Chakravakasana
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Richten Sie vorsichtig über der Mitte des Bretts den Vierfüßlerstand ein. Die Hände stehen unter den Schultern, die Knie unter den Hüftgelenken. Spreizen Sie die Finger und drücken Sie die Fingergrundgelenke gegen die Unterlage. Mit einer Ausatmung aktivieren Sie die Muskulatur des Schultergürtels und dehnen sich aus dem Schultergelenk. Dabei runden Sie Ihre Wirbelsäule nach oben, kippen das Steißbein nach unten und aktivieren den Beckenboden. Spüren Sie, wie sich der Bauchnabel Richtung Wirbelsäule bewegt, bis Sie vollständig ausgeatmet haben. Mit der Einatmung, lassen Sie die Wirbelsäule sinken, öffnen den Brustraum und richten Ihren Blick nach oben. Dabei bewegen Sie die Sitzknochen nach oben. Wiederholen Sie diese Übung einige Male. Nehmen Sie dabei wahr, wie bei jeder Bewegung mehr Raum zwischen Ihren Wirbeln entsteht.

5// Kobra
Bhujangasana

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Aus dem Vierfüßlerstand legen Sie sich behutsam auf den Bauch. Beide Hände liegen unter den Schultern. Aktivieren Sie Ihren Beckenboden und die tiefe Bauchmuskulatur (Mula Bandha, Uddhiyana Bandha) und heben Sie die Brust Wirbel für Wirbel langsam vom Board. Dabei drücken Sie sich nicht mit den Armen ab, sondern arbeiten aus der Rückenmuskulatur heraus. Um den unteren Rücken zu schonen, ziehen Sie das Steißbein Richtung Füße. Die Schulterblätter sind nach unten gezogen, die Schultern entspannt und der Brustraum weitet sich. Ihr Kinn bleibt leicht angezogen, so dass der Nacken nicht überstreckt wird. Stellen Sie Sich vor, wie sich Ihre Wirbelsäule durch den höchsten Punkt des Kopfes hindurch verlängert: Sie recken sich majestätisch wie eine Königskobra auf. Nach drei bis fünf Atemzüge lösen Sie die Haltung mit einer Ausatmung auf und schieben sich zur Entlastung zurück in die Stellung des Kindes (Balasana). Die Kobra stärkt den Rücken und öffnet die Körpervorderseite. So werden die vom Paddeln beanspruchten Bauchmuskeln gedehnt.

6// Stuhlposition
Utkatasana

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Richten Sie sich aus der Stellung des Kindes wieder auf in den Vierfüßerstand. Von dort kommen Sie vorsichtig zum Stehen und finden eine mittige und stabile Position auf dem Board, dabei lassen Sie Ihre Füße hüftbreit auseinander. Atmen Sie eine Weile ruhig und tief und gewöhnen Sie sich an die Bewegungen des Boards. Dann strecken Sie mit einer Einatmung die Arme nach oben. Wenn Sie mögen, halten Sie mit beiden Händen das Paddel. Die Schultern bleiben entspannt, die Wirbelsäule ist lang aufgerichtet. Aktivieren Sie Beckenboden und Bauch und senken Sie das Becken, als wollten Sie sich auf einen Stuhl setzen. Ziehen Sie das Schambein sanft zum Nabel, um nicht in ein Hohlkreuz zu geraten. Spüren sie, wie Ihre Oberschenkelmuskulatur arbeitet, um die Bewegungen des Bretts auszugleichen, während Sie etwa fünf Atemzüge lang in der Haltung bleiben. Spüren Sie, wo sich unnötige Anspannung einstellt (zum Beispiel in den Schultern) und lösen Sie diese bewusst auf. Mit einer Einatmung richten Sie sich wieder auf. Utkatasana trainiert jene Muskulatur, die für das Stand-up-Paddle-Boarding elementar ist: die tiefen Schichten der Beine und Schenkel, das Gesäß sowie den Beckenboden und den Rumpf.

7// Tiefer Ausfallschritt
Anjaneyasana

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Atmen Sie im aufrechten Stand tief ein, mit der Ausatmung beugen Sie sich nach vorn. Dabei dürfen die Knie gebeugt bleiben, um den unteren Rücken zu schonen. Verbinden Sie beide Handflächen fest mit dem Board, bevor Sie das rechte Bein weit nach hinten bewegen und den Unterschenkel ablegen. Achten Sie darauf, dass das linke Fußgelenk direkt unter dem Knie steht. Aktivieren Sie nun Beckenboden und Bauchmuskulatur und ziehen Sie beide Oberschenkel sanft zueinander hin. Mit einer Einatmung strecken Sie Ihre Arme nach oben in den Himmel. Anjaneyasana ist eine asymmetrische Haltung – arbeiten Sie hier ständig von Ihrer Mitte her. Aktivieren Sie Mula Bandha und Uddhiyana Bandha. Halten Sie die Position für 3-5 Atemzüge und üben Sie dann die andere Seite.

Abschluss

Nach dieser Übungsreihe legen Sie sich einige Minuten lang mit geschlossenen Augen auf Ihr Brett und lassen sich von den sanften Bewegungen des Wassers wiegen.


YvonneStolz

Dr. Yvonne Stolz-Longaker betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Donovan Longaker Apura Yoga. Sie organisieren Surf-, Yoga- und SUP-Retreats in Portugal.
www.apura-yoga.com

 

Fotos: Stefanie Kissner

Gratis Download – „Namo Myoho Rente Kyo“ Song

– Gratis Download Namo Myoho Rente Kyo von „Deva Premal and Miten“ –

„Namo Myoho Rente Kyo“ – Ich widme mich dem Mystischen Gesetz des Lotos-Sutras, dem Lebensgesetz, das alles Leben im Universum durchdringt und das das Leben aller Menschen verbindet.

Deva Premal and Miten, die aus der spirituellen Musikszene nicht mehr wegzudenken sind, haben eine berührende Version des buddhistischen Mantras „Om Namo Renge Kyo“ herausgebracht, auf ihre Website gepackt und ab sofort als Gratis-Download auf der Bandwebsite bereit gestellt.

Dieses Mantra fasst die Lehren des Lotos-Sutras von Buddha Gautama zusammen und kann so ausdrückt werden: Durch das Chanten manifestiere ich die in mir existierende Buddhanatur, durch die ich das Prinzip von Ursache und Wirkung in meinem täglichen Leben so anwenden kann, daß ich und meine Umgebung dauerhaft glücklich werden.

Aufgenommen wurde der ätherische Song von Deva Premal & Miten mit Manose’s letztem Release, dem Live Konzert Album: Cosmic Connections Live während ihrer letzten Welttournee 2014/15.

Unbedingt mal reinhören und downloaden:

free download

Einfach auf das Bild klicken – schon gelangst du zum Download.

Erhältlich auch auf iTunes : https://apple.co/252EoXM

 

 

F*** that Meditation

Wer schon mal eine geführte Meditation mitgemacht hat, kennt die Methode: ein Video, eine Sprachaufnahme mit einfacher Step-by-Step Anleitung um Gedanken ziehen zu lassen und den Kopf vom Alltagstrass frei zu bekommen. 

Aber schon mal ein Video gesehen, das trotz sanfter Anweisung und ruhiger Stimme den Stress direkt beim Namen nennt? Also so richtig direkt!?

Das ist die Idee hinter dem ehrlichen Meditationsvideo „F*ck That“ von Jason Headley.

„Just acknowledge that all that sh*t is f*cking b*llshit — you’re here now, in this place, with your inner stillness,“ murmelt Jason vor dem Hintergrund eines sanften Meeresrauschens. „Take in a deep breath .. now breathe out. Just feel the f*cking nonsense float away.“

Headley ist freier Videoproduzent und äußert sich zu seinem Video auf Facebook damit, dass er diese Mediation für mehr „Authentizität“, für mehr „Realness“ im Leben gemacht habe.

Während viele die Meinung vertreten, Fluchen sei eine Form von Aggression, ist es dennoch Tatsache, dass man sich, wenn man genau diese Frustrationen aus seinem System heraus bekommt, befreiter und ruhiger fühlt. Oder wie ein Nutzer unter dem Video kommentierte: „Ich musste total lachen, aber ich bin trotzdem sicher, dass mich diese Meditation ziemlich herunter gebracht hat.“

Ob nun wissenschaftlich, seriös oder auch nicht – das Video ist und bleibt f*cking brilliant!


Titelbild via unsplash.com // Manu Schwendener

4 Tage auf dem A SUMMER’S TALE FESTIVAL

Hach, Festivals!

Festivals wie das ‚A Summer’s Tale‘ sind ein Ort der Freiheit, wo Musik, Kunst, Licht(-installationen) und Natur zusammentreffen. Sie erwecken einen Platz auf der Welt, wo man einfach nur „Sein“ darf – aktiv und passiv, Moment für Moment.

Gänsehaut-Konzertmomente, begeisternde Performances, spannende Workshops, bestes Streetfood, ausgelassene Chorkonzerte, Meditations-Flashmobs, die süßesten Kids in bunten Gummistiefel – Das A Summer’s Tale Festival hat überzeugt. Wir waren 4 Tage in Lühmühlen in der Lüneburger Heide, zwischen tiefen Wäldern, urigen Mooren und luftigen Birkenhainen.

Tag 1 – Thaimassage gegen Autofahrt-Verspannung

Mittwoch, 16:30. Nach 9 Stunden Autobahnfahrt von München Richtung Hamburg erreichen wir die friedvolle Gegend der Lüneburger Heide, vollbepackt mit Zelten, Schlafsäcken und einer Menge Yogaleggins.

Elegant geparkt, schmeißen wir unsere schweren Backpacks auf den Rücken und laufen voller gespannter Vorfreude Richtung Festivaleingang. Wir bekommen ein Bändel um das Handgelenk geschnürt, sind bereiter als bereit – und da fängt es schon an zu schütten, aus Eimern. „Na super“ denken wir.

Glücklicherweise legt sich der Regen schnell wieder, wir pilgern los und bekommen sogar unsere Gepäck von netten Gepäcktransportern zum Zeltplatz gebracht. Auf dem Weg dorthin begrüßt uns in riesiger Hollywoodschrift das „A SUMMER’S TALE“. Prachtvoll dekoriert strahlt es uns an und wir zurück – trotz nasser Regenwetterstimmung.

Zelt aufbauen, das eigene Plätzchen aufhübschen, dann geht es los. Gleich mal alles erkunden heißt die Devise: die schönsten Workshop Zelte, die größten Bühnen, der beste Kaffee, die leckersten Fries und wo es natürlich jetzt noch zur entspannenden Thaimassage geht.

Sonnenblumen begrüßen uns herzlichst
Sonnenblumen begrüßen uns herzlichst
Nice Fries aus gesundem Gemüse und leckeren Dips
Nice Fries aus gesundem Gemüse und leckeren Dips
Tag 2 – Energyball-Stärkung & Acro Yoga

Der Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein, Zähneputzen im Freien, warmer Sonne im Gesicht (na geht doch!), gefolgt von einem ausgiebigen Frühstück mit Müsli und viel frischem Obst auf der Picknickdecke vor unserem Zelt. Hach, fast wie Urlaub.

Wir entscheiden uns für einen Do-It-Yourself Workshop und formen kurze Zeit später gesunde Snacks in Form von Energyballs. Die Basis für die Leckerei bilden über Nacht eingeweichte Datteln, gehackte Zartbitterschokolade, Nussmuss (Mandel und Cashewmus waren meine Favoriten) und Haferflocken. Diese kleinen zuckerfreien Energyballs werden in Größe eines Tischtennisballs geformt und dann in Tellern mit Chiasamen, Kokosraspeln, Kakaonibs, Mandelkrokant oder auch Amaranth gerollt, sind ein super gesunder Snack, füllen den Magen und schmecken einfach fantastisch. Gut gestärkt geht’s damit zum Acro Yoga Jam. Fliegen und abhängen. Hooray!

Ein angenehmer Wartezeit-Zeitvertreib

Tag 3 – Lachyoga und Tanzen gegen Regen

Es ist Freitag. Es regnet. Aber trotz trübem Regenwetter lassen wir uns die Laune nicht verderben, ziehen unsere wasserdichten Boots über die Leggins, wärmen uns mit bestem Kaffee und trotzen dem Regen zunächst mit einem gemütlichen Film am Morgen und kurze Zeit später beim Lachyoga Workshop.

Auch wenn Lachyoga eigentlich nicht viel mit Yoga zu tun hatte, war es eine spannende Erfahrung wildfremden Menschen gegenüber zu stehen und in verschiedensten Lachtönen Freude zu teilen. Trotzdem lachen wir am liebsten unter uns und tanzen später im Regen bei tollen Musikacts wie Friska Viljör, Alice Phoebe Lou, Gavin James oder zum Hamburger Kneipenchor, der eine Super-Anti-Schlechtwetterlaune-Performance hinlegt und unter anderem die Spice Girls und Edward Sharpe & The Magnetic Zeros covert.

Den Abend versüßen uns geniale Sommercocktails, wie ein fruchtiger Milano Mule (ein Mule mit Amaretto) oder Kaffeelikör mit Marakujasirup. Zudem lernen wir bei diesem Workshop fortgeschrittenes Cocktail-Shaken. Diese Fähigkeit kann man immer gut gebrauchen, finden wir.

Da tanzt es sich danach sogar noch freudiger – bis uns unsere Beine müde und schwer wieder zurück zum Zeltplatz, auf unsere Luma tragen.

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Der Hamburger Kneipenchor
Tag 4 – Cake-Pop Cake zum Abschied

Der nächste Morgen strahlt wieder voller Freude und neuen finalen Festival Abenteuer.

Tag 4 beginnt zuckersüß mit einem Cake-Pop Workshop, wo wir Kuchen zwar wort-wörtlich auseinandernehmen, dann aber wieder in einer anderen kleinen, runden Golfballform zusammen fügen und bunt bestreuseln.

Ganz inspiriert davon, hübschen wir auch unsere Gesicher mit Glitzer-Aufklebetattoos auf und besuchen Lesungen wie “Leben ohne Besitz”, “Digital Detox” und einen Vortrag sowie kleinem Akustik Konzert zu dem noch jungen Klangschalen-Instrument namens Hang.

Das Hightlight am Nachmittag ist ganz klar der Headliner: BOY! Wir singen, tanzen und genießen unseren letzten Tag, der mit einer grandiosen Show von Parov Stelar glücklich, müde und zufrieden endet.

Danke für ein umfangreiches Aktiv- und Kreativprogramm aus Livemusik, Kunst, Lesungen, Film, Natur & Genuss! Danke A Summer’s Tale!

www.asummerstale.de
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Titelbild via unsplash.com // Maxime Ihm

Montags-Mantra: Lebe wild und gefährlich

Abenteuerlust und Lebensfreude!

Das Leben ist schön. Das Leben hat so viel zu bieten. Man muss sich darauf einlassen, seinem Bauchgefühl folgen und seiner inneren Stimme vertrauen. Einfach ist das nicht. Eigentlich ist es ganz schön schwer. Denn wer nicht auf andere, sondern sich selbst hört, muss der Masse oftmals den Rücken kehren und dem Strom entgegen schwimmen – teils mit Gleichgesinnten, teils alleine, und stets mit Mut, Risikobereitschaft und Vertrauen.

Sprich nicht von Unsicherheit, sagt Osho. „Nenne es Freiheit.“

Mut bedeutet nicht, frei zu sein von Angst, sondern vielmehr, seine Ängste in vollem Bewusstsein zu konfrontieren. Mut ist die Bereitschaft, der Unsicherheit des Lebens zu begegnen und sie als das grundlegende Mysterium unserer Existenz zu betrachten. Osho, der provokante spirituelle Lehrer fordert in seinem Buch „Mut – Lebe wild und gefährlich“ dazu auf, jeden Augenblick des Lebens in all seiner Schönheit und Freude wie auch in seinem Schrecken und Schmerz bewusst zu erfahren und inspiriert uns diesen Montag mit dem Mantra: Lebe wild und gefährlich! Denn – es gibt nichts zu fürchten.

 


Titelbild: via unsplash.com // Tom Skarbek-Wazynski

ZURÜCK ZUM GLÜCK

Vielleicht benötigt man manchmal einfach einen Perspektivenwechsel, um den Weg in Richtung Glück zu erkennen: Der indische Autor Ashish Mehta erinnert in seinem Buch „Der Glücksvertrag“ daran, dass Glückseligkeit die eigentliche Natur unserer Seele ist. Mit seinem praktischen 21-Tage-Programm will er dem Leser zeigen, wie er mit Yoga und weiteren Techniken Schritt für Schritt zu diesem uns innewohnenden Glück zurückfinden kann.

Glücklich in 21 Tagen – das verspricht der Titel Ihres Buches. Was hindert uns daran, glücklich zu sein? Machen die meisten Menschen etwas „falsch“, wenn sie es nicht sind?

Angst vor den Folgen ihres Handelns und nicht loslassen zu können – das macht Menschen unglücklich. In unserem 21-Tage-Programm versuchen wir, den Leserinnen und Lesern die richtige Einstellung zum Leben zu geben und Ihnen die Handlungen, die zu Glück und Erfolg führen, zu erleichtern. Dieses Buch hilft dabei, das Vertrauen in das Leben zurück zu gewinnen.

Ihre Formel für das Glück bezeichnen Sie als Mischung aus Psychologie und fernöstlicher Heilkunst. Können Sie das näher erklären?

Diese Kombination ist wichtig, denn wenn die Seele voller schlechter Gedanken und falscher Paradigmen ist, dann ist eine Heilung des Körpers aufgrund dieser psychosomatischen Dysbalance nicht möglich. Wir zeigen in unserem Buch Wege aus diesem Ungleichgewicht auf und bieten Techniken an, die Körper und Seele wieder in Einklang bringen.

Sie sind in Indien aufgewachsen und kamen schon in sehr jungen Jahren mit Yoga und Spiritualität in Kontakt. Wie kann Yoga dabei helfen, einen „Vertrag mit dem Glück“ abzuschließen?

Es ist die Grundnatur unserer Seele, glücklich zu sein. Yoga rekonstruiert die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele und führt uns zu unserer Mitte. An diesem Ort in uns wohnt die Glückseligkeit.

Die Übungen, die Sie in Ihrem Buch vorstellen, basieren auf Ihrem eigenen Yogastil, den Sie „Pantha Hatha Yoga“ nennen. Was macht diesen Stil aus und was unterscheidet ihn von anderen Yogarichtungen?

Pantha Hatha Yoga ist eine Mischung aus Kriya und Hatha Yoga sowie Techniken, die von mir stammen. Diese Form besteht aus 23 Asanas, neun Pranayamas, dem Setzen von Bandhas, aus Mantras und Meditation. Genauso wie Sivananda Yoga auf Swami Sivananda, Iyengar Yoga auf B. K. S. Iyengar und Bikram Yoga auf Bikram Chaudary zurückgeht, hat Pantha Hatha Yoga eben Pantha als Basis. Außerdem lehre ich meine Studenten, ihr Inneres mit der Quelle der Spontaneität zu vereinen und dadurch zu lernen, das Leben etwas leichter zu nehmen.

In der Einleitung Ihres Buches schreiben Sie: „Diejenigen, die Spiritualität nicht zu verbissen praktizieren, sind glücklicher als die, die sich streng an Rituale halten.“ Sehen Sie eine Gefahr darin, dass gerade die Menschen im Westen vielleicht zu verbissen praktizieren?

Die westliche Welt ist voller Regeln. Wenn dann auch noch eine fremde Yogaform mit Regeln dazukommt, können keine Energien mehr fließen. Es wird eng. Ich will den Menschen mit Pantha Hatha Yoga etwas geben, das nicht mehr und nicht weniger als die Disziplin eines Sportlers benötigt und sich dennoch leicht anfühlt. Wenn wir mit diesem Bewusstsein dem Yoga begegnen, fühlt es sich leicht und frei an.

Was macht Sie glücklich, Herr Mehta?

Wenn ich sehe und fühle, dass Menschen sich selbst lieben und dankbar sind, sich kümmern und teilen, ohne zu erwarten. Das macht mich glücklich.


 

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Was ist das Geheimnis eines glücklichen Lebens? Seinen eigenen Weg zu gehen, ohne sich zu verirren, indem man den Pfad zum Glück erleuchtet – mit „L-ich-t“.

So einfach ist das, meinen die Autoren Ashish Mehta und Gela Brüggemann im Vorwort ihres Buches „Der Glücksvertrag“. In Anlehnung an Buddha erläutern sie: „Ich. Das Licht, das uns leuchtet, sind wir selbst.“

Praktisch bedeutet das: Damit man sich nicht verläuft im Alltagsdschungel, muss man sich als Erstes einen Überblick verschaffen, sich anschließend über den eigenen Weg klar werden und ihn schließlich auch zielstrebig gehen.

Dafür liefert dieses Buch konkretes Handwerkszeug, das in einem dreiwöchigen Programm zum Einsatz kommt – an den einzelnen Tagen wird zuerst aufgeräumt und saubergemacht, um sich anschließend zu zentrieren und neu auszurichten.

Dabei helfen jede Menge praktische Tipps und Übungen, unter anderem Meditation, Akupressur, die richtige Ernährung, Motivationstechniken und natürlich Yoga – auf der beiliegenden DVD findet man ein kurzes Übungsprogramm für jeden Tag. Loretta Rheude
Fazit: Dieses Buch ist eine gute Erinnerung daran, was wir ja eigentlich alle wissen: dass das Glück schon immer in uns wohnt. Tag für Tag können wir es mit ein paar einfachen „Wegweisern“ wieder entdecken.

„Der Glücksvertrag“ von Ashish Mehta und Gela Brüggemann
(Systemed, ca. 20 Euro)

Titelbild: via unsplash.com/ Wayne Dery

VIRASANA: HELDENHAFT FRIEDLICH

Werbetafeln im Bus, Fahrstuhlmusik im Büro, Radiogedudel von nebenan und ein permanenter Strom von Neuigkeiten und Meinungen auf Facebook – von früh bis spät ist man allen möglichen Medien ausgesetzt. Viele Menschen kommen vor allem deshalb in Yogastunden, weil sie das mentale Geschnatter einmal abstellen und etwas Frieden finden wollen. Sie genießen die ruhige, ablenkungsfreie Atmosphäre im Studio. Es ist fast schon ein Geschenk, dass es überhaupt noch so eine Umgebung gibt einen Raum, in dem es nicht ums Anfüllen, sondern um Leere und Weite geht. 

Diese angenehme Ruhe, die einen schon umfängt, sobald man das Studio betritt, verliert sich allerdings häufig beim Üben bestimmter Asanas. Es kann stressig sein, mit den Fingerspitzen nicht mal in die Nähe des Bodens zu kommen oder sich wie ein Grashüpfer zusammenfalten zu wollen, wenn sich die eigenen Beine so gar nicht danach anfühlen – und schon ist der friedvolle Geist dahin.

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Eine der typischen Haltungen, bei denen meine Yogaschüler ihr Gefühl von ruhiger Weite verlieren, ist Virasana. Überrascht? Zugegeben, beim Anblick eines in Virasana sitzenden Yogis mag man denken: „Der sitzt da eben was ist schon dabei?“ Doch so einfach ist es nicht. Da ist zunächst einmal die intensive Beugung der Knie, dazu kommt die starke Einwärtsdrehung der Oberschenkelknochen im Hüftgelenk und die dafür nötige Beweglichkeit in Fußgelenken, Oberschenkeln und Hüften. Wenn diese Beweglichkeit noch fehlt und das ist bei sehr vielen Menschen der Fall dann spürt man schon nach kurzer Bekanntschaft mit Virasana einen unangenehmen Druck auf den Fußrücken, Spannung in den Oberschenkeln, schmerzende Knie oder einen im unteren Teil gestauchten Rumpf.

Kaum jemand bleibt angesichts von solch körperlichem Unbehagen heiter und gelassen. Bei den meisten Menschen spiegeln die geistigen Reaktionen die körperlichen Erfahrungen wider. Kein Wunder also, wenn man sich in Virasana nach kurzer Zeit beengt fühlt, wenn man missmutig wird und sich fragt: „Wann sind wir endlich mit dieser blöden Übung fertig?“

Aber es lohnt sich, am Ball zu bleiben. Ist die Haltung erst einmal gut eingerichtet, dann dehnt sie die Fußrücken und -gelenke und ist ein guter Ausgleich für die alltäglichen Belastungen beim Gehen, Joggen oder Radeln. Die Fußgewölbe werden gekräftigt und aufgerichtet, die Quadrizepse erfahren eine tiefe Dehnung und der durch langes Stehen oder Sitzen komprimierte untere Rücken kann sich entspannen und weiten. Außerdem wird die Verdauung erleichtert.

Wenn Sie Virasana mit der für Ihren Körper optimalen Unterstützung üben, sind diese positiven Wirkungen am größten. Dann kann die Haltung ein Gefühl innerer Weite und Ruhe hervorrufen und eignet sich bestens zur Meditation und zur losgelösten Beobachtung des eigenen Geistes. Virasana bedeutet Heldenhaltung. Während der traditionelle Held aber zum Ziel hat, die äußere Welt zu erobern und zu befrieden, versucht der yogische Held, dem Aufruhr in seinem eigenen Inneren Herr zu werden.

Raum schaffen

Aber wie kann man in einer so zusammengefalteten Haltung ein Gefühl der Ruhe und Weite oder zumindest einen Ansatz davon entwickeln? Bestimmt nicht, indem man einfach dasitzt und still vor sich hin leidet! Wir leiden schon genug an anderen Dingen, als dass wir auch noch unsere Yogapraxis zu einer Quelle unguter Gefühle werden lassen sollten. Es geht also darum, die richtige Kombination von Hilfsmitteln zu finden.

Dafür bietet Virasana eine Vielzahl von Möglichkeiten: Wenn der Boden weit weg ist und es in den Knien zieht, kann man einen Klotz unter das Gesäß schieben. Wenn die Fußgelenke oder die Fußrücken wehtun, polstert man sie mit einer Decke. Auch wenn der Rücken sich nur unter Schmerzen aufrecht halten kann, wirkt ein untergelegter Klotz im doppelten Wortsinn „erhebend“. Vielleicht brauchen Sie all das eigentlich nicht, ausprobieren sollten Sie es aber in jedem Fall. Sobald Sie dann merken, wie sich Ihr Körper lockert und Sie sich in die Haltung hinein öffnen, können Sie die nicht mehr benötigten Hilfsmittel nach und nach wieder entfernen.

Sie beginnen mit einem Klotz, einer Decke und einem Gurt. Die Decke falten Sie je nach Größe zwei- bis dreimal sauber auf die Hälfte und legen Sie so in die Mitte der Matte, dass die geschlossene Seite zum hinteren Mattenende zeigt. Dann knien Sie sich auf die Decke: die Knie dicht beieinander, die Füße in etwas mehr als hüftbreitem Abstand. Die Falte oben an den Fußgelenken liegt genau an der hinteren Deckenkante, dieser Höhenunterschied nimmt den Druck von den Fußrücken. Anschließend platzieren Sie zwischen die Füße einen quer auf die mittlere Höhe gestellten Klotz. Legen Sie, während Sie noch knien, den Gurt hinten um die Knie und ziehen die Enden mit beiden Händen fest nach vorn. Sie werden spüren, wie die Kniebeugen dadurch weiter werden, während Sie sich nun langsam auf den Klotz zurücksetzen. Dann schließen Sie den Gurt knapp oberhalb der Knie und ziehen ihn nur so fest, dass er nicht verrutschen kann.

Falls Sie jetzt einen leichten Zug in der Kniegegend wahrnehmen, können Sie das vordere Ende der Decke aufrollen und die Knie etwas erhöht darauf lagern. Das verringert den Winkel und die Dehnung, die auf die Quadrizepse wirkt. Auch wenn Sie die Hände auf die Kniescheiben legen und die Haut sanft zu sich hin ziehen, nimmt der Druck etwas ab. Ein deutlicher Zug oder gar Schmerz in den Knien ist dagegen ein wichtiges Warnsignal: Entweder meldet sich hier eine alte Verletzung zu Wort oder Ihre Knie kompensieren auf sehr ungesunde Weise die mangelnde Beweglichkeit in den Hüftgelenken. Um dem entgegenzuwirken, erhöhen Sie die Sitzfläche so lange stufenweise durch flach übereinander gestapelte Klötze, bis sich die Knie in der Haltung gut anfühlen.

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Die richtige Unterstützung

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Ihre Empfindungen in Virasana genau zu beobachten. Was ist angenehm? Was vielleicht nicht? Gibt es eine Stelle in Ihrem Körper, die nach Aufmerksamkeit ruft? Was können Sie an Ihrer Haltung und dem Einsatz der Hilfsmittel noch verbessern, um mehr Weite und Ruhe zu empfinden?

Wenn es Ihnen schwerfällt, gerade auf den Sitzknochen zu sitzen und die Wirbelsäule aufzurichten, wenn das Becken nach -hinten kippt und Sie zum Ausgleich die Rippen nach vorne schieben, wird Ihr Rücken schon bald schmerzen. Die Lösung für dieses Problem ist ganz einfach: höher sitzen. Zwei flach übereinander gestapelte Klötze erlauben es Ihnen, sich von den Sitzknochen aus aufzurichten, ohne den Rücken allzu sehr anzuspannen.

Wenn Ihre Fußgelenke nicht so beweglich oder die Füße empfindlich sind, kann der Druck auf den Fußrücken oder die Dehnung im Fußgelenk ziemlich unangenehm werden. In diesem Fall verwenden Sie statt einer besser zwei oder drei gefaltete Decken, um den Abstand zwischen Fußgelenken und Matte zu vergrößern.

Wenn es nirgends zwickt und Sie sich rundum wohl in Virasana fühlen, können Sie die Hilfsmittel nach und nach wieder herausnehmen. Als Erstes lehnen Sie sich nach vorne, stützen sich mit einer Hand am Boden ab und lösen mit der anderen den Gurt. Danach reduzieren Sie schrittweise die Sitzhöhe und als Letztes nehmen Sie die Decke weg. Jedes Mal, wenn Sie sich wieder zurücksetzen, beobachten Sie die Wahrnehmungen in Ihrem Körper. Vielleicht gehören Sie ja zu den Menschen, die sich auf Anhieb in Virasana wohlfühlen. Wenn Sie aber spüren, wie sich Spannung im Rücken aufbaut oder der Zug im Knie schmerzhafter wird, oder wenn Sie bemerken, dass Sie nicht ruhig und mühelos atmen, dann sollten Sie keine Hemmungen haben, wieder auf die Hilfsmittel zurückzugreifen.

Innerer Frieden

Nachdem Sie Ihren Körper aufmerksam beobachtet haben und sich ganz sicher sind, dass Sie Ihrem Körper in keiner Weise Schaden durch die Haltung zufügen, geht es nur noch darum, ruhig sitzen zu bleiben. Verbinden Sie sich mit Ihrem Atem und lassen Sie Ihren Geist auf den Wellen des Ein- und Ausatmens reiten. Sobald sich eine unangenehme Körperempfindung in den Vordergrund drängt, kehren Sie mit der Aufmerksamkeit zum Aufbau der Haltung zurück und korrigieren ihn mit den geschilderten Hilfsmitteln.

Wie alles im Leben verläuft auch das Sitzen und das Beruhigen des Geistes in Zyklen und Virasana eignet sich sehr gut, um diese Muster zu beobachten. Auf diese Art beginnen wir in der -Heldenhaltung, Frieden zu erfahren: Wir müssen nicht mehr auf jeden -äußeren Reiz, jede Störung reagieren, nichts mehr ändern oder in Ordnung bringen. Wir lernen, alles -einzubeziehen, alles wird Teil unserer Erfahrung: das Ziepen irgendwo im Körper, die vom Geist hervorgerufenen Fantasien, der Straßenlärm. Nichts davon kann man in Wahrheit kontrollieren, auf nichts muss man reagieren. Man kann es einfach nur beobachten und vorüberziehen lassen, ohne Anhaftung oder Ablehnung.

Diese yogische Praxis ist die einfachste Art, für mehr Frieden in der Welt zu sorgen. Hilfsprojekte, Friedensmärsche und andere Aktivitäten sind ohne Zweifel eine gute Sache, doch wirklichen Frieden im Außen können wir nicht schaffen, so lange wir keinen Frieden im Inneren empfinden.

Darum beginnt der yogische Held bei sich selbst. Yoga kann man nicht an einer anderen Person, mit dem Körper oder dem Geist eines anderen Menschen üben. Und genauso wenig kann man die Welt verändern, wenn einem die eigenen Verhaltensweisen und Gewohnheiten nicht bewusst sind. Darum kehren wir Tag für Tag auf unsere Matte zurück, benutzen die nötigen Hilfsmittel mit Sanftheit und Klarheit und machen uns auf die Suche nach unserem persönlichen Weg zu Frieden, Ruhe und Weite. Das ist das Geschenk der Heldenhaltung.


Autorin Cyndi Lee ist Autorin, Künstlerin, Yogalehrerin und Gründerin des OM Yoga Centers in New York.