Montags-Mantra: Immer auf dem Sprung?

Unser Montags-Mantra fragt heute danach, wie ihr leben wollt und was euch wichtig ist. Wie viel Sicherheit ist notwendig und wieviel Freiheit braucht ihr, um spontane Entscheidungen treffen zu können und Impulsen nachzugeben? Seid ihr angekommen, im sicheren Hafen oder immer auf dem Sprung? Und, was ist denn tatsächlich besser? Das muss wohl jeder für sein Leben selbst entscheiden und wie immer ist oft der Mittelweg wohl der vermeintlich Gesündeste.

Der Schriftsteller Oscar Wilde sah das allerdings so:

„Immer auf dem Sprunge stehen – das nenne ich Leben. Von Sicherheit eingewiegt werden bedeutet sicheren Tod.“


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Die Ei-Frage: Bio oder besser ganz verzichten?

Lust auf ein Frühstücksei am Sonntag? Oder lieber nicht!? Jeder bewusste Verbraucher stellt sich die Frage: „Wie werden die Hühner gehalten?“ Viele meinen, mit Bio-Eiern nicht nur ökologisch, sondern auch ethisch auf der sicheren Seite zu sein. Aber so einfach ist es leider nicht. In der konventionellen Bodenhaltung lebt ein Huhn auf 1 Quadratmeter mit acht andern Hühnern zusammen und das in einer Halle mit bis zu 6000 Tieren. Die Bio-Henne hat es laut Gesetz nicht viel besser: In einem Stall mit maximal 3000 Hennen teilt sie sich 1 Quadratmeter mit bis zu fünf weiteren Hennen. Außerdem hat sie Anspruch auf 18 Zentimeter Sitzstange und 4 Quadratmeter Auslauf ins Freie. Rein gesetzlich also ein ähnliches Bild bei Bio und herkömmlicher Hühnerhaltung: Hochgezüchtete Hennen, denen es in ihrer kurzen Lebensdauer nicht gut geht. Hinzu kommt, dass männliche Küken nach dem Schlüpfen aussortiert und umgehend getötet werden – jährlich 36 Millionen kleine Hähne.

Erst kürzlich kündigte der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt an, wenigstens dieses „Kükenschreddern“ bis 2017 beenden zu wollen. Dabei setzt er auf Geschlechtsbestimmung schon im Ei. Für die Bruderhahn-Initiative-Deutschland (BID) ist das reine Symptombekämpfung. Ihr Ziel: Geflügelhaltung in bäuerlicher Landwirtschaft zum größtmöglichen Tierwohl. Dazu fördert sie nicht nur eine nachhaltige, ökologische Geflügelzucht. Mit ihrer Aktion „4 Cent für die Ethik“ finanziert sie auch die Aufzucht der „Bruderhähne“. Tierschützer wenden ein: Auch diese Tiere werden letztlich „vermarktet“, also geschlachtet.

Am Ende muss sich jeder Verbraucher selbst fragen, was er verantworten will und kann. Besser als im Supermarkt oder Bioladen kauft man seine Eier jedenfalls direkt beim Bauern – dort kann man sich selbst ein Bild von der Haltung machen.


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„Beauty is a state of mind“ – Wanda Badwal im Interview

Wanda Badwal
Wanda Badwal lebt ihren Traum und ist dabei fest verwurzelt. Foto: Wanda Badwal, Octavio Salvado

„Lebe deinen Traum!“ Diesen Slogan aus der Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ verwirklicht die ehemalige Teilnehmerin Wanda Badwal heute als Yogalehrerin und Fotografin auf Bali.

Musicaldarstellerin, Schauspielerin, Model, Fotografin – bis hin zur Yogalehrerin – nicht der alltäglichste Werdegang. Was waren für dich die wichtigsten Schritte auf diesem Weg?
Ich bezeichne mich selbst als Suchende – ich war es mein Leben lang und werde wohl auch mit 80 noch Fragen stellen. Die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach dem inneren Selbst, der eigenen Bestimmung und der Aufgabe als Seele in diesem Leben haben mich immer schon tief bewegt.

Aufgewachsen bin ich in einer alternativen Familie und Lebensgemeinschaft, wo ich schon früh mit Meditation, Spiritualität und der Magie des Unsichtbaren in Verbindung kam. Als Kind habe ich ganz selbstverständlich mit den Geistern und Elfen des Waldes gesprochen. Als Teenager habe ich mich dann mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt, bin sonntags mit meiner Freundin in die katholische Kirche gegangen, habe mich mit Judentum, Buddhismus und Christentum auseinander gesetzt, bin zu Schweigeseminaren bei Williges Jäger auf den Benediktushof gefahren, habe seine Bücher gelesen und habe mit meinen Eltern ihren Zenmeister Baker Roshi besucht.

Parallel wurde ich zu dieser Zeit in der Schule fies wegen meiner Größe und meines „Anders seins“ gemobbt, mein Selbstwert war gering. Ein Freund von uns riet mir, meine Stärken und das, was mir geschenkt wurde, als Model zu nutzen. So habe ich mit 14 Jahren, also acht Jahre vor der Teilnahme an GTNM, begonnen, neben der Schule professionell als Model zu arbeiten und war früh finanziell unabhängig.

Mein Kindheitstraum war es allerdings, in andere Rollen zu schlüpfen und Geschichten zu erzählen. Nach meinem Abitur konnte ich mir meinen Kindheitstraum von der Musicalausbildung in Hamburg erfüllen und wurde an der Hamburger Stage School in Gesang, Tanz und Schauspiel ausgebildet. Nach der Teilnahme an „Germany’s Next Topmodel“ arbeitete ich erfolgreich als Model und Schauspielerin. Heute macht mir zusätzlich die Arbeit hinter der Kamera großen Spaß und setze meine eigenen Ideen in Shootings um.

Wann wurde Yoga für dich zum Lebensthema?
2007 zog ich von Hamburg nach Berlin und fand meine persönliche Zuflucht bei Spirit Yoga, wo meine Yoga-Reise begann. 2013 folgte meine erste Yogalehrer-Ausbildung bei Patricia Thielemann. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, mich täglich dem Yoga zu widmen. Mein Weg von einem externen Fokus zu einem mehr nach innen gerichteten vertiefte sich. Es folgten weitere Ausbildungen als Pre- und Postnatal-Yogalehrerin, Aerial- und Fly High-Teacher Trainings, die Weiterbildung bei meinem Lehrer Octavio Salvado und schließlich der Umzug nach Bali – der perfekte Ort für ein einfacheres, entschleunigtes und mehr nach Innen gerichtetes Leben.

Dein Instagram-Account zeigt Yoga an den schönsten Plätzen der Welt. Wie lässt sich hier ganz unyogischer Neid vermeiden?
Die sozialen Medien sind sicher ein Mittel, ein bestimmtes Bild entstehen zu lassen, da nehme ich mich nicht aus. Auch ich liebe es, „Mäuschen“ in anderer Leute Leben zu spielen und verspüre ein gutes Gefühl, wenn ich „likes“ unter meinen Bildern sehe. Allerdings finde ich es wichtig, das Ganze als Spiel zu sehen.

Von einem solchen Leben träumen viele, empfinden das „Aussteigen“ als romantische Idee. Welche Schattenseiten gehören dazu?
Oh, was die romantischen Ideen angeht, bin ich ganz vorne mit dabei! Ich wollte schon immer eines Tages auswandern, auf einer tropischen Insel mit internationalem Flair leben, Meer, Sonne, Palmen und die große Liebe finden. Das habe ich erreicht, aber auch große Ängste durchlebt. Besonders für das Ego und die eigene Sein ist Auswandern eine große Prüfung. Man glaubt ja zu wissen, wer man ist, oder identifiziert sich über die Dinge und Menschen, die einen umgeben. Eine scheinbare Sicherheit, denn in Wahrheit ist ja bekanntlich das einzige Beständige der Wandel…

Die komplette Identität die man sich über Jahre aufgebaut hat, das soziale Netzwerk, die Freunde, Familie, finanzielle Sicherheit: Alles wird auf die Probe gestellt und eventuell auch weggewischt. Nach ein paar Monaten auf Bali hat es mich dann auch wie ein Schlag getroffen. Es sind große existentielle Ängste und Einsamkeit in mir hochgekommen. Freunde von mir, die schon lange auf Bali leben, sagen: Bali hat ein starkes Immunsystem. Entweder es spuckt dich sofort wieder aus oder es behält dich drinnen.
 Bali hat mich in seinem Bauch behalten, aber es hat mich auch lange geprüft.

Wie viel in deinem Leben war von Planung, wieviel von Schicksal beeinflusst?
In unserem Yogastudio kann ich alle Blütenblätter meines Lebens zu einem bunten und sinnvollen Blumenstrauß zusammen bringen. Als ausgebildete Musicaldarstellerin bringe ich meine Fähigkeiten aus dem Tanz in eine Yoga Dance Stunde. Gesang und Musik setze ich im Kirtan um, und überhaupt betrete ich als Yogalehrerin jeden Tag eine „Bühne“, auf der Präsenz und Fokus ebenso wichtige Qualitäten sind wie in der Schauspielerei oder beim Modeln. Alles, was ich mir in meinem Leben erarbeitet habe, hat mir geholfen, dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin. An Zufall glaube ich also nicht wirklich. Ich glaube, dass das, was in Übereinstimmung mit unserem Seelenweg „Mahad“ passiert von einer größeren, liebende Macht definiert und unterstützt ist. Außerdem glaube ich definitiv an das Gesetz der Anziehung. Alles im Universum ist Schwingung, Magnetismus. Was wir aussenden, ziehen wir wieder an oder es reflektiert auf uns zurück.

Im Blog eures Yogastudios sprichst du von „positivem Druck“, den du auf dich ausübst, um eine „höhere Vision“ deiner selbst aufrecht zu erhalten. Worin besteht hier der Unterschied zu dem Druck, dem du als Model und Schauspielerin unterworfen warst?
Castings, Vergleiche, Schönheitswahn und Absagen können das Gefühl auslösen, niemals gut genug zu sein. Das trifft viele Menschen tief im eigenen Selbstwert. Auch ich musste erkennen, dass dass Mediengeschäft auf Dauer nicht gesund für mich ist. Mit 28 stand ich durch die ständige Bewertung von Außen nahe am Burn Out. Unter „positivem Druck“ verstehe ich die Disziplin, Bewusstsein für die eigenen Gedankengänge und Muster zu bekommen. Für mich persönlich sind die eher ruhigeren Methoden wie Meditation oder Mondpraxis unerlässlich geworden. Ich liebe schnelles, dynamisches Yoga, aber es kann auch kontraproduktiv wirken. Man putscht den nervösen Geist eher noch mehr auf, als ihn zu beruhigen.

Stichworte „Optimierungswahn“ und „Körperkult“: Verfolgst du die Debatte um GNTM und den angeblich negativen Einfluss der Show auf die Selbstwahrnehmung junger Mädchen?
Den negativen Einfluss nur auf eine einzelne TV-Show zu schieben, finde ich zu einfach. Die gesamte Mode- und Medienlandschaft beeinflusst unser Schönheitsideal und trägt zum Optimierungswahn bei – als Symptom unserer Leistungsgesellschaft, dem ewigen Verlangen nach mehr und der geringeren Zufriedenheit mit dem, was wir schon haben und was uns geschenkt wurde. Mir liegt es sehr am Herzen, über Schönheit, Diätenwahnsinn und Optimierungswahn zu sprechen. Gerade bin ich dabei, eine Facebook-Seite zu erstellen, auf der ich meine entsprechenden Erfahrungen teilen möchte. Arbeitstitel: „Beauty is a State of Mind“.

Welches Fazit ziehst du heute aus der Teilnahme an „Germany’s Next Topmodel“?
Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die ich bei GNTM gemacht habe, und möchte sie nicht missen. Ich denke, es war auf meinem Weg nötig, auch einmal voll in die Aussenwelt zu „schießen“, um dann zurück nach innen zu kehren. Vielleicht hätte mir ohne dieses Extrem die Dringlichkeit zu diesem Entwicklungsschritt gefehlt oder er wäre erst später gekommen.

Heute widmest du dich neben dem Yoga hauptsächlich der Fotografie.
Als Fotografin hab ich mit Fashion-Fotografie angefangen, habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass mich auf perfekt retuschierte Bilder langweilen. Meine Arbeit hat sich dann mehr in Richtung Portrait und Lifestyle entwickelt, wo der Fokus mehr auf der Lebendigkeit und Lebensfreude der Menschen liegt als auf der Mode. Eine weitere Leidenschaft von mir ist die Hochzeitsfotografie, tja da geht es um die Liebe. Und da schließt sich der Kreis zum Yoga…

Auf welche Weise spielt „Schönheit“ also immer noch eine wichtige Rolle in deinem Leben?
Für mich fängt Schönheit vor allem im eigenen Kopf an. Yoga und Meditation helfen, sich der eigenen Gedanken bewusst zu werden, und nicht alles zu glauben, was man so über sich und andere denkt. Auch eine tägliche Praxis der Dankbarkeit unterstützt mich, durch eine „Brille der Schönheit“ in die Welt zu schauen. Ich danke Gott jeden Tag, wenn ich mit Octavio morgens auf dem Roller zu unserem Studio fahre. Ich empfinde dieses Leben und diese Fülle als Geschenk. Ziel des Yoga sollte sein, das Herz zu öffnen. Also gilt für mich der Satz: „Alles, was man mit Liebe betrachtet, ist schön.“


Mehr über und von Wanda Badwal erhalten Sie unter folgenden Links:

Webseite: www.wandabadwal.com
Facebook: Wanda Badwal
Youtube: Wandaful Yoga
Instagram: @WandaBadwal


Nur mal kurz die Welt retten – geht das denn noch?

Vegetarier, Veganer, Yogis und Umweltaktivisten werden gerne als „Gutmenschen“, „Besser-Esser“ oder „sentimentale Weltretter“ verhöhnt. Der Zyniker hält Engagement für realitätsvergessen, persönliches Bemühen für vergebens und beides für übertrieben. Jetzt gibt es in der Debatte einen neuen und überraschenden Impuls.

Irreversible Folgen?
Die Anzeichen mehren sich, dass wir als Menschheit bestimmte Entwicklungen nicht mehr revidieren können: Eine enorme Anzahl von Tieren und Pflanzen sind bereits ausgestorben und das Artensterben geht ungebremst weiter. Erderwärmung und Klimawandel sind kaum noch aufzuhalten, die Weltbevölkerung wächst exponentiell weiter und die Ungleichheit zwischen Arm und Reich heizt kriegerische Konflikte an. All das verändert unsere Welt irreversibel. Selbst der beste Artenschutz bringt uns verlorene Spezies nicht zurück, kein Programm kann den zerstörten Regenwald wirklich wieder aufforsten, die Gletscher sind im Meer verschwunden, bevor ein Klimaschutzabkommen umgesetzt wird, und wir werden weder dem kapitalistischen noch dem religiösen Fundamentalismus Einhalt gebieten können.

Rückzug und Frustration statt Protest
Wie soll man damit umgehen? Resignieren, den Rückzug antreten? Oder noch mitnehmen, was geht? Der Autor Gilbert Dietrich vergleicht im philosophischen Wirtschaftsmagazin „Agora42“ (Ausgabe 2/2015) die aktuelle Situation der Menschheit mit Phasen eines unheilbar Kranken: Wut, Leugnen, Feilschen, Depression und Akzeptanz. Die ersten vier Phasen haben wir zum Beispiel bei der Klimakatastrophe bereits erlebt. Wut und Protest waren die erste Reaktionen – eine ganze Umweltbewegung entstand. Doch selbst heute gibt es noch Leute, die den Klimawandel erfolgreich leugnen: Der amerikanischen Tea-Party-Bewegung etwa scheint dabei kein „Argument“ zu dumm oder zu peinlich. Doch viele Dinge lassen sich nicht (mehr) ändern. Was folgt, ist die totale Frustration der Aktivisten, ein resignierter Rückzug, die Depression – man will gar nichts mehr machen und wissen.

Nur ein wenig schöner …
An dieser Stelle hört die Geschichte aber interessanterweise nicht auf. „Wir sehen, dass die Welt in ein Zeitalter des ökologischen Zusammenbruchs eintritt (…) und wir möchten diese Realität annehmen und spiegeln anstatt sie zu leugnen“, sagt Paul Kingsnorth, der Gründer von „The Dark Mountain Project“, in dem sich Künstler, Literaten und ehemalige Aktivisten zusammengeschlossen haben. Die Akzeptanz bestimmter Entwicklungen eröffnet einen neuen Raum und ändert die eigene Haltung dazu ganz grundsätzlich: „Was passiert, wenn du die kommenden Veränderungen akzeptierst? Dinge, die du schätzt, werden verschwinden, es werden Sachen passieren, die unglücklich machen. Du wirst nicht erreichen können, was du erreichen wolltest, und du musst damit leben. Weiterhin wirst du aber Schönheit sehen, es wird weiterhin Dinge geben, die dir einen Sinn vermitteln und du kannst immer noch etwas tun, um die Welt ein bisschen weniger schlecht zu machen.“

Dem Ende entgegen
Der radikale Gedanke ist, dem Untergang bewusst ins Auge zu sehen. Diese nüchterne Konfrontation mit dem, was wahrscheinlich kommen wird, ist das Gegenteil vom Leugnen, geht aber auch weit über Wut und Depression hinaus. Es erfordert unheimlich viel Mut, sich dem Scheitern und dem Niedergang auszusetzen. Aber am Ende steht die Erkenntnis, auch in einer anderen, viel schlechteren Welt noch Sinn finden und sinnvoll handeln zu können. Nachzulesen ist das zum Beispiel in dem Reportage-Roman „Zeitoun“ des amerikanischen Bestseller-Autors Dave Eggers, der sich mit der Zerstörung und Überflutung von New Orleans nach dem verheerenden Hurrikan Katrina beschäftigt. Das Handeln eines Einzelnen macht hier für viele Tiere und Menschen einen entscheidenden Unterschied, obwohl er natürlich an der allgemeinen Apokalypse nichts zu ändern vermag.

The end of the world as we know it …
Im Manifest von „The Dark Mountain“ liest sich das so: „Das Ende der Welt, wie wir sie kennen, ist nicht das Ende der Welt. Wir werden eine Hoffnung jenseits der Hoffnung finden: den Pfad, der uns zu jener unbekannten Welt führt, die vor uns liegt.“

Rezept-Tipp: Grünkern-Salat

Ein Rezept, das man sehr gut auch im Voraus zubereiten kann. Allerdings sollten Sie Feta, Petersilie und Mandeln erst kurz vor dem Servieren dazugeben. Ergibt 7 Portionen.

 

ZUTATEN

½ Tasse Mandelsplitter
2 EL plus 3 EL Olivenöl
2 Schalotten, gehackt
2 Tassen Grünkern
1 TL Salz
½ TL Piment
½ TL gemahlener Kreuzkümmel
1 Tasse fein gehackte Petersilie
1 Fenchel, gewürfelt
½ Tasse gehackter Basilikum
1 rote Zwiebel, gehackt
½ Tasse frisch gepresster Zitronensaft
4 EL zerkrümelter Feta

ZUBEREITUNG

1.  Heizen Sie den Ofen auf 200 Grad vor. Verteilen Sie die Mandeln auf einem Backblech und rösten Sie sie etwa 5 Minuten, bis sie goldbraun sind.

2.  Erhitzen Sie 2 EL Olivenöl in einem großen Topf auf mittlere Temperatur. Darin braten Sie die Schalotten 2–3 Minuten an. Geben Sie Grünkern, Salz, Piment, Kreuzkümmel und 4 Tassen Wasser dazu und bringen Sie das Wasser zum Kochen. Garen Sie den Grünkern bei geringer Hitze etwa 35 Minuten, bis er durch ist, aber noch Biss hat.

3.  Mischen Sie in einer Salatschüssel Petersilie, Fenchel, Basilikum, rote Zwiebel, die Hälfte der Mandeln, die restlichen 3 EL Olivenöl und den Zitronensaft. Geben Sie den Grünkern dazu und vermengen Sie alles gründlich.

4.  Garnieren Sie den Salat mit Feta, den restlichen Mandeln und evtl. zusätzlich mit Petersilie und Zitronenspalten.

Montags-Mantra: Energie und Aufmerksamkeit

Sicher habt ihr dieses Prinzip schon einmal im Zusammenhang mit Yoga oder alternativen Heilmethoden kennengelernt. Was bedeutet aber die Aussage „Energie folgt der Aufmerksamkeit“ und wie kann man diesen Leitsatz, der gerne in unterschiedlichster Weise gedeutet wird, positiv im Alltag anwenden?

Wenn die Stimmung gut ist, sehen wir meist lächelnde Menschen, es fallen uns schöne Sachen auf, alles blüht und leuchtet – wohingegen bei schlechter Laune, die Welt oft gegen einen zu sein scheint. Unser Umfeld scheint sich also zu verändern. Aber was sich eigentlich verändert, ist nur unsere Stimmung – und damit unsere Aufmerksamkeit auf die Umgebung.


„ Auf alles, was der Mensch sich vornimmt, muss er seine ungeteilte Aufmerksamkeit oder sein Ich richten.

Novalis


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Kochbuch: Ayurveda geht überall

Genuss verbindet Für sein Buch „Ayurveda geht überall“ begibt sich Volker Mehl auf eine Reise quer durch Deutschland. Er trifft spannende Persönlichkeiten und portraitiert ihre kulinarische Heimat. Mit 85 Rezepten zeigt er, wie lokale Gerichte ayurvedisch interpretiert werden können. Denn das Wissen der alten indischen Heilkunst ist zum Teil auch in Deutschland verwurzelt. Von der sächsischen Kartoffelsuppe über das „I-Hate-Fischbrötchen“, von der Pellkartoffel bis zum Vier-Sterne-Menü – Ayurveda-Genuss wird hier vielseitig, einfach und regional präsentiert. Freundschaft, Genuss, Neugierde und Leidenschaft: Das Buch zeigt, dass nicht nur gutes Essen nährt. 

FAZIT: Dank Volker Mehl steht Graupensuppe jetzt wieder auf unserem Speiseplan.

Ayurveda geht überall // Volker Mehl // Knaur Balance // ca. 18 Euro

Yogalehrerin mit 96 – Tao Porchon-Lynch im Gespräch

Das Guinness-Buch der Rekorde listet die Amerikanerin Tao Porchon-Lynch als älteste Yogalehrerin der Welt. Ihr Motto: „Ich will nicht wissen, was angeblich unmöglich ist. Mich interessiert das, was ich tun kann.“

Yoga als Jungbrunnen
Wenn es einen lebenden Beweis für diese Annahme gibt, ist es Tao Porchon-Lynch. Die 96-jährige Amerikanerin gilt als älteste aktive Yogalehrerin der Welt. Im Westchester County bei New York gibt sie immer noch regelmäßig Unterricht. Darüber hinaus reist sie um die Welt, gewinnt Wettbewerbe im Gesellschaftstanz, schreibt Bücher und dreht Videos mit der 62 Jahre jüngeren Tara Stiles.

Leben ist Bewegung
Ihre Lebensgeschichte klingt wie ein Film und könnte eventuell sogar einer werden: Soeben veröffentlichte Porchon-Lynch ihre Autobiografie – ein spiritueller Spaziergang durch das 20. Jahrhundert, in dem sie unter anderem als Schauspielerin in der goldenen Hollywood-Ära bei MGM unter Vertrag stand und für Modefirmen wie Lanvin und Chanel modelte. In Französisch-Indien geboren, umgab sie sich später mit Persönlichkeiten wie Marlene Dietrich, Gene Kelly und Gandhi. Yoga lernte sie bei B. K. S. Iyengar und K. Pattabhi Jois. Und ja: ihre Stunden sind sehr dynamisch, genau wie sie selbst: Trotz dreier Hüftoperationen übt sie die meisten Asanas in ihren Klassen selbst mit. „Ich glaube nicht an Schicksalsschläge”, so Porchon-Lynch. „Wir können unser Leben selbst gestalten.“

Sie unterrichten seit 57 Jahren Yoga und praktizieren seit 73 Jahren. Gibt es Asanas, die besonders dazu beigetragen haben, Sie jung und fit zu halten?
Das Wichtigste ist der Atem. Ohne den Einklang mit der Lebensenergie sind die Asanas zweckslos. Es geht darum, maximal wahrzunehmen, wie der Atem durch den Körper fließt. Wenn wir mit dieser inneren Kraft in Verbindung treten, ist nichts unmöglich.
Gibt es etwas, das Sie schon als junger Mensch gerne über Yoga gewusst hätten? Nicht wirklich. Als Lehrer braucht man vor allem Mitgefühl. Wir sind alle unterschiedlich, also kann man keine verbindliche Ausführung der Asanas unterrichten. Manchmal ist es besser, den körperlichen Teil zu beenden und auf mentaler Ebene weiterzuüben – auf jeden Fall besser, als die Haltung zu erzwingen. Daher muss ein Lehrer seine Schüler intensiv beobachten und so einen Weg finden, sie wirklich zu unterstützen.

Sie selbst lernten bei großen Meistern wie B. K. S. Iyengar und Pattabhi Jois. Was hat Sie bei ihnen am meisten inspiriert?
Für mich gehören sie zu den größten Meistern, die Yoga je hatte. Von Iyengar lernte ich die Prinzipien der Ausrichtung, die bei ihm immer perfekt war. Bei Pattabhi Jois stand der Atem im Vordergrund – genau das, wonach ich lange gesucht hatte. Er zeigte mir viel, das direkt mit meinem inneren Selbst zu tun hatte.

Meditieren Sie?
Ich glaube an die Natur. Wenn ich einen Schwarm Wildgänse in die Luft steigen sehe, halte ich mein Auto an – das ist für mich Meditation. Ich brauche dafür keine regelmäßige Praxis.

Aber Sie tanzen noch regelmäßig!
Vor kurzem habe ich auch wieder einen Wettbewerb gewonnen. Es gab Teilnehmer aller Altersstufen, mein Tanzpartner war 70 Jahre jünger als ich. Ich tanzte ein Wochenende durch und unterrichtete anschließend am Sonntagmorgen zwei Yogastunden. Besonders müde war ich nicht.

Glauben Sie, dass auch Ihre gesunde Ernährung zu Ihrem langen Leben beigetragen hat?
Vielleicht. Aber eigentlich glaube ich nicht ans Altwerden, sondern an den Wechsel der Lebenszyklen. Es gibt so viele wunderschöne, Jahrhunderte alte Bäume: Sie verlieren Blätter, aber sterben nicht – sie regenerieren sich. Nach dem Winter kommt der Frühling. Wir können so viel von der Natur lernen.


Mehr zu Tao Porchon-Lynch unter www.taoporchon-lynch.com