Reinigungskur, Detox und Co. leicht gemacht

Ideal wäre es, wenn man sich während der Detox-Woche komplett ausklinken und den ganzen Alltagsstress außen vor lassen könnte. Nachdem das aber nicht immer möglich ist, hier ein paar unterstützende Tipps, die man selbst im stressigsten Alltag leicht umsetzen kann und die Körper und Geist optimal beim Entschlacken unterstützen:

Leberwickel
Ganz einfach und doch so wirkungsvoll: Bereiten Sie eine Wärmflasche mit heißem Wasser vor. Tauchen Sie ein kleineres Handtuch zur Hälfte in warmes (Salz-)Wasser. Legen Sie die nasse Hälfte auf Ihren rechten Oberbauch und die Wärmflasche darüber, schlagen Sie die trockene Seite des Handtuchs über die Wärmflasche und decken Sie sich gut zu. Ruhen Sie mindestens eine halbe Stunde – Ihre Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan und wird es Ihnen danken.

Bürstenmassagen und Detox-Öl
Um den Kreislauf sanft anzuregen und der Haut beim Abtransport alter Schlacken zu helfen, empfiehlt es sich, den Körper am Morgen nach einer Wechseldusche (immer kalt abschließen!) sanft mit einer Naturbürste zu behandeln und anschließend mit einem wohlriechenden Detox-Öl
(über www.yogandha.com) zu massieren.

Meersalz- oder Basenbad
Basen- oder Meersalzbäder (www.dermasel.de) helfen beim Entsäuern und schenken am Abend wohlige Bettwärme.

Yoga: Drehhaltungen
Twists regen die Verdauung an und stimulieren Leber und Nieren. Dazu finden Sie verschiedene passende Übungsstrecken.

Beinfreiheit- Supta Padangushthasana

Mit gut gedehnten Beinrückseiten und einem stabilen Rumpf schenkt Ihnen diese Haltung Kraft und einen frischen Blick auf das Leben und: Beinfreiheit.

Supta Padangushthasana (Großzehhaltung in Rücken­lage) ist meine Lieblingsübung bei Spannungen im unteren Rücken. Sie erzeugt einen gewissen Zug in der Lendenwirbelsäule, der Verspannung und Verdichtung lösen kann. Dabei erlaubt Ihnen die Rückenlage, die Beinrückseiten zu dehnen, ohne die Wirbelsäule zu belasten, denn der Boden stützt den Rücken und verhindert, dass er sich ungesund verkrümmt, während Sie die Beine heben. Die asymmetrische Struktur der Asana kann Ihnen helfen, die beiden Körperhälften besser in Ausgleich zu bringen. Meistens ist eine Hälfte dominant. Diese Seite des Rumpfs wird kräftiger, neigt zu Verspannungen und bringt die Haltung ins Ungleichgewicht.

Obendrein können Sie das Üben nutzen, um sich Ihre Handlungs­muster etwas bewusster machen: Der Yogaphilosophie zufolge setzt sich Bewusstsein aus drei Bestandteilen zusammen: Ego (Ahamkara), Denken und Fühlen (Manas) und Erkenntnisvermögen (Buddhi). Normalerweise dominiert das Ego, also jener Teil, der sich mit all dem identifiziert, was wir unmittelbar vor Augen haben, berühren und bereits kennen. In Supta Padangushthasana steht das gehobene Bein im Vordergrund der Wahrnehmung, während das am Boden liegende leicht aus dem Bewusstsein verschwindet. Obwohl die positive Wirkung der Haltung eigentlich aus der Verwurzelung des liegenden Beins und dem Zusammenspiel beider Körperhälften herrührt, scheint für das Ego die Bedeutung vor allem darin zu liegen, das obere Bein möglichst nah zum Kopf zu ziehen und den großen Zeh mit den Fingern halten zu können. Aus der Weisheit aller drei Bewusstseinsebenen heraus zu üben, hieße dagegen: Die Empfindungen im unteren Bein entscheiden darüber, wie weit Sie das obere Bein strecken. So wird die Haltung nicht nur sicherer, sondern auch wirkungsvoller für Beine, Hüften, Rücken und ein ganzheitliches Körperbewusstsein.

Die Verwendung eines Gurts macht die Asana für alle Übenden zugänglicher, egal wie gut die Beinrückseiten schon gedehnt sind. In der ersten Variante mit den Füßen an der Wand lernen Sie besser einzuschätzen, wie weit Sie das obere Bein heben können, ohne die korrekte Ausrichtung von Hüften, Becken und unterem Rücken zu gefährden. In der zweiten Übung wird das gehobene Bein zur Seite gesenkt. Das dehnt insbesondere die Leisten und Oberschenkelinnenseiten und kann helfen, Asymmetrien in der Haltung auszugleichen und Ischias-Beschwerden zu lindern. Menschen mit verkürzten Beinrückseiten fällt diese Variante oft leichter. Auch während der Menstruation ist sie empfehlenswerter.

In beiden vorbereitenden Haltungen lernen Sie das Zusammenspiel zwischen Beinen, Becken, Hüftgelenken und unterem Rücken genau kennen. Diese Prinzipien helfen Ihnen nicht nur in Supta Padangushthasana, sie lassen sich auch auf viele andere Steh- und Sitzhaltungen, auf Vorwärtsbeugen und Umkehrhaltungen übertragen. Es geht nie darum, wie „tief“ man in eine Haltung hineinkommt, sondern darum, wie alles zusammenhängt. Diese bewusste Verschiebung der Wahrnehmung lehrt Sie, mit mehr Geduld und Demut zu praktizieren. Wenn die ganzheitliche Körperintelligenz die Impulse des Egos überstimmt, kann Ihre Yogapraxis den Weg zu mehr körperlicher und geistiger Harmonie ebnen. //


Die Autorin MARLA APT ist weltweit eine der jüngsten hochzertifizierten Iyengar-Yogalehrerinnen. Sie unterrichtet in Los Angeles, bildet aber inzwischen auch in vielen anderen Ländern Lehrer aus. Ein Interview mit ihr können Sie im YOGA JOURNAL 38 (März/April 2015) nachlesen.


//  Supta Padangushthasana //  Supta = liegend, pada = Fuss, angushtha = grosser zeh, Asana = Haltung

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Vorübung 1 an der Wand

 

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Vorübung 2 an der Wand

 

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Beinfreiheit mit Supta Padangushthasana

 

 

Yogareisen, Kraftorte und die Faszination des Unbekannten: Interview mit Bernita und Michaela Müller

Einer unserer Tipps für Abenteurer, Träumer und Leute, die sinnliches Reisen lieben, ist die mystische und faszinierende Island-Reise des Anbieters Wainando. Wir haben mit den Geschäftsführerinnen Bernita und Michaela Müller gesprochen und gefragt, wie es ist, Menschen auf Sinn-Reisen zu schicken. Die Schwestern haben mit der Gründung des Reiseunternehmens einen gemeinsamen Traum verwirklicht und sich auf ihre ganz eigene Reise begeben …

Auf Ihrer Webseite  sprechen Sie von Ihrem Projekt als Herzensangelegenheit. Wie viel persönliche Geschichte, Antrieb und Hintergrund steckt in Ihrem Unternehmen?

Es steckt sehr viel an persönlicher Geschichte und Hintergrund in Wainando. Wainando ist aus dem Wunsch heraus entstanden Profession und Passion zusammenzubringen und täglich das zu tun, was wir lieben. Und wir wollen den Weg auch für andere leichter zugänglich machen. Wir möchten Wegweiser sein für Menschen, die eine Auszeit brauchen, auf Sinnsuche sind oder sich nach Entspannung und Stille sehnen. Es ist uns eine Freude, die Menschen ein Stück auf Ihrem Weg begleiten zu können.

Welche Reisen bieten Sie an – was ist typisch für Ihr Angebot?
Wainando ist ein Spezialreiseveranstalter für Meditation und Sinnreisen. „Wai“ bedeutet auf Maori fließendes Gewässer und symbolisiert das Reisen, „Ananda“ steht im Sanskrit für Freude und Glückseligkeit, somit ist bei Wainando das Ziel der Reise der Weg zu sich selbst und zum inneren Glück. Wie dieser Weg aussieht, kann so individuell wie möglich gestaltet werden. Ob allein bei Yoga, mit viel Bewegung in der Gruppe oder in kompletter Abgeschiedenheit im Kloster: Um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse bestmöglich einzugehen, haben wir ein innovatives Bausteinsystem entwickelt, mit Hilfe dessen jeder Gast seine ganz eigene Reise kreieren kann. Wir haben unsere Destinationen alle selbst bereist und beraten unsere Kunden gerne persönlich, erstellen individuelle Angebote und helfen jedem die richtige Auszeit zu finden.

Praktizieren Sie selbst Yoga? Was macht für Sie die Faszination von Yoga aus?

Ja das tun wir.

Bernita Müller: Ich kam zum Yoga nach einem Bandscheibenvorfall und habe nach den ersten Stunden schnell gemerkt, dass mir dies sehr gut tut und nicht nur körperlich sondern ganzheitlich wirkt. Damit war ich infiziert und bald habe ich mich immer mehr mit der Yoga-Philosophie auseinandergesetzt. Heute gehört der Yoga-Weg mit seinen Bestandteilen zu meinem Leben. Besonders die Meditation ist für mich nicht mehr aus meinem Alltag wegzudenken. Die größte Erkenntnis auf diesem Weg war und ist für mich immer wieder: den Weg des Herzens zu gehen.

Michaela Müller: Früher war ich ein typischer Saisonnutzer des Fitnessstudios. Ich wusste zwar, dass ich mich bewegen sollte und dass es gesund ist, aber Spaß hat mir Sport nie gemacht. Ich vergesse nie meine erste Yogastunde, die auch Raum für das Nachspüren und Meditation gelassen hat. Damals wusste ich, dass ich endlich angekommen bin. Seitdem freue ich mich auf meine Yogastunden und muss mich nicht mehr zwingen. Danach habe ich dann Stück für Stück auch entdeckt, dass Yoga eben nicht nur körperliche Ertüchtigung ist, sondern uraltes Wissen, das einem enorm dabei hilft das Leben in seiner ganzen Fülle zu verstehen und anzunehmen.

Wie passt Yoga und Reisen zusammen? Inwieweit verändert regelmäßige Yoga- / Meditationspraxis aus Ihrer Sicht den Anspruch ans Reisen? Reisen Yogis anders?
Wir finden, es passt super zusammen. Nicht nur Yogaübungen machen mehr Spaß an tollen Plätzen. Auch Meditation und Teachings sind besonders inspirierend, wenn man sie an besonderen Kraftorten in der Natur oder an spirituellen Orten wie Klöstern und Ashrams, die teilweise seit Jahrhunderten für die spirituelle Praxis genutzt werden, erfährt. Außerdem bringt eine Reise so viele neue Eindrücke, durch die man lernen kann. Fremde Kulturen und Orte bringen uns so viele neue Eindrücke, einen neuen Blick auf unseren eigenen Alltag und stellen manchmal mit den neuen Herausforderungen quasi eine Beschleunigung der persönlichen Entwicklung dar.

Die Ansprüche von Yogis sind sicher anders. Er fliegt nicht mehr irgendwohin, weil es gerade up to date ist oder er noch nicht da war. Er sucht nicht nach „Reiseerlebnissen“, sondern nach Seinserfahrungen, durch die er in Verbindung mit sich selbst kommt und durch die er sich weiterentwickeln kann.

Glauben Sie an Kraftorte? Gibt es Flecken auf dieser Erde, die eine besondere Energie haben?
Davon sind wir überzeugt. So ist zum Beispiel das Nordkap von Neuseelands Nordinsel nicht nur wegen der Naturkräfte beeindruckend, denn dort treffen Tasmansee und Pazifik aufeinander. Es ist auch ein sehr spiritueller Ort für die Maoris. Sie glauben, dass sie hier einst aus Polynesien angekommen sind und ihre Seelen nach ihrem Tod auch hier die Insel wieder in ihre alte Heimat Hawaiki verlassen. Wenn man sich Zeit lässt und vielleicht auch einmal abseits der Touristenstraßen zu einem der wunderschönen Strände geht, dann spürt man die ganz besondere Kraft dieser Gegend.

Einzigartig ist auch eine Schneeschuhwanderung oder Yoga auf Islands dünner Erdkruste, wo die Erdplatten noch heute jedes Jahr mehrere Zentimeter  auseinander driften. Wenn man versucht an solchen Plätzen in sich und die Natur hinein zu fühlen, dann spürt man die ganz besondere Kraft der Region.

Unseren Gästen solche Orte anbieten zu können, ist uns sehr wichtig, denn wir glauben, dass es an diesen Orten ganz besonders tief wirkt, sich mit sich und dem Inneren zu verbinden.

Es wird mit der digitalen Vernetzung immer einfacher, alles zu sehen, und jede Menge virtuelle Erlebnisse zu machen. Gibt es da auch so eine Art Gegen-Trend zu vermerken, das Bedürfnis nach „echten“, „ursprünglichen“ Erfahrungen? Wie sehen Sie die Zukunft des Reisens? Wohin geht der Trend?
Oh ja, diese Gegen-Trends gibt es ganz sicher. Was wir eben mit den Reiseerlebnissen bei Yogis beschrieben haben, spüren wir auch in der gesamten Gesellschaft. Nicht nur beim Essen ist es so, dass heute immer mehr Wert darauf gelegt wird, dass man wieder weiß, wer und wie und aus was etwas hergestellt wurde. Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, nicht nur im Reiseführer über die Kultur eines Landes zu lesen, sondern die Kultur und die Spiritualität eines Landes wirklich zu erfahren und zu erleben. Immer häufiger gibt es Beispiele von Menschen, die einen ungewöhnlichen Weg gehen, wie zum Beispiel vom Top-Manager, der Hüttenwirt wird oder Menschen, die auf Zeit aus ihrem Alltag herausgehen. Deswegen ist es uns auch so wichtig, den Menschen den Zugang zu solchen Auszeiten – egal ob kurz oder lang – zu erleichtern.

Eine Reise lebt immer von Mut für Neues und der Bereitschaft, sich auf Unbekanntes einzulassen. Was raten Sie Yogareisenden bei der Vorbereitung auf den nächsten Urlaub?

Bernita Müller: Das stimmt, obwohl wir Menschen das oft gar nicht so wahrnehmen. Unser ganzes Leben ist eine Reise, die viel Mut erfordert. Und das ist auch das, was wir jedem Yogareisenden raten: Probiere dich aus, lass dich inspirieren von Neuem, nimm Dir Zeit für Dich selbst, höre auf Dein Herz. Dann ist eine Reise im Außen immer auch eine Reise im Innen.

Michaela Müller: Mach es wahr. Wage Deinen Traum. Ich selbst konnte mir früher nicht vorstellen länger als 2 Wochen zu verreisen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie eine längere Reise in mein Leben passen könnte. Bei meiner eigenen Auszeit wurde ich von so vielen Menschen angesprochen, wie mutig das doch sei. Ich fand mich nicht mutig, ich wusste tief in mir, dass es die einzig richtige Entscheidung war, es tatsächlich zu tun. Nach der Entscheidung kam der Rest dann von ganz allein. Da kamen die richtigen Menschen und Erlebnisse und Inspirationen. Und alles war plötzlich ganz einfach.

Montags-Mantra: Gefühle und Gedanken

Alle unsere Gefühle sind wichtig und Hinweise dafür, ob wir so leben, wie es unserem Wesen entspricht: Ausgeglichen und klar – ohne von den Wogen der negativen und positiven Gefühle mitgerissen zu werden. Durch unsere Gefühle nehmen wir Kontakt zu unserem Inneren auf.  Durch unsere Bewertung sorgen wir im Alltag sehr oft dafür, dass manche Gefühle mehr, andere weniger Aufmerksamkeit bekommen, wir manche ignorieren und andere wiederum übertrieben groß werden lassen. Wir kommen dann aus dem Gleichgewicht, wenn wir die Gefühle nicht als Teil unserer Selbst bewerten, sondern ihnen die Macht verleihen unser Selbst zu lenken unser komplettes Handeln und Tun zu bestimmen und unsere Klarheit zu trüben.

Wenn also negative Emotionen aufkommen, so ist es oft der Geist mit seinen Gedanken, der diese groß, schlimm und schrecklich werden lässt.


Yoga is the practice of quieting the mind. – Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist. (Patanjali)


Kurzmeditation für mehr Klarheit und Abstand

Setze dich still hin und spüre in dich hinein. Wenn da ein Gefühl aufsteigt, sage dir still: Ich bin nicht meine Gefühle, ich bin mehr als meine Gefühle. Hinter meinen Gefühlen steht mein innerstes Ich, mein Wesenskern – purusha, das unverfälschte Sein. Gefühle kommen und gehen. Stell Dir wenn Du magst ein Licht im Inneren vor. Und sprich zu Dir selbst. Da ist ein Licht hinter der Dunkelheit. Ich bin Licht. Ich bin nicht mein negatives Gefühl.

Wir wünschen Dir eine Woche voller Ausgeglichenheit und Klarheit!
Namasté!

 

Foto: unsplash.com

Buch-Tipp: Yoga für Vollweiber und Pfundskerle

Übergewichtig? Mollig? Vollschlank? Oder kurvig, wie wir unsere Übungsstrecke betiteln? Wenn es um Menschen geht, denen keine Standard-Kleidergrößen passen, gerät man sprachlich leicht ins Schlingern. Die Yogalehrerin und Heilpraktikerin Sigrid Ernst hat sich im Titel ihres Buches für „Vollweiber“ und „Pfundskerle“ entschieden.

Ansonsten hält sie es eher sachlich und möchte entsprechenden Yogis Mut machen, trotz ihrer „Einschränkung“ (sic) Spaß an der Bewegung und dem eigenen Körper (wieder) zu finden. Die yogischen Prinzipien, auf Wettbewerb zu verzichten, sich nicht mit anderen zu vergleichen und die eigene Individualität zu leben, erhalten neue Bedeutung. Kompetent und detailliert erklärt Sigrid Ernst körperliche Voraussetzungen, Variationen klassischer Haltungen sowie deren Wirkungsweise und den passenden Einsatz von Hilfsmitteln. Die Illustrationen sind anschaulich und realistisch – doch zu hart soll diese Realität keinesfalls erscheinen: Daher rankt sich um fast jedes Übungsbild eine anmutige, schmale Rose.

FAZIT: Mit großer Sachkenntnis und – ja! – Leichtigkeit unterstützt dieses Buch füllige Yogis auf dem Weg zu mehr Beweglichkeit und Körperbewusstsein.



Yoga für Vollweiber und Pfundskerle // Siegrid Ernst // Schirner Verlag // ca. 23 Euro

Rezept-Tipp: Sommerlicher Bohnensalat

Dieser Bohnensalat mit Sprossen und Zitronen-Estragon-Vinaigrette ist sättigend, aromatisch, nährstoffreich – aber dennoch sommerlich frisch. Das perfekte
Mitbring-Gericht für eine Gartenparty.

Ergibt acht Portionen

ZUTATEN

  • ½ Tasse Olivenöl
  • 2 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 1 EL Dijon-Senf
  • 2 EL frisch gehackter Estragon
  • 250 g grüne Bohnen, geputzt
  • 2 Tassen Mungbohnensprossen
  • 1 Glas Kichererbsen, gespült und abgetropft
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
  • 10 Cherry-Tomaten, halbiert
  • 100 g Feta-Käse, zerkrümelt
  • evtl. einige Salat- oder Spinatblätter

ZUBEREITUNG

1 . Für das Dressing verquirlen Sie Öl, Zitronensaft und Senf, dann rühren Sie den Estragon unter und schmecken mit Salz und Pfeffer ab.
2.  Für den Salat blanchieren Sie die grünen Bohnen 1–2 Minuten in sprudelnd kochendem Salzwasser. Dann schrecken Sie sie mit Eiswasser ab, damit sie schön grün bleiben.
3.  Geben Sie grüne Bohnen, Sprossen, Kichererbsen und Frühlingszwiebeln in eine Schüssel. Vermengen Sie die Zutaten mit dem Dressing und lassen Sie das Ganze einige Zeit im Kühlschrank ziehen.
4. Kurz vor dem Servieren richten Sie den Salat mit Tomaten und Feta an, eventuell auf einem Bett aus Salat- oder Spinatblättern.

Wurzelchakra aktivieren mit Deviasana

Stellen Sie sich in eine breite Grätsche. Die Zehen zeigen nach außen und Sie senken das Becken möglichst so weit, dass beide Knie senkrecht über den Fußgelenken stehen. Legen Sie Ihre Hände auf die Oberschenkel und lassen Sie Ihr Steißbein sinken, während sich das Schambein hebt. Atmen Sie tief und beginnen Sie, sich in der Haltung zu bewegen. Schaukeln Sie das Becken vor und zurück und dann von einer Seite zu anderen. Sie können sich auch nach vorne lehnen und Ihre Arme zwischen Ihren Füßen von Seite zu Seite bewegen. Genießen Sie die Bewegung und fühlen Sie sich frei, dabei auch zu seufzen oder andere Laute zu machen. Dabei richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Fortpflanzungsorgane. Das Vor- und Zurückschaukeln des Beckens macht Ihnen auch das Auf und Ab des Lebens bewusst.

Wirkung: Erzeugt Kreativität und emotionale Stabilität.


Svadhisthana Sakralchakra

Thema: Dieses Chakra wird mit Fruchtbarkeit und den Sexualorganen in Verbindung gebracht. Es repräsentiert Kreativität und Fruchtbarkeit. Ist dieses Chakra in der Balance, fühlt sich das Leben genussvoll, reich und kreativ an – wie der Ozean, mit seinen Gezeiten. Man ist einfach im Fluss. Ist es jedoch aus dem Gleichgewicht geraten, fühlt man sich emotional unausgeglichen, schuldig oder ist hart zu sich selbst.

Position: im unteren Becken
Element: Wasser
Farbe: Orange
Silbe: Yam

Alles in Allem – Glücklich sein mit Ganesha

„Mögen alle Wesen glücklich sein“, chanten wir im Yoga oft. Aber behalten wir uns dabei auch selbst im Blick?

Der kleine Ganesha wusste nichts mit sich anzufangen. „Mama, mir ist so langweilig“, sagte er eines Nachmittags zu seiner Mutter. „Wenn ich nicht weiß, was ich tun soll, gehe ich einfach an die frische Luft und schaue mir die Welt durch die Augen der Natur an“, sagte Parvati zu ihm. Das gefiel dem jungen Gott und so spazierte er hinaus, um Jäger zu spielen. So geht es uns manchmal auch. Wir wissen nicht genau, wer wir sind und wo wir hin wollen, und nehmen deswegen eine Identität an, um uns selbst zu unterhalten. Auf einmal sind wir Bankkaufmann, Fußballfan, Yogi, Nichtraucher oder ein Elternteil – und handeln so, als ob das die Wahrheit über uns wäre.

„Ein Jäger muss ein Tier fangen“, dachte Ganesha daher, als er eine Katze sah. Er lief auf sie zu. Das kleine Tier rannte ängstlich davon und verletzte sich dabei an den dornigen Büschen. Ganesha bemerkte ihre Angst gar nicht und dachte, sie freue sich über das Spiel. Darum schoss er ihr auch ein paar Pfeile hinterher. Dabei wollte er ihr gar nicht weh tun. Als er sie endlich gefangen hatte, warf er sie vor Freude in die Luft und sie plumpste in eine Schlammpfütze. Er schubste sie noch ein bisschen hin und her, bevor er die Lust verlor und sich auf den Heimweg machte.

Nicht nur die Götter, auch wir Menschen bemerken nicht immer, welchen Schmerz wir anderen zufügen. Wir kennen es von miteinander spielenden Kindern, dass Grenzen überschritten werden. Aber wie oft sind wir Erwachsenen diejenigen, die aus Unachtsamkeit erst zu spät erkennen, dass wir andere verletzt haben?

„Was gibt’s zum Essen, Mama?“, rief Ganesha schon von der Tür aus seiner Mutter zu. „Komm erst mal herein, Junge!“, hörte er sie antworten. Und dann sah er sie: Staubverschmiert, von Dornen zerkratzt und mit blauen Flecken übersät stand sie in der Küche. „Was ist denn mit dir geschehen?“, fragte er erstaunt und verängstigt. „Ich weiß nicht“, antwortete Parvati. „Was hast du denn draußen gemacht?“, fragte sie Ganesha. „Ach, ich hab’ nur mit einer Katze gespielt. Aber es hat nicht so viel Spaß gemacht.“ Da wurde Parvati klar, woher ihre Verletzungen rührten. Schließlich war sie nicht irgendeine Göttin, sondern die Mutter aller Wesen. Sie kniete sich hin, schaute ihren Sohn an und erklärte sanft: „Mein Körper ist die Welt und alles, was darin lebt. Wenn du irgendeinem Wesen Schmerz zufügst, dann spüre ich das auch.“ „Wow!“, entfuhr es dem kleinen Ganesha, „dann werde ich nie mehr jemandem wehtun, versprochen!“ Parvati lächelte. „Das wird wahrscheinlich nicht möglich sein“, antwortete sie. „Aber achte darauf, was du tust. Und versuche, allen so wenig Leid zuzufügen wie möglich.“

Auch wenn wir es nicht immer auf dem ersten Blick sehen können: Wir sind genau wie Parvati mit allem verbunden, was existiert. Das erleben wir jeden Tag daran, wie die Menschen um uns herum mit uns umgehen. Manchmal schimpfen Leute um uns herum bisweilen über uns, obwohl wir beste Absichten hatten. Je mehr wir uns wirklich von Herzen für das interessieren, was allen Beteiligten gut tut, desto größer ist das Glück, das wir täglich erleben. Am Ende einer Yogastunde wird oft das Mantra „lokah samastah sukhino bhavantu“ („Mögen alle Wesen frei und glücklich sein“) gesungen. Ich fand es immer sehr nobel, anderen Gutes zu wünschen. Aber irgendwie dachte ich dabei oft: „Immer die anderen. Und was ist mit mir?“ Irgendwann kam der Tag, an dem ich das Mantra wieder einmal gebetsmühlenartig wiederholt hatte, und mir plötzlich auffiel: „Wenn alle Wesen glücklich sind – dann bin ich es ja auch.“ Ich musste schon ein bisschen lachen.


RALF STURM leitet mit Katharina Middendorf die Yogalehrer-Ausbildung zum „Teacher of Stillness“. Gemeinsam führen sie eine Praxis für Yogatherapie und Paarberatung in Berlin.