Bücher: Alles Yoga! Entspannt im Alltag & unterwegs

Alles Yoga Entspannt im Alltag und unterwegsYoga mit Augenzwinkern: Nein, dieses Yogabuch braucht man nicht zwingend. Es ist kein Standardwerk, keine Pflichtlektüre und schon gar kein Muss – aber: Es macht Spaß! Mit viel Humor und ein wenig Selbstironie hat die Münchner Yogalehrerin Amiena Zylla eine kinderleichte und praktische Anleitung verfasst, wie auch jene (bisherigen) Nicht-Yogis spielerisch zu ihrer täglichen Portion Yoga im Alltag kommen. Denn Zylla verspricht mehr Ruhe und Gelassenheit, wenn man sich nur ein paar Minuten lang Zeit nimmt und vor dem Bildschirm, im Supermarkt, auf dem Spielplatz oder im Fahrstuhl ein paar einfache Übungen einbaut. So witzig dieses Büchlein voll niedlicher Illustrationen daherkommt, so ernst gemeint ist seine Message: Yoga ist immer eine gute Idee. Ob Happy Baby und Viparita Karani als Schlafmittel, Dreh- und Atemübungen als Verdauungs-Hilfe oder Dehnungen gegen Nackenschmerzen – die erfahrene Autorin greift zu allerlei hilfreichen Tipps und Tricks aus der Asana-Kiste.

Fazit: Ein nettes Geschenk nicht nur für gestresste Mamis und anstrengende Schwiegermütter!

Alles Yoga! Entspannt im Alltag & unterwegs von Amiena Zylla, Verlag: Perlen-Reihe, ca. 13 Euro


Foto von bruce mars von Pexels

Ingwer: Scharfe Wunderknolle mit Talent

Ingwer gegen Erkältung, Rezept

Ingwer – das Allroundtalent unter den Gewürzen erlebt hierzulande seit einigen Jahren eine wahre Renaissance. Zu Recht!

Obwohl die genaue Herkunft des Ingwers bis heute nicht eindeutig geklärt ist, herrscht Einigkeit darüber, dass die Knolle bereits seit Jahrtausenden als Heil– und Würzmittel bekannt ist. Schon der Philosoph Konfuzius (551–479 v. Chr.) soll zum Essen immer ein extra Schüsselchen Ingwer bekommen haben. In den mittelalterlichen Reiseberichten des Marco Polo kann man nachlesen, dass auf den Straßen Asiens in Honig eingelegter Ingwer verkauft wurde, und in den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht spielt er als Aphrodisiakum eine wichtige Rolle.

Auch hierzulande fand Ingwer schon im Mittelalter Beachtung, etwa bei der Benediktinerin und Mystikerin Hildegard von Bingen. Damals galt er als der „Pfeffer der armen Leute“, da er sehr viel günstiger war als echter Pfeffer. Der deutsche Arzt Adam Lonitzer schrieb im 16. Jahrhundert in seinem „Kreuterbuch“: „Imber ist gantz gut dem bösen Magen, ist gut wieder Wehetun deß Magens und Gedärms, so von Winden kommen und nacht wohl dauen.“

Nachdem der Ingwer in unseren Breiten lange Zeit von der Bildfläche verschwunden war, hat er sich mit der Verbreitung der asiatischen Küche inzwischen wieder einen festen Platz im Gewürz- und Gemüseregal zurückerobert.
Laut ayurvedischer Lehre wirkt Ingwer stimulierend auf das Stoffwechselfeuer (Agni) und beseitigt zugleich Stoffwechselschlacken (Ama). Er vermehrt Pitta, während Kapha und Vata durch seinen Genuss reduziert werden. Mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen wie Magnesium, Eisen, Kalzium, Phosphor und ätherischen Ölen – um nur einige zu nennen – ist er gerade im Winter eine kleine Wunderwaffe im Kampf gegen Erkältungskrankheiten. Das geweihförmig verzweigte Rhizom (unterirdisch wachsender Spross), das im Volksmund oft irreführend als „Wurzel“ bezeichnet wird, kann sich vieler positiver Eigenschaften rühmen, vor allem aber ist es wärmend und desinfizierend.

Schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung empfiehlt es sich, täglich eine kleine Scheibe Ingwer zu schälen, mit ein paar Tropfen Zitronensaft (oder mit Honig und einer Prise Salz) zu beträufeln und intensiv zu kauen, so dass sich die antiseptische Wirkung voll entfalten kann. Als Alternative bietet sich an, Suppen, Eintöpfe oder Gemüsepfannen nach Geschmack mit Ingwer zu würzen oder sich regelmäßig einen frischen Ingwertee zuzubereiten. Dafür übergießt man ein etwa daumengroßes und in Scheiben geschnittenes Stück mit etwa 1 Liter kochendem Wasser und lässt es ca. 10 Minuten ziehen. Mit einem Teelöffel Honig, einer Prise Zimt und/oder einem Spritzer Zitronensaft gewürzt erhält man ein leckeres und gleichzeitig heilsames Getränk für kalte Tage. Inzwischen sind auch viele Kosmetikprodukte mit Ingwer erhältlich, da er die Durchblutung anregt, Verspannungen löst und den Körper wie in einen wärmenden Mantel hüllt.

Think positive! In 4 Schritten zur Affirmation

Alte Gedankenmuster durchbrechen – dazu haben wir heute ein paar einfache Tipps für Sie. Wenn bei dem Wort „einfach“ Ihre Alarmglocken läuten, bleiben Sie milde, denn genau darum geht es: Einen alten Glaubenssatz wie „Das Leben ist nicht einfach“ oder „Das Leben ist anstrengend“ in eine positive Affirmation umzuwandeln. Warum sollte das Leben denn nicht einfach sein?

Überdenken Sie Ihre alten Glaubenssätze und erschaffen Sie sich eine neue und einfache Welt mit diesen vier Schritten:

  1. Planen Sie im Jetzt.
    Ein schönes Sprichwort sagt: „Wo sind wir? Hier! Wie spät ist es? Jetzt!“ (Beata Korioth). Sorgen Sie dafür, dass Sie sich im Hier und Jetzt wohlfühlen. Wenn Sie zum Beispiel sagen: „Nächstes Jahr höre ich auf mit…!“ Dann wird Ihr Vorhaben immer in der Zukunft liegen. Fühlen Sie sich so, als hätten Sie bereits damit aufgehört.
  2. Beobachten Sie Ihre Gedanken.
    Gedanken erschaffen Gefühle. Das ist auch der Grund, warum sich Ihre Gefühlswelt innerhalb von Sekunden ändern kann. Kurz bevor Sie einen Gedanken haben, entscheiden Sie sich, ihn festzuhalten. Durch etwas Übung können Sie lernen, Gedanken, die Ihnen nicht gefallen oder ein Gefühl des Unwohlseins auslösen, einfach weiterziehen zu lassen. Oder: Denken Sie doch einfach die positive Variante Ihres Gedankens, der ein komisches Gefühl in Ihnen auslöst.
  3. Nährende Gedanken
    Fragen Sie sich, welchen Gedanken es braucht, damit Sie sich wohlfühlen. Welcher Gedanke nährt Sie? Denken Sie doch einfach an das, was Ihnen ein zufriedenes Gefühl verschafft. Wer sagt denn, dass der wohltuende Gedanke nicht wahr sein kann? Sie sind der Schöpfer Ihrer Realität, deshalb können Sie sich Ihre Welt auch einfach in bunteren Farben malen, in Leichtigkeit und Freude. Ihre Gedanken erschaffen Ihre Erfahrungen.
  4. Positive Affirmation
    Hier ein paar Tipps, wie Sie sich eine positive Affirmation erschaffen:
    Wahrnehmung: Ich erkenne etwas in mir, das ich ändern möchte.
    Entscheiden Sie sich dazu, es zu ändern.
    Stopp: Jedes Mal, wenn Sie sich im alten Muster ertappen, stoppen Sie es. Halten Sie inne und sagen Sie „Stopp!“.
    Atmen Sie tief ein und aus.
    Bedanken Sie sich bei sich selbst für die alten Erfahrungen. Verurteilen Sie sich nicht für alte Verhaltensmuster, denn das macht es Ihnen schwerer, sich davon zu lösen.
    Heilung: Gehen Sie einen Schritt in Richtung Heilung und formulieren Sie eine positive Affirmation: Alter Glaubenssatz: „Ich bin nicht gut genug!“ –> neuer Glaubensatz: „Ich bin genau richtig!“

Für die positive Formulierung Ihres Glaubenssatzes gibt es kein Richtig oder Falsch, achten Sie nur darauf, dass er sich für Sie kraftvoll und stimmig anfühlt und positiv formuliert ist. Sagen Sie sich die positive Affirmation ein- bis zweimal täglich laut vor. Aber stressen Sie sich nicht dabei. Glauben Sie daran, dass die Affirmation alles weitere für Sie erledigt. Haben Sie Vertrauen in sich selbst und seien Sie sanft und verständnisvoll.

Anmerkung: Sie müssen sich nicht ändern und hart an sich arbeiten, Sie sind genau richtig wie Sie sind! Sehen Sie das Leben mehr als Spiel und die Möglichkeit, verschiedene Erfahrungen zu machen. Dabei gibt es kein Gut oder Schlecht. Sie sind dabei, Erfahrungen zu sammeln, um Ihre Seele zu bereichern. Diese Anleitung können Sie in Ihrem Sinne ganz individuell erweitern, erfahren, umwandeln. Seien Sie kreativ!

 

5 Fakten über Rolfing

Rolfing

Es quälen Sie Bandscheibenbeschwerden, Rückenschmerzen oder Verspannungen des Muskelapparats? Schon einmal über eine Rolfing-Behandlung nachgedacht? Julia Isbarn gibt Ihnen 5 kurze Fakten, die Sie über diese alternative Heilmethode wissen müssen.

1. Woher kommt Rolfing?
Rolfing ist eine manuelle Behandlungsmethode zur Verbesserung von Statik, Haltung und Bewegungsmustern. Sie wurde in den 1950er-Jahren von der US-amerikanischen Biochemikerin Dr. Ida Pauline Rolf (1896-1979) entwickelt. Als Wissenschaftlerin studierte Rolf vor allem die Eigenschaften des menschlichen Bindegewebes und beschäftigte sich nebenher mit Yoga, Osteopathie und Homöopathie.

2. Wie wirkt Rolfing?
Dr. Rolfs Theorie besagt, dass der Zustand des menschlichen Bindegewebes (der „Faszien“) und dessen Beziehung zur Schwerkraft der Erde eine wichtige Rolle bei der Entstehung von körperlichen und emotionalen Beschwerden spielen kann. Liegt eine Verletzung oder Belastung in einem Bereich vor, entstehen Spannungsverhältnisse. Diese breiten sich über das elastische Fasziennetz im restlichen Körper aus, damit dieser die Fehlhaltung ausgleicht. Durch den Einfluss der Schwerkraft und durch Stress, Trauma oder Krankheit dehydrieren, verhärten sich und verkleben die Faszien. Wie ein Bildhauer mit Ton arbeitet ein Rolfing-Therapeut mit dem Bindegewebe: Durch gezielten manuellen Druck und angeleitete Bewegungen lassen sich Verhärtungen und Verklebungen im Fasziennetz lösen. Dadurch können sich die einzelnen Körpersegmente restrukturieren. Der Körper richtet sich auf und kommt zurück ins Gleichgewicht – vielen Beschwerden wird die Grundlage entzogen.

3. Möglichkeiten und Grenzen
Bewährt hat sich Rolfing bei Bandscheibenbeschwerden, Rückenschmerzen, Haltungsschäden, chronischen Verspannungen, Muskelschmerzen und psychosomatischen Erkrankungen. Die Grenzen liegen in der Behandlung von akuten Bandscheibenvorfällen, ausgewachsener Arthritis, Osteoporose, Tumoren, Lähmungen und entzündlichen Bindegewebserkrankungen.

4. Für wen eignet sich Rolfing?
Prinzipiell für jeden Menschen und alle Altersgruppen – bei Beschwerden am Bewegungsapparat genauso wie für eine allgemeine Verbesserung der Haltung.

5. In welchem Zusammenhang steht Rolfing mit der Yogapraxis?
Rolfing und Yoga ergänzen sich in der Verbesserung von Haltung, Balance und Flexibilität. Dr. Rolf praktizierte selbst aktiv Yoga und nutzte diese Erkenntnisse für die Entwicklung ihrer Methode. Die Kombination von Rolfing und Yoga bietet Synergieeffekte: Rolfing eröffnet neue Möglichkeiten der Bewegung; Yoga bietet einen Weg, diese neuen Bewegungsmuster zu erforschen und zu verbessern.


RolfingJulia Isbarn (36) ist zertifizierte Rolfing-Therapeutin, Yogalehrerin und Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Hamburg.

CD-Tipp: „HEALING MANTRAS“

Maskulin sanft: Wer schon einmal Pari bei einem seiner Satsangs erlebt hat, weiß um die heilende Kraft seiner Worte, Stimme und Präsenz. Wenn er singt, verzaubert er normalerweise zusammen mit seiner Frau Satyaa das Publikum – das Paar gilt als erfolgreichstes Kirtan-Duo Deutschlands. Beide nehmen aber auch eigene Alben auf: Während sich Satyaa Kundalini-Mantras verschrieben hat, kommen bei Pari eher seine griechischen Wurzeln durch: Es ist schön, mal wieder eine CD mit Yogamusik zu hören, die komplett von einem Mann besungen wird, leidenschaftlich und sanft zugleich klingt, aber in jedem Fall kraftvoll wirkt. Das maskuline Prinzip wirkt beruhigend, man fühlt sich irgendwie beschützt. Keines der sieben Lieder ist unter 7 Minuten lang und so kann sich die Kraft der Klänge und Mantras geruhsam entfalten. Paris Wunsch dabei ist, dass sich die Worte der Mantras mit der Stille in uns verbinden. Bestimmt wird das bei einigen Zuhörern gelingen! (Laura Hirch)

Fazit: Paris Stimme wirkt gleichzeitig beruhigend und kraftvoll. Unbedingt reinfühlen!

HEALING MANTRAS, von Pari Silenzio, ca. 17 Euro

Das Ashtanga-Mantra: N°15

Vande Gurunam Charanaravinde
Sandarshita Svatma Sukhava Bodhe
Nih Shreyase Jangali Kayamane
Sansara Halahala Mohashantyai
Abahu Purushakaran
Shankhachakrasi Dharinam
Sahasra Shirasam Shvetan
Pranamami Patanjalim

Ich bete zu den Lotusfüßen des großen Lehrers, der unser wahres Selbst aufdeckt und Glückseligkeit erweckt. Er ist der Arzt des Dschungels und bringt vollständige Zufriedenheit, weil er in der Lage ist, das Gift der Unwissenheit und Konditionierung zu entfernen. Ich wende mich an Patanjali, eine Inkarnation des Adisesa, weiß in seiner Farbe mit tausend leuchtenden Köpfen (in der Form der göttlichen Schlange Ananta). Unterhalb der Schultern hält er in menschlicher Gestalt ein Schwert (=Erkenntnis), ein brennendes Rad (=Unendlichkeit) und ein Muschelhorn (=göttlicher Ton) in seinen Händen. Ihm wende ich mich zu und bete ihn an.

Diese Invokation (= Anrufung Gottes) des Ashtanga-Mantras ist einfach wundervoll und steht spätestens im Licht der breiten Öffentlichkeit, seit Madonna ihm ein eigenes Lied gewidmet hat. Ich darf hier eine sehr detaillierte Übersetzung des Mantras von Ronald Steiner, der als einer der bekanntesten Asthanga-Yogis Deutschlands gilt, größtenteils übernehmen. Er führt es auf seiner Website auf. Das Mantra ist für uns Yogis auch deshalb so wichtig, weil es Patanjali gewidmet ist, dem Autor des Yogasutra, das heute vielen Yogalehrern als philosophische Grundlage dient.


Der Münchner Musiker Philipp Stegmüller leitet Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen. Mehr Infos unter www.mantra-singing-circle.de. 03 – 2014

(Foto von Min An von Pexels)

Jetzt am Kiosk: Die Januar-/Februar-Ausgabe 2015

„Ich denke, es steht immer eine gute Absicht dahinter, wenn man sich im Hatha Yoga fordert. Nur: Wie weit soll man gehen?“, fragt Autor Ralf Sturm in „Lernen von den Göttern“. Seiner Meinung nach pusht man sich im Yoga nicht, um anderen zu imponieren, sondern man tut es, um sich selbst zu beeindrucken.

In einer (Yoga-)Welt, in der manche Lehrer scheinbar einen Wettbewerb laufen haben, wer sich am besten verbiegen kann, Yogastunden in den sowieso schon zu vollen Terminkalender gequetscht werden und die TeilnehmerInnen beim Schwitzen auch noch möglichst gut und schlank aussehen sollen, kann man das Ziel schon einmal aus den Augen verlieren. Denn „Ego“, Ehrgeiz, Leistung, Vergleichen und (Selbst-)Optimierung machen auch vor der Matte nicht automatisch Halt, außer man ist bereit, zu reflektieren und überholte Muster abzulegen.

Einige AutorInnen und InterviewpartnerInnen haben das in dieser Ausgabe getan: Sie hinterfragen alte Gewohnheiten und das Verlangen, körperlich „weiter“ und spirituell „höher“ zu kommen. Schauspieler Ken Duken schildert seine Beob­achtungen der Yogaszene durchaus kritisch: „Yoga scheint mir ideal für Entspannung und Ruhe, dennoch sehe ich all diese Leute, die mit ihren Matten unter dem Arm hektisch von Stunde zu Stunde rennen. Dort verkrampfen sie Schultern, Halswirbel und Unterkiefer, um sich noch tiefer in eine Haltung zu pressen – und ich würde sie am liebsten fragen, wofür sie das alles überhaupt machen?“

Paula Derrow beschreibt in ihrem inspirierenden Erfahrungsbericht, wie sie erst New Yorks hippe Großstadtstudios hinter sich lassen musste, um in einem schmuddeligen Raum auf dem Land zwischen unaufgeregten Menschen endlich Glück in Yogahaltungen zu erfahren.

Yogalehrer und -therapeut Richard Hackenberg plädiert im Interview für eine Rückbesinnung auf die korrekte Ausrichtung, den Atem, Geduld und: Individualität! „Der Guru ist heute der Zwang zu bestimmten Körpermaßen und eine immer höher werdende berufliche Belastung. Außerdem verstehen viele Yoga immer noch als Weg zu größtmöglicher Flexibilität, während sie eigentlich unbedingt Stabilität bräuchten.“ Er weiß, dass Yoga einem bei mehr Sensibilität gegenüber dem eigenen Körper vieles zeigen kann, sofern man bereit ist, geduldig zuzuhören. „Manche Menschen verstehen ihren Körper schneller, andere brauchen länger. Im Yoga hat man alle Zeit der Welt – mehrere Leben!“

Ganz in diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Zeit – für Reflektion, Ruhe und Besinnung!

 

Titelthemen der Yoga Journal-Ausgabe von Januar-Februar 2015:

  • 17 Haltungen für ein starkes Immunsystem
  • Entspannt ausprobieren! Der Vegan-Plan
  • Schauspieler Ken Duken „Ich will Yoga ohne Eso!“
  • Yogi-Horoskop: Jupiter Jahr 2015
  • Mondzeit: Sanftes Üben mit Patricia Thielemann
  • Engagement: Yoga mit Flüchtlingen
  • Yoga und Atem: Liebeserklärung an das Leben

Sie können die YOGA JOURNAL-Ausgabe Januar/Februar 2015 (#37) bequem und versandkostenfrei für nur 5,50 Euro in unserem Wellmedia-Shop bestellen.

A Yogi Films

Im Zuge der Globalisierung und extremen Mobilität spielen die neuen Medien auch im Yoga eine immer grössere Rolle. Mit Yogifilms bietet Marco di Sturini Yogalehrern den zum Zeitgeist passenden Service. Wir haben Ihnen ja bereits inspirierende FilmemacherInnen wie Laura Hirch (Shantiphant-Projekt) vorgestellt, und nun haben wir Marco di Sturini zu einem Kurzinterview getroffen.

YOGA JOURNAL: Marco, wie bist du auf die Idee gekommen, Filme für und über Yogalehrer zu produzieren?
Marco di Sturini: Yoga hat sich allgemein weiterentwickelt, auch in der Art, wie es gelehrt wird. Kaum ein Schüler wird noch von seinem Guru ausgewählt und jahrelang persönlich, sogar vertraulich in die Geheimnisse dieser physischen, mentalen und spirituellen Fertigkeit eingewiesen. Heute folgt nicht mehr ein Schüler einem Meister – an dessen Stelle sind große Yogaklassen, Workshops, Retreats oder Ausbildungen für unterschiedlichste Yogaformen bei verschiedensten Lehrern getreten, manchmal sogar im virtuellen Raum.
Umso wichtiger, dass (angehende) Yogis und Yoginis ihre Wahl bewusst treffen: Wer oder was bringt sie sowohl auf physischer, mentaler und spiritueller Ebene an, motiviert sie und holt sie dort ab, wo sie in ihrer Entwicklung stehen? Für so manchen Schüler sind heute die neuen Medien zur Wahl seiner Lehrer von immenser Bedeutung.

Und dabei reicht es nicht aus, sich mit Hilfe von Texten auf der Homepage eines Lehrers oder Studios zu informieren?
Heute präsentiert sich doch jeder mit Text und Bild auf einer Website. Aber vor allem Yoga wird erst durch Stimme und Bewegung
– und den magischen Moment, der aus mehr als nur der Summe seiner Teile besteht – zu einer lebendigen, ganzheitlichen Haltung, die sich auch jenseits der Yogastunde manifestiert. In diesem Sinne gedachte und gemachte Imagevideos bilden die verschiedenen Aspekte in einem zeitlichen Kontinuum ab und helfen bei der Auswahl.
Außerdem ist es dem Kunden nicht immer möglich, eine Yogastunde zu besuchen. Das bedeutet heute nicht mehr, auf Yoga verzichten oder Ananas aus einem Buch nachturnen zu müssen. Yogis und Yoginis finden ein großes Angebot an Online-Yogaklassen.
Allerdings fordert Yoga eine besondere filmische Herangehensweise, um die angestrebte innere Ruhe nicht zu stören und den Schüler im Fluss der Bilder durch die Übungsreihe zu leiten.

Und wie schaffst du es, diese Ruhe nicht zu stören, wenn du drehst?
Einem Filmemacher, der selbst praktiziert, fällt es sicher leichter, die Stunde hindurch „mitzuatmen“, schnitttechnisch in Übungssequenzen zu denken und zu verstehen, wo eine Nahaufnahme hilfreich ist. Beim Dreh muss er seine Anwesenheit und die technische Ausrüstung soweit im Hintergrund halten wie irgend möglich.

Gibt es denn Grenzen, die selbst durch die beste Technik nicht zu überwinden sind?
Natürlich sind der Vermittlung von Yoga durch Videos Grenzen gesetzt, denn Yoga ist und bleibt eine praktische physische Übung. Sie kann weder vom Körper des Schülers noch von dem des Lehrers losgelöst betrachtet werden. Auch die scheinbar einfachen Asanas bergen bei wiederholter falscher Ausführung Gefahren. Weder Lernen noch Lehren sind Einbahnstraßen, sondern vielmehr gelebte, oftmals nonverbale Kommunikation; Hands-on-Korrekturen sind nur das augenfälligste Beispiel hierfür.
Und auch der sorgfältig ausgesuchte Lehrer muss sich im echten Leben, im Hier und Jetzt beweisen. Er ist eben kein zweidimensionales Wesen, das mit einem Klick animiert wird, sondern ein Mensch, von dem der Schüler zu Recht erwarten kann, dass er seine Philosophie jeden Tag, jede Yogastunde aufs Neue lebt – und mit sich und seinen Schülern lernt und wächst.
Auch dazu können Videofilme vielleicht einen Teil beitragen, denn der Blick von außen dient auch der Selbstreflektion. Am Ende wird wohl jeder, der Yoga tatsächlich als ein Werkzeug für alle Aspekte des Lebens, als einen Weg zur persönlichen Entwicklung betrachtet, die Synchronizität einer physischen Yogastunde dem virtuellen Medium vorziehen.

Von BRITTa HöpeR


Marco Sturini Yogifilms InterviewMarco di Sturini ist Filmemacher und Yogalehrer (RYT200), lebt in Hamburg mit Arbeitsschwerpunkt in München, betreibt einen YogiFilms YouTube-Kanal und produziert Videos für Yogalehrer und Yogastudios: www.yogifilms.com