Im Sommer 2025 haben wir unsere 100. Ausgabe veröffentlicht! Zeit für einen Blick zurück auf die Anfangszeiten des deutschsprachigen YOGA JOURNAL. Erfahre hier, wie alles begann und auch, wie es 2023 zu unserer Namensänderung kam.
1975 gründete sich in den USA das YOGA JOURNAL – und alle großen Protagonist*innen des modernen Yoga haben daran irgendwann mitgewirkt, Ideen ausgetauscht und Generationen von Übenden inspiriert. So etwas gab es bei uns lange nicht. Bis ein paar mutige Menschen vor 17 Jahren beschlossen: Wir brauchen eine deutsche Ausgabe – mit vielen der tollen US- amerikanischen Artikel, aber eben auch mit unserem eigenen Blick und guten Kontakten in die hiesige Yogawelt, die ja ihre ganz eigene Qualität hat!

Im Mai 2009 war es dann so weit: Das erste deutsche YOGA JOURNAL erschien. Das US-Heft ist seit einiger Zeit Geschichte – aber uns gibt’s weiterhin! Nur der Name hat sich inzwischen ein wenig geändert. Wir haben YOGAWORLD-Pionier*innen nach ihren Erinnerungen gefragt …
Alexander Lacher, YOGAWORLD-Herausgeber

„Als Publisher reifte in mir schnell der Gedanke, mich um eine Lizenz für den deutschsprachigen Markt zu kümmern.“
„Mit Yoga beschäftigte ich mich bereits, als es hierzulande noch diesen etwas angestaubten Müsli-Ruf hatte. In den USA war das in den Nullerjahren schon anders: Dort galt Yoga als extrem lässig und sexy. Ich habe damals den Winter in Miami verbracht und bin dort am Zeitschriftenstand auf die US-Ausgabe des YOGA JOURNAL gestoßen. Als Publisher reifte in mir schnell der Gedanke, mich um eine Lizenz für den deutschsprachigen Markt zu kümmern. Als ich Michi Kern, einem alten Bekannten aus der Münchner Yogaszene, davon erzählte, war er sofort begeistert: Nachdem der US-Verlag grünes Licht gegeben hatte, ging es los und Michi wurde mein Co-Herausgeber.
Zu der Zeit gab es bereits Lizenzen des YOGA JOURNAL in diversen Ländern, wie unter anderem China, Brasilien und Frankreich. Die entwickelten sich teils in recht abgefahrene Richtungen – die russische Ausgabe etwa wurde zu einem Luxus-Fashion-Magazin für die reiche Russin. Am besten stand neben der japanischen die unsere da. Über die Jahre haben wir uns von der US-Ausgabe emanzipiert, die sich nach verschiedenen Weiterverkäufen stark verändert hatte. Inzwischen ist unser Magazin eigenständig und heißt passend zu unseren Messen YOGAWORLD JOURNAL.“
Michi Kern, Co-Herausgeber der Gründungszeit

„Es ging gar nicht ums Business – es ging um Yoga!“
„Eines Tages ich bin nach Paris gefahren, um den damaligen Eigentümer und Herausgeber des US-amerikanischen YOGA JOURNALs zu treffen. Ziel war es, eine deutsche Lizenz dafür zu bekommen. Alex Lacher und ich waren vom Erfolg einer deutschen Ausgabe überzeugt, und Alex war ein erfahrener Verlagsmann. Das Problem war: Ich hatte und habe keine Ahnung vom Zeitschriftenmarkt, mein Englisch ist und war erbärmlich und Alex ist mal vorsorglich daheim geblieben. Wie also den Mann in Paris überzeugen?
Überraschenderweise ging’s dann gar nicht ums Business, es ging um Yoga. Wir haben zwei Stunden über Lehrer, Gurus, Yogastile, die Studios, Spirituelles, Texte, Yoga-Bücher, Yoga-Konferenzen usw. gesprochen. Der Amerikaner war an Inhalten interessiert! Da konnte ich mitreden. Und so gab’s dann ein wunderbares deutsches YOGA JOURNAL, bei dem es auch nicht vor allem ums Business ging. Wilde Anfangsjahre mit vielen Experimenten, abgefahrenen Interviews, tollen Autoren, vielen schreibenden Lehrern, deutschen Studios, veganen Aktivisten …
Meine Karriere als Yoga-Journalist, dessen Texte immer die Redaktion retten mussten, habe ich schließlich nach Interviews mit Donna Karan und Moby beendet. Schwierig ohne Englisch, leicht mit Yoga. Aber vielleicht war das alles auch ganz anders … Das wissen nur die Götter.“
Christina Raftery, unsere erste Chefredakteurin

„Das wird der inspirierendste Job, den ich je hatte!“
„‚Das wird der inspirierendste Job, den ich je hatte‘, dachte ich mir, als ich mich als Teil eines tollen Gründungsteams daran machte, das US-amerikanische YOGA JOURNAL nach Deutschland zu bringen. In der Tat war es bisweilen geradezu glamourös: Yoga-Konferenzen in Kalifornien besuchen, interviewführend mit Yogalegenden durch einen Bergsee schwimmen, das ‚Office‘ in Retreats verlegen, Kunst- und Kulturschaffende backstage treffen, kurzum: nonstop Zugang zu den spannendsten Persönlichkeiten haben!
Klar, dass die ersten Ernüchterungswellen nicht lange auf sich warten ließen: Ups, Yogi(ni)s sind ja auch ’nur‘ Menschen! Spätestens auf der Matte gehen eben äußere Lichter aus und ein ganz anderer Glanz entsteht: Die Übung, sich nicht (mehr) blenden zu lassen, sich unabhängig zu machen von Erwartungen (den eigenen und denen anderer) und auf vielen Ebenen Haltung zu bewahren. Für all diese Erfahrungen bin ich dankbar. Ich gratuliere allen, die bis heute dabei sind, zur unfassbaren 100. Ausgabe, fühle mich immer noch verbunden und freue mich, dass das Magazin ungebrochen vor allem eines richtig gut kann: Inspiration.“
Stephanie Schauenburg, Chefredakteurin seit 2015

„Es ging von Anfang an um viel mehr als darum, ein paar US-amerikanische Texte zu übersetzen.“
„Ich weiß noch bis heute, wie mein Herz einen kleinen Sprung machte, als ich die erste deutsche Ausgabe des YOGA JOURNAL am Kiosk entdeckte: Endlich! Jahrelang hatte ich zerfledderte Hefte gelesen, die irgendwer irgendwann aus den USA mitgebracht hatte. Dabei war schnell klar, dass es hier um viel mehr ging, als darum, ein paar US-amerikanische Texte zu übersetzen! Das Redaktionsteam, zu dem ich seit Ausgabe 9 gehören durfte, wollte von Anfang an ein Yoga-Magazin machen, das auch die deutsche Szene abbildet, nah dran an dem, was uns als Yogis und Yoginis bewegt und inspiriert.
Irgendwann wurde der Anteil eigener Artikel immer größer, es kamen mehr und mehr eigene Fotoproduktionen dazu, unsere Online-Angebote und Messen wuchsen, während zugleich das US-Heft immer dünner und weniger wurde – bis wir schließlich im Herbst 2023 auch offiziell aus dem deutschen YOGA JOURNAL das YOGA WORLD JOURNAL machten. Die meisten von euch haben den Wechsel gar nicht gleich bemerkt. Uns hat das gefreut: Denn wir machen weiterhin genau das, was wir von Beginn an machen wollten: ein vielseitiges, nachdenkliches und inspirierendes Yoga-Magazin.“

DANKE für über 100 Ausgaben YOGA (WORLD) JOURNAL!
Viele Hunderte oder gar Tausende Artikel, Bilder und Geschichten liegen hinter uns. Nicht alle haben wir gedruckt: Manche Ideen haben wir wieder verworfen, andere reifen noch in uns und warten auf ihre Zeit …
Viel wichtiger aber sind die unzähligen Menschen, die dieses Magazin gelesen, mitgestaltet und unterstützt haben: mit Texten oder Fotos, mit Illustrationen und Layouts, mit Inhalten für unsere Website und die Social-Media-Kanäle, als Übersetzerin oder Schlusskorrektor, als Ideengeberin oder Gesprächspartner, oder auch mit ihrer Arbeit im Verlag oder der Abo-Verwaltung, in der Druckerei und am Kiosk. Und natürlich als Leserin und Leser! Wann immer wir eine Mail mit Lob, Ideen oder Gedanken von euch bekommen, hüpft unser Herz ein bisschen höher, wann immer es eine kritische ist, gibt uns das die Chance, nachzudenken, genauer hinzuschauen und zu wachsen.
Wir freuen uns, dass wir zusammen mit euch tatsächlich eine kleine „Yogawelt“ aufgebaut haben. Und wenn’s nach uns geht, dann ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei …
(Fast) alle bisherigen Ausgaben findest du übrigens in unserem Online-Shop – als Print- oder digitale Ausgabe!
Diese Texte und Statements stammen aus unserer 100. Jubiläumsausgabe 04/2025 des YOGAWORLD JOURNAL.


