Wie passen afrikanische Trommlen und Yoga zusammen?

Afrikanische Trommeln zu klassischen Yoga-Asanas – klingt nach einer ungewöhnlichen Kombination. Mit ihren „Yoga & Drums“-Workshops hat Ilka Yemanya Singendonk jedoch durchaus Erfolg und setzt in der Yogaszene (exotische) Akzente. Sie erklärt, warum Trommeln und Yoga gut harmonieren. 

Für mich passen Trommeln und Yoga hervorragend zusammen: Trommeln stehen für die Schwingung der Erde – die Trommel ist das älteste Instrument, das es gibt und es führt uns ins Muladara Chakra, unserem Wurzelchakra und der Basis aller anderen Chakren. Während der Yogapraxis zu trommeln ist etwas ganz anderes als Musik von iPod oder CD, die nebenbei läuft. Während Letzteres die Schüler wahrscheinlich eher ablenkt, kann eine Praxis, die aus der Erde, aus unseren Wurzeln entsteht, nur rein und stimmig sein und den Schüler tiefer zu seiner eigenen inneren Wahrheit führen.

Praktisch läuft das so ab, dass ich vor jeder Stunde, die ich leite, meine Schüler bewusst wahrnehme. Jeder hat Raum, seine Stimmung und vielleicht auch einen Wunsch mitzuteilen. Erst nach einigen Sekunden des intuitiven Nachspürens beginne ich den eigentlichen Unterricht. Es ist fast so, als ob nicht ich, sondern die Energie der Menschen im Kurs, ihre Schwingung, den Inhalt der Stunde bestimmen. Die Trommeln schaffen dabei den Raum, in die Tiefen und zu den Wurzeln unserer eigenen Wahrheit zu kommen. Ich lade meine Schüler ein, in sich hineinzuspüren, sich bei der Asana-Praxis intuitiv zu bewegen – oder auch zu tanzen, wenn ihnen danach ist! Wir folgen unserem Herzschlag, folgen dem eigenen inneren Rhythmus und erlauben uns, der Musik unseres Lebensflusses zu lauschen. Manchmal singe ich auch Mantren, mache Partnerübungen und gebe meinen Schülern die Möglichkeit, einfach nur Stille zu erleben. Mit der Erfahrung der bis jetzt geleiteten Stunden erlebe ich geöffnete Herzen, geerdete Yogis und berührte Seelen – dafür bin ich tief dankbar!

Für mich entstand „Yoga & Drums“ nach einem Traum – ich folgte als Yogalehrerin den Bildern und fand schließlich einen erfahrenen indischen Trommler, der mit mir vor vier Jahren die ersten „Yoga & Drums“-Events anbot. Es war eine Reise vom Traum zur Wirklichkeit und zeigte mir, wie wichtig es ist, der Intuition und den Herzensträumen zu folgen. Nun – einige Jahre später – trommle ich selbst in meinen Workshops und Yogastunden und werde wundervoll unterstützt von meinem Partner Souleyman. Er ist Profi-Trommler aus Guinea und lehrt mich, weiter den Rhythmus der Erde zu entdecken. Zusammen leiten wir das Studio „Miriya“ in Troisdorf bei Köln.

YogaWorld Journal 5/26
YogaWorld Journal 5/26

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