Yogasutra I.1. Atha yoga anushasanam – Yoga ist Jetzt

Yogamatte

Zu Beginn von Pantajalis Yogasutras steht im ersten Kapitel das erste Sutra wie eine Floskel: „Jetzt folgt eine Erklärung von Yoga”. Tatsächlich ist das Wort „atha“ viel tiefgreifender, als die Übersetzung „jetzt“ vermuten lässt.

„Atha“ wird auch mit „in diesem verheißungsvollen Moment“ oder „in diesem glücklichen Moment“ übersetzt. Um den Moment auch als „verheißungsvoll“ oder „glücklich“ zu erkennen, braucht es Achtsamkeit. Das heißt, nur wenn wir Yoga achtsam üben, und damit wahre Präsenz üben, kann Yoga seine Wirkung entfalten. Es gibt so viele Möglichkeiten das Wort „atha“ zu verstehen – dabei ist die tiefe Erkenntnis, dass alles, was zählt im Jetzt geschieht und, dass es nichts gibt außer den gegenwärtigen Moment.

The Power of Now

Atha yoga anushasanam

Patanjali Yogasutra I.1.

„Jetzt beginnt das Studium des Yoga.“ In dieser einfachen Übersetzung von Patanjalis Sutra I:1, Atha yoga anushasanam, sehen wir sofort, wie prägnant und pointiert die Sutras sind. Jahrhunderte von Wissen destilliert auf einen einzigen Satz. Es gibt Dutzende von Übersetzungen der Yogasutras, einige einfach, andere wissenschaftlich. Jeder Kommentator und Übersetzer bietet eine wertvolle und einzigartige Perspektive. Mindestens genauso hilfreich ist es die Sutren zu hören und sie in der Art und Weise zu wiederholen, wie sie ursprünglich vorgetragen wurden. Rhythmisches Chanten hilft nicht nur beim Erinnern, sondern wirkt auch auf einer subtilen Schwingungsebene, die über den Intellekt hinausgeht und das Verständnis vertieft.

Ein einziges Wort kann ein ganzes Denkmuster symbolisieren. Betrachte die Bedeutungsnuancen des ersten Wortes „atha“. Baba Hari Dass sagte einst, dass atha (wie Om) der Klang der Schöpfung ist, und das bloße Aussprechen von „atha“ ruft einen Segen hervor. Im Augenblick des Jetzt liegt die ganze Kraft des Lebens.

Die Bedeutung von „atha“ im Yoga

Die Vergangenheit ist abgeschlossen, die Zukunft muss noch verwirklicht werden. Nur in diesem Augenblick kannst du handeln, und jeder Augenblick bietet eine neue Gelegenheit damit zu beginnen. Wir wissen, dass Patanjali die Sutras aus einer langen Tradition von Philosophien und Lehren zusammengestellt hat. Atha oder „jetzt“ signalisiert den Höhepunkt des bisherigen Wissens. Viele Kommentatoren betrachten dieses „Jetzt“ aus einer noch größeren Perspektive und erklären die Sutra I:1 wie folgt: Jetzt, nach vielen Lebenszeiten, bist du in diesem Augenblick angekommen, endlich bereit, die wesentlichen Lehren (anushasanam) über die Natur des wahren Selbst (Yoga) zu lernen.

Obwohl sie vor 2.000 Jahren verfasst wurden und auf Wissen basieren, das noch weiter zurückreicht, sind die Sutras von Patanjali zeitlos. Die menschliche Kultur hat sich seither verändert, und wir betrachten Yoga heute aus einer anderen Perspektive, doch die Sutras enthalten immer noch große Weisheit für die Bewältigung des heutigen Lebens.

Mit dem allerersten Sutra erinnert uns Patanjali daran, präsent zu sein, in der Realität aufzuwachen und die folgenden Sutras sagen uns, wie das geht. Das Sutra I:1 zu rezitieren ist wie auf die Reset-Taste drücken. Wenn du es zu Beginn deiner Praxis singst, wird der Raum geklärt und der Raum bereitet, im Hier und Jetzt zu sein.

Yoga-Übung für „atha“

Nimm dir 15 Minuten Zeit – stelle dein Handy auf Flugmodus und deinen Timer auf 15 Minuten. Leg dich auf den Rücken auf deiner Yogamatte, stell die Füße mattenbreit auf und lass die Knie wie ein Hausdach zusammenfallen. Schließ die Augen und leg die Hände auf den Bauch. Denke über die Idee von atha nach und stelle dir selbst folgende Frage:

  • Was brauche ich in diesem Moment?
  • Was will mein Körper in diesem Moment?
  • Lausche in Stille und Schweigen auf die Antworten, die auftauchen.

Das „Schlimmste“, was passieren kann, ist, dass nichts passiert. Du bleibst 15 Minuten liegen oder du streckst deine Beine aus und machst Savasana. Jedes Mal, wenn ich das gemacht habe, taucht etwas auf und ich fange an, mich zu bewegen und intuitiv zu atmen. Das ist eine viel empfänglichere Art der Praxis, als dem Körper unsere Vorstellung von Praxis aufzudrängen.


Nicoletta Wagenstetter ist Yogalehrerin, Shiatsu-Praktikerin und leitet die Online-Redaktion von Yogaworld.de. Über das Wort „atha“ und dessen Bedeutung, denkt sie schon seit Beginn ihrer Yogapraxis immer wieder intensiv nach.

Titelbild: via Canva

Das könnte dich auch interessieren…

Seelennahrung: Geniale Schokobällchen

Liana Werner-Gray schreibt auf ihrem Blog The Earth Diet und ist zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ihr allererstes eigenes Rezept ist dieses für geniale Schokobällchen. Sie enthalten besonders viele Antioxidantien, stresslindernde Polyphenole und nervenschützende Flavanole, gleichzeitig aber genügend leicht verfügbare Energie für eine ausgiebige Yogapraxis.

Zutaten

1 Tasse gemahlene Mandeln oder andere Nüsse
1⁄4 Tasse Kakaopulver
2 Datteln, gehackt
2 EL Honig
1 EL MCT-Öl
1 EL Tapioka
1⁄4 TL Vanille
1⁄8 TL Salz

Zubereitung

  1. Mische alle Zutaten gründlich in einer Teigschüssel und rolle die Masse in 2,5 Zentimeter große Bällchen. Wenn sie zu klebrig zum Verarbeiten ist, gibst du noch etwas mehr gemahlene Nüsse dazu.
  2. Gebe die Bällchen in einen verschließbaren Behälter und bewahre sie bis zu 2 Wochen im Kühlschrank auf. (3 Monate im Tiefkühlfach)

Tipps: Für noch mehr Nährstoffe und etwas Crunch, kannst du die fertigen Bällchen in Hanfsamen, Kokosraspeln, pürierten Gojibeeren oder gehackten Walnüssen rollen. Wenn du den Zuckergehalt reduzieren möchtest, ersetzt du den Honig durch 2 EL Sonnenblumenkernmus.


LIANA WERNER-GRAY hat ihren Blog The Earth Diet längst auf professionelle Füße gestellt: Sie ist heute eine zertifizierte und international anerkannte Ernährungsexpertin. Ihre Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Text: Liana Werner-Gray

Bhramari Pranayama – die 5 Varianten der Bienenatmung

Um an die Bedeutung der Biene für Mensch und Natur zu erinnern, haben die Vereinten Nationen den 20. Mai zum Weltbienentag erklärt. Das nehmen wir zum Anlass die fünf Varianten, Ursprung, Wirkung und Vorteile von Bhramari Pranayama – auch Bienenatmung genannt – genauer zu beleuchten. Das Pranayama beruhigt den Geist und ist eine der besten Atemübungen um Aufregung, Frust, Blockaden oder Angst zu lösen.

Der Ursprung von Bhramari

Die Atemtechnik hat ihren Namen von der schwarzen indischen Biene namens „Bhramari“, da die Ausatmung dem typischen Summton einer Biene ähnelt. Bhramari ist eine von mehreren Pranayama-Techniken, die im 15. Jahrhundert in der Hatha Yoga Pradipika von Swami Swatmarama beschrieben werden. Das Summen hilft beim Zurückziehen der Sinne (Pratyahara) und bei der Konzentration (Dharana). Manchmal wird die Bienenatmung auch als „Brahmari“ geschrieben – die Schreibweise in der Hatha Yoga Pradipika ist „Bhramari“. „Bhramara“ bedeutet auf Sanskrit „große schwarze Biene“ – wir denken dabei auch an die Hummel und manche bezeichnen sie auch als „Hummel-Atmung“.

Atme langsam aus und mache den Klang der weiblichen Biene. Dies ist Bhramari, das den Geist des Yogis mit Glückseligkeit erfüllt.

Hatha Yoga Pradipika (Yogi Hari)

Wirkung und Vorteile von Bhramari

Bhramari hat ein enormes therapeutisches Potenzial. Wie andere Pranayamas auch, beruht seine Kraft zum Teil auf seiner Wirkung auf das autonome Nervensystem. Das Verlängern der Ausatmung im Verhältnis zur Einatmung aktiviert den beruhigenden parasympathischen Zweig des autonomen Nervensystems. Bei Menschen, die unter Angst leiden, kann die Übung den Geist schon nach wenigen Atemzügen beruhigen. Das Geräusch des unaufhörlichen Summens von Bhramari kann die endlosen Denkschleifen übertönen, die Emotionen anheizen können. Zumindest für ein paar Minuten, was es zu einem nützlichen Ausgangspunkt für diejenigen macht, deren Geist zu „beschäftigt“ ist, um zu meditieren.

Der Ort, an dem der Klang in Resonanz geht, sowie die energetischen Wirkungen verschiedener Tonhöhen und Lautstärken können Aufschluss darüber geben, welche Variationen von Bhramari in bestimmten Situationen am ehesten helfen.

Schlaflosigkeit: Ein ruhiger, tiefer Ton wirkt beruhigend auf das Nervensystem und den Geist.

Nasennebenhöhlenentzündung oder Nasenverstopfung: Ein kräftigerer, mittlerer bis hoher Ton ist gut, um die Atemwege zu öffnen.

Schilddrüsenprobleme: Versuche es mit einem mittelhohen Ton und aktiviere zusätzlich Jalandhara Bandha (Kinnverschluss), um die Schallwellen in die Kehle zu leiten.

Stress: Wähle die stille Variante, um klarer und ruhiger zu werden.

Fünf verschieden Varianten von Bhramari

Nimm eine bequeme Sitzposition ein, entweder auf dem Boden oder auf einem Stuhl. Wenn du dich für den Boden entscheidest, stütze dein Becken so ab, dass deine Oberschenkel angewinkelt sind und du die natürliche Krümmung deiner Lendenwirbelsäule halten kannst. Wenn du auf einem Stuhl sitzt, beuge dich vor und setze dich an den Rand des Sitzes, so dass deine Oberschenkel angewinkelt sind und die Füße flach auf dem Boden stehen (wenn die Füße den Boden nicht erreichen, stelle sie auf ein paar Yogablöcke).

Während der gesamten Übung geht es darum das Gleichgewicht zwischen Anstrengung und Leichtigkeit zu halten. Erzeuge einen summenden Ton von mäßiger Lautstärke, aber erzwinge ihn nicht. Halte die Gesichtsmuskeln locker, die Lippen berühren sich leicht und der Kiefer ist entspannt, wobei Ober- und Unterkiefer leicht geöffnet sind. Verlängere das Summgeräusch beim Ausatmen so lange, wie es angenehm ist und du noch gleichmäßig einatmen kannst, ohne nach Luft zu schnappen.

Variation 1: Basic Bhramari

Setze dich bequem hin und schließe sanft die Augen. Atme ein oder zwei Mal ein und aus, um zur Ruhe zu kommen und dich selbst wahrzunehmen. Wenn du bereit bist, atme ein und lasse dann während der gesamten Ausatmung ein tiefes bis mittleres Brummen in der Kehle erklingen. Achte darauf, wie die Schallwellen den Mundraum, Zunge, Zähne und Nebenhöhlen sanft in Schwingung versetzen. Stell dir vor, dass der Ton dein gesamtes Gehirn in Schwingung versetzt. Mache diese Übung sechs Atemrunden lang und kehre dann mit geschlossenen Augen zur normalen Atmung zurück. Beobachte, ob sich etwas verändert hat.

Variation 2: Stilles Bhramari

Verweile noch einmal für ein oder zwei Atemzüge zur Vorbereitung. Mache nun sechs weitere Zyklen des einfachen Bhramari. Nach der sechsten Runde wechselst du zum stillen Bhramari, bei dem du dir vorstellst, dass du bei jeder Ausatmung das summende Geräusch machst. Mache dies für weitere sechs Runden. Beobachte, ob du die feinen Vibrationen in deinem Gesicht und in den Nebenhöhlen spüren kannst.

Sechs wichtige Mudras und ihre Bedeutung

In Mudras, den traditionellen yogischen Handhaltungen, liegt eine tiefe Kraft. Sie kann uns dabei helfen, inneren Frieden, Mut und Zuversicht zu entwickeln. Wir stellen dir sechs wichtige Mudras vor und erklären, was sie bedeuten.

Mudras gehören zu den Techniken von „Citta Bhavana“: Man verwendet sie also, um bestimmte Geisteshaltungen zu üben oder zu vervollkommnen. Es gibt Dutzende von Finger-Mudras. Jedes steht für eine bestimmte Eigenschaft, zum Beispiel für Mitgefühl, Mut oder Weisheit. Man sagt, indem man ein Mudra ausführt, lasse man die Saat dieser Eigenschaft in sich aufgehen. In der Kunst und den Ritualen vieler heiliger Traditionen, etwa im Hinduismus, Buddhismus und im Hatha-Yoga, sind Mudras überliefert worden. Ihre genaue Herkunft liegt im Dunkeln, man geht davon aus, dass jede Geste auf ganz natürliche Weise einen erleuchteten inneren Zustand äußerlich manifestiert – sie sind also eine Art Gebärdensprache eines offenen Geistes und erwachten Herzens.

Lesetipp: Yogasymbole und ihre Bedeutung

Mudras bringen den Geist zur Ruhe

Beim Üben von Asanas, bei Meditation, Pranayama oder Kirtan helfen Mudras, die wirren Gedanken im Hintergrund des Geistes zur Ruhe zu bringen. Aber Mudras können viel mehr, als nur die Konzentration zu unterstützen. Sie erinnern uns auch an zwei wichtige yogische Weisheiten. Erstens: Du bist schon, was du sein willst. Es ist nämlich leicht, Mut und Weisheit in den Geschichten und Bildnissen von Buddha oder den hinduistischen Göttern zu sehen. Viel schwerer fällt es zu erkennen, dass diese Eigenschaften auch in uns selbst bereits vorhanden sind. Nicht als Charakterzüge, die man hat oder eben nicht hat, sondern als ein Zustand, für den man sich bewusst entscheidet, den man fühlen und leben will. Die zweite Weisheit: Taten sagen mehr als Worte. Die Mudra-Praxis weist den Weg von der guten Absicht zum richtigen Handeln. Das Wort „handeln“ stammt nicht umsonst von „Hand“: Die mit den Händen ausgeführten Mudras sind die Brücke zwischen der inneren spirituellen Erfahrung und der Auseinandersetzung mit der äußeren Welt. Wie Gebete, die in eine körperliche Form übersetzt werden.

Das Anjali-Mudra: Das Üben als Gebet

Foto: Mor Shani via Unsplash

Viele Yogastunden beginnen und enden mit dem Anjali Mudra. Diese klassische Grußgeste und Gebetshaltung soll uns daran erinnern, dass das Üben eigentlich eine Art des Gebets ist, ein Geschenk an unser wahres Selbst. Die aneinander gelegten Handflächen symbolisieren die Vereinigung des individuellen Selbst mit dem universellen Selbst, in dem alle Lebewesen verbunden sind. Sobald man das Anjali Mudra eine Weile im Gedanken an Einheit gehalten hat, öffnen sich Herz und Geist einem Gefühl der Verbundenheit und man findet Wege, auch aus diesem Gefühl heraus zu handeln.

Mudras in die Yogapraxis integrieren

Du kannst Mudras auf vielfältige Weise in deine Yoga-Praxis integrieren und mit ihrer Hilfe jede Meditation bereichern. Wähle ein Mudra aus, dessen Bedeutung zur Zielsetzung deiner Meditation passt, beispielsweise das Lotos Mudra zur Herzöffnung, wenn du über liebende Güte meditierst. Oder das Dharmachakra-Mudra für Hingabe, wenn du Geist und Energie während Pranayama oder Kirtan besser lenken willst. Die Kombination von Mudra und Asana erhöht die Wirkung der Haltungen. Oftmals sind wir beim Üben so sehr damit beschäftigt, auf die Ausrichtung unserer Knie und Schultern zu achten, dass wir darüber die Ausrichtung unseres Geistes ganz vergessen. Das Mudra ruft die Erinnerung an die eigentliche Bedeutung einer Asana wieder wach.

Das vielleicht größte Geschenk liegt darin, dass Mudras unsere tiefsten und innersten Gründe dafür, dass wir überhaupt auf die Matte gehen, würdigen. So können sie zum Katalysator für eine Yoga-Praxis werden, die die besten Seiten in uns zum Vorschein bringt.

Lotos Mudra: Stabilität und liebende Güte

Lotos Mudra

Im Buddhismus steht die Lotosblüte für Herzöffnung. Sie blüht auf der Wasseroberfläche, wurzelt aber weit unten im Schlamm – ein Symbol für Licht und Schönheit, die aus der Dunkelheit emporsteigen. Probiere das Mudra in Vrikshasana (der Baumhaltung) aus, die Hände vor dem Herzzentrum. Spüre dabei deine Verwurzelung im Boden und erinnere dich daran, dass ein erwachtes Herz die reichste Quelle für Stabilität im Leben ist. In Padmasana (dem Lotossitz) ausgeübt, unterstützt das Mudra die von Buddha gelehrte „Metta“-Meditation über liebende Güte.

Anleitung: Lege die Handwurzeln aneinander, die Fingerspitzen von Daumen und kleinem Finger berühren sich leicht. Die Hände bilden eine Schale, die Finger sind wie Blütenblätter geöffnet.

Vajrapadama Mudra: unerschütterliche Zuversicht

Vajrapadama Mudra

„Vajra“ bezeichnet den Donnerkeil des Gottes Indra und das buddhistische Diamantzepter – beides Symbole für zielgerichtete Energie, die jeden Zweifel besiegt. Das Vajrapadama-Mudra steht für unerschütterliche Zuversicht. Es erinnert an deine eigene Kraft, aber auch an den Glauben in eine höhere Macht. In Vajrasana (dem Fersen- oder Diamantsitz) ausgeübt hilft es dir, Selbstzweifel, Misstrauen und Hoffnungslosigkeit loszulassen.

Anleitung: Lege die Hände mit verschränkten Fingern auf die Brust, die Daumen sind abgespreizt. Spüre dabei die leichte Atembewegung unter den Händen.

Lesetipp: Mit der Kraft der Chakren dein wahres Potential erkennen

Uttarabodhi Mudra: Stärke entsteht in der Anbindung

Uttarabodhi Mudra

„Uttara“ bedeutet Verwirklichung, „bodhi“ bedeutet Erleuchtung. Das Mudra symbolisiert „Samadhi“, die Erfahrung des Nicht-Getrenntseins, und erinnert uns daran, dass Stärke eben nicht aus Unabhängigkeit, sondern in der Anbindung entsteht. Kombiniere das Mudra mit Asanas wie Virabhdrasana 1 oder 3 (den Kriegerhaltungen). In Verbindung mit Sitzhaltungen führt man die Hände auf Höhe des Herzens vor die Brust und vergegenwärtigt sich die Verbundenheit mit anderen.

Anleitung: Die ausgestreckten Zeigefinger werden aneinander gedrückt, die anderen Finger verschränkt. Die von den Zeigefingern weggezogenen Daumenspitzen berühren sich leicht, zwischen den Handwurzeln bleibt ein kleiner Abstand.

Abhaya Mudra: Freundschaft statt Angriff

Abhaya Mudra

„Abhaya“ wird mit „Freiheit von Furcht“ übersetzt. Dieses Schutz und Mut schenkende Mudra macht sichtbar, dass der wahre yogische Krieger Freundschaft schenkt statt anzugreifen: In Virabhdrasana II (der Kriegerhaltung) beugt man den vorderen Arm und öffnet die Hand, der hintere Arm sinkt auf den Oberschenkel, das Schwert wird symbolisch fallen gelassen. In der Meditation kombiniert man das mit beiden Händen ausgeführte Mudra mit Virasana (dem Heldensitz) und besinnt sich darauf, für wen oder was man furchtlos und mitfühlend kämpfen möchte.

Anleitung: Winkele den Arm (bzw. beide Arme) mit lockerem Ellenbogen an und halte die nach vorne geöffnete Hand auf Schulterhöhe.

Dharmachakra Mudra: Deine eigene Wahrheit

Dharmachakra Mudra

„Dharmachakra“ ist das „Rad des Gesetzes“ oder des spirituellen Weges. Mit diesem Mudra drückt man aus, dass man seine eigene Wahrheit äußert und mit dem Herzen dient – zum Beispiel, indem man etwas erschafft, lehrt, heilt oder hilft. Denke in Baddha Konasana (der gebundenen Winkelhaltung) oder einer anderen Sitzhaltung an einen Lebensbereich, dem du deine Energie widmen möchtest. Was ist der nächste Schritt? Wie kann ich dienen?

Anleitung: Die Daumen- und Zeigefingerspitzen bilden jeweils einen Kreis, die übrigen Finger sind ausgestreckt. Die linke Hand zeigt mit der Handfläche zum Herzen, die rechte nach außen. Dabei kann die linke Mittelfingerspitze leicht die rechte Daumenspitze berühren.


Autorin Kelly McGonigal unterrichtete an der kalifornischen Stanford University Psychologie, Yoga und Meditation und schrieb auf Basis ihre Lehrtätigkeit viele erfolgreiche Bücher. Mehr Infos: kellymcgonigal.com. Fotos: David Martinez

Sonne essen – und in die Welt tragen

Deine Ernährung Roh vegane Ernährungsberatung Ausbildung

Tierische Produkte, Alkohol, Zucker? Wer Yoga praktiziert, wird früher oder später hinterfragen, was er isst und trinkt und warum. In der Akademie Deine Ernährung können Interessierte ihr Wissen über ethisches, gesundes Essen vertiefen … // Anzeige

Dass Körper, Seele und Umwelt letztlich nicht zu trennen sind, dass alles mit allem und jeder mit jedem verbunden ist, gehört zu den Grundgedanken der Yogaphilosophie. Und dass eben jene unteilbaren Elemente unseres Seins eng mit unserer Ernährungsweise zusammenhängen, liegt auf der Hand: Gesund, energiespendend und gut ausbalanciert sollte sie sein sowie im Einklang mit ethischen und ökologischen Werten. Kein Wunder, dass sich viele Yogalehrende intensiv mit ihrer Ernährung beschäftigen und besonders während der letzten beiden Corona-Krisen-Jahre in Erwägung gezogen haben, sich auf diesem Gebiet ein zweites Standbein aufzubauen.

Akademie Deine Ernährung: „Eine neue Welt des Essens“

Gut aufgehoben fühlten und fühlen sich viele in der Akademie Deine Ernährung, in der sich alles um „Eine neue Welt des Essens“ dreht. So lautet der Titel des Buches von Ulrike Eder, die die Akademie gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen gegründet hat. Das Paar sowie seine Mitarbeiter*innen bringen nicht nur fundiertes Wissen mit, sondern auch viel Leidenschaft für die roh-vegane Küche, die, das wird beim Blick auf die Rezepte auf der Deine-Ernährung-Webseite schnell klar, nicht nur gesund und nachhaltig ist, sondern auch sehr sinnlich und genussreich daherkommen kann. „Sonnenkost“ nennt Ulrike diese Ernährung auch gerne poetisch, haben Pflanzen doch das Sonnenlicht gespeichert, machen „den Körper lichter und lassen die Energien freier fließen.“

Warum gesunde Ernährung der ganzen Welt zugute kommt

Sie ist davon überzeugt, dass eine gesunde, frische Ernährung, die dabei hilft, sich selbst auszurichten und ins körperliche und seelische Gleichgewicht zu kommen, letztlich auch der Welt zugute kommt – zum einen natürlich im ganz konkreten Sinne des Klima- und Tierschutzes, zum anderen aber auch auf spirituelle Weise, indem wir durch gute Ernährung ein „kollektives Feld füttern, das eine bessere Zukunft ermöglicht.“ Der Blick auf das Leben ändere sich, wenn man bei sich selbst anfange und sich dahingehend ausrichte, „wie man sich eine zukünftige Welt wünscht“.

Ausbildung: roh-vegane*r Ernährungsberater*in

Neben dieser ganzheitlichen Betrachtungsweise warten aber natürlich auch ganz handfeste Fakten auf die Teilnehmer*innen, die sich für eine staatlich zugelassene Fernausbildung an der Akademie begeistern. Diese kann jederzeit begonnen und im eigenen Tempo absolviert werden – beendet werden die ansprechend aufbereiteten sechs Module mit einer Online-Prüfung sowie einer Fallbearbeitung nach frühestens sechs, spätestens 24 Monaten. Dogmatisch geht es an der Akademie und auf dem Online-Ausbildungscampus übrigens nicht zu: Wer hier roh-vegane*r Ernährungsberater*in werden möchte, sollte ein großes Interesse für pflanzenbasierte Ernährung mitbringen, ganz im Sinne der Deine-Ernährung-Philosophie, für die eine wahrhaft nährende Lebensweise im Vordergrund steht, die die Gesundheit effektiv unterstützt. Mit Sonnenkost und Sonnengruß in eine leuchtende Zukunft – was will man mehr?


Mehr Informationen zur Akademie Deine Ernährung und der Ausbildung zum*zur roh veganen Ernährungsberater*in findest du unter deine-ernaehrung.de


Asana, das körperliche Training im Yoga – von Sascha Peschke

Training im Yoga ist natürlich nicht nur auf die Muskulatur begrenzt. Vielmehr wird versucht alle Aspekte des Selbst einzubeziehen, um hinter einem trainierten Körper und Geist Befreiung zu erfahren. Diese Reise beginnt dort, wo du mit harten Fakten konfrontiert wirst und Veränderung messbar wahrnehmen kannst: Bei deinem physischen Körper und deiner Gesundheit. Sascha Peschke, Yogalehrer und Heilpraktiker, erklärt die drei goldenen Regeln, die für jedes körperliche Training gelten.

Welches Ziel hat meine Yogapraxis?

Der Weg zur Befreiung führt oft durch Phasen bewusster Einschränkung. Diese haben das Potential, Grenzen zu durchbrechen und dich danach freier zurückzulassen. Yoga ist eine traditionelle Art des ganzheitlichen Trainings und damit auf vielen Ebenen den heutigen spezialisierten Trainingsformen überlegen. Jedoch können einige Aspekte der Yogapraxis durchaus von modernen Erkenntnissen der Trainingslehre profitieren. Deswegen werfen wir einen etwas genauerer Blick auf das physische Training im Yoga.

Übung: Nimm dir etwas Zeit und betrachte deinen Körper. Frage dich dabei: „Bin ich zufrieden mit dem was ich sehe?“ Du kennst dich selbst am besten. Sei nicht überkritisch bei dieser kleinen Übungen. Es geht nicht darum, dich mit einem Ideal zu vergleichen. Das Zauberwort heißt „zufrieden“. Frage dich: „Bin ich zufrieden mit Form, Gewicht, Beweglichkeit, Kraft, Balance und Kontrolle?“

Wenn du alles mit „Ja“ beantworten kannst, dann herzlichen Glückwunsch! Deine physische Yogapraxis kann viel entspannter sein als du vielleicht denkst. Falls du diese Frage mit „Nein“ beantwortest, dann mach dich mit ein paar tiefen Einsichten vertraut.

Die drei goldenen Regeln für jedes Training

Es gelten diese drei goldenen Regeln: 

  1. Es ist einfach etwas zu halten was du schon hast. 
  2. Es ist anstrengend etwas zurück zu erlangen, das du verloren hast. 
  3. Und um etwas zu bekommen, das du noch nie hattest, musst du Dinge tun, die du noch nie getan hast.

Wenn du also zufrieden bist, dann ist deine Yogapraxis eine pflegende und heilende. Du trainierst täglich ein wenig, moderat, nur soviel wie es sich gut anfühlt, mit bewusster, freier Atmung in einem annähernd meditativen Zustand. Die Praxis ist geprägt von sich wiederholenden Abläufen und du respektierst deine Grenzen. Du gibst deinem Körper nur zu verstehen, dass er das halten soll was er hat. Wenn dein Körper nach Pausen verlangt, soll er diese ruhigen Gewissens haben! Solltest du allerdings etwas ändern wollten, verändert sich auch die Praxis grundlegend. 

Teach First: Bewirb dich als Fellow für mehr Bildungsgerechtigkeit

Mit ihrem zweijährigen Engagement leisten Fellows bei der NGO Teach First Deutschland einen unschätzbaren Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Wir erklären dir den aufregenden Job der Fellows, der neben dem Vollzeitgehalt auch ein Leadership- Stipendium für deine Karriere bereithält. // anzeige

„Gestalte deine Zukunft. Werde Teil der Veränderung.“ Sätze wie diese klingen schön, mutig, auffordernd und ja, natürlich willst du etwas tun, damit unsere Welt eine bessere wird. Aber wo anfangen? Was könnte dein Beitrag sein? Wie könnte die Veränderung aussehen? Teach First Deutschland hat eine Idee: Die NGO schickt bezahlte Fellows an Schulen in sozialen Brennpunkten. Warum? Ganz einfach, um direkt vor Ort genau den Schüler*innen zu helfen, die dringend Unterstützung brauchen – sei es aufgrund ihrer Herkunft, fehlender finanzieller Mittel oder zu wenig Unterstützung im Schulsystem. Denn wie könnte man Zukunft besser mitgestalten, als Kindern und Jugendlichen eine faire Chance auf Entwicklung und ein erfolgreiches Morgen zu geben?

Fellow bei Teach First Deutschland

Teach First Deutschland ist eine Bildungsoffensive, die besonders dann greift, wenn Schüler*innen im Übergang zwischen Schulformen stehen oder eine Ausbildung beginnen wollen. Die Arbeit der Fellows beginnt dabei schon früher, nämlich dort wo der Regelunterricht an seine Grenzen stößt. Mathe, Englisch, Deutsch – ein fundiertes Basiswissen ist die Grundlage, aber längst nicht mehr ausreichend für einen gelungenen Start ins Leben. Mindestens genauso wichtig sind Softskills, wie soziale Kompetenz, Stressresistenz, Organisationstalent oder die Fähigkeit Probleme zu lösen. Und genau da setzen die Fellows von Teach First Deutschland an. Gemeinsam mit den Schüler*innen setzen sie selbstkonzipierte Projekte um, die vor allem fehlendes Selbstvertrauen aufbauen und die persönlichen Stärken der Kinder und Jugendlichen an den Tag bringen.

Das erwartet dich als Fellow bei Teach First Deutschland

Das Beste: Während deiner voll vergüteten zweijährigen Zeit also Fellow hilfst du nicht nur anderen, sondern baust auch deine eigenen Leadership-Kompetenzen aus. Du übernimmst Verantwortung, wirst zum*r Problemlöser*in und überlegst dir eigene Projekte: Streitschlichtung, Gründung einer Schülervertretung, Räder reparieren, Programmieren lernen oder ein Musik-Video gegen den Ukraine Krieg – deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und du wirst sehen, wie begeistert deine Schüler*innen das Angebot annehmen, und das auch, wenn es um eher „trockene Basics“ wie Bewerbungstraining geht: „Ein Moment, der einfach immer schön bleiben wird, ist, wenn ein Schüler oder eine Schülerin im Flur auf einen zu rennt und sagt: Frau Kretschel, ich habe einen Praktikumsplatz. Ich wurde angenommen,“ erzählt Fellow Frau Kretschel.

Natürlich brauchst du als Fellow bei Teach First Deutschland einige Voraussetzungen, damit du deine Schüler*innen erfolgreich anleiten kannst: 

  • Hochschulabschluss (Die Fellows bei Teach First Deutschland decken die ganze Bandbreite an Studiengängen: So kommen zwar die meisten aus den Bereichen der Sozial-, Sprach- oder Geisteswissenschaften, es bewerben sich jedoch auch viele Menschen, die etwas Politikwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften oder einen MINT-Abschluss haben.)
  • fließende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • eine überzeugende Motivation
  • Wille dich für Chancengerechtigkeit zu engagieren
  • interkulturelle Sensibilität und Offenheit
  • Reflexionsfähigkeit
  • sowie den Mut, Verantwortung und Führung zu übernehmen,

Warum es sich lohnt mitzumachen

Wichtig zu wissen: Die Zeit als Fellow ist nicht immer nur einfach. Natürlich stößt du auch mal an deine Grenzen und wirst lernen müssen, mit den alltäglichen Problemen in sozialen Brennpunkten umzugehen. Das kann mitunter sehr herausfordernd sein, doch das Gute ist, du bist nicht allein:

Teach First Deutschland
Als Fellow wirst du zwei Jahre vergütet in Vollzeit eingesetzt : Du erhält 24.000 Euro brutto im Jahr plus Fortbildungen im Leadership-Programm im Gesamtwert: ca. 35.000 Euro.

An deiner Seite ist die bundesweite Fellow-Community, die sich gegenseitig mit Rat und Tat unterstützt. So baust du dir während deiner Zeit im Leadership-Programm ein Netzwerk fürs Leben auf. Und danach? Nach dem zweijährigen Einsatz bleiben viele Fellows im Bildungssektor – als Social Entrepreneurs, gründen ein Social Start-up, arbeiten als Referenten in internationalen Bildungsprojekten oder vertreten die Mission von Teach First Deutschland in der Politik oder als erfolgreiche Influencer: Mit den Fähigkeiten und Kompetenzen, die du als Fellow bei deinem Einsatz erwirbst, und der Marke der NGO stehen dir alle Türen des Arbeitsmarktes offen.


Noch mehr Info bekommst du auf www.teachfirst.de und @teachfirstdeutschland

KonMari und Yoga: Innere Ruhe durch äußere Ordnung

Lisa Tselebidis verrät, was Yoga und die KonMari Methode gemeinsam haben.

Ertappst du dich häufig dabei, wie sich die Gedanken in deinem Kopf überschlagen und wie dich äußere Einflüsse schnell überfordern? Dann ist es Zeit zu vereinfachen und zu organisieren – sowohl außen als auch innen. Lisa Tselebidis, zertifizierte KonMari Beraterin, Organisationsexpertin und Minimalistin, gibt Tipps, wie du den Kopf entrümpelst und so Platz für die wichtigen Dinge im Leben schaffst.

1. Befreie dich von Ballast

Ja, ich weiß, ich spreche in diesem Beitrag darüber wie man seinen Verstand aufräumen kann. Aber eine Voraussetzung für einen klaren Kopf ist ein Zuhause ohne Ballast. Weniger Dinge zu besitzen bedeutet, dass du dich um weniger Sachen kümmern musst und allgemein weniger Gedanken an sie verschwendest. Hast du nur Dinge die du wirklich brauchst und die dir Freude bereiten, gibst du dem Gehirn mehr Freiraum. Eine Wohnung ohne überflüssige Besitztümer ist Voraussetzung für einen „geordneten“ Verstand. Ich empfehle die KonMari Methode™ um dein Zuhause ein für allemal zu entrümpeln und zu organisieren. Deine kostenlose KonMari-Checkliste (englische Version) kannst du hier anfordern und direkt loslegen.  

2. Ziehe öfter mal den Stecker

Erwischt du dich dabei, wie du ständig auf den Handy schaust? Trägst du immer Kopfhörer oder hörst Musik? Das bedeutet, dass dein Geist andauernd unter dem Einfluss von Außengeräuschen steht. Gönne deinem Verstand ab und zu einen „digital detox“. Wie wäre es mit einem Tag pro Woche, an dem du die digitalen Medien komplett abschaltest. Beobachtest, wie du dich dabei fühlst. Ich glaube dein Kopf wird es dir danken.

3. Meditiere 

Meditation kann dir helfen, dich besser zu konzentrieren und neue Energie zu tanken. Falls dir die Meditation nicht einfach fällt, lasse dich nicht entmutigen und bleibe dran. Nur mit regelmäßigem Üben kannst du dich verbessern und Vorteile daraus ziehen. Fange klein an und versuche es zum Beispiel mal mit einer 15-Minuten-Meditation. Bemerkst du oft, dass deine Gedanken ziellos wandern? Keine Sorge, denn das ist tatsächlich Teil des Meditations-Prozesses. Manchmal wandern die Gedanken mehr und manchmal weniger. Entwickle eine Meditations-Routine und du wirst sehen, dass dein Geist sich nach und nach beruhigt und der Kopf klarer wird. 

4. Führe mehr sinnvolle Gespräche

Fällt es dir manchmal schwer, anderen dein Herz auszuschütten? Es kann jedoch ganz schön erleichtern, seine Gedanken zu teilen. Das kann ein Therapeut, der Partner, ein Freund oder eine Freundin sein. Vielleicht tut es dir sogar gut, mit einem Fremden zu sprechen. Du wirst feststellen, dass die im Kopf schwirrenden Gedanken weniger werden. Oftmals muss derjenige, mit dem man seine Geschichte teilt, nur ein guter Zuhörer sein. Die Objektivität einer anderen Person gibt dir eine neue Perspektive und befreit den Geist so aus dem Hamsterrad. Probiere es aus und schaue, welcher Weg sich für dich richtig anfühlt.

5. Gestalte und führe ein Tagebuch 

Auch wenn ich es hier so nenne, muss ein Tagebuch gar nicht jeden Tag benutzt werden. Manchen Menschen tut es gut, die Gedanken täglich festzuhalten. Andere tun sich mit dieser Regelmäßigkeit eher schwer und lassen es daher direkt bleiben. In dem Fall gilt: Nimm dir selbst den Druck und nutze das Tagebuch nur zu bestimmten Anlässen. Hattest du ein schönes Gespräch oder ein tolles Erlebnis? Halte es fest. Befindest du dich in einer stressigen Phase oder bist du zur Zeit sehr emotional? Auch hier hilft ein Tagebuch. Indem du deine Sorgen aufschreibst, legst du sie ab und erlaubst dir, zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückzukommen. So betrachtest du sie von einem anderen Winkel. 

6. Mache dir Notizen 

Dreht sich das Gedanken-Karussell in deinem Kopf den ganzen Tag? Denkst du heute schon über Erledigungen nach, die erst nächste Woche anstehen? Dann besorge dir ein Notizbuch. Das kann auch behilflich sein, wenn dir unterwegs eine tolle Idee kommt, die du bei Ruhe nochmal weiter erforschen möchtest. Anstatt diese Gedanken immer wieder zu denken um sie nicht zu vergessen, kannst du sie so festhalten. Das schafft sofortige Erleichterung im Kopf. Unser Gehirn ist nicht dazu bestimmt, viele Informationen zu speichern, sondern sollte vielmehr für kreatives Denken genutzt werden. Also nimm ihm die Arbeit ab. 

7. Strebe nach weniger

Weniger ist mehr. Setze dir weniger Aufgaben auf die tägliche To-Do Liste. Versuche nur 1-3 Dinge pro Tag zu erledigen und beginne dabei mit dem wichtigsten Vorhaben. Wenn du das erledigt hast und noch etwas Zeit übrig ist – toll! Falls nicht, klopfe dir trotzdem auf die Schulter und mache am nächsten Tag weiter. So arbeitest du effektiver und kannst dich nach den erledigten Aufgaben etwas Neuem widmen. 

8. Arbeite nach dem KonMari Batching-Prinzip 

Hast du schon mal vom Batching-Prinzip gehört? Dabei geht es darum, gleichartige Aufgaben zu bündeln und auf einmal abzuarbeiten. Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, dass du nicht ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin- und herspringen musst. Zudem hat sie einen beruhigenden Effekt auf den Verstand. Ein Beispiel:  Wenn du all deine E-Mails nur ein- bis zweimal täglich bearbeitest oder alle wichtige Telefonate auf nur einen bestimmten Tag in der Woche legst, kannst du effektiv Zeit sparen. Du bist organisierter und kannst vorausplanen. Das verhindert Stress und hält den Kopf frei.

9. Erstelle dir eine Routine

Würdest du dir gerne gute Gewohnheiten aneignen aber tust dir schwer dabei? Mehr Yoga machen oder gesünder ernähren? Schreibe dir deine Wunsch-Routine auf und notiere in Stichpunkten, was du dafür tun musst. Es dauert 10 bis 30 Tage um eine neue Gewohnheit in den Alltag einzugliedern. Gebe dir die Zeit und sei konsequent. Sobald du eine Routine geschaffen hast, musst du nicht mehr ständig überlegen, was du in deinem Leben ändern und verbessern willst. Denke an das Gefühl, das du danach hast und setze deine Ziele organisiert um! Weniger grübeln ist ein schöner Nebeneffekt.

Übrigens: Deswegen solltest du dir ein Morgenritual schaffen.

10. Bewege dich

Für mich ist Yoga ein schöner und effektiver Weg um Stress abzubauen. Körperlich aktiv zu sein hilft, den Kopf zu entrümpeln und die Gedanken neu zu ordnen. Yoga ist eine Möglichkeit. Es gibt jedoch eine Menge anderer Arten von Bewegung und jede ist förderlich. Wähle eine Aktivität, die dir Spaß macht oder halte es so abwechslungsreich, dass es nicht zu eintönig wird. Ich persönlich laufe auch gerne und gehe zum Boxen. Laufen (ohne Musik zu hören) hilft mir, meine Gedanken aktiv zu verarbeiten. Anschließend fühlt sich mein Kopf immer sehr befreit an. Beim Boxen ist es ein bisschen anders. Man muss während des Trainings sehr konzentriert sein und hat keine Chance an irgendetwas anderes zu denken. Es ist eine eigene Art von Meditation und ich fühle mich danach immer viel erwischter und klarer. Probiere es aus. 


Lisa Tselebidis ist zertifizierte KonMari Beraterin, Organisationsexpertin und Minimalistin. Sie hilft Menschen dabei, ein  Zuhause zu schaffen das Freude bereitet und sie glücklicher Leben lässt. Du bist neugierig geworden? Folge Lisa auf Instagram @lisatselebidis und bekomme hier tägliche Tipps zu KonMari, Organisation und Inspirationen zum Thema Minimalismus, Design und Aesthetik.