Sinah Diepold & Sophia Thora mit Yogaboard

Fotocredit: Schramke

Yoga & Balance

Yoga Play Bliss mit Sinah und Sophia – raus aus der Komfortzone, ausprobieren, schwitzen und im Vinyasa Style fließen.

Bei einer Yogastunde kannst du einerseits bewegen, fließen, anstrengen, atmen, aber genauso die Gedanken einfach ruhen lassen, ganz präsent werden und in Einklang mit dir und deiner Umwelt kommen. Asana Praxis ist eine schöne Möglichkeit, mit Konzentration, Pranayama und Kraft ganz präsent im Moment zu sein. Einen kleinen Schritt raus aus der Komfortzone mit gut hergeleiteten, schwierigeren Asanas, Armbalances und dann wieder Herunterfahren mit meditativen, ruhigen Haltungen. Alles in Verbindung mit der eigenen Intuition und genauso weit, wie Körper und Geist zulassen.

Fotocredit. Schramke

Sinah und Sophia lieben die körperliche Seite von Yoga genauso wie die spirituelle Seite und teilen beides mit Hingabe und Leidenschaft.

Wer Lust hat auf eine zusätzliche Herausforderung: es gibt ein paar YogaBoards zum ausprobieren in der Stunde –  first come, first serve.

Sinah hat Ende letzten Jahres mit Sophia das BodyMindTherapyStudio „Kale&Cake“ im Herzen Münchens an der Eisbachwelle eröffnet.

www.kaleandcake.de

Fotocredit: Strobel & Walter

Yogaboard – Level up your Yoga!

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Bei der Yogaworld kommt mit den Yogaboards von Strobel & Walter SUP-Yoga endlich an Land. Das Balancieren auf den Boards intensiviert dein Yoga und macht einfach nur wahnsinnig Spaß. Das Yogaboard ist ein Balanceboard. Das Balancieren und Trainieren auf dem Yogaboard stärkt die Sinne für Gleichgewicht und bringt die Körperkontrolle auf ein neues Level. Je nach Untergrund und Stärke der Unterlage (verschiedene Matten) wirkt der Balanceeffekt stärker oder schwächer und ist somit ideal für alle Yogapraktizierenden und Fitnessbegeisterte, egal ob Anfänger oder Profi.

Supported and sponsored by Strobel & Walter

Sinah Diepold und Sophia Thora auf der Yoga World München 2019:
Freitag, 18. Januar // 15:30 – 16:15 Uhr //Yoga & Balance // Ganesha Raum

… und außerdem zu folgenden Zeiten im Raum F 108 (Yogaboard und Urban Sports Club):

Freitag, 15:30 und 17:30 Uhr

Samstag, 11:30, 12:30, 14:30, 15:30, 16:30 Uhr

Sonntag, 11:30, 12:30, 14:30, 15:30, 16:30 Uhr

Playlist der Woche: 1. Advent

Ab sofort werden wir die typischen Weihnachtslieder zu Genüge in Kaufhäusern, im Radio und auf Weihnachtsfeiern hören. Um zumindest beim Yoga üben die Musikschleife zu  unterbrechen und etwas Abwechslung für die Gehörgänge zu schaffen, haben wir Ihnen auf dem Yoga Journal Spotify-Account für jedes Advents-Wochenende eine vorweihnachtliche Playlist zusammengestellt. Wir wünschen einen entspannten Start ins Wochenende und einen gemütlichen ersten Advent.

Ihre Yoga Journal-Redaktion ?

Karotten Walnuss Muffins

Verglichen mit den üblichen Muffins haben diese duftigen Dinger nur halb so viele Kalorien und Kohlenhydrate – machen dank Eiweiß, Ballaststoffen und Fett aber genauso satt.

Zutaten für 12 Muffins

4 Eier ++ ½ Tasse fein gemahlene Walnüsse ++ ½ Tasse gehackte Ananas ++ ¼ Tasse Rohrzucker ++ 2 EL Kokosöl, zerlassen ++ 1 TL Vanillezucker ++ ½ Tasse Kokosmehl ++ 1 ½ TL Backpulver ++ 1 Prise gemahlene Muskatnuss ++ 1 Prise Salz ++ 1 TL Zimt ++  1 Tasse fein geriebene Karotten ++ ¼ Tasse Kokosraspel

Zubereitung

Heizen Sie den Ofen auf 175 Grad vor und setzen Sie zwölf Papierförmchen in ein Muffinblech. In einer Teigschüssel verquirlen Sie Eier, Walnüsse, Ananas, Zucker, Kokosöl und Vanille 1 Minute lang gründlich. In einer zweiten Schüssel vermengen Sie Kokosmehl, Backpulver und Gewürze, bevor Sie diese trockenen Zutaten unter die Eiermasse rühren. Zum Schluss mengen Sie Karotten- und Kokosraspel unter und verteilen den Teig gleichmäßig auf die zwölf Förmchen. Die Backzeit beträgt etwa 20 Minuten.

Nährstoff-Info: pro Muffin 134 Kalorien, 9 g Fett (davon 4 g gesättigt), 11 g Kohlenhydrate, 3 g Ballaststoffe, 4 g Eiweiß, 178 mg Natrium

Quick Tips: Klar denken

Ursachen für verwirbeltes Denken sind nach dem Yogasutra Krankheit, Starrsinn, Zweifel, Lässigkeit, Faulheit, Maßlosigkeit, verwirrte Sicht, das Gefühl, keinen festen Boden unter den Füßen zu haben und Konzentrationslosigkeit. Sie führen zu Leiden, Missmut, Nervosität und stoßender Atmung (Yogasutra 1,29-31). Patanjali sagt außerdem, dass der Gedankenfluss dringend geklärt werden muss, weil die Gedanken unsere Wahrnehmung der Dinge formen und die Basis dessen sind, was wir sagen und tun.

1. Den Geist auf einen Gegenstand ausrichten (YS 1,32)


Sich auf ein Objekt zu beschränken, ist nichts anderes, als Konzentration zu üben. Eine einfache Möglichkeit ist, sich aufrecht hinzusetzen, die Augen zu schließen und sich auf den Atem zu konzentrieren. Um den Geist bei Laune zu halten, werden die natürlichen Atemzüge gezählt. Und zwar bis neun.

2. Positive Grundstimmung schaffen (YS 1,33)

Gefühle von Freundschaft, Mitgefühl, Freude und Gleichmut –  normalerweise werden die genannten Gefühle durch äußere Einflüsse ausgelöst. In dieser Übung sollen sie von innen heraus, zum Beispiel über Erinnerungen oder innere Bilder, entstehen. Nach und nach fallen dann auch diese Trigger weg und die positiven Gefühle bestimmen uns. Wir handeln danach.

3. Ruhiger Atem, freie Gedanken… (YS 1,34)

Ist der Atem ruhig, ist auch der Geist ruhig, sagt die Hatha Yoga Pradipika (2,2). Das Verlängern der Ausatmung und das Pausieren nach der Ausatmung fahren das Stress-System herunter. Der Parasympathikus – der Ruhenerv – wird aktiv, der Geist entspannt sich. Diese Übung kann im Liegen, Sitzen oder auch sehr gut in Pashchimottanasana (Vorwärtsbeuge im Sitzen mit gestreckten Beinen) in Verbindung mit einer verlängerten Ausatmung und Uddiyana Bandha (Bauchverschluss) ausgeführt werden. 

4. Handeln im Flow – Karma Yoga (YS 1,35)

Aus dem Leben gegriffen bezeichnet Karma Yoga in etwa den Zustand, den man im versunkenen Spiel von Kindern beobachten kann. Erwachsene müssen sich das manchmal erarbeiten. Wenn es geschieht, bezeichnet man das auch als Flow. Es kann bei täglichen Dingen passieren, oder auch in einer gut geführten Yogaklasse, wenn man den Ansagen des Lehrers folgt, den Atem spürt und völlig darin aufgeht.

5. Licht ins Dunkel bringen (YS 1,36)

Das Vergegenwärtigen von Licht oder erhellenden Gedanken und Gefühlen ist eine weitere Technik, zu mehr geistiger Ausgeglichenheit und Konzentrationsfähigkeit. Daraus resultiert Schmerz- oder Kummerlosigkeit, sagt Patanjali. Man nutzt die positive Form der Vorstellungskraft (Sanskrit: Citta Vikalpa) um zu geistiger Erhellung zu gelangen.

6. Beharrliches Üben und Leidenschaftslosigkeit (YS 1,37)

Eifersucht, Habenwollen, Hass – Leidenschaft führt in die falsche Richtung. Der Zustand des Yoga wird erreicht durch beharrliches Üben und Leidenschaftslosigkeit (YS 1,12). Das sagt sich leichter, als es sich tut. Ein Beispiel: So lange vor einem Paar Schuhe des Begehrens sitzen, bis sich der drängende Wunsch, sie zu besitzen, in Ruhe und Gleichmut auflöst. So werden die Gehirnsynapsen zum Positiven manipuliert.

7. Erholsamer Schlaf (YS 1,38)

Wenig ist so erfrischend wie guter Schlaf. Patanjali rät, den Schlaf (Traum- wie Tiefschlaf) zu untersuchen und gegebenenfalls das Verhalten hin zu einem erholsamen Schlaf zu verändern. Darum geht es im Yoga auch, sagt Prof. Krishnamacharya: Man ersetzt negative Muster durch positive.

8. Aus der Vielfalt das Passende wählen (YS 1,39)

Nicht alles funktioniert bei jedem. Patanjali schlägt hier – etwas lapidar – die Meditation auf ein Thema der Wahl vor. Das heißt, man übt sich in Konzentration auf etwas, das bei einem selbst wirkt. Finden Sie also selbst heraus, was bei Ihnen funktioniert.

Die wunderbare Lehrerin Manorama sagt: Yoga ist wie ein Date mit sich selbst. Man schaut genau hin. Findet die Vorlieben heraus. Und kann wie beim nächsten Date dafür sorgen, dass alles perfekt ist. Aber ist das nicht ein Ego-Boost? Nein, denn es geht darum, die Gedanken zu klären und zu beruhigen. Es geht um Klarheit.

Vom Herzen her beginnen

Wir sind fast im letzten Monat des Jahres angekommen und fangen langsam an uns Vorsätze für 2019 zu machen… die man dann spätestens Mitte Januar wieder über Bord wirft. Die Weisheitslehren des Yoga helfen Ihnen, Intentionen so zu formulieren, dass Sie stattdessen Ihre wahren Herzenswünsche verwirklichen. Der Psychologe und Meditationslehrer Richard Miller hat eine Übung entwickelt, mit deren Hilfe Sie einen Blick in Ihr Herz werfen können. Finden Sie heraus: Worin liegt mein tiefster Herzenswunsch? 

  1. Nehmen Sie sich etwa 30 Minuten Zeit. Setzen oder legen Sie sich in eine Position, in der Sie körperlich und mental tiefes Wohlbehagen und Entspannung finden können. Spüren Sie Ihren Körper möglichst fein. Atmen Sie eine Weile tief und bewusst in Ihre Herzgegend. Wenn Sie mögen, legen Sie eine oder beide Hände auf Ihr Herz.
  2. Wenn Sie sich bereit fühlen, geben Sie der Frage nach Ihrem tiefsten Herzenswunsch Raum. Öffnen Sie sich innerlich für alles, was aus Ihrem Herzen aufsteigt – das können körperliche Empfindungen, Gefühle oder Bilder sein. Lassen Sie sich dafür viel Zeit und versuchen Sie, zunächst ganz in der Wahrnehmung zu bleiben.
  3. Erst nachdem sich Ihre Empfindungen zu einem deutlichen Wunsch verdichtet haben, beginnen Sie, ihn möglichst achtsam in Wort zu fassen. Versuchen Sie, Begriffe zu finden, die Sie wirklich inspirieren und die möglichst präzise das beschreiben, wonach Sie im tiefsten Inneren streben.
  4. Schreiben Sie diese Worte auf. Dabei verwenden Sie keine Verneinungen, sondern formulieren einen positiven Satz in der Gegenwartsform, zum Beispiel: „Ich bin innerlich in Frieden, egal unter welchen Umständen.“

Hinweis: Sie sollten verstehen, dass sich Ihr tiefster Herzenswunsch mit der Zeit verändert. Er kann wachsen und reifen oder sich an neue Lebensumstände anpassen. Verbinden Sie sich daher von Zeit zu Zeit immer wieder einmal mit ihm, um zu überprüfen, ob sich das, was Sie einmal formuliert haben, noch wirklich relevant anfühlt. Wenn nicht, dann hilft Ihnen das Wiederholen dieser Übung, einen neuen Wunsch in Ihrem Bewusstsein aufsteigen zu lassen.

Wie Sie Herzenswünsche in 5 Schritten formulieren, können Sie hier nachlesen. 

Interview Julia Engelmann

Erinnern Sie sich? Vor einiger Zeit teilte im deutschsprachigen Raum plötzlich alle Welt dieses Video von einer jungen, blonden Poetry-Slammerin, die in einem Bielefelder Hörsaal vom Sinn des Lebens sprach: „Eines Tages, Baby …” Die eine Hälfte des Freundeskreises war prompt schockverliebt, die andere motzte: „Bäh, naiv!”, und wie es oft so ist, wenn jemand polarisiert, war dies der Beginn einer rasanten Erfolgsgeschichte. Rund vier Jahre später hat die Schauspielerin und ehemalige Psychologiestudentin Julia Engelmann drei Bücher veröffentlicht, zahlreiche Talkshow-Auftritte und Bühnenshows absolviert – und kürzlich mit „Poesiealbum” ein eigene CD herausgebracht. Ein Gespräch über kritische Stimmen, Yoga im Hotel und die Frage: „Lebe ich das Leben, das zu mir passt?”

Du tourst zur Zeit durch Deutschland und Österreich. Wie läuft es bis jetzt?

Wunderbar, ich bin immer wieder neu geflasht, wie viele schöne, sympathische Menschen da zusammenkommen, mittanzen usw.

Der Titel deiner Platte, „Poesiealbum”, passt perfekt. Benutzt man ihn im Hinblick auf Literatur, schwingt da jedoch manchmal auch etwas Belächelndes mit. Spielst du absichtlich mit dieser Doppeldeutigkeit?

Ach, nein. Für mich ist der Begriff rundum positiv besetzt. Ich erinnere mich sehr gerne zurück daran, wie Freundschaftsbücher und Poesiealben damals in der Klasse herumgegangen sind. Ein Freund hatte die Idee, mein Album so zu nennen, und mir gefiel das.

Ich habe meine Bücher von damals auch noch. Wie kam es denn überhaupt zu dem Album, war das ein Herzenswunsch von dir oder hat es sich einfach ergeben nach dem, was in den letzten Jahren so mit dir passiert ist?

Ehrlich gesagt: beides. Ich bin sicher nicht mega-virtuos, habe aber immer schon gerne Musik gemacht, Klavier gespielt oder Gitarre, doch ein eigenes Album war keine ernsthafte Option für mich. Bei meinen Lesungen habe ich aber gern mal ein Lied eingebaut, daraus wurden dann nach und nach mehr. Dass sich daraus letztlich ein Album ergeben hat, habe ich nicht erwartet, aber ich war auch nicht so überrascht. Ich freue mich einfach.

Nun teilst du ja mit den meisten Prominenten das Schicksal, neben Zuspruch auch Gegenwind zu erfahren. Wie nahe geht dir Kritik?

Kommt ganz darauf an, wie sie vorgebracht wird. Dass meine Gedichte nicht jedermanns Geschmack treffen, damit kann ich umgehen. Ich kann auch nachvollziehen, dass jemand genervt ist, wenn er auf Facebook oder so zigmal über mein Video stolpert, obwohl er das gar nicht sehen wollte. Sagen wir so: Solange mir jemand grundsätzlich wertschätzend, empathisch und liebevoll begegnet, nehme ich seine Kritik gerne an.

Sieht ganz so aus, als lebst du tatsächlich diese positive Grundhaltung, die man aus deinen Texten kennt. Hilft dir Yoga dabei?

Schon ein wenig, glaube ich. Ich liebe Yoga, diese Philosphie von „Jeder bleibt auf seiner Matte”, sprich: bei sich, und vergleicht sich nicht permanent mit anderen. Sei gut zu dir, schöpfe aus deinen eigenen Möglichkeiten … Das fängt ja im Kopf schon an. Nach einer Ses-sion bin ich jedenfalls immer sehr entspannt.

Geht mir genauso. Wann hast du Yoga für dich entdeckt?

Vor ungefähr drei Jahren. Ich praktiziere hauptsächlich Vinyasa und ab und zu Yin Yoga. Auch Ashtanga interessiert mich sehr, das habe ich dieses Jahr mal ausprobiert, aber noch nicht regelmäßig geübt.

Würdest du so weit gehen zu sagen: Yoga hat dein Leben verändert?

Ach, schwer zu sagen, das Leben ändert sich ja so oder so ständig, nicht wahr? Da gibt es selten klare Anfänge und Enden. Aber Gedanken, Haltungen können einiges verändern, und da gibt es dann natürlich Hobbys und Tätigkeiten, die dem zuspielen. Yoga bereichert mich auf jeden Fall. Für jemanden wie mich, die ich schnell abgelenkt bin, stellt es ein gutes Gegengewicht dar. Ich starte zum Beispiel morgens im Hotel mit einer kleinen Session, wenn ich auf Tour bin, oder gehe zwischendurch auch so mal in den herabschauenden Hund, um runterzukommen. Es geht bei Yoga nicht um Leistungsdruck, das gefällt mir.

Wobei man beim Blick auf die Szene manchmal durchaus den Eindruck bekommen kann, dass es den gibt, oder?

Na ja, ganz abstellen lässt sich das vielleicht nicht – der Vergleich mit anderen ist vermutlich etwas zutiefst Menschliches. Ich versuche aber, mich auf den Teil der Philosophie zu konzentrieren, der mir guttut.

Verstehe. Ich habe vorhin nicht zufällig nach dem Thema Veränderung gefragt – Wachstum und Wandel ist nämlich das Schwerpunkt-Thema dieser Ausgabe. Hast du dazu Assoziationen?

Lustig, ja – zufällig habe ich erst neulich mit einem Freund darüber gesprochen. Im Grunde verhält es sich doch so: Entwicklung und damit auch Wandel ist kein linearer Prozess, das Ganze verläuft eher in sich überlappenden und wechselnden Phasen. Im ersten Moment denkt man bei Wachstum ja oft an „Höher, schneller, weiter”, aber dass das nicht zufriedener macht, hat sich mittlerweile vielleicht ein bisschen rumgesprochen.

Neben „höher, schneller, weiter” gibt es ja auch dieses Gefühl von „nichts verpassen wollen”, das damit ein wenig verwandt ist. Auch deine Texte handeln immer wieder vom „Carpe diem”. Andererseits ist es unmöglich, nichts zu verpassen. Wie gut kommst du mit diesem Konflikt klar?

Hm, na ja, da geht es sicher viel um das Gefühl der Vergänglichkeit. Wir leben nun mal nicht ewig, daher ist es wahrscheinlich ein Stück weit normal, sich regelmäßig zu fragen: „Ist das jetzt gerade die schönste Version meines Lebens, die mir möglich ist?” Ich glaube, mit der Zeit lernt man, besser zu spüren, wie man seine Tage am besten nutzen kann, das kann man trainieren wie Muskeln. Will ich wirklich noch auf dieser Party bleiben oder täte mir Ruhe besser? Solche Dinge … Das ist eine Frage der Haltung.

Gibt es Punkte, in denen du deine Haltung gerne ändern würdest?

Ja, natürlich, ganz viele. Aber oft sind Dinge schon ganz gut, so wie sie sind, auch wenn wir das mitunter erst im Nachhinein erkennen. Mal ehrlich, wer hat denn schon je das Gefühl: Okay, jetzt ist alles in meinem Leben „fertig”? Der Spruch scheint zwar abgegriffen, aber es ist schon was dran: „Der Weg ist das Ziel.” Trotzdem will ich mich natürlich weiterentwickeln. Mehr Geduld haben zum Beispiel, auch im Sinne von biografischer Geduld. Das bemerke ich auch in meinem Umfeld: Viele wollen am liebsten sofort wissen, wohin ihre Reise mal geht.

Und dann kommt doch alles anders und ist irgendwie trotzdem okay – sage ich jetzt mal mit der Erfahrung einer 41-jährigen. Wenn ich mir die jungen Leute in meinem Freundes- und Bekanntenkreis angucke, habe ich einen ähnlichen Eindruck: Viele sind deutlich zielstrebiger und fokussierter, als wir es seinerzeit waren.

Das liegt vermutlich daran, dass wir so viel Zugriff auf unterschiedliche Lebensmodelle haben. Wir sind permanent konfrontiert mit „So toll kann es werden” oder auch „Wenn ich mich nicht anstrenge, dann ende ich so” … Diese ständigen Vergleichsmöglichkeiten machen ein In-den-Tag-Hineinleben oft schwierig. Natürlich lässt sich nicht alles beeinflussen, auch wenn es manchmal so scheint. Trotzdem wollen wir es ja alle irgendwie hinbekommen, zufrieden zu sein mit dem Leben, das wir führen.

Das erinnert mich ein bisschen an mein eigenes Lebensmotto: „Glück ist eine Entscheidung”. Vor einigen Monaten las ich allerdings den sehr schlüssigen Artikel eines Depressiven, der sich von solchen Sprüchen angegriffen fühlte. Seitdem benutze ich sie deutlich vorsichtiger. Du wirst sicher auch manchmal mit solchen Argumenten konfrontiert, oder?

Puh, ja. Da muss man natürlich differenzieren, Lebensglück ist ja etwas sehr Komplexes. Einem Depressiven oder jemandem, der einen schlimmen Schicksalsschlag erlitten hat, brauchst du nicht mit einem „Hey, lach doch mal!” zu kommen, das ist klar. So möchte ich meine Songs auch nicht verstanden wissen. Es ist auch nicht so, dass ich niemals traurig, melancholisch oder wütend bin. Alle Gefühle sind wichtig und auf ihre Weise poetisch, aus allen kann man etwas ziehen. Wenn ich sinngemäß darüber schreibe, dass man sich für das Glück entscheiden kann, geht es mir mehr um die Punkte, die ich wirklich selbst in der Hand habe. Und bei denen will ich eben das Gute wählen, den positiven Weg.

Kannst du dir verzeihen, wenn dir das mal nicht gelingt?

Na ja, natürlich bin ich am liebsten fröhlich, aber so wie sich Frühling, Sommer, Herbst und Winter abwechseln, so ist das eben auch mit Gefühlen. Wichtig ist, sich nicht unterkriegen zu lassen, nicht zu streng mit sich zu sein und sich bewusst zu machen, dass normalerweise auf schlechte Zeiten auch wieder schöne folgen. Es hilft dabei, sich mit Menschen zu umgeben, die einem gut tun.

Auch deine Texte tun vielen gut – kannst du dich an besonders berührende Nachrichten erinnern?

Oh, da gibt es ganz viele. Wenn ich mit meiner Familie auf Tour bin, lesen wir einander manchmal vor, was mir so geschrieben wurde. Da sind so tolle Dinge dabei. Paare, die sich auf meinen Veranstaltungen kennengelernt haben, junge Mädchen, die mir wunderschöne Gedichte schreiben, oder Menschen, die gerade in der Klinik sind oder sich in einer schwierigen Phase befinden und erzählen, dass meine Texte ihnen Mut machen.

Das klingt großartig, aber auch nach einer gewaltigen Verantwortung. Macht dir die manchmal Angst?

Ach, ich glaube irgendwie an so eine Art großen, allgemeinen Pool, in den von verschiedenen Seiten immer wieder Gedanken wie meine geschüttet werden. Es braucht Menschen, die ihr Innenleben öffnen und teilen. Schön, wenn ich mit meinen Gedichten dazu beitragen kann, dass Menschen einander begegnen oder positive Entscheidungen treffen. Aber wenn ich es nicht täte, dann gäbe es genug andere, davon bin ich überzeugt.

Das klingt schön und traurig zugleich. Man könnte es interpretieren als „Alle sind ersetzbar” oder aber als „Alles ist im Fluss”.

Na, dann wäre ich doch mal eher für letzteres. (lacht)“ 

Michi Kern

Infos zur Person

Immer radikal, niemals konsequent.“ – mit Walter Benjamins Maxime kann man auch den Werdegang Michi Kerns beschreiben. Vom jungen Studenten, der nachts als Türsteher und Barkeeper jobbte, entwickelte er sich zum Besitzer mehrerer legendärer Münchner Nachtclubs und Szenelokale. Dazu gehörten unter vielen anderen das „Ultraschall“, „Café Reitschule“, „Pacha“, die „Nachtkantine“ und Deutschlands erstes veganes Restaurant im Zerwirk. Aber nicht genug mit der Gastronomie, Michi Kern leitet mit Partnern auch zwei Jivamukti Yogaschulen in München und war Mitherausgeber des deutschen Ablegers des Yoga Journals. Aus Überzeugung lebt er vegan, was sich auch in vielen Projekten niederschlägt. Das Engagement für das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem ist nur ein Beispiel für sein soziales Interesse. Zuletzt sorgte Kern international für Furore mit The Lovelace – A Hotel Happening, jenem Mammutprojekt, das in den Räumen der alten Bayerischen Staatsbank ein Pop-Up Hotel als gleichsam kulturellen und interdisziplinären Hotspot Wirklichkeit werden ließ. Michi Kern ist darüber hinaus Inhaber des LostWeekend in München, das für eine Buchhandlung mit Co-Working Space, einen veganen Coffeeshop und einen Ort für Kulturveranstaltungen steht. Aus diesem Konzept generieren er und sein Team eine Vielzahl von unterschiedlichsten Inhalten für kulturelle Events. Ihre Motivation: Begeisterung für engagiertes Denken und Liebe zur Sache!

Jivamukti inspirierter Yoga Workshop mit geführten Atem- und Konzentrationsübungen.

Wir halten uns alle für auf die eine oder andere Art und Weise aufgeschlossen. Tatsächlich aber wird alles, was wir tun, denken oder lernen gefiltert und klassifiziert – um der Vorstellung, Überzeugung oder dem Wissen zu entsprechen, welches wir bereits besitzen. Dies ist ein natürlicher Prozess unserer Entwicklung, der in einer Welt des ständigen Informationsflusses umso mehr Raum einnimmt. Deshalb kann es manchmal nötig sein, diese angesammelten Bilder und Informationen beiseitezuschieben und sich weitestgehend frei davon zu machen. Sich nicht mehr vergleichen müssen – und die Bedeutung bzw. den Deutungszwang herausnehmen. Im Yoga spricht man gerne davon, im Moment, bei sich, mit dem Atem verbunden zu sein. Denn klassisches Yoga wurde aus der Beobachtung der Natur entwickelt. Durch die Nachahmung von Tierhaltungen oder Naturformen erschließen wir die Möglichkeit, eine tiefere Verbindung zu unserer Mitwelt zu entwickeln.


Michi Kern auf der YogaWorld 2020 in München:

Sonntag, 19. Januar  // 11:15 – 12:00 Uhr // Jivamukti Yoga // Ganesha Yogaspace


 

Jack Waldas

Jack Waldas - Foto: © Mehmet Vanli

Nach seiner Ausbildung an der „Ballet School New York“ tanzte Jack bei New York Theater Ballet, bevor er nach Europa kam. Hier arbeitete er an verschiedenen Staatstheatern in Deutschland und Österreich. Während seiner langen Tanzkarriere konnte er die Wirkung von Yoga am eigenen Leib erproben. So diente ihm Yoga als Aufwärmung für den Arbeitstag, als Erholung für überlastete Muskulatur sowie als Heilmittel gegen Stress und Verletzungen.

Die Bewegungsfreude des Tanzes verband sich mit dem meditativ bewussten des Yoga. Aus diesem Prozess heraus entwickelt er eine eigene Fusion seiner beiden liebsten Bewegungsformen – Anandansa® (Yoga Dance).

Seine Yogalehrer-Ausbildungen absolvierte er in den Richtungen Prana Flow® sowie Anusara®. Sein Wissen über Yoga und Körperarbeit erweitert er ständig in u.a. Spiraldynamik®, Tanzmedizin, Thai Massage, Yogatherapie und Hatha Yoga aller Art. Jack ist Co-Direktor des Spanda Yoga Teachers Training, München. Sein Buch „Street Yoga“ würde zum Yogabuch des Jahres 2013. Er lebt in München mit seiner Frau und zwei Töchter. Hier unterrichtet er Tanz und Yoga und gibt Workshops international.

Anandansa® – the Illuminating Dance of Yoga
Yoga und Tanz sind die perfekte Symbiose. Das eine sucht die Seele durch den Körper, das
andere lässt die Seele durch den Körper sichtbar werden. Das eine lehrt: „Sieh nach innen,
erkenne dich selbst.“ Das andere sagt: „Drücke Dich aus, verkörpere deine Sehnsucht.“
Anandansa® ist die Verschmelzung dieser beiden Richtungen zu einer Methode. Sie vereint
spirituelles Bewusstsein mit dem körperlichen Ausdruck des Tanzes. „Yoga erleuchtet den
Körper von innen, Tanz teilt dieses innere Licht mit der Außenwelt.“ Zusammen vollenden sie einander.


Jack Waldas auf der YOGA WORLD München 2019:

Samstag, 19. Januar // 17:15 – 18:00 Uhr // Anandansa® (Yoga Dance) // Vishnu Yoga Space

Anandansa® verbindet den westlichen Tanz und seine Ausdrucksformen mit Methoden
der Körperarbeit wie Yoga, Thai-Chi, Spiraldynamik® oder Thaimassage.
Es bietet die Möglichkeit, ihr Empfinden für organische Bewegung und inneren Ausdruck
weiter zu entwickeln, die Verbindung zu ihrer kreativen, intuitiven Persönlichkeit zu
stärken und diese Methode im täglichen Leben anzuwenden.
Der Kurs vermittelt die Grundlagen der Anandansa® – Methode (Yoga Dance) und richtet sich gleichermaßen an Tänzer wie auch an Yogapraktizierenden. Yogaerfahrung ist von Vorteil, Tanzkenntnisse sind nicht erforderlich.