Barbara Nagel & Andrea Ostheimer

 

Andrea Ostheimer

Yogaworld Zirkelstunde

„Nicht der Mensch muss sich dem Yoga anpassen, sondern der Yoga dem einzelnen Menschen.“
Shri T. Krischnamacharya

 

 

 

Mit diesem Satz im Hinterkopf stellt Ihnen der Reiseveranstalter NEUE WEGE im Rahmen der Yoga World verschiedene Übungsweisen vor.

Am Samstag um 13:30 Uhr beginnt Andrea Ostheimer die Yogastunde mit Faszien-Yoga. Dieser Yoga-Stil spricht mit dehnenden und federnden Bewegungen das Bindegewebe im Körper an und lässt es wieder geschmeidig werden. Andrea ist seit 1994 ausgebildete Yogalehrerin und lässt ihre Fachkenntnis zu Qi Gong, Meditation und orientalischem Tanz in ihren Unterricht einfließen.

Abgerundet wird die Einheit mit Yoga in der Tradition von Krishnamacharya mit Barbara Nagel. Der Atem und die bewusste Atemführung ist der Mittelpunkt der Praxis. Dadurch wird Ihr Körper mit Atem und Geist verbunden und es entsteht ein Gefühl der Einheit und Gelassenheit. Yoga ist ein fester Bestandteil ihres Lebens, den sie mit Freude und Erfüllung als Yogalehrer-Ausbilderin und Yogalehrerin weitergibt.

Beide Yogalehrerinnen begleiten von Anfang an die Yoga Reisen in Europa und Asien mit NEUE WEGE. So vielfältig die Yogastile sind, so vielfältig sind die Reisen bei NEUE WEGE. Dank der großen Auswahl findet hier jeder die Reise, die zu ihm/ihr passt und vollends entspannt.

Andrea und Barbara freuen sich, Sie auf eine kleine Reise durch die verschiedenen Themen mitzunehmen!


Barbara Nagel & Andrea Ostheimer auf der YogaWorld 2019 in München:

Sonntag, 20. Januar 2019 // 13:30 – 14:15 Uhr // YogaWorld Zirkelstunde // Ganesha Yoga Raum


 

Susanne Eichinger

Susanne Eichinger leitet seit 2011 die „Kids Yoga Foundation Germany“, eine Yoga Alliance Ausbildung zum*zur Yogalehrer*in für Kinder und Jugendliche.

Spaß ist eine wichtige Komponente in einer Yogastunde, egal ob für Kinder oder Erwachsene. Denn wir bleiben nur bei einer Sache, wenn uns etwas Spaß macht und wir dabei Freude haben. Susanne arbeitet daran, dass eines Tages Yoga eine Selbstverständlichkeit in allen Familien, Kindergärten und Schulen sein wird. Dazu gibt sie seit 2009 Workshops und Fortbildungen für Therapeut*innen, Eltern, Lehrer*innen und Erzieher*innen.

Mehr Infos auf www.yogakinder.de


„Magischer Kinderyoga Zauber für Alle“ am Samstag 14. Oktober, 10:45 – 11:30 Uhr

Wie kann man mit Kindern Yoga üben und warum soll man das überhaupt? Yoga spielen statt Yoga üben ist hier die Devise. In Adler, Löwen, Affen und Hunde verwandeln, sich mit all ihren Sinnen auf die Erfahrung einlassen – das können Kinder super. Aber uns allen tut es gut, wieder mit etwas mehr Leichtigkeit und Freude auf der Matte zu sein. Lass dich von Yoga verzaubern und entdecke, wie viel Spaß Kinderyoga auch Erwachsenen macht.


Susanne Eichinger auf der YogaWorld 2023 in München:

Samstag, 14.Oktober // 10:45 – 11:30 Uhr // Magischer Kinderyoga Zauber für Alle // Ganesha Yogaspace


Sinah Diepold & Sophia Thora mit Yogaboard

Fotocredit: Schramke

Yoga & Balance

Yoga Play Bliss mit Sinah und Sophia – raus aus der Komfortzone, ausprobieren, schwitzen und im Vinyasa Style fließen.

Bei einer Yogastunde kannst du einerseits bewegen, fließen, anstrengen, atmen, aber genauso die Gedanken einfach ruhen lassen, ganz präsent werden und in Einklang mit dir und deiner Umwelt kommen. Asana Praxis ist eine schöne Möglichkeit, mit Konzentration, Pranayama und Kraft ganz präsent im Moment zu sein. Einen kleinen Schritt raus aus der Komfortzone mit gut hergeleiteten, schwierigeren Asanas, Armbalances und dann wieder Herunterfahren mit meditativen, ruhigen Haltungen. Alles in Verbindung mit der eigenen Intuition und genauso weit, wie Körper und Geist zulassen.

Fotocredit. Schramke

Sinah und Sophia lieben die körperliche Seite von Yoga genauso wie die spirituelle Seite und teilen beides mit Hingabe und Leidenschaft.

Wer Lust hat auf eine zusätzliche Herausforderung: es gibt ein paar YogaBoards zum ausprobieren in der Stunde –  first come, first serve.

Sinah hat Ende letzten Jahres mit Sophia das BodyMindTherapyStudio „Kale&Cake“ im Herzen Münchens an der Eisbachwelle eröffnet.

www.kaleandcake.de

Fotocredit: Strobel & Walter

Yogaboard – Level up your Yoga!

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Bei der Yogaworld kommt mit den Yogaboards von Strobel & Walter SUP-Yoga endlich an Land. Das Balancieren auf den Boards intensiviert dein Yoga und macht einfach nur wahnsinnig Spaß. Das Yogaboard ist ein Balanceboard. Das Balancieren und Trainieren auf dem Yogaboard stärkt die Sinne für Gleichgewicht und bringt die Körperkontrolle auf ein neues Level. Je nach Untergrund und Stärke der Unterlage (verschiedene Matten) wirkt der Balanceeffekt stärker oder schwächer und ist somit ideal für alle Yogapraktizierenden und Fitnessbegeisterte, egal ob Anfänger oder Profi.

Supported and sponsored by Strobel & Walter

Sinah Diepold und Sophia Thora auf der Yoga World München 2019:
Freitag, 18. Januar // 15:30 – 16:15 Uhr //Yoga & Balance // Ganesha Raum

… und außerdem zu folgenden Zeiten im Raum F 108 (Yogaboard und Urban Sports Club):

Freitag, 15:30 und 17:30 Uhr

Samstag, 11:30, 12:30, 14:30, 15:30, 16:30 Uhr

Sonntag, 11:30, 12:30, 14:30, 15:30, 16:30 Uhr

Playlist der Woche: 1. Advent

Ab sofort werden wir die typischen Weihnachtslieder zu Genüge in Kaufhäusern, im Radio und auf Weihnachtsfeiern hören. Um zumindest beim Yoga üben die Musikschleife zu  unterbrechen und etwas Abwechslung für die Gehörgänge zu schaffen, haben wir Ihnen auf dem Yoga Journal Spotify-Account für jedes Advents-Wochenende eine vorweihnachtliche Playlist zusammengestellt. Wir wünschen einen entspannten Start ins Wochenende und einen gemütlichen ersten Advent.

Ihre Yoga Journal-Redaktion ?

Karotten Walnuss Muffins

Verglichen mit den üblichen Muffins haben diese duftigen Dinger nur halb so viele Kalorien und Kohlenhydrate – machen dank Eiweiß, Ballaststoffen und Fett aber genauso satt.

Zutaten für 12 Muffins

4 Eier ++ ½ Tasse fein gemahlene Walnüsse ++ ½ Tasse gehackte Ananas ++ ¼ Tasse Rohrzucker ++ 2 EL Kokosöl, zerlassen ++ 1 TL Vanillezucker ++ ½ Tasse Kokosmehl ++ 1 ½ TL Backpulver ++ 1 Prise gemahlene Muskatnuss ++ 1 Prise Salz ++ 1 TL Zimt ++  1 Tasse fein geriebene Karotten ++ ¼ Tasse Kokosraspel

Zubereitung

Heizen Sie den Ofen auf 175 Grad vor und setzen Sie zwölf Papierförmchen in ein Muffinblech. In einer Teigschüssel verquirlen Sie Eier, Walnüsse, Ananas, Zucker, Kokosöl und Vanille 1 Minute lang gründlich. In einer zweiten Schüssel vermengen Sie Kokosmehl, Backpulver und Gewürze, bevor Sie diese trockenen Zutaten unter die Eiermasse rühren. Zum Schluss mengen Sie Karotten- und Kokosraspel unter und verteilen den Teig gleichmäßig auf die zwölf Förmchen. Die Backzeit beträgt etwa 20 Minuten.

Nährstoff-Info: pro Muffin 134 Kalorien, 9 g Fett (davon 4 g gesättigt), 11 g Kohlenhydrate, 3 g Ballaststoffe, 4 g Eiweiß, 178 mg Natrium

Quick Tips: Klar denken

Ursachen für verwirbeltes Denken sind nach dem Yogasutra Krankheit, Starrsinn, Zweifel, Lässigkeit, Faulheit, Maßlosigkeit, verwirrte Sicht, das Gefühl, keinen festen Boden unter den Füßen zu haben und Konzentrationslosigkeit. Sie führen zu Leiden, Missmut, Nervosität und stoßender Atmung (Yogasutra 1,29-31). Patanjali sagt außerdem, dass der Gedankenfluss dringend geklärt werden muss, weil die Gedanken unsere Wahrnehmung der Dinge formen und die Basis dessen sind, was wir sagen und tun.

1. Den Geist auf einen Gegenstand ausrichten (YS 1,32)


Sich auf ein Objekt zu beschränken, ist nichts anderes, als Konzentration zu üben. Eine einfache Möglichkeit ist, sich aufrecht hinzusetzen, die Augen zu schließen und sich auf den Atem zu konzentrieren. Um den Geist bei Laune zu halten, werden die natürlichen Atemzüge gezählt. Und zwar bis neun.

2. Positive Grundstimmung schaffen (YS 1,33)

Gefühle von Freundschaft, Mitgefühl, Freude und Gleichmut –  normalerweise werden die genannten Gefühle durch äußere Einflüsse ausgelöst. In dieser Übung sollen sie von innen heraus, zum Beispiel über Erinnerungen oder innere Bilder, entstehen. Nach und nach fallen dann auch diese Trigger weg und die positiven Gefühle bestimmen uns. Wir handeln danach.

3. Ruhiger Atem, freie Gedanken… (YS 1,34)

Ist der Atem ruhig, ist auch der Geist ruhig, sagt die Hatha Yoga Pradipika (2,2). Das Verlängern der Ausatmung und das Pausieren nach der Ausatmung fahren das Stress-System herunter. Der Parasympathikus – der Ruhenerv – wird aktiv, der Geist entspannt sich. Diese Übung kann im Liegen, Sitzen oder auch sehr gut in Pashchimottanasana (Vorwärtsbeuge im Sitzen mit gestreckten Beinen) in Verbindung mit einer verlängerten Ausatmung und Uddiyana Bandha (Bauchverschluss) ausgeführt werden. 

4. Handeln im Flow – Karma Yoga (YS 1,35)

Aus dem Leben gegriffen bezeichnet Karma Yoga in etwa den Zustand, den man im versunkenen Spiel von Kindern beobachten kann. Erwachsene müssen sich das manchmal erarbeiten. Wenn es geschieht, bezeichnet man das auch als Flow. Es kann bei täglichen Dingen passieren, oder auch in einer gut geführten Yogaklasse, wenn man den Ansagen des Lehrers folgt, den Atem spürt und völlig darin aufgeht.

5. Licht ins Dunkel bringen (YS 1,36)

Das Vergegenwärtigen von Licht oder erhellenden Gedanken und Gefühlen ist eine weitere Technik, zu mehr geistiger Ausgeglichenheit und Konzentrationsfähigkeit. Daraus resultiert Schmerz- oder Kummerlosigkeit, sagt Patanjali. Man nutzt die positive Form der Vorstellungskraft (Sanskrit: Citta Vikalpa) um zu geistiger Erhellung zu gelangen.

6. Beharrliches Üben und Leidenschaftslosigkeit (YS 1,37)

Eifersucht, Habenwollen, Hass – Leidenschaft führt in die falsche Richtung. Der Zustand des Yoga wird erreicht durch beharrliches Üben und Leidenschaftslosigkeit (YS 1,12). Das sagt sich leichter, als es sich tut. Ein Beispiel: So lange vor einem Paar Schuhe des Begehrens sitzen, bis sich der drängende Wunsch, sie zu besitzen, in Ruhe und Gleichmut auflöst. So werden die Gehirnsynapsen zum Positiven manipuliert.

7. Erholsamer Schlaf (YS 1,38)

Wenig ist so erfrischend wie guter Schlaf. Patanjali rät, den Schlaf (Traum- wie Tiefschlaf) zu untersuchen und gegebenenfalls das Verhalten hin zu einem erholsamen Schlaf zu verändern. Darum geht es im Yoga auch, sagt Prof. Krishnamacharya: Man ersetzt negative Muster durch positive.

8. Aus der Vielfalt das Passende wählen (YS 1,39)

Nicht alles funktioniert bei jedem. Patanjali schlägt hier – etwas lapidar – die Meditation auf ein Thema der Wahl vor. Das heißt, man übt sich in Konzentration auf etwas, das bei einem selbst wirkt. Finden Sie also selbst heraus, was bei Ihnen funktioniert.

Die wunderbare Lehrerin Manorama sagt: Yoga ist wie ein Date mit sich selbst. Man schaut genau hin. Findet die Vorlieben heraus. Und kann wie beim nächsten Date dafür sorgen, dass alles perfekt ist. Aber ist das nicht ein Ego-Boost? Nein, denn es geht darum, die Gedanken zu klären und zu beruhigen. Es geht um Klarheit.

Vom Herzen her beginnen

Wir sind fast im letzten Monat des Jahres angekommen und fangen langsam an uns Vorsätze für 2019 zu machen… die man dann spätestens Mitte Januar wieder über Bord wirft. Die Weisheitslehren des Yoga helfen Ihnen, Intentionen so zu formulieren, dass Sie stattdessen Ihre wahren Herzenswünsche verwirklichen. Der Psychologe und Meditationslehrer Richard Miller hat eine Übung entwickelt, mit deren Hilfe Sie einen Blick in Ihr Herz werfen können. Finden Sie heraus: Worin liegt mein tiefster Herzenswunsch? 

  1. Nehmen Sie sich etwa 30 Minuten Zeit. Setzen oder legen Sie sich in eine Position, in der Sie körperlich und mental tiefes Wohlbehagen und Entspannung finden können. Spüren Sie Ihren Körper möglichst fein. Atmen Sie eine Weile tief und bewusst in Ihre Herzgegend. Wenn Sie mögen, legen Sie eine oder beide Hände auf Ihr Herz.
  2. Wenn Sie sich bereit fühlen, geben Sie der Frage nach Ihrem tiefsten Herzenswunsch Raum. Öffnen Sie sich innerlich für alles, was aus Ihrem Herzen aufsteigt – das können körperliche Empfindungen, Gefühle oder Bilder sein. Lassen Sie sich dafür viel Zeit und versuchen Sie, zunächst ganz in der Wahrnehmung zu bleiben.
  3. Erst nachdem sich Ihre Empfindungen zu einem deutlichen Wunsch verdichtet haben, beginnen Sie, ihn möglichst achtsam in Wort zu fassen. Versuchen Sie, Begriffe zu finden, die Sie wirklich inspirieren und die möglichst präzise das beschreiben, wonach Sie im tiefsten Inneren streben.
  4. Schreiben Sie diese Worte auf. Dabei verwenden Sie keine Verneinungen, sondern formulieren einen positiven Satz in der Gegenwartsform, zum Beispiel: „Ich bin innerlich in Frieden, egal unter welchen Umständen.“

Hinweis: Sie sollten verstehen, dass sich Ihr tiefster Herzenswunsch mit der Zeit verändert. Er kann wachsen und reifen oder sich an neue Lebensumstände anpassen. Verbinden Sie sich daher von Zeit zu Zeit immer wieder einmal mit ihm, um zu überprüfen, ob sich das, was Sie einmal formuliert haben, noch wirklich relevant anfühlt. Wenn nicht, dann hilft Ihnen das Wiederholen dieser Übung, einen neuen Wunsch in Ihrem Bewusstsein aufsteigen zu lassen.

Wie Sie Herzenswünsche in 5 Schritten formulieren, können Sie hier nachlesen. 

Interview Julia Engelmann

Erinnern Sie sich? Vor einiger Zeit teilte im deutschsprachigen Raum plötzlich alle Welt dieses Video von einer jungen, blonden Poetry-Slammerin, die in einem Bielefelder Hörsaal vom Sinn des Lebens sprach: „Eines Tages, Baby …” Die eine Hälfte des Freundeskreises war prompt schockverliebt, die andere motzte: „Bäh, naiv!”, und wie es oft so ist, wenn jemand polarisiert, war dies der Beginn einer rasanten Erfolgsgeschichte. Rund vier Jahre später hat die Schauspielerin und ehemalige Psychologiestudentin Julia Engelmann drei Bücher veröffentlicht, zahlreiche Talkshow-Auftritte und Bühnenshows absolviert – und kürzlich mit „Poesiealbum” ein eigene CD herausgebracht. Ein Gespräch über kritische Stimmen, Yoga im Hotel und die Frage: „Lebe ich das Leben, das zu mir passt?”

Du tourst zur Zeit durch Deutschland und Österreich. Wie läuft es bis jetzt?

Wunderbar, ich bin immer wieder neu geflasht, wie viele schöne, sympathische Menschen da zusammenkommen, mittanzen usw.

Der Titel deiner Platte, „Poesiealbum”, passt perfekt. Benutzt man ihn im Hinblick auf Literatur, schwingt da jedoch manchmal auch etwas Belächelndes mit. Spielst du absichtlich mit dieser Doppeldeutigkeit?

Ach, nein. Für mich ist der Begriff rundum positiv besetzt. Ich erinnere mich sehr gerne zurück daran, wie Freundschaftsbücher und Poesiealben damals in der Klasse herumgegangen sind. Ein Freund hatte die Idee, mein Album so zu nennen, und mir gefiel das.

Ich habe meine Bücher von damals auch noch. Wie kam es denn überhaupt zu dem Album, war das ein Herzenswunsch von dir oder hat es sich einfach ergeben nach dem, was in den letzten Jahren so mit dir passiert ist?

Ehrlich gesagt: beides. Ich bin sicher nicht mega-virtuos, habe aber immer schon gerne Musik gemacht, Klavier gespielt oder Gitarre, doch ein eigenes Album war keine ernsthafte Option für mich. Bei meinen Lesungen habe ich aber gern mal ein Lied eingebaut, daraus wurden dann nach und nach mehr. Dass sich daraus letztlich ein Album ergeben hat, habe ich nicht erwartet, aber ich war auch nicht so überrascht. Ich freue mich einfach.

Nun teilst du ja mit den meisten Prominenten das Schicksal, neben Zuspruch auch Gegenwind zu erfahren. Wie nahe geht dir Kritik?

Kommt ganz darauf an, wie sie vorgebracht wird. Dass meine Gedichte nicht jedermanns Geschmack treffen, damit kann ich umgehen. Ich kann auch nachvollziehen, dass jemand genervt ist, wenn er auf Facebook oder so zigmal über mein Video stolpert, obwohl er das gar nicht sehen wollte. Sagen wir so: Solange mir jemand grundsätzlich wertschätzend, empathisch und liebevoll begegnet, nehme ich seine Kritik gerne an.

Sieht ganz so aus, als lebst du tatsächlich diese positive Grundhaltung, die man aus deinen Texten kennt. Hilft dir Yoga dabei?

Schon ein wenig, glaube ich. Ich liebe Yoga, diese Philosphie von „Jeder bleibt auf seiner Matte”, sprich: bei sich, und vergleicht sich nicht permanent mit anderen. Sei gut zu dir, schöpfe aus deinen eigenen Möglichkeiten … Das fängt ja im Kopf schon an. Nach einer Ses-sion bin ich jedenfalls immer sehr entspannt.

Geht mir genauso. Wann hast du Yoga für dich entdeckt?

Vor ungefähr drei Jahren. Ich praktiziere hauptsächlich Vinyasa und ab und zu Yin Yoga. Auch Ashtanga interessiert mich sehr, das habe ich dieses Jahr mal ausprobiert, aber noch nicht regelmäßig geübt.

Würdest du so weit gehen zu sagen: Yoga hat dein Leben verändert?

Ach, schwer zu sagen, das Leben ändert sich ja so oder so ständig, nicht wahr? Da gibt es selten klare Anfänge und Enden. Aber Gedanken, Haltungen können einiges verändern, und da gibt es dann natürlich Hobbys und Tätigkeiten, die dem zuspielen. Yoga bereichert mich auf jeden Fall. Für jemanden wie mich, die ich schnell abgelenkt bin, stellt es ein gutes Gegengewicht dar. Ich starte zum Beispiel morgens im Hotel mit einer kleinen Session, wenn ich auf Tour bin, oder gehe zwischendurch auch so mal in den herabschauenden Hund, um runterzukommen. Es geht bei Yoga nicht um Leistungsdruck, das gefällt mir.

Wobei man beim Blick auf die Szene manchmal durchaus den Eindruck bekommen kann, dass es den gibt, oder?

Na ja, ganz abstellen lässt sich das vielleicht nicht – der Vergleich mit anderen ist vermutlich etwas zutiefst Menschliches. Ich versuche aber, mich auf den Teil der Philosophie zu konzentrieren, der mir guttut.

Verstehe. Ich habe vorhin nicht zufällig nach dem Thema Veränderung gefragt – Wachstum und Wandel ist nämlich das Schwerpunkt-Thema dieser Ausgabe. Hast du dazu Assoziationen?

Lustig, ja – zufällig habe ich erst neulich mit einem Freund darüber gesprochen. Im Grunde verhält es sich doch so: Entwicklung und damit auch Wandel ist kein linearer Prozess, das Ganze verläuft eher in sich überlappenden und wechselnden Phasen. Im ersten Moment denkt man bei Wachstum ja oft an „Höher, schneller, weiter”, aber dass das nicht zufriedener macht, hat sich mittlerweile vielleicht ein bisschen rumgesprochen.

Neben „höher, schneller, weiter” gibt es ja auch dieses Gefühl von „nichts verpassen wollen”, das damit ein wenig verwandt ist. Auch deine Texte handeln immer wieder vom „Carpe diem”. Andererseits ist es unmöglich, nichts zu verpassen. Wie gut kommst du mit diesem Konflikt klar?

Hm, na ja, da geht es sicher viel um das Gefühl der Vergänglichkeit. Wir leben nun mal nicht ewig, daher ist es wahrscheinlich ein Stück weit normal, sich regelmäßig zu fragen: „Ist das jetzt gerade die schönste Version meines Lebens, die mir möglich ist?” Ich glaube, mit der Zeit lernt man, besser zu spüren, wie man seine Tage am besten nutzen kann, das kann man trainieren wie Muskeln. Will ich wirklich noch auf dieser Party bleiben oder täte mir Ruhe besser? Solche Dinge … Das ist eine Frage der Haltung.

Gibt es Punkte, in denen du deine Haltung gerne ändern würdest?

Ja, natürlich, ganz viele. Aber oft sind Dinge schon ganz gut, so wie sie sind, auch wenn wir das mitunter erst im Nachhinein erkennen. Mal ehrlich, wer hat denn schon je das Gefühl: Okay, jetzt ist alles in meinem Leben „fertig”? Der Spruch scheint zwar abgegriffen, aber es ist schon was dran: „Der Weg ist das Ziel.” Trotzdem will ich mich natürlich weiterentwickeln. Mehr Geduld haben zum Beispiel, auch im Sinne von biografischer Geduld. Das bemerke ich auch in meinem Umfeld: Viele wollen am liebsten sofort wissen, wohin ihre Reise mal geht.

Und dann kommt doch alles anders und ist irgendwie trotzdem okay – sage ich jetzt mal mit der Erfahrung einer 41-jährigen. Wenn ich mir die jungen Leute in meinem Freundes- und Bekanntenkreis angucke, habe ich einen ähnlichen Eindruck: Viele sind deutlich zielstrebiger und fokussierter, als wir es seinerzeit waren.

Das liegt vermutlich daran, dass wir so viel Zugriff auf unterschiedliche Lebensmodelle haben. Wir sind permanent konfrontiert mit „So toll kann es werden” oder auch „Wenn ich mich nicht anstrenge, dann ende ich so” … Diese ständigen Vergleichsmöglichkeiten machen ein In-den-Tag-Hineinleben oft schwierig. Natürlich lässt sich nicht alles beeinflussen, auch wenn es manchmal so scheint. Trotzdem wollen wir es ja alle irgendwie hinbekommen, zufrieden zu sein mit dem Leben, das wir führen.

Das erinnert mich ein bisschen an mein eigenes Lebensmotto: „Glück ist eine Entscheidung”. Vor einigen Monaten las ich allerdings den sehr schlüssigen Artikel eines Depressiven, der sich von solchen Sprüchen angegriffen fühlte. Seitdem benutze ich sie deutlich vorsichtiger. Du wirst sicher auch manchmal mit solchen Argumenten konfrontiert, oder?

Puh, ja. Da muss man natürlich differenzieren, Lebensglück ist ja etwas sehr Komplexes. Einem Depressiven oder jemandem, der einen schlimmen Schicksalsschlag erlitten hat, brauchst du nicht mit einem „Hey, lach doch mal!” zu kommen, das ist klar. So möchte ich meine Songs auch nicht verstanden wissen. Es ist auch nicht so, dass ich niemals traurig, melancholisch oder wütend bin. Alle Gefühle sind wichtig und auf ihre Weise poetisch, aus allen kann man etwas ziehen. Wenn ich sinngemäß darüber schreibe, dass man sich für das Glück entscheiden kann, geht es mir mehr um die Punkte, die ich wirklich selbst in der Hand habe. Und bei denen will ich eben das Gute wählen, den positiven Weg.

Kannst du dir verzeihen, wenn dir das mal nicht gelingt?

Na ja, natürlich bin ich am liebsten fröhlich, aber so wie sich Frühling, Sommer, Herbst und Winter abwechseln, so ist das eben auch mit Gefühlen. Wichtig ist, sich nicht unterkriegen zu lassen, nicht zu streng mit sich zu sein und sich bewusst zu machen, dass normalerweise auf schlechte Zeiten auch wieder schöne folgen. Es hilft dabei, sich mit Menschen zu umgeben, die einem gut tun.

Auch deine Texte tun vielen gut – kannst du dich an besonders berührende Nachrichten erinnern?

Oh, da gibt es ganz viele. Wenn ich mit meiner Familie auf Tour bin, lesen wir einander manchmal vor, was mir so geschrieben wurde. Da sind so tolle Dinge dabei. Paare, die sich auf meinen Veranstaltungen kennengelernt haben, junge Mädchen, die mir wunderschöne Gedichte schreiben, oder Menschen, die gerade in der Klinik sind oder sich in einer schwierigen Phase befinden und erzählen, dass meine Texte ihnen Mut machen.

Das klingt großartig, aber auch nach einer gewaltigen Verantwortung. Macht dir die manchmal Angst?

Ach, ich glaube irgendwie an so eine Art großen, allgemeinen Pool, in den von verschiedenen Seiten immer wieder Gedanken wie meine geschüttet werden. Es braucht Menschen, die ihr Innenleben öffnen und teilen. Schön, wenn ich mit meinen Gedichten dazu beitragen kann, dass Menschen einander begegnen oder positive Entscheidungen treffen. Aber wenn ich es nicht täte, dann gäbe es genug andere, davon bin ich überzeugt.

Das klingt schön und traurig zugleich. Man könnte es interpretieren als „Alle sind ersetzbar” oder aber als „Alles ist im Fluss”.

Na, dann wäre ich doch mal eher für letzteres. (lacht)“