Sprossen: Vitamine von der Fensterbank

Frische Sprossen aus verschiedenen Hülsenfrüchten bereichern viele vegetarische Gerichte – und das nicht nur durch knackige Frische und pfeffrige Aromen, sondern auch mit Vitaminen, Eiweiß, Ballast- und Nährstoffen.

Neueren Studien zufolge sollen die Ballaststoffe aus Bohnensprossen den LDL-Cholesterinspiegel senken helfen und so das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren. Genau wie Nüsse, Saaten und Getreide enthalten Hülsenfrüchte allerdings auch Phytinsäure. Sie bindet Mineralien, die der Keimling zum Wachstum braucht. Nachteil für den Menschen: Dieser Stoff erschwert die Verdauung und kann die Aufnahme von Mineralien einschränken. Erst beim Keimen werden Enzyme gebildet, die Phytinsäure abgebaut und die Verdauung gefördert. Zugleich erhöht sich dabei der Gehalt an wertvollen Antioxidantien wie Phenolen und Flavonoiden.

Sprossen ziehen in 4 Schritten

1 . Kaufen Sie getrocknete Hülsenfrüchte im Bioladen. Geeignet sind etwa Linsen, Adzuki-Bohnen, Mungbohnen und Kichererbsen. Aber auch verschiedene Getreidesorten und Saaten kann man nach dieser Methode keimen lassen. Verlesen Sie Ihr Keimgut sorgfältig (Sie kennen das von Aschenputtel) und spülen Sie es gründlich unter fließendem Wasser.

2.  Geben Sie die Hülsenfrüchte in ein Keimglas mit aufschraubbarem Sieb, füllen Sie das Glas mit kaltem Wasser auf und weichen Sie sie über Nacht ein. Die verwendete Menge variiert je nach Keimgut und Größe des Glases.

3.  Gießen Sie das Einweichwasser ab, spülen Sie das Keimgut im Glas zweimal mit frischem Wasser und stellen Sie den Behälter auf die Seite an einen sonnigen Platz. Spülen und Abgießen wiederholen Sie mindestens dreimal täglich, bis die Sprossen gut 1 Zentimeter lang sind. Je nach Sorte dauert drei bis fünf Tage.

4.  Spülen Sie die Sprossen nochmals gründlich. Dann lassen Sie sie abtropfen und breiten sie auf Küchenpapier aus, um möglichst viel Feuchtigkeit aufzunehmen. In einem trockenen, luftdicht verschlossenen Behälter kann man sie im Kühlschrank etwa sieben Tage aufbewahren.


Foto: unsplash.com

Sibylle Schöppel

Tipps für Yoga mit Kindern und Jugendlichen

In diesem Workshop vermittelt dir die Kinderyoga-Expertin Sibylle Schöppel, wie du Yoga für Kinder und Teens freudvoll erlebbar machst! Sprüche, Reime, Spiele, Musikeinsatz und eigens entwickeltes Lern- und Spielmaterial für Kita und Schule ermöglichen dir einen leichten Einstieg in deine eigene Yoga-Praxis mit Kindern. Außerdem bekommst viele yogische Tipps aus Sibylles über 15-jähriger Erfahrung.

Web: www.kinderyogaexpertin.at
Facebook: https://www.facebook.com/SchoeppelSibylle/

 


Sibylle Schöppel auf der YOGA WORLD 2018 in München:
Freitag, 19. Januar // 15:30 – 16:15 Uhr // Familien Yoga // Ganesha Yogaspace



 

Lust auf Linsen – Wie passt Dal und Yoga zusammen?

Was den Italienern ihre Pasta, ist den Indern ihr Dal. Hier erfahren Sie, warum der wärmende, sättigende Eintopf in seinen vielen Varianten auch unter Yogis so beliebt ist.

Ich erinnere mich noch gut an den besonderen Geruch des Ashrams, in dem ich Anfang zwanzig lebte. Bald fand ich heraus, dass er sich zu gleichen Teilen aus Räucherstäbchen, der göttlichen Präsenz und Dal zusammensetzte – dem würzigen, suppenartigen Eintopf aus Hülsenfrüchten, der weit über die Grenzen Indiens hinaus beliebt ist. Der dem Ashram-Leben geschuldete Verzicht auf Knoblauch und Zwiebeln (sie stehen bei strengen Yogis im Verdacht, Agni, das „innere Feuer“ auf ungewünschte Art anzuregen) tat dem Geschmack keinerlei Abbruch: Nichts konnte mich am Ende eines langen Nachmittags voller Asanas und Karma-Dienst glücklicher machen, als meinen Löffel in den duftenden, würzigen Brei zu tauchen – eine cremige Symphonie aus weich gekochten Split-Linsen, Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander und Ingwer, serviert auf einem Bett aus dampfendem Basmatireis. Und genau so, wie ich mich nach meiner ersten Yogastunde genährt, zufrieden und ein bisschen angefixt gefühlt hatte, empfand ich auch den Genuss des Dal: Es war das befriedigende Gefühl, mir etwas richtig Gutes zu tun.

Heute weiß ich, dass die heilende und nährende Wirkung von Dal nicht nur dem Zauber des Ashrams (und meinem Mangel an Zucker und Sex) zu verdanken war: Dal ist seit jeher ein klassisches Yogi-Gericht, denn es gehört zu den so genannten sattvischen Nahrungsmitteln. Genau wie Ghee (geklärte Butter), Kräutertee, Honig oder frisches Gemüse gilt auch Dal als „rein“ und soll Sattva, also Harmonie, Frieden und Gleichgewicht, fördern. Den Hintergrund erklärt Kantha Shelke, Ernährungswissenschaftlerin und Yogini aus Chicago: „Die Yogaphilosophie meidet das Übermaß und spricht sich für Mitahara, eine maßvolle Ernährungsweise, aus.“ Das günstige, nährstoffreiche Dal passt wunderbar in dieses Konzept. Shelke schwärmt: „Die geballten Nährstoffe des Dal und die aromatischen Gewürze nähren sowohl den Körper als auch die Sinne.“ In anderen Worten: das perfekte Gericht für Menschen, die Körper und Leben ins Gleichgewicht bringen möchten – also das perfekte Gericht für Yogis.

Ein Hoch auf Hülsenfrüchte

Ähnlich wie Yoga ist Dal in Indien allgegenwärtig. Kein Wunder: Der Hauptbestandteil (verschiedene Arten von Hülsenfrüchten, meistens Linsen) ist günstig, vegetarisch und dennoch proteinreich und dabei ganz einfach zuzubereiten. Ein Grundnahrungsmittel für Arm und Reich, Alt und Jung. Die erste feste Nahrung indischer Babys besteht in der Regel aus einem wässrigen Mungbohnen-Dal ohne Gewürze. Laut Ayurveda, der alten indischen Heilkunst und Schwesterwissenschaft des Yoga, eignet sich Dal für alle drei Doshas (Konstitutionstypen) und wird sogar als Medizin eingesetzt: Man behandelt Bauchschmerzen oder grippale Infekte zumindest teilweise mit Dal.

Yogis nutzen Kitchari, ein würziges Dal aus Linsen, Reis und Ghee, während spezieller Fastenkuren oder um das Fasten zu brechen. Jede Region und jede Familie kennt unzählige verschiedene Dal-Gerichte. Auch wenn dabei immer dieselben vier bis fünf Sorten von Hülsenfrüchten zum Einsatz kommen, sorgt das variantenreiche Tarka, die scharfe Mischung aus Gewürzen und Öl, für Abwechslung. In Südindien findet man zum Beispiel Sambar, ein Dal aus gelben Linsen (Toor Dal, eigentlich geschälte, gespaltete Straucherbsen) oder Kichererbsen (Chana Dal) mit Gemüse. Ein südindisches Tarka enthält in der Regel Senfsamen und Curryblätter. Weiter im Norden, etwa im Punjab, besteht das typische Tarka aus Kreuzkümmel, Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch und etwas Garam Masala – eine wärmende Mischung für kühleres Klima. An der tropischen Küste im kokosnussreichen Kerala wird Dal auch mal mit Kokosmilch zubereitet.

Dal selber kochen

An der Wahl der Hülsenfrüchte kann man nicht nur die regionale Herkunft festmachen, sie bestimmt auch Zubereitung und Nährstoffgehalt: Je naturbelassener die Hülsenfrucht, desto länger die Kochzeit und höher der Nährwert. Und auch wenn Dal im Sanskrit „teilen“ oder „aufspalten“ bedeutet, werden manche Hülsenfrüchte doch im Ganzen gekocht. Die lachsfarbenen roten Split- Linsen (Masoor Dal) zum Beispiel zerfallen nach etwa 12 Minuten zu Brei. Es gibt sie aber auch im Ganzen und ungeschält. Dann sind sie braun und brauchen mehr als 45 Minuten, um gar zu werden.

Im Westen lernt man, Linsen bissfest zu kochen, in Indien bevorzugt man dagegen eine breiartige Konsistenz – also weg mit der Vorstellung vom Linsensalat und eher orientieren an Haferbrei. Um einen simplen Linsenbrei in ein unvergessliches Geschmackserlebnis zu verwandeln, sollten Sie sich beim Kochen vor allem auf das Tarka konzentrieren. Doch Vorsicht: Zu lang angebraten, verwandelt sich die köstlichste Gewürzmischung in bittere, verkohlte Reste; zu kurz angebraten können sich die Aromen nicht ausreichend entfalten. Damit das Tarka optimal gelingt, gilt folgende Faustregel: Die Tarka-Zubereitung dauert insgesamt maximal 2 bis 3 Minuten. Sobald das Öl oder Ghee heiß ist, geben Sie die ungemahlenen Gewürze wie Koriander- und Kreuzkümmelsamen in der angegebenen Reihenfolge hinein und warten, bis sie anfangen zu knistern. Nach 30 bis 40 Sekunden bei mittlerer oder starker Hitze, wenn die Gewürze rötlich-braun werden und duften, fügen Sie Zwiebeln, Ingwer und/oder Knoblauch hinzu. Ganz zum Schluss kommen die Gewürze in Pulverform in die Pfanne, die schnell anbrennen.

Anupy Singlas Familie, bei der es jeden Abend irgendeine Form von Dal gibt, beschwert sich manchmal: „Schon wieder Linsen?!“ Aber das variantenreiche Aufeinandertreffen von Linsen und Tarka hat geschmacklich etwas so Magisches, dass die Familie immer wieder einlenkt, sobald das Essen beginnt. „Das faszinierende Zusammenspiel der Aromen macht einfach süchtig.“ Mit diesen vier einfachen Rezepten von Anupy Singla dampfen schon bald auch in Ihrer Küche Schalen mit köstlichem Dal.

Massage oder Kollision – Richtiges Üben

Was macht das Üben gesund? Und was ist schädlich? In diesem Artikel vertieft unser Anatomie-Experte Ronald Steiner die Thematik von Zug und Druck in der Bewegung.

Sich zu bewegen ist gesund – das weiß heute jeder. Muskeln und Bindegewebe brauchen das Wechselspiel aus Spannung und Druck, um elastisch und gesund zu bleiben. Begibt man sich beispielsweise in eine Vorwärtsbeuge, so entsteht auf der Rückseite des Körpers Zug. An der Vorderseite wird das Gewebe hingegen zusammengedrückt (Abbildung 1). Bei diesem Wechselspiel wirkt der Druck wie eine sanfte Massage und hilft, Muskeln und die umhüllenden Faszien gesund zu erhalten. Ganz ähnlich gilt dieses Prinzip für fast alle Bewegungsmuster im Yoga.

Abb1

Warum Yogahaltungen gesund sind

Am besten erschließt sich das Zusammenspiel von Zug und Druck beim achtsamen eigenen Üben. Am Beispiel einer Vorwärtsbeuge können Sie sehr gut beobachten, ob Bereiche Ihres Körpers einen sanften Druck erfahren und welche Bereiche das sind. Vielleicht drücken die Rippen oder der Bauch auf die Oberschenkel? In beiden Fällen können Sie ruhig atmen und die wohltuende Massage genießen. Dabei wird Flüssigkeit aus dem Gewebe heraustransportiert und neue Nährstoffe können anschließend einströmen. Zusätzlich fördert die Massage die Durchblutung der Muskulatur und verbessert die Regeneration. Wenn Sie möchten, gehen Sie nach und nach tiefer in die Position hinein.
Manchmal können Sie sich durch eine kleine Veränderung der Haltung auch mehr Bewegungsspielraum schaffen. Wenn beispielsweise der Druck zwischen Bauch und Oberschenkel unangenehm intensiv ist, dann können Sie die Beine ein wenig auseinanderrücken. In jedem Fall hilft es in der Vorwärtsbeuge, die Muskeln an der Rückseite des Körpers etwas zu aktivieren. Über einen Reflex, die so genannte Reziproke Hemmung, entspannt dann die Muskulatur an der Vorderseite ihres Körpers. Sie wird weicher und kann dem Druck leichter nachgeben. Dadurch wird die Massage intensiviert (Abbildung 2):

ABB2

 

Das Hüftgelenk in der Vorbeuge ist dabei nur ein Beispiel. Das Prinzip der Gewebsmassage durch Druck funktioniert bei vielen Übungen und in ganz verschiedenen Körperbereichen. Bei den verschiedenen Varianten des Drehsitzes beispielsweise drückt der Oberschenkel oder ein Fuß gegen den Bauch. Auch hier kann die Vorstellung helfen, sich aus der Position „herauszudrücken.“ Dazu aktivieren Sie Beinrückseiten und Rücken und entspannen im Gegenzug Bauch und Oberschenkelvorderseiten. So kann die massierte Muskulatur lockerlassen und mehr Raum ermöglichen.ABB2

Kollisionen vermeiden und Gelenke gesund erhalten

Beim genauen Hinspüren in den verschiedenen Yogahaltungen nehmen Sie aber nicht immer nur massierenden Druck oder dehnenden Zug wahr. Ganz wichtig ist es, diese wohltuenden Empfindungen davon zu unterscheiden, wenn es irgendwo im Körper beginnt zu „klemmen“ und Knochen auf Knochen trifft. Am Beispiel der Vorwärtsbeuge und der Hüftgelenke würde das typischerweise an der Innenseite des Hüftgelenks passieren. Hier kann der Oberschenkelhals hart mit dem Pfannenrand in Kollision kommen. Wir Ärzte nennen diesen Zustand ein „inneres Impingement“. Hier sollten Sie unbedingt die Bewegung zurücknehmen. Der Pfannenrand wird von einer filigranen Gelenklippe umhüllt. Beim wiederholten Einklemmen kann sich diese entzünden, spröde werden und schließlich einreißen. Die Folge sind nicht nur Schmerzen am Hüftgelenk, sondern auch eine ernstzunehmende Schädigung des Gelenks. Man wird dabei auch nicht beweglicher, ganz im Gegenteil: Durch die Entzündung und Gelenkschädigung verdickt sich der Pfannenrand. Die Beweglichkeit wird immer weiter eingeschränkt und die Kollision tritt schon früher in der Bewegung auf. Ein Teufelskreis also.
Am besten Sie lassen es gar nicht so weit kommen. Sobald es irgendwo im Körper „klemmt“ und Knochen auf Knochen trifft, sollten Sie drei wichtige Punkte beachten:

1. Lösen Sie sich ein wenig aus der Position heraus.

2. Bewegen Sie sich so, dass Sie das Hindernis der Kollision gewissermaßen umgehen.

3. Zentrieren Sie den Gelenkkopf im Gelenk. In der Vorwärtsbeuge und bezogen auf das Hüftgelenk können Sie das erreichen, indem Sie den Oberschenkelkopf bewusst nach hinten ziehen. Ein Gefühl, als wollten Sie Ihr Bein verkürzen (Abbildung 3).

Abb3

 

Auch hier ist das Hüftgelenk nur ein Beispiel. Ein inneres Impingement, also eine schädigende Kollision am Gelenk-rand, ist bei nahezu jedem Gelenk möglich. Daher gilt ganz allgemein: Eine Aktivierung der tiefsten Muskulatur an der Außenseite der Bewegung holt das Gelenk aus der Kollision heraus und zentriert den Gelenkkopf besser in seiner Gelenkpfanne.
Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit einmal dafür geschärft haben, wird dieses Prinzip der Ausrichtung in den verschiedensten Yogahaltungen mit der Zeit ganz selbstverständlich werden. Kollisionen von Knochen, bzw. ein inneres Impingement, werden kaum auftreten und Sie können mit vollem Bewusstsein in der Yogapraxis eine wohltuende Massage des ganzen Körpers genießen.

Viel Freude beim Üben!


Dr. Ronald Steiner ist Arzt für Sportmedizin und zählt zu den bekanntesten Praktikern des Ashtanga Yoga. Sein Unterricht baut eine Brücke zwischen angewandter Anatomie und lebendiger Philosophie, präziser Technik und praktischer Erfahrung. Mit viel Präzision und Praxisnähe unterrichtet er bei Aus- und Weiterbildungen Anatomie, Alignment und Yogatherapie.

Johanna Schuhbauer

Triyoga® nach Kali Ray

Atmung , Bewegung und Mudras verbinden sich auf harmonische Weise zu einem Tanz aus Leichtigkeit, Kraft und Flexibilität. Durch die langsamen , mit der Atmung ausgeführten Flows entsteht immer mehr ein Zustand von „Meditation in der Bewegung“ durch die der Übende Ruhe und Energie im harmonischen Ausgleich erleben kann. Ist der Körper durch die Flows genügend aufgewärmt und in der Ausrichtung vorbereitet werden die Asanas gehalten.
Während einer Triyoga Einheit wird besonderer Wert auf die meditative und ruhige Atmosphäre im Raum gelegt, die jedoch individuell viel Freiraum lässt. Die Flows können öfters wiederholt werden , die Asanas individuell angepasst oder einfach nur in einer Ruheposition ausgeruht werden. Auf diese Weise können Übende mit ganz unterschiedlicher Vorerfahrung zusammen im Flow bleiben .

Johanna Schuhbauer auf der Yoga World 2020 in München:

Samstag, 18. Januar // 17:15 – 18:00 Uhr // Triyoga® Flow // Ganesha Yogaspace


Der Wunsch nach Freiheit

Origami Kranich Papier Freiheit
Foto von fotografierende von Pexels

Wunschlosigkeit ist laut Patanjali eine der Voraussetzungen für Erfolg im Yoga. Warum scheinen unsere Wünsche und Bedürfnisse dann manchmal eher größer zu werden, nachdem wir mit der Praxis begonnen haben?

Wann haben Sie das letzte Mal innerlich die Fäuste zum Himmel gereckt und genervt gerufen: „Oh nein, nicht schon wieder!“ oder „Irgendwann muss doch mal Schluss sein…“? Noch gar nicht so lange her? Das ist ein gutes Zeichen; möglicherweise sind Sie schon auf dem richtigen Weg! Manchmal wundern sich Yogis, dass sich – auch wenn die Lebensqualität durch Yoga allgemein zunimmt – bestimmte Dinge nicht ändern, oder sogar schlimmer zu werden scheinen. „Ich habe früher nie so viel Schokolade gegessen“ ist nur ein kleines harmloses Beispiel dafür. Es gibt Yogalehrer, die ganz andere Substanzen zu sich nehmen und auch ich habe meine persönlichen Muster, um mich vor meinen Gefühlen zurückzuziehen. Die gute Nachricht ist: Langfristig wird uns die Flucht nicht gelingen. Wenn wir tief in uns wirklich den Wunsch nach Befreiung haben, wird das Leben auch dafür sorgen, dass wir ausreichend Gelegenheit bekommen, diese zu erfahren. Auch wenn das heißt, dass wir dazu liebgewordene Dinge loslassen müssen.

Obwohl Krishna in den alten Geschichten aus Indien meist für die reine und ungezügelte Lebensfreude steht, gibt es eine Begebenheit, bei der sich sein Segen auf sehr eigenartige Weise zeigte: Am Ende eines ausgedehnten Spaziergangs mit Arjuna kamen sie eines Abends etwas hungrig in einem kleinen Dorf an. Im Haus eines reichen Händlers wurde gerade ein großes Fest gefeiert und so fragte Krishna nach etwas zu essen für sich und seinen Freund. „Verschwindet, arbeitsscheues Gesindel!“, war die einzige Antwort. „Ist nicht vielleicht ein kleiner Bissen übrig?“, fragte Krishna nochmals; aber schon flogen die ersten Steine. Sie erkannten, dass es besser war, schnell zu verschwinden. Sie liefen ein kurzes Stück und Krishna rief: „Möge sich der Reichtum dieses Mannes verzehnfachen! Möge er statt zehntausend hunderttausend Goldstücke sein Eigen nennen!“ Arjuna wunderte sich. Sie gingen einige Meter weiter und kamen zum Haus eines armen Mannes. Die Tür öffnete sich und die beiden wurden herzlich hereingebeten. Als Arjuna sich umsah, erkannte er, dass der Mann nur eine einzige Kuh besaß, deren Milch er nutzte, um Käse zu machen. „Könnten wir vielleicht etwas zu essen bekommen?“, fragte Krishna höflich. Der Mann gab ihnen alles, was er an Käse hatte. „Wunderbar!“, freute sich der schwarze Gott. Arjuna war es sehr peinlich, dass sein Freund wirklich alles aufaß, was der arme Mann besaß. „Ist denn auch noch etwas zu trinken da, guter Freund?“, fragte Krishna nun. Arjuna sah, dass der Mann zur Vorratskammer ging, wo er die Milch aufbewahrte, die er am nächsten Tag verarbeiten wollte. Er zögerte kurz, gab Krishna dann aber alles, was er hatte. Arjuna wäre vor Scham am liebsten im Boden versunken, weil sein Freund die ganzen Vorräte des armen Mannes verzehrte und sich dann nur mit einem kurzen „Leben Sie wohl, guter Herr!“ verabschiedete. Nach nur wenigen Schritten rief Krishna plötzlich laut aus: „Möge die Kuh dieses Mannes heute Nacht sterben.“ Jetzt reichte es Arjuna. „Du bist mein Freund gewesen! Ich verstehe nicht, wie du so herzlos sein kannst.“

Wann ist bei Ihnen das letzte Mal etwas zu Bruch gegangen, an dem Sie sehr gehangen haben? Waren Sie in der Lage, das als Segen zu sehen? Rings um uns herum sehen wir Menschen, die „Bestellungen beim Universum“ aufgeben und prompt bekommen, was sie wollen – wie der reiche Händler in der Geschichte, der eigentlich gar nichts Ehrbares getan hat. Warum funktioniert das bei anderen und nicht bei uns? Nun, wie schon gesagt: Vielleicht sind Sie näher „dran“, als Sie denken. Je mehr wir uns der Praxis des Yoga widmen, desto größer wird in der Regel der Wunsch nach Freiheit. Und bei der Verwirklichung dieser Wünsche hilft uns unser (inneres) Universum. Krishna erklärte seinem Freund: „Der reiche Mann wünschte sich so sehr Gold und Geld. Solange das sein größter Wunsch ist, schenke ich es ihm, bis er endlich von selbst merkt, dass er es eigentlich gar nicht braucht. Der arme Kerl mit der Kuh wünschte sich nichts sehnlicher, als zu mir zu kommen. Aber er hatte noch Angst, seinen letzten Besitz zu verlieren. Also tat ich ihm den Gefallen, ihn darum zu erleichtern.“ Was wie ein Fluch aussah, war tatsächlich ein Segen. Aber bevor Sie jetzt all Ihr Hab und Gut weggeben und ins Kloster gehen: „Loslassen“ heißt nicht „abschneiden“. Die wenigsten Menschen kommen in den Himmel, nur weil sie ihren Besitz verschenken oder sagen: „Ich hab es so oft mit einer Beziehung versucht, das ist einfach nichts mehr für mich.“ Ich halte es für ein sehr verkürztes Verständnis von „Gott“, wenn man denkt, man würde in irgendeiner Weise durch Verzicht erlöst. Vielmehr scheint es mir so zu sein, dass wir uns wirklich damit auseinandersetzen müssen, was in unserer Seele vorgeht, wenn wir bemerken, dass uns etwas „fehlt“. Weder ist „Entsagung“ durch das Abschneiden der Wünsche eine Lösung, noch ihnen immer wieder aufs Neue nachzugeben. In diese Falle tappen gerade Yogis leicht. „Ich muss jetzt auch mal etwas für mich tun“, oder „Ich muss gut für mich selbst sorgen“. Und schwupp! ist die nächste Tafel Schokolade aufgerissen oder ein anderes altes, wohlbekanntes Muster reaktiviert …

Was uns wirklich Frieden bringt, ist: tiefer zu schauen, woher diese Wünsche eigentlich kommen. Dadurch dringen wir zu den Anteilen von uns selbst vor, die uns manchmal schon früh verloren gegangen sind und die tatsächlich große Wünsche nach Zuwendung haben. Diesen Teilen unserer Seele zuliebe können wir mit destruktiven Verhaltensmustern aufhören. „Loslassen“ allein ist kein Ticket zur Erleuchtung. Wenn wir aber die Gründe erkennen, warum wir bestimmte Situationen immer wieder erleben, uns den dahinter verborgenen Gefühlen stellen und diese aushalten, wird es leichter, den Erlebnissen mit einem neuen, reifen Verhalten zu begegnen. Dann können wir wirklich „loslassen“. Dann sind wir im Himmel.

7 Dinge für den perfekten Start in den Tag

Wer kennt sie nicht, die Redensart „Morgenstund‘ hat Gold im Mund“? Damit sich dies für Sie auch wirklich bewahrheitet, haben wir Ihnen 7 Tipps für einen perfekten Start in den Tag zusammengestellt.

1. Move, it. Move it!

Beginnen Sie den Tag mit einer kurzen Yoga-Praxis. Fangen Sie schon im Bett mit sanften Bewegungen an, indem Sie sich ausgiebig räkeln und strecken. Nach dem Aufstehen bringen Sie Ihren Kreislauf am besten mit ein paar Sonnengrüßen und Haltungen, die Ihnen gut tun, in Schwung. Sie können die Dauer und Bewegungsabläufe Ihrer Morgen-Session natürlich von Tag zu Tag variieren. Hauptsache, Sie fühlen sich wohl dabei.

2. Sauer macht lustig.

Trinken Sie ein großes Glas Leitungswasser mit frisch gepresster Zitrone – es entgiftet, erfrischt und versorgt Sie mit ausreichend Vitamin C.

3. Kalt macht wach.

Eine kalte Dusche belebt müde Geister. Besonders wirkungsvoll sind warm-kalte Wechselduschen. Beenden Sie diese immer mit einem kalten Gang.

4. Gesundes Frühstück

Nehmen Sie sich die Zeit für ein gesundes, nahrhaftes und abwechslungsreiches Frühstück. Wählen Sie hierfür frische Früchte der Saison (besonders lecker als Smoothie) und machen Sie ausnahmsweise mal keinen Bogen um kohlenhydratreiche Nahrungsmittel. Sie brauchen ja schließlich Energie für den Tag.

5. Munter mit Matcha
Eine Matcha-Latte ist die perfekte Alternative zur morgendlichen Tasse Kaffee. Das fein gemahlene Grüntee-Pulver schmeckt besonders gut mit aufgeschäumter Vanille-Soja-Milch, ist schnell zubereitet und macht wirklich wach.

6. Pas de stress, s’il vous plaît!
Sparen Sie sich frühe Suchaktionen und Entscheidungen, die unnötig Zeit kosten. Bereiten Sie Ihr Outfit und die Unterlagen, die Sie am nächsten Tag benötigen bereits am Abend vor. Auch das Frühstücks-Geschirr können Sie sich schon bereitstellen.

7. Organisation ist alles.

Gehen Sie kurz in sich und setzen Sie sich Ihre Tagesziele. Schreiben Sie auf, was Sie sich für den Tag vornehmen möchten oder sagen Sie zu sich „Heute versuche ich … zu erledigen.“ Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, sondern denken Sie in kleinen Schritten. Abends können Sie dann Einiges von Ihrer (imaginären) To-Do-Liste streichen – ein schönes Gefühl.

YOGA JOURNAL wünscht Ihnen einen wunderschönen Start in den Tag!

Bildquelle: www.pixelio.de

Claudia Gonzalez

Claudia Gonzalez

Öffnung des Dritten Auges
Aura und Chakrensystem wahrnehmen und lesen.

Yoga basiert auf der Lehre der Chakren. Chakren sind wichtige Energiepunkte, die Informationen über den Menschen und dessen Seele gespeichert haben. Diese Energie und die Themen, die dort schwingen können mit Hilfe einer erhöhten Wahrnehmung intuitiv wahrgenommen werden. Neben der Weiterentwicklung durch die Asanas, kann die Intuition durch Sinnesschulungen gefördert werden, welches das Bewusstsein erweitert.

Das 3. Auge steht in Zusammenhang mit der Zirbeldrüse, die durch regelmäßiges Training, neben bestimmten Asanans auch durch Meditation und Sinneswahrnehmungsübungen aktiviert werden kann. Dieses regt auf natürlicher Weise die Produktion des körpereigenes DMT Stoffes im Gehirn an, welche für die Bilder zuständig ist, die empfangen werden bei einer Aura-Chakra Lesung. Bei einer Aura-Chakra Lesung erhältst du klare Informationen über das Energiefeld und die Seele des Gegenübers durch alle Sinne. „Es ist wie Träumen oder Fernsehschauen“.

Diese Fähigkeiten können vielfältig angewendet werden. Wenn du einmal deine Intuition entwickelst und beginnst auch in die Räume reinzuspüren, kannst du deine Yogapraxis verbessern. Du weißt plötzlich, welche Asana jetzt für dich oder für die Gruppe von Nutzen ist. Du kannst Blockaden im Raum wahrnehmen und intuitiv mit deinen persönlichen Instrumenten auflösen. Ich nutze dafür beispielsweise Heilgesänge, Geräusche, Instrumente und die Kraft der Berührung.

Viele Yogalehrer benutzen diese Fähigkeit bereits intuitiv. Bewusst sie einzusetzen kann hilfreich und bereichernd sein.

In diesem Vortrag erklärt Claudia, wie eine Aura-Chakra Lesung funktioniert und, wie diese Fähigkeit geschult werden kann. Abschließend leitet sie eine intuitive Meditation zur Aktivierung des 3. Auges an.

Mach mit!


Claudia auf der Yoga World in Düsseldorf: 
Sonntag, 15. Oktober 2017 // 10.30 – 11.15 Uhr // Öffnung des Dritten Chakras. Auren- & Chakrensysteme wahrnehmen und lesen // Yamuna Vortragsbereich