Stephanie Schönberger

Kiss your Karma. Denn was wir tun, hat eine Wirkung.
Leider gefällt uns das Ergebnis unseres Handelns nicht immer und wir klagen über schlechtes Karma. Oder jammern: „Das habe ich so nicht gewollt.“ Die Yogis sagen, das lässt sich vermeiden, wir müssen nur wissen, was wir tun und uns bewusst machen, wer oder was uns warum wirklich handeln lässt. Dann können wir unser Leben, unser Karma, leichter in die gewünschte Richtung lenken. Schauen wir uns unsere Karma-Beeinflusser also mal an. Denn was wir tun, hat eine Wirkung. Das ist unser Karma.

Stephanie Schönberger ist Yogalehrerin (BDY/EYU), Mutter zweier immer reizender Kinder, verheiratet, Ex-Journalistin, Autorin, Karma-Skrpterin und hat zweieinhalb Jahre bei R.Sriram das Yoga-Sutra von Patanjali studiert. Ihr aktuelles Buch heißt „Das Karma, meine Familie und ich. Yoga-Philosophie für einen entspannteren Alltag“ und ist Anfang des Jahres im Beltz-Verlag erschienen.

Webseite: www.8sam-yoga.de


Asana ausführlich: Parivritta Parshvakonasana

Gedrehte seitliche Winkelhaltung

Für einen guten Start in einen energetischen Tag! Als Teil der Yoga-Sequenz mobilisiert die gedrehte seitliche Winkelhaltung die Wirbelsäule, stimuliert die Organe und regt die Verdauung an. Der geweitete Brust-Schulter-Bereich lässt tiefe Atemzüge zu, versorgt uns mit frischer Energie und hilft Körper und Geist, in die Gänge zu kommen. Die Sanskrit-Bezeichnung Parivritta Parshvakonasana setzt sich zusammen aus Parivritta = gedreht, Parshva = Flanke, Kona = Winkel und Asana = Haltung.

Wirkung der gedrehten seitlichen Winkelhaltung:

  • kräftigt und dehnt Beine, Knie und Fußgelenke
  • dehnt die Leisten
  • mobilisiert die Wirbelsäule
  • weitet Brust und Schultern
  • stimuliert innere Organe
  • regt die Verdauung an
  • erhöht Kraft und Ausdauer
  • verbessert das Gleichgewicht

Mehr Asanas mit Anleitung und Wirkung finden Sie in unserem Asanafinder. Hier können Sie sich auch ganz Sequenzen zusammenstellen – viel Spaß beim Üben!

Alles ensteht, ist und vergeht

Mantras sind Silben, Worte oder Verse, die sich durch ständiges Wiederholen im Hier und Jetzt manifestieren sollen. Folgendes Mantra stellt der Kirtan-Sänger Philipp Stegmüller vor: „Lerne und erkenne alles, was ist entsteht, wird und vergeht. Die größte Lehre jedoch ist das, was direkt vor deinen eigenen Augen ist. Genau diesen höchsten Lehrer verehre!“

 

Gurur Brahma
Gurur Vishnu
Gurur Devo Maheshwara
Gurur Sakshat Parabrahma
Tasmai Shree Guruvey Namaha

Die Bedeutung von Guru entsteht aus den Silben „gu“ (Dunkelheit der Unwissenheit) und „ru“ (das, was entfernt). Ein Guru entfernt durch seine Weisheit und seine Liebe, also seinen „Spirit“, die geistige Dunkelheit seiner Schüler.  So ein Lehrer muss nicht physisch anwesend sein. Das Leben selbst ist die Lehre. Guru bedeutet vor allem: die eigene innere Umwandlung. Die Araber sagen zum „Spirit“ „Ruh Allah“, bei den Hebräern heißt es „Ruah“. Der „Spirit“ entfernt also die Dunkelheit. Anders als die Seele, die ewig ist und von Körper zu Körper wandert, ist der „Spirit“ das, was wir durch spirituelle Praxis entwickeln. Das Wissen um das Entstehen (Brahma), Werden (Vishnu) und Vergehen (Shiva als Devo Maheshwara) ist der erste Schritt der spirituellen Praxis.

Dieses oft verwendete Mantra, genannt Guru Stotram, klingt mächtig und vielleicht auch schwer greifbar, wenn man die direkte Übersetzung nicht kennt. Der Schlüssel liegt in dem Wort „Sakshat“, was sich für meine Ohren anhört wie Ratzfatz oder Zack-Bumm. Es bedeutet auch, was es klanglich ausdrückt: Genau hier, direkt vor deinen Augen, jetzt und hier, da ist die allergrößte Chance zu lernen. Ob es dein Partner ist, deine Arbeit, der Computer, an dem du arbeitest, das Heft, das du gerade liest, oder die glitzernde Isar an einem Winternachmittag. Das ist es, was wir verinnerlichen müssen: Komm ins Hier-und-Jetzt, immer und immer wieder. Be here now!

 

Philipp Stegmüller leitet Kirtan- und Bhajan-Veranstaltungen in und um München.
Mehr Infos: www.m-singing-circle.de


Foto: Paul Morris/ www.unsplash.com

Das Licht im Anderen

Yoga verbindet_Foto_Aranxa Esteve

Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten, Menschen verlieren ihre Heimat, Tausende sind auf der Flucht vor Terror und Gewalt. Spätestens mit „Bataclan“, den Anschlägen von Paris im November 2015, war die Angst auch bei uns angekommen. Wie verhalten wir uns als Yogapraktizierende? Alles wegatmen, für den Weltfrieden meditieren oder aktiv werden und konkrete Hilfe anbieten?

„Om Shanti, Frieden, Frieden, Frieden!“ Auch Sie werden dieses Mantra schon in der Yoga­stunde rezitiert haben. Vielleicht haben Sie in Verbindung mit Yoga und Meditation auch schon dieses friedliche Gefühl in sich selbst vernommen, den Moment, in dem alles so sein darf, wie es ist. Genau jetzt, in dieser Gesellschaft, auf dieser Erde. Auch wenn sich alles so schnell wandelt, wenn es grausame Kriege, Selbstmordattentate und Klima­katastrophen gibt, wenn Menschen flüchten, heimatlos werden, wenn wir helfen wollen, aber oft nicht wissen wie. Wie kann Yoga dabei helfen? Wir haben mit R. Sriram darüber gesprochen. Der Yogalehrer aus dem südindischen Chennai lebt seit 1987 in Deutschland und weiß, welche Herausforderungen, aber auch welche Möglichkeiten der Bereicherung es beim Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen geben kann. Sein Anliegen ist es, mit Yoga Engagement und Toleranz zu fördern und ein friedliches Miteinander zu stärken.

Yoga mitten im Leben

Wer sich tiefer mit der Yoga­philosophie auseinandersetzt, wird feststellen, dass sich Yoga nicht nur um das Wohlbefinden des Einzelnen sorgt. Mindestens ebenso wichtig ist die gesellschaftliche Ebene. Wir nehmen Teil, tragen Verantwortung und stehen mitten im Leben. Im zweiten Kapitel des Yogasutra stehen bei der Beschreibung des Yogawegs nicht ohne Grund die Yamas, die das zwischenmenschliche Verhalten regeln, an erster Stelle (siehe unten).

Wahrhaftig begegnen

R. Sriram zufolge sind es besonders die Yamas Ahimsa und Satya, Wahrhaftigkeit und Gewaltlosigkeit, die uns im Umgang mit dem Fremden und im konkreten Umgang mit Menschen auf der Flucht helfen können: „Wer gewaltlos bleibt, bekommt Frieden in seiner Umgebung“, so Sriram. Wenn Flüchtlingen mit Hass, Angst und Ablehnung begegnet wird, geschieht das meist aus einer diffusen Angst heraus. Ein wahrhaftiges Interesse am Anderen würde dagegen alle Menschen einander näherbringen und helfen, Grenzen im Kopf zu überwinden. Denn wer dem Anderen wahrhaftig begegnet, müsste erkennen: Du bist wie ich. Dein Leid ist auch meine Verantwortung. Um Harmonie und universelles Gleichgewicht herzustellen, sollte jeder Einzelne mit Freude geben wollen – und das nicht nur aus egoistischen Motiven wie dem Wunsch nach Anerkennung oder der Hoffnung, auch selbst in der Not Hilfe erwarten zu dürfen.

Verbindung herstellen

Der Begriff Yoga stammt aus dem Sanskrit, die Silbe yui bedeutet binden, vereinen, aber auch anjochen, fesseln, leiten. Gemeint ist eine Anbindung der geistigen und körperlichen Kräfte an eine höhere Kraft. Mit dieser höheren Kraft mag Gott gemeint sein, es kann aber auch der gemeinsame Glaube an das Gute, das Licht im Inneren eines Jeden sein. Da Yoga im Ursprung keiner bestimmten Religion zuzuschreiben ist, kann es weltweit und in allen Kulturen praktiziert werden. „Nach der Philosophie des Yoga wollen wir uns auf das alles verbindende Prinzip ausrichten. Ein solcher Glaube vereint und ist für Menschen aus allen Kulturen relativ gut nachvollziehbar,“ sagt R. Sriram. Der Glaube an etwas Höheres ist frei von Dogmen. Er vereint alle Religionen und kann auch von nicht religiösen Menschen individuell ausgelegt werden.

Heimat vermitteln

Wenn Yoga so verbindende Kräfte hat und grenzüberschreitend wirkt, was liegt da näher, als Yoga für Menschen auf der Flucht anzubieten? Auch Sri­ram hält das für eine überzeugende Möglichkeit, ein Gefühl von Heimat zu vermitteln. „So können wir Flüchtlingen, die sich dafür interessieren, mithilfe praktischer Yogastunden das Gefühl für ihre persönliche Heimat – im yogischen Sinne den eigenen Körper – stärken und dabei sogar Sprachkenntnisse vermitteln“, schlägt Sriram vor. Yoga kann Menschen in der Fremde Struktur geben, dabei helfen, mentales Leid zu überwinden, den Glauben zu stärken und deutlich machen, dass wir als Einheit wirken können und müssen.

Wandel akzeptieren

Angesichts der vielen unterschiedlichen Kulturen, die jetzt aufeinandertreffen, sehen wir uns mit neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert. Einige mögen es als leidvoll empfinden, sich mit dem Fremden wirklich tiefgründig auseinanderzusetzen und Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen zu akzeptieren. Sri­ram meint: „Im Yoga­sutra 2.15 lesen wir: Ein Yogi nimmt das immer wiederkehrende Leiden als etwas Unverzichtbares an. Das heißt für mich: Wenn wir Mut finden, Veränderung anzupacken, indem wir uns neu aufstellen, können wir nicht nur das Leid umgehen, sondern besser noch, zu uns selbst finden.“ Das Leben ist Veränderung, und Loslassen ist nicht immer ohne Leid möglich, macht aber offen für Neues, für den Wandel hin zu einer positiven Entwicklung.

Namasté – damit zeigen wir uns offen und friedvoll

Vielleicht denken Sie ja beim nächsten „Namasté!“ im Yogastudio auch an die Bedeutung dieser Grußformel: Indem wir das Licht oder das Göttliche im Anderen grüßen, zeigen wir uns friedvoll, offen und voller Mitgefühl. Denn Yoga ist nicht kuscheliges Miteinander in Wohlfühl­atmosphäre. Yoga ist mehr. Yoga ist Leben.

Das Yogasutra lehrt…

Das Yogasutra von Patanjali ist einer der wichtigsten Grundlagentexte der Yogaphilo­sophie.
Für die Frage, wie wir heute miteinander leben wollen, haben zwei der Yamas besondere Bedeutung, das sind Grundsätze, die das zwischenmenschliche Verhalten regeln.

Die Yamas

Ahimsa – Gewaltlos, mitfühlend und offen
Die Yamas beschreiben den Umgang mit dem Anderen. An erster Stelle steht Ahimsa, die Gewaltlosigkeit, das Überwinden von Feindschaft und Isolation. Es braucht Mut und Selbstvertrauen, um neuen Situationen offen, voller Mitgefühl und Toleranz zu begegnen. Erst wenn man erkennt, dass alle Lebewesen auf der Erde in einer wechselseitigen Beziehung zueinander stehen, kann man das Bekannte im Unbekannten finden. Man wird sich dann weniger bedroht fühlen und eher neugierig auf Inspiration durch Neues und fremde Kulturen sein. Außerdem wird man vielleicht Hilfe anbieten, da man das Leid, die Ängste und die Sorgen des Anderen erkennt.

Satya – Wahrhaftig und ehrlich
Du sollst nicht lügen! Dieses Gebot ist auch im westlichen Kulturkreis bekannt. Die Abwesenheit von Lüge ist Wahrheit oder besser Wahrhaftigkeit. Wir werden aufgefordert, uns mit den Tatsachen auseinander zu setzen, nicht einfach zu glauben, sondern zu prüfen. Denn auch das Ziehen voreiliger Schlüsse kommt einer Lüge gleich.


Foto: Aranxa Esteve/ www.unsplash.com

Swami Madhavananda

Spirituelle Praxis (welche auch Sadhana genannt wird) hilft unseren überaktiven Verstand mit der Stille unseres Herzens in Einklang zu bringen. Durch diese Praktiken beginnt die transformative Kraft der Liebe zu erblühen, sie verändert die Art unserer Beziehung zu uns selbst, zu anderen und zu der Welt um uns herum.

Der Bhakti Weg (Weg der Hingabe) besteht aus vielen Zugängen um sich mit dem Göttlichen zu verbinden, in dem er jeder Person die Freiheit gibt, seine Hingabe in vielen verschieden Arten auszudrücken. Jeder dieser einzigartigen Sadhanas sind für verschiedene Bedürfnisse und Lebensstile bestimmt.

 


Swami Madhavananda auf der YogaWorld 2017 in Stuttgart:
Samstag, 22. April // 15:45-16:30 Uhr // Sadhana (spirituelle Praxis): 5 Wege dem Leben zu begegnen // Yamuna Vortragsraum

 

Ulla Elsner – Legatio

Legatio … die Organismus Optimierung

Legatio konzentriert sich aufgrund von Erfahrung, Entwicklung und Wissenschaft auf die Logik der Natur.

Der große Vorteil der Natur ist, dass diese toxisch selektiv arbeitet. Aus diesem Grund verwendet Legatio auserwählte hochwertige Naturstoffe, die optimal aufeinander abgestimmt, bei Legatio Produkten ihren Einsatz finden.

Während normale Multi-Nahrungsergänzungsmittel sich auf die Zufuhr von Mineralstoffen, Vitaminen und verdauungsfördernden Stoffen spezialisieren, konzentriert sich Legatio aufgrund ihres Wissens und Erfahrung aus Trophologie und Therapie, auf die Kraft, Reinheit und Logik der Natur.

Einzigartige Rezepturen, die dem Organismus auf vielfältige und einzigartige Weise unterstützen, mehr Energie, Ausdauer und Vitalität zu erlangen.

Der Alltag von heute benötigt mehr als nur ein herkömmliches Nahrungsergänzungsmittel. Die Menschen erleben eine neue Zeit der Herausforderungen. Deshalb hat Legatio einen hochwertigen Organismus Optimierer erschaffen, der die notwendige Komplexität einer Idealergänzung darstellt.

Diese Komplexität umfasst die Bereiche Darm … Entgiftung … Entschlackung … Entsäuerung … pH-Wert-Stabilisierung … Sauerstoffsättigung … Immunsystem Stimulierung … Zufuhr von Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Verdauungsenzymen. Diese Bereiche sind ein in sich zusammenhängender, logischer Kreislauf und dürfen, wenn eine bestmögliche Wirkung erreicht werden soll, nicht voneinander getrennt werden.

Mehr Informationen zu legatio: www.legatio.ch


Ulla Elsner über legation auf der Yoga World in Stuttgart 2017:

Freitag, 21. April // 13:45 – 14:30 Uhr // Legatio… die Organismus Optimierung // Yamuna Vortragsraum
Samstag, 23. April // 16:45-17:30 // Legatio… die Organismus Optimierung // Yamuna Vortragsraum

Das kann man doch nicht machen!

Kopf Fenster Frau Gedanken
Foto von Dương Nhân von Pexels

Wie viel sind wir bereit, uns gefallen zu lassen? Und warum tun wir manchmal so wenig, wenn wir bemerken, dass andere uns schaden?

Die Frage der Moral

Wir alle kennen Menschen, denen übel mitgespielt wurde. Oft ist man erstaunt, wenn man hört, wie offensichtlich jemand bereit ist, einem anderen zu schaden. Manchmal fragt man sich aber auch: Warum lassen sich Menschen das so lange gefallen? Viele wissen genau, was sie tun könnten, um dem Zustand ein Ende zu setzen. Doch sie gehen den letzten Schritt nicht – und ihre Begründung lautet häufig: „Das kann man doch nicht machen. Dann bin ich doch nicht besser als der.“ Aber wieso ziehen Menschen es vor, moralisch überlegen zu sein, wenn sie im Gegenzug oftmals drastische Einbußen ihrer persönlichen Freiheit hinnehmen müssen?

Im Konflikt zwischen Moral und Verteidigung

Vielleicht kennen Sie die Geschichte von König Rama und seinem treuen Diener Hanuman. Rama galt nicht nur als besonders rechtschaffener König, er war auch eine Inkarnation Vishnus. Ein Gott in Menschengestalt also. In den meisten Geschichten ist er fast quälend pflichtbewusst. Er kann aber auch anders. Auf der Suche nach seiner entführten Gemahlin Sita trafen Rama und sein Bruder Lakshmana im Wald von Kishkindha auf Sugriva, den Anführer der Armee der Affen. Er war aufgrund eines Missverständnisses von seinem Bruder Vali vom Thron verstoßen und seiner Frau beraubt worden. Doch konnte Sugriva sich nicht wehren, weil sein Bruder die von den Göttern gegebene Fähigkeit besaß, in jedem Zweikampf seinem Gegner die Hälfte seiner Kraft zu rauben. Der betrogene Affe versprach Rama zu helfen, wenn dieser ihn gegen Vali unterstützen würde. Rama willigte ein. Sugriva forderte Vali auf einer Lichtung zum Zweikampf heraus. Rama versteckte sich mit seinem Bogen hinter den Büschen. Nach wenigen Augenblicken war Sugriva bereits besiegt und floh zu Rama. „Warum hast du mir nicht geholfen?“, fragte er. „Ich konnte euch beide nicht unterscheiden“, antwortete Rama. „Beim nächsten Mal hänge dir eine Blumengirlande um. Dann weiß ich, wen mein Pfeil zu treffen hat.“ Sugriva suchte erneut den Kampf mit Vali, und weil dessen Kraft um ein Vielfaches größer war, packte dieser den kleinen Bruder, um ihn nun endgültig zu töten. Doch im gleichen Moment traf Ramas Pfeil Vali in den Rücken. „Warum hast du das getan?“, fragte er Rama und sagte sterbend: „Es war nicht fair, auf solche Weise in den Kampf einzugreifen.“ „Du hast nach den Gesetzen der Natur gelebt“, antwortete Rama. „Dort gilt das Gesetz des Stärkeren. Und das einzige, was Stärke besiegen kann, ist List.“

Mehrere Wege führen zum Frieden

Man könnte Sugriva und Rama moralische Vorwürfe machen. Aber wie oft nutzen wir selber nicht unsere Möglichkeiten, um unser Recht durchzusetzen? Ahimsa– das Fehlen von Gewalt – ist unter den Regeln für den Umgang mit anderen das oberste Prinzip in Patanjalis Yoga Sutra. Aber Gewaltfreiheit bedeutet nicht, Gewalt von anderen in jedem Fall hinzunehmen. Es kann auch bedeuten, dass man aufstehen muss. Es darf manchmal ein bisschen mehr Chuzpe, ein bisschen mehr Frechheit sein, wenn wir uns grazil durch das Drama des Alltags bewegen wollen. Nirgendwo anzuecken, ist manchmal keine Tugend, sondern schlicht und ergreifend ein Ausdruck von Angst. So lange wir hinnehmen, dass andere uns Gewalt – in welcher Form auch immer – antun, ist unsere Welt noch voll davon. Gerade wenn man mit Leuten spricht, die betonen, wie sie in allen Punkten gewaltfrei leben, spürt man manchmal einen quälenden Vulkan unter der Oberfläche: Da möchte jemand explodieren, darf es aber nicht. Manchmal ist es einfach Zeit, aufzustehen und unhaltbare Zustände zu beenden, bevor wir uns zurück aufs Meditationskissen setzen. Erst dann können wir wirklich Frieden finden.

Thomas Kendall

Born in California, Thomas Kendall trained in both classical and contemporary dance before continuing his education in pilates and yoga. He has had the opportunity to dance professionally with Ballett Zürich and Scottish Ballet, where he performed in a wide number of productions and worked with numerous choreographers.

Thomas’ passion for helping people attain controlled and graceful movement has inspired him to move into the discipline of yoga and pilates. He is currently undergoing his certified teachers training and instruction through PILATESwiss in Zürich.

With over twenty years of dance, he has gained both experience and knowledge in the joy and art of movement.