Yogalehrerin und Musikerin Ulrike Haage im Gespräch

Ulrike Haage im Interview
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„Ihre Musik erzählt von der Stille, von der Hingabe und vom Vertrauen auf das, was ist“, steht im Text zu Ulrike Haages aktuellem Album „Maelstrom“. Für die Pianistin, Klangkünstlerin und Yogalehrerin sind Verantwortung für jedes Handeln und Vertrauen auf die eigene Intuition die wichtigsten Bausteine für Leben und Kunst – so wie gelegentlich die Bereitschaft, einer anfliegenden Mücke auszuweichen.

YJ: Frau Haage, über Ihre Musik wurde einmal Folgendes geschrieben: „Klänge bestimmen Räume, bestimmen die Bilder und Vorstellungen, die in diesen Räumen aufziehen“. Welchen zusätzlichen Raum öffnet Ihnen Ihre Yogapraxis?
UH: Da Yoga mittlerweile zu einer ganz normalen Lebenseinstellung für mich geworden ist, ist es auch Teil meiner Arbeitsprozesse. Ich praktiziere jeden Morgen, um den Geist vor Arbeitsbeginn zu beruhigen, den Körper durchzustrecken und in Balance zu bringen.
So gestimmt begebe ich mich mit mehr Achtsamkeit in mein Studio und an meinen Flügel. Jede Bewegung, jede Handlung, jeden musikalischen Gedanken versuche ich bewusst und auf meine Intuition hörend auszuführen. Yoga hat mir den Raum geöffnet, in dem ein Rhythmus aus Ein- und Ausatmen, Spannung und Entspannung herrscht.

Einen meditativen Raum?
Wenn ich ein Konzert gebe, kann ich das nur mit voller Hingabe tun, sofern ich wirklich gegenwärtig bin. Das ist wie beim Meditieren. Ich versenke mich in die Performance, um den Tönen Tiefe und Intensität zu verleihen. Als Musikerin brauche ich außer der körperlichen Ausdauer auch Kontakt zu meinen inneren Eingebungen. Genau das kann ich durch Yoga stärken.

Bietet Yoga die Möglichkeit, Inspiration zu strukturieren?
Yoga hilft mir als freiberufliche Musikerin in jedem Fall, den Tag und damit auch die kreative Arbeit zu strukturieren. Es gibt in Hatha, Kundalini oder Ashtanga für jede Tagesform gute Übungsfolgen.
Bin ich auf allen Ebenen mit einem Projekt beschäftigt, helfen die sportlichen Ashtanga-Sonnengrüße und die Ujjayi-Atmung, Gedanken zu stoppen und Emotionen abzuleiten. Beginne ich eine größere Komposition, meditiere ich jeden Morgen und lege mir einen Notizblock daneben, falls mir eine Idee einfällt, ich die Meditation aber nicht abbrechen möchte. Müßiggang, wie ihn Thomas Mann beschrieben hat, oder Meditation im Sinne von Sich-leer-machen sind gute Wege, um den kreativen Prozess einzuleiten.

Wie haben Sie die Praxis gefunden?
Kopfstand, Brücke, Handstand, Bogen oder Vorwärtsbeuge habe ich im Sportunterricht und aus Spaß an der Bewegung immer gern gemacht. Die Praxis der Asanas, Pranayama und Meditation habe ich aber erst vor 16 Jahren in einem Ashram in Indien gelernt. Von da an bin ich am Ball geblieben, auch weil ich seither immer wieder neue Formen des Yoga kennengelernt habe.

Welche Vertiefung haben Sie durch Ihre Lehrerausbildung erfahren?
Vor vier Jahren wollte ich mehr über Yoga und seinen Ursprung wissen und entschloss mich, an Indiens Ostküste eine Yogalehrer-Ausbildung zu machen. In fünf Wochen mit 14-Stunden-Tagen bin ich eingetaucht in medizinische Vorlesungen, Vorträge über Sanskrit, Ayurveda, das Yoga Sutra, tägliche mehrstündige Asanapraxis sowie Atemmeditationen. Das lässt sich natürlich gut an einem Ort lernen, wo diese Praxis ihren Ursprung hat und Pfaue in deine Aufzeichnungen gucken, während du zu verstehen versuchst, warum nicht die Mücken deinen Weg kreuzen, sondern du ihre Flugbahn störst.

Zu Doris Dörries Film „Grüße aus Fukushima“, eine clowneske Meditation über Kernfragen unserer Existenz, haben Sie die Musik komponiert. Welche – auch philosophische – Herausforderung ist es, Bilder mit Klang zu begleiten?
Da ist zunächst die Suche nach einem Grundton, einer Klangfarbe, der kompositorischen Haltung, mit der ich mich dem Film annähere und ihn für mich in Musik übersetze. Im besten Fall kann ich den Bildern klanglich eine eigene Note geben. Im Fall von „Grüße aus Fukushima“ habe ich zunächst die über 50 Schwarz-weiß-Fotos auf mich wirken lassen, die Doris mir von dem Dreh als erstes in die Hand gedrückt hat. Beim Komponieren hatte ich vor allem einen Wunsch: Dass sich Bilder und Musik gegenseitig ergänzen und verstärken, dass sie gemeinsam und unmerklich mit jedem Bild und mit jedem Ton das Erzählte genau auf den Punkt bringen.

Ulrike HaageMehr Infos über die äußerst vielseitige Musikerin, die in den 1990er-Jahren als Teil der Gruppe „Rainbirds“ bekannt wurde und 2003 als erste Frau und bis dato jüngste Preisträgerin den Deutschen Jazzpreis erhielt, gibt es unter www.ulrikehaage.com

Sophie Krespach

Sophie Krespach ist Thai Yoga Massage Dozentin, Heilpraktikerin & Kundalini Yogalehrerin in Stuttgart.

Titelbild (Portrait): Patrick Beelaert

Sophie steht für eine ganzheitliche Praxis, die Bodywork, Atem und Bewusstsein verbindet. Seit fast 20 Jahren unterrichtet sie Thai Yoga Massage und Yoga – mit dem Fokus auf Beweglichkeit, Nervensystem-Regulation, Vitalität und energetische Balance.

Thai Yoga Massage – Ausbildung & Workshops

Sophie ist Inhaberin der Thai Yoga Massage Schule Stuttgart und unterrichtet seit mehr als 15 Jahren. Pro Jahr finden zwei Grundausbildungen sowie Vertiefungsseminare und Workshops statt.

Die Traditionelle Thai Yoga Massage hat sie 1999/2000 bei Asokananda in Thailand erlernt. Ihre heutige Arbeit ist geprägt von den klassischen Techniken sowie Elementen aus der Dynamischen Thai Yoga Massage und dem Osteothai – einer therapeutischen Thai Massage, ergänzt durch osteopathische Techniken.

Foto: Bernd Eidenmüller

Heilpraxis – therapeutische Anwendungen

Als Heilpraktikerin bietet Sophie therapeutische Thai Yoga Massage und Osteothai- Behandlungen an. Die Anwendungen wirken wohltuend bei Verspannungen, Stresssymptomen, Schlafproblemen und Bewegungseinschränkungen – und unterstützen dabei, Körper und Nervensystem wieder in Balance zu bringen.

Foto: Bernd Eidenmüller

Kundalini Yoga

Kundalini Yoga ist für Sophie ein kraftvoller Schlüssel zu mehr Klarheit, Stabilität und innerer Ausrichtung. Atemtechniken, Meditation und dynamische Übungsreihen schaffen einen direkten Zugang zu Energie und Präsenz.

In ihren Stunden verbindet sie Tiefe und Leichtigkeit – und lädt dazu ein, sich selbst wieder näher zu kommen.

Homepage: sophiekrespach.de
Webseite Thai Yoga Massage Schule: thai-massage-stuttgart.de
Facebook: facebook.com/MassageYogaSophie/
Instagram: @sophiekrespach
Adresse: Thai Yoga Massage Schule & Heilpraxis Sophie Krespach . Gaisburgstr. 12 c . 70182 Stuttgart-Mitte

Live auf der YogaWorld 2026 in Stuttgart

Besuche Sophie auf der YogaWorld – in ihren Workshops (Thai Yoga Massage & Kundalini Yoga) oder an ihrem Stand. Dort gibt es ein kleines Yoga-Orakel und die Möglichkeit, eine Mini-Thai-Massage zu erleben.


Sophie Krespach auf der YogaWorld 2026 in Stuttgart:

Freitag, 10. April // 15:15 – 16:00 Uhr // Kundalini Yoga für Stressabbau & Nervensystem // Ganesha Yogaspace

Sonntag, 12. April // 14:30 – 15:15 Uhr // Thai Yoga Massage: Entspannung & Herzöffnung // Vishnu Yogaspace

Britta Volker

Britta Volker ist Anusara Yoga Lehrerin und Inhaberin vom YOGA LOFT Waiblingen und YOGA LOFT Stuttgart.

Yoga hat Britta früh in ihren Bann gezogen und ihr Leben nachhaltig verändert. Während ihrer beruflichen Laufbahn in der Mode- und Werbebranche wurde ihr klar, dass sie in dieser Welt nicht ihre Erfüllung finden kann. Sie lernte damals Yoga kennen, was sie innerlich so berührte und in ihr den Wunsch weckte, diese Erfahrung weiterzugeben, dass sie 2006 ihre erste Yogalehrerausbildung absolvierte. 2007 eröffnete Britta das Yoga Loft Waiblingen und so wurde Yoga zu ihrem Beruf und einem festen Bestandteil ihres Lebens. Nach mehreren Ausbildungen in unterschiedlichen Yogatraditionen (klassischer Hatha Yoga, Ashtanga Yoga, Iyengar Yoga) kam Britta 2010 mit Anusara Yoga in Berührung. Dessen lebensbejahende Philosophie, kombiniert mit einer präzisen Ausrichtung,  haben sie sofort fasziniert. Seither unterrichtet Britta Anusara Yoga und darf seit 2013 den Titel „Anusara Inspirired Teacher“ tragen.

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Sibylle Epple

Sibylle ist Inhaberin von YOGA LOFT Stuttgart und unterrichtet Prana Flow Vinyasa und Deep Relax/Yin Yoga.

Nach vielen Jahren Stress im Job hatte ich fast die Fähigkeit verloren auf mein Herz – mein Bauchgefühl – zu hören. Als ich dann vor über 10 Jahren meine erste (Vinyasa) Yogastunde besuchte, war mir sofort klar: Das ist es! Von da an begann ich Yoga fest in mein Leben zu integrieren und entwickelte den Wunsch tiefer einzutauchen. Dank meiner Lehrerin Christine May gehört meine Liebe dem Prana Flow® Yoga nach Shiva Rea. Es ist wie eine Reise zu mir selbst und gibt mir mehr Energie, Klarheit und Mut meinen eigenen Weg zu gehen – und genau das möchte ich in und durch meinen Unterricht auch an meine Schüler weitergeben. Meine Klassen sind manchmal herausfordernd und energetisierend, als auch meditativ und kraftspendend.

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Nici Tannert

Nici Tannert ist zertifizierte Iyengar-Yogalehrerin, Ayurveda-Practitioner und -Coach. Ihr gehört das YogaKraftwerk.

Yoga & Ayurveda

Yoga und Ayurveda sind zwei sich ergänzende Systeme. Sie haben die gleichen vedischen Wurzeln und beeinflussen und befruchten sich gegenseitig. Es sind Schwesternphilosophien mit einem gemeinsamen Ziel: dem Einklang von Körper, Geist und Seele. Nici bringt beide zusammen und lässt Euch erleben, wie das Wissen um die ayurvedischen Bioenergien die Yogapraxis bereichern kann. 

Nici Tannert auf der YogaWorld Stuttgart 2019:

Samstag, 27. April // 16:45 – 17:30 Uhr // Yoga & Ayurveda // Ganesha Yogaspace


Atmung des Herzens: Peter Hoeg im Interview

Foto: Isolde Ohlbaum (Ausgabe 2/ 2016)
Foto: Isolde Ohlbaum

Mit „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ ist der dänische Bestseller-Autor Peter Høeg weltberühmt geworden. Seine letzten beiden Bücher „Die Kinder der Elefantenhüter“ (2010) und „Der Susan-Effekt“ (2015) spiegeln sein langjähriges Interesse an Spiritualität. Ein Gespräch über Körperarbeit, Empathie und Bücher als geschriebene Träume.

YJ: Peter, dein Roman „Die Kinder der Elefantenhüter“ steht auf meiner persönlichen Liste sehr weit oben. Ich erinnere mich beim Lesen an eine besondere Wahrnehmung: Ich habe immer etwas anderes erwartet als das, was am Ende passierte – und das sogar innerhalb einzelner Sätze. Spiegelt das deine besondere Art zu denken?
PH: Das war auf jeden Fall meine Ambition bei dieser Arbeit. Ich betrachte Schreiben als Meditation, als Akt der Achtsamkeit und Erwachtheit, in der solche Sätze entstehen können. Man fängt an einer bestimmten Stelle auf gewisse Weise an und beobachtet dann, was sich verändert.

Ich habe den Roman immer langsamer gelesen. Bei anderen Büchern drängt es mich gegen Ende zur Lösung, hier war bereits der Weg voll davon. Jede Figur und jede Handlung transformiert sich: Harmonie entsteht, Personen erkennen das Positive im Unglück, inneres Wachstum wird unterstützt… für mich eine Herzmeditation.
Das ist für mich die genaueste Beschreibung, die ich bisher von „Die Kinder der Elefanten­hüter“ erhalten habe und mein tiefster Wunsch für das Buch. Ich selbst habe es nie so bezeichnet, weil ich „Herzmeditation“ als großes Wort empfinde. Ich will es anderen überlassen, es eventuell zu erspüren. Am Anfang des Projekts stand mein Freund Michael Krüger, der frühere Chef des Hanser Verlags. Er sagte: „Ich habe Hans Magnus Enzensberger zu einem Kinderbuch über Mathematik überredet, Per Olov Enquist zu einem Werk über das Wandern mit seinen Enkeln. Du hast dich dein ganzes Leben mit Meditation beschäftigt, jetzt schreibe du bitte für Kinder über Spiritualität.“ Ich habe also zum ersten Mal in meinem Leben etwas auf Bestellung geschrieben. Ich wollte auf jeden Fall altersübergreifend schreiben und träumte von einem Buch, das in der Familie vorgelesen werden sollte. Es sollte eine Qualität der Herzlichkeit spiegeln, das Wegfallen von Vorurteilen und die Möglichkeit, Erlebnisse in Harmonie zu verwandeln.

Dadurch, dass sich hier Teenager mit Spiritualität beschäftigen, erhält die oft strapazierte esoterische Terminologie eine andere Frische. Es entsteht ein anderer Blickwinkel, der vielen Menschen in der so genannten „Szene“ gut tun würde. Welchen Zusammenhang gibt es zu deiner aktuellen Arbeit?
Mit meinem Freund und Lehrer Jesper Juul, der Psychologin Helle Jensen, dem Meditationslehrer Jes Bertelsen und anderen habe ich in Dänemark die „Gesellschaft zur Förderung der Lebensweisheit von Kindern“ gegründet. Mit ihr bieten wir in Deutschland auf Basis der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR) ein Empathie-Training für Pädagogen an. In Dänemark wird die Ausbildung staatlich unterstützt und bereits erfolgreich in der Lehrerausbildung eingesetzt. Wir empfehlen bereits Lehramtsstudenten 20 Minuten Meditation am Tag.

Was bedeutet für dich „Spiritualität“?
Mich interessiert, wie man im Westen eine nicht-religiöse, undogmatische Spiritualität etablieren kann. Ich wohne in einer gleichzeitig meditativen und weltoffenen Gemeinschaft, die vom tibetischen Buddhismus inspiriert ist. Ich bin kein Buddhist, aber praktiziere Dzogchen. Diesen Weg der Selbstbefreiung kann man meiner Meinung nach sehr gut ohne religiöse Zugehörigkeit üben, da er fast ohne Glaubensvorstellung funktioniert. Ich bin kein Glaubensmensch, sondern sehe mich als Praktiker und Freidenker. In meiner Arbeit versuche ich, gemeinsame Gesetze aller großen spirituellen Traditionen in einen Zusammenhang von Empathie und Achtsamkeit zu bringen und in modernen, nicht doktrinären Formen an der Schule anzuwenden. Dazu haben wir ein Ausbildungsprogramm mit viel Körperarbeit, Meditation und Yoga entwickelt.

Liest du deinen vier Kindern regelmäßig vor?
Ja, aber nicht meine eigenen Bücher, gerne Astrid Lindgren. Oft erzähle ich ihnen auch spontane Geschichten, zu denen sie mir Stichpunkte geben.

In deinem aktuellen Roman „Der Susan-Effekt“ geht es um eine Figur, die durch ihre bloße Gegenwart andere zu absoluter Aufrichtigkeit inspiriert. Dabei ist sie vollkommen von Empathie durchdrungen. Es drängt sich der Gedanke auf, dass man Empathie anderen nicht entgegenbringen kann, wenn man nicht bei sich selbst sein kann.
Susan ist wie alle Menschen ein komplexes Gebilde: Sie hat sehr liebevolle und warmherzige Qualitäten, aber auch traumatisierende Gewalt erlebt. Vollkommene Empathie und konstante Herzöffnung der Welt gegenüber sind selten, eher können wir unser Herz gemäß seiner natürlichen Atmung teilweise öffnen.
Man sollte ein Buch also nicht mit der Wirklichkeit verwechseln. Wenn ich selbst versuche, Empathie zu üben, wähle ich nicht den Weg des Schreibens, sondern den Kontakt zu Menschen. Da dort aber die Gesetze von Freundlichkeit und einer gewissen Normalität zu respektieren sind, wähle ich Bücher, um spielerischer, extremer agieren zu können.

Und in welcher Weise hast du das im „Susan-Effekt“ getan?
Den „Susan-Effekt“ sehe ich als Form von Meditation, noch tiefer als die bei „Die Kinder der Elefantenhüter“. Eigentlich möchte ich in meinen Büchern keine Einzelpersonen mehr sehen, sondern eine bestimmte Stimmung, einen Sprachton, so dass die Geschichte insgesamt wie ein Traum ist – genau wie wir als Menschen nicht nur Träume haben, sondern alles sind, was in diesen Träumen vorkommt.

Bietest du also mit jedem Buch einen Traum an, den man mit dir träumen kann?
Für mich sind Bücher für die Gesellschaft das, was Träume für den Einzelnen sind.

Also ein Produkt des Unbewussten? Oder der schöpferischen Fantasie?
Im Gegenteil. Viele glauben, dass Bücher nur mit Gedanken, Intellekt und Intution geschrieben sind. Für mich ist der Entstehungsprozess eines Buches aber an erster Stelle sehr körperlich. Deshalb ist Körperarbeit – Sport, Tanz, Yoga – auch ein großer Teil meines Lebens.

In deinen Geschichten gibt es oft Menschen, deren Fähigkeiten über das Normale hinausgehen. Ist das ein Stilmittel für deine Buchträume? Der Wegfall von Alltäglichkeit kann auch Distanz schaffen.
Für mich geht es immer um den Kontakt zwischen Buch und Leser, der verschiedene Gefühle auslösen kann. Die Frage lautet: Was ist mein persönlicher Teil davon und was bleibt beim Buch? Der Autor ist für den Inhalt verantwortlich, der Leser für seine Reaktion. Es gibt eigentlich kein „Buch“, nur Lesarten. Wenn ich selbst lese, brauche ich nicht unbedingt die Identifikation mit einer Figur, ich will ins Buch und mit dem Buch leben. Daher lebe ich gerne in Shakespeares Welt, wo es fast ausschließlich Narren, Könige und Schurken gibt, aber auch im grauen deutschen Alltag in Margarethe von Trottas Filmen. Bücher bieten Möglichkeiten an, sprachliche Welten zu leben. Ich verwende gerne Archetypen und Extreme, aber ich versuche immer, sie so menschlich wie möglich darzustellen. Fräulein Smilla und Susan sind traumatisierte Frauen mit Alltagsproblemen und außergewöhnlichen Talenten. Ich bin überzeugt, dass die Alltagswelt mit weitaus mehr Extremen ausgerüstet ist, als man denkt.

Peter Høegs Romane „Die Kinder der Elefantenhüter” und „Der Susan-Effekt” sind im Hanser Verlag erschienen. Unter anderem mit dem international beliebten und anerkannten Familientherapeuten Jesper Juul hat er im Beltz Verlag den Ratgeber „Miteinander: Wie Empathie Kinder stark macht” veröffentlicht. Ihr internationales Empathie-Training für pädagogische Fachkräfte und Interessierte wird über das Deutsch-Dänische Institut für Familientherapie in Brandenburg angeboten. Mehr unter www.ddif.de

 

Gastautor Berthold Henseler arbeitet als Yoga- und Meditationslehrer sowie Bodyworker. Mit Patrick Broome ist er Autor des im Ullstein Verlag erschienen Buches „Mit Yoga leben“.

 

 


Titelfoto: Isolde Ohlbaum

NEUE WEGE

Yoga auf Reisen

Ein idyllischer Ort, nette Mitmenschen und entspannte Yogastunden – NEUE WEGE verbindet „Urlaub mit Üben“ und schafft dafür einzigartige Plätze in Europa und Asien. Mit einem wachen Auge auf die Qualität und ein harmonisches Miteinander finden sich die unterschiedlichsten Menschen auf den Yogareisen zusammen und werden durch das gemeinsame Yoga-Üben vereint. Im Laufe der Jahre ist das Portfolio an verschiedenen Yoga-Stilen kontinuierlich gewachsen und könnte größer nicht sein. Lassen Sie sich überraschen, welchen Yoga-Stil wir Ihnen heute auf die YogaWorld nach Stuttgart mitgebracht haben!

 

 

Der Darm als Sitz unserer Gesundheit

In der Rush-Hour ist auf der Überholspur zur Gesundheit – unserem Darm – einiges los. Hier tummelt sich alles, was Rang und Namen hat: Mikroben, „gute“ Bakterien, „schlechte“ Bakterien, „namenlose“ Bakterien. Doch eins ist sicher: Der Darm freut sich gerade beim Thema Entgiftung über tatkräftige Unterstützung.

Der Darm ist eines der komplexesten und sagenumwobensten Organe in unserem Körper: Zwei Drittel des Immunsystems werden vom Darm gebildet, er spaltet Nahrung auf und produziert mehr als 20 Hormone. Er bietet uns so viel Fläche wie nur möglich auf kleinstem Raum, damit wir Nahrung extrem verkleinern können, so dass sie verwertbar und zu einem Teil von uns wird. Riesige Stücke Eiweiß, Fett und Kohlen­hydrate werden hier aufgelöst. Durch die Darmwand gelangen abermilliarden energiereicher Moleküle in unser Blut.

Frühjahrsputz im Darm stärkt das Immunsystem

Ist der Darm zum Beispiel verschlackt, werden Nährstoffe nicht richtig aufgenommen. Dadurch können trotz einer ausgewogenen und gesunden Ernährung Mangelerscheinungen auftreten. Wenn die gesunde Darmflora geschädigt ist, wie es zum Beispiel durch eine Antibiotikaeinnahme leicht passieren kann, machen sich Pilze und Bakterien breit, die für Angstzustände, Depressionen und Übergewicht verantwortlich sein können. Der Einfluss des Darms auf das Gehirn ist ein relativ neuer Forschungszweig mit spannenden Ergebnissen. Eins ist klar: Ein gesunder Darm unterstützt unser Immunsystem und unser Wohlbefinden – den Darm zu pflegen ist also ein sinnvolle wenn nicht sogar notwendige Angelegenehit. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung genauso wie die Darmreinigung. Basti, der traditionell ayurvedische Einlauf, Darmspülung und Colon-Hydro-Therapie sind nur einige der Möglichkeiten, die dem Darm helfen, seine guten Funktionenen aufrecht zu erhalten.


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