Montags-Mantra: Kostbare Freiheit

Heute widmen wir unser Montags-Mantra der Freiheit:

„Freiheit ist kostbarer als jedes Geschenk, das dich dazu verleiten mag, sie aufzugeben.“ – Baltasar Gracián y Morales (1601 – 1658)

„Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.“ – Nicolas Chamfort

Rezept-Tipp: Tempeh-Wraps mit Mango-Ingwer Sauce

Tempeh-Wraps mit Mango-Ingwer-Sauce (ergibt 6 Wraps)

Zutaten

250 g Tempeh
2 EL Sojasauce
1 EL Sesamöl
1 TL Agavendicksaft oder Ahornsirup
½ Tasse gehacktes Mangofruchtfleisch
1 EL fein gehackter Ingwer
1 Prise Chiliflocken
2 TL Limettensaf
6 große Salatblätter, gewaschen
klein geschnittenes Gemüse

Zubereitung

  1. Heizen Sie den Backofen auf 175 °C vor und schneiden Sie den Tempeh in 1,5 Zentimeter dicke Stücke. Verrühren Sie Sojasauce, Sesamöl, Agavendicksaft und 2 EL Wasser in einer kleinen Auflaufform. Wenden Sie den Tempeh in dieser Marinade und braten Sie ihn 15 Minuten.
  2. Pürieren Sie Mango, Ingwer, Chiliflocken, Limettensaft und etwa 1 EL Wasser im Mixer zu einer glatten Masse. Schmecken Sie die Sauce mit Sojasauce und Agavendicksaft ab und füllen Sie sie in ein Schälchen.
  3. Richten Sie Tempeh, Salatblätter und geschnittenes Gemüse Ihrer Wahl auf einer Platte an. Bei Tisch wickelt man Tempeh und Gemüse in ein Salatblatt und tunkt diesen Wrap in die Mangosauce.

Unser Tipp: Füllen Sie die Wraps mit Ihrem Lieblingsgemüse. Sehr lecker sind zum Beispiel Gurkenscheiben, Karottenstiftchen oder gehackte Tomaten.


Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Da Capo Press aus dem Buch „The 30-Minute Vegan’s Taste of the East“ von Mark Reinfeld und Jennifer Murray.

Bosse: „Yoga ist das härteste Zirkeltraining der Welt!“

Axel Bosse – © Yavuz Odabas

Bosse ist einer der wenigen Sänger, die sich seit Jahren in der deutschsprachigen Indiepop-Szene behaupten können – und er ist leidenschaftlicher Bikram-Yogi. Wie passt das zusammen?

Axel Bosse ist immer für eine Überraschung gut. Das zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Schon mit 17 Jahren verlässt er Elternhaus und Schule, um Musik zu machen. Mit seiner ersten Band Hyperchild hat er auch eine Zeit lang Erfolg, bis die Truppe an ihren Träumen und am Erwachsenwerden zerbricht. Eigentlich eine herbe Niederlage, aber für Axel Bosse kein Grund, aufzugeben. Kurzerhand startet er 2003 unter dem Namen Bosse seine Solokarriere. Er ist keine glamouröse Popfigur, die sich schillernd und laut in Szene setzen muss, um anzukommen. Er vertraut einfach seinen Songs. Und die sind authentisch, tanzbar und deutsch. Auf seinem aktuellen Album „Wartesaal“ drehen sie sich vor allem um ein Thema: ums Glücklichwerden. „Viele befinden sich an einem Punkt, an dem man schon einiges erreicht hat, aber trotzdem noch nicht glücklich ist. Muss ich ein paar Schritte zurück, muss ich noch mehr arbeiten oder muss ich einfach mal loslassen?“ Das seien laut Bosse die zentralen Fragen des Albums. Der 31-Jährige hat es geschafft, er sei heute glücklich, sagt er, auch wenn sein Weg nicht immer einfach war und ihm so manches Pfeifen im Ohr, so manche schlaflose Nacht beschert hat. Was ihm hilft, einen klaren Kopf zu behalten, ist unter anderem Yoga. Genauer: Bikram Yoga. Wenn Bosse nicht gerade unterwegs ist, bringt er morgens seine kleine Tochter in die Kita und marschiert dann dreimal pro Woche schnurstracks in das Bikram-Yogastudio in Hamburg-Altona. „Anderthalb Stunden quäle ich mich da“, gibt er lachend zu. „Aber nach dem Duschen stellt sich dann dieses unbezahlbare Gefühl ein… dieses Durchatmen.“ Schön und gut. Doch ist Yoga nicht eigentlich total kontraproduktiv für ein cooles Musikerimage? Natürlich kennt auch Bosse das schiefe Grinsen der Kumpels, wenn er von seiner heißen Leidenschaft erzählt. In den letzten Jahren kam er immer mal wieder in Erklärungsnot. Schließlich herrscht immernoch das Vorurteril, Yoga sei esotherisch. So wirkt Bosse allerdings gar nicht. „Aber ich sage dann: Leute, das ist das härteste Zirkeltraining der Welt, ich schwitze dabei mehr als jemals zuvor in meinem Leben. Und dann sagen sie: Respekt.“


 

Foto: Yavuz Odabas

Frauenpower: Mit Yoga zur Führungsposition

Können Frauen mit einer gezielten Yogapraxis die notwendige Stärke für Führungspositionen aufbauen? YOGA JOURNAL-Autorin Ulrike Reiche geht der Frage nach und erklärt, warum die Integration weiblicher Potenziale in der Wirtschaft selbstverständlich sein sollte.

„Die Frauen, die ich kenne, wollen alles, aber eins auf keinen Fall: werden wie ein Mann!“ Diese Aussage von einer Vertriebsmanagerin macht deutlich, in welchem Spannungsfeld sich viele ambitionierte Frauen bewegen: Auf der einen Seite streben sie beruflichen Erfolg an und sind bereit, verantwortungsvolle Positionen zu übernehmen. Und auf der anderen Seite ringen sie damit, bei allem Engagement noch Frau zu bleiben und ihre weibliche Ausstrahlung zu behalten. Sie haben den Wunsch, ihr berufliches Potenzial voll auszuschöpfen – ohne ihre Vorstellungen von Weiblichkeit, Partnerschaft und Familie für den Job komplett aufzugeben.
Nur wenigen von ihnen gelingt das in einer Weise, die sie selbst, ihre Familien und ihre Arbeitgeber zufrieden stellen. Auch wenn derzeit in Wirtschaft und Politik die Frage der Frauenförderung und -quote breit diskutiert wird, und selbst wenn ausreichende Kinderbetreuung in ganz Deutschland sichergestellt wäre – an einem Punkt kommen Frauen nicht vorbei: Sie müssen sich entscheiden, wie sie ihr Berufs- und Privatleben gestalten wollen und ob sie tatsächlich bereit sind, in Führungspositionen hinein zu wachsen.

Zahlreiche Studien der letzten Jahre belegen, dass Unternehmen besonders erfolgreich sind, wenn das Management aus Männern und Frauen besteht. Eine verbesserte Geschäftsentwicklung zeichnet sich in der Regel dann ab, wenn der Frauenanteil unter den Führungskräften mindestens bei 30 bis 40 Prozent liegt. So titelte eine angesehene Wirtschaftszeitung angesichts der Bankenkrise: „Die Trümmerfrauen der Finanzbranche“ – und attestierte den weiblichen Finanzexperten mehr Risikobewusstsein und Besonnenheit als den männlichen Kollegen.

Dabei ist es nicht nur aus wirtschaftlichen und demografischen Gründen wichtig, dass Frauen mehr Verantwortung übernehmen. „Wenn mehr Frauen in Führungsetagen sitzen würden, dann wären alle gesünder: die Mitarbeiter, die Unternehmen und die Wirtschaft als Ganzes,“ findet eine Gesprächspartnerin in Führungsposition. Ihre Aussage weist darauf hin, dass die gleichberechtigte Partizipation von Frauen zu einem ganzheitlichen und nachhaltigen Wirtschafts- und Führungsstil beiträgt. An dieser Stelle ergibt sich die Schnittstelle zum Welt- und Menschenbild der Yogalehre: Nur dort, wo das weibliche und das männliche Prinzip miteinander auf natürliche Weise im Einklang agieren, kann Gesundheit, Frieden und Prosperität entstehen.

Berufstätigen Frauen ist oftmals deutlich bewusst, dass sie für Erfolg im Beruf nicht nur eine systematische Karriereplanung brauchen, sondern auch ein gesundes Selbstmanagement. Gerade Frauen, die Familie und Karriere in Einklang bringen wollen, benötigen eine kontinuierliche, gezielte Methode zum Stressabbau. Yoga kann helfen, die Dualität zwischen der körperlichen und geistigen Ebene zu überwinden und eine ausgewogene Balance zwischen den unterschiedlichen Energien herzustellen. Die Praxis hat nach yogischem Verständnis immer eine – beabsichtigte – mentale Wirkung. Auch wer Yoga eher als körperliche Methode betrachtet, wird diese Wirkungszusammenhänge nicht außer Acht lassen können. Regelmäßiges Üben fördert die Selbstwahrnehmung und Reflexionsfähigkeit.

So wie weibliche als auch männliche Interessen und Fähigkeiten für eine blühende Gesellschaft notwendig sind, so kann die einzelne Frau aus der Entwicklung ihrer weiblichen und männlichen Aspekte die Stärke gewinnen, die sie für ein erfülltes Privat- und Berufsleben braucht. Unabhängig vom Geschlecht existieren beide Prinzipien in jedem Menschen. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, wann die weiblichen oder männlichen Aspekte in ihnen wirksam sind. Noch weniger realisieren sie, dass sie mit Hilfe einer gezielten Yogapraxis direkten Einfluss darauf nehmen können, die entgegensetzten Pole auszubalancieren und die jeweiligen Potenziale zu entfalten.

Hilfreich ist ein speziell zusammengestelltes Übungsprogramm, das einerseits die Leistungskraft erhält, aber auch genügend Raum für Entspannung gibt. Damit ist es möglich, das weibliche Potenzial auszuschöpfen und die männlichen Anteile zu entfalten – je nachdem, was die jeweilige Lebens- oder Arbeitssituation erfordert.

Yogi Bhajan, der Meister einer speziellen Form des Kundalini Yoga, wandte sich in zahlreichen Vorträgen gezielt an Frauen. Immer wieder betonte er, dass die künftige Entwicklung der Welt maßgeblich von einem authentischen, unabhängigen und würdevollen Verhalten der Frauen abhängt. Aus diesem Grund entwickelte er Übungsfolgen und Meditationen, die sowohl die physische als auch die mentale Stärke von Frauen fördern. Seine wesentlichen Aussagen und Empfehlungen zielen darauf ab, Frauen zu ermöglichen – auch als Mutter – verantwortungsvolle Positionen in der Gesellschaft zu übernehmen: Eine Frau, die genauso produktiv und erfolgreich wie ein Mann agieren möchte, braucht ein intensives körperliches Training. Dann ist es möglich, ihre tendenziell nach innen gerichtete weibliche Energie aufzubauen und in der äußeren Welt zu entfalten. Aus diesem Grunde leitete Yogi Bhajan spezielle Übungsreihen für Frauen an, die systematisch alle Körperbereiche ansprechen und die weiblichen und männlichen Aspekte in Balance bringen.

Aktive und engagierte Frauen haben oftmals Probleme, sich zu entspannen. Dabei fällt es einer entspannten Frau leichter, intuitiv zu handeln und sich mit ihrer inneren Stimme zu verbinden. Von dieser Verbindung halten sie nur ihre Ängste ab. Wenn sie diese jedoch bewusst wahrnimmt und sie beherrschen lernt, ist es möglich, zu vertrauen und Vertrauen zu verkörpern.
Unter Anspannung wird der innere Erfahrungsraum dagegen kleiner. Yogi Bhajan empfahl Frauen, zweimal täglich mindestens für jeweils elf Minuten eine Tiefenentspannung in ihren Alltag zu integrieren.

Wenn eine Frau erfolgreich sein möchte, kann sie mit Hilfe einer intensiven Yogapraxis nachhaltig Lebenskraft aufbauen, um die Verbindung zu ihrem Selbst aufrecht zu erhalten. Ziel ist, weibliche Stärke und innere Unabhängigkeit aufzubauen. Außerdem stärkt sie damit ihre Fähigkeit, klare Entscheidungen zu treffen und fokussiert zu handeln. Eine bewusste Frau trägt alles Glück in sich. Hat sie ein starkes Selbstwertgefühl, manifestiert sich diese äußere Wahrnehmung von selbst. Wenn eine Frau sich jedoch nicht erlaubt, ihre weibliche Seite zu zeigen, wird sie nur schwer in Kontakt mit ihrer weiblichen Energie treten und sich nicht gänzlich entfalten können.

Im ganzheitlichen und spirituellen Sinne des Yoga geht es darum, dem derzeit dominierenden männlichen Prinzip das weibliche Gegengewicht zur Seite zu stellen und Balance zu erreichen. Für die einzelne Frau bedeutet das, sowohl ihre persönlichen – innerlichen – als auch beruflichen – nach außen gerichteten – Ziele gleichermaßen erfolgreich zu verwirklichen. Durch die Präsenz und Partizipation beider Geschlechter in Wirtschaft und Gesellschaft erhalten ausgewogene und nachhaltige Lebensprinzipien eine realistische Chance. Vor diesem Hintergrund ist die derzeit diskutierte Einführung einer Frauenquote in der Wirtschaft nicht nur zu begrüßen, sondern von entscheidender Bedeutung für eine hoffnungsvolle Zukunft.

Symbolik

Das weibliche Prinzip

Das männliche Prinzip

Archetypen

Shakti

Shiva

Mantren

Ma

ra

Planetarische Energie

Erde

Sonne

Element

Wasser

Feuer

Ausrichtung

nach innen gerichtet: Integration

nach außen gerichtet: Expansion

Bewegung

empfangen und zulassen

abgeben

Aktion

passiv, abwartend

aktiv, handelnd

Körper

linke Körperhälfte

rechte Körperhälfte

Denkweise

kreativ – vernetztes Denken

rational – linear

 


Ulrike Reiche ist Coach für Führungsfrauen, Kundalini-Yogalehrerin und -Ausbilderin. Die Autorin von „YIU Yoga im Unternehmen – Gesundheit ohne Stress“ (Fischer Verlag) bietet seit zehn Jahren spezielle Yogaprogramme für Berufstätige an.

Yoga der Hingabe: Flying Bodywork

Loslassen, sich getragen fühlen, oben und unten vergessen – und dabei tiefe
Hingabe und Vertrauen empfinden. Die Flying-Bodywork-Übungssequenz zeigt
ihnen, wie sie Ihren Partner in die Luft und sicher zurück auf den Boden bringen.

Flying Bodywork ist eine einzigartige Form von Körperarbeit in der Luft. Es ist ein Ritual des Loslassens, das den Empfänger in einen Zustand tiefer Entspannung versetzt und ihm ein völlig neues Körpergefühl vermitteln kann. Die Praxis ruht auf vier Säulen: Achtsamkeit, Klarheit, Spüren und Hingabe. Diese vier Qualitäten, verbunden mit der Kraft der Berührung und der heilsamen Wirkung der Schwerkraft, befähigen uns, Blockaden auf körperlicher, energetischer, emotionaler und geistiger Ebene zu lösen.

Wozu fliegen?

Umkehrhaltungen im Yoga haben viele positive Wirkungen, allerdings bergen Asanas wie Kopfstand, Schulterstand oder Pflug bei nicht korrekter Ausführung gerade für Anfänger Verletzungsrisiken für die Halswirbelsäule. Mit Flying Bodywork kann man auf sichere Weise die heilsame Wirkung der Schwerkraft erfahren: Durch das Gewicht des Kopfes wird die Wirbelsäule gestreckt. Die Wirbelbogengelenke werden sanft geöffnet und dadurch die Bandscheiben zwischen den einzelnen Wirbelkörpern entlastet.

In der Luft getragen zu werden,  schenkt dem Empfänger ein völlig neues Körpergefühl. Menschen, die vorher ein negativ geprägtes Verhältnis zu ihrem Körper hatten, sind häufig überrascht, wozu ihr Körper in der Lage ist. Gefühle von Freude, Leichtigkeit und neuem Selbstvertrauen können entstehen. Auch unbewusste Ängste, emotionale Blockaden oder die Folgen früherer Verletzungen können sich im Zuge einer Behandlung lösen.

Die Grundlagen
Kontraindikationen abklären

In einigen Fällen (z. B. Schwangerschaft, Menstruation, Netzhauterkrankungen oder Bandscheibenvorfall) muss man von Flying Bodywork absehen. Versichern Sie sich im Vorgespräch, dass keine dieser Kontraindikationen vorliegt.

Spotting

Für das sichere Erlernen von Flying Bodywork ist eine Hilfestellung (Spotting) unerlässlich. Dabei sorgt eine dritte Person, der Spotter, dafür, dass der Empfänger auf den Füßen des Gebenden bleibt und anschließend auf sichere Art und Weise zum Boden zurückkehrt. Wenn der Empfänger zu fallen droht, kann der Spotter eingreifen und ihn an der Hüfte festhalten, ansonsten berührt er den Empfänger nicht.

Grundposition für das Spotting ist die „tiefe Pferdestellung“, eine breitbeinige, stabile Hocke. Der tiefe Schwerpunkt ermöglicht es, schnell und flexibel zu reagieren. Die aufgerichtete Wirbelsäule schützt den Spotter davor, sich beim Eingreifen selbst zu verletzen.

Körpermechanik

Die Beine des Gebenden befinden sich in der Grundhaltung im 90-Grad-Winkel zum Boden und sind durchgestreckt. So nutzt man die Statik des menschlichen Körpers: Das Gewicht ruht auf den Knochen und der Einsatz von Muskelkraft ist nicht nötig. Sollten die Beinrückseiten nicht ausreichend gedehnt sein, um die Beine in einen 90-Grad-Winkel zu bringen, kann auch eine gefaltete Decke oder ein Kissen unter das Becken gelegt werden, um es dem Gebenden einfacher zu machen.

Feedback einholen

Bitten Sie Ihren Partner, Ihnen jegliche Art von Unwohlsein mitzuteilen. Am Anfang können die Hand- oder Fuß-Positionen ungenau sein, dadurch kann ein Druckgefühl entstehen. Aus Höflichkeit wird manchmal notwendiges Feedback zurückgehalten. Dabei kann ein offenes Wort schnell Abhilfe schaffen.

Sich selbst entspannen

Last but not least – entspannen Sie sich als Gebender. Je mehr Freude Sie haben und je entspannter Sie sich fühlen, desto angenehmer wird es Ihr Empfänger haben. Wenn Sie sich umgekehrt zu sehr anstrengen, kann auch Ihr Partner nur schwer loslassen.

FlyingBodywork1 Einstieg

Platzieren Sie Ihre Füße unterhalb des Beckens auf den Oberschenkeln des Empfängers. Die Hüftknochen werden dabei nicht berührt. Der Empfänger legt seine Hände auf Ihre Knie und Sie stützen dessen Schultern mit den Händen.

 

 

Flying_Bodywork22 Rückenlöser

Wenn das Becken des Empfängers senkrecht über Ihrem Becken steht, strecken Sie Ihre Beine und bringen den Empfänger in die Position des Rückenlösers. Arme und Beine hängen passiv nach unten.

 

 

Wirkung: 

Diese Position streckt die gesamte Wirbelsäule – insbesondere im Bereich der Lenden- und Halswirbelsäule. Die tief liegende Rückenmuskulatur wird entlastet.

Hinweis:

Durch die Fußposition findet eine sanfte Kompression auf die Oberschenkel des Empfängers statt. Deshalb ist es wichtig, die Füße weich zu lassen. Zudem sollte man nicht allzu lange (maximal 10 Minuten) in dieser Position bleiben.

 

Bild43 Schmetterling

Von hier aus legen Sie Ihre Fingerkuppen auf den Schulterspitzen des Empfängers. Dann strecken Sie die Arme und stützen den Brustkorb von unten. Ihre Handballen ruhen dabei unter den Schlüsselbeinen auf dem Ansatz des Brustmuskels. Bitten Sie den Empfänger, die Füße zusammenzulegen und die Knie nach außen zu beugen.

 

Wirkung:

* sanfte Öffnung der Hüften nach außen

* löst Blockaden im Iliosakralgelenk (ISG).

 

Bild54 Gedrehter Schmetterling

Beugen Sie während einer Ausatmung des Empfängers den einen Arm langsam und bringen Sie den Partner dadurch in eine sanfte Drehung. Strecken Sie beim Einatmen wieder beide Arme aus und wechseln Sie während einer Ausatmung die Seite. Wiederholen Sie die Übung zwei bis drei Mal pro Seite.

 

Wirkung:

* Mobilisation der Brustwirbelsäule

* Schulteröffnung

* Dehnung von Rücken (Latissimus) und schräger Bauchmuskulatur

 

Bild65 Voller Rückenstretcher

Greifen Sie mit beiden Händen die Handgelenke des Empfängers und führen Sie dessen Arme über seinen Kopf. Atmen Sie gemeinsam ein. Beim Ausatmen geben Sie Zug auf die Handgelenke und schieben die Beine von Ihrem eigenen Körper weg, so dass die Wirbelsäule des Empfänger gestreckt wird. Mit einer Einatmung des Empfängers lösen Sie die Position wieder.

Wirkung:

* Streckung der Wirbelsäule

* Dehnung von Armen und Schultern

 

Bildschirmfoto 2015-05-26 um 17.02.006 Ausstieg

Bringen Sie den Empfänger zurück in die Grundposition, den Rückenlöser (Bild 2), wobei Ihre Hände miteinander verbunden bleiben. Bitten Sie den Empfänger, in die eigenen Hände zu drücken, während Sie gleichzeitig Ihre Arme strecken. Beugen Sie Ihre Knie und setzen Sie den Empfänger langsam auf dem Boden ab.

 

Bildschirmfoto 2015-05-26 um 17.02.597 Ausklang

Im Anschluss an das Fliegen bitten Sie den Empfänger, die Stellung des Kindes einzunehmen, um zum Ausgleich die erdende Wirkung dieser Haltung zu genießen. Das Gefühl der Erdung können Sie noch verstärken, indem Sie Ihr Körpergewicht durch beide Hände auf das Kreuzbein (die dreieckige Knochenplatte am Ende der Wirbelsäule) sinken lassen. Danach lassen Sie den Empfänger einen Moment lang nachspüren.

 


portraitAutor Tobias Frank wurde 2007 zum ersten zertifizierten AcroYoga-Lehrer in Deutschland und entwickelte mit Flying Bodywork seinen eigenen Stil des entspannten Fliegens. Flying Bodywork kann man im Rahmen von Workshops und Ausbildungen bei ihm lernen. Mehr Informationen und Termine auf www.flyingbodywork.de.

Montags-Mantra: Wellen des Lebens

„Du kannst die Wellen nicht anhalten, aber du kannst lernen zu surfen.“ – Joseph Goldstein

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen wunderbaren Start in die neue Woche und einen guten Flow für bevorstehende Wellen.

Rezept-Tipp: Hummus aus dicken Bohnen

Zutaten (für circa 2 Tassen)

 

gut 1 kg frische dicke Bohnen (Saubohnen, Favabohnen)
¼ Tasse Olivenöl
Saft von 1 Zitrone
3 TL gehackte Minzblättchen
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Lösen Sie die Samen aus den Schoten, blanchieren Sie sie 1 Minute lang in kochendem Wasser und schrecken Sie sie mit kaltem Wasser ab. Nach dem Abkühlen drücken Sie die Bohnen aus den Häutchen heraus.
  2. Bringen Sie in einem großen Topf leicht gesalzenes Wasser zum Kochen. Kochen Sie die Bohnen darin in etwa 5 Minuten weich. Gießen Sie sie ab, dabei fangen Sie ½ Tasse Sud auf.
  3. Pürieren Sie die Bohnen mit dem Rührstab oder im Mixer. Nach und nach mixen Sie Olivenöl, Zitronensaft und so viel von dem Sud dazu, dass ein dick-breiiges Mus entsteht.
  4. Mischen Sie Minze, Salz und Pfeffer unter und schmecken Sie den Dipp ab. Anschließend servieren Sie ihn möglichst frisch. Im Kühlschrank ist er einen Tag haltbar.

 

Tipp: Dicke Bohne haben eine relativ kurze Saison, aber leckere, nahrhafte Dipps kann man aus jeglichen frischen oder getrockneten Bohnensorten zubereiten. Versuchen Sie zum Beispiel einmal Pintobohnen mit Kreuzkümmel, weiße Bohnen mit Thymian oder schwarze Bohnen mit Jalapeno-Chilis.


Rezept von Lauren Ladoceour. Die Autorin lebt als Journalistin und Buchautorin in San Francisco.

Verdächtig glücklich

Wunderlich ist die folgende Geschichte aus zwei Gründen: sie spielt nicht in der tiefsten katholischen Provinz, etwa in Oberammergau, und auch nicht zur Zeit der Hexenverbrennung. Sondern in Berlin Kreuzberg im Jahr 2014.

Es klingelt, zwei Polizeibeamte stehen vor der Tür:  „Guten Tag, wir wollten nach dem Rechten sehen“, sagt der eine höflich. „Ein Nachbar hat bei uns gemeldet, hier wäre eine Sekte aktiv.“ Polizisten in diesem Teil der Stadt, am Rande des Görlitzer Parks, fallen nicht immer durch Höflichkeit auf. Nichtsdestotrotz lacht der türöffnende Yogalehrer unerschrocken und bittet die beiden Uniformierten herein. Sie finden brennende Kerzen, Räucherstäbchen, hören Gesänge und blicken in glückliche Gesichter – viele leichtbekleidete Frauen schauen gar gelöst und undeutsch drein. Bei dem Anblick sind die beiden Herren nicht ganz sicher, ob hier nicht Drogen oder Verblendung oder gar beides im Spiel sein könnten. „Verdächtig glücklich“, murmelt der eine. Dank des geistesgegenwärtigen Yogalehrers verstehen sie aber schnell: Dies ist ein erfolgreiches Kreuzberger Yogastudio, keine Sekte. Grinsen ist normal. Ist das Missverständnis des Nachbarn am Ende gar kein Missverständnis?

Hören wir dazu eine Stimme aus Püchersreuth in der Oberpfalz. Hier scheint es Spezialisten zum Thema Yoga zu geben. Pfarrer Manfred Wundlechner beschreibt im Mai diesen Jahres im Pfarrbrief seiner Gemeinde, worum es beim Yoga geht: „Yoga wird heute vielfach sehr harmlos dargestellt. Der Einstieg wird einem sehr leicht gemacht.“ Er warnt ausdrücklich vor den Folgen von Yoga. Schließlich gehe es hierbei „um die Annahme einer anderen Religion“. Ach so, Yoga ist eine Religion. Das ist allerdings eine Neuheit und deswegen machte der Pfarrer mit seinem Pfarrbrief auch Schlagzeilen. Er war wohl der erste, der sich traute, das zu sagen. Vermutlich hat er einfach gut beobachtet. Die Ausschließlichkeit mit der manch Leggings tragende Yogini ihr neues Hobby betreibt, lässt einen unweigerlich an Religion denken. Getoppt wird der Bekehrungsfaktor noch vom Typ angehende Yogalehrerin, die gerade vegan geworden ist. Da kann man sich entspannter mit einem Wachturm haltenden Zeugen Jehovas in der Fußgängerzone unterhalten.

Lieber Herr Pfarrer, ja, die Kirchenaustritte, sind seit langem auf einem konstant hohen Niveau (mehr als 200 000 pro Jahr). Aber: Nicht jeder Abtrünnige fängt sofort mit Yoga an. Bei manchen dauert es wohl länger. Das dürfte Sie beruhigen.

Die Grundstruktur von Yoga ist jenseits jeder Konfession. Das ist sicher eine Einladung für viele. Man kann aber die Erfahrung in jede Religion einbringen, wenn man möchte. Die Yogatradition ist ungefähr 4000 Jahre alt (da war Jesus noch nicht mal im unbefleckten Empfängniskanal). Anders als beim Christentum gibt es bei den Yogis keine Päpste oder Kardinäle, die Dogmen aufstellen. So haben Ihre Vorgänger beispielsweise, auf dem fünften Konzil (Konstantinopel, 553 n. Chr.), mal eben die Reinkarnation abgeschafft. Nicht alles, was Sie heute glauben, ist also gottgegeben.

Der Dalai Lama sagte neulich in Hamburg: „Religion ist Privatsache, aber Ethik betrifft alle. Wir müssen einen Weg finden, auch ohne Religion Werte wie Mitgefühl, Vergebung und Liebe zu erlernen.“ Der Buddhismus missioniert nicht. Man darf seine Lehren nur weitergeben, wenn ein Schüler ausdrücklich darum bittet. Diese buddhistische Haltung sollten wir uns vielleicht alle aneignen und lieber aufklären als bekehren. Lieber teilen als trennen. Weniger predigen, mehr motivieren. Die Dinge selbst, sagt Goethe, sind die Lehre. Also: Lasst uns einfach alle verdächtig glücklich sein!


Gudrun Pawelke kam über den Buddhismus zum Yoga, weil ihr neben der Meditation die körperliche Aktivität fehlte. Die Yogalehrerin lebt in Berlin und gibt Workshops zu Yogaspezialthemen, Achtsamkeitstrainings und Stressmanagemant-Coachings.

Foto: www.pexels.com