3 Tipps für eine ausgewogene Ernährung

Iss dies, iss das – lass dies, lass das. Ständig machen wir uns irgendwelche Vorschriften, was auf unsere Teller kommen darf und was nicht. Dabei könnte alles so einfach sein… Lesen Sie hier unsere 3 Tipps für eine ausgewogene und gesunde Ernährung:

  1. Saisonal einkaufen und einfache, alltagstaugliche Gerichte zubereiten.
  2. Intuitiv kochen: Jeder weiß intuitiv, was ihm gut tut. Was helfen kann, das herauszufinden, ist eine kurze Meditation vor dem Kochen: Hinsetzen, in den Körper spüren, Bewusstsein schaffen. Sich dann vorstellen: Wie würde ich mich nach diesem oder jenen Essen fühlen? Dann entscheiden, was ich heute und genau in diesem Moment brauche… Wenn man sich bewusst entschieden hat, etwas vielleicht auch mal nicht so Gesundes zu essen: Keine Reue haben und voller Freude genießen.
  3. Nicht zu viel essen. Alles was man sich zu viel zuführt, muss man auch wieder ausscheiden und dies belastet den Körper.

 


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Buch-Tipp: Weisheiten Moderner Yogis

3030WEISHEITEN MODERNER YOGIS In “Blessed to Serve” hat die Yogalehrerin Karen Lo aus San Francisco wichtige Persönlichkeiten aus der Yogaszene – darunter Sianna Sherman, Rusty Wells, Jason Nemer und Duncan Wong – zu ihrem Yogaweg befragt. Das Ergebnis ist für mich (als Lehrer) eine schöne Inspirationsquelle. Die Interviews mit den Pionieren des modernen Yoga erheitern, verwundern und verschaffen einem das ein oder andere Aha-Erlebnis. Hier geht es nicht um die korrekte Ausrichtung in den Asanas oder um abstrakte Yogatexte, sondern um praktische Fragen, mit denen sich jeder Lehrer irgendwann konfrontiert sieht. „Wie gehe ich verantwortungsvoll mit Kommunikationsmedien wie Facebook um?“ Oder: „Wie überwinde ich bloß das verdammte Lampenfieber vor meiner allerersten Yogastunde?“ Jeder der Lehrer findet seine ganz eigene Antwort auf diese Fragen. Aber eines haben sie gemeinsam: Sie empfinden das Unterrichten als Berufung, für die sie dankbar sind – gerade deshalb, weil vielen von ihnen der Erfolg nicht in die Wiege gelegt wurde. 


Blessed

Fazit: Ein Buch, das allen (angehenden) Yogalehrern Mut macht, weil es verdeutlicht, dass auch die „Großen“ einmal klein angefangen haben. Bis jetzt gibt es „Blessed to Serve“ leider nur auf Englisch, doch die Lektüre lohnt sich!

„Blesses to serve“ von Karen Lo (Inversions Incorporated,ca.15Euro)

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Frühlingslust! Wie die Gefühle in die Welt kamen

Frühling Blumen Rothaarige Frau
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Ist Yoga nur im Rückzug von der Welt möglich? Aber wozu dient dann das ganze wundervolle Universum um uns herum?

Was ist wichtig im Leben?
Manchmal scheint es, als ob sich in der Yoga­szene zwei Lager gegenüberstünden: Auf der einen Seite findet man die Traditionalisten. Sie studieren eingehend die alten Schriften und lesen aus ihnen heraus, dass der Weg des Yoga aus Askese und Rückzug von der materiellen Welt besteht. Postmoderne Yogalehrer andererseits gehen so weit zu sagen: Anything goes – alles ist Yoga. Dabei sieht ihr Lebensstil manchmal schon sehr hedonistisch aus. Wie viel Genuss ist erlaubt auf der Suche nach Freiheit?

In Indien wurde in alten Zeiten mehr mit Bildern als mit exakter Wissenschaft gelehrt. Die Geschichten von den Göttern helfen uns auch heute noch, entspannt darüber nachzudenken, was in unserem Leben von Bedeutung ist. Dabei gibt es so viele unterschiedliche Versionen des Schöpfungsmythos, wie es Yogaschulen gibt. Doch in allen Variationen wird über eines der vier grundlegenden Lebensziele berichtet: Kama. Der schöpferische Impuls, der unser Leben durchzieht – und uns alle immer wieder in seiner Macht hat.

Wie die Gefühle in die Welt kamen
In den meisten Geschichten gilt Brahma als der Erschaffer des Universums. Zu Beginn der Welt geht er in tiefe meditative Versenkung in sich selbst. Dann tritt seine Schöpfung hervor – und das hat auch für ihn sehr überraschende Konsequenzen. Nachdem er zunächst die zehn Urväter geschaffen hat, entsteht aus seiner Meditation heraus plötzlich die „Morgendämmerung“. Sie wird als die pure, verkörperte Weiblichkeit beschrieben. Und es geschieht etwas, das den Schöpfer und seine geistigen Söhne sehr verwundert. Sie beginnen zu fühlen. In ihnen entsteht Verlangen nach der Schönheit. Gleich darauf entspringt das nächste Wesen aus Brahma: Die Kalika Purana beschreibt es als einen Mann „glänzend wie Goldstaub“, der Blütenduft verströmt und das Gemüt dadurch noch mehr in Wallung bringt.

Brahma gibt diesem Gott nun seine Aufgabe: „Du wirst mit Pfeil und Bogen Männer und Frauen betören und so die dauernde Schöpfung dieser Welt in Gang halten.“ Und er unterwirft sich sogar selbst der von ihm geschaffenen Kraft: „Nicht einmal wir Götter werden deinen Frühlingsgefühlen standhalten. Wie alle atmenden Wesen wirst du selbst Vishnu, Shiva und mich verzaubern“, weist er ihn an. Und er gibt ihm den Namen Kama: Lebenslust.

Liebesverlangen ist also nicht nur Teil unserer menschlichen Natur. Selbst Brahma, der als Schöpfer ursprünglich das Prinzip der Weisheit und Reinheit verkörpert, unterwirft sich diesem Prinzip. Er gibt dem Gott der Liebe sogar selbst den Auftrag, ihn zu verzaubern. Das berauschende Prinzip der Lebenslust ist in gewisser Weise also nichts anderes als die Verkörperung der Schöpferkraft. Die Energie des Verlangens ist – von dieser Perspektive aus – eine weltliche Ausdrucksform der Weisheit der Schöpfung.

Der Schatten in der Geschichte
Wenn das schon alles wäre, könnten wir jetzt einfach jeden Tag feiern bis zum Morgengrauen. Doch leider erzählt die Geschichte auch, dass diese Schöpfung ihre Schattenseite mit sich brachte. Was passiert, wenn unsere Gefühle – aus welchen Gründen auch immer – für uns leidvoll werden? Durch das Wirken des Liebesgottes war Brahma plötzlich so sehr in seine eigene Schöpfung verstrickt, dass er seine göttliche Natur vergaß und vor Liebesverlangen blind wurde. Da erschien Shiva, der Asket, und verspottete ihn. „Du hast dich selbst vergessen“, rief er ihm zu. „Wo ist deine Weisheit jetzt?“

Brahma und die Urväter versuchten ihre Sinne zu bezwingen. Doch indem sie mit Gewalt die Leidenschaft aus ihren Poren herauspressten, gebaren sie die Gefühle der Scham. Durch das Abspalten dieser Anteile ihrer Persönlichkeit entstanden die Ahnengeister und die Dämonen des Todes. Shiva wandte sich von der Schöpfung ab, um nichts mit dem leidvollen Spiel der Gefühle zu tun zu haben. Er wollte lieber ausschließlich in der Stille meditieren, um nichts als den Frieden des höchsten Selbst in seinem Inneren zu erfahren.

Shiva und Shakti – die beiden Pole
Das passte den von ihm bloßgestellten anderen Göttern natürlich nicht. Also wurde ein Plan geschmiedet, wie auch der meditierende Einsiedler unter die Haube zu bekommen wäre. Dem Liebesgott wurde noch eine Gespielin zur Seite gestellt: Rati – die Göttin der Liebe und der Lust. Mit ihrer Hilfe sollte der Frühling auch den Asketen verzaubern können. Als passende Partnerin für Shiva wurde die Shakti selbst auserkoren – die ewige Kraft des Werdens. Sie kam mit dem Namen Sati als Tochter eines der Urväter auf die Welt, und widmete ihre ganze Jugend der Verehrung Shivas als höchstes Wesen. Irgendwann war ihr Wunsch nach dem Gatten schließlich so stark, dass auch Shiva voll Verlangen nach ihr seine Meditation verließ und nach ihrer Vermählung lange, heißblütige Liebesnächte am Berg Kailash mit ihr feierte.

Die beiden Liebenden sind ein Bild für die Kräfte, die uns in unserem Wesen bewegen: Shakti symbolisiert die Materie, unsere Körperlichkeit am unteren Ende der Wirbelsäule. Shiva repräsentiert das reine Bewusstsein, lokalisiert am tausendblättrigen Lotus-Chakra an unserer Schädeldecke. Zwischen diesen beiden Polen – der Anziehungskraft der Materie und der Hingabe zu Gott – spielt sich unser Leben ab. Mal ist für uns die Befriedigung der Sinne das Wichtigste, dann sind wir im Reich von Shakti. Einmal steht die finanzielle und materielle Absicherung im Vordergrund, ein andermal der selbstlose Dienst an unseren Mitmenschen. Den Sitz von Shiva berühren wir auch immer wieder mit dem Üben von Yoga – der Verbindung unserer individuellen Seele mit dem kosmischen Selbst.

„Damit will ich nichts mehr zu tun haben!“
Die Ehe von Shiva und Shakti fand leider schon recht bald ein dramatisches Ende. Die als Sati geborene Shakti wählte aufgrund eines Streits mit ihrem Vater den Freitod. Leidvoller kann Verstrickung in die Welt der Gefühle nicht sein. Von Trauer und Verzweiflung überwältigt zog sich Shiva erneut in die Meditation zurück. Er wollte nicht noch einmal von der Welt enttäuscht werden. (Ein Weg, für den sich übrigens auch im 21. Jahrhundert noch manchmal Menschen entscheiden, wenn sie mit der vollkommenen Hingabe zur Einfachheit im Namen von Yoga vor einer Beziehung oder anderen weltlichen Herausforderungen flüchten.) Shiva wurde es aber nicht so einfach gemacht. Als seine Gefährtin in neuer Gestalt als Parvati inkarnierte, lauerte der Liebesgott ihm wieder im Wald auf. Sein Pfeil traf Shivas Herz erneut und tatsächlich wurde der kürzlich noch so besonnene Gott wieder von der Liebe überwältigt. Statt sich zu freuen, wurde er allerdings rasend vor Wut. Denn die ihn befallende Unruhe wollte er sich selber nicht mehr eingestehen und projizierte seinen ganzen Ärger auf den „Störenfried“.

Kennen Sie das, wenn Sie jemand in der Meditation unterbricht? Sind sie dann auch sauer? Eigentlich schade, denn wir haben uns ja aufs Kissen gesetzt, um Frieden zu finden. Wenn wir dann erkennen, dass plötzlich Unruhe in uns aufsteigt, herrscht innerer Krieg, da wir uns nun auch noch über den Verlust des Gleichmuts ärgern.

Shiva schaute den Liebesgott nicht nur böse an. Er sandte aus seinem dritten Auge einen Feuerstrahl, der Kama zu einem kleinen Haufen Asche verbrannte. „Du bist schuld, dass ich mich aufgeregt habe“, schien er damit zu sagen. Unser drittes Auge ist manchmal übrigens ähnlich gefährlich wie das von Shiva. Wenn wir – mit der Kraft von Yoga und Meditation aufgeladen – jemanden so richtig böse anschauen, dann merken wir auf einmal, dass wir auch ganz schön zerstörerisch wirken können.

Frieden mit dem Frühling
Natürlich war Shiva dadurch kein besonders attraktiver Partner für die Frau, für die sein Herz gerade wieder entflammt war. Parvati hatte Mitgefühl mit Kamas Gattin Rati, deren Gemahl er gerade zu Asche versengt hatte. Das brachte Shiva zur Besinnung und der Geschichte doch noch eine gute Wende. Im Götterhimmel finden – wie bei uns Menschen auch – ständig Katastrophen statt. Aber am Ende haben auch diese ihren Teil am großen Plan der Schöpfung. Es war zu spät, seinen Wutausbruch rückgängig zu machen. Aber Shiva fand eine Lösung, die dem Liebesgott erlaubte, weiter zu wirken. „Ich kann ihn nicht wieder in seine körperliche Gestalt setzen“, sagte er. „Es gibt aber einen Ort, wo er auf ewig weiterleben wird: In den Herzen aller Menschen.“ Und dadurch können wir den Frühling auch heute in unserer Seele erleben.

Dem Schöpfungsmythos nach hat also beides einen Platz in unserem Leben: Wir erfreuen uns, so lange wir möchten, an der Lust der Sinne. Und wenn der damit unweigerlich verbundene Schmerz irgendwann zu groß wird, widmen wir uns der Meditation und suchen damit den Frieden der Erkenntnis. Sehr geschickt ist es natürlich, bis dahin eine regelmäßige Yogapraxis etabliert zu haben – damit unsere Reaktionen nicht immer so überschwänglich sind wie die der Götter. Das höchste Ziel ist das Bewusstsein darüber, dass zwischen dem Erleben unseres göttlichen Kerns und dem Spiel in der Welt – ob es gerade Spaß macht oder nicht – gar kein Unterschied besteht.

Ralf Sturm ist Yoga- und Meditationslehrer sowie Systemischer Berater. Neue Meditationen regelmäßig unter: www.gefühlssturm.de

SAVE THE DATE: #EarthHour

Setzen auch Sie eine Botschaft für mehr Klimaschutz!

Am kommenden Samstag, den 28. März 2015, findet zum neunten Mal die #EarthHour statt. Millionen von Menschen schalten weltweit von 20:30 bis 21:30 ihr Licht aus – und setzen mit diesem Ereignis ein Zeichen.

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Die WWF Earth Hour ist eine einfache Idee, die rasend schnell zu einem weltweiten Ereignis wurde: Machen Sie mit bei der Earth Hour und setzen Sie ein Zeichen für mehr Klimaschutz.

Mehr Infos unter: www.wwf.de/earth-hour-2015

4 Tipps wie Sie Thai Yoga in Ihre Praxis integrieren können

Bodywork hat nichts mit Yoga zu tun? Das habe ich vor vielen Jahren auch einmal gedacht. Thai Yoga ist die perfekte Ergänzung für Ihre Yoga-Praxis. Diese passive Form von Yoga ist nicht nur äußerst entspannend. Sie können durch Thai Yoga Dinge lernen, die Ihnen allein auf der Matte entgehen würden. Unser Gastautor Tobias Frank gibt Ihnen heute 4 Tipps, wie Sie Partner-Yoga perfekt in Ihre persönliche Praxis integrieren können.

  1. Vom Nichts-Tun profitieren
    Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Entspannung ist immer da für Sie. Sie müssen nichts leisten, um sie zu bekommen. Noch nicht einmal Ihre Yogamatte ausrollen und sich durch eine anstrengende Asana-Praxis quälen. Für mich persönlich war das eine wichtige Lernerfahrung.
    Irgendwann Anfang Zwanzig merkte ich vor lauter Stress, dass ich niemals gelernt hatte, mich zu entspannen. Yoga war DIE Erlösung, weil sie meinem Körper und Geist Wohlbefinden verschaffte. Ich war so begeistert, dass ich bald jeden Tag in eine Yogastunde ging.
    Erst im Laufe der Jahre realisierte ich, dass auch die im Yoga praktizierten Asanas nur Hilfsmittel sind. Im Grunde genommen muss ich nichts tun, um mich zu entspannen –  nur loszulassen. Genauso wie bei einer Thai Yoga Session. Diese Form der Körperarbeit zu geben und zu unterrichten ist deshalb so wertvoll für mich, weil ich viele Menschen sehe, die wie ich damals im Modus der Aktivität und im Tun sind – im Job, in der Beziehung, in der Familie. Wir haben nicht gelernt, nichts zu tun. Denn unsere Gesellschaft ist eine Handlungs- und Leistungsgesellschaft.
  2. Spüren lernen
    Während meiner Yogalehrer-Ausbildung hatte ich gelernt, meinen Yogaschülern zu assistieren. Doch manchmal war ich unsicher: „Wie intensiv darf diese oder jene Hilfestellung sein?“ Die Wahrheit ist: Es gibt keine allgemeingültige Antwort. Die Wahrheit liegt in Ihren Händen, in Ihrer Fähigkeit zu spüren.
    Wenn Sie anfangen Körperarbeit zu praktizieren, lernen Sie, mit Ihren Händen zu hören und zu sehen. Durch Ihre Fähigkeit zu fühlen, treten Sie ein in den stillen Dialog von Körper zu Körper. Sie sind in der Lage Antworten auf die Fragen zu finden, die Ihr Verstand nicht beantworten kann, wenn er darüber nachdenkt – auch über sich selbst. Im Laufe der letzten Jahre bin ich wesentlich intuitiver geworden. Ich habe gelernt, meinem Gefühl zu vertrauen, was mein Leben insgesamt leichter und glücklicher gemacht hat.
  3. Magische Berührungen erfahren
    Die Wirkung von achtsamer Berührung ist für mich magisch. Ihre Heilkraft ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Angenehme Berührungen lassen die Hormone tanzen und sorgen unter anderem dafür, dass Oxytocin ausgeschüttet wird – ein Botenstoff der die Auswirkungen von Stress reduziert. Das Glückshormon Serotonin kennen Sie vielleicht schon von kleinen Naschereien – es wird zum Beispiel beim Essen von Schokolade ausgeschüttet. Berührung ist ein noch besserer Weg, sich einen ähnlichen Glückskick zu verschaffen. Und: Ihre Figur wird es Ihnen danken!
  4. Das Glück, glücklich zu machen
    Fragen Sie sich in Ihrem Leben und in Ihrem Job häufiger mal: „Wozu das Ganze?“ Wenn Sie eine Thai Yoga Session gegeben haben und in das glückliche Gesicht Ihres Empfängers blicken, erledigt sich solch eine Frage.
    Meiner Meinung nach ist es ein tiefes menschliches Bedürfnis, andere Menschen glücklich zu machen. „Lokah Samastah Sukhino Bhavantu“ (Übersetzung: „Mögen allen Lebewesen glücklich und frei sein und mögen meine Taten, Worte und Gedanken dazu beitragen“) heißt ein bekanntes Mantra. Thai Yoga ist die praktische Umsetzung dieses Mantras. Durch Ihre Hände können Sie dazu beitragen, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Anstatt über das Loslassen des Egos zu philosophieren, setzen Sie es in einer einfachen Handlung in die Tat um. In der Berührung hören „Ich“ und „Du“ auf zu existieren. Vielleicht kennen Sie diesen Zustand aus der Meditation oder nach einer ausgedehnten Yoga-Praxis. Das  Schöne daran: Sie können dieses Gefühl teilen und dadurch noch mehr davon in die Welt bringen – Karma-Yoga in Aktion sozusagen.

tobias_frank_yogaTobias Frank ist Thai Yoga Praktizierender und Lehrer für Thai Yoga Bodywork. Er bietet Thai Yoga Workshops und Ausbildungen in ganz Deutschland an. Mehr Informationen und den kostenlosen Thai Yoga Video-Kurs „Magie der Berührung“ gibt es auf www.thaiyoga.de.

Yoga & Musik: Die Magie des Zuhörens

Der Musiker und Yogalehrer Andreas Loh hatte seine intensivsten spirituellen Erfahrungen mit Musik. Deswegen setzt er sich für seine Schüler nach der Asana-Praxis ans Klavier und schenkt ihnen so ein Shavasana der besonderen Art.

„Für mich haben Musik und Yoga eine große Gemeinsamkeit: Wenn man wirklich zuhört, dann kann eine Einheit entstehen. Bei der Yogapraxis höre ich meinem Atem zu, bei der Musik der Struktur des Klangs.“ Während Andreas Loh Ashtanga Yoga unterrichtet oder selbst übt, läuft daher bewusst keine Musik, die vom Hören auf den Atem und den Geist von der Praxis und vom Spüren nach innen ablenken könnte. Umso intensiver könne dann nach dem Üben die Musik bei der Endentspannung erfahren werden, findet der 36-jährige studierte Pianist und Schlagzeuger. „Oft erzählen mir die Leute nach der Stunde, dass sie immer noch Gänsehaut haben. Auch verheulte Augen sind nicht selten.“

Für den Wahlberliner selbst war Musik lange Zeit das Wichtigste in seinem Leben. Er spielte hauptberuflich in Rock- und Jazzbands und übte jeden Tag stundenlang Schlagzeug. Als ihn diese einseitige körperliche Belastung an seine Grenzen brachte, empfahl seine Heilpraktikerin – nachdem Physiotherapie und Co. nicht helfen konnten – Yoga. Schon die erste Asthanga-Yogastunde zog Andreas Loh in den Bann. Er blieb dabei, praktizierte schon bald täglich im Studio oder zu Hause und machte schließlich eine Asthanga-Lehrerausbildung in England bei John Scott. Seine Musik profitierte von der neuen Leidenschaft: „Yoga brachte mir nicht nur körperliche Gesundheit, sondern auch Geistesklarheit und Stabilität. Konnte ich mich früher kaum länger als eine Stunde konzentrieren, waren nun ausdauerndes und intensives Spielen möglich.“ Doch im Gegenzug nahm Yoga immer mehr Zeit in Anspruch. Die letzten Jahre betrieb der Vater zweier Kinder sein eigenes Yogastudio in Berlin, das er jedoch kürzlich wieder aufgab, um wieder zu seinen musikalischen Wurzeln zurückzukehren und als Komponist zu arbeiten. Darüber hinaus gibt er in ganz Deutschland Workshops, Konzerte und Retreats, um sein Wissen über Yoga und Musik weiterzugeben.

Dabei können die Teilnehmer, nachdem sie beim Üben aufmerksam und ohne Ablenkung ihrem Atem zuhören konnten, im Sitzen oder Liegen meditieren und sich ganz der Musik hingeben. Und wenn sie Glück haben, erleben sie dann den wunderbaren Moment des Verschmelzens zu einer Einheit. Denn Yoga beginnt mit dem Zuhören.

Andreas, was ist Tala Yoga und warum hast du dieses Übungskonzept entwickelt?
Shri K. Pattabhi Jois sagt: „If breathcontrol is correct, mindcontrol is possible“. Daher begann ich vor 10 Jahren, mit einem Metronom Yoga zu üben. Dabei erkannte ich, dass die Qualität der Atmung besonders von zwei Faktoren abhängt: vom Schwierigkeitsgrad der Position und von der Länge der auszuführenden Bewegung. Basierend auf dieser Erkenntnis reifte die Idee zu Tala Yoga. Der Begriff „Tala“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Rhythmus, rhythmisches Muster“ oder „musikalische Zeit“. Die Praxis ist so konzipiert, dass es möglich ist, stets ruhig und gleichmäßig zu atmen – unabhängig davon, ob eine lange oder kurze Bewegung bzw. eine leichte oder schwere Position ausgeführt wird.

Was ist das Besondere an Tala Yoga?
Die Tala-Yogapraxis wird zu einer eigens von mir komponierten Musik ausgeführt. Sie ist die Grundlage für eine gleichmäßige Atmung. Durch die achtsame Beobachtung des Atems kann der Übende ganz im Moment ankommen und es entstehen innere Ruhe und Gelassenheit. Es geht nicht darum, welche Haltungen geübt werden, sondern einzig und allein darum, wie sie geübt werden. Daher sind die Asana-Serien so aufgebaut, dass die Atmung gleichmäßig fließen kann. Wenn der Fokus auf die Atmung gerichtet ist, entsteht Achtsamkeit. Diese Achtsamkeit ist die Grundlage für die Qualität einer jeden Asana.

Warum werden Körper, Atmung und Geist durch deine Musik besonders effektiv beruhigt?
Die Musik ist im Tempo des natürlichen Ruhepulses des Menschen komponiert. Diesen Puls nehmen wir als ersten Höreindruck als Fötus im Mutterleib wahr. Der Atem und die Bewegung werden beim Tala Yoga immer harmonisch in diesem Puls ausgeführt. Das fördert die Aufmerksamkeit und führt zu einer wachen, klaren inneren Ruhe. Es ist erwiesen, dass Musik in diesem Tempo das Entstehen von
Thetawellen im Gehirn fördert. Im Bereich der Thetawellen können Entspannung, Meditation und Kreativität besonders gut gedeihen.

Du begleitest auch Yogastunden anderer LehrerInnen live am Klavier. Was reizt dich daran?
Musik ist weit mehr als nur gut organisierter Klang, sie kann als spirituelles Instrument genutzt werden. Daher möchte ich durch meine Musik die Yogaübenden darin unterstützen, nach innen zu lauschen. Auch liebe ich die Interaktion, die zwischen mir, dem Lehrer und den Übenden entsteht. Im Zusammenspiel meiner Musik und der Bewegung der Gruppe entstehen magische Momente. Die Welt erscheint uns oft chaotisch. Doch ich bin davon überzeugt, dass alles Sein aus einer Harmonie, einem Einklang entstammt und selbst wenn es mal unharmonisch und chaotisch ist, alles immer wieder zur Harmonie hinstrebt.


Mehr Infos und Termine für die Workshops und Retreats von Andreas Loh unter talayoga.

Presse Akkreditierung

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Die Yoga Journal Story

„Yoga, das Herz und der Atem“: Die 40jährige Geschichte des Yoga Journal erzählt eine amerikanische Erfolgsgeschichte über Gemeinschaft, kreatives Unternehmertum und die moderne Faszination einer uralten Lehre

Im Epizentrum der Hippie-Bewegung manifestierte sich 1975 eine Vision: Während einer Vorstandssitzung der California Yoga Teachers Association im Wohnzimmer der Iyengar-Lehrerin Judith Lasater und ihres Ehemanns Ike entstand die Idee, der allmählich wachsenden Yoga-Community in San Francisco Lesestoff zu geben. Das Resultat waren zehn kopierte, puristisch gestaltete Schreibmaschinen-Seiten zum fairen Preis von 75 Cent – die erste Ausgabe des Yoga Journal. Die Finanzierung erfolgte über den privaten 500 Dollar-Kreditrahmen eines Redaktionsmitglieds.

„Unsere Absicht ist es, die Essenz des klassischen Yoga mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kombinieren“, schrieb die vierköpfige Redaktion im ersten Editorial. Themen wie „Yoga, das Herz und der Atem“ waren essentiell, der Ton nüchtern. Spannende Dinge ereigneten sich vor allem im Vertrieb: So konnte „Business and Advertising Director“ Ike Lasater in der gesamten San Francisco Bay Area nur einen einzigen Vertrieb für die Auslieferung der 300 Exemplare gewinnen. Dieser war auf „Special Interest“-Produkte spezialisiert – darunter homosexuellen Porno.

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Cover der ersten Yoga Journal Ausgabe von vor 40 Jahren

Als ähnlich weird galt vielerorts auch die Yoga Community. „Die Leute fragten immer, ob wir über Nägel gehen könnten“, erinnert sich Judith Lasater, Yoga Journal-Gründungsmitglied und noch heute eine international gefragte Lehrerin. „Wir waren Teil der alternativen Bewegung und vertraten merkwürdige Dinge wie vegetarische Ernährung. Um den Vorurteilen entgegen zu wirken, wählten wir im Yoga Journal Themen wie „Yoga gegen Rückenschmerzen.“ Die 70er und 80er Jahre bezeichnet Lasater als „Zeit der Unschuld“: „Weil jeder jeden kannte und weil der Yoga-Lebensstil abseits des gesellschaftlichen Konsens stattfand, war das Netzwerk eng und die Unterstützung immens.“ Ein eindrucksvolles Beispiel lieferte 1984 die erste International Iyengar Yoga Convention in San Francisco. Das Yoga Journal steckte in ernsthaften finanziellen Engpässen. Als kurzfristig ein Redner ausfiel, nahm Judith Lasater ihren ganzen Mut zusammen, stieg auf die Konferenzbühne und schilderte der Iyengar-Gemeinschaft die Situation. Spontan zog ein Spendenhut seine Kreise, Tausende von Dollar wurden eingenommen und die nächsten Yoga Journal-Ausgaben sichergestellt.

Die Zeiten, Yoga und das Yoga Journal haben sich geändert. Die traditionell exklusiv zwischen Lehrer und Schüler vermittelte Lehre hat sich von der Alternative zur Lebenseinstellung entwickelt, die vor allem in den Großstädten Mainstream ist.

In ähnlicher Weise verläuft der Kontakt zwischen Yoga und der Community nicht mehr ausschließlich direkt, sondern in einem global funktionierenden (Medien)geflecht. Heute hat das amerikanische Yoga Journal über eine Million Leser, veranstaltet Konferenzen, produziert DVDs, Bücher, eine trendsetzende Website und versorgt mit seinen zwölf internationalen Ausgaben zusätzliche 28 Länder mit Yoga-Informationen.

Die Zielgruppe ist nach wie vor passioniert, allerdings unter anderen Bedingungen als 1975: „Heute ist Yoga vollkommen akzeptiert und es ist wunderbar einfach, weltweit im Kontakt zu sein“, so Gründungsmitglied Judith Lasater. „Die Konsequenz sind aber auch Lehrer, die noch nie etwas von den Yoga-Sutren gehört haben.“ Kein Workout, sondern ein radikaler Weg zur persönlichen Veränderung: An dieser Überzeugung hält die Expertin für „Restorative Yoga“ bis heute fest. Und für die Yoga Journal-Pioniere aus San Francisco hat sich die Vision aus dem Editorial vom Mai 1975 erfüllt: „Mit einem breit angelegten Yoga Journal wollen wir unseren Kreis und hoffentlich unser Bewusstsein erweitern.“


judithlasaterJudith Hanson Lasater unterrichtet seit 1971. Ausgebildet im Iyengar Yoga liegt ihr heutiger Schwerpunkt im restorativen und therapeutischen Yoga. Die Präsidentin der California Yoga Teachers Association schreibt regelmäßig Beiträge für das YOGA JOURNAL und andere Magazine. Als Buchautorin veröffentlichte sie unter anderem „Relax and Renew“, das Standardwerk zum Restorative Yoga, sowie unter anderem „Living Your Yoga“, „30 Essential Yoga Poses“, „Yoga for Pregnancy“ und „Yogabody“.