Aloe Vera ist für den gesamten Organismus eine Wohltat, insbesondere in der heißeren Jahreszeit.
Kein Wunder, dass Heilkundige schon vor hunderten von Jahren die Aloe Vera als „Erste-Hilfe-Pflanze“ oder „Pflanze der Unsterblichkeit“ bezeichneten. Denn mit ihren mehr als 200 Wirkstoffen ist die Aloe Vera eine richtige kleine Apotheke. Die Stoffe, die diese saftig grüne Pflanze in ihren dicken, fleischigen Blättern birgt, helfen den Körper zu entgiften und das Immunsystem zu stärken, Schmerzen zu lindern, zu desinfizieren und Entzündungen zu hemmen. Ihre Fermente fördern die Verdauung, außerdem wirkt die Aloe Vera mit ihren vielen Spurenelementen, Vitaminen, Aminosäuren und sekundären Pflanzenstoffen vitalisierend und verjüngend.
Ihre absolute Hochzeit erlebt sie in den heißen Sommermonaten. Dann nämlich pflegt sie nach dem Sonnenbad, hilft, Sonnenbrände zu lindern und ihr Saft kann als Getränk den Körper von innen heraus kühlen. In der letzten Form kannst du auch deinen Smoothie damit verfeinern.
Zum Glück gedeiht sie auch bei deutschem Klima als Sukkulente im Topf. Im Sommer kannst du sie gerne nach draußen stellen. Im Winter hingegen macht sie es sich drinnen im Wohnzimmer bequem. Dafür, dass so viel in ihr steckt, benötigt sie sehr wenig Pflege. Also ihr Lieben, rüstet euch für den Sommer mit ausreichend Aloe Vera.
Woher kommt die Homöopathie?
Ende des 18. Jahrhunderts übersetzte der Arzt Dr. Samuel Hahnemann nach Feierabend Texte englischer Medizinjournale. Dabei stieß er auf einen Artikel, der die Bekämpfung von Malaria mit Chinarinde beschrieb. In einem Selbstversuch nahm Dr. Hahnemann daraufhin selbst Chinarinde zu sich. Dabei stellte er fest, dass das Mittel in gesundem Zustand alle Symptome der Krankheit Malaria hervorrief. Er hatte daraufhin die Eingebung, Patienten genau das Mittel zu verabreichen, das die Symptome einer Krankheit aufwies. Nach anfänglichem Erfolg verdünnte er die Mittel immer stärker und erhielt so die Essenz des Mittels, was eine stärkere Wirksamkeit zur Folge hatte. Das war die Geburtsstunde der Homöopathie.
Wie wirkt die Homöopathie? Das Prinzip der Homöopathie lautet „Ähnliches heilt Ähnliches“. Wenn man zum Beispiel eine Küchenzwiebel aufschneidet, tränen die Augen und die Nase läuft. Wenn der Patient nun mit einem Schnupfen kommt, mit tränen den Augen und laufender Nase, dann bekommt er das Mittel Allium Cepa (Küchenzwiebel) – und die Symptome können innerhalb weniger Stunden verschwunden sein. Komplizierter wird es bei chronischen Krankheiten. Rheuma ist zum Beispiel eine Krankheit, die sich über viele Jahre aufgebaut hat. So ist auch die Behandlung ein langwieriger Prozess. In der klassischen Homöopa thie gibt es die Erstverschlimmerung. Das heißt, die Symptome einer Krank heit werden nach der Gabe des Heilmittels zunächst schlimmer. Danach wird es aber schnell besser. Der Therapeut muss seine Patienten auf diese Situation vorbereiten.
Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen der Homöopathie?
Grenzen sind der Homöopathie zum Beispiel bei einer akuten Blinddarmerkrankung oder Krebs gesetzt. Findet die Homöopathie allerdings begleitend statt, hat sie keine Grenzen. Wenn je mand eine Chemotherapie in Anspruch nimmt, sorgt der Homöopath dafür, dass sein Energielevel hoch gehalten wird, er gut entgiftet und seine Psyche stabil bleibt. Auch bei Operationen be kommt der Patient vor und nach dem Eingriff ein Mittel, das die Prozesse unterstützt. Möglichkeiten gibt es unendlich viele, aber es ist wichtig, dass man einen erfahrenen Therapeuten wählen.
Für wen eignet sich die Homöopathie? Die Homöopathie eignet sich für alle Menschen, die offen sind, alternative Heilmethoden in Anspruch zu nehmen. Sie heilt nicht über den grobstofflichen Körper, sondern über den feinstofflichen. Ich verhelfe meinen Patienten zu der Erkenntnis, dass sie eben nicht nur der grobstoffliche Körper, sondern ein geistiges Wesen in einem grob stofflichen Körper sind, das hier auf der Erde bestimmte Dinge erfahren will. Unser grobstofflicher Körper ist durchdrungen vom feinstofflichen Körper. Letztendlich arbeitet man in der Homöopathie auch mit dem Geist der Pflanze, also ihrem feinstofflichen Körper.
In welchem Zusammenhang steht die Homöopathie mit Yoga?
Wenn ich Yoga mache, geht es im Grunde nicht um Turnübungen, sondern um die Arbeit an meinem feinstofflichen Körper, den Chakren und so weiter. Wenn ich atme, atme ich keine Luft ein, sondern Prana, die Lebensenergie. Prana tangiert meine Gesundheitsaura, die den grobstofflichen Körper wie einen schützenden Handschuh umgibt. Deswegen legt Yoga auch so viel Wert auf die Atmung. Homöopathie und Yoga passen wunderbar zusammen.
Praxedis Staude-Hagemeister praktiziert seit 1987 leidenschaftlich Homöopathie und Geistheilung und hat ihre Praxis in Bottrop. Zu erreichen ist sie unter der Telefonnummer 02041-262040.
Im Krieger III eröffnet die innere Haltung eines Kämpfers kombiniert mit der Neugier eines Anfängers neue Wege des Lernens.
Je mehr Erfahrung man in seiner Yogapraxis sammelt, desto größer ist die Gefahr, das zu verlieren, was im Zen-Buddhismus als „Anfängergeist“ bezeichnet wird. Anstatt sich für das Lernen zu öffnen, strebt man nach Perfektion, man versucht, die eine, beste Art zu finden, eine Haltung zu üben, oder man übt stumpf im Autopilot. Dass man sich als Fortgeschrittener gegen Veränderungen sträubt, ist ganz normal: Man befürchtet, das zu verlieren, was man durch jahrelanges Üben aufgebaut hat. Viel erfüllender ist es jedoch, den Geist für neue Wege des Lernens offen zu halten. Yoga bietet uns ständig diese Gelegenheit. Indem wir uns selbst immer wieder mit verschiedenen Herangehensweisen konfrontieren, bleiben wir präsent und kreativ.
Genau um diesen frischen Ansatz geht es in unserer Übungsreihe rund um Virabhadrasana III (Krieger III). Die Haltung fordert den Körper zugleich mit Elementen der Rück- und der Vorbeuge. Sie baut Kraft in den Beinen auf, erdet und lässt zugleich spielerische Leichtigkeit zu. Falls Sie denken, Hilfsmittel seien nur etwas für Anfänger, dann liegen Sie falsch: Das Experimentieren mit verschiedenen Varianten verfeinert Ihre Wahrnehmung und lässt Sie die für Ihren Körper sicherste Ausrichtung in der Haltung finden. So bekommt Ihre Praxis mehr Tiefe und Sie gelangen vom einfachen Befolgen einer Anleitung zur Arbeit mit Ihrer Körperintelligenz. Seien Sie neugierig darauf, was sich in Körper und Geist abspielt: Was können Sie lernen? Wie gelangen Sie zu einer tieferen Ebene der Verkörperung – weg von dem, was man Ihnen beigebracht hat, und hin zu dem, was Sie intuitiv wissen?
Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Atmung, finden Sie zu einem sanften, ruhigen Atem und verfeinern Sie Ihre Achtsamkeit. Wenn Sie bemerken, dass Sie gerade auf etwas ganz Neues stoßen, dass die Übung Sie vielleicht auf eine Weise fordert, der Sie nur allzu gerne ausweichen, dann bleiben Sie genau bei dieser Wahrnehmung und erforschen sie tiefer. Das Allerwichtigste ist, dass Ihre Bewegungen weder allzu routiniert noch erzwungen sind.
1. Virasana (Heldensitz)
Ein Klotz zwischen den Händen kräftigt die Arme und hilft, den Rumpf korrekt auszurichten.
Virasana ist eine beruhigende Sitzhaltung, die Beine und Füße auf die rückbeugenden Elemente im Krieger III vorbereitet. In dieser Version arbeiten Sie daran, Schultern, Leisten und Oberschenkel zu dehnen und den Rumpf aufzurichten. Sie beginnen im Vierfüßerstand, legen Ihre Daumen tief in die Kniebeugen und schieben die Waden in Richtung Fersen, während Sie sich langsam zwischen die Füße zurücksetzen. Wenn sich in dieser Haltung Ihre Knie bemerkbar machen, dann setzen Sie sich unbedingt erhöht auf einen Klotz oder eine gefaltete Decke. Schmerz ist niemals ein Zeichen der Öffnung, sondern eine Warnung des Körpers und eine Erinnerung an eines der wichtigsten Prinzipien im Yoga: Ahimsa (Gewaltlosigkeit).
Schieben Sie die Sitzknochen gleichmäßig nach unten. Die Füße zeigen gerade nach hinten. Mit den Händen streichen Sie alle Zehen am Boden glatt und drücken den Spann sanft nach unten. Dann ziehen Sie die äußeren Knöchel etwas an und schieben die großen Zehen zurück, so dass sich Innen- und Außenseite des Fußgelenks gleichmäßig verlängern können.
Jetzt drücken Sie die Oberschenkel mit den Händen nach unten und lassen die Beininnenseiten entspannt sinken. Diese Erdung erlaubt es Ihnen, die gesamte Wirbelsäule zu verlängern. Halten Sie die Kinnlinie waagerecht und schmiegen Sie die Schulterblätter am Rücken nach unten. Zugleich hebt und weitet sich die Brust. Wenn Sie dabei die Schlüsselbeine weiten, entsteht Leichtigkeit im Brust- und Herzraum. Schließen Sie einen Moment lang Ihre Augen. Der Atem wird gleichmäßig, der Geist ruhig.
Mit einem Gefühl der Zentriertheit öffnen Sie die Augen wieder und nehmen einen Klotz quer zwischen Ihre Hände. Strecken Sie die Arme auf Schulterhöhe nach vorn und drücken Sie die Hände gegen den Klotz. Dabei aktivieren Sie die Oberarme und lassen zugleich die Trapeziusmuskeln entspannt vom Nacken abwärts sinken.
Mit einer Ausatmung heben Sie langsam die Arme. Sobald es schwierig wird, den Tonus in den Oberarmen beizubehalten, machen Sie eine Pause. Im Idealfall heben Sie die Arme bis auf Höhe der Ohren, aber wenn das dazu führt, dass die vorderen Rippenbögen herausragen, senken Sie den Klotz wieder etwas. Verwurzeln Sie die Oberarmknochen in den Schultern, strecken Sie die Arme von der Taille ausgehend und verlängern Sie diese Kraftlinie bis in die Fingerspitzen. Gleichzeitig entspannen Sie die Vorderseite des Brustkorbs und heben die Rückseiten der Rippen. So verlängern Sie Vorder- und Rückseite des Rumpfes gleichmäßig.
Zum Schluss lösen Sie sich aus Virasana und gehen langsam in Adho Mukha Shvanasana (nach unten schauender Hund) über, um die Knie zu lockern. In Uttanasana (Vorwärtsbeuge im Stehen) dehnen Sie die Beinrückseiten. Um sich weiter aufzuwärmen, üben Sie entweder einen Wechsel aus verschiedenen Stehhaltungen und nach unten schauendem Hund oder den Sonnengruß.
2. Shalabhasana (Heuschrecke)
Shalabhasana eignet sich perfekt dazu, die nötige Kraft für Virabhadrasana III aufzubauen. Gleichzeitig können Sie den korrekten Einsatz der Beine und des unteren Rückens üben. Sie beginnen in der Bauchlage und platzieren einen Klotz zwischen den Fersen und den großen Zehen. Probieren Sie verschiedene Positionen des Klotzes aus. Wenn Sie eher steif im unteren Rücken sind, wählen Sie die größtmögliche Breite, das heißt, sie legen ihn quer.
Die Stirn ruht auf der Matte und Sie strecken die am Boden liegenden Arme gerade nach vorne aus. Dabei haben die Hände einen schulterbreiten Abstand. Dann schließen Sie die Augen, lenken Ihre Aufmerksamkeit auf den Atem und lassen ihn weich und gleichmäßig fließen. Noch bleiben die Füße am Boden, das hilft Ihnen, eine korrekte Ausrichtung der Beine zu finden. Sie bewegen die Außenseiten der Fußgelenke nach innen und drücken zugleich die Innenseiten der Fersen vom Klotz weg. Die Zehen sind ausgestreckt und gespreizt, die Fußgelenke sind wie in Virasana lang gezogen, der Spann der Füße schiebt sich in die Matte. Dabei heben sich die Knie etwas.
Hier erleichtert ein Klotz zwischen den Füßen die bewusste Ausrichtung von Beinen und Becken.
Um Länge in den unteren Rücken zu bringen, bewegen Sie Ihr Gesäß in Richtung Fersen, ohne es anzuspannen. Zusätzlich ziehen Sie die Beinaußenseiten Richtung Boden und die Innenseiten nach oben. Stellen Sie sich bildlich vor, wie Ihre Beinrückseiten sich dabei weiten. Zur Unterstützung können Sie auch die Daumen in die Mitte beider Gesäßhälften drücken und das Fleisch weg von der Lendenwirbelsäule zu den Beinen schieben, während Sie zugleich die Oberschenkel heben.
Dann drücken Sie die Handflächen in die Matte und ziehen die Schulterblätter fester an den Körper. Der obere Rücken strafft sich, das Brustbein streckt sich nach vorne und Sie heben langsam den Kopf. Lösen Sie nur die Fingerspitzen vom Boden und strecken Sie sich durch Arme und Flanken in die Länge, während Sie zugleich die Schultern weg von den Ohren ziehen. Nach einigen Atemzügen legen Sie sich wieder entspannt auf den Bauch.
Erst wenn Sie herausgefunden haben, wie man die Beine aktiviert, ohne den unteren Rücken zu komprimieren, lösen Sie die nach vorne gestreckten Arme ganz vom Boden. Beobachten Sie, wie viel Kraft Sie dafür im oberen Rücken benötigen. Die Hände bleiben in einem schulterbreiten Abstand, selbst wenn Sie in den Ellenbogen etwas nachgeben müssen.
Erforschen Sie die Haltung: Spielen Sie damit, die Beine abwechselnd von der Beininnenseite aus anzuheben. Zum Schluss heben Sie beide Beine samt Klotz.
3. Virabhadrasana I (Krieger I)
Virabhadrasana I hilft Ihnen, sich mit dem geerdeten, starken Geist eines Kriegers zu verbinden. Beobachten Sie, wie sich Ihr Körper dabei erhitzt und wie der vordere Oberschenkel gekräftigt wird. Einige Merkmale dieser Haltung werden Ihnen in Virabhadrasana III wieder begegnen: Wie sich die Arme strecken und wie die Wirbelsäule in die Länge gezogen wird. Zu Beginn stehen Ihre Füße parallel mit etwa einer Beinlänge Abstand. Sie breiten die Arme zu den Seiten aus und nehmen sich ein paar Atemzüge lang Zeit, sich in der Haltung einzurichten. Die Schultern bewegen sich weg von den Ohren, die Arme sind weit zu den Seiten ausgestreckt. Indem Sie die Füße fest in den Boden schieben, heben Sie die Beininnenseiten. Die Vorderseiten der Oberschenkel bewegen Sie nach oben und zurück, das Gesäß lassen Sie entspannt nach unten sinken.
Virabhadrasana I wärmt den Körper auf und kräftigt das vordere Bein.
Mit einer Einatmung heben Sie die Hände gerade über den Kopf. Falls Sie die Ellbogen dabei gestreckt halten können, legen Sie die Handflächen aneinander, ansonsten zeigen sie in schulterbreitem Abstand zueinander. Sie können auch mit einem Klotz zwischen den Händen arbeiten, um wie in Virasana die Ausrichtung der Schultern zu verfeinern.
Die Arme sind lang gestreckt, zugleich sinken die Schulterblätter entspannt nach unten. Achten Sie darauf, dass die vorderen Rippenbögen nicht aus der Körperachse ausbrechen. Die hinteren Rippen heben Sie an, um Platz für den unteren Rücken zu schaffen. Auch das Brustbein ist angehoben.
Dann drehen Sie den linken Fuß um 90 Grad nach außen und den rechten Fuß um 30 Grad nach innen, die Fersen stehen in einer Linie. Mit gestreckten Beinen wenden Sie Rumpf und Becken zum vorderen Bein. Bevor Sie nun in die volle Kriegerhaltung gehen, machen Sie sich noch einmal die Bewegungen in Beinen, Rumpf und Armen bewusst: Die Aktivität im hinteren Bein kennen Sie von Shalabhasana. Das rechte Bein und die rechte Hüfte drehen so weit wie möglich nach vorn, so dass das Kreuzbein möglichst gerade steht. Als nächstes heben Sie das Becken vom vorderen Bein weg an und lassen diese aufwärts strömende Energie an den hinteren Rippen entlang durch das Brustbein bis in die Arme fließen.
Mit einer Ausatmung beugen Sie nun das linke Knie und richten es am zweiten Zeh aus. Der Oberschenkel ist parallel zum Boden und das Knie steht genau über dem Fußgelenk. Der Rumpf ist weiterhin angehoben und kippt nicht nach vorn. Dann spannen Sie die Rückseite des vorderen Oberschenkels an und öffnen sich mutig und tief für die Rückbeuge. Dabei verbinden Sie sich mit einem Gefühl von Kraft und Überzeugung. Nach einigen Atemzügen strecken Sie das vordere Bein wieder vorsichtig. Nehmen Sie sich etwas Zeit, um sich wieder in der Ausgangshaltung mit parallel stehenden Füßen einzurichten, bevor Sie die zweite Seite üben.
4. Virabhadrasana III (Krieger III): Varianten
Die beiden Varianten an der Wand helfen Ihnen, ein Bewusstsein für Virabhadrasana III zu entwickeln. Dadurch können Sie die einzelnen Details und Körperregionen besser integrieren. Zum Beispiel ist es ziemlich schwierig, die genaue Lage eines in den Raum gehobenen Arms oder Beins exakt zu spüren. Hier hilft Ihnen die Wand, Körperintelligenz zu entwickeln.
Die erste Variante sehen Sie auf dem Titelfoto dieser Strecke: Sie stehen mit einer Beinlänge Abstand und dem Rücken zur Wand und legen den rechten Fuß mit nach unten zeigenden Zehen etwa auf Hüfthöhe dagegen. Die linke Ferse sollte sich genau unterhalb des linken Sitzknochens befinden, die linken Zehen zeigen gerade nach vorne. Dann legen Sie die Hände auf zwei unterhalb der Schultern aufgestellte Klötze. Dieser Aufbau sollte es Ihnen ermöglichen, den Rücken so zu strecken, dass er parallel zum Boden ist.
Verwurzeln Sie sich tief über Großzehballen, Außenkante und Ferseninnenseite des linken Fußes. Dann heben Sie das Fußgelenk und aktivieren das Standbein: Das Knie orientiert sich am zweiten Zeh, alle vier Seiten des Oberschenkels sind angehoben und kräftig angespannt. Dabei darf das Knie nicht überstreckt werden, Ober- und Unterschenkel bilden eine gerade Linie.
Nun drehen Sie Pobacke und Oberschenkelaußenseite des gehobenen rechten Beins so weit nach unten, dass das Kreuzbein eben liegt. Zugleich wenden Sie die Innenseite des Oberschenkels in Richtung Decke. Aktive Seitenpartien an beiden Beinen geben der Haltung Stabilität. Strecken Sie das Brustbein nach vorne, die Schulterblätter sind an den Rücken gezogen, die Schlüsselbeine und die Brust weit. Erinnern Sie sich an die Ausrichtung in Shalabhasana: Der Rumpf ist lang gestreckt und die rechte Gesäßhälfte bewegt sich in Richtung Wand. Dadurch entsteht Länge im unteren Rücken.
Wenn Ihr Standbein stark genug ist, beginnen Sie nun, mit den Armen zu spielen und sie abwechselnd zu heben. Achten Sie darauf, dass Sie dabei nicht in der Hüfte des Standbeins einsinken. Die Hüfte ist stabil, das Brustbein nach vorne gestreckt und Sie blicken nach unten auf die Fingerspitzen.
Diese Variante nutzt die Unterstützung einer Wand, auf diese Weise können Sie die einzelnen Details der Haltung erforschen.
In der zweiten Variante (siehe Bild oben) wird der Rumpf durch die Wand gestützt, während Sie lernen, das Bein präzise ausgerichtet in den Raum zu heben. Sie stehen mit dem Gesicht zur Wand, legen die Hände schulterbreit und auf Hüfthöhe dagegen und machen ein paar Schritte zurück, bis Ihr Körper einen rechten Winkel bildet. Die Hüften stehen exakt über den Füßen, die Arme sind gestreckt, die Füße hüftbreit voneinander entfernt.
Schieben Sie die Fingergelenke gleichmäßig gegen die Wand, die Mittelfinger zeigen senkrecht nach oben. Dann straffen Sie die Außenseiten der Oberarme und strecken Flanken und Hüften weg von der Wand. Dabei bleiben die Ohren auf Höhe der Oberarme. Das Brustbein streckt sich nach vorne, die Schulterblätter sind dicht an den Rücken gezogen. Die Füße stehen parallel und Sie heben die Innenseiten der Oberschenkel von den Knien weg in Richtung Becken. Kräftig angespannte Beinvorderseiten schützen die Rückseiten. Indem Sie die Oberschenkel weg von der Wand bewegen, können Sie Flanken und Wirbelsäule noch etwas weiter in die Länge ziehen. Um dabei stabil zu bleiben, ziehen Sie die Hüftknochen zur Körpermitte hin.
Achten Sie darauf, dass Sie weiterhin auf beiden Händen gleich viel Druck haben, wenn Sie nun das rechte Bein ein paar Zentimeter vom Boden abheben. Dabei schieben Sie die Ferse nach hinten, um einen guten Kontakt zur Beinrückseite zu bekommen. Dann heben Sie das Bein von der Beininnenseite her bis in die Waagerechte. Die Details zur Ausrichtung in der ersten Variante helfen Ihnen, das Becken gerade zu halten und das Bein nicht nach außen aufzudrehen.
5. Virabhadrasana III (Krieger III)
Nachdem Sie alle Elemente der Haltung mit Hilfsmitteln und Varianten kennengelernt haben, setzen Sie ihr verfeinertes Bewusstein für eine präzise Ausrichtung frei im Raum stehend ein.
Nachdem Sie die Haltung an der Wand ausprobiert und genügend verfeinert haben, ist es an der Zeit, in die Mitte des Raums zurückzukehren. Genau zu spüren, wann dieser Punkt erreicht ist – und wann es besser ist, an der Wand zu bleiben –, das ist die große Kunst der Yoga-Praxis. Fragen Sie sich ehrlich: Kann ich den Quadrizeps des Standbeins aktivieren, während ich das Gleichgewicht halten muss? Kann ich dabei der Tendenz, das Knie durchzudrücken, wirksam begegnen? Kann ich das Becken noch gerade halten, wenn ich Arme und Bein hebe? Wenn Sie sich unsicher fühlen, sollten Sie Hilfsmittel verwenden.
Sie beginnen in Virabhadrasana I mit dem linken Bein vorne. Strecken Sie Ihre Arme kraftvoll, lehnen Sie den Oberkörper nach vorne und verlagern Sie das Gewicht auf das linke Bein. Um den vorderen Fuß zu stabilisieren, verwurzeln Sie den Großzehballen und die Ferse fest im Boden. Dann heben Sie langsam das rechte Bein und spannen den rechten Quadrizeps an. Der linke Sitzknochen steht über der linken Ferse, Arme und Rumpf sind parallel zum Boden.
Strecken Sie sich gleichmäßig durch den Rumpf nach vorne und durch das gehobene Bein nach hinten. Strecken Sie die Arme weit in den Raum und bewegen Sie gleichzeitig die Schultern weg von den Ohren. Erinnern Sie sich an das, was Sie in den vorigen Übungen über die Arbeit von Bein und Fußgelenk gelernt haben. So bewahren Sie sich Länge, Weite und Kraft und der Atem bleibt ruhig.
Auch beim Auflösen der Haltung sollten Sie achtsam bleiben: Ein fortgeschrittener Yogi zeichnet sich weniger durch das Meistern komplizierter Asanas aus als dadurch, wie achtsam er von einer Haltung in eine andere übergeht. Diese Übergänge sind Kostbarkeiten, die nur allzu oft übersehen werden! Zunächst konzentrieren Sie sich darauf, sich durch das hintere Bein zu strecken. Dann beugen Sie vorsichtig und ohne einzuknicken das linke Knie und richten es am zweiten Zeh aus. Bleiben Sie einen Moment lang in dieser Haltung, um Kraft und Kontrolle aufzubauen. Schließlich setzen Sie den hinteren Fuß kontrolliert wieder in Virabhadrasana I ab und bleiben einen Atemzug lang in der Haltung. Zum Schluss stellen Sie die Füße wieder parallel und pausieren etwas, bevor Sie die zweite Seite üben.
Das Spiel mit Varianten und Modifikationen ist ein guter Weg, um den Anfängergeist wieder zu wecken. Mit dieser Einstellung werden Sie nie gelangweilt oder frustriert üben. Sie fühlen sich präsent und lernbereit und können das Pro und Contra jeder Variante selbst erforschen. Frische und Offenheit führen Sie zu einer tieferen Praxis.
Wirkungen
– Kräftigt Standbein und oberen Rücken
– Verbessert Balance und Selbstvertrauen
– Schafft ein Gefühl der Erdung und Verwurzelung
– Öffnet Brust und Schultern
– Energetisiert Herz und Brust
Gegenanzeigen
– Verspannung und Zerrungen an den Beinrückseiten
– Verletzungen an Kreuzbein, unterem Rücken oder Nacken
– Schwangerschaft
– Menstruation
Das Jojobaöl ist eines der wertvollsten Öle im Wellness- und Kosmetikbereich. Pluspunkt im Frühling und Sommer: Es besitzt einen leichten Lichtschutzfaktor und kann die natürliche Bräune unterstützen.
Eigentlich müsste das Jojobaöl Jojobawachs heißen – denn es wird aus den Nüssen des in Mexiko, Kalifornien und in Arizona wachsenden Jojoba-Strauches gewonnen und ist ein bei Zimmertemperatur flüssiges Pflanzenwachs. Es zieht daher gut in die Haut ein und hinterlässt keinen fettigen Film, wie es bei echten Ölen häufig der Fall ist. Schon vor der Entdeckung Amerikas wussten die Indianer um die heilende und schön machende Wirkung der Jojobapflanze. Zudem nutzten sie sie zum Verfeinern von Speisen und Getränken. Da die Nachfrage nach der wertvollen Essenz inzwischen so groß ist, werden die Sträucher außer in ihren Heimatländern heute auch in Israel, Argentinien und Australien kultiviert. Nicht ohne Grund ist Jojobaöl derart begehrt: Durch seine günstige Fettzusammensetzung pflegt, schützt und glättet es die Haut und erhöht deren Rückhaltevermögen für Feuchtigkeit. Es ist entzündungshemmend, schmiert nicht und ist für jeden Hauttyp – auch für sensible, trockene, juckende und zu Neurodermitis oder Akne neigende Haut – geeignet. Außerdem enthält das Öl viel Vitamin A und Vitamin E und hat – gerade jetzt bei viel Sonnenschein ein großer Vorteil – einen natürlichen Lichtschutzfaktor der Stärke 4, unterstützt die natürliche Bräune und ist ein effektiver Helfer, wenn man doch einmal etwas zu viel Sonne abbekommen hat. Und auch die Haare lieben Jojoba: Eingerieben in die Spitzen kann Jojobaöl wirksam vor Spliss schützen, als Zugabe zum Shampoo macht es die Haare geschmeidig, füllig und glänzend.
Mit Jojoba kann man Haut und Haare leicht selbst verwöhnen. Wie einfach das geht, verraten wir Ihnen jetzt:
Gesichtsmaske Das Fruchtfleisch einer Gurke oder einer Avocado mit ein paar Tropfen Jojobaöl vermischen. Maske sofort auf die Haut auftragen.
Haare Ein Plus an Pflege erhält ein Haarshampoo, wenn man ihm einige Tropfen Jojobaöl zusetzt. Das Haar wird glänzend und geschmeidig, außerdem hilft -Jojobaöl gegen Schuppen.
Massageöl Jojobaöl mit einigen Tropfen eines ätherischen Öls nach Wahl vermischen – so erhält man nicht nur ein pflegendes Öl für die Massage, sondern streichelt mit dem Duft der Jojoba auch die Seele und die Geruchsknospen.
Viel Spaß beim Ausprobieren! Wir freuen uns über Ihre Kommentare.
Montag, der 21. Mai 2012 in Salzburg: Die viertgrößte Stadt Österreichs hat hohen Besuch. Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama, legt hier den dritten Stopp auf seiner Europareise ein, um über Spiritualität, Buddhismus und Weltfrieden zu sprechen.
Das Salzburger Messegeländeist schon in den frühen Morgenstunden gut besucht. Scharen von Fans, Gläubigen, Sinnsuchenden, Presseleuten, buddhistischen Mönchen und Nonnen tummeln sich bunt zusammengewürfelt vor den drei Haupteingängen. Viele sind von weit her angereist, erfüllen sich einen Traum, erwarten interessante Einsichten und erhoffen sich vielleicht ein Autogramm. Eine Veranstaltung mit einer solch bekannten Persönlichkeit wie dem geistigen Oberhaupt der Tibeter hat zwangsläufig auch etwas von einem Jahrmarkt. Zwischen den Sicherheitsschleusen und den kreisförmig angelegten Bühnenzugängen stehen Räucherstäbchen- und Buchverkäufer neben Kaffeebars und Sandwich-Theken, aneinandergereiht wie Yak-Knochen-Perlen einer tibetischen Gebetskette. Der Dalai Lama war zwar schon oft in Österreich, so lange wie dieses Jahr verweilte der bekannteste Mönch der Welt allerdings noch nie. Insgesamt neun Tage sind für seinen Besuch anberaumt. Ein solch langer Aufenthalt in einem einzigen Land stellt selbst im internationalen Besuchskalender des Dalai Lama eine Besonderheit dar und unterstreicht die Verbundenheit des geistlichen Oberhauptes der Tibeter mit der Alpenrepublik. In Salzburg ist das Programm zeitlich straff organisiert. Von halb zehn bis halb eins warten zwei österreichische Moderatoren auf ihn, von halb zwei bis halb fünf findet eine Podiumsdiskussion mit Vertretern anderer Religionen statt.
Der Saal füllt sich langsam. Trotzdem spürt man schon lange vor Beginn eine erwartungsfrohe Grundstimmung im Publikum. Insgesamt sind es fast 25.000 Besucher – etwa 15.000 weitere Zuschauer sind per Live-Stream dabei. Das zeigt das große Interesse sowie die breite Welle der Sympathie, die Seiner Heiligkeit auch im Westen nach wie vor entgegengebracht wird. Noch größer ist allerdings das Medieninteresse: Über 330 akkreditierte Journalisten aus 17 Nationen – darunter die USA, Indien, Finnland, Norwegen, Frankreich und Großbritannien – sind hier, um über diesen Besuch des Dalai Lama in Österreich zu berichten. Aber für alle heißt es erst einmal: warten. Auch ein geistig hochverwirklichtes Wesen wie der Dalai Lama kommt ab und an zu spät. Die Veranstaltung beginnt schließlich mit einer halben Stunde Verspätung: Da die Funkmikrofone bereits auf Audio-on gestellt sind, hört man schon einige Momente vor dem Auftritt das typische glucksende Lachen von Tenzin Gyatso, dem 14. Dalai Lama. Begleitet von Blitzlichtgewitter und einem Raunen im Publikum, gefolgt von begeistertem Applaus, steht der bald 77-Jährige auf der Bühne und begrüßt alle im Saal mit einem flotten „Hello everybody!“
Danach beginnt die Diskussion mit den beiden österreichischen Moderatoren zum Thema „Weltfrieden und universelle Verantwortung“. Ein sehr breit angelegtes Thema, doch die beiden Moderatoren ziehen inhaltlich anders gelagerte Fragen vor. Darauf angesprochen, was der Dalai Lama zu den jüngsten chinesischen Anschuldigungen sagt und ob er sich einen unpolitischen Ruhestand wirklich vorstellen kann, antwortet der in bordeauxrot gekleidete Buddhist nur: „Eigentlich habe ich nicht vor, mich hier politisch zu äußern. Mein Ruhestand hat ja schon letztes Jahr begonnen.“ Dann lacht er kurz und fährt fort: „Aber es ist wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die chinesische Regierung kann viel über mich erzählen. Auch ich kann viel über sie erzählen. Aber fahren sie doch einfach selbst nach Tibet. Schauen sie sich selbst dort um, bilden sie sich ihre eigene Meinung, stellen sie vor Ort ihre eigenen Fragen. Ich weiß, es ist sehr kostspielig, nach Tibet zu reisen. Aber Sie sollten es versuchen. Vorausgesetzt, man erlaubt Ihnen, einzureisen. Und vorausgesetzt, man erlaubt Ihnen, die Fragen zu stellen, die Sie stellen möchten und sich die Orte anzuschauen, die Sie sich persönlich ansehen wollen. Das ist nämlich nicht ganz einfach.“ Er lacht wieder, etwas kürzer als vorher, und fügt hinzu: „Aber ich drücke Ihnen die Daumen, dass es klappt. Tibet braucht Sie, also besuchen Sie das Land.“
Im Anschluss daran erklärt er, dass die Welt viel von Europa lernen könne . „Ein Kontinent mit vielen unterschiedlichen Kulturen, Traditionen, Interessen und Religionen hat es in den letzten Jahrzehnten geschafft, ein bis dahin völlig neues Wir-Gefühl zu erzeugen. Viele Menschen, darunter vor allem die Jugend, begreifen sich immer mehr als Europäer, einzelne Länder haben große Teile der eigenen Souveränität aufgegeben, bilden jetzt eine Union, haben ein gemeinsames Ziel, gleiche Rechte. Darunter auch viele ehemals verfeindete Nationen.“ Man kann viel über den Dalai Lama erzählen. Viel Positives und aus manchen Blickwinkeln vielleicht weniger Positives. Eins ist allerdings unumstößlich: Seine Sicht auf viele weltpolitische und soziale Fragen gibt immer wieder interessante Denkimpulse. „Wenn die ganze Welt Teil eines Wir ist, dann gibt es keine Basis für Kriege mehr. Ich bin überzeugt, dass eine offene Haltung und Sorge für die anderen zu einer besseren Welt führen.“
Bei aller Ernsthaftigkeit wird es gegen Ende der Unterhaltung plötzlich richtig lustig. Was sich das geistige Oberhaupt Tibets von seinem Nachfolger erwartet und wie denn dieser in einem besetzten Land gefunden werden soll, möchte das Moderatorenteam wissen. „Wissen Sie“, antwortet er, „seit fast 700 Jahren gibt es die Dalai Lamas. Seit 370 Jahren waren alle mit politischen und geistigen Funktionen versehen. Ich habe beschlossen, dass sich der Dalai Lama künftig nur noch auf geistige Angelegenheiten beschränken wird. Es gibt im tibetischen Reinkarnationssystem klare Richtlinien zur Erkennung, die sie nachlesen können. Ich kann nicht näher darauf eingehen, da das Tulku-Erkennungsprinzip sehr komplex ist und bei meiner Erklärung viele Leute hier vielleicht einschlafen würden. Aber wenn es einen nächsten Dalai Lama gibt, wird man ihn auf Grundlage dieses Systems finden. Und dabei kann ich mir persönlich vorstellen, dass meine nächste Reinkarnation eine Frau sein wird. Frauen sind auch viel schöner anzuschauen als ich“. Er lacht. „Einer schönen Frau hört man doch auch viel lieber zu als einem Mann, finden Sie nicht auch?“ Er lacht erneut. Bei der Damenwelt in der Salzburgarena schlagen die Herzen höher. Einige Männerherzen auch. Das Thema „Tibets nächste Reinkarnation“ ist durchaus delikat. Natürlich will man nicht nur in China wissen, wer nach diesem Dalai Lama das tibetische Volk repräsentieren wird. Um Reinkarnationen bzw. die wiedergeborenen Tulkus zu akzeptieren, muss man an das Prinzip der Wiedergeburt glauben. In den altindischen und vielen asiatischen Traditionen und philosophischen Schulen wird dies seit jeher anerkannt. Dafür gibt es in den unterschiedlichen Strömungen verschiedene Argumente. Letztlich basieren alle auf der Vorstellung, dass das Bewusstsein aufgrund seiner Natur, die ursprünglich völlig klar und rein ist, nicht ohne eine andere Ursache zustande kommen kann. Physikalisch oder chemisch ausgedrückt: Kein Element reagiert ohne die Einwirkung eines anderen Elements.
Im Alter von 90 Jahren wird der jetzige Dalai Lama zusammen mit der tibetischen Öffentlichkeit, anderen hohen Lamas und weiteren betroffenen Personen entscheiden, ob die Institution fortbestehen soll oder nicht. Dass auch Frauen in Tibet eine solche Rolle übernehmen können, klingt modern und ist es auch, hat aber eine Tradition: Viele wichtige tibetische Schutzgottheiten sind weiblich, selbst die persönliche Gottheit des Dalai Lama und Tibets Patronin, Palden Lhamo, ist eine Frau. Die Tschöd-Linie von Macig Labdrön ist hauptsächlich eine Frauenlinie und die Reinkarnationen von Samding Dorje Phagmo, einer ehemaligen tibetischen Prinzessin, gibt es seit etwa 700 Jahren. Diese Reinkarnation ist fast so alt wie die des Karmapa.
Abgesehen von den Fragen und Antworten zu Nachfolge und geschlechtlicher Gleichstellung im Lamaismus Tibets, bleibt bei solchen Statements ein Gedanke: Man möchte einem Menschen wie Tenzin Gyatso, der immer wieder mit Aussagen überrascht, die zum Nachdenken anregen, ein langes gegenwärtiges Leben wünschen.
Andrea „Qbi“ Kubasch gibt einige praktische Tipps, wie die Musikauswahl für die eigene Yoga-Stunde gelingt und wie Sie die Zusammenhänge zwischen Klang und Körper ganz praktisch in die eigene Yoga-Playlist einfließen lassen können.
Beim Zusammenstellen der Playlist für die eigene Praxis kann man sich ganz nach Belieben austoben – da können alle Songs kombiniert werden, die man selbst mag und mit denen man sich in den einzelnen Sequenzen wohl fühlt.
Um als Lehrer Musik in den Stunden einzusetzen, muss man sich als erstes das Medium aussuchen, auf dem die Playlist abgespielt werden soll. Ich empfehle, einen MP3-Player und für die Anlage eine Fernbedienung zu verwenden – insbesondere um die Lautstärke zu regulieren. Einzelne CDs zu benutzen, ist zwar auch möglich, aber relativ umständlich und könnte von der Konzentration – auch der Schüler – leicht ablenken.
Die nächste Überlegung ist, ob Musik mit gesungenem Text gespielt werden soll. Texte können zum einen den Lehrer selbst aus dem Konzept bringen, zum anderen vielleicht die Schüler. In Klassen, in denen viel zu erklären ist, empfiehlt es sich, nur instrumentale Stücke zu wählen. Zumindest bei den Sequenzen, in denen viel angesagt wird.
Ich bekomme meine Musik entweder aus legalen Download-Portalen wie iTunes oder von CDs, die ich mir in Spezialgeschäften kaufe.
Anregungen für die Musikauswahl liefert neben dem eigenen Geschmack unser kürzlich veröffentlichter Beitrag „Welche Musik zu welcher Asana?“ mit Elementen und Sounds. Zur Orientierung habe ich eine Playlist für eine 60-Minuten-Klasse zusammengestellt, die zeigt, wie man die passende Musik für die einzelnen Phasen zusammenstellen kann. Diese Liste spiegelt mein persönliches Empfinden wider und erhebt keinen Anspruch auf die absolute Wahrheit. Geschmäcker und Wahrnehmungen sind unterschiedlich, also ist sie als Inspiration zu verstehen. Die Wahrheit findet immer im Ohr des Zuhörers statt.
Qbis Playlist (mit Erläuterungen zur Auswahl)
1. Vargo „Your love – interlude“
Dieser Song vereint alle Elemente zur Einstimmung auf die Stunde. Die Lyrics drehen sich um das große Ganze: „Every flower (Erde) becomes a being (Erde), every being (Erde) becomes a friend (Beziehungen/Relationship, 2. Chakra), every friend becomes the universe (7. Chakra) and the universe your love. Peace begins within us.“ Diese Aussage holt uns ab und erinnert uns daran, weshalb wir Yoga praktizieren.
2. Bill Laswell „Aum“
Der Text schließt an die Botschaft des vorherigen Songs an (Peace, Love) und manifestiert sich im Aum. Wie ein Orchester stimmen sich die Teilnehmer mit unterschiedlichen Stimmungen auf eine gemeinsame Schwingung ein.
3. The Prodigy „Narayan“
Wer hätte gedacht, das ausgerechnet The Prodigy auch chanten würden? Sie tun es – zu Ehren von Vishnu! „Om Namo Narayana“ ist ein universelles Mantra, das für Frieden auf der Welt wiederholt wird. Es dient der Einstimmung darauf, dass wir unsere Yogapraxis etwas Höherem widmen und uns nicht nur selbstsüchtigen Motiven zuwenden. Wir beginnen den Warm-up-Teil.
4. Gorillaz „Stylo“
Die Lyrics passen zu Vinyasa-Sequenzen, die dem Schüler bereits bekannt sind. Die Bass-Begleitung repräsentiert das Erdelement, der Titel treibt an und sorgt für Fluss, er gibt Stabilität und hat Feuer. Diese Kombination eignet sich beispielsweise gut für Sonnengrüße, um das innere Feuer zu wecken.
5. Ashtech „Plain Speaking“
Dieser Titel kombiniert ebenfalls die Elemente Feuer und Erde: Ganz ohne Lyrics treibt er an zum Vinyasa Flow. Er besitzt einen gleichmäßigen Beat, ohne großartig abzulenken. Besonders gut begleitet er Variationen und schwierigere Flows.
6. Ibiphonic feat. Ricoloop „Incantation“
Der ganze Song fließt wie Wasser und enthält zusätzlich ein leichtes Feuerelement durch knisternde Geräusche. Er eignet sich gut für stehende Hüftöffner. Bei diesem Lied handelt es sich um ein Mantra, gesungen von Deva Premal.
7. Faithless „Insomnia (Monster Mix)“
In diesem Mix beginnt der Song langsam, die Elemente Erde und Luft sind durch Streicher und Klavier enthalten. Die einnehmenden Lyrics des charismatischen Sängers Maxi Jazz sind erdig und wirken fokussierend. Dies ist ideal für stehende Balancehaltungen, trotz der schnellen Beats. Wir spüren die Verbindung zur Erde und streben zugleich nach oben zum Himmel.
8. Vargo feat. Dan Millman „Warriors“
Dieser Song enthält gesprochene Denkanstöße vom großartigen spirituellen Schriftsteller, Trampolin-Weltmeister und Sportlehrer Dan Millman. Er bringt drei Elemente – Erde, Feuer und Luft – und einen tollen Rhythmus zusammen. Er ist ideal für intensive Drehhaltungen, die das innere Feuer entfachen, und trotzdem motivierend, den weisen Worten von Dan Millmann zuzuhören und sie ins Unterbewusstsein strömen zu lassen.
9. Ophoria „Waterfalls“
Wasser und Erde sind in der Musik enthalten. Geeignete Asanas sind sitzende Vorwärtsbeugen und Hüftöffner, die auch das Element Wasser widerspiegeln. Dieser „schwebende“, strömende und rein instrumentale Titel lädt ein, Blockaden zu lösen und Emotionen loszulassen.
10. Mousse T. „Toscana“
„Toscana“ ist ein instrumentaler, leicht fließender Titel mit leichtem Plätschern, wirkt aber trotzdem dominant. Er lässt einen mit Hingabe in Vorwärtsbeugen und Hüftöffner gehen. Entspannt, fröhlich und nicht aggressiv, erinnert er an einen Strand.
11. Nightmares on wax „Bless my soul“
Dieses instrumentale Stück ist ideal zum Aufwärmen für die folgenden Rückbeugen. Die Seele soll glücklich sein. Die Drums vermitteln Feuer und die Streichinstrumente geben dem Song Luft.
12. Mousse T. „Numero Uno“
In diesem Stück helfen die tiefen Drums, die das Erdelement repräsentieren, Stärke und Überzeugung zu entwickeln – beispielsweise Urdhva Dhanurasana (Das Rad). Das Klavier kann einen „Kloß im Hals“ lösen, da es durch seine Klänge hilft, das Hals-Chakra zu öffnen. Gefördert wird absolute Hingabe für die anspruchsvolleren Rückbeugen, das Herz wird geöffnet (Luft). Manchmal können dadurch Tränen fließen. Der Song trägt in seinen Tönen vollkommene Schönheit und ein reines Herz.
13. Lenny Ibizarre „Ethereal“
Wenn dieser Titel erklingt, hat man das Gefühl, direkt in den kosmischen Raum zu gelangen und im Äther, im Raum, im Akasha willkommen geheißen zu werden. Zum langsamen „Herunterfahren“ sind die Eigenschaften laut und leise, hoch und tief vereint.
14. Vargo feat. Dirk Bennewitz and Duncan Wong „Dear Friends (Reprise)“
Das Subtilste und Allerfeinste scheint aus diesem Song heraus zu klingen. Er ist ein Herzöffner, steht für bedingungslose Liebe, vollkommene Freiheit und Ekstase. Ein Song für Shavasana, wenn unser kleines Ich mit dem großen Ich zusammenkommen kann. In Shavasana werden noch einmal sämtliche Elemente berührt, bevor die Haltung zum tiefen „Abtauchen“ einlädt. Bis Duncan Wong uns mit seinen berührenden Worten schließlich in die nächste Bewusstseinsstufe zu heben scheint.
Andrea „Qbi“ Kubasch ist die Gründerin und Leiterin von Power Yoga Germany in Hamburg. Zum Thema „Musik im Yogaunterricht“ leitet die ehemalige Musikmanagerin mehrere Workshops.
Die Aufgabe von Jyotisha ist es, menschliches Karma zu bestimmen. Was erlebt ein Mensch zu welcher Zeit? Wie handelt er? Was ist die Folge?
Diese Fragen zu beantworten, verlangt ein tiefes Verständnis der Natur eines Menschen, seiner Talente, Stärken, Schwächen und Möglichkeiten. Das wichtigste Instrument, um diese Aufgabe zu erfüllen, ist das Horoskop. Die Abbildung zeigt ein typisches nordindisches Horoskop. Der Aufbau eines Horoskops besteht zunächst aus drei Grundbausteinen: Planeten, Häuser und Sternbilder. Planeten werden in Sanskrit als „graha“ bezeichnet. „Graha“ bedeutet „jenes, das zufasst, das Besitz ergreift“. Und das ist genau das, was die neun Planeten tun. Sie bewirken unser Karma und sind die Dreh- und Angelpunkte des Horoskops. Jeder Planet besitzt ihm fest zugeordnete Sternzeichen und beherrscht die Häuser des Horoskops, in denen diese Sternzeichen angesiedelt sind. Die Häuser geben Themen vor, für die der Planet im Horoskop steht. Ist der Planet vorteilhaft platziert, dann stellen sich zu diesen Themen wünschenswerte Resultate ein.
Surya: Die Sonne ist der König unter den Planeten
Nordindisches Horoskop von Paramahansa Yogananda
Das individuelle Naturell eines Planeten bestimmt, wie diese Lebensthemen Ausdruck finden. Surya, die Sonne, ist zum Beispiel der König unter den Planeten. Als solcher steht sie für Autorität, Organisation und Zuverlässigkeit, für Würde, Ruf und Ehre. Die Sonne herrscht über das Sternzeichen Löwe. Im abgebildeten Geburtshoroskop von Paramahansa Yogananda befindet sich das Sternzeichen Löwe (als 5. Sternzeichen mit „5“ beziffert) im ersten Haus, dem mit farbigem Rahmen markierten Aszendenten. Die Sonne regiert somit das erste Haus, das den Charakter und die Handlungsweise des Menschen wiedergibt.
In Yoganandas Horoskop ist die Sonne vorteilhaft platziert. Das Resultat: Autorität, Organisation, Zuverlässigkeit, Würde, Ruf und Ehre kommen in seinem Leben in Charakter und Handlungsweise vorteilhaft zum Ausdruck. Yogananda war tatsächlich eine Autorität und ist es für viele seiner Anhänger bis heute. Er brachte die Kriya-Yoga-Bewegung in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts in den Westen. Die Anerkennung und Verehrung, die ihm für seine Arbeit zuteil wurde, war enorm. Die von ihm gegründete Organisation Self-Realization Fellowship ist bis heute aktiv.
Die Attribute der Sonne
Die Archetypen der Planeten finden sich auch in den Epen der vedischen Tradition wieder: In der Ramayana vereinigt Rama, der Thronfolger in der solaren (!) Dynastie, die zuvor genannten und viele weitere Eigenschaften der Sonne in seinem Tun und Handeln. Rama ist stets aufrecht und korrekt. Zuverlässig tut er, was getan werden muss. Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein sind seine Markenzeichen. Selbstverständlich hat jeder die Sonne in seinem Horoskop, aber nicht jeder ist ein König. Wie sich die Attribute der Sonne im Leben jedes einzelnen Menschen manifestieren, hängt davon ab, wie vorteilhaft die Sonne im Horoskop platziert ist, wie sie durch andere Planeten beeinflusst wird und welchen Bereich des Horoskops sie regiert.