Verwenden statt verschwenden

Omas Spruch „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.“ müsste in der heutigen Zeit eigentlich anders lauten. In erster Linie sollte das gegessen werden, was anderenfalls in der Tonne landet. Das ist nämlich meistens durchaus noch genießbar. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner verkündete erst kürzlich, dass laut einer Studie für das Verbraucherschutzministerium in Deutschland jährlich 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden. Etwa zwei Drittel davon kommen aus privaten Haushalten. Hauptsächlich werfen die Menschen Essen weg, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist – dabei sind viele Lebensmittel auch nach diesem Zeitpunkt noch vollkommen in Ordnung. Bis die Nahrungsmittel ihren Weg in unseren Kühlschrank finden, müssen sie erst gewisse ästhetische Kontrollen bestehen. Kartoffeln sollen klein und ebenmäßig sein, Äpfel mit einem Durchmesser von weniger als fünf Zentimetern verlassen den Ursprungsort erst gar nicht. Der Regisseur Valentin Thurn hat den weltweiten Umgang mit Lebensmitteln beobachtet und macht in seinem Film „Taste The Waste“ auf die haarsträubenden Ergebnisse aufmerksam. Auf der Suche nach den Ursachen und Verantwortlichen spricht er mit einem Supermarkt-Direktor, einem Bäcker, einem Großmarkt-Inspektor, einem Bauern und einem EU-Politiker. Was er findet, ist ein weltweites System, an dem sich alle beteiligen. Der Filmemacher geht noch einen Schritt weiter und weist nach, dass sich die Verschwendung verheerend auf das Weltklima auswirkt.

Fazit: Ganz ohne erhobenen Zeigefinger zeigt „Taste The Waste“, dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es viele Menschen gibt, die die irrsinnige Verschwendung zu stoppen versuchen. Erschütternd und doch ermutigend!

Tipp: Auf den OM-Seiten der YOGA JOURNAL-Ausgabe 03/12 stellen wir das Projekt „Dinner Exchange“ vor.

 

YogaWorld Journal 5/26
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