Vedische Astrologie: Wenn Vögel die Richtung weisen

Ein neues berufliches Engagement wartet auf mich. Habe ich soeben erfahren. Binnen weniger Tage wird sich mir eine neue, erfolgsversprechende Kooperation anbieten. Wie ich darauf komme? Ein Vogel hat es mir erzählt. Klingt ungewöhnlich? Nicht für einen Astrologen. Bernd Rössler erklärt, wie die vedische Astrologie funktioniert.

Ein Vogel, vor meinem Fenster auf der Terrasse, zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Er tat was Vögel auf Terrassen tun: Er hüpfte umher. Schließlich verschwand er aus meinem Blickfeld, um einen Moment später wieder aufzutauchen, zusammen mit einem zweiten Vogel. Beide schauten sich kurz an und flogen fort. Richtung Osten.

Spontane Ereignisse und was sie bedeuten

Wenn ein Ereignis spontan meine Aufmerksamkeit bindet, dann fühlt sich der Astrologe in mir angesprochen. Spontan ist dabei das Schlüsselwort. Gut möglich, dass sich jetzt dein gesunder Menschenverstand meldet und die berechtigte Frage aufwirft, was denn hüpfende und fliegende Vögel mit Jyotisha zu tun haben. Mitunter eine ganze Menge, wie du gleich sehen wirst.

Horoskope zeigen die Positionen der Planeten im Zodiak (Tierkreis). Jeder dieser Planeten und jeder Bereich des Horoskops indiziert bestimmte Dinge, Themen und Ereignisse. Die vedische Astrologie nutzt diese Indikationen, um zu definieren, was wem zu welcher Zeit im Leben begegnet. So weit, so gut. Was aber wirklich dahinter steckt ist, dass bestimmte Phänomene in der Außenwelt in Zusammenhang stehen mit unserem persönlichen Erleben. Zum Beispiel ganz weit außen die Wanderung der Planeten im Zodiak. Mit anderen Worten: Wir sind Teil der Natur, wir könnten auch sagen Teil eines größeren Ganzen. Was wir tun (oder auch nicht tun) findet Parallelen in unserer Umgebung.

Aufgepasst: Unser persönliches Erleben findet Parallelen in der Umwelt

Vorsicht! Ein kleiner Quantensprung für dein Jyotisha-Verständnis: Jedem von uns ist bereits klar, dass unsere Handlungen unsere Umwelt beeinflussen und umgekehrt. Fridays for Future lässt grüßen. Doch jetzt kommt’s. Jyotisha geht noch einen Schritt weiter und baut darauf, dass unser persönliches Erleben Parallelen in unserer Umwelt findet, und zwar in Form ganz anderer Phänomene. Und was soll das heißen? Soll heißen: das Phänomen, dass zwei Vögel sich finden und nach Osten fliegen, ist die Parallele für meine neue, erfolgsversprechende Kooperation.

Nun fliegen vermutlich ständig irgendwelche Vögel zusammen nach Osten und nicht jede neue Kooperation wird durch Vogelflug eingeläutet. Ein Baustein fehlt uns noch und für den Astrologen ist dieser Baustein das Horoskop des Moments. Dieses Horoskop offenbart die Parallele zwischen dem spontan beobachteten Ereignis und meinem persönlichen Erleben.

Die Reihenfolge ist diese:

  1. Ein Ereignis zieht spontan meine Aufmerksamkeit auf sich (Vogel hüpft auf der Terrasse).
  2. Storyline der Szene (ein Vogel trifft anderen Vogel und zusammen fliegen sie nach Osten).
  3. Das Horoskop des Moments (offenbart das Parallel-Ereignis)

Kurzer Ausflug ins Parallel-Universum des Horoskops

Die kleinen gefiederten Freunde werden in der vedischen Astrologie durch Merkur vertreten. Möchtest du wissen, was die Storyline der beiden Vögel indiziert, dann schaue dir die Rolle von Merkur im Horoskop an. Zum Zeitpunkt meiner spontanen Beobachtung war Merkur der Herrscher des Aszendenten, regierte also den Osten und repräsentierte damit den Fragesteller, also mich. Merkur selbst stand prominent und kraftvoll im eigenen Sternbild Zwilling (zwei Vögel!) im 10. Haus. Das 10. Haus repräsentiert unter anderem Beruf und Status. Merkur selbst ist Vermittler und Geschäftsmann. Zwilling ist ein duales Sternbild und indiziert zwei Vögel, zwei Menschen, zwei Institutionen.

Dann wäre da noch der Osten: Beide Vögel flogen nach Osten und Merkur beherrscht, als Regent des Aszendenten, den Osten. Der Osten signalisiert alles, was auf uns zukommt. Hier geht die Sonne, der Mond und alle Sternbilder auf. Der Osten birgt Neuigkeiten, neue Ansätze und neue Impulse.

Dank des Horoskops ist es jetzt nicht mehr schwer die Parallele zwischen der Umwelt (Storyline der Vögel) und meinem persönlichen Erleben (neue Kooperation) zu verstehen.

Ein neues (Osten) berufliches Engagement (Merkur im 10. Haus) wartet auf mich (Merkur beherrscht den Aszendent). Habe ich soeben erfahren (spontanes Ereignis). Binnen weniger Tage wird sich mir eine neue (Osten), erfolgversprechende (Merkur kraftvoll im 10. Haus) Kooperation (zwei Vögel, die sich treffen und zusammen nach Osten fliegen) anbieten.

Es ist leicht zu sagen, dass wir als Mensch Teil einer größeren Ordnung sind, wie auch immer wir diese benennen möchten. Wesentlich schwerer ist es dagegen häufig, diese Aussage alltagstauglich zu erleben. Jyotisha, die vedische Astrologie, baut uns genau dafür Brücken. Brücken, die es uns ermöglichen, unsere Umwelt ganz anders zu verstehen und sinnvoll zu nutzen. Das ist doch was!

Bernd Rößler widmet sich seit 2004 den vedischen Lehren, mit Schwerpunkt Astrologie (Jyotisha). Seit 2009 ist Bernd Rößler hauptberuflicher Astrologe. Neben seiner regen astrologischen Beratungspraxis für Menschen und Unternehmen quer durch die Gesellschaft, hält er Vorträge und gibt Workshops und Seminare in diversen Städten im In- und Ausland.
www.bernd-roessler.com

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