Interview: Gurmukh Kaur Khalsa

Goldene Momente

Vor Sonnenaufgang aufstehen, Sadhana, Schlange stehen am Check-In und ein fünfstündiger Flug – „business as usual“ für Gurmukh Kaur Khalsa. Im Interview mit dem YOGA JOURNAL sitzt die 75-jährige Yogalehrerin nach einem „Radiant Power of Women“-Workshop, den sie einen Tag zuvor in Los Angeles gegeben hat, in einem Hotelzimmer in New York City. Keine Frage: Die Kosmopolitin verleiht ihrem spirituellen Namen Gurmukh, der so viel bedeutet wie „Eine, die Tausenden über den Ozean hinweghilft“ Lebendigkeit. Ein Gespräch über Energie, Erleuchtung unter Regenwolken und Empowerment von Frauen.

Sat Nam, liebe Gurmukh, du bist eine Pionierin des Kundalini-Yoga im Westen und hast halb Hollywood zum Chanten gebracht. Magst du es, wenn man dich Guru nennt?

Nein, überhaupt nicht! Ich bin eine Kundalini-Yogalehrerin in der Tradition von Yogi Bhajan. Nicht mehr und nicht weniger. Nicht höher oder nicht tiefer als irgendjemand auf diesem Planeten.

Dennoch ist deine Ausstrahlung einzigartig. Wie schafft man es, so zu leuchten wie du?

Wir sind alle strahlend, haben es nur vergessen! Hast du schon mal ein Baby gesehen, das nicht strahlt? Nur manchmal können wir das Licht durch Drogen, Medikamente, falsche Entscheidungen in Beziehungen, im Job oder schlechte Ernährung aus den Augen verlieren. Dann geht es uns schlecht. Die gute Nachricht: Ich habe oft erlebt, dass schon mit einer einzigen Kundalini-Yogastunde die Lebenskraft zurückkehrt. Das Schöne am Kundalini Yoga und der Praxis im Allgemeinen ist, dass wir niemals sagen müssen: Ich hoffe, es wirkt – wir wissen, es wirkt.

„ Ich liebe es, die Sonne beim Aufgehen zu beobachten, anstatt von ihr geweckt
zu werden.“

Hast du ein Ritual, das jedem von uns im Alltag helfen kann, das eigene Licht zu finden?

Es klingt möglicherweise kitschig: Aber ich bete, meditiere und sage „Danke“, auch wenn es vielleicht ein mieser Tag war. Von den schlechtesten Tagen lernen wir am besten, Herausforderungen anzunehmen. Außerdem versuche ich, anderen Menschen zu helfen und Auftrieb zu geben.

Du wirkst immer hellwach und frisch. Um wie viel Uhr bist du gestern ins Bett gegangen und wann heute morgen aufgestanden?

Letzte Nacht war es spät, weil ich auf einer Geburtstagsparty war. (lacht) Normalerweise um 21 Uhr, damit ich um vier Uhr aufstehen kann. Ich liebe es, die Sonne beim Aufgehen zu beobachten, anstatt von ihr geweckt zu werden. Ich sage dann: „Guten Morgen, Sonne, vielen Dank, dass du für alle Menschen und Lebewesen aufgegangen bist.“ Dann kommt meine Sadhana. Ich danke Gott, einen weiteren Tag dienen und dankbar sein zu dürfen.

Wofür bist du denn heute besonders dankbar?

Ich bin dankbar dafür, dass ich lebe, dass es mir gut geht, dass ich alle meine Glied­maßen bewegen kann, und dass ich in der Lage bin, Yoga zu üben! Ich bin sehr dankbar für meine Freunde. Durch das Älterwerden habe ich gelernt, wie wichtig Freundschaften sind. Ich schätze jeden Moment, den ich mit Freunden verbringen kann. Vor allem jetzt, da ich aus Los Angeles komme, wo meine Reise 1977 begann. Die Frauen, die vor 15 oder 20 Jahren in meinen Yogaklassen für Schwangere waren, kamen mit ihren Töchtern zu meinem Workshop. Das sind goldene Momente.

Unbedingt! Wir wollen weiter über Energie sprechen. Gibt es ein Chakra, an dem du persönlich besonders arbeiten musstest? Immerhin hast du dem Thema Chakras mit „Die 8 Gaben des Menschen“ ein ganzes Buch gewidmet.

Ich musste ganz klar an meinem Nabel-
Chakra arbeiten. Ich hatte immer viel Angst. Angst davor, dies zu tun, Angst davor, das zu tun. Sogar Angst davor zu atmen. Durch Nabhi Kriya bedeutet ein „Nein“ bei mir „Nein“ und ein „Ja“, „Ja“. Ich sage, meine, glaube und lebe es – und kann es durch meine Erfahrung auch anderen beibringen.

„Kundalini ist Energie, Prana Lebenskraft und Shakti die unendliche, kreative Kraft des Universums. Alle zusammen machen uns zu vollständigen Lebewesen.“

Wenn es im Yoga um Energie geht, werden manchmal Begriffe wie Kundalini, Prana, und Shakti vermischt: Was sind die Unterschiede?

Kundalini ist Energie, Prana Lebenskraft und Shakti die unendliche, kreative Kraft des Universums. Alle zusammen machen uns zu vollständigen Lebewesen.

Immer mehr Menschen stecken heutzutage sehr viel Geld und Energie in ihre Ausbildung zum Yogalehrer. Was rätst du Berufsanfängern?

Unterrichte! Unterrichte! Unterrichte – und unterrichte mehr! Gib! Gib! Gib – und gib mehr! Tue, was du liebst, und das Geld wird kommen. Unterrichte, um zu unterrichten, liebe, um zu lieben. Du bist beschützt.

Dieses Vertrauen ist auch abseits des Yogastudio-Business nicht immer einfach. In der Welt ist sehr viel los – wie können wir unser Energie-Level hoch halten und von Angst in Liebe kommen?

Durch eine tägliche Yogapraxis. Ich erinnere mich regelmäßig an das bewusste Atmen, schließe meine Augen und behalte so mein inneres Leuchten. Du kannst überall beten oder dich zu einem Kind runterbeugen. Meine innere Freude ist immer da. Die Welt ist verrückt, aber auch perfekt.

Als Yoga-Weltreisende musst du es wissen. Auf deiner Homepage
www.goldenbridgeyoga.com gibt es die Rubrik „Gurmukh on the Road“. Bis Sommer 2019 steht dein Reiseplan schon mal. An welchem Ort kannst du besonders gut Energie tanken?

Ich liebe die Wärme, die Sonne, Indien – und Taos in New Mexico. Beides sind Wahlheimaten für mich, weil ich dort die Präsenz Gottes besonders gut spüren, leben und lehren kann. Generell finde ich aber überall auf der Welt Licht.

2018 kommst du gleich zweimal nach Deutschland: zu einer „Spirit in Action Immersion“ Ende April und im Oktober zum „Khalsa Way Prenatal Teacher Training“, beide Male bei Jivamukti Yoga Berlin – was verbindest du mit unserer Hauptstadt?

Ich war mit 19 zum ersten Mal in Berlin. Das war 1961. Ich erinnere mich daran, dass mich Leute aus dem Westen baten, ein kleines Paket mit in den Osten zu nehmen. Ich sagte: „Klar, kein Problem“ und passierte Checkpoint Charlie. Im Osten wurde das Paket mit Tränen in den Augen entgegengenommen. Mir war damals die Bedeutung, dessen was ich da tat und erlebte, gar nicht bewusst. Von allen Städten in Europa liebe ich Berlin am meisten: Es gibt dort durch die Geschichte eine ganz besondere Lebendigkeit und Kreativität.

Im Kundalini-Yoga arbeitet man sehr stark mit Energien. Patanjali sagte, dass man eine gewisse psychische Stabilität braucht, um damit umgehen zu können. Birgt es auch Gefahren, wenn man so eine machtvolle Methode an große Gruppen weitervermittelt?

Nein, außer jemand nimmt Drogen. Kundalini-Yoga zu unterrichten, fühlt sich an, als ob man ein Baby in die Arme seiner Mama legt. Es hat eine schützende Energie.

Eine Energie, um die es auch beim „Khalsa Way Prenatal Teacher Training“ geht. An wen richtet es sich?

Es richtet sich an alle Frauen. Wenn Frauen zusammenkommen, geschieht immer Magie. Frauen brauchen Frauen, wir sind Schwestern. Es geht sehr tief und wir werden in den ersten Tagen unsere eigenen Geburten und Geschichten aufarbeiten, um klar zu werden. Nur dann können wir gute Lehrer sein und in der Lage sein, den Raum für andere Frauen zu halten.

Findest du, dass wir generell mehr weibliche Energie in der Welt brauchen?

Davon bin ich überzeugt. Die Missbrauchsvorwürfe, die gerade vor allem aus dem Westen, aus Hollywood kommen, kommen zum richtigen Zeitpunkt, sie sind ein Katalysator. Wir werden daran erinnert, wer wir sind. Wir sind Adi Shakti: die, die Licht und Leben bringen. Auch als Mütter müssen wir ein Bewusstsein entwickeln. Wenn eine Mutter ihr Kind in den ersten drei Jahren daran erinnern kann, wer es ist, dann tut sie damit mehr als jeder Friedensstifter auf der Welt.

In einer von Social Media geprägten Welt ist es nicht immer einfach, bewusst durchs Leben zu gehen. Du hast selbst einen Instagram-, Twitter-, Facebook- und YouTube-Account. Magst du diese Kommunikationskanäle?

Nein, ich mag Social Media überhaupt nicht. Ich weiß nicht, wie man Fotos mit dem Handy macht oder was Facebook ist, obwohl ich eine Seite habe. Ich benutze noch nicht mal einen Computer. Ich liebe es, im Moment zu sein. Ich weiß aber auch, dass eine andere Generation auf Social Media aktiv ist und ehre sie. Ich frage mich nur: Wenn man die ganze Zeit damit beschäftigt ist, jede Minute seines Lebens aufzuzeichnen – genießt man dann den Augenblick oder ist man nur mit Aufnehmen beschäftigt?

Rätst du Yogis also eher die Finger vom Internet zu lassen?

Das muss jeder für sich entscheiden. Man sollte sich fragen, was man damit erreichen möchte: Was ist deine Bestimmung?

Deine Bestimmung hast als Hippie Mädchen in den Siebzigern durch Yogi Bhajan gefunden. Erinnerst du dich noch an deine allererste Kundalini-Erfahrung? 

Ja! Es fühlte sich im positivsten Sinne wie ein Blitz an, so, als wäre ich im Himmel angekommen. Ich war lange auf der Suche, und das war der Anfang. Das ist jetzt 48 Jahre her, und ich bin diesen Weg immer weitergegangen. Ich bin in einen Ashram gezogen, habe einen spirituellen Namen bekommen und stand Yogi Bhajan unterstützend zur Seite.

Was ist deine schönste Erinnerung an ihn?

Am liebsten erinnere ich mich daran, wie er Witze erzählt hat. Er weinte dabei vor Lachen. Er erzählte die Witze nicht auf Englisch, sondern in seiner Muttersprache Pandschabi. Alle um ihn herum lachten, bis die Tränen flossen – obwohl wir kein Wort verstanden. Es war sein Spirit, sein Lebensgeist, den ich für immer liebevoll und tief in meinem Herzen trage.

Yogi Bhajan war es auch, der dir und deinem Mann Gurushabd Singh Khalsa den Segen gab. Wie haltet ihr das Energie-Level eurer Beziehung hoch?

Wir mussten in den 35 Jahren unserer Beziehung immer hart an ihr arbeiten, weil wir sehr gegensätzlich sind. Sein Sternzeichen ist Widder, meins Fische … Wir haben beide unsere eigene Sadhana. Wir essen gut, reisen, unterrichten, spielen, lachen und gärtnern zusammen. Ich könnte keinen besseren Wegbegleiter haben. Er hat mich wahrscheinlich genauso wachsen lassen wie Yogi Bhajan.

Wenn du nur eine einzige Kundalini-Yogaübung weitergeben könntest, welche wäre es?

Kirtan Kriya mit dem Mantra Sa Ta Na Ma.

Letzte Frage: Wo und mit wem möchtest du deinen 80. Geburtstag feiern?

Ich feiere jeden Geburtstag in Indien und lade alle ein, die ich kenne. Wir machen immer eine große Party. Ich werde das wahrscheinlich weiter so machen, bis ich 100 bin!

„Wenn eine Mutter ihr Kind in den ersten drei Jahren daran erinnern kann, wer es ist, dann tut sie damit mehr als jeder Friedensstifter auf der Welt.“


Als Mama zweier Kleinkinder fehlt Kathrin Mechkat manchmal Energie. Das Interview mit Gurmukh lud die Akkus der Wahl-Hamburgerin und Gründerin des Blogs „MOMazing – Das Mama Yoga Love Mag“ blitzschnell wieder auf. Sie hat beschlossen, ab jetzt öfter zum Kundalini-Yoga zu gehen.

Sinah Diepold: Ich möchte mein gebrochenes Herz nicht mehr missen…

Schramke

In unserer Online-Serie „6 Fragen an…“ stellen wir Yogalehrer*innen, Yogis und Yoginis Fragen zu Liebe, Herzschmerz, Selbsterkenntnis und Yoga. Diese Woche antwortet Sinah Diepold, Yogalehrerin und Sportmodel aus München. 

  1. Wenn du eine Stadt wärst, welche wärst du und warum?

Ich bin durch und durch München: Gemütlich, hat alles aber nichts übertrieben, irgendwie für alle, aber bleibt gerne persönlich…

2. Wenn du ein einflussreicher Politiker wärst, was würdest du ändern?

Ich würde Meditations- und Selbstvertrauenskurse in Schulen einführen, in denen wir all die Dinge lernen, die uns wirklich weiterbringen: Wie man nachhaltig lebt, wie man miteinander umgeht, dass das Universum es nur gut mit uns meint und wie schön es ist zu geben. Das ist doch besser als irgendwelche Jahreszahlen auswendig zu lernen…

3. Vervollständige den Satz: Herzschmerz ist…

… ein unglaublich schöner Lehrer. Ich möchte mein gebrochenes Herz nicht mehr missen, denn es war wie ein Katalysator für viele Veränderungen.

4. Vervollständige den Satz: “Ein guter Yogalehrer ist…”

… der, der niemals aufhört Schüler zu sein.

5. Verrätst du uns dein Lieblingsbuch und warum?

Oh ich habe viele, aber ich glaube „Das Buch der Freude“ von dem Dalai Lama und dem Erzbischof Desmond Tutu.

6. Was möchtest du unbedingt noch einmal erleben/tun?

Da gibt es unendlich viele Dinge, obwohl ich aber auch so schon glücklich bin mit dem was ich bereits erlebt habe. Ich würde sagen ganz oben auf der Liste stehen Camping auf Hawaii und meine ungeborenen Kindern beobachten, wie sie unabhängige, wundervolle Menschen werden.


Sinah ist gebürtige Münchnerin und unterrichtet in verschiedenen Münchner Studios Tanz, Ballet Barre Fitness und Yoga mit viel Leidenschaft und positiver Energie – viel Motivation schenkt sie hier mir ihrem Lächeln. Yoga ist eine langjährige Konstante in Sinahs Leben und hat sich schnell zu einer tiefverwurzelten Philosophie in allen Aspekten ihres Lebens entwickelt.
Die Praxis sieht sie als Quelle für neue Energie, Loslassen und Wohlfühlen in Körper und Geist in einem turbulenten Alltag ohne Routine.

www.sinahdiepold.de

Medien-Tipp: Yoga für dein Leben

Me, Myself & Yoga Egal, ob Sie sich nach einer kurzen Auszeit oder mehr Energie sehnen, einen kleinen Selbstbewusstseinsschub brauchen, Ihr Herz öffnen oder den perfekten Quinoa-Porridge zubereiten möchten: In „Yoga für dein Leben“ werden Sie mit Sicherheit fündig. Hier zeigen Andrea Kubasch und Dirk Bennewitz, dass sie nicht nur Power-, Yin- und Faszienyoga-Spezialisten sind, sondern auch einiges von genussvoller Lebensführung verstehen. Gleichzeitig geben die Hamburger jedem Leser individuellen Spielraum, ihre Vorschläge nach den eigenen Bedürfnissen umzusetzen. Aus unterschiedlichen Übungen, Ritualen und Meditationen kann jeder seine eigene Praxis zusammenstellen, die dann zu einer Art Lebensbegleiter werden kann. Vielleicht der Beginn einer wunderbaren Yoga-Freundschaft?

Fazit // Ein absolut alltagstauglicher Leitfaden für Gesundheit, innere Balance, Lebensfreude und Vertrauen, garniert mit Himbeer-Crispies und dem gelegentlichen Mini-Retreat für Zuhause.


Yoga für dein Leben
Von Dirk Bennewitz und Andrea Kubasch
Lotos – PREIS // ca. 20 EURO


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Feines Kräftespiel: Prana und Nerven

Die Abläufe in der Yogapraxis werden nicht nur von physikalischen Nervenimpulsen, sondern auch von der umfassenderen Lebensenergie, dem Prana, getragen. Yoga Acharya Swami Sivadasananda über ein ganz besonderes Wechselspiel.

Nervenimpulse sind klar definiert: Sie beginnen an einer spezifischen Stelle im Körper und laufen in einer Richtung zu einer anderen spezifischen Stelle. Man kann sie in folgende Kategorien unterteilen:

  • Motorische Impulse: Diese kann man (zum Beispiel um eine Muskelkontraktion zu bewirken) willentlich steuern. Motorische Nervenimpulse ermöglichen es, eine Asana einzunehmen, zu halten oder aufzulösen.
  • Sensorische Impulse: Ob man sie wahrnehmen kann, hängt vom Grad der Wachheit und Bewusstheit ab. Der be- deutendste sensorische Impuls für die Asana-Praxis ist der Tastsinn. Wenn man Muskeln und Gelenke von innen her spüren kann, nennt man das Propriozeption.
  • Sympathische Impulse: Von ihnen gehen die so genannten „Fight-or-Flight-Stressreaktionen“ aus.
  • Parasympathische Impulse: Sie helfen dem Körper, sich auszuruhen und zu entspannen.

Es heißt, eine direkte Kontrolle der unwillentlichen, so genannten vegetativen (sympathtische und parasympathische) Nervenimpulse sei nicht möglich. Andererseits bewirkt die Praxis von Asana und Pranayama ein effektives Gleichgewicht zwischen diesen beiden Impulsen. Die Yogapraxis ist also sowohl stimulierend (sympathisch) als auch entspannend (parasympathisch).

Das Wort „Prana“ bedeutet Lebenskraft. Genau wie die physikalischen Nervenimpulse bezieht sich auch der Begriff Prana auf die aktive Kontrolle und auf die Bewusstheit von Körperempfindungen. In der Zeit, als der Begriff entstand, waren die heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über Nervenimpulse natürlich noch nicht zugänglich. Aber offensichtlich hatten die damaligen Hatha-Yogis schon eine sehr genaue Vorstellung von der Funktion von motorischen, sensorischen, sympathischen und parasympathischen Nervenimpulsen. Wie sonst hätten sie ein so ausgeklügeltes Übungssystem entwickeln können, das in der Lage ist, sämtliche Funktionen des Nervensystems ins Gleichgewicht zu bringen?

Ausgehend von diesen Überlegungen könnte man sagen, dass Prana-Impulse alle Nervenimpulse beinhalten. Aber worin bestünde dann der Hauptunterschied zwischen Prana-Impuls und Nervenimpuls? Nervenimpulse werden entweder von Bewusstsein und Willen oder vom unterbewussten Geist kontrolliert. Die Intensität von Prana-Impulsen unterscheidet sich von der von Nervenimpulsen, zudem kann sie von zweierlei kontrolliert werden: vom physischen Atem oder von mentalen Prozessen wie Visualisierung, Konzentration und Willenskraft.

Ein einfaches Beispiel: Wenn Sie in Shavasana (Totenstellung) ein Bein heben, dann ist diese Bewegung nur dank motorischer Nervenimpulse möglich, die eine Kontraktion in verschiedenen Beinmuskeln hervorrufen. Wenn Sie das Bein plötzlich wieder fallen lassen, rührt das daher, dass diese Nervenimpulse unvermittelt enden.

Ganz unwillkürlich werden Sie sehr wahrscheinlich beim Anheben des Beins einatmen, beim Halten die Luft anhalten und beim Fallenlassen ausatmen. Diesen Aspekt kann man dem Prana-Impuls zuschreiben. Welcher Impuls wird bei dieser kleinen Übung klarer wahrgenommen: der Nervenimpuls oder der Prana-Impuls? Da beide gleichzeitig ablaufen, sind sie schwer auseinanderzuhalten. Indem man die Übung etwas abwandelt, wird der Unterschied aber sehr deutlich:

Abwandlung 1

Mit einer Einatmung heben Sie ein Bein. Dann atmen Sie aus, halten das Bein aber weiter in der Luft. Erst wenn die Ausatmung vollständig beendet ist, las- sen Sie das Bein fallen. In diesem Fall haben Sie den Atem, also den Prana-Impuls, zuerst gelöst und erst später den motorischen Nervenimpuls gestoppt, was dazu führte, dass die Beinmuskeln sich entspannten und das Bein nach unten fiel. Ist es nicht erstaunlich, wie sehr die motorische Kapazität, das Bein gegen die Schwerkraft in der Luft zu halten, geschwächt wurde, nachdem Sie ausgeatmet hatten? Das verdeutlicht den Unterschied zwischen Prana- und Nervenimpuls und es unterstreicht, wie sehr der Nervenimpuls vom Prana- Impuls abhängig ist.

Abwandlung 2

Heben Sie das Bein wieder mit der Einatmung. Dann halten Sie den Atem an und lassen das Bein fallen, ohne dabei auszuatmen. Atmen Sie erst aus, wenn Sie deutlich wahrnehmen, dass das Bein bereits am Boden liegt. Hier haben Sie zuerst den auf die Beinmuskeln wirkenden motorischen Nervenimpuls gelöst und erst danach den zum Prana-Impuls gehörenden Atemim- puls. Erstaunlicherweise werden Sie hier festgestellt haben, dass die eigentliche Empfindung des Lösens sich erst eingestellt hat, nachdem Sie auch den Atem, also den Prana-Impuls, losgelassen haben.

Verbindung zwischen Nerven und Prana

Wie ist es möglich, dass der motorische Nervenimpuls, der bei der Einatmung das Zwerchfell zusammenzieht und es bei der Ausatmung wieder entspannt, einen Prana-Impuls erzeugen kann, der sehr verschiedene Grade von Kontrolle und Empfindung in allen Teilen des Körpers ermöglicht? Eine Antwort darauf könnte lauten: Der Zwerchfellnerv, der die motorischen Impulse vom Gehirn an den Zwerchfellmuskel leitet, verfügt über eine Verzweigung zum Solar Plexus. Dieses Nervengeflecht hat eine Vielzahl an Funktionen, sowohl auf sensorischer wie auch auf sympathischer und parasympathischer Ebene.

Schwieriger mit den Begriffen des Nervensystems zu erklären ist dagegen die Tatsache, dass die Effekte dieses Prana-Impulses sowohl ganz lokal begrenzt sein können als auch weit im Körper verbreitet – je nach mentaler Visualisierung.


Swami Sivadasananda

Katharina Middendorf: Das größte Problem der Menschen ist, dass sie das was sie denken für wahr halten

In unserer Online-Serie „6 Fragen an…“, stellen wir bekannten Yogalehrern*innen, Yoginis und Yogis Fragen zu Liebe, Herzschmerz, Selbsterkenntnis und Yoga. Diese Woche antwortet Katharina Middendorf. Viel Spaß mit ihren Antworten…

1. Verrätst du uns, was deine Tattoos bedeuten?

Der Schmetterling in meinem Nacken ist ein Freundschafts-Tattoo, meine Freundin Gabriela hat ihn auch. Er hat uns über einen großen Streit hinweggeholfen und erinnert an die starke Verbindung die wir haben.

2. Vervollständige den Satz: Das größte Problem der Menschen ist es, …

… dass sie das was sie denken für wahr halten.

3. Verrätst du uns dein Lieblingsbuch und warum?

„Die Frau des Zeitreisenden.“ Das Buch hat mein Leben verändert und mich Entscheidungen treffen lassen, die nicht leicht waren, aber mein Leben voll gemacht haben.

4. Was rätst du Yogis, die überlegen eine Yoga Ausbildung zu machen?

Sich auf eine richtig gute Zeit zu freuen!

5. Was ist deine Kraftquelle?

Klingt jetzt vielleicht einfallslos – aber: Yoga.

6. Was ist deine Lieblings-Asana und warum?

Parivritta Janu Shirshasana. Ich liebe die Mehrdimensionalität. Hier zieht man sich an allen Enden und weiß manchmal nicht mehr wo vorne und hinten und unten und oben ist. Das ist der Moment wo ich meine Mitte am besten fühle.


Katharina Middendorf hat mit ihrer Arbeit zum Thema Weiblichkeit im Yoga dem Mondgruß in Deutschland zu großer Popularität verholfen. Sie publiziert in Yoga-Fachzeitschriften und veröffentlicht regelmässig Bücher zu den Themen Yoga, Meditation und Partnerschaft.

Mit nivata® hat sie eine Yogaschule gegründet und eine Methode entwickelt, die achtsamkeitsbasiertes Hatha Yoga vermittelt und die Schüler befähigt, selbstständig Yoga zu üben. Dazu hat sie hat zahlreiche eigene Yoga-Übungsreihen entworfen, die in den Aus- und Fortbildungen gelehrt werden und in Buchform erhältlich sind.

Mark Stephens über die Verbindung von Asana-Familien

Mark stephens über Asanagruppen
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Was bewirkt eine Stehhaltung im Unterschied zu einer Dreh- oder Umkehrhaltung? Welche Beziehungen gibt es zwischen Asanas innerhalb von Asana-Familien? Und wie ordnet man sie so in einer Sequenz an, dass gesunde „Familienverhältnisse“ entstehen? Im dritten Teil unserer Reihe über guten Yogaunterricht spricht Mark Stephens über die Verbindung von Asana-Familien.  

Yogastunden sollten in all ihren Bestandteilen für den Übenden zugänglich sein, denn nur so können sie nachhaltig und transformierend wirken. Im letzten Beitrag habe ich fünf Grundprinzipien für den Aufbau von Yogasequenzen erläutert. Die Anwendung dieser Prinzipien führte uns zu einer Bogenstruktur von Yogastunden: Wir beginnen die Praxis bewusst als eine Reise zu uns selbst. Dann wecken und wärmen wir nach und nach den Körper auf, bevor wir uns mit Stabilität und Leichtigkeit auf den Weg zum „Gipfel“ machen. Nachdem der Gipfel erkundet wird, üben wir lösende Gegenbewegungen, die jegliche während des Übens vielleicht entstandene Spannung abbauen helfen. Schließlich können wir so die Praxis während der Endentspannung in Shavasana möglichst tief integrieren.

Aber wie genau geht das? Den Schlüssel zu einer effektiven und in sich stimmigen Yogasequenz erhält so: man muss verstehen, wie die einzelnen Haltungen sich gegenseitig funktional und energetisch beeinflussen. Man sollte also wissen, was eine jede Haltung ausmacht und welche Körperteile jeweils beweglich und welche stabil sein müssen. Auf diese Weise erfüllen sie genau die Kriterien, die ich im ersten Satz genannt habe: nämlich zugänglich zu sein und nachhaltig zu wirken.

Es ist extrem wichtig, für alle Schüler geeignete Modifikationen zu finden, egal ob es sich um Schwangerschaft oder Osteoporose handelt.

Wenn man die Beziehungen zwischen Asanas betrachtet, ist es hilfreich, sie in sieben Familien zu unterteilen: Stehhaltungen, rumpfkräftigende Haltungen, armgestützte Haltungen, Rückbeugen, Drehhaltungen, Vorwärtsbeugen und Umkehrhaltungen. Daraus ergibt sich ein tieferes Verständnis, wie man sie in einer Sequenz in Beziehung zueinander setzt. Die folgenden Leitlinien von Mark Stephens über die Verbindung von Asana-Familien kann man für eine großen Bandbreite von Stilen und Niveaus einsetzen.

Probiere viel aus und spiele möglichst kreativ mit den unzähligen Möglichkeiten Yoga Workouts zu gestalten, die sich beim Zusammenstellen von Asanas ergeben. Als Lehrer solltest du jede Sequenz auf deiner eigenen Matte und am eigenen Körper erfahren haben, bevor du sie deinen Schülern zeigst. Höre nie auf zu lernen: Je mehr du über funktionelle Anatomie weißt und je feiner du dieses Wissen auch körperlich verstanden hast, umso besser. Genieße den Prozess des Lernens und des kreativen Umsetzens. Falls du unterrichtest, solltest du Vergnügen daran finden, immer neue Wege der Vermittlung zu entwickeln, die deine Schüler wirklich erreichen. Und sowohl beim Unterrichten als auch beim freien Üben nie vergessen: tief atmen!

1. Stehhaltungen

Stehhaltungen sind das kraftvoll erdende, körperliche Fundament der gesamten Asana-Praxis. Auf den eigenen Füßen stehend, beginnt man zu erfahren, wie eine stabile Basis durch den gesamten Körper hindurch bis hinauf zum Kopf Halt erzeugen kann. Man entdeckt, dass dieser Halt nicht starr und statisch ist, sondern federnd und elastisch wird, sobald man die Erdung der Füße aktiviert (Pada Bandha). Indem man in den Stehhaltungen Stabilität mit Leichtigkeit vereint, findet man zu Samasthiti, der bewussten, aufrechten Körperhaltung. Sie weckt auch eine ruhige, gelassene innere Haltung, in der die Einheit von Körper, Geist, Atem und Seele erfahrbar wird. So kann man sich nicht nur in der Yogapraxis sondern auch im täglichen Leben mit mehr Leichtigkeit und Freude bewegen.

Stehhaltungen in der Sequenz

  • Stehhaltungen sind generell eine gute Vorbereitung für alle anderen Asana-Typen. Man kann sie aber auch gezielt auswählen, um bestimmte Voraussetzungen für spätere Übungen zu schaffen. Für Stunden mit einem Fokus auf Rückbeugen empfehlen sich zur Vorbereitung gedrehte Stehhaltungen und Stehhaltungen, die Hüftbeuger und Schultergürtel mobilisieren. In Stunden, die in einer armgestützten Haltung gipfeln, kann man die Schultern während der Stehhaltungen schon mobilisieren: indem man z.B. Garudasana (Adler) und Gomukhasana (Kuhkopf) einbindet.

Tadasana (Berghaltung), Adho Mukha Shvanasana (herabschauender Hund) oder die Grätsche dienen als Ausgangspunkt, um alle anderen Stehhaltungen einzunehmen.

  • Stehende Gleichgewichtshaltungen sollten in der Sequenz so eingebunden sein, dass die Beine noch nicht müde sind.
  • Stehhaltungen mit im Hüftgelenk auswärts gedrehten Oberschenkeln werden vor solchen geübt, bei denen die Oberschenkel nach innen drehen. Vermeide bei Stehhaltungen den direkten Wechsel zwischen Ein- und Auswärtsdrehungen im Hüftgelenk.
  • Stehhaltungen kann man sehr gut zu Abfolgen verbinden. Dabei bieten sich für die Übergänge auch Armstützen an, z. B. Chaturanga Dandasana (viergliedrige Stabhaltung), oder auch komplexe Asanas wie Eka Pada Koundinyasana oder Ashtavakrasana. Kombiniere in einer Abfolge von asymmetrischen Stehhaltungen nicht mehr als drei bis fünf statisch gehaltene Asanas, bei Anfängern eher nur zwei.
  • Uttanasana (Vorwärtsbeuge aus dem Stand) mit ihren Variationen wirkt ausgleichend nach Surya Namaskar (Sonnengruß) oder anderen Stehhaltungen. Gleichzeitig kann man hier nach armgestützten Haltungen die Handgelenke lockern.

2. Rumpfkräftigende Haltungen

Im Yoga zielt man auf einen kraftvollen und zugleich beweglichen Rumpf ab. Wir wollen lernen, uns nach außen hin zu entfalten, während wir unsere Aufmerksamkeit zugleich tief in die Mitte des Körpers richten. Eine kraftvolle, offene und fein arbeitende Körpermitte wird so zur Quelle von Balance, Stabilität und Leichtigkeit. Im Zentrum stehen dabei Asanas und dynamische Übungen, die die Muskulatur am Bauch und in der Mitte des Rumpfes kräftigen. Das stützt die Körpermitte und ermöglicht größere Mobilität im Zusammenspiel mit Becken und Wirbelsäule. Was können mit Muskelkraft gehaltene Rückbeugen und eine Vielzahl dynamischer Übungen beim Einnehmen und Auflösen von Asanas? Sie stärken die Rückseite des Rumpfes und stützen ihn auch von dieser Seite.

Rumpfkräftigende Haltungen in der Sequenz

  • Rumpfkräftigende Übungen erzeugen Hitze und wärmen ganz besonders Wirbelsäule, Becken, Bauch und Rücken auf.
  • Die wichtigsten Bauchmuskeln sollten möglichst gleichmäßig aktiviert werden: gerade Bauchmuskeln, innere und äußere schräge Bauchmuskeln, quer verlaufende Bauchmuskeln und Iliopsoas.
  • Aktive, kraftvolle Bauchmuskeln verleihen insbesondere den armgestützten Haltungen mehr Stabilität und Leichtigkeit. Wenn dabei die Knie Richtung Schultern gezogen sind (z. B. in Kakasana, der Krähe), arbeitet man mit geraden Bauchmuskeln und Iliopsoas. Sobald Drehungen im Spiel sind (z. B. bei Ashtavakrasana, Haltung des Ashtavakra), braucht man die schrägen und quer verlaufenden Bauchmuskeln. Bei Übungen wie Navasana (Boot), die intensiv den Iliopsoas beanspruchen, sollte man ihn gut dehnen, bevor man etwa den Handstand übt, sonst neigt man zum Hohlkreuz.
  • Intensive Arbeit der Bauchmuskeln verhindert, dass die Wirbelsäule ihre volle Länge entfaltet. Deshalb sollte man tiefe Rückbeugen in der Sequenz nicht direkt an Bauchmuskelübungen anschließen. Der Bauch sollte  dazwischen mit Hilfe einiger einfacher Drehungen neutralisiert werden. Noch besser: die Bauchmuskeln erst im Anschluss an die Rückbeugen ansprechen, denn das verleiht der Lendenwirbelsäule wieder Halt.


3. Armgestützte Haltungen

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Armgestützte Haltungen fördern zugleich das Selbstvertrauen und die Bescheidenheit. Weil sie oft herausfordernd sind, braucht man beim Üben eine gute Portion Humor und Spielfreude. Hier gilt daher ganz besonders, was eigentlich auf alle Asanas zutrifft: Geduld und Übung machen die Haltungen mit der Zeit zugänglich, während Ehrgeiz und Ungeduld fast unweigerlich zu Frust und Verletzungen führen. Besonders im Fokus stehen dabei die Handgelenke: Schmerzen und selbst leichte Spannungen sind Warnzeichen, die man nicht ignorieren sollte; bei Verletzungen oder Erkrankungen wie dem Karpaltunnelsyndrom muss man ganz auf volle Stützhaltungen verzichten. Geeignete Hilfsmittel, Vorübungen, therapeutische Übungen und eine gute Technik mit aktiv arbeitenden Händen helfen, den Druck auf die Gelenke möglichst gering zu halten.

Neben Kraft und Mobilität in Handgelenken, Armen und Schultern sind für armgestützte Haltungen von besonderer Bedeutung, denn sie verleihen den Asanas Leichtigkeit und Auftrieb. Gleichzeitig muss der Rumpf aber auch beweglich sein, er darf sich nicht verkrampfen und schwer werden. Die richtige Balance aus Aktivität und gelöster Entfaltung von innen nach außen ist daher eines der Schlüsselelemente.

Armgestützte Haltungen in der Sequenz

  • Die Grundform für alle armgestützten Haltungen ist Adho Mukha Shvanasana (herabschauender Hund). Adho Mukha Vrikshasana (Handstand) baut darauf auf. Pincha Mayurasana (Pfauenfeder) baut auf Shishulasana (Delfin) auf.
  • Kakasana (Krähe), Bakasana (Kranich), Vasishthasana (seitliches Brett) und Bhujapidasana (Schulterpresse) zählen zu den einfacheren Stützhaltungen, die das Gleichgewicht schulen.
  • Wenn mehr als eine armgestützte Haltung geübt wird, wählt man Asanas aus, die in Form und Aktivitätsmuster eng verwandt sind und aufeinander aufbauen. Bspw. Adho Mukha Vrikshasana und Pincha Mayurasana oder die Dreierfolge Bakasana, Bhujapidasana und Tittibhasana (Feuerfliege). Fortgeschrittene Übende verbinden Stützhaltungen mit Stehhaltungen.
  • Armgestützte Haltungen erwärmen generell den Körper und sind deswegen eine gute Vorbereitung für Rückbeugen. Je nachdem welche Stützhaltungen geübt wurden, muss man zunächst aber die entsprechenden Schultermuskeln und die Hüftbeuger dehnen.
  • Im Anschluss an armgestützte Haltungen sollte man immer die Handgelenke dehnen und lockern.

4. Rückbeugen

Mit ihrer tiefen Dehnung der gesamten Körpervorderseite und der großen Weite, die sie insbesondere in der Herzgegend erzeugen, regen Rückbeugen zu einer leidenschaftlichen Praxis an. Sie stimulieren das sympathische Nervensystem, das heißt, sie wirken erwärmend und belebend. Diese Leidenschaft sollte nicht zu ungezügeltem Ehrgeiz oder in ängstlicher Zurückhaltung werden. Das bietet andererseits eine gute Gelegenheit, dies zu beobachten und auszugleichen. Übe in den Rückbeugen mehr noch als in anderen Asanas Gelassenheit, Geduld und Achtsamkeit, löse dich von Leistungsdenken und kläre deine Emotionen. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein freies und weites Herz.

Rückbeugen in der Sequenz

  • Tiefe, statisch gehaltene Rückbeugen sollten am „Gipfel“ einer Sequenz angeordnet sein, wenn der Körper gut aufgewärmt und beweglich ist. Surya Namaskar, Stehhaltungen, armgestützte Haltungen und Umkehrhaltungen erzeugen die Wärme und Mobilität, die für Rückbeugen hilfreich sind.
  • Rückbeugen, die eine aktive Nutzung der Rückenstreckermuskeln erfordern, sollten in einer Sequenz vor solchen angeordnet sein, die Arme, Beine oder die Wand als Hebel einsetzen. Übe eine tiefe, statisch gehaltene Rückbeuge nie im direkten Anschluss an intensive Bauchmuskelübungen.
  • Um mehr Streckung in den Hüften zu ermöglichen, mobilisiere zur Vorbereitung Oberschenkel, Hüftbeuger und Leisten mit Hilfe von geeigneten Stehhaltungen. Gute Beispiele sind Anjaneyasana (tiefer Ausfallschritt) und Ashta Chandrasana (hoher Ausfallschritt). Dabei üben Sie zugleich, das Becken gerade auszurichten und im Verhältnis zur Wirbelsäule zu stabilisieren.

Rückbeugen mit symmetrischer Basis (Beine, Füße und Becken) sollten in einer Sequenz vor solchen mit asymmetrischer Basis angeordnet sein.

  • Um den Schultergürtel auf sichere Rückbeugen vorzubereiten, mobilisiere zunächst die großen Rückenmuskeln, die großen Brustmuskeln und die Rautenmuskeln zwischen Schulterblatt und Brustwirbeln. Dazu eignen sich etwa Adho Mukha Shvanasana und die Armhaltungen von Garudasana (Adler) und Gomukhasana (Kuhkopf).
  • Bei allen asymmetrischen Rückbeugen ist es wichtig, das Becken möglichst gerade und ebenmäßig nach vorn auszurichten, um die Drehung in der Lendenwirbelsäule und den Druck aufs Iliosakralgelenk zu minimieren. Bei Asanas wie Eka Pada Rajakapotasana (Taube) oder Hanumanasana (Spagat) kann man dazu auch mit Polstern arbeiten.

Ganz wichtig nach Rückbeugen sind die lösenden Gegenbewegungen.

  • Man beginnt mit einer Entspannung in neutraler oder leicht gebeugter Position der Wirbelsäule. Je nachdem in welcher Lage man die Rückbeugen beendet, bieten sich dazu Balasana (Stellung des Kindes), Adho Mukha Shvanasana (herabschauender Hund, evtl. mit gebeugten Beinen) oder Apasana (an den Rumpf gezogene Beine in Rückenlage) an. Kurz gehaltene, sanfte Drehungen leiten allmählich zu intensiveren und länger gehaltenen Twists über.
  • Um die Spannung in Nerven und Bändern gering zu halten, sollte man nicht zwischen tiefen Rückbeugen und Vorwärtsbeugen hin- und herwechseln.
  • Hüftmobilisierende Übungen mit Vorwärtsbeuge – ganz besonders Gomukhasana (Kuhkopf) – dehnen die äußeren Hüftrotatoren und die Piriformis-Muskeln im Becken. Das hilft, Druck im unteren Rücken und an den Iliosakralgelenken zu lösen und bereitet zugleich auf tiefer entspannende Vorwärtsbeugen vor.
  • Übungen, die die Bauchmuskeln aktivieren, können helfen, den unteren Rücken im Anschluss an Rückbeugen wieder zu stabilisieren. Allerdings sind sie nicht empfehlenswert, wenn die Stunde nach den stimulierenden Rückbeugen nun ruhiger werden soll.

    5. Drehhaltungen

Drehungen wirken bis tief in die Körpermitte, sie machen die Wirbelsäule geschmeidig, weiten die Brust und mobilisieren Schultern, Nacken und Hüften. Aktive Drehhaltungen kräftigen zudem die schrägen Bauchmuskeln, die für viele Asanas mit Drehbewegungen entscheidend sind. Regelmäßige Drehungen helfen, die Wirbelsäule gesund zu halten, sie machen die Bindegewebe lang, elastisch und widerstandsfähig, fördern die Gesundheit der Bandscheiben und der Zwischenwirbelgelenke und stellen den natürlichen Bewegungsspielraum der Wirbelsäule wieder her.

Je mehr man seinen Körper nach und nach verbretzelt, desto besser kann man ironischerweise die in ihm angesammelten physischen und emotionalen Spannungen lösen. So führt dieses den Geist in einen ausgeglicheneren (sattvischeren) Zustand. Daher sind Drehhaltungen nicht entweder wärmend oder kühlend, sondern beides: Sie wärmen, wenn man von einem eher kühlen Zustand ausgeht, und kühlen, wenn man eher erhitzt ist. Aufgrund dieser Eigenschaften können wir Drehhaltungen in Sequenzen an ganz verschiedenen Stellen einsetzen.

Drehhaltungen in der Sequenz

  • Übe jede Drehhaltungen gleichmäßig zu beiden Seiten.
  • Füge Drehhaltungen schon im aufwärmenden Teil der Praxis ein, um durch andere Asanas erzeugte Spannungen immer wieder gleich zu lösen.
  • Drehhaltungen im Stehen eignen sich sehr gut, um zu lernen, wie man in der Drehung das Becken stabilisiert und die Wirbelsäule lang macht. Deswegen übt man sie vor den Drehhaltungen im Sitzen, wo die gleiche erdende und Länge schaffende Ausrichtung nötig ist.
  • Indem man die äußeren Schichten der Rumpfmuskulatur in Vorwärts-, Rück- und Seitbeugen dehnt und entspannt, erreicht man eine mühelosere und tiefere Drehung auf der Ebene der kleinen, dicht an der Wirbelsäule gelegenen Muskeln.
  • Als ausgleichend wirkende Asanas eignen sich Drehhaltungen sowohl, um Ängste zu lindern, als auch um Antriebslosigkeit zu durchbrechen.

Gemeinsam mit Aufwärmübungen aus anderen Asana-Familien eignen sich Drehhaltungen sehr gut zur Vorbereitung von Rückbeugen und generell zur Neutralisierung der Wirbelsäule.

  • Nach tief entspannenden Abfolgen von Vorwärtsbeugen und hüftmobilisierenden Übungen eignen sich Drehhaltungen, um das Nervensystem wieder sanft zu stimulieren und die Energie zum Fließen zu bringen.
  • Aber auch nach intensiven Drehungen ist eine Neutralisierung nötig. Als Gegenbewegungen empfiehlt sich zu Beginn besonders eine symmetrische Vorwärtsbeuge wie Upavishtha Konasana (Vorwärtsbeuge aus der sitzenden Grätsche), die Hüften und Beine wieder mittig ausrichtet. Anschließend kann etwa Supta Baddha Konasana (gebundene Winkelhaltung in Rückenlage) die Hüften weiter entspannen und Weite in der Gegend von Zwerchfell und Herz schaffen. Eine sanfte Rückbeuge wie Setu Bandha Sarvangasana (Schulterbrücke) vertieft dann das Weiten der Brust.

6. Vorwärtsbeugen

Vorwärtsbeugen sind tief beruhigende Asanas, die die Aufmerksamkeit von der Außenwelt weg und hin zu den inneren Dynamiken und Geheimnissen des Lebens lenken. Bei Vorwärtsbeugen werden die Becken- und Bauchorgane  und unteren Chakras stimuliert. Das kann dazu führen, dass tief im Körper gespeicherte Urgefühle zum Vorschein kommen. Wenn wir uns beispielsweise im Klassiker unter diesen Übungen, Pashchimottanasana (Vorwärtsbeuge im Sitzen mit gestreckten Beinen), in uns selbst zusammenfalten, dann leitet uns die Asana ganz natürlich in Richtung Selbstreflexion. Eine Vorwärtsbeuge wie Balasana (Stellung des Kindes) wirkt dagegen eindeutig beruhigend und regenerierend.Indem man Vorwärtsbeugen mehrere Minuten lang hält und dabei den Atemfluss verfeinert, kann man diese Gefühle sicher erkunden.

Damit man überhaupt gut in die Vorwärtsbeugen hinein loslassen kann, muss die gesamte Muskelkette an der Körperrückseite entspannt werden.

Das beginnt bei den Faszien der Fußsohle, über Beine und Gesäß den gesamten Rücken hinauf, und erfordert Geduld, denn die Körperrückseite löst sich nur allmählich. Aggressiv ausgeführt verursachen Vorwärtsbeugen häufig Verletzungen an den Beinrückseiten oder am unteren Rücken. Es ist also Vorsicht geboten, besonders wenn bereits ein Bandscheibenscheibenschaden vorliegt, darf man sich nur mit äußerster Achtsamkeit an Vorwärtsbeugen wagen.

Vorwärtsbeugen in der Sequenz

  • Nähere dich allen Vorwärtsbeugen mit bewusster Leichtigkeit und Mühelosigkeit.
  • Vorwärtsbeugen im Sitzen leitet man am besten aus Dandasana (Stabhaltung) her. Sie ist die Grundform aller Sitzhaltungen. Ausgehend von Dandasana erkundet man zunächst die tieferen symmetrischen Vorwärtsbeugen, allen voran Pashchimottanasana (Vorwärtsbeuge im Sitzen mit gestreckten Beinen).
  • Am sichersten sind Asanas, bei denen der Fokus auf der Dehnung in Beinen und Hüften liegt, besonders dann, wenn dabei der untere Rücken stabil am Boden liegt, wie in Supta Padangushthasana (Großzehhaltung in Rückenlage). Sie sind auch die beste Vorbereitung für Asanas mit intensiverer Dehnung der Beinrückseiten.
  • Übungen zur Hüftmobilisierung wie Gomukhasana (Kuhkopf) und die Grundform von Eka Pada Kapotasana (Taube) eignen sich dank der Dehnung von Hüftstreckern und Außenrotatoren gut zur Vorbereitung von vielen Vorwärtsbeugen im Sitzen. Ähnliches gilt bei Virasana (Heldensitz) für die Vorbereitung der Knie.

Eine längere Sequenz von Vorwärtsbeugen wird idealerweise eingesetzt, wenn es nach der „Gipfel-Asana“ darum geht, die Praxis wieder zu beruhigen.

  • Wie bereits erwähnt, sollte man nicht zwischen lang gehaltenen Vorwärtsbeugen und Rückwärtsbeugen hin- und herwechseln. Das hat sowohl energetische als auch physiologische Gründe.
  • Nach asymmetrischen Vorwärtsbeugen stellen symmetrische wieder einen Ausgleich her, insbesondere für das Iliosakralgelenk.
  • Vorwärtsbeugen im Sitzen kann man in der Sequenz gut abwechseln mit Übungen zur Hüftmobilisierung und mit Drehhaltungen. Die Hüftöffner erzeugen dadurch mehr Ruhe und die Drehungen wirken eher stimulierend.
  • Nutze Vorwärtsbeugen, um die Mobilität und Körperintelligenz für armgestützte Haltungen zu verbessern, bei denen die Körperteile ähnlich positioniert sind. Bspw. Upavishtha Konasana (Vorwärtsbeuge aus der Grätsche) als Vorbereitung von Tittibhasana (Feuerfliege) oder Marichyasana A als Vorbereitung von Bhujapidasana (Schulterpresse).
  • Nach intensiven Vorwärtsbeugen dienen sanfte Rückbeugen wie Setu Bandha Sarvangasana (Schulterbrücke) und einfache Drehhaltungen als Ausgleich.

7. Umkehrhaltungen

In Umkehrhaltungen steht unsere Welt buchstäblich Kopf. Deshalb können in der ungewohnt verkehrten Wirkung der Schwerkraft schon die einfachsten Bewegungen verwirrend wirken. Diese Verschiebung in Perspektive und neuromuskulärem Bewusstsein gibt uns Gelegenheit, unser Bewusstsein des „In-der-Welt-Seins“ zu erweitern. Außerdem verbessern diese Haltungen die Muskelkoordination und schenken uns so mehr Halt und Leichtigkeit in einer Reihe von anderen Asanas. Aber wenn Kopfstand und Schulterstand abschrecken, kann man den Großteil der positiven Wirkungen dieser Asana-Familie schon in einfachen Umkehrhaltungen wie Viparita Karani (halber Schulterstand, evtl. mit Füßen an der Wand) erzielen.

Besondere Vorsicht ist bei vielen Umkehrhaltungen für den Nacken geboten.

Nutze geeignete Hilfsmittel und Varianten, um möglichst wenig Druck auf die empfindlichen Halswirbel auszuüben. Achte auf eine gerade Ausrichtung der gesamten Wirbelsäule.

Umkehrhaltungen in der Sequenz

  • Die einfachsten Formen von Umkehrhaltung sind Viparita Dandasana (umgekehrte Stabhaltung) und Viparita Karani (halber Schulterstand, mit dem Becken auf einem Kissen). Beide wirken beruhigend und sind auch bei Nackenproblemen möglich.
  • Der Inbegriff aller Umkehrhaltungen ist Salamba Shirshasana (gestützter Kopfstand). Da er sich sehr gut zu Aktivierung und zum Aufwärmen eignet, kann man ihn auch schon zu Beginn üben. Dies erfordert allerdings eine Mobilisierung des Schultergürtels und Aktivierung der Rumpfmuskeln. Aber auch einfache Vorformen wie der Kopfstand mit Knien und Füßen am Boden wirken erwärmend und stimulierend.

Wenn Salamba Shirshasana als Höhepunkt der Sequenz geübt wird, kann man die Haltung durch verschiedene Beinhaltungen variieren.

  • Übt man Salamba Shirshasana gegen Ende der Praxis, schließt man Salamba Sarvangasana (gestützter Schulterstand) an, um die stimulierende Wirkung abzumildern und zu beruhigen.
  • Nach Salamba Shirshasana und Salamba Sarvangasana ruht man einen Moment in Balasana (Stellung des Kindes) und übt anschließend Asanas, die Spannungen im Nacken zu lösen. Danach und nach Karnapidasana (Pflug mit neben den Ohren abgelegten Knien) kann auch gut Matsyasana (Fisch) als Gegenbewegung dienen.

Endentspannung Shavasana

Die Entspannung in der Rückenlage ist der Endpunkt jeder Yogapraxis. Das ruhige Liegen in der Totenstellung bietet Körper und Geist  die Möglichkeit, die Aktivität zu integrieren und sich zu regenerieren.


Mark Stephens hat bereits mehrere internationale Bestseller über den Yogaunterricht geschrieben. Sein neuestes Lehrbuch über Yogatherapie mit dem Schwerpunkt „Schlaf“ erschien 2019 im Riva-Verlag. Er lebt in Kalifornien und unterrichtet weltweit, häufig in Deutschland, Österreich und der Schweiz. markstephensyoga.com

Liebessalat mit Rote Bete

Egal ob frisch geerntete Rote Bete oder schonend haltbar gemacht – Rote Bete ist eine Nährstoffbombe, aus der im Handumdrehen ein fantastischer erdiger Salat entsteht. Ideal für Tage, an denen die Energie wieder mal nur im Kopf steckt … 

Zutaten

  • 6 Karotten
  • 1 rote Bete
  • 1 EL frisch geriebener Ingwer oder 1 TL Ingwerpulver
  • 1 Apfel
  • 100 g Fetakäse
  • 1 großer Bund Petersilie
  • 1 Handvoll Sonnenblumenkerne

Dressing
1⁄2 Glas kalt gepresstes Olivenöl
Saft von 2 Zitronen
Himalajasalz und frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung

  1. Karotten und Rote Bete schälen und in eine Schüssel reiben. Den Ingwer darunter mischen, Apfel und Feta in Würfel schneiden, die Petersilieblätter waschen, von den Stielen zupfen, fein hacken und alles zum Gemüse geben.
  2. Die Zutaten für das Dressing verquirlen und mit den Salatzutaten vermengen, eventuell mit etwas zusätzlichem Ingwerpulver abschmecken und etwas ziehen lassen.
  3. Die Sonnenblumenkerne in der trockenen Pfanne rösten, abkühlen lassen und erst kurz vor dem Servieren über den Salat streuen, damit sie schön knusprig bleiben.

Tipp

  • Biogemüse muss man nicht schälen, sondern nur mit der Gemüsebürste waschen.
  • Ingwerpulver schmeckt zwar anders als frischer Ingwer und hat auch nicht dieselbe Heilwirkung, es eignet sich aber hier als Ersatz oder als interessante Note zum Abschmecken.
  • Ich streue über jeden Salat etwas Bierhefepulver. Das schmeckt lecker und ist reich an Vitamin B und Kalium, also gut für Vegetarier und den Blutzuckerspiegel.
  • Falls der Feta sehr salzig ist, kein Salz fürs Dressing verwenden. Ist er zu salzig, kann man ihn zuvor 1 Stunde in klares Wasser einlegen.

Diana Jost Liebesalat Rote Bete Ernährung YogaDiana Jost ist diplomierte Ernährungsberaterin (westlich und ayurvedisch) und Yogalehrerin. Die gebürtige Schweizerin lebt seit 10 Jahren an der sonnigen Algarve und bietet dort Yogaferien für jeden Geschmack an: Yoga und Entschlackung, Yoga und Wellenreiten, Gourmet Yoga und Hormon Yoga. Die Küche ihrer Retreats ist legendär, denn Diana ist eine „Salad Queen“: Jeden Tag kommt eine andere interessante und knackige Kreation auf den Tisch – natürlich auch dank des fantastischen Obst- und Gemüseangebots auf den portugiesischen Biomärkten. Den Liebessalat gibt es bei allen Yogaferien, denn die Gäste lieben ihn. Dieser Tatsache und seiner satten roten Farbe verdankt er offiziell auch seinen Namen – inoffiziell heißt er aber so, weil Diana damit das Herz ihres Partners Robin gewonnen hat. Er fungiert bei den Retreats als Chefkoch.

Medien-Tipp: Das kleine Chakren-Handbuch

Handlich Yoga, Meditation und Psychologie im pinken Pocket-Format – na, das nennen wir mal praktisch! Umso besser, wenn die Autorin alles andere als eine „Hand­taschen-Frau“ ist und es diesem Büchlein nicht an Tiefe fehlt. „Das kleine Chakren-Handbuch“ widmet sich der Lehre von den menschlichen Energiezentren auf eine alltagstaugliche, moderne Art. Dabei konzentriert sich Yogalehrerin Katharina Middendorf, die als Autorin bereits Bücher zu den Themen Partnerschaft und Lebenskrisen veröffentlicht hat, auf die Lebensthemen, die den Chakras auch in der Yogaphilosophie zugeordnet werden: Vertrauen, Sinnlichkeit, Lebenskraft, Empathie, Klarheit, Intuition und Spiritualität. Klar verständlich ordnet sie jedes Chakra einem körperlichen oder psychischen Thema zu und zeigt Wege, diese durch einfache Übungen auszugleichen.

Fazit Think pink! Und kramen Sie dieses Büchlein regelmäßig aus der Handtasche, um durch alltagstaugliche Mini-Sequenzen und Meditationen zu mehr Bewusstsein und Energie zu finden.


Das kleine Chakren-Handbuch
Von: Katharina Middendorf
GU
Preis: ca. 10 Euro

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