So entfaltet die Kombination von Yoga und Coaching eine transformative Kraft
Die heutige Folge von YogaWorld vereint die Welt des Yoga mit den Prinzipien des Coachings. In einer Zeit, in der wir immer mehr nach innerem Frieden, mentaler Stärke und emotionaler Ausgeglichenheit suchen, haben sich Yoga und Coaching als wirksame Werkzeuge erwiesen, um unsere persönliche Reise des Wachstums zu unterstützen. Yoga ist eine jahrtausendealte Praxis, die Körper, Geist und Seele miteinander verbindet. Sie bietet nicht nur physische Stärke und Flexibilität, sondern auch tiefe spirituelle Erfahrungen. Mit Meditation, Asana und Pranayama können wir unser Bewusstsein erweitern, Stress abbauen und innere Ruhe finden. Doch was passiert, wenn wir diese kraftvolle Praxis mit den modernen Techniken des Coachings kombinieren? Diese Frage beantwortet Yogalehrerin Sandra Walkenhorst im Gespräch mit Gastgeberin Susanne Mors.
Sandra deckt spannende Zusammenhänge und Parallelen von Yogaphilosophie und Psychologie auf und erklärt, warum es sehr hilfreich ist, als Yogalehrerin psychologisches Basiswissen zu haben. Dann erzählt Sandra von der Funktion eines Coaches und gibt Beispiele für verschiedene Einsatzfelder, die durch Coaching Tools bereichert werden können. Außerdem erläutert sie anhand diverser Beispiele, wie die Verbindung von Yoga und Coaching in der Praxis umgesetzt werden kann. Dabei betont sie, wie wichtig es ist, dass Yogalehrerinnen selbst an sich arbeiten und Innenschau betreiben. Zum Schluss hält Sandra wertvolle Tipps bereit, wie man als Yogalehrer*in handeln kann, wenn in einer Stunde starke emotionale Zustände ausgelöst werden.
Alle kennen Haferflocken. Doch Haferkörner? Die sind beinahe in Vergessenheit geraten. Dass sich das ändern sollte, weiß der Diabetologe und Bestsellerautor Dr. med. Winfried Keuthage. In seinem „Das große Haferkorn-Kochbuch“ stellt er 60 innovative Rezepte vor, in denen dieses leckere und gesundheitsfördernde Wunderkorn die Hauptrolle spielt. Wir stellen euch heute daraus eine Curry-Bowl mit dem heimischen Superfood vor.
Was den Hafer so gesund macht, liegt im Wesentlichen an seinem hohen Gehalt an Beta-Glucanen, was bereits durch zahlreiche Studien belegt wurde. Vielseitig in der Küche einsetzbar, hilfreich beim Abnehmen, mit blutzuckerregulierender, cholesterinsenkender und darmstärkender Wirkung, verwandeln Haferkörner jede Mahlzeit in ein gesundes Genussgericht.
Rezept für die Haferkorn Curry-Bowl
Die gerösteten, krossen Kichererbsen sind ein spannender Kontrast zu den anderen Zutaten dieser Bowl. Mit der Wahl des Currypulvers kannst du die Schärfe bestimmen, das Angebot reicht von mild bis feurig.
1. Backofen auf 180° (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Kichererbsen in ein Sieb abgießen, mit Wasser abbrausen und abtropfen lassen.
2. Kichererbsen in einer Schüssel mit 1 TL Olivenöl, Currypulver, Paprikapulver, ½ TL Salz und Pfeffer vermischen. Die Mischung auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und ca. 20 Min. backen.
3. Inzwischen den Blattspinat in einem Sieb abbrausen und abtropfen lassen. Cherrytomaten waschen und halbieren.
4. Haferkörner mit 2 EL Wasser beträufeln und kurz in der Mikrowelle erwärmen.
5. Zitrone auspressen, den Zitronensaft mit Tahin, ½ TL Salz, restlichem Olivenöl und 4 EL Wasser zu einem Dressing verrühren.
6. Haferkörner auf zwei große Schalen verteilen. Blattspinat, Kichererbsen und Cherrytomaten dazu anrichten. Das Dressing über die Bowls träufeln.
Nährwerte pro Portion:
660 kcal | 21 g F (3,7 g GFS) | 82 g KH | 5 g Z | 17 g BST | 23 g E | 4,5 g Hafer-Beta-Glucan
Dr. med. Winfried Keuthage ist Ernährungsmediziner und Diabetologe. In seiner zertifizierten Schwerpunktpraxis für Diabetes und Ernährungsmedizin in Münster/Westfalen behandelt er täglich Menschen mit Diabetes und Übergewicht, denen er eine gesunde, vollwertige Ernährung in Kombination mit regelmäßigen Hafertagen bzw. Haferkorntagen empfiehlt.
In seinem neuen Buch „Das große Haferkorn-Kochbuch“ (GU Verlag)geht Dr. med. Keuthage ausführlich auf die im Haferkorn enthaltenen Nährstoffe ein, erklärt das Prinzip der Hafer(korn)tage für Diabetiker*innen und geht auch auf weitere unterschätzte Getreidesorten wie Gerste, Dinkel und Hirse ein. Das Herzstück des Buches bilden 60 alltagstaugliche, preiswerte und innovative Rezepte für Hauptgerichte, Beilagen und Desserts, von herzhaft bis süß: Ob Haferkornbowl, Haferkornrisotto mit Gorgonzola, Birne und Walnüssen oder Rüblitorte mit Haferkorn.
Ayurveda im Alltag integrieren: sitaayurveda.de macht’s möglich! //anzeige
Hast du schon mal eine Ayurveda-Kur gemacht, vielleicht sogar in einem der Mutterländer Indien oder Sri Lanka? Dann weißt du sicher wie gut sie tut, diese jahrausendealte Heilkunst, die uns innerlich und äußerlich in Balance bringt, mit dem Ziel, Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Diese Erfahrungen mit in den europäischen Alltag zu übertragen, das hat sich das junge Team von Sita Ayurveda zur Aufgabe gemacht.
In dessen Online-Shop sitaayurveda.de findest du zahlreiche Produkte wie Öle, Gewürze, Tees, Körperpflege-Produkte, Nahrungsergänzungsmittel von Unimedica, Festshampoos und mehr von Hydrophil oder Bücher, von denen wir ganz begeistert sind. Vielleicht kannst du dich ja zum Beispiel an unseren Vital-Fußpad-Test erinnern? Neben dieser hochwertigen Eigenkreation hat Sita Ayurveda noch eine Reihe weiterer im Angebot sowie darüber hinaus seit Kurzem auch Originalprodukte des österreichischen Ayurveda-Spezialisten Rhyner.
Einer unserer Lieblinge: Das Gandusha Bio Mundspülöl zum traditionellen Ölziehen. Es zieht Giftstoffe aus dem gesamten Mundraum und damit auch aus dem Kopf. Dank speziellen Kräutern, Steinsalz, Arnica, Salbei und Eisenkraut, die im Thailam-Verfahren einzeln verkocht werden, ist die Wirkung um ein Vielfaches stärker als bei einem einfachen Sesamöl. Ideal auch für alle, die häufiger Probleme mit Zahnfleischbluten haben!
Ein weiteres Must-Have ist das Bhringa Bio Ayurveda Kopf- und Haaröl. Es pflegt nicht nur die Haare, sondern wirkt auch kühlend und nährend auf den Geist – eine wahre Wohltat nach anstrengender geistiger Arbeit! Insbesondere Männern hilft das Bhringa-Öl überdies, kräftiges Haar länger zu behalten.
Fantastisch für die Marmapunkte und praktisch für die Ohren sind die Golden Drops! (Marmapunkte sind vitale Energiepunkte in unserem Körper, die im Ayurveda eine wichtige Rolle spielen und über die die Energiebahnen im Körper miteinander verbunden sind.) Die Golden Drops schützen empfindlichen Ohren perfekt und sind für viele Anwender*innen als tägliche Begleiter nicht mehr wegzudenken. Auch beim Fliegen helfen sie, den schmerzhaften Druckausgleich zu erleichtern, da die Golden Drops das Trommelfell geschmeidig halten.
Ein weiterer Geheimtipp speziell für die kälteren Jahreszeiten ist das Nasya Bio Nasenpflegeöl, eine sanfte Alternative zu austrocknenden Nasensprays. Wunderbar zur präventiven Anwendung und eine wahre Wohltat als Schleimlöser bei starkem Schnupfen und Nasennnebenhölenentzündungen.
Gemeinsam ist all diesen Produkten, dass sie das Gleichgewicht der Doshas (Vata, Pitta und Kapha) bewahren. Das gilt natürlich, der Name sagt es schon, auch für die Tridosha-Gewürze von Sita Ayurveda. Ob pikant oder süß, sie sind nicht nur lecker, sondern stärken über den Darm auch das Immunsystem. Ein wahrer Genuss für die Sinne und ein echtes Plus für die Gesundheit. Mehr zu den Doshas, also den ayurvedischen Konstitutionstypen findest du hier.
Du willst noch mehr über Ayurveda wissen und wie es dein Leben positiv beeinflussen kann? Dann sieh dich ruhig in Ruhe um auf der Website von Sita Ayurveda. Dort findest du nicht nur die genannten Produkte, sondern auch eine Fülle an Informationen und Ratschlägen rund um Ayurveda im Alltag. Tauche ein in diese wunderbare Welt und spüre, wie sie dein Leben bereichert! Wir jedenfalls möchten sie nicht mehr missen.
Hol dir liebevolle und nährende Beziehungen in dein Leben
Gewaltfreie Kommunikation, kurz GFK, ist ein Konzept nach Marshall B. Rosenberg, mit dessen Hilfe eine wertschätzende und einfühlsame Art der Kommunikation erreicht werden soll. Es geht darum, sich in die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen hineinzuversetzen, um eine tiefere Verbindung herzustellen. Für eine konstruktive und empathische Kommunikation ist es nach GFK wichtig, sich von Bewertungen, Schuldzuweisungen und kritischen Urteilen zu distanzieren. Das ist wirklich leichter gesagt als getan, findet Gastgeberin Susanne. Im Gespräch mit GFK-Expertin und Yogalehrerin Simran Wester wird ihr jedoch schnell klar, dass sich die Mühe aber durchaus lohnt.
Im „YogaWorld Podcast“ gibt Simran eine leicht verständliche und dennoch tiefgreifende Einführung ins Thema GFK. Dabei betont sie, dass GFK keineswegs eine Methode, sondern eine innere Haltung ist, die zum einen das Lösen von Konflikten erleichtern und so zwischenmenschliche Beziehungen verbessern soll. Zum anderen soll GFK die Selbstwahrnehmung schulen und die Selbstliebe fördern. Simran enthüllt spannende Zusammenhänge zwischen Yoga und GFK und beschreibt, wie Aspekte der Gewaltfreien Kommunikation die Yogapraxis bereichern können. Aber auch für die Anwendung im täglichen Leben hat sie zahlreiche Tipps. Anhand konkreter Alltagsbeispiele erklärt Simran, wie du Konflikte sowohl mit dir selbst als auch mit anderen auf eine gesunde und konstruktive Weise lösen kannst. Willst du wissen, warum Wut kostbar sein kann und wie Selbstliebe mit Gewalt zusammenhängt?
Der Sponsor der Folge ist das Label „Lounge Cherie“. Hier geht es zu nachhaltiger Yoga- und Loungewear: https://lounge-cherie.com/
Geführte Meditation mit Fabienne Ehmann: beruhige deinen Geist auf dem Weg in die Stille.
Die Praxis des Atems in Verbindung mit der stillen sowie lauten Wiederholung des Mantra AUM spiegelt die tägliche Bewegung durch die drei Bewusstseinszustände wider: nämlich Wachzustand (A), Traum (U) und Tiefschlaf (M). Diese Praxis verfeinert und reinigt die Natur dieser drei Geisteszustände und ermöglicht das Erwachen in ihnen, um letztendlich Turiya, jene Stille, die nach dem AUM folgt, zu erfahren. Ein Zustand, der mit Worten wohl kaum zu beschreiben ist und durch den Geist und die Sinne nicht erfahren werden kann. Es ist reines Bewusstsein, das wahre Selbst, der Wesenskern oder die pure Gegenwart des Seins. Ein Zustand der jenseits von kognitiver Erkenntnis liegt.
Diese Meditationseinheit hilft dir den Geist zu beruhigen und unterstützt dich in der Verwirklichung deines wahren Selbst, reinen Bewusstseins. Sie ist quasi der direkte Weg in die Stille. Von einem Ort der Zentrierung startest du mit mehr Ruhe und Klarheit in den Tag und lernst mit den Herausforderungen des Alltags leichter umzugehen. Regelmäßig praktiziert hilft Meditation, mehr Entspannung, inneren Frieden und Freude in deinem Leben zu kultivieren.
Die Meditation ist für alle Level geeignet. Du kannst sie in einer klassischen Meditationshaltung durchführen, wie zum Beispiel dem Schneider- oder Fersensitz, aber auch sitzend auf einem Stuhl.
Fabienne Ehmann ist leidenschaftliche Yoga-, Meditationslehrerin und Gestalttherapeutin (i.A.). Sie studierte die Philosophie und Praktiken des Yoga und Ayurveda in Indien und unterrichtet traditionelles Hatha-Yoga, gibt regelmäßig Meditations-Kurse, Eins-zu-Eins Sessions und bietet in und um München als Gestaltherapeutin (i.A.) psychotherapeutische Sitzungen an. Den Menschen zu verhelfen, wieder in die Verbundenheit zu kommen und das transformierende Gefühl von Yoga zu erfahren, ist ihre größte Motivation.
Mach dich auf zu einer Reise, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringt. In Gastein erwacht Yoga zum Leben, umgeben von der Schönheit der Alpen. Egal ob Yogafrühling, Yoga im Winter oder der Yogaherbst – in Gastein lädt jede Jahreszeit dazu ein, in die Tiefen des Yoga einzutauchen und die Natur in ihrer vollen Pracht zu erleben. // anzeige
Die Blätter färben sich bunt und der Yogaherbst steht vor der Tür. Für kurzentschlossene Yogi*nis eine wundervolle Gelegenheit, um vom 12. bis 22.10.2023 die Kraftreserven für den Winter aufzufüllen. Es ist eine Zeit des Wachsens und des inneren Friedens, begleitet von erfahrenen Lehrer*innen, die verschiedene Yogastile, Meditation und Achtsamkeit vermitteln. Dabei kannst du dir dein Programm frei gestalten und zwischen Klassen für Anfänger*innen und Fortgeschrittene wählen. Mehr Infos zum „Yogaherbst Gastein – Quelle der Inspiration“ findest du auf gastein.com.
Yoga im Winter: Yoga on Snow und mehr!
Auch im Winter ist Yoga in Gastein etwas Besonderes. „Yoga on Snow“ ist eine in ganz Österreich einzigartige Erfahrung, bei der du deine Asanas inmitten einer verschneiten Berglandschaft praktizierst. Die Lehrenden gestalten spezielle Winter-Yogakurse, die Körper und Geist stimulieren und die Schönheit des Winters feiern. Für uns ein absolutes Highlight dieses Jahr!
Yogafrühling in Gastein: Atme die Berge!
Spüre, wie deine Energie neu erwacht, wenn du im Yogafrühling vom 24.5. bis 2.6.2024 täglich Yoga unter freiem Himmel übst. Angeleitet von erfahrenen Lehrer*innen praktiziert ihr gemeinsam auf blühenden Bergwiesen oder am Ufer klarer Gebirgsseen. Das verspricht nicht nur unvergessliche Yogaeinheiten, sondern auch Momente, in denen dein Körper und Geist zur Ruhe kommen.
Ein Ort der Ruhe und Achtsamkeit
Der Yogafrühling in Gastein ist weit mehr als nur eine Serie von Yogakursen. Es ist eine Reise zu dir selbst, eine Zeit der Selbstfindung und Erneuerung. Die Veranstaltungen finden an einzigartigen Plätzen, Orten und Kraftplätzen von Gastein statt, die für ihre gastfreundliche Atmosphäre und ihre gemütlichen Unterkünfte bekannt sind. Hier können die Teilnehmenden nicht nur erstklassige Yogakurse erleben, sondern auch die heilenden Kräfte der Gasteiner Thermalquellen genießen, die seit Jahrhunderten für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt sind.
Vielfalt im Yogaangebot
Der Yogafrühling bietet ein breites Spektrum an Kursen und Workshops für alle Erfahrungsstufen. Von entspannendem Hatha-Yoga bis hin zu dynamischem Vinyasa-Flow und meditativem Kundalini-Yoga gibt es Kurse, die jeden Geschmack und jedes Bedürfnis ansprechen. Expert*innen aus der ganzen Welt teilen ihr Wissen und ihre Erfahrung, um dir zu helfen, deine Yogapraxis zu vertiefen und deine Fähigkeiten zu verbessern. Dabei dient die Gasteiner Bergwelt nicht nur als malerische Kulisse, sondern auch als Inspirationsquelle. Die frische Bergluft, das Rauschen der Bäche und das Grün der Wälder – all das trägt dazu bei, dass du dich auf das Hier und Jetzt konzentrieren kannst.
Nicht nur Yoga: Ein ganzheitliches Erlebnis
Aber du bekommst nicht nur eine große Auswahl an Yogakursen, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm: Von geführten Wanderungen durch die Berggipfel bis hin zu Meditationssitzungen in idyllischen Waldlichtungen – der Yogafrühling in Gastein verspricht eine transformative Erfahrung für Körper, Geist und Seele. Also Save the date und besorge dir alle Infos, die du brauchst auf gastein.com.
Bereit für eine Yogareise? Entdecke jetzt die unvergesslichen Yogaangebote im Frühling, Sommer, Herbst und Winter und tauche ein in die Welt des Yoga in den Gasteiner Alpen!
Bist du beim Yoga schon mal in Tränen ausgebrochen? Du bist nicht allein! Hier erfährst du, wie Yogalehre und moderne Wissenschaft solche emotionalen Reaktionen erklären – und warum sie sogar heilsam sein können.
Text: Carrie Havranek / Fotos: Yan Krukau, Pexels.com
Wann ich das erste Mal im Yoga geweint habe? Ich weiß es nicht mehr. Es ist einfach so häufig passiert, dass es fast schon ein normaler Teil meiner Praxis zu sein scheint. Manchmal fühlt sich mein Körper an, als sei er aus Zement, mein Atem fließt nicht richtig und keine Übung ist so, wie ich mir das wünsche. Dann schmecken meine Tränen nach Frustration. Es gibt auch Tränen, mit denen sich etwas zu lösen scheint, besonders wenn ich Hüftöffner oder Vorwärtsbeugen übe. Wenn ich dagegen im Yin Yoga oder in dem fast hypnotischen Zustand in Yoga Nidra weine, habe ich keine Ahnung, warum. Ganz häufig erlebe ich das auch in Shavasana. Und manchmal geschieht es, wenn ganz bestimmte Elemente zusammenkommen und tief in mir etwas zum Schwingen bringen: die Übung, die Stimmung in der Stunde, die Musik, die Worte meiner Lehrerin…
Was ist da los?
„You carry your issues in your tissues“, ist bei uns in den USA ein beliebter Spruch in der Yoga Community: „Du trägst deine Themen in deinen Geweben.“ Demnach sammeln wir die mentalen und emotionalen Anspannungen, die wir im Alltag unweigerlich erleben, in unserem Körper an – auf unbestimmte Zeit. Wenn wir dann regelmäßig Yoga üben, bewusst unseren Atem verlangsamen und uns mit den Bewegungen unseres Körpers verbinden, dann verstummt das im Alltag oft vorherrschende sympathische Nervensystem (bekannt für die Kampf-, Flucht- oder Starre-Reaktion) und das auf Ruhe, Verdauung und Regeneration abzielende parasympathische Nervensystem übernimmt das Ruder. In diesem entspannteren Zustand, so die Theorie, können sich die in den Geweben gespeicherten physischen und psychischen Spannungen lösen. Und weil Körper und Geist während oder nach der Praxis auf die uns allen bekannte, wundervolle Weise zugleich gelöst und sehr achtsam sind, beginnen wir auch, diese Emotionen auf subtile Weise wahrzunehmen.
Das hört sich vielleicht erst mal nach Eso-Wischiwaschi an, aber die Vorstellung, dass der Körper Emotionen speichert, findet man durchaus auch in der modernen Psychologie. Der Psychiater und Traumaforscher Bessel van der Kolk arbeitet seit 30 Jahren an der Schnittstelle von Neurowissenschaften und klinischer Therapie. Er vertritt die Auffassung, dass das Zusammenspiel von mentaler, physischer und emotionaler Bearbeitung von Traumata ungemein komplex und vielschichtig ist. So konnte er immer wieder beobachten, dass unterdrückte Gefühle sich irgendwann in körperlichen Symptomen zeigen. Vor diesem Hintergrund begann er, neue Behandlungsmethoden für posttraumatische Belastungsstörungen zu erforschen, darunter achtsame Bewegungsformen wie Yoga und bestimmte Arten von Sport.
Natürlich beruhen nicht all unsere Tränen im Yoga auf akuten oder verschütteten Traumata. Dennoch eröffnen van der Kolks Forschungen einen völlig neuen Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Gefühlen und dem Körper: Bestimmte Formen von Bewegung – wie Yoga – können demnach tatsächlich unterdrückte Gefühle zum Vorschein bringen und im besten Fall auflösen.
„Meine Matte ist eine Insel, auf der ich die Herausforderungen des Lebens bearbeiten kann.“
Die Rolle des Atems
Wie diese emotionalen Reaktionen insbesondere durch Yoga genau ausgelöst werden, ist bisher nicht geklärt. Dennoch deuten sowohl Forschungen als auch individuelle Erfahrungen darauf hin, dass dabei der Atem eine zentrale Rolle spielt. Max Strom hat Tausende von Menschen in seinen Yoga-Workshops und -Stunden erlebt und seine Arbeit seit langer Zeit der heilenden Wirkung des Atems verschrieben. Aus diesem Erfahrungsschatz heraus sagt er: „Ich bin mir ganz sicher, dass Atemmuster das Zugangstor sind. Sie führen uns hinter den schützenden Panzer, den wir uns über die Jahre angelegt haben. Deswegen ist der Atem das wichtigste Werkzeug für emotionale Heilung.“
Auch hier weiß die Forschung noch nicht so genau, wie Atem und Psyche zusammenwirken und wo exakt im Gehirn und im Körper da was passiert, aber eines wissen wir mit Sicherheit: Das Nervensystem ist überall im Körper präsent – und das Nervensystem macht Gefühle spürbar. Außerdem ist sehr gut erforscht, wie insbesondere eine verlängerte Ausatmung den Parasympathikus anregt, was uns dann in die Ruhe und Entspannung führt. In der Kombination aus langsamem Atem und rhythmischen, achtsamen Bewegungen, wie wir sie im Yoga lernen, kommt dann beides zusammen. „Weinen ist überhaupt kein Problem, das wir beheben müssten“, betont Max Strom, „dass wir manchmal weinen, ist ganz einfach ein Teil unseres genetischen Programms.“
Heilsame Räume
Es gibt sehr viele Gründe, warum dir beim Yoga die Tränen kommen können: Vielleicht sind es angestaute Emotionen. Vielleicht hast du in diesem Moment zum ersten Mal seit Tagen überhaupt Gelegenheit runterzukommen, in dich hineinzuspüren und Gefühle zu verarbeiten. Oder du bist einfach nur dankbar und gerührt für diese Erfahrung, diesen Moment. Es kann auch sein, dass die Bewegung die Ausschüttung bestimmter Hormone anregt, die wiederum die Emotionen beeinflussen. Aber womöglich ist das Warum gar nicht so entscheidend und viel drängender ist die Frage: Wie gehen wir damit um?
Als Yogalehrende können wir nicht wissen, was in diesem Moment die Tränen unserer Teilnehmer*innen hervorruft. Wir müssen es auch nicht wissen. Aber wir müssen auf eine heilsame Weise damit umgehen können. Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist trauma informed yoga, zu deutsch trauma-sensitives oder trauma-sensibles Yoga. Das beginnt damit, die Situation des Menschen, der da weinen muss, nicht „reparieren“ zu wollen. Max Strom rät in seinen Ausbildungen dazu, sich erst mal ein paar Minuten lang zurückzuhalten, bevor man Hilfe oder auch nur ein Taschentuch anbietet: „Geht man zu schnell auf jemanden zu, dann kann es passieren, dass er oder sie zurückweicht und das, was da hochgekommen ist, wieder wegdrückt.“
Die Yogalehrerin und Sozialarbeiterin Melissa Renzi zieht es vor, überhaupt nicht direkt auf ihre Schüler*innen zuzugehen, wenn sie weinen: „Ich verwende lieber eine unterstützende Sprache und betone, dass alle Emotionen und Erfahrungen im Yoga willkommen sind. Außerdem geht es in meinen Stunden sehr viel darum, dass man Pausen machen darf, sich auf seine eigene Art bewegen, hinsetzen oder anlehnen kann, um einen physischen Ankerpunkt zu haben.“ All das kann dazu dienen, wieder bewusst ins Hier und Jetzt zu kommen und sich sicher zu fühlen.
Allerdings ist „Sicherheit“ in diesem Zusammenhang relativ: „Sich verletzlich zu zeigen, ist für bestimmte Menschen tatsächlich nicht gefahrlos“, betont Tamika Caston-Miller. Die Yogalehrerin und Historikerin spricht für alle, die aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft, sexuellen Orientierung oder auch wegen körperlichen Einschränkungen Diskriminierung ausgesetzt sind: „Ihre besondere Verletzbarkeit hat ihnen oft sehr viel Leid eingebracht. Solche Menschen dazu aufzufordern, ihre Schutzschilde abzulegen, setzt eine Menge Vertrauen voraus.“ Das braucht Zeit und es hängt nicht nur vom Unterricht ab. Vielmehr gilt es, Gemeinschaften aufzubauen, in denen alle daran mitwirken, dass man sich gegenseitig wirklich respektiert und sich willkommen fühlen kann, so, wie man ist.
Was tun, wenn es geschieht?
Aber auch angenommen, meine Yogaklasse gibt mir dieses Gefühl von umfassendem Respekt und Akzeptanz: Meinen Tränen freien Lauf zu lassen, ist dennoch nicht gerade einfach. Dabei hilft es, sich bewusst zu machen: Es ist völlig normal – und überhaupt kein Grund für Scham! Todd Norian unterrichtet einen im Tantra wurzelnden und auf das Herz zentrierten Yogastil. Er weiß: „Schon eine kleine Veränderung in der Ausrichtung einer Haltung kann innerlich manchmal eine komplette Wende sein: Deine Energie beginnt mit einem Mal zu fließen!“ Im Umgang mit den eigenen Tränen empfiehlt er die „drei C’s“: curiosity, compassion, courage, also Neugier, Mitgefühl und Mut:
-> Sei neugierig: Beobachte alle Gefühle, die du erlebst. Es ist nicht nötig zu verstehen, warum du weinst oder auf eine bestimmte Art empfindest. Nimm es einfach wahr und interessiere dich dafür.
-> Sei mitfühlend: Gib deinen Gefühlen Raum und versuche nicht, ihnen Widerstand zu leisten. Keine Bewertung! Das hilft dir, die Verarbeitung von Emotionen zu etwas ganz Normalem, Natürlichen werden zu lassen.
-> Sei mutig: Verletzlichkeit ist ein Akt des Mutes und es ist nicht nur okay, sich selbst diese Ehrlichkeit im Umgang mit den eigenen Gefühlen zuzugestehen, es ist sogar essenziell. Während der Yogastunde herzhaft zu weinen, ist vielleicht genau das, was du jetzt gerade brauchst, um eine Menge angestauter Spannung und Frustration zu lösen. Es kann solchen Gefühlen ihre Schwere nehmen.
Was mich selbst betrifft, so bin ich mir sicher: Hätte ich in meiner Praxis nicht gelernt, wie ich Schmerz durch meinen Körper hindurch bewegen kann, dann hätte er sich irgendwo festgesetzt und mich krank gemacht. Meine Matte ist für mich eine Insel, wo ich die Herausforderungen des Lebens bearbeiten kann – ob ich nun dabei weine oder nicht. Manchmal verändert das alles – auch wenn ich nicht recht begreife, warum und wie. Aber meistens fühle ich mich danach besser. Und ganz egal, wie viel die Wissenschaft nun erklären oder nicht erklären kann, ich glaube, Max Strom hat recht: „Das Ziel von Yoga ist nicht, sich kunstvoll zu verknoten. Wir sind auch so schon ganz schön verknotet. Es geht ganz allein darum, die Knoten in unseren Herzen wieder zu lösen.„
Yoga ist keine Therapie
Wenn schwierige Emotionen anhalten, dann braucht es oft die Begleitung eines Therapeuten oder einer Therapeutin. Yogalehrende sind dafür weder ausgebildet noch dürfen sie therapeutisch arbeiten, ganz egal wie mitfühlend oder weise sie sein mögen. Die Rolle von Yoga besteht nicht im Bereitstellen von Lösungen, sondern eher darin, dich überhaupt in den Kontakt zu dir selbst zu bringen und dir bewusst zu machen, welche Themen weiter bearbeitet werden sollten.
Carrie Havranek ist Journalistin, Yogaübende und Reiki-Meisterin. Sie lebt in Pennsylvania an der US-amerikanischen Ostküste.
Übrigens: In Yoga Journal Heft 3/21 haben wir uns schon einmal und sehr viel ausführlicher mit Yoga und Gefühlen beschäftigt. Falls du das Heft nicht mehr hast, kannst du es in unserem Shop nachbestellen oder als Online-Ausgabe lesen: yogaworld.de/shop
Einschlafen erwünscht – beruhige mit dieser Abendpraxis dein Nervensystem
Wir kennen es alle: Je voller der Tag, je länger die To-Do-Listen und je mehr private und berufliche Verpflichtungen wir zu erfüllen haben, desto schwerer fällt es uns, das Gedankenkarussell am Abend zur Ruhe zu bringen. Und dann liegen wir im Bett, mit offenen Augen, und das allerletzte, was unserem Gehirn in den Sinn kommt, ist endlich einzuschlafen und die dringend benötigte Kraft für den nächsten Tag zu tanken.
In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ führt dich Yogalehrerin Helga Baumgartner durch eine Yin-Yogapraxis, die dir zu einem besseren Schlaf verhelfen kann. Die Praxis ist dafür ausgelegt, dass du sie direkt vor dem Zubettgehen – am besten mit geputzten Zähnen und im Pyjama – machen kannst. Durch das lange Verweilen in den ausgewählten Yin-Yogahaltungen und das Zusammenspiel mit deinem Atem, wird dein sympathisches Nervensystem beruhigt und das parasympathische Nervensystem aktiviert. So hast du die perfekten Grundvoraussetzungen, um in einen erholsamen Schlaf überzugehen. Dabei wirst du von Helgas sanfter Stimme getragen. Yin Yoga at its best!
Helga zählt zu den wenigen Yogalehrenden weltweit, die bei Paul Grilley in Kalifornien mehr als 750 Ausbildungsstunden im Yin Yoga absolviert haben. Sie unterrichtet seit 2007 Yogaklassen, mit Fokus auf Yin Yoga, Anatomie und Traumasensiblem Yoga, aber auch Taoist Yoga und Hatha Yoga. Yin Yoga beinhaltet für sie eine tief wirkende und therapeutisch heilende Magie, die sie gerne an andere herantragen möchte.
Wir wünschen dir viel Freude bei der Praxis und vor allem: einen erholsamen und tiefen Schlaf!