Yoga for Cancer: “Yoga hat mir geholfen gesund zu werden”

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Weltweit gilt der Oktober als “The Breast Cancer Awareness Month”: Die Erforschung von Brustkrebs, Vorbeugung und Behandlung stehen im Fokus. Yogalehrerin Stephanie weiß aus eigener Erfahrung, dass die Krankheit jeden treffen kann. Nach ihrer eigenen Genesung gründete sie “Yoga for Cancer” – eine Charity-Organisation, die Online Yoga auf freiwilliger Spendenbasis (nicht nur) für Krebspatienten anbietet.

Ein strahlendes Lächeln, glänzende Augen, ein starker Körper – nichts erinnert an Chemotherapie und Krankenhaus, an Schwäche und Müdigkeit. Stephanie hat den Krebs besiegt und dass ihr das so gut gelungen ist, führt die ehemalige Modejournalistin unter anderem auf ihre Yogapraxis zurück. Damit auch andere Frauen genau davon profitieren können, hat die Yogini “Yoga for Cancer” ins Leben gerufen. Wie es dazu kam, wie Yoga ihr geholfen hat und wie auch du Teil des Projekts werden kannst, hat Stephanie uns im Interview erzählt. Übrigens: Einen ersten Einblick bekommst du am Ende des Artikel mit einem 45 Minuten-Video von Yogalehrerin Tatiana Schäfers.

Liebe Stephanie, schon vor deiner Krankheit war Yoga ein wichtiger Teil deines Lebens. Hat sich deine Praxis mit der Diagnose Krebs verändert?

Ja sehr. Vor meiner Krankheit war für mich der Fitnessfaktor entscheidend. Shavasana fiel mir unendlich schwer. Doch von dem Tag an, an dem ich die Worte hörte “Es ist gut, dass Sie gekommen sind, es ist bösartig” wurde alles anders. Ich suchte nach Möglichkeiten, mit der Diagnose umzugehen, fing an zu meditieren, und lernte, Körper und Geist als Einheit wahrzunehmen. Wir leben in einer sehr verkopften Welt und genauso habe ich auch gelebt. Yoga hat mir beigebracht, auf meinen Körper zu hören, ihn zu spüren – auch, wenn das nicht immer leicht war während der Chemotherapie und mit den Operationen. Ich musste lernen, auf mich Rücksicht zu nehmen, und nicht immer meinem Kopf das Kommando zu überlassen. Wenn mir heute etwas zu viel wird, nehme ich mir einen Moment Zeit und schaue, wie sich das anfühlt, was der Stress in meinem Körper macht. Merke ich, dass sich das nicht gut anfühlt, mache ich eine Pause. Früher hätte ich einfach durchgepowert. Liebe ist das Schlüsselwort, aber nicht nur die Liebe zum eigenen Körper, sondern die Liebe zu sich selbst in seiner ganzen Gesamtheit aus Körper, Geist und Seele. Das hat mir Yoga beigebracht. Das hat mir geholfen, gesund zu werden. Und das möchte ich weitergeben. Krebs ist schrecklich, aber Krebs ist auch eine Chance. Dieses hier ist meine. Die möchte ich nutzen.

Vor deiner Krebs-Erkrankung hast du Yoga nur privat praktiziert. Nach der Reha kam dann die Ausbildung zur Yogalehrerin …

Die Yogalehrerausbildung war tatsächlich nicht geplant, sondern purer Zufall. Ich wollte eigentlich gar keine Yogalehrerin werden. Nicht die nächste Moderedakteurin, die auf Yoga umsattelt – dieses Bild hatte ich im Kopf und das hat dafür gesorgt, dass ich zunächst nicht auf mein Herz gehört habe. Aber dann stand die Reha an. Ich sprach mit meinem Arzt darüber und sagte beiläufig: Wenn sie dort kein Yoga anbieten, schnappe ich mir ein paar Patientinnen und unterrichte eben selber. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, habe das so dahingesagt, aber genauso ist es gekommen. Drei Monate nach meiner zweiten OP bin ich in ein Yoga-Retreat gefahren. Das war mein Geschenk an mich dafür, dass ich alles überstanden hatte. Dort habe ich alle Stunden mitgemacht, als wäre nie etwas gewesen. Ich war so stolz und glücklich und beschloss, den heilenden Effekt von Yoga auch anderen zu ermöglichen. Ich machte erst eine klassische Yogalehrerausbildung und danach eine Zusatzausbildung für Yoga mit Krebspatienten.

So kam es dann auch zur Gründung von Yoga for Cancer?

Ja. Das Konzept ist sehr einfach: Yogalehrer spenden eine Yogastunde. Und auch die Teilnahme läuft auf Spendenbasis. Auch die Idee zu Yoga for Cancer entstand lustiger Weise durch Zufall, in einem Gespräch mit Freunden. Plötzlich war sie da und ich merkte, wow, das ist genau das, was ich machen möchte: Mit Yoga Gutes tun. Ich hatte ursprünglich geplant, mit Yogastudios zu kooperieren, doch dann kam der Lockdown und alle Studios schlossen. Also launchte ich den Yoga for Cancer-Yogakanal auf Youtube. Ich fragte befreundete Yogalehrer, ob sie Yoga for Cancer ein Yogavideo spenden würden. Und ja, das taten sie! So fing es an. Jetzt gehe ich im Brustkrebsmonat Oktober den nächsten Schritt: Spenden-Yoga-Events online veranstalten, mit tollen Partnern wie dem slowenischen Yogamattenlabel Melon & Lime oder dem Berliner Online-Magazin Heyday.

Wendet ihr euch mit Yoga for Cancer ausschließlich an Krebspatienten?

Yoga for Cancer bietet Yoga für alle an. Ich wollte bewusst niemanden ausklammern oder hervorheben, sondern alle ansprechen und allen Menschen die Möglichkeit geben, diese zu nutzen und damit sich – und anderen – etwas Gutes zu tun. Wir haben sogar ein Stuhlyoga-Video auf unserem Youtube-Kanal, was sehr gut ankam. Natürlich sind auch ein paar Videos dabei, die sich speziell an Krebspatienten richten, weil das die Ausrichtung meiner Arbeit als Yogalehrerin ist, die ich mit meinem Happie Haus stetig weiter ausbaue. Aber auch diese besonderen Krebsvideos können im Prinzip alle nutzen.

Was ist deine Vision für Yoga for Cancer? 

Ich wünsche mir, dass Yoga for Cancer ein internationaler Begriff wird. Eine Bewegung. Ein Name wie Wimbledon oder der New York Marathon. Ich möchte, dass Menschen auf der ganzen Welt Yoga mit Yoga for Cancer Yoga praktizieren können und wir damit richtig viel Aufmerksamkeit für das Thema Krebs und Gesundheit generieren – und wir mit den eingenommenen Spenden richtig viel Gutes tun können. Deswegen hier der offizielle Aufruf: Liebe Yogalehrerinnen und Yogalehrer, wenn Ihr Yoga for Cancer ein Video spenden wollt oder bei unserem nächsten Event dabei sein wollt: Meldet Euch!

Yoga for Cancer Spenden event
Das erste “Yoga for Cancer” Online-Spenden-Event findet am 11.10 statt. Du willst dabei sein? Dann melde dich einfach an: Zur Anmeldung #melonandlimexyogaforcancer

Übrigens, wer am 11.Oktober keine Zeit hat oder zwei Mal mitmachen möchte: Das zweite Spendenevent (in Kooperation mit Heyday) findet am 27. Oktober mit Moderatorin Loretta Stern und tollen Gästen wie Mirian Lamberth statt. Schaut einfach regelmäßig auf unserem Instagram-Kanal vorbei, dort teasern wir die Spenden-Events an.


Mehr Infos zu Stephanie und Yoga for Cancer findest du hier:
Website: yogaforcancer.de
Youtube: www.youtube.com
Instagram: powered by Happie Haus @happiehausberlin
Website Happie Haus: happiehaus.com

Video: Sanftes Yoga bei Krebs – 45 heilsame Minuten

Tatiana von Megaherz Yoga für Yoga for Cancer

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