Mantra-Musik zum Träumen

Sanfte Harfenklänge und wunderschöner Gesang – eine tolle Kombination! Besonders, wenn die Sängerin Janin Devi und der Harfist Klaus Heitz heißt. Mit „Jay Ma“ haben die beiden ein wunderbares Werk geschaffen, das durch seine Schlichtheit verzaubert. Die Harfe und die sparsame Instrumentierung bringen Janins Stimme hervorragend zur Geltung, die durch ihre Kraft und Präsenz fast wie ein Livekonzert im eigenen Wohnzimmer klingt. Experimentelle Stücke wie der Kali-Tango oder das Gopala-Duett sorgen für ein abwechslungsreiches Hörvergnügen und klassische Elemente wie Violine und Cello mischen sich mit folkloristischen und südländischen Einflüssen zu träumerischen Klangwelten. Gewidmet ist die CD allen weiblichen Gottheiten. Mit „Jay Ma“ zeigt Janin Devi, dass sie niemanden mehr etwas beweisen muss.

FAZIT: Gekonntes Understatement wird zum Ausdruck echter Hingabe. Damit klingt Janin noch authentischer und professioneller als auf ihren Vorgängeralben.

„Jay Ma” von Janin Devi feat. Klaus Heitz (Janin Devi, ca. 20 Euro).

Interview mit Tom Shadyac: „“Wir sind eins“

Tom Shadyac, der amerikanische Kult-Regisseur zahlreicher Jim-Carrey-Film wie „Bruce Allmächtig“ oder „Ace Ventura“, hat nach einem schweren Fahrradunfall sein Leben radikal geändert und sein gesamtes Hab und Gut verkauft.YOGA JOURNAL sprach mit dem Filmemacher über die Kraft, die uns alle vereint, und über den Weg zu sich selbst.

Tom Shadyac, hat sich auf den Weg gemacht, um mit intellektuellen und spirituellen Führern über den Sinn des Lebens zu sprechen – und diesen selbst zu finden. Über diese persönliche Reise hat er den Dokumentarfilm „I Am“ gedreht.

YOGA JOURNAL: Tom, eine Kernaussage des Films „I Am“ ist die, dass unser Herz eine noch viel größere Rolle spielt als wir bisher angenommen hatten. Was haben Sie über das menschliche Herz herausgefunden?

Tom Shadyac: Ich habe herausgefunden, dass uns unser Herz sehr viel stärker lenkt und bestimmt als gedacht. Das Herz hat tatsächlich eine kognitive Funktion. Darum ist es so ungeheuer wichtig, dass wir Herz und Verstand miteinander in Einklang bringen. Auf dem Gebiet der Neurokardiologie konnte nachgewiesen werden, dass unser Herz so etwas wie ein eigenes Gehirn hat, das fühlen, lernen und Entscheidungen für uns treffen kann. Wir nennen das dann „Bauchentscheidung“. Unser Gehirn bekommt mehr Impulse vom Herzen als umgekehrt, wofür in erster Linie der Vagusnerv verantwortlich ist, dessen Aktivität messbar ist. Dieser Nerv ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass es uns die Kehle zuschnürt, es uns eng beziehungsweise weit ums Herz wird oder uns die Tränen kommen. Und das Herz hat eine Ausstrahlung, die bis zu vier Meter weit reicht. Damit erreichen, verbinden und beeinflussen wir Menschen uns gegenseitig.

Wie kam es dazu, dass Sie sich, ausgehend von Ihrem eigenen Schicksal und der Möglichkeit des Sterbens vor Augen, mit dem Schicksal der ganzen Welt auseinandergesetzt haben?

Indem ich mir meinen eigenen Tod vor Augen geführt habe, habe ich jegliche Angst davor verloren, mich auch beruflich mit Gedanken und Überlegungen zu beschäftigen, die mich privat schon seit ungefähr 15 Jahren umtreiben. Der Prozess des Wandels hat bereits lange vor meiner Nahtod-Erfahrung eingesetzt. Aber der Unfall hat einen endgültigen Reinigungsprozess in Gang gesetzt. Für mich war das Erlebnis eine großartige Motivation, endlich etwas zu tun und nicht mehr nur darüber nachzudenken, etwas verändern zu wollen. Und ich möchte all die wertvollen Dinge, die ich von weisen Menschen erfahren habe, mit anderen teilen, bevor ich diese Welt verlasse – um damit vielleicht einen bescheidenen Teil zur Änderung der Spezies Mensch beitragen zu können.

Haben Sie mehr Freunde gewonnen oder verloren, nachdem Sie angefangen haben, Ihr Leben zu verändern, alles zu verkaufen und ein „einfacheres Leben“ ohne den ganzen Hollywood-Glamour zu führen?

Für mich zählt nicht das, was ich verloren habe. Für mich ist es wichtig,i_am_04_xp_szn was ich durch die Veränderung alles gewonnen habe, welche Menschen neu ein mein Leben getreten sind. Ich habe einige neue Freundschaften geschlossen. Die Beziehung zu Coleman Barks (Anm. d. Red.: Übersetzer der Texte des persischen Mystikers Rumi) ist zum Beispiel etwas ganz besonderes für mich; genau wie meine neuen Freundschaften zu Menschen, die die Welt durch ihre Fotografie verändern, wie zum Beispiel Chris Jordan, oder all die großartigen Dokumentarfilmer – ich habe ganz großes Glück, so fantastische Menschen in meinem Leben zu haben. In der Hinsicht bin ich wirklich und im wahrsten Sinne des Wortes gesegnet.

Woher nahmen Sie in Zeiten der Isolation und Einsamkeit nach Ihrem Fahrradunfall Ihren Lebensmut? Sie haben unter einem gravierenden organischen Psychosyndrom nach einem Schädelhirntrauma gelitten und im Film sprechen Sie darüber, dass viele Menschen, die diese Schmerzen erdulden müssen, suizidgefährdet sind.

Ehrlich gesagt habe ich auf diese Frage keine Antwort. Ich weiß bis heute nicht, wie und warum ich es ausgehalten habe. Ich glaube ganz fest daran, dass mir etwas Göttliches den Lebensmut gegeben hat. Das große Ganze vielleicht, aus dem ich entstanden bin und von dem ich Teil bin. Aber ja, es war in der Tat nicht einfach, durch diese Dunkelheit und die schwierigsten Monate meines Lebens hindurch zu gehen. Umso glücklicher bin ich, dass am Ende des Tunnels wieder Licht war und ich nun wieder unversehrt im Hier und Jetzt sein kann.

Haben Sie sich während dieser Zeit mit Meditation oder Yoga beschäftigt beziehungsweise Ihre Lebensgewohnheiten geändert?

Ja, natürlich habe ich mich gerade in der Zeit der Isolation mit diesen Themen auseinandergesetzt. Aber Veränderungen brauchen trotzdem immer ein bisschen Zeit (lacht). So war ich beispielsweise vor „I Am“ Vegetarier – und jetzt lebe ich seit ungefähr einem halben Jahr vegan. Aber das hat gedauert… Ich mache auch Yoga. In letzter Zeit zwar nicht sehr regelmäßig, aber es ist eine wunderbare Möglichkeit, Spannungen in Körper und Geist abzubauen und positive Energien freizusetzen. Und ja, ich meditiere – auf meine Art. Für mich bedeutet Meditation, mich auf etwas zu konzentrieren, das mich beschäftigt. So meditiere ich zum Beispiel, wenn ich die Verse des persischen Mystikers Rumi lese. In der Natur zu sein ist eine andere Form der Meditation für mich. Ich schätze den Wert des Stillsitzens während der Meditation sehr und ich mache das auch manchmal aber eigentlich kann ich jederzeit und überall meditieren, sobald ich meine Aufmerksamkeit intensiv auf etwas Bestimmtes fokussiere.

Yoga für eine zukunftsfähige Gesellschaft

Als Yogis wissen wir, dass unsere Praxis viel mehr ist als ein praktisches Übungssystem zur Gesunderhaltung von Körper und Geist. Sie hilft uns, ethische Lebensprinzipien zu entwickeln und im Alltag umzusetzen. Yoga als weltweite Massenbewegung könnte ein wichtiger Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung sein.

Die UN-Klimaverhandlungen haben gezeigt, dass das Problem des Klimawandels nicht alleine durch die internationale Staatengemeinschaft gelöst werden kann. Die Diskussion um den Klimawandel spiegelt jedoch nur eines von vielen sozial-ökologischen Herausforderungen der Menschheit wider. Weitere globale Probleme wie Artensterben, Verlust von Biodiversität, Bodenerosionen, Wasserknappheit, Hunger, Verschuldung oder Armut können nur gelöst werden, wenn verschiedene Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft sich gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung engagieren. Eine solche Entwicklung, bei der die jetzige Generation nicht auf Kosten künftiger Generationen lebt, muss neben den Dimensionen Ökologie, Soziales und Wirtschaft auch geistig-kulturelle Aspekte berücksichtigen.

Viele der oben genannten Probleme liegen maßgeblich in unserem westlichen Wirtschaftssystem begründet, das auf permanentes Wachstum, Massenkonsum und –produktion ausgerichtet ist. Die „Wirtschaft“ ist kein abstraktes Gebilde, sondern die Summe der daran beteiligten Menschen und damit positiv gedacht durch Menschen auch (um-)gestaltbar. Diese individuelle persönliche Perspektive führt uns zu der Frage, welche Rolle wir als Yogis dabei spielen (wollen). Wir alle sind Teil der Wirtschaft und es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich als Arbeitgeber oder -nehmer, Kapitalgeber oder Konsument für eine zukunftsfähige Gestaltung der Wirtschaft einzubringen. Dabei können wir dem Ideal von Mahatma Gandhi folgen: Wir müssen zuerst selbst die Veränderung werden, die wir in der Welt sehen möchten. Damit liegt die Verantwortung für die Zukunft dieser Welt bei jedem einzelnen.

Unsere Rolle als Konsumenten

Wir leben in einer Zeit, in der der (Massen-)Konsum eine zentrale Rolle in der westlichen Gesellschaft spielt. Konsum stiftet Menschen Identität, soziale Zugehörigkeit und stellt einen zentralen Ausdruck des individuellen Lebensstils dar. Die Massenmedien als Sprachrohr der Wirtschaft kreieren in diesem Kontext eine kollektive Wirklichkeit, in der Marken und Produktwelten Status und soziale Orientierung geben. Die Botschaften der Werbeindustrie sind omnipräsent und wir können uns diesem Einfluss kaum entziehen, insbesondere im urbanen Raum. Die Botschaften und Bilder transportieren häufig Informationen, die nach yogischen Prinzipien die Entwicklung des Menschen und das soziale Miteinander behindern. Es werden dadurch Werte wie Wettbewerb, Neid, Oberflächlichkeit, Schnelligkeit oder Geiz verbreitet, die gerade Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter sozialen und ökonomischen Druck setzen. Bedauerlicherweise wird dieser materialistische und konsumorientierte Lebensstil von multinationalen Konzernen in aufstrebende Schwellenstaaten wie Indien oder China importiert, was die globalen ökologischen und sozialen Herausforderungen verschärft.

Yoga und Nachhaltigkeit

Umso wichtiger ist es, dass Yoga als weltweite soziokulturelle Bewegung einen Beitrag in der Diskussion um Nachhaltigkeit liefert. Sowohl die Schriften als auch das Leben vieler Yogameister geben uns Ideen für einen nachhaltigen Lebensstil. Konsum stellt als Alltagshandlung für viele Menschen eine erste einfache Möglichkeit dar, um sinnvoller und nachhaltiger zu leben, daher wird das Thema in der Gesellschaft sichtbarer – Beweise dafür sind beispielsweise die Ausbreitung von Biosupermärkten oder die wachsende Verfügbarkeit von Biolebensmitteln in konventionellen Supermärkten.

 

Die Karma-Lehre gibt uns eine gute Orientierungshilfe an die Hand, um uns die Auswirkungen unserer Konsumhandlungen bewusst zu machen. Dabei können wir zwei Aspekte beachten:

1) Das Karma des Produktes

Jedes Produkt hat eine individuelle Entstehungsgeschichte und ist das Ergebnis verschiedener Wertschöpfungsstufen, an denen unterschiedliche Menschen mitgewirkt haben. In unserer globalisierten Welt reicht diese Ursache-Wirkung-Kette rund um die Welt und hat damit einen erheblichen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht. Jedes Produkt besitzt demnach einen „karmischen Rucksack“, in dem die sozialen und ökologischen Bedingungen der Produktion gespeichert sind. Wir sind also für jeden Artikel, den wir kaufen, verantwortlich. Deshalb sollten wir uns vor jedem Kauf in Anlehnung an einige yogische Tugenden (Yamas und Niyamas) folgende Fragen stellen:

Zufriedenheit (Santosha): Brauche ich das Produkt wirklich oder will ich es nur haben, um mein Ego zu befriedigen? Welchen Beitrag liefert der Konsum zu meiner Zufriedenheit?

Gewaltlosigkeit (Ahimsa): Welche Schäden haben Produktion und Handel für Natur, Mensch und Tiere verursacht?

Nicht-Stehlen (Asteya): Kann das natürliche Gleichgewicht von Mutter Erde meinen Konsum während meiner Lebenszeit wieder ausgleichen oder betreibe ich damit Raubbau an den natürlichen Ressourcen?

Am Beispiel der Konsumentscheidungen von Lebensmitteln kommt man über diese Denkweise zu einer biologischen, saisonalen, regionalen und vegetarischen (veganen) Ernährungsweise. Andere Konsumentscheidungen wie der Kauf eines Elektronikartikels sind durchaus komplexer, da die Produktionsbedingungen für den Laien nicht vollständig transparent sind. In diesem Zusammenhang ist der Ratgeber der Bundesregierung „Der nachhaltige Warenkorb“ zu empfehlen. Dieser kann kostenlos im Internet heruntergeladen oder als Broschüre bestellt werden: www.nachhaltiger-warenkorb.de. Auch das Portal des Öko-Instituts www.ecotopten.de oder verschiedene Konsumratgeber der Umweltverbände (z.B. die Greenpeace Textil-Fibel oder der WWF Fisch Ratgeber) helfen Verbrauchern, das Karma des Produktes im Dschungel der nachhaltigen Konsumentscheidungen zu bestimmen. Bei vielen Konsumentscheidungen lohnt es sich aber auch darüber nachzudenken, ob es ein neues Produkt sein muss oder ob es auch als Secondhand-Variante erhältlich ist.

Dem aktuellen Zeitgeist entsprechend, entwickelt sich derzeit der Megatrend des Selbermachens (Do-it-yourself / DIY) als Gegenbewegung zum anonymen Massenkonsum. Dem folgt auch die ursprüngliche Bedeutung der Wortschöpfung „KarmaKonsum“: Karma bedeutet in seiner einfachsten Form “Handlung“ und wenn wir für unseren Konsum selbst wieder handeln, sprich produzieren, lösen wir uns aus der Abhängigkeit von ökonomischen Zwängen. Diese stark an Nachhaltigkeit orientierte Bewegung, die unter dem Schlagwort „Prosumenten“ (eine Wortschöpfung aus den Wortstämmen Produzent und Konsument) diskutiert wird, ist eine Grundlage neuer ökonomischer Modelle wie z.B. der Postwachstumsökonomie, einer radikalen Neuorientierung der Wirtschaft.

2) Das Karma des Geldes

Durch diese zweite Perspektive sollten wir uns bewusst machen, was nach dem Kauf mit unserem Geld geschieht. Wer erhält es und wofür wird es verwendet? In welchen Wirtschaftskreislauf fließt es? Behält man diese Überlegungen im Kopf, wird aus jeder Konsumentscheidung ein (wirtschafts-)politischer Akt. Wir stimmen mit unserem Geldschein darüber ab, welche Zukunft wir möchten. Es macht einen Unterschied, ob ich mein Geld einem multinationalen Konzern gebe, der primär durch monetäre Interessen getrieben ist und das Geld zu einer möglichst hohen Rendite an seine anonymen Anteilseigner (Shareholder) ausschütten möchte oder ob ich mein Geld einem regionalen Biolandwirt gebe, der es in die giftfreie Bewirtschaftung seines Hofes reinvestiert. Am Beispiel des fairen Handels wird auch deutlich, dass bei diesen Fairtrade-Konsumentscheidungen immer ein Teil des Geldes direkt in die nachhaltige Entwicklung von Kleinbauern und deren Familien in Entwicklungsländern fließt. Streng nach ökonomischen Prinzipien gedacht, bestimmen wir als Konsumenten über die Produktion. So lange wir nicht aufhören, günstige Massenware zu kaufen, wird sie auch angeboten werden.

Häufig wird von Kritikern bemerkt, dass diese Art des Konsums nicht für jeden finanzierbar sei. Dem entgegne ich aus eigener Erfahrung und der Beobachtung anderer Menschen heraus, dass sich bei der Umstellung der Konsumgewohnheiten nach yogischen Prinzipien häufig automatisch eine neue Bescheidenheit (Tapas) und Einfachheit entwickelt. Mögen in diesem Sinne Yogapraktizierende nicht nur wichtige Treiber des nachhaltigen Konsums werden, sondern zur Avantgarde eines neuen einfachen freiwilligen Lebensstils (Lifestyles of voluntary simplicity / LOVOS) erwachsen. Hari Om Tat Sat.


Von Christoph Harrach

Der Diplombetriebswirt und Yogalehrer Christoph Harrach ist Gründer des Portals KarmaKonsum.de.

Trinkfreuden

Der menschliche Körper besteht zu 75 Prozent aus Wasser. Alle physiologischen Vorgänge wie der Transport von Nährstoffen und ebenso der Abtransport von Gift- und Ausscheidungsstoffen erfordert Wasser. Dabei ist es für den Körper essentiell, genügend Wasser zur richtigen Zeit durch den Trinkvorgang zur Verfügung gestellt zu bekommen. Gerade bei fordernden Yogastilen wie Power Yoga oder Bikram Yoga sollte auf eine verstärkte Wasserzufuhr nach der Stunde geachtet werden, aber auch im Alltag fällt es nicht leicht, das kühle Nass stündlich seinen Organismus zuzuführen. Wir haben hier zwei Tipps für Sie, wie Sie mit Hilfe einer Karaffe mehr trinken werden und wie Sie mit  Wasser aus Glasflaschen sogar der Umwelt Gutes tun können.

drink-it-now-2Lebenselixier

Bei der Produktion unseres Printmagazins passiert es uns häufig: Trotz bester Vorsätze und regelmäßiger Achtsamkeitsübungen beschränkt sich der Flüssigkeitskonsum in der Redaktion weitgehend auf koffeinhaltige oder süße Muntermacher – eine Unsitte, die im Alltag vieler Menschen verbreitet ist, Müdigkeit und Kopfschmerzen inklusive. Auch wenn sich während der abendlichen Yogapraxis starker Durst einstellt, ist das meist ein Zeichen dafür, dass man tagsüber nicht genug getrunken hat. Dabei ist klar, dass regelmäßige Wasserzufuhr eine der wichtigsten Vorraussetzungen ist, um den Körper gesund und leistungsfähig zu erhalten. Abhilfe kann hier eine innovative Wasserkaraffe schaffen. Der Clou an Drinkitnow ist die auf das Glas oder Karaffe gedruckte Skala, die sanft daran erinnert, gleichmäßig über den Tag verteilt zu trinken – und zwar jede Stunde 250 Milliliter und insgesamt mindestens zwei Liter pro Tag. Formschön und durch den elliptischen Deckel aus Nussbaumholz hygienisch, übt die Karaffe den ganzen Tag über sanften Druck aus und stärkt wie ein guter Yogalehrer die Eigenverantwortlichkeit. So ästhetisch war das Achten der eigenen Bedürfnisse selten!

www.drinkitnow.de

 

Soulbottles 6Message in a bottle

Nicht immer versteht man bei einem Restaurantbesuch gleich auf Anhieb alles, was auf der Speisekarte steht. Soulbottles? Genau: in manchen Restaurants findet man sie auf der Speisekarte und sie sind in jedem Fall gut für’s Seelenheil! Wenn man solch eine kunstvoll bemalte Glasflasche bestellt, bekommt man frisches Leitungswasser an den Tisch, vermeidet Plastikmüll und spendet zwischen 50 und 90 Prozent des Preises an Projekte, die mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen. Auch zu Hause machen die Soulbottles Sinn: „Wir haben uns gefragt, wieso so viele Menschen in westlichen Ländern Geld für Wasser in Flaschen ausgeben, da Leitungswasser doch oft genauso gut ist“, erklärt Georg Tarne und fordert ein Ende der Wegwerfbeziehungen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Paul Kupfer entwarf er die gläsernen Alternativen zu den umweltschädlichen Plastikflaschen. Die Soulbottles werden mit Werken von jungen Künstlern aus der Umgebung bemalt und in einem Keramikofen spülmaschinenfest eingebrannt, damit man möglichst lange etwas von den Kunstwerken hat.

www.soulbottles.com

„One to One” fürs Herz

Das neue Album „1-2-1“ (One to One) von Satyaa & Pari lässt die Herzen von Kirtan-Liebhabern und Yogis höher schlagen. Frisch und abwechslungsreich vereinen die beiden Künstler, die auch privat ein Paar sind, Alt mit Neu und Ost mit West – die Kreativität ihrer Kompositionen berührt den Zuhörer unmittelbar. Die wunderschön interpretierten Mantras steigern sich vom ersten bis zum letzten Stück in ihrer Intensität und die Leidenschaft ist in jedem Ton zu spürbar. Das Besondere: Nicht nur die charismatischen Stimmen von Satyaa & Pari verzaubern auf „1-2-1“; diesmal hat auch die gemeinsame Tochter Mira ein beeindruckend gesungenes und selbst komponiertes Stück („Mira’s Shiva Song“) beigetragen. Tabla, Harmonium, die indische Bambusflöte Bansuri, Gitarren, Cello, Geigen, Nyckelharpa und viele andere Instrumente untermalen die spirituellen Botschaften der Mantras mit zeitgenössischen Beats und Grooves.

FAZIT: Authentisch und voller Liebe ist „One to One“ perfekt geeignet, um graue Herbsttage ein bisschen bunter werden zu lassen.

„1-2-1“ (One to One) von Satyaa & Pari (Satyaa & Pari, Silenzio, ca. 18 Euro)

Power Yoga Reloaded

Powerfrau meets Yoga: 2004 erschien Ursula Karvens erste DVD „Power Yoga“ – und war ein voller Erfolg. Acht Jahre später kommt eine Sonderedition in den Handel, dieses Mal mit einer CD, für die die prominente Schauspielerin und Yogalehrerin spezielle Meditations- und Entspannungsmusik zusammengestellt hat. Nach wie vor lässt sich diese DVD für ein anspruchsvolles Übungsprogramm zu Hause empfehlen: Unter Anleitung des amerikanischen Yogalehrers Mark Stephens, Autor des Klassikers „Teaching Yoga“, findet der passionierte Yogi die bekannten Sonnengrüße A und B aus dem Ashtanga und einige länger gehaltene Asanas im Anschluss (wie das Dreieck, Krieger II, Schulterbrücke, Schulterstand) zum Mitüben. Abgerundet wird die Yogaklasse durch eine geführte Meditation, die den Fokus auf den Atem richtet. Neben dem runden Stundenaufbau ein schönes Plus: Die angenehme Stimme des Sprechers, die atemberaubende Mojave-Wüste im Hintergrund und die eigens von Jonathan Flood komponierten Stücke als musikalische Untermalung schaffen eine meditative Atmosphäre.

FAZIT: Eine gelungene Yogastunde, die allerdings für Anfänger schon aufgrund des Tempos erst einmal eine ziemliche Herausforderung darstellen dürfte. Ist man allerdings erst einmal im Fluss, macht das Üben richtig Spaß!

„Power Yoga“ von Ursula Karven (2 Disc Special Edition, Koch Media GmbH, ca. 15 Euro)

Shambala-Buddhismus leicht gemacht

Für alle, die gerne ausgehen, Partys feiern, viel arbeiten und die sich getrieben fühlen ob der vielen Dinge, die noch zu tun wären. Für alle, die sich gleichzeitig nach mehr Sinn, nach mehr Ernsthaftigkeit und einem Weg zur Entspannung sehnen, hat der amerikanische Meditationslehrer und Autor der Huffington Post Lodro Rinzler mit seinem Buch „Triffst du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus“ genau die richtige Einführung ins Thema Buddhismus geschrieben. Leicht, komisch, intelligent, ohne die spirituelle Reise zu schwer zu nehmen. Wie man mithilfe bestimmter Meditationstechniken entspannt die Zerreißproben des Lebens besteht und sich von bestimmten Erwartungshaltungen und Sichtweisen befreien kann, das erfährt man in dem Buch mit dem witzigen Titel auf wirklich unterhaltsame Art und Weise.

FAZIT:  Lodro Rinzler lädt alle Sinnsuchenden auf amüsante Art dazu ein, sich mit sich selbst und dem Thema Meditation auseinanderzusetzen.

„Triffst Du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus. Dharma, Karma und das pralle Leben“ von Lodro Rinzler (Aurum Verlag, ca. 19 Euro).

Interview // Hannah Herzsprung

Vom Freiwerden der Gefühle 

„Größte Freude und echter Schmerz“: Die Dreharbeiten zum Spielfilm „Flucht aus Tibet – Wie zwischen Himmel und Erde“ stellten die Schauspielerin Hannah Herzsprung nicht nur vor äußere Herausforderungen. In den Bergwelten Ladakhs und der Schweiz entstand das bewegende Drama der jungen Medizinstudentin Johanna, die eigentlich zum Bergsteigen nach Tibet kommt, aber durch faszinierende Begegnungen mit den Menschen des Landes tiefe Einblicke in ihre – teilweise widersprüchliche – Kultur und Spiritualität erhält.

YOGA JOURNAL: In „Flucht aus Tibet – Wie zwischen Himmel und Erde“ spielen Sie eine junge Frau, die durch extreme äußere Bedingungen eine innere Wandlung erlebt: Aus der Touristin wird eine mitfühlende Aktivistin.
Hannah Herzsprung: Ich würde den Prozess, durch den Johanna geht, mit dem Freisetzen ihrer Gefühle beschreiben. Johanna ist ein sehr aufgeschlossener Mensch, sie ist selbstbewusst und steht für ihre Überzeugung ein. Dass sie sich den Problemen der Tibeter durch ihren Einsatz so bedingungslos hingibt und für Gerechtigkeit kämpft, ist nicht zuletzt auch durch ihre Familiengeschichte begründet: Ihre Mutter reiste als Bergsteigerin viele Male nach Tibet.

Können Sie diese Entwicklung an Extremen auch als Künstlerin nachvollziehen?
Ich hatte gar keine andere Wahl. Schon in Deutschland bin ich an meine Grenzen gekommen, habe wahnsinnig viel Sport gemacht, da mir alle sagten, was für eine physische Belastung insbesondere die Höhe von bis zu 3.500 Metern, auf der wir arbeiteten, darstellt. Die physische Belastung vor Ort setzte dem Ganzen dann die Krone auf: Ich konnte mich tagelang nur minimal bewegen, bis sich mein Organismus auf die Höhe umgestellt hat. Wie bei einem Hochleistungssportler bleibt es bei so einer Anstrengung nicht bei der physischen Belastung. Man gerät in einen Sog, will immer mehr Grenzerfahrungen sammeln, ist niedergeschlagen, wenn es nicht weiter geht, und euphorisiert, wenn man den nächsten Abschnitt erreicht hat. Ich glaube, dass der Körper immer im Einklang mit den Emotionen sein muss, nur dann ist er zu Höchstleistungen in der Lage. Diesen Sog kenne ich vom Spielen meiner Rollen – nur wenn ich so tief in einem Charakter bin, dass es größte Freude oder echten Schmerz auslöst, nur dann habe ich das Gefühl, wirklich mein Bestes zu geben.

Welchen Stellenwert nimmt die Rolle der Johanna in Ihrer bisherigen Filmografie ein? Was waren Ihre ganz speziellen Herausforderungen?

Johanna hat mich beim ersten Lesen des Drehbuchs in ihren Bann gezogen. Mich hat fasziniert, wie furchtlos sie eine Reise in eine ihr völlig unbekannte Welt antritt und diesen Schritt alleine wagt, um eine Veränderung in ihrem Leben zu spüren. Als dann die Geschichte einen Wandel nimmt, sie sich auf einmal inmitten einer menschlichen wie auch politischen Tragödie befindet und sich mit einer solchen Überzeugung für andere stark macht, war ich von der Stärke dieses Charakters beeindruckt. Ich bewundere Menschen, die sich so bedingungslos zurücknehmen, um nicht nur darüber zu reden, dass sich Dinge ändern müssen. Eine solch starke Frauenrolle in einer so ausweglosen Situation zu spielen, die sich dabei nicht aufgibt, waren für mich die spannendsten Facetten in der Rollenerarbeitung.

Welche Balance zwischen der Distanz zu einer Rolle und dem Aufgehen in einer Figur hat sich generell für Sie bewährt?

Ich muss abends nach einem Dreh als Hannah ins Bett gehen können und den Tag reflektieren. Ich glaube nicht, dass es das Spiel oder die Wirkung der Rolle besser macht, wenn man sich komplett in der Rolle verliert. Meine Erfahrung ist, dass eine gesunde Distanz zur Rolle die eigentliche Arbeit ausmacht, sich ständig mit ihr auseinanderzusetzen und es nicht einfach geschehen zu lassen.

Welchen Bezug hatten Sie vor dieser Produktion zum tibetischen Buddhismus, der „Flucht aus Tibet – Wie zwischen Himmel und Erde“ prägt?

Ich bin nicht religiös, zumindest nicht in dem Sinne, einer bestimmten Religion zu folgen. Müsste ich mich aber auf eine festlegen, wäre es sicherlich der Buddhismus, da dieser Glaube für mich am meisten mit Güte und Nächstenliebe zu tun hat. Während unserer Dreharbeiten in Ladakh hat sich dies täglich bestätigt. Die Menschen dort scheinen immer glücklich zu sein, auch wenn sie nach unseren westlichen Maßstäben ein sehr einfaches Leben führen.

Auch der Tod hat in diesem System eine andere Bedeutung als im Westen. Im Film fällt es Johanna schwer, dies zu akzeptieren. Können Sie das verstehen?

Natürlich. Johanna ist in einer Wertegesellschaft aufgewachsen, die dem genauen Gegenteil entspricht. Wir leben im Jetzt und Hier und tun alles dafür, dass es uns heute gut geht. Im Buddhismus bemüht man sich für ein besseres Leben nach dem jetzigen.

Szenenbild_09(3508x2338)Viele Menschen reisen in buddhistische Länder, um Techniken wie Meditation etc. zu lernen und zu üben. Sie empfinden die dortige Kultur „spiritueller“ als die, mit der sie im Westen aufgewachsen sind. Haben Sie in Ladakh ähnliche Erfahrungen gemacht?
Gewissermaßen, ja. Doch für mich sind es nicht die Länder, die eine Spiritualität ausstrahlen, sondern eine Kombination verschiedener Gegebenheiten: Die Menschen, das meist gute Wetter, die Gerüche in der Luft, die Landschaften. Das alles ist natürlich viel befreiender als ein Yoga-Studio in Berlin Mitte. Während der Dreharbeiten in Ladakh waren wir in den Bergen dem Himmel sehr nah, natürlich befreit das die Seele und den Geist. Natürlich fühle ich mich in einem Bergdorf voller unbekannter Gerüche und freundlicher Gesichter animiert, mich einem Glücksgefühl hinzugeben. Es klingt pathetisch, aber ich kann jedem, der eine innere Unruhe verspürt, nur wärmstens empfehlen, diese Reise auf sich zu nehmen. Die Menschen dort leben kein materielles Leben. Alles, was zählt, ist der innere Frieden und jeder, dem man dort begegnet, vermittelt einem diesen Frieden.

Würden Sie sich als spirituellen Menschen bezeichnen?

Das kommt auf die Definition von „Spiritualität“ an. Ich glaube nicht an Geister und Riten, bin aber ein Mensch, der „Schwingungen“ oder wie auch immer man das bezeichnen mag, gern in sich aufnimmt. Ich lasse es gern zu, mich in den Bann einer Landschaft oder von der Offenherzigkeit der Menschen berühren zu lassen. Und wie schon gesagt: Allein durch die Höhe, die Nähe zum Himmel, fühlte sich in Indien alles etwas freier und gelöster an.

Interessieren Sie sich für Yoga oder Meditation? Haben sie es schon einmal ausprobiert?

Ich habe viele Yoga-Studios kennen gelernt, muss aber ehrlich gestehen, dass ich es leider nie wirklich lange geschafft habe, am Ball zu bleiben. Mir sagt die Form der Bewegung und das Bewusstsein dem Körper gegenüber sehr zu – ich werde es sicherlich wieder probieren…

Von Christina Raftery

INFO: Die mit vielen Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnete Schauspielerin Hannah Herzsprung überzeugte durch ihr intensives, fokussiertes Spiel unter anderem in Produktionen wie „Vier Minuten“, „Das wahre Leben“, „Der Baader Meinhof Komplex“ , „Der Vorleser“ und „Weissensee“. Ihr jüngster Film „Flucht aus Tibet – Wie zwischen Himmel und Erde“ (Regie: Maria Blumencron) ist seit Dezember 2012 als DVD erhältlich.

Fotocredit: Prokino