Wegweisend im Leben – die vier Purusharthas

Lehre der Purushitas als Wegweiser

Zwischen Pflicht und Lust, Erfolg und persönlicher Entwicklung kommt es nicht selten zu Konflikten. Die altindische Lehre der Purusharthas hilft, die vier wichtigsten Aspekte für ein erfülltes Leben besser ins Gleichgewicht zu bringen. Ein yogischer Ratgeber für Selbsterkenntnis und eine clevere Lebensführung.

Führe ich ein erfülltes, ausgeglichenes Leben? Eine wichtige Frage, die sich nicht einfach mit „ja“ oder „nein“ beantworten lässt. In diesen hektischen, mit Aktivitäten und Verpflichtungen vollgepackten Zeiten verliert man schnell den Blick fürs Wesentliche. Aber lässt man Traumfigur, Kontostand oder den Kampf mit lieben Gewohnheiten mal beiseite, dann kann Raum für einen Ansatz entstehen, der dem Leben eine neue, positive Ausrichtung gibt.

Die Yogaphilosophie hat dafür ein Modell für eine grundlegende Selbstreflexion, die Purusharthas. Unter diesem Begriff sind vier als Lebensziele verstandene Punkte zusammengefasst. Dharma (Pflicht, Ethik), Artha (Wohlstand, Fülle), Kama (Freude, Sinnesbefriedigung) und Moksha (Streben nach Befreiung). Die ausgewogene Kombination dieser vier Punkte ist so etwas wie die Blaupause für menschliche Erfüllung. Daran zu arbeiten, hilft das Leben auf tiefe und ganzheitliche Weise ins Gleichgewicht zu bringen. Beispielsweise Rod Stryker, der 2011 mit „The Four Desires“ ein Buch zum Thema veröffentlicht hat, meint: „Die Purusharthas sind eine Art yogischer Ratgeber für eine clevere Lebensführung.“

Was genau sind die Purusharthas?

Die Purusharthas werden ausführlich im Epos Mahabharata behandelt, das auch die Bhagavad Gita enthält. Ursprünglich gehen sie jedoch auf den Rigveda zurück, die älteste und wichtigste Schrift des Hinduismus. „Im Rigveda werden die Purusharthas als dem Universum innewohnende Werte betrachtet“, erklärt Douglas Brooks, Tantralehrer und Professor für Religionswissenschaften. „Der Kosmos gilt als lebendiges Wesen. Die Aspekte Ethik, Wohlstand, Vergnügen und Freiheit sind Teil dieses Kosmos. Also keine psychologischen Konzepte, die nur den Menschen betreffen. Setzt man sich als Mensch mit diesen Aspekten auseinander, dann kann man dazu beitragen, Mikro- und Makrokosmos besser in Einklang zu bringen.“

Um die Purusharthas zu begreifen, rät Stryker, den Sanskrit-Begriff in seine Bestandteile zu zerlegen. Purusha bedeutet so viel wie Seele: das wahre unsterbliche Selbst, das Teil des Universums ist. Artha kann außerdem mit Fähigkeit, Ziel oder Erfüllung übersetzt werden. Zusammengenommen bedeutet Purushartha also in etwa Ziel der Seele. Der Begriff lädt deswegen ein, das Leben in einem größeren Zusammenhang zu betrachten. Inwiefern dient mein alltägliches Tun meinen innersten Zielen? Und wie fördert es auch das kosmische Gleichgewicht?

„Die Purusharthas verhelfen auf intelligente Weise zu einem ausgeglichenen Leben“, sagt unsere Expertin für Yogaphilosophie, Sally Kempton. „Doch das erfordert Reflexion. Man muss sich stetig selbst fragen: Welche Aspekte erhalten zu viel Gewicht? Kurz gesagt: Die Purusharthas können helfen, das Leben auf Stimmigkeit zu prüfen, kluge Entscheidungen zu treffen und praktische Probleme zu lösen. Sally Kempton weiß: „Am Lebensende wird man sich fragen: Habe ich richtig gelebt? Meiner Meinung nach hängt das davon ab, wie gut ausgeglichen die Purusharthas waren.“

Dharma – die Pflicht

Des Weiteren ist Dharma ein komplexer Begriff. Denn er kann mit Pflicht, Ethik, Rechtschaffenheit, Arbeit, Gesetz, Wahrheit oder Verantwortung übersetzt werden, genauso aber auch die buddhistische oder hinduistische Lehre bezeichnen, die sich mit diesen Punkten befasst. Dharma ist deshalb gleichbedeutend mit der eigenen Aufgabe im Leben, mit dem, was uns antreibt, jeden Tag erneut aufzustehen und das zu tun, was getan werden muss. „Um Dharma zu begreifen, hilft ein Blick auf den Wortstamm. Er bedeutet im Wesentlichen stärken, begründen oder Struktur schaffen“, erläutert Douglas Brooks. „Es geht also um das, was dem Leben Struktur gibt: sich seinen Aufgaben zu stellen und im Rahmen dieser Struktur so zu handeln, dass man sich selbst und der Gesellschaft dient.“

Der Hintergrund: Die Yogaphilosophie geht von einer kosmischen Ordnung aus, Sanatana-Dharma. Sie bildet die Grundlage jeglicher Lebensstruktur. Neben dieser kosmischen Ordnung unterliegt jeder Mensch aber auch seinem individuellen Dharma, dem so genannten Svadharma. Dieses ist wiederum das Resultat von Geburtsumständen, Karma, Talenten und Entscheidungen, die ein Mensch im Lauf seines Lebens trifft. „Dharma bezieht sich auf die Taten in diesem Leben. Das kann viele Formen annehmen“, erklärt Gary Kraftsow, der Autor des Viniyoga-Buches „Kraftquelle Yoga“. „Als Vater ist mein Dharma, mein Kind großzuziehen. Weil ich Yogalehrer bin, beinhaltet mein Dharma, zum Unterricht zu erscheinen und die Lehre weiterzugeben. Als Staatsbürger bedeutet mein Dharma auch, dass ich Steuern zahlen muss. Was auch immer ansteht. Mein Dharma verlangt deshalb, dass ich mein Bestes gebe, um dem Leben und mir selbst im Hier und Jetzt zu dienen.“

Für manche zeigt sich Dharma als eindeutige Berufung: Landwirt, Lehrerin, Mutter, Dichter oder Präsidentin. Für andere spielt so etwas keine so große Rolle. Dharma bedeutet dann, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, familiären Pflichten nachzukommen, Teil der Gesellschaft zu sein. All das lässt sich allerdings auch mithilfe eines mäßig interessanten Jobs bewerkstelligen. „Ein verhasster Job, der das Leben zur Hölle macht, ist vielleicht nicht dharmisch“, räumt Kraftsow ein. „Aber manchmal bedeutet die Erfüllung des Dharma auch, das anzunehmen, was gerade ist.“

Für Menschen in der westlichen Welt, wo idea­lerweise Familie, Geschlecht und Hautfarbe keine Rolle spielen, ist der Begriff Dharma manchmal schwer fassbar. John Friend, der Begründer des Anusara Yoga, meint dazu: „Ich verstehe es so: Welche der möglichen Optionen dient einem selbst und der Welt am besten?“ Das bedeutet auch, den eigenen Werten treu zu bleiben und sich selbst, seine Familie, sein Umfeld und die Welt entsprechend respektvoll zu behandeln. „Dharma bezeichnet die ethischen Grundsätze, an denen man sein Leben ausrichtet“, erläutert Sally Kempton, „die persönliche Quintessenz. Ich übersetze es gern als ‚Weg des Guten’.“ Dieses Dharma sollte jede Handlung und Entscheidung im Leben bestimmen, meint Kempton.

Artha – der Wohlstand

In gewisser Weise sollten alle anderen Purusharthas aus dem Blickwinkel von Dharma betrachtet werden. Das gilt ganz besonders für Artha, das mit Wohlstand, Reichtum, Fülle oder Erfolg übersetzt werden kann. Artha ist zunächst der materielle Wohlstand, der das Leben erleichtert. Es sind aber auch all jene Dinge gemeint, die man zum Leben und zur Erfüllung seiner Aufgaben einfach benötigt. Auch Yoga und Reichtum passen zusammen. Viele Lehrende nennen Artha als erstes der Purusharthas, weil ohne Nahrung, Obdach oder Schutz vor Gefahren alle anderen Purusharthas unwichtig werden. Artha deckt die grundlegenden materiellen Bedürfnisse ab und ermöglicht so erst das Verfolgen anderer Ziele. Ob Wohnung, Auto oder Küchenutensilien. Artha bezieht sich zunächst auf Dinge. Für eine*n Schriftsteller*in sind das vielleicht Stift und Papier, für eine*n Yogi*ni ein Raum für eine ungestörte Praxis. Es kann aber auch für Wissen oder Bildung stehen. Eine Voraussetzung, die zum Beispiel ein Arzt oder eine Ärztin zur Erfüllung des Dharma braucht.

Genau wie Dharma ist Artha ein wandelbarer Begriff. „Als ich begann, die Purusharthas zu lehren, stand Artha für Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf“, scherzt der Yogalehrer Gary Kraftsow. „Inzwischen gehören auch Handy und Internetzugang dazu.“ Was man braucht, hängt immer davon ab, welche Rolle man innehat. Dabei sind materieller Besitz und sogar Reichtum an sich nichts Schlechtes. Wichtig ist nur, Artha nicht überzubewerten. Das fällt besonders in unserem Kulturkreis schwer, in dem Erfolg und Wohlstand einen Selbstwert darstellen. Brooks zufolge kann ein Perspektivwechsel helfen, besser mit Artha umzugehen: „Artha fordert den Menschen auf, sich geschickt in einer Welt voller Objekte zu bewegen, die zu seinem Nutzen existieren. Es geht nicht darum, sich der Welt zu verschließen, sondern zufrieden mit dem zu sein, was man besitzt, leiht oder verwaltet. Und es geht um Selbstreflexion: Was ist in meinen Augen wirklich wertvoll?“

Sally Kempton ist der Meinung: „Artha steht für die Fähigkeiten, die man entwickelt, um ein erfolgreiches weltliches Leben zu führen. Nach meiner Erfahrung sind Menschen, die mit Artha auf die eine oder andere Art nicht umgehen können, unzufrieden. Genug Geld zum Leben und für den Familienunterhalt zu haben, ist Teil der grundlegenden menschlichen Würde.“

Kama – das Vergnügen

Kama oder der Wunsch nach Vergnügen treibt laut Rod Stryker die Menschheit an. „Hinter allem menschlichen Handeln steckt der Wunsch nach Vergnügen“, sagt er. „Kama kann sinnliche Befriedigung meinen. Es umfasst aber auch Kunst, Schönheit, Intimität, Freundschaft und Güte: Was immer das Leben schöner macht. Auch Verzicht kann Freude bedeuten.“

Dass Kama bei vielen ein schlechtes Image hat, hängt sicher damit zusammen, dass es dazu verleiten kann, über die Stränge zu schlagen. Exzessives Kama kann zu Maßlosigkeit, Abhängigkeit, Faulheit, Neid und anderen „Todsünden“ führen. Wenn es jedoch zur Erfüllung des Dharma dient, hat es durchaus seine guten Seiten. „Im Kontext des Dharma gesehen repräsentiert Kama die Fülle des Lebens“, erklärt Stryker. „Alles Handeln ist durch Wunschbefriedigung motiviert. Das Leben dient einem höheren Zweck, aber auf dem Weg dorthin erfreut man sich an Familie, Freunden, Kunst, Liebe und Harmonie.“

Wenn man sich die eigenen Wünsche bewusst macht, kann man sich besser auf diejenigen konzentrieren, die wirklich wesentlich sind. „Das bewusste Streben nach Kama ist eine tiefe yogische Praxis“, meint Sally Kempton. „Kama auf yogische Weise zu praktizieren, bedeutet, im Hier und Jetzt zu leben. Ob ein Stück Pizza oder eine herzöffnende Meditation. Freude kann viele Formen annehmen. Als Yogi*ni lernt man zu unterscheiden, welche Freuden göttlich sind und der Seele gut tun und welche ein leeres Gefühl hinterlassen und über die eigentlichen Themen hinwegtäuschen.“ Laut Brooks kann achtsam gewähltes Vergnügen helfen, das Dharma mit Leidenschaft zu erfüllen. „Leidenschaft ist nicht das Problem, sie ist die Lösung.“

Moksha – die Freiheit

Moksha oder Befreiung gilt als das höchste aller Purusharthas. „Im Grunde genommen geht es immer um Freiheit“, erläutert John Friend: „Man will frei sein von bestimmten Dingen und frei, um etwas Bestimmtes zu tun. Frei von Leid und von allen Blockaden, die einen daran hindern, die eigene Stärke und Lebendigkeit zu spüren.“ Im allerweitesten, höchsten Sinn ist Moksha gleichbedeutend mit Nirvana, der endgültigen Befreiung aus dem ewigen, Leid stiftenden Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt. „Moksha steht für den Ausstieg aus diesem leidvollen Kreislauf“, so Kempton. „Auch wenn man ein dharmisches Leben führt, gut für sich und seine Familie sorgt, sein Berufs- und Familienleben genießt, wird all das letztlich unbefriedigend bleiben ohne die Praktiken, die zu Moksha führen.“

Dennoch darf man Moksha nicht als einen abgehobenen Zustand verstehen, den es ultimativ und unter Ausschluss der menschlichen Erfahrung zu erreichen gilt. „Hier stellt sich die Frage: Ist Moksha Ziel oder Wesen des Menschen?“, sagt Brooks. „Das heißt, muss man erst frei werden oder wird man frei geboren? Die einen sehen Moksha als etwas Jenseitiges, das Gegenteil von Dharma. Andere argumentieren, dass jeder Mensch vom Wesen her frei ist, hier und jetzt.“ Anders gesagt: Die bloße Rückbesinnung auf die uns innewohnende Freiheit verleiht Dharma und allem, was man im Leben tut, Sinn. Es geht um die innere Freiheit. Yoga ist ein ganz praktischer Weg, Moksha zu üben. „Man ist so frei, wie man sich fühlt“, so Brooks. „Wie wäre es mit einem kleinen Perspektivwechsel: Man ist so unendlich frei, dass man Bindung braucht. Woran bindet man sich?“ Und hier kommt wieder Dharma ins Spiel.

Zu viel Hamsterrad? Zu viel Freizeit? Auf die Ausgewogenheit kommt es an

Um das Purusharthas-Modell auf das eigene Leben anzuwenden, ist es nicht nur wesentlich, immer wieder die einzelnen Aspekte und ihre Bedeutung zu betrachten, sondern vor allem auch ihr Gleichgewicht. Arbeitest du so viel, um deinen Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, dass dein Leben zum Hamsterrad wird? (Zu viel Dharma, zu wenig Kama.) Sind Privatvergnügen für dich so wichtig, dass Familie und Freunde zu kurz kommen? (Zu viel Kama, zu wenig Dharma.) Ist der Gelderwerb so vordergründig, dass keine Zeit zum Meditieren bleibt? (Zu viel Artha, zu wenig Moksha.) Verbringst so viel Zeit mit Yoga, dass du die Miete nicht zahlen kannst? (Zu viel Moksha, zu wenig Artha.)

Die Gewichtung der einzelnen Purusharthas wird immer verschieden sein. Der Schwerpunkt einer jungen Mutter liegt in erster Linie auf dem Dharma der Kindererziehung und dem dafür benötigten Artha. Ein älterer Mann am Ende seines Lebens ist dagegen bereit, Dharma und Artha weitgehend hinter sich zu lassen und wird sich Moksha zuwenden. Ein*e Unternehmer*in in Vertragsverhandlungen wird sich auf Artha und Dharma konzentrieren. Ein*e Student*in in den Semesterferien hingegen gibt sich in den Semesterferien eher Kama hin. Das hat alles seine Richtigkeit. Das Gleichgewicht der Kräfte ist nicht wörtlich zu nehmen. Es geht um den Versuch, ein bewusstes Leben zu führen, das alle Anteile integriert und dem eigenen Wesen entspricht.

Diese Aufgabe beginnt, wie so oft, auf der Matte. „Yoga ist die Kunst, Mensch zu sein“, schließt Brooks. „Die Purusharthas fordern auf, über seine Aufgabe in dieser Welt, seine Werte, Beziehungen und Leidenschaften zu meditieren. Es gilt nicht, diese Aspekte zu heilen, auszulöschen oder zu transzendieren. Sie sind einfach Teil des Lebens. Deshalb bedeutet sie zu integrieren, das Leben zu lieben.“

Mache hier den Purushartha-Check und finde raus, wo du persönlich noch Wachstumspotential hast.

Hilari Dowdle - Lehre der Purushitas

Hillari Dowdle, ehemalige Redakteurin für das amerikanische YOGA JOURNAL, lebt und schreibt in Knoxville, Tennessee.


Foto: Jordan Ladikos/ www.unsplash.com

Eine Yoga-Ausbildung, so einzigartig wie du! Ganesha Yoga-Aufbau-Ausbildung 300h mit Jeanette Luft

Jeanette Luft

Hast du dich schonmal gefragt, was deine ganz persönliche Gabe ist? Warum du hier bist? Was genau du der Welt zu schenken hast? Jeder Mensch hat etwas ganz Besonderes und Einzigartiges. Woran soll man sich später mal beim Gedanken an dich erinnern? Begib dich mit Jeanette Luft auf eine einzigartige Reise und komme den Antworten näher. In ihrer Hatha-Yoga Aufbau-Ausbildung, die sich an Yogalehrende aller Stile richtet, begleitet sie dich mit ihrem Team auf diesem spannenden Weg. // anzeige

Lerne über zwei Jahre hinweg dein volles Potential kennen und zu entfalten – persönlich und als Yogalehrer*in. Denn du bist definitiv nicht auf dieser Erde, um einfach nur irgendwie zu überleben. Du bist hier, um die Welt ein Stück besser zu machen. Wenn nur eine Person aus deinem Kurs hinaus geht und sich danach besser fühlt als davor… tadaaaa. Geschafft! Eine gute Yogastunde inspiriert. Sie zeigt einen Teil der Seele der Yogalehrerin, schafft Nähe und Akzeptanz. Das will natürlich erst einmal gelernt und in einem sicheren Rahmen ausprobiert werden. „In der Ganesha Yoga Lounge hast du einen Raum zum entdecken, ausprobieren und lachen, in dem wir einander sehen und wertschätzen,“ erklärt Jeanette Luft.

Stärke deine Kompetenzen und dein Profil als Yogalehrer*in

In der Ausbildung hast du den nötigen Raum, um dich persönlich und als Lehrer*in weiterzuentwickeln, dir deiner Talente bewusst zu werden und im Unterricht einzusetzen. Jeanette Luft erklärt, dass sie oft tief bewegt ist, wenn schlummernde Begabungen an die Oberfläche kommen. „Wenn Auszubildende ihre berührende Stimme finden oder entdecken, wie sie mit ihren Händen Menschen tief berühren. Was für ein großes Geschenk, den Yogalehrer*innen zu helfen den eigenen Ausdruck und Weg zu finden.“ Deshalb macht ihr ihre Arbeit heute so unglaublich viel Spaß, umgeben von faszinierenden Menschen, mit denen man die Liebe zum Yoga teilt.

Stelle deine Ausbildung individuell zusammen

In den Ganesha-Ausbildungen wird fundiertes Wissen leicht und eingängig vermittelt. Es muss ja nicht immer kompliziert sein. Was bringen uns die hochtrabendsten Begriffe, wenn man die Essenz nicht versteht? Du hast die Möglichkeit, deine 300h+ Ausbildung individuell zusammenzustellen. Es gibt viele interessante Wahlmodule für deine ganz persönliche Ausbildung.

Prenatales und Postnatales Yoga (13.-15. Okt & 10.-12. Nov 2023):
Mache Mamas vor und nach der Geburt das Geschenk, sie mit Yoga zu unterstützen. Erlebe die Magie, neues Leben zu begleiten.

Yin Yoga (19.-21. Okt 2023):
Lerne mehr über den regenerierenden Yin-Yogastil und seine heilsame Wirkung. Gehe mit den Teilnehmer*innen ein Stück auf dem Weg der Stille.

Business & Marketing für Yogalehrende (16.-18. Nov 2023):
Hebe dein Herzensbusiness auf das nächste Level. Verabschiede dich von leeren Kursen und Workshops.

Atemtherapie (29. Feb-2. März 2024):
Traue dich, die innige Kraft des Atems in deinen Unterricht zu integrieren. Tauche in die uralten Pranayama-Techniken ein und erlerne gleichzeitig die neusten Ansätze der modernen Atemtherapie.

Rückenlehrer*in (5.-7. April 2024):
Bringe Menschen mit einem glücklichen Rücken zum Strahlen und werde kompetente
Ansprechpartner*in in allen Fragen rund um das Thema Rückengesundheit.

Personal Training & Coaching (3.-5. Mai 2024):
Erlerne maßgeschneidertes Yoga anzubieten und auf die individuellen Bedürfnisse deiner
Teilnehmenden einzugehen. Yoga, so einzigartig wie du!

Meditationslehrer*in (5.-7. Juli 2024):
Bye bye, Monkey Mind. Lerne das Geschenk der Meditation anzunehmen und an deine Schüler*innen weiterzugeben.

Entspannungs- & Achtsamkeitslehrer*in (20.-22. Sep 2024):
Tiefe Ruhe, Gelassenheit und voll aufgetankte Batterien. Gehe den Weg der Entspannung und einem achtsamen Leben mit deinen Schüler*innen.

Asana Expert*in (17.-19. Jan 2025):
Lerne die physiologischen und biomechanischen Prinzipien des Körpers kennen und verstehe ab sofort, was du in deinem Unterricht tust.

Erweiterte Unterrichtskompetenz (14.-16. März 2025):
Verfeinere dein Unterrichten mit Stimm- und Sprachtraining, Präsenz und Sequencing: Wachse mit Mentorship über dich hinaus.

Yoga Philosophie (4.-6. April 2025):
Mache einen Deep Dive in die jahrtausendealten Lehren des Yoga und ihre moderne Interpretation.

Mehr Info findest du hier: ganesha-yogalounge.de/ausbildungen-und-weiterbildungen

Übrigens: Die Module à 35 Stunden sind auch einzeln buchbar. Alle Weiterbildungsmodule kannst du entweder im Heidelberger Yogastudio Ganesha Yoga Lounge oder online besuchen. Du kannst jederzeit mit der 300h Aufbau-Ausbildung beginnen. Die Wahlmodule wiederholen sich in regelmäßigen Abständen. Sichere dir bis drei Monate vor Beginn deines ersten Ausbildungsmoduls den Frühbucher-Rabatt. Für Leser*innen des YOGAWORLD JOURNAL gibt es außerdem satte 10 Prozent auf die Ausbildung!

Voraussetzungen für die 300h Ausbildung

Bitte bewirb dich für die Ausbildung mit deinem Zertifikat einer abgeschlossenen Yoga-Grundausbildung mit mindestens 200h. Darüber hinaus ist es wichtig, dass du eine eigene Übungspraxis hast und idealerweise schon erste Unterrichtserfahrung sammeln konntest.

Mehr Info zur 300h Ausbildung findest du hier: ganesha-yogalounge.de/ausbildung-300h


Über Jeanette Luft

Jeanette ist Soul Yogini, Inhaberin der Ganesha Yoga Lounge, Autorin und Mama von zwei kleinen Wirbelwinden: „Ich merke immer mehr, wie wichtig es ist, nicht nur das Laute um mich herum wahrzunehmen, sondern auch die leisen und feinen Töne. Wie möchte ich mich dem Leben zeigen, wenn ich morgens aufstehe? Was ist mir wichtig? Am Ende kann ich mir nicht aussuchen welche Herausforderungen mir das Leben entgegenwirft, aber ich kann frei wählen, wie ich diesen Herausforderungen begegne. Und Yoga hat mir auf meinem Weg so sehr geholfen. Seit der allerersten Yogastunde, in der ich kaum mein Herz spüren konnte bis heute. Yoga hat mich begleitet durch Jobwechsel, Verluste geliebter Menschen, Existenzängste, dem Ankommen im Mama-Sein und vielem mehr. Es hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Das möchte ich weitergeben und das möchte ich auch für meine Auszubildenden.“

Mehr über Jeanette Luft und die Ganesha-Ausbildungen auf ganesha-yogalounge.de

Playlist des Monats: „BECOMINGME “ – von Robert Ehrenbrand

Robert Ehrenbrand

Unsere Playlist des Monats kommt im September von Robert Ehrenbrand. Ganz unter dem Motto „Energie pur!“ hat Robert dir einen bunten Musikmix zusammengestellt, der sich an sein Konzept „BECOMINGME YOGA“ anlehnt.

Yoga-Playlist „BECOMINGME“ von Robert Ehrenbrand

Ein paar persönliche Worte von Robert

Falls ihr BECOMINGME YOGA bisher noch nicht kennt: es geht in meiner Arbeit um Energie. Die Süddeutsche Zeitung hat es gut auf den Punkt gebracht: „Meuterei auf der Matte“. BECOMINGME YOGA stellt eine wilde, freie, effektive und zielführende Verbindung zum Aufbau von innerer Stärke, Dynamik und neuer Energie dar. Das Konzept geht also weit über reine Körperarbeit hinaus. Das erklärte Ziel ist es, eine umfassende Praxis zu etablieren, die dem „inneren Lehrer“ folgt, also einen kraftgebenden Rahmen ermöglicht, in dem sich die jeweilige Persönlichkeit frei entfalten und wachsen kann. BECOMINGME YOGA ermöglicht euch ein zielgerichtetes Erwecken eurer physischen und mentalen Stärke unabhängig von externen Faktoren und Einflüssen.

Über Robert Ehrenbrand

Vater. Ehemann. Yogi. Autor. Wirtschaftspsychologe. Coach. Musiker (Bassist der US-amerikanischen Band BOYSETSFIRE und Gitarrist des Mantra-Projekts THE SAT NAM SESSIONS). All das und noch vieles mehr ist Robert Ehrenbrand. Vor allem aber wird Robert von der tiefen Leidenschaft angetrieben, anderen zu helfen, ihre innewohnenden Potentiale wiederzuerwecken. Menschen dabei zu unterstützen physisch & vor allem auch mental stärker zu werden ist Roberts erklärtes Ziel. Er betreibt seit seinem 7. Lebensjahr Kampfsport und seit seiner frühen Jugend intensiv Yoga & Meditation. Aufbauend darauf verbinden sich in seinem BECOMINGME YOGA-System Technologien aus dem Yoga mit intensiven Meditationstechniken, aktivierenden Atemtechniken und dynamischen Übungen. Der Aufbau von innerer Kraft & Dynamik stehen hierbei im Mittelpunkt. Im März 2021 erschien Roberts erstes Buch „Die Kraft des Suchens – Dein Weg zu physischer und mentaler Stärke“ beim renommierten AURUM/Kamphausen Verlag.

Mehr zu Robert und seiner Arbeit unter www.robertehrenbrand.de, auf Instagram @robertehrenbrand oder YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCUPZRqSEOd5yI1lFqzVrXQQ


Eine Einladung yogische Sounds, innere Transformation, Freundschaft und Liebe zu zelebrierenhöre dir gerne auch diese schöne Playlist von The Sat Nam Sessions an:

Yogasequenz zum Podcast #120 Body Face Yoga – mit Amiena Zylla

Wenn es im Yoga um Verbindung und Ganzheitlichkeit geht, warum lassen wir dann beim Üben das Gesicht außer Acht? Und umgekehrt: Warum bleibt Face Yoga so häufig bei straffender Gesichtsgymnastik stehen? Es geht auch anders: Unsere Faszienyoga-Expertin Amiena Zylla verbindet Face-Übungen mit Asanas zu einer ganzheitlichen Praxis.

Fotos: Johannes Rodach

Vielleicht erinnerst du dich an Amienas Praxisstrecke zu Body Face Yoga im YOGAWORLD JOURNAL 02/2024. Daran angelehnt hat Amiena nun für unsere Praxisreihe im „YogaWorld Podcast“ eine Body Face Yogasequenz eingesprochen.

Dieser Artikel ersetzt natürlich nicht das Hören des Podcasts. Aber um die einzelnen Übungen vielleicht ein bisschen besser nachvollziehen zu können, findest du hier die Sequenz in Bildern. Viel Freude beim Mitpraktizieren!

So übst du Body Face Yoga

Nimm immer zuerst bewusst deine Körperposition ein und dann die Face-Yoga-Übung dazu. Alle Übungen werden zwischen 30 Sekunden und einer Minute ruhig atmend gehalten. Ausnahmen sind die Augen- und Stirnübungen, die du dynamisch ausführst.

Übung 1: Hals

Übung 2: Kinn

Übung 3: Lippen und Wangen

Übung 4: Augen

Übung 5: Wangen

Übung 6: Stirn


Amiena Zylla ist Yogalehrerin und Buchautorin und gilt als eine der wichtigsten Pionierinnen und Expertinnen für Faszienyoga – aber als passionierte Yogaforscherin bleibt sie dabei nicht stehen: Mit Body Face Yoga hat sie erneut Neuland erobert. Mehr über Amiena auf amienazylla.com oder auf Insta @amienazylla

Auf unserer Seite findest du auch die komplette Asana-Kolumne „Fitte Faszien“ von Amiena:

#67 Die YogaWorld Redaktionssitzung: Fülle vs. Askese – mit Susanne, Carmen und Daniela

Wenn Verzicht in Zeiten des Überflusses den Blick auf das Wesentliche schult

In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ laden wir dich zur Redaktionssitzung ein. Wie der Name schon sagt, sitzen hier Mitglieder der YogaWorld-Redaktion zusammen und reden über Yogathemen. Du kannst Mäuschen spielen, uns dabei ein bisschen besser kennenlernen und mit uns reflektieren.

Heute diskutieren wir zum Thema „Fülle versus Askese“ – angelehnt an den Titel der aktuellen Ausgabe vom YogaWorld Journal, vormals Yoga Journal. Neben Gastgeberin Susanne Mors sind mit an Bord: Daniela Klemmer aus der Online Redaktion, die ihr ja auch schon von den Praxisreihen hier im Podcast kennt, und Print-Autorin Carmen Schnitzer.

Unter anderem sprechen wir über die Fragen: Was ist für dich Fülle? Was ist für dich Askese? Ist Askese etwas Zeitgemäßes oder nur etwas für die alten Yogis in der Höhle im Himalaya? Wie gehe ich mit den Vorstellungen anderer Menschen zum Thema Fülle um, die mir nicht entsprechen? Wieso herrscht in unserer heutigen Gesellschaft so ein starkes Mangeldenken vor? Kann Askese dabei helfen Fülle zu empfinden?

Die Idee für die Redaktionssitzung kam uns tatsächlich in einem Meeting, als Kolleg*innen von Printmagazin, Messe, Website, Social Media und Podcast beisammen saßen. Da wurde uns wieder einmal klar, wie wichtig so ein Austausch untereinander ist – und vor allem wie inspirierend und auch lustig. An diesem Miteinander wollen wir euch teilhaben lassen. Wir hatten großen Spaß beim Aufzeichnen der Folge und möchten wissen, ob du mehr davon hören willst. Schreibe uns dein Feedback gerne an podcast@yogaworld.de, via Instagram oder kommentiere gleich hier.

Video: Tipps für Armbalancen mit Steffi Rohr

Auf der Suche nach einer yogischen Herausforderung? Dann probiere doch mal Armbalancen aus. Sie erfordern viel Übung, Kraft und jede Menge Geduld. Aber sie machen auch Spaß, schenken dir Mut – und die Arbeit an ihnen kräftigt wichtige Muskeln, die die Wirbelsäule stabilisieren. Steffi Rohr zeigt dir hier in zwei Videos die Technik der fliegenden Taube und des kleinen Grashüpfers.

Videos: Stefanie Rohr / Titelbild: Elli Becker

Höre bei allen Übungen genau auf deinen Körper. Gehe nur soweit, wie du dich wohlfühlst, bleib geduldig und übe frei nach dem Motto: „Der Weg ist das Ziel!“. Wichtig: Bevor du dich an die Armbalancen wagst, solltest du die vorbereitenden Übungen problemlos umsetzen können. Vergiss nicht, deinen Körper und vor allem deine Handgelenke immer gründlich aufzuwärmen.

 Technik der fliegenden Taube

Gut zu wissen: Armbalancen kräftigen nicht nur Schultern, Arme und Handgelenke, mit diesen Übungen trainierst du die gesamte Rumpfmuskulatur – und die ist ausschlaggebend für die Gesundheit der Wirbelsäule. Zudem verbessert sich dein Gleichgewicht.

Technik des kleinen Grashüpfers


Kraft und Balance sind die wichtigsten Themen in Stefanie Rohrs Arbeit als Yogalehrerin. Ihre Expertise hat sie bereits gemeinsam mit Max Kert in ihrem Yoga-Bestseller „Power meets Balance“ unter Beweis gestellt. Im neuen YOGAWORLD JOURNAL führt dich Steffi durch verschiedene Armbalancen – mit Warm-up, Step-by-step-Anleitung, Wirkungen der einzelnen Asanas und zahlreichen Tipps. Bestelle dir die aktuelle Ausgabe ab 31.8. im Online Shop!

Das neue Heft ist da! Titelthema „Fülle erleben“

Das neue YOGAWORLD JOURNAL ist ab sofort im Handel und als Online-Ausgabe erhältlich – ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne VersandkostenDiese Themen erwarten euch im neuen Heft…

Titelthema „Fülle erleben“

Wie kommt es, dass seit einiger Zeit so viel von „Fülle“ die Rede ist? In Ratgebern, Seminaren und Workshops werden wir ermuntert, „mehr Fülle in unser Leben einzuladen“. Dabei predigt zum Beispiel das Yogasutra doch ausdrücklich Santosha, Genügsamkeit. Es gibt sogar radikal asketische Traditionen im Yoga. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt, wie du in dieser Ausgabe erfahren wirst.

Fülle viele bunte Blumen
 © Susn Matthiessen via Unsplash

„Durch Reichtum ist der Mensch nicht froh zu machen“, heißt es in der Katha Upanishad. Aber worin besteht überhaupt Reichtum? Was brauchen wir wirklich, um die Fülle des Lebens auszukosten und uns er-füllt zu fühlen? In der Titelgeschichte geht Redakteurin Carmen Schnitzer diesen Fragen auf den Grund. Plus: Fünf Übungen für mehr Erfüllung.

Außerdem im Heft:

Steffi Rohr Armbalance
 © Elli Becker
  • Himmelwärts: Wir zeigen innovative Armbalancen
  • Core Power: mit dieser Sequenz kräftigst du deinen Oberkörper (und bereitest Armbalancen vor)
  • Achtsame Hedonisten? Eine Umweltpsychologin schaut uns yogisch ins Gewissen – und zeigt wie wir ins Handeln kommen
Umweltpsychologie Frau in der Natur
 © Liderina / Getty Images via Canva
  • Mitten ins Leben: Cover-Model Dr. Ronald Steiner erklärt, warum Produktivität und Spiritualität kein Widerspruch sind – und wie mehr Yoga Bliss in den Alltag kommt
  • Gesundheit: Zu hoher oder zu niedriger Blutdruck? Was aus yogischer Perspektive dahinter steckt – und was hilft

… und vieles mehr


EINE Yogawelt

Ist dir was aufgefallen? Das Wort „Journal“ ist von unserem Titel verschwunden und stattdessen stehen da jetzt fünf neue Buchstaben: „World“. Eigentlich war diese kleine Veränderung schon lange fällig, denn anders als vor 14 Jahren, als das YOGA JOURNAL im deutschsprachigen Raum startete, machen wir ja inzwischen viel mehr als nur eine Zeitschrift. Diese Website hier heißt ja seit jeher YOGAWORLD. Genau wie unsere Mitmach-Messen und der Podcast. Und weil das immer wieder mal für Verwirrung gesorgt hat, kommen wir jetzt alle unter einem Markendach zusammen: Das Journal, die Website, die Messe und unsere Social-Media-Kanäle (yogaworld108) bilden jetzt auch dem Namen nach eine gemeinsame Yogawelt – die YOGAWORLD eben.

© Karen Massine / Getty Images via Canva

Ändert sich sonst was? Nö. Dieselben Menschen machen für euch auch weiterhin ein Heft, eine Messe und verschiedene Online-Angebote rund um unser aller Lieblingspraxis. Im Journal zeigen wir dir auch in Zukunft inspirierende Sequenzen für zu Hause, erklären Asanas und anatomische Hintergründe, berichten über Meditation, Philosophie, Spiritualität und porträtieren spannende Yogi*nis.

Was uns dabei ganz wichtig ist: Wir wollen dich nicht nur auf deinem individuellen Yogaweg begleiten und inspirieren, sondern immer wieder auch kritisch auf diese unglaublich vielfältige moderne Yogawelt blicken. Denn wir finden: Yoga ist so viel mehr als Üben, um die Haltung zu verbessern. Es bedeutet auch eine Haltung im Leben – und zu der gehört unbedingt das Nachdenken: über das Eigene und das große Ganze, Trends und Traditionen, das Ewige und das Flüchtige – eben über all das, was uns selbst und unsere (Yoga-)Welt ausmacht.

Wir wünschen dir eine erfüllende Lektüre mit deinem neuen, alten YOGAWORLD JOURNAL!

Deine Redaktion

Die YOGAWORLD JOURNAL Online Ausgabe

Das neue YOGAWORLD JOURNAL gibt es auch als Online-Ausgabe. Ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne Versandkosten, direkt in unserem Online Shop. Lade dir einfach und bequem deine Wunsch-Ausgabe herunter – egal ob alt oder neu:

Haferkorn-Sushi mit Avocado

Haferkorn Sushi von Dr. Keuthage

Alle kennen Haferflocken. Doch Haferkörner? Die sind beinahe in Vergessenheit geraten. Dass sich das ändern sollte, weiß der Diabetologe und Bestsellerautor Dr. med. Winfried Keuthage. In seinem neuen „Das große Haferkorn-Kochbuch“ stellt er 60 innovative Rezepte vor, in denen dieses leckere und gesundheitsfördernde Wunderkorn die Hauptrolle spielt. Wir stellen euch heute daraus eine vegane Sushi-Variante mit dem heimischen Superfood vor – plus Step-by-step-Anleitung für die perfekte Sushi-Rolle!

Was den Hafer so gesund macht, liegt im Wesentlichen an seinem hohen Gehalt an Beta-Glucanen, was bereits durch zahlreiche Studien belegt wurde. Vielseitig in der Küche einsetzbar, hilfreich beim Abnehmen, mit blutzuckerregulierender, cholesterinsenkender und darmstärkender Wirkung, verwandeln Haferkörner jede Mahlzeit in ein gesundes Genussgericht.

Haferkorn statt Reis beim Sushi

Beim Maki-Sushi wird die Reisrolle von Norialgenblättern umhüllt. Norialgenblätter sind fettarm und reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor, Magnesium, Kalzium, Zink, Natrium und Jod. Zudem enthalten sie viele Omega-3-Fettsäuren. Neben Reis kommen frische Zutaten wie frischer Fisch und rohes oder gekochtes Gemüse hinzu. Ergänzt wird mit scharfer Wasabipaste, fermentierten Ingwerscheiben und Sojasauce. Der eingelegte Ingwer und die scharfe Wasabipaste fördern die Verdauung und sind probiotisch, was den guten Bakterien im Darm zugutekommt.

Das alles macht Sushi zu einer nahezu perfekten Mahlzeit. Wäre da nicht der Reis. Weißer Sushireis ist üblicherweise geschält und poliert und besteht größtenteils aus leicht verwertbaren Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen. Doch den weißen Sushireis kannst du problemlos durch Haferkörner oder auch Haferreis ersetzen. So wird Sushi zu einer vollwertigen und ballaststoffreichen Mahlzeit.

Zutaten für das Haferkorn-Sushi mit Avocado

Was du in dein Sushi einrollst, bleibt grundsätzlich dir überlassen. Neben Fisch ist Gemüse, zum Beispiel Gurke oder Paprika, genauso lecker und gesund. Avocado eignet sich besonders gut.

Haferkorn-Sushi mit Avocado
© GU/JUNI Fotografen

Für 2 Portionen à 120 g

Zubereitungszeit: 25 Min.
Abkühlzeit: 1 Std.

  • 150 g vorgegarte Haferkörner
  • 1 EL Reisessig
  • 1 TL Zucker
  • Salz
  • ½ Avocado
  • 2 Noriblätter
  • Sojasauce
  • eingelegter Ingwer
  • Wasabipaste

Außerdem:
Sushimatte
Frischhaltefolie

TIPP: Wenn du keine Sushimatte hast, kannst du auch nur Frischhaltefolie verwenden. Dies erfordert allerdings ein wenig mehr Übung.

Step by step zur Haferkorn-Sushi-Rolle

1. Vorgegarte Haferkörner mit 1 EL Wasser beträufeln und erwärmen. Reisessig, Zucker und Salz mischen und unter die Haferkörner heben. Abkühlen lassen.

Haferkorn-Sushi Zubereitung Step 1
© GU/JUNI Fotografen

2. In der Zwischenzeit die Avocado schälen und in feine Streifen schneiden.

3. Frischhaltefolie auf der Sushimatte ausbreiten, darauf ein Noriblatt mit der Längsseite nach unten legen.

Haferkorn-Sushi Zubereitung Step 2
© GU/JUNI Fotografen

4. Die Hälfte der Hafermischung in der Form eines Rechteckes auf dem Noriblatt verteilen, dabei an einer Längsseite einen ca. 2 cm breiten Rand frei lassen. Im unteren Drittel der Sushimatte die Avocadostreifen auf einem ca. 2 cm breiten Streifen platzieren.

Haferkorn-Sushi Zubereitung Step 3
© GU/JUNI Fotografen

5. Die Sushimatte mit Hilfe der Folie von unten nach oben möglichst eng bzw. fest aufrollen.

Haferkorn-Sushi Zubereitung Step 4
© GU/JUNI Fotografen
Haferkorn-Sushi Zubereitung Step 5
© GU/JUNI Fotografen

6. Eine weitere Rolle auf die gleiche Weise formen und die Rollen mindestens eine Stunde im Kühlschrank lagern. Die Rollen aus dem Kühlschrank nehmen, mit der Naht nach unten auf ein Brett legen und mit einem scharfen Messer in 1,5 cm dicke Stücke schneiden. Sushi mit Sojasauce, Wasabipaste und eingelegtem Ingwer servieren.

Nährwerte pro Portion:

235 kcal | 9 g F (1,9 g GFS) | 28 g KH | 8 g Z | 6 g BST | 6 g E | 1,7 g Hafer-Beta-Glucan


Über den Autor Dr. Winfried Keuthage

Dr. med. Winfried Keuthage
Dr. med. Winfried Keuthage. Foto: © Ines Heider

Dr. med. Winfried Keuthage ist Ernährungsmediziner und Diabetologe. In seiner zertifizierten Schwerpunktpraxis für Diabetes und Ernährungsmedizin in Münster/Westfalen behandelt er täglich Menschen mit Diabetes und Übergewicht, denen er eine gesunde, vollwertige Ernährung in Kombination mit regelmäßigen Hafertagen bzw. Haferkorntagen empfiehlt.

Cover "Das große Haferkorn Kochbuch"
© GU/JUNI Fotografen

In seinem neuen Buch „Das große Haferkorn-Kochbuch“ (GU Verlag) geht Dr. med. Keuthage ausführlich auf die im Haferkorn enthaltenen Nährstoffe ein, erklärt das Prinzip der Hafer(korn)tage für Diabetiker*innen und geht auch auf weitere unterschätzte Getreidesorten wie Gerste, Dinkel und Hirse ein. Das Herzstück des Buches bilden 60 alltagstaugliche, preiswerte und innovative Rezepte für Hauptgerichte, Beilagen und Desserts, von herzhaft bis süß: Ob Haferkornbowl, Haferkornrisotto mit Gorgonzola, Birne und Walnüssen oder Rüblitorte mit Haferkorn.