Wo stehe ich eigentlich? Der Purushartha-Check

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Purusharta Check in 7 Schritten_Foto Lee Key

Die altinidische Lehre der Purushartas steht für die vier als Lebensziele verstandenen Säulen Dharma (Pflicht, Ethik), Artha (Wohlstand, Fülle), Kama (Freude, Sinnesbefriedigung) und Moksha (Streben nach Befreiung). Sind die vier Purushartas im Gleichgewicht, sind auch wir mehr im Gleichgewicht.

Wenn Sie herausfinden möchten, ob Ihre Purusharthas ausgewogen sind oder Sie tiefer in die Thematik einsteigen möchten, hilft ein wöchentliches Ritual. Nehmen Sie sich 30 Minuten Zeit, Stift und Papier für Notizen und eine Kerze.

  1. Zünden Sie die Kerze an. „Kerzen symbolisieren das Licht des inneren Beobachters“, erklärt Sally Kempton. Atmen Sie tief, schließen Sie die Augen und entspannen Sie sich einige Minuten lang.
  2. Denken Sie zunächst an die vergangene Woche zurück. Betrachten Sie all Ihre Taten in Bezug auf Ihr Dharma. Was haben Sie für Ihre Familie, Ihr Umfeld und sich selbst getan? Welche Verpflichtungen gab es? Haben Sie sie mit Leichtigkeit erfüllt? Welche ethischen Fragen sind aufgetaucht und wie sind Sie damit umgegangen? Schreiben Sie die Antworten in Ihr Heft.
  3. Wenn Sie Dharma erschöpfend behandelt haben, betrachten Sie Artha. Was haben Sie diese Woche für Ihren Lebensunterhalt getan? Was für Ihre Gesundheit? Was war nötig, um sich selbst zu versorgen? Haben Sie es bekommen? Notieren Sie die Antworten und schreiben Sie Ihre Sorgen und Ängste auf.
  4. Als nächstes denken Sie über Kama nach. Was haben Sie getan, um mehr Freude in Ihr Leben und in die Welt zu bringen? Was hat Ihnen am meisten Spaß gemacht? Was waren Ihre größten Wünsche? Konnten Sie sie umsetzen? Notieren Sie Ihre Gedanken.
  5. Anschließend schreiben Sie auf, inwiefern Sie sich für Moksha eingesetzt haben. Das kann Yoga, Meditation, Gebete, das Lesen spiritueller Literatur oder Selbstreflexion umfassen. Haben Sie Freiheit gespürt? Welche Bereiche Ihres Lebens fühlen sich eng und belastend an? Wie können Sie sich befreien? Notieren Sie die Antworten.
  6. Nachdem Sie die einzelnen Purusharthas betrachtet haben, werfen Sie einen Blick auf deren Ausgewogenheit. Erkennen Sie anhand Ihrer Notizen, wo vergangene Woche Ihr Schwerpunkt lag. Welche Bereiche Ihres Lebens wurden vernachlässigt? Konzentrieren Sie sich zu sehr auf einen bestimmten Aspekt? Oder zu wenig? Welche Folgen hat diese Priorisierung? Formulieren Sie einen einfachen Satz darüber, wie sich die Purusharthas in Ihrem Leben gezeigt haben. In etwa so: „Diese Woche habe ich engagiert meine Pflichten erfüllt, jedoch mit einem unguten Gefühl. Ich habe die meiste Freude aus meinen Freundschaften gezogen. Ich hatte keine Zeit, mich um den Aspekt Freiheit zu kümmern.“
  7. Zum Schluss wählen Sie eine Intention für die kommende Woche. Sie können eine Absicht für jedes Purushartha formulieren oder sich auf ein oder zwei Aspekte beschränken, die mehr Aufmerksamkeit benötigen. Schreiben Sie die Intention auf. Sprechen Sie sie erst laut aus, dann wiederholen Sie sie geistig. Schließen Sie das Heft, löschen Sie die Kerze und kehren Sie mit einem tieferen Verständnis für die Prioritäten Ihrer Seele zurück zum Alltag.

Foto: Lee Key/ www.unsplash.com

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