#51 Praxisreihe: Stärke deine weibliche Ur-Energie – Meditation mit Annika Isterling

Komm raus aus dem Tun, Überzeugen und Beweisen und erlaube dir Weichheit

In dieser Praxisfolge des „YogaWorld Podcast“ leitet dich Annika Isterling durch eine Meditation, die deine Weiblichkeit unterstützen soll. Annika erklärt zunächst, was es mit der weiblichen Kraft auf sich hat. Vor allem macht sie bewusst, dass es sich hier um Energien bzw. Qualitäten handelt und nicht um vermeintliche Aufgaben oder Wesenszüge, die die Gesellschaft oder Männer den Frauen zugeordnet haben. Wir tragen alle sowohl männliche als auch weibliche Energien zu verschiedenen Anteilen in uns, bzw. geben wir ihnen unterschiedlich viel Raum.

Das hängt häufig von unserem Großwerden und unserem äußeren Umfeld ab: Wenn ich im Job zum Beispiel viel organisiere, anleite und Leute führe, dann benutze ich viel von meinen männlichen Qualitäten. Dem Maskulinen wird unter anderem Führung, Entscheidung und Aktivität zugesprochen. Das Weibliche hingegen verkörpert das Weiche und Ruhige, das passive Empfangen sowie Vertrauen und Hingabe. Einfach nur zu sein, sich auszuruhen und Pause zu machen wird allerdings häufig verpönt, denn es geht in unserer Gesellschaft vor allem darum, Ziele zu erreichen, erfolgreich zu sein und in Aktion zu kommen. Wenn ich als Frau sehr viel Zeit und Kraft in diese machende, aktive, schnelle und führende Energie reinstecke, dann werde ich sehr gut darin sein, aber es fehlt mir irgendwann an meiner weiblichen Ur-Energie.

Diese Meditation ist eine kleine weibliche Auszeit für dich, um deine Energien in dir wieder auszubalancieren. Sie erlaubt dir, zurück in dein Sein zu kommen und weg aus dem Tun, dem Überzeugen und Beweisen. Sie harmonisiert dich mit dir selbst und deiner Grundenergie. Viel Freude damit!

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Alignment Check mit Timo Wahl: Kleine Kobra, große Kobra – oder beides?

Wie bei fast allen klassischen Asanas gibt es auch zur Kobra sehr verschiedene Ansichten: Soll sich die Schlange aus der Kraft der Arme aufrichten? Oder besser die Rippenbögen am Boden lassen? Unser „Alignment Check“-Kolumnist Timo Wahl meint: je nachdem!

Text & Fotos: Timo Wahl

Bei der Kobra beobachte ich eine riesige Bandbreite an Ausführungen: Manche legen die Unterarme ab und heben scheinbar nur leicht der Kopf in die kleinste der möglichen Rückbeugen. Andere wiederum wachsen schon vom Becken aus ausladend nach oben und erinnern wirklich an Schlangen, die sich aufstellen und in maximaler Größe präsentieren. Was ist richtig? Was besser? Oder gehört beides zusammen? Lasst uns einen genaueren Blick auf die Kobra werfen und ihr sozusagen unter ihre Schlangenhaut schauen:

Warum überhaupt Kobra?

Zu Beginn der Praxis sollten die verschiedenen Bereiche des Körpers mobilisiert und langsam erwärmt werden. Hier hat die Kobra einen wichtigen Platz, denn sie sorgt vor allem für mehr Beweglichkeit des Schultergürtels und der Übergänge zwischen Beinen, Becken und Wirbelsäule. So legt sie den Grundstein für eine Druckentlastung der Lendenwirbelsäule, der im späteren Verlauf der Praxis wichtig ist. Sie lockert und weitet die erforderlichen Züge aus Muskeln und Bindegewebe und sorgt dafür, dass wir mit einem guten Gefühl in intensivere Rückbeugen gehen können.

Wirkweise 1: Die Kobra als „Aktivistin“

Eine Kobra, die der Erwärmung und Stabilisierung des unteren Rückens dienen soll, kann sich darauf konzentrieren, den Oberkörper einzig aus Kraft von Rücken, Po und Beinrückseiten heraus zu heben – und zwar so hoch und kraftschöpfend wie es zum aktuellen Zeitpunkt möglich ist. Wenn die Füße dabei gegen den Boden drücken, generiert das zusätzlich Stabilität. Wir heben den Oberkörper ab, atmen in den Brustraum und lösen die Hände vielleicht sogar für ein paar Atemzüge vom Boden.

Wirkweise 2: Die Kobra als „Raumwunder“

Soll der Fokus dagegen eher auf der Entwicklung von Raum liegen und unserem Herz-Bereich maximale Weite geben, dann nutzen wir die oben beschriebene Aktivierung von Kraft nur als Basis, um anschließend mithilfe unserer Hände, Schultern und Arme zusätzlichen Raum zu schaffen. Diesen Raum stellen wir in zwei Schritten her, die später zu einem zusammenwachsen: Zuerst ziehen die Schultern nach vorn und oben. Dieser Vorgang weitet den Bereich zwischen Schultergürtel und Brust. Die Hände schieben helfend gegen den Boden, um den Schultern mehr „Höhe“ zu ermöglichen. Wichtig dabei ist, dass die Lendenwirbelsäule unverändert bleibt.

Im zweiten Schritt zieht die Kraft der Ellenbogen in Richtung des Beckens nach hinten. Das bewegt die Rippenbögen nach vorn und weitet den Bereich zwischen Brust und Becken.

Bei achtsamer Ausführung kann man spüren, wie diese Bewegung irgendwann an eine Grenze gelangt und die Schulterblätter auf den hinteren Rippenbögen aufliegen. Hier halten wir rechtzeitig inne und lösen die Ellenbogen wieder leicht von der Körpermitte weg nach außen. Sofort können sich die Rippen wieder frei mit dem Atem bewegen.

Wirkweise 3: Die Kobra der achtsamen Veränderung

Beide Effekte, die aktivierende und die mobilisierende, weitende Kraft, wirken erst in der bewussten und langsamen Wiederholung, ganz egal, ob wir die Kobra einzeln üben, oder im Rahmen von Sonnengrüßen. Gleichzeitig erinnern uns die regelmäßigen Wiederholungen daran, dass sich der Körper jeden Tag anders anfühlt und neu ausgerichtet werden will. Nur wenn eine Position immer wieder aus dem „Erfühlten“ heraus entsteht, wird unsere Asana-Praxis zum Ausdruck unserer eigenen Kräfte und Begrenzungen – und ist unabhängig von aktuellen Trends oder vorgeschriebenen Ausrichtungen. Wie immer liegt der größte Gewinn im Detail – auch unter der Schlangenhaut!


Kurse, Retreats, Ausbildungen und den Podcast von TIMO WAHL findest du unter: www.timowahl.de


Gestreckt – oder doch lieber rund? Im letzten Teil von Timos Kolumne ging es um die richtige Ausrichtung der Wirbelsäule in Vorwärtsbeugen:

#50 Abnehmen mit Ayurveda – mit Dr. Annette Müller-Leisgang

Eine Ayurveda-Ärztin enthüllt das Geheimnis einer erfolgreichen Schlankheitskur

Auch wenn in weiten Teilen der Bevölkerung das Bewusstsein für einen gesunden Lifestyle und Spiritualität steigt, so haben wir – zumindest hier im Westen – trotzdem noch viel mit Übergewicht zu kämpfen. In Deutschland sind tatsächlich über 50% der Menschen übergewichtig. Das kann äußerst schädliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Außerdem wird ein schlanker und fitter Körper von vielen Menschen als ästhetisch empfunden. Ayurveda bietet gute Möglichkeiten, überschüssige Pfunde loszuwerden und das Gewicht auch dauerhaft zu halten, erzählt Ayurveda-Ärztin Dr. Annette Müller-Leisgang im Gespräch mit Susanne.

Annette stellt Ayurveda als Fünf-Elemente-Lehre vor und erklärt die drei Doshas. Dabei beschreibt sie auch, wie sich die verschiedenen Ayurvedatypen auf die Wahl der richtigen Abnehmmethode auswirken. Außerdem verrät sie, warum im Ayurveda durchaus andere Maßstäbe für ein gesundes Gewicht gelten als mitunter in modernen Medien vermittelt wird.

Darüber hinaus gibt Annette hilfreiche Praxistipps, wie man auch schon mit dem Beachten einiger weniger Regeln beträchtliche Erfolge im Kampf um die Kilos erzielen kann und legt dar, wie das mit unserem sogenannten Verdauungsfeuer zusammenhängt. Weiterhin erläutert Annette, wie Übergewicht mit Stress zusammenhängt und wie eine Panchakarma-Kur zum Gamechanger werden kann.

Playlist des Monats: „Keep it fresh!“ –Yoga Cat Vibes von Tristan Post

Unsere Playlist des Monats kommt im Mai von Tristan Post, Yogalehrer und Gründer von Yoga Cat. Mit seinem Unternehmen ist er bestrebt, dir qualitativ hochwertige, ethische und nachhaltig hergestellte Yogaprodukte anzubieten. Wir lieben vor allem den Tiefenreiniger von Yoga Cat, den wir bereits für euch getestet haben. Seine abwechslungsreiche Playlist steht ebenso unter dem Motto „Keep it fresh!“ und lädt dich ein, deine Yogapraxis in ihrer gesamten Bandbreite zwischen Ruhe und Dynamik noch erfüllender zu gestalten.

Hallo zusammen, ich bin Tristan, Yogalehrer und Gründer von Yoga Cat. Schon immer war Musik mein treuer Begleiter – nicht nur während meiner Yogapraxis, sondern auch im alltäglichen Leben. Deshalb freue ich mich sehr, euch meine persönlich zusammengestellte 90-minütige Yogaplaylist „Keep it fresh! – Yoga Cat Vibes“ vorzustellen.

Wie das Leben selbst, ist auch meine Playlist geprägt von wechselnden Rhythmen: Mal ruhig und entspannt, mal dynamisch und energiegeladen. Ich glaube fest daran, dass wir die Höhen des Lebens erst richtig schätzen können, wenn wir die ruhigeren und tieferen Momente durchlebt haben. Deswegen findet ihr in meiner Playlist einen bunten Blumenstrauß aus verschiedensten Genres, der Spaß und Freude an der Musik vermittelt.

In meinen Yogastunden spielt Musik eine wichtige Rolle. Ich beginne gerne mit sanften Klängen, um die Teilnehmer*innen auf die bevorstehende Stunde einzustimmen. Nach und nach steigere ich die Energie mit kraftvollen und dynamischen Melodien, um schließlich die Stunde mit besinnlichen Tönen ausklingen zu lassen.

So kam es zur Yoga Cat Playlist

Auch bei Yoga Cat hat Musik von Anfang an eine bedeutende Rolle gespielt. Als wir damals mit unserem Projekt starteten, erstellten wir eine Playlist, die wir mit all jenen teilten, die an unserer Reise beteiligt waren. Nun möchte ich einen kleinen Ausschnitt dieser Playlist mit euch teilen, zugeschnitten auf 90 Minuten, der eure Yogapraxis bereichern wird.

Ich wünsche euch viel Freude beim Entdecken der vielfältigen Klänge! Lasst euch von dieser Playlist inspirieren, um eure Yogapraxis noch intensiver und erfüllender zu gestalten. Keep it fresh!


Erfahre in diesem Artikel mehr über Tristan und wie es zu Yoga Cat kam:

#49 Lachyoga: zu Unrecht belächelt – mit Gisela Dombrowsky

Deshalb solltest du im Alltag unbedingt auch mal künstlich lachen

Lachen – ein ganz wunderbares Thema, das für alle Menschen weltweit, unabhängig von Aussehen, Alter, Kultur und Herkunft gleichermaßen wichtig ist. Jeder kennt das Sprichwort „Lachen ist gesund“ und trotzdem werden sich die wenigsten über das wahre Potential des Lachens im Klaren sein. Lachen hilft beispielsweise bei chronischen Schmerzen, Diabetes, Depression und stärkt die Immunabwehr, erklärt Lachyoga-Trainerin und Entspannungspädagogin Gisela Dombrowsky im Gespräch mit Susanne.

Gisela erzählt zunächst, was Lachyoga eigentlich ist und wer es erfunden hat. Dann geht sie auf die Verbindung von Lachen und Yoga ein und erläutert, was an dieser Kombination so besonders ist. Dabei beschreibt Gisela die positiven Wirkungen von Lachyoga. So kann es im Alltag bei der Gefühlsregulation helfen, bei regelmäßiger Praxis unsere Gesundheit fördern und immens zur Heilung von Krankheiten beitragen. Außerdem lüftet Gisela das Geheimnis, wieso auch und gerade künstliches Lachen echte Heiterkeit und Lebensfreude hervorruft. Mag sein, dass diese Technik etwas befremdlich daherkommt, nach dieser Folge könntest du allerdings versucht sein, dem Ganzen eine Chance zu geben.

Yoga Journal Nr. 87 – Thema „Glückslügen“ – das neue Heft ist da!

Das neue YOGA JOURNAL ist ab sofort im Handel und als Online-Ausgabe erhältlich – ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne VersandkostenDiese Themen erwarten euch im neuen Heft…

Titelthema „Glückslügen“

Glaubt man gewissen Influencer*innen und Lifestyle-Coaches, dann lässt sich mit dem richtigen Mindset das Leben ganz easy regeln, zumal das Universum eigentlich sowieso nur Geschenke für uns bereithält. Aber ist es wirklich so einfach? Wir erklären, warum uns eine weichgespülte Lifestyle-Spiritualität nicht wirklich weiterbringt.

Jean-Marc Turmes Photography

Autorin Carmen Schnitzer

Vor einigen Jahren zierte der Spruch „Happiness is a decision“ Carmen Schnitzers Facebook-Profil – bis ihr klar wurde, wie zynisch ein solcher Satz zum Beispiel in den Ohren von depressiven Menschen klingen musste.

In der aktuellen Titelgeschichte „Glückslügen – warum uns weichgespülte Lifestyle-Spiritualität nicht weiterbringt“ steigt sie tiefer ein in die Bedeutung der unterschiedlichen Arten von Glück laut der Yogaphilosophie und unterscheidet klar zwischen dem wahren Kern bekannter Sprüche wie „Alles, was du brauchst, ist bereits in dir“ und der dahinter liegenden Problematik.

Außerdem:

  • Halt mich! So kann die Wand deine Praxis vertiefen und verfeinern. Cherryl Duncan zeigt dir neun verschiedene Varianten, wie du die Wand in deiner Asana-Praxis nutzen kannst.
  • Smart Flow: Annie Carpenter zeigt eine Sequenz für Hüften und Wirbelsäule
  • Backyard Bliss Heilendes Grün: Tipps für einen Garten, in dem du Yoga und Meditation üben kannst.  Was darf auf keinen Fall fehlen? Was wird wohin gepflanzt? Welche Rolle spielen deine Sinne und die Himmelsrichtungen? All das erfährst du im neuen Heft.
  • Heiliger Sex? Kamasutra, Tantra, Neo-Tantra, Yoga – wie gehört das alles zusammen? Und gibt es das tatsächlich: eine spirituelle Sexualität? Anna Trökes erklärt die Unterschiede und Zusammenhänge.

und vieles mehr!!


Die Yoga Journal Online Ausgabe

Das neue Yoga Journal gibt es auch als Online Ausgabe. Ganz einfach, ohne Papier, ohne langes Warten und ohne Versandkosten, direkt in unserem Online Shop. Lade dir einfach und bequem deine Wunsch-Ausgabe herunter – egal ob alt oder neu:

Outdoor Yoga: 5 Tipps für das Üben im Freien

Tipps für Outdoor Yoga

Handstand am Sandstrand, Baum vor Palmen, Sonnengruß bei Sonnenaufgang – wenn man sich die Yogafotos auf Social Media anschaut, dann sieht es ganz so aus, als würde Yoga generell im Freien stattfinden. Dabei wissen wir doch alle, dass das zwar wunderschöne Motive sind, aber nur selten die Realität: Die Praxis findet meistens drinnen statt – im Studio, im Wohnzimmer oder am Bildschirm. Doch der Sommer drängt uns ins Freie – denn die Natur gibt uns Kraft und lehrt uns Verbundenheit. Wir wollen durchatmen und mit jedem Atemzug das Leben spüren. Wir wollen uns in einem Raum bewegen, der von keinen Mauern und Dächern begrenzt ist, sondern weit und offen … Wir haben 5 Tipps für dein Yoga im Freien.

Text: Stephanie Schauenburg / Bilder: Anete Lusina via Pexels

Wie Natur auf Menschen wirkt

Dieses Draußen, in das es uns zieht, das ist die Natur. „Wir fühlen uns am lebendigsten, wenn wir alle unsere Sinne nutzen und mit unserer Umwelt in Verbindung treten„, schrieb der Zeit-Autor Fritz Habekuß vor einiger Zeit in seinem Artikel „Der Mensch will raus“. Dass diese Lebendigkeit im Kontakt zur Natur nicht bloß angenehm, sondern auch unglaublich heilsam ist, belegt er mit einer Viel zahl wissenschaftlicher Untersuchungen. Demnach haben Menschen, die naturnah aufwachsen, ein geringeres Risiko, psychisch krank zu werden als Stadtkinder. Zeit im Grünen senkt außerdem den Spiegel des Stresshormons Cortisol und erhöht die Anzahl der Immunzellen im Blut. Sind wir umgeben von Natur, kurieren wir Krankheiten schneller, haben mehr positive Gedanken und leiden seltener an chronischen Schmerzen, Migräne und Diabetes.

Lies auch: 8 Techniken die Ängste und Stress lösen und keine Atemübungen sind

Natur schenkt Lebenskraft

„Aham Brahmasmi – Ich bin Brahman“. Im Kern geht es uns immer um ein lebendiges, verbundenes In-der-Welt-Sein.

Woran das liegt, kann die moderne Wissenschaft nicht so genau erklären. Aber spüren können wir es alle: Was wir in der Natur so deutlich wahrnehmen, das ist nach yogischer Vorstellung Prana, Lebenskraft. Wir erleben die Verbundenheit mit dem Leben in all seinen Facetten. Um diese bewusste Anbindung dreht sich in der Yogapraxis eigentlich alles: Auf physischer Ebene kultivieren wir die Verbundenheit mit dem eigenen Körper und über den Körper mit der Welt um uns herum. Auf emotionaler Ebene wollen wir unser Herz öffnen und uns liebevoll mit allen Lebewesen verbunden fühlen. Und auf geistiger Ebene rufen wir uns in Erinnerung, dass wir von Geburt an Teil von etwas sind, das weit über uns hinausgeht und allem Leben zugrunde liegt: „Aham Brahmasmi – Ich bin Brahman„. Im Kern geht es uns immer um ein lebendiges, verbundenes In-der-Welt-Sein. Diese innere Ausrichtung nehmen wir mit, wenn wir im Sommer draußen üben.

5 Tipps für Yoga im Freien

Insekten, Vögel, ein spitzer Stein … Sich unter freiem Himmel ähnlich gut zu fokussieren und zu sammeln wie beim Üben in geschlossenen Räumen, ist die vielleicht größte Herausforderung
  1. Am richtigen Platz: Ruhig, eben, windgeschützt und mit tollem Ausblick – der ideale Yogaplatz ist in der Natur gar nicht so leicht zu finden. Andersherum geht es meistens besser: Lasse dich von einem Ort inspirieren, zu dem es dich hingezogen hat und der sich einfach „richtig“ für dich anfühlt. Dort findest du dann zu einer Praxis, die sowohl zu den Gegebenheiten als auch zu deiner Stimmung passt – und sei es nur ein schön geerdetes Tadasana (Berghaltung).
  2. Alles mit einbeziehen: So ungestört wie zu Hause verläuft das Üben im Freien selten: Über die Beine krabbelnde Insekten, eine plötzliche Windböe, ein Schmetterling, ein Stein, der sich durch die Matte bohrt – vieles erregt im Freien unsere Aufmerksamkeit, und nicht alles ist angenehm. Die Herausforderung besteht darin, das Angenehme nicht als willkommene Ablenkung und das Unangenehme nicht als Störquelle zu empfinden: Alles, was jetzt da ist, ist ein lebendiger Bestandteil deiner durch und durch lebendigen Erfahrung. Diese offene, wertfreie Präsenz nennen wir Achtsamkeit.
  3. Die Energie halten: Sich unter freiem Himmel ähnlich gut zu fokussieren und zu sammeln wie beim Üben in geschlossenen Räumen, ist die vielleicht größte Herausforderung. Während sich drinnen die Energie beim Üben immer mehr zu verdichten scheint, hat man draußen eher das Gefühl, sie würde sich verflüchtigen. Hier hilft nur völlige Offenheit gegenüber der Erfahrung, so wie sie ist: Das Üben im Freien ist erst mal sehr anders – und diese Andersartigkeit gilt es zu entdecken und zu schätzen.
  4. Mit allen Sinnen: Statt Rückzug der Sinne (Pratyahara) versuchen wir beim Üben im Freien zunächst das genaue Gegenteil: Wir nutzen alle Sinne, um mit unserer Umgebung in Verbindung zu treten. Wir spüren die Erde unter den Füßen und den Lufthauch auf unserer Haut. Wir riechen den Waldboden, schmecken die Meeresbrise. Wir hören die nahen und fernen Geräusche und sehen die Sonnenstrahlen zwischen den Zweigen hindurchblinzeln. All das darf uns berühren und zum Mitschwingen bringen – genau wie umgekehrt auch unsere Praxis in diese Umwelt hineinwirkt.
  5. Außen und Innen verschmelzen lassen: Die eigentliche Idee dieser Praxis ist wie generell im Yoga eine tiefere Verbindung: Wir gehen nach draußen und bewegen uns zugleich nach innen. Und anders herum: Wir spüren von unserem Inneren aus und verbinden uns dabei mit dem Außen. Dabei nehmen wir wahr: Die Natur um uns ist zugleich in uns, wir sind mit jeder Faser ein Teil von ihr.

Jessina O‘ Connell

Jessina O Connell

Als Kind lernte Jessina durch ihre Mutter Yoga zu praktizieren. Früh hat sie für sich entdeckt, dass dieses Ritual weit tiefgreifender ist als die rein körperliche Praxis. Verbundenheit zu empfinden und innere Ruhe zuzulassen, ist das, was möglich wird.

Jessina unterrichtet einen dynamischen und fließenden Yogastil und baut gerne herausfordernde Übungen und restorative Haltungen ein. Neben dieser Praxis sind Musik und Klänge wichtige Bestandteile ihrer Klassen. Sie setzt die musikalische Ebene ein, um die Abläufe zu vertiefen und die Erfahrung dadurch greifbarer und kraftvoller zu machen. In erster Linie sieht sich Jessina jedoch als Schülerin, die lediglich das weiter gibt, was sie selbst lernen durfte, ohne Filter, aus eigener Erfahrung. Sie ist dankbar für ihre Lehrer*innen, die ihr täglich neue Impulse geben und sie dazu inspirieren, tiefer einzutauchen und trotzdem die Leichtigkeit nicht zu vergessen.

Mehr über Jessina auf Instagram @jessinaoconnell

Offener Workshop, Samstag, 14. Oktober 15.15-16.00 Uhr

Finding Balance // Jivamukti & Restore

Im ersten Teil der Stunde liegt der Fokus auf Vinyasa, Konzentration und Kraft. Im Anschluss üben wir passive, totale Entspannung. Der Körper soll durch das lange Verweilen in den Positionen loslassen und sich erholen.


Jessina O’Connell auf der YogaWorld 2023 in München:

Samstag, 14. Oktober// 15:15 – 16:00 Uhr // „Finding Balance – Jivamukti & Restore“ // Vishnu Yogaspace