„Ich begann, Yoga zu leben, als ich aufhörte, es zu unterrichten“ – von Wolf Terry

Manchmal muss man erst Abschied nehmen, um dem Kern der Praxis wieder näherzukommen – diese Erfahrung machte die US-amerikanische Lehrerin und YJ-Kolumnistin Wolf Terry, als sie während der Pandemie eine Yoga-Sinnkrise hatte.

Text: Wolf Terry

Am 30. Mai 2020 habe ich meine letzte Yogastunde gegeben, online via Zoom. Schon ein Jahr zuvor hatte ich mir überlegt, das Unterrichten nach und nach einzuschränken, um mich irgendwann ganz dem Schreiben widmen zu können. Dann kam die Pandemie und auf einmal ging alles ganz schnell: Mein Mann war als Handwerker gezwungen, außer Haus zu arbeiten, also musste ich daheim sein und unseren Sohn betreuen – doch meine unregelmäßigen Arbeitszeiten machten das fast unmöglich. Eine Weile versuchte ich noch, mir wenigstens ein paar Yogastunden so einzurichten, dass das Unterrichten irgendwie mit unserem Familienleben kompatibel wäre, aber schon nach wenigen Wochen war klar: Mein schon bisher anstrengendes Jonglieren zwischen Job und Familie konnte so einfach nicht funktionieren. Ich schaffte es nicht mehr.

Wolf Terry
Wolf Terry hat eine besonders große Leidenschaft für Bhakti Yoga und das Chanten. Foto: privat

Das tat weh: Seit Jahren hatte ich meine gesamte Identität damit verflochten, Yogini zu sein. Ich lernte Sanskrit, erforschte Asanas und Philosophie und tauchte tief ein in die Praktiken von Bhakti Yoga. Doch irgendwann hatte sich auch vieles eingeschlichen, was am Leben von modernen westlichen Yogi*nis ungut ist: Werbung machen für die eigenen Kurse und Workshops, in jede Woche 15 bis 20 Unterrichtsstunden packen und im Urlaub noch schnell schöne Fotos schießen, um Instagram-Likes zu generieren. Ich hatte mir das bisher nicht eingestanden, aber diese Zwänge hatten meine Yogapraxis längst in etwas verwandelt, das ich kaum wiedererkannte. Jetzt dämmerte mir, dass mein Herz womöglich weniger an Yoga hing als an einer falschen Wahrnehmung davon, was ich gelernt hatte für Yoga zu halten.

Wendepunkt

Der plötzliche Schritt von der Yogalehrerin zur Home-Office-Schreiberin und Mutter traf mich unerwarteterweise bis ins Mark meines Seins. Ich spürte, wie ich in den Wochen nach meiner letzten Stunde langsam den Boden unter den Füßen verlor. Es dauerte eine Weile, bis ich es begriff: Auch wenn ich das yogische Prinzip Aparigraha (Nicht-Anhaften) immer mit Nachdruck gepredigt hatte, persönlich hatte ich das weder geübt noch überhaupt in meine Überlegungen einbezogen.

„Ich bin nicht Yoga. Ich mag es üben, aber ich sollte diese Praxis niemals mit der Essenz meines Seins verwechseln.“

In Wirklichkeit war ich in meiner Karriere und der Yogaindustrie komplett verhaftet: Mein Selbstwertgefühl hing davon ab, wie viele Menschen in meine Stunden kamen und wie sehr ich in der Community als Yogini anerkannt wurde. Ich war in die banale Falle gegangen zu glauben, ich sei mein Job. Ohne diese Arbeit wusste ich buchstäblich nicht mehr, wer ich bin. Das war umso schlimmer, als es ja mein Ziel gewesen war, mir meiner selbst, meiner Grenzen und der Welt, in der ich lebte, ganz bewusst zu sein. Schließlich hatte ich doch immer den Anspruch gehabt, Yoga zu leben, anstatt mich um mein Image in der Yogaindustrie zu sorgen!

Versöhnung

Jetzt war ich gezwungen, in mich zu gehen und mich von den übertrieben idealistischen und im Grunde missbräuchlichen Mustern zu lösen, die ich schon zu lange für eine ernsthafte, leidenschaftliche Praxis gehalten hatte. Der erste Schritt in diesem Prozess war, drei Monate lang gar nicht mehr auf die Matte zu gehen. Ich beschäftigte mich mit dem kleinen Garten hinter dem Haus und verwandelte ihn in wochenlanger Arbeit in eine kleine grüne Oase. Ich heilte meine Beziehung zum Schlaf und gewöhnte mich an ebenso regelmäßige Bettzeiten, wie ich sie für meinen Sohn festgelegt hatte. Ich hörte auf, ständig Anrufbeantworter, Textnachrichten und Mails zu checken, sondern verabredete mich wieder ganz gezielt mit Menschen. Ich erlaubte mir, mich jeweils auf eine Sache zu konzentrieren, statt gleichzeitig ein Maximum an Dingen erledigen zu wollen. So bekam ich allmählich das Gefühl, tatsächlich mein eigenes Leben zu leben, statt einer hektischen Version des Lebens, von dem ich dachte, es würde von mir erwartet.

leere Yogamatte fizkes
Die Matte darf durchaus auch mal leer bleiben: Wolf Terry hat 3 Monate lang überhaupt nicht geübt – und dabei sehr viel über sich und Yoga gelernt. Foto: fizkes via Canva/Getty Images

Natürlich war ich mit all dem nicht allein, ihr alle kennt das: Seit Jahrzehnten schon glorifiziert das gesellschaftliche Mindset eine Arbeits- und Leistungsethik, die keinerlei Rücksicht auf körperliche, mentale und emotionale Bedürfnisse nimmt. Erst mit den Lockdowns begannen wir, wirklich wahrzunehmen, wie dringend ein Wandel nötig ist. Viele meiner Freunde, sowohl in der Yogawelt als auch im weiteren Umfeld, sprachen auf einmal darüber, dass der Burn-out für unsere ganze Generation tatsächlich normal geworden ist. Immer mehr fingen jetzt damit an, Grenzen zu erkennen und sie auch bewusst zu setzen.

„Die Zwänge des modernen Lebens
als Yogalehrerin hatten meine
eigene Praxis in etwas verwandelt,
das ich kaum wiedererkannte.“

Die Erkenntnis war radikal: Überarbeitet und unterbezahlt schufteten wir seit Jahren für den Erfolg einiger weniger. Die Pandemie hat uns gezwungen, unsere Leben auf eine zutiefst dystopische und beunruhigende Wirklichkeit einzustellen – mit dem Ergebnis, dass wir unsere Entscheidungen und Lebenswege neu überdenken mussten. Wir schauten nach innen und entdeckten bisher unbewusste Denkmuster und Täuschungen. Allmählich entwirren wir auf diese Weise die vorherrschenden Systeme innerhalb von uns selbst und der Gesellschaft – Systeme, die ebenso komplex wie ungesund sind. Wir beginnen zu unterscheiden zwischen unserer Arbeit und unserem Wert als Menschen. Und wir sind eher bereit, aufzustehen und Gerechtigkeit einzufordern.

Rückkehr

Im Herbst 2020 rollte ich meine Yogamatte dann zum ersten Mal wieder aus. Es war der zweite Todestag meines Bruders, und ich hatte das tiefe Bedürfnis, meinen Schmerz mit langsamen, bewussten Bewegungen zu lindern. Als ich meinen ersten tiefen Atemzug in der Stellung des Kindes nahm, erinnerte ich mich daran, dass ich nicht Yoga bin. Ich mag die acht Glieder des Yogawegs üben, aber ich sollte diese Praxis als Yogini niemals mit der mir eingeborenen Essenz meines Seins verwechseln. So begann ich zu verstehen, dass ich behutsam und achtsam an diese Praxis herangehen muss – und zwar im übertragenen Sinn genauso wie im wörtlichen: Ich darf den spirituellen Boden, auf dem ich mich dabei bewege, nicht für meinen Besitz oder meine Heimat halten. Ich muss Yoga auch auf eine Weise leben, die Communities mit traditionellen Verbindungen zu Yoga anerkennt und fördert.

Aber auch in allen anderen Bereichen übe ich Nicht-Anhaftung: in der Yogapraxis genau wie in meiner Arbeit, bei dem, was mir Spaß macht ebenso wie in der Selbstfürsorge. Ich bin nicht, was ich tue, und ich fühle mich immer wohler damit, einzig und allein ich selbst zu sein. Ich weiß jetzt, dass ich genug Facetten habe und keine ungesunde Anhaftung an das Bild der idealen Yogini-Persönlichkeit brauche, um der vielen Geschenke von Yoga würdig zu sein. Indem ich mein Selbst von der Praxis trennte und den vermeintlich begehrenswerten Titel „Yogalehrerin“ aufgab, wurde ich endlich zu der Schülerin, die ich immer sein wollte.


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#40 Yogastile: Anusara Yoga

Barbra Noh spricht über ein geniales Ausrichtungssystem

Anusara Yoga wurde 1997 in den USA gegründet. Basierend auf der Biomechanik des Körpers bietet Anusara Yoga eine effektive Methode zur strukturellen Ausrichtung. Diese ermöglicht ein optimales und therapeutisches Arbeiten mit der individuellen Anatomie. Das Ziel ist, den Übenden dabei zu unterstützen, mehr Wertschätzung und Verständnis für sich selbst zu entwickeln. Neben einer gesunden Ausrichtung in den Asanas, liegt das Augenmerk auf dem Aspekt der Herzöffnung, denn der Stil ist in einer tantrischen Philosophie der inneren Güte begründet. Warum das so wichtig ist, erklärt Expertin Barbra Noh im YogaWorld Podcast.

Barbra erzählt von ihrem Yogaweg und warum sie sich genau auf Anusara spezialisiert hat. Sie beschreibt den Stil in seinen Grundzügen und erklärt die dahinter stehende Tantra-Philosophie. Dann geht Barbra auf die fünf Hauptprinzipien der Ausrichtung ein, die Anusara Yoga einzigartig machen und verrät, wieso sie diese für genial hält. Außerdem beschreibt Barbra, worum es im Skandal um Anusaragründer John Friend ging, und äußert klar ihre Meinung zu den Vorfällen. Dabei ist ihr wichtig zu betonen, dass sexuelle Beziehungen von Lehrenden und Schüler*innen nicht automatisch Machtmissbrauch bedeuten müssen, sondern durchaus auch einvernehmlich zwischen Erwachsenen entstehen können.

Die Redaktion testet: Vital Fußpads von Sita Ayurveda

Die Vital Fußpads von Sita Ayurveda sollen dabei helfen, Toxine und Schadstoffe aus dem Körper zu entfernen und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Funktioniert das? Wir haben die Fußpads getestet. //anzeige

Auch wenn ich schon einige Erfahrungen mit Ayurveda und ayurvedischen Produkten gemacht habe, Fußpads habe ich noch nicht ausprobiert. Je nach ayurvedischer Konstitution enthalten die Vital-Fußpads Pflanzenfasern und Aromen (Lavendel für Vata, Rose für Pitta, Wermut für Kapha und Ingwer für Tridosha), sowie Negativ-Ionen-Pulver, Vitamin C, Bambusessig-Extrakt, Muschelkalk und Turmalinpulver. Sie sollen dabei helfen, Giftstoffe und Schadstoffe aus dem Körper zu ziehen. Die Pads werden über Nacht auf die Fußsohlen geklebt und sollen am nächsten Morgen sichtbar verfärbt sein, was darauf hinweist, dass sie Schadstoffe aus dem Körper gezogen haben. Je nach Konstitution (Doshas) oder Tagesverfassung können die Fußpads eingesetzt werden, um die Balance im Körper wieder herzustellen. Klingt erstmal spannend, das will ich ausprobieren.

Wie funktionieren ayurvedische Fußpads

Die Sita Ayurveda Vital-Fußpads nutzen sogenannte Marmapunkte, das sind zentrale Vitalpunkte, über die die Energiebahnen des Körpers miteinander verbunden sind. Werden diese stimuliert, können das Nervensystem, einzelne Organe, Teile des Bewegungsapparates und auch die Psyche beeinflusst werden. Zusätzlich werden viele Schweißdrüsen an den Fußsohlen und über 60 Akupunkturpunkte genutzt, um eine Tiefenreinigung im Organismus anzuregen.

So wirken die Vital Fußpads von Sita Ayurveda

Ayurvedische Fußdpdas von Sita Ayurveda

So viel zur Theorie. Aber wie wirken die Fußpads bei mir? Gespannt klebe ich abends zwei Vital Fußpads (bei mir sind es die Vata Pads) auf meine Fußsohlen – etwas ungewohnt, aber definitiv kein unangenehmes Gefühl – und lege mich damit schlafen. Am nächsten morgen merke ich direkt beim Aufwachen, dass sie sich irgendwie „schwerer“ und etwas glitschig anfühlen. Nachdem ich sie abziehen bin ich echt erstaunt. Die Pads haben sich dunkelgrün verfärbt und riechend ziemlich heftig. Aber darauf war ich vorbereitet, den so steht es auch in auf der Packung „können nach vergorenem Essig riechen“ – ja, das ist nicht übertrieben.

Erstaunlich ist, dass ich morgens wirklich mit einem anderen Gefühl aufwache. Die Wirkung ist direkt spürbar, das bestätigt auch Magdalena Maline von Sita Ayurveda, die die Pads regelmäßig nutzt: „Man kann die Fußpads auch akut nutzen. Ich habe zum Beispiel hin und wieder dominantes Pitta, und achte immer darauf, dass ich wenig bis keine pittafördernden Nahrungsmittel esse. Wenn es doch passiert, bekomme ich manchmal direkt die Quittung und es äussert sich körperlich zum Beispiel als Rosacea und im Temperament als Hitzigkeit und Ungeduld. Nutze ich die Pads, kann eine Rosacea schon am nächsten Tag verschwunden sein, bzw. hinterlässt nicht die üblichen Spuren, mit denen ich sonst viele Tage beschäftigt wäre. Die Pads gleichen die Disharmonien aus.“

So eine starke Wirkung spüre ich bei mir zwar nicht, aber ich fühle definitiv, dass sich in meinem Körper etwas tut. Am ersten Morgen wache ich mit deutlichen Augenringen auf, an Tag zwei, fühle ich mich morgens fitter und ausgeglichener und das, obwohl ich gerade einen recht turbulente Woche hinter mir haben. Nach drei Nächten werden die morgendlichen Rückstände auf den Pads weniger und an Tag vier sind sie quasi nicht mehr sichtbar. Laut Hersteller ein Zeichen, dass die Selbstreinigung des Organismus funktioniert.

Die Vital Fußpads gibt es in vier verschienden Ausführungen: VATA Vital-Fußpads mit Lavendel, PITTA Vital-Fußpads mit Rose, KAPHA Vital-Fußpads mit Wermut und TRIDOSHA Vital-Fußpads mit Ingwer (für alle Formen von Ungleichgewicht geeignet)


Im Sita Ayurveda-Online Shop findest du ein vielfältiges Angebot in Sachen Ayurveda Produkte. Das junge Team verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und betrachtet jeden Menschen als einzigartiges Individuum mit individuellen Bedürfnissen. Sita Ayurveda produziert eine Reihe von ayurvedischen Produkten. Diese werden nach ayurvedischen Prinzipien hergestellt und sollen zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens beitragen. Das Besondere: Die meisten Zutaten und Inhaltsstoffe (mit Ausnahme der Indya Linie) stammen aus Europa. Denn Pflanzen und Kräuter aus Indien, Indonesien o.ä. Ländern sind ungewohnt für Europäer. So besteht die Möglichkeit, dass Produkte, mit fernöstlichen Inhaltsstoffen, vom Körper nicht so gut aufgenommen und angenommen werden. Die Aufnahme von Inhaltsstoffen aus Europa ist also einfacher und natürlicher und die Wirkung somit viel größer, als bei Produkten aus Indien und Co.

Mehr Info auf sitaayurveda.de

Dr. Ronald Steiner: 4 Übungen für eingeklemmte Handnerven

Eingeklemmte Handnerven

Diese yogatherapeutische Übungsreihe von Dr. Ronald Steiner verhilft einem eingeklemmten Handnerv in seiner Bahn zu einem leichten Schlittern. Das löst den punktuellen Druck und der beeinträchtigte Bereich kann sich wieder regenerieren.

Hinweis: Wenn du keine Beschwerden hast, beugst du mit diesen 4 Übungen Erkrankungen vor und verbesserst deine Yogapraxis. Bei bestehenden Symptomen kann die Sequenz therapeutisch wirken. Du solltest aber mit deinem Arzt klären, welche Übungen für dich geeignet sind.

Vor den Übungen empfehlen wir Dr. Ronald Steiners Ausführungen zum Thema Karpaltunnel-Syndrom: Was es ist und wie es entsteht.

Passive Karpaltunnelformung

Übung für eingeklemmte Handnerven
Passive Karpaltunnelformung: Diese Übung hilft, die Wölbung wieder zu aufzubauen und bringt mehr Weite für den Nervendurchtritt.

Umfasse im aufrechten Stehen oder Sitzen mit deiner freien Hand das Gelenk der schmerzenden Hand. Dabei legst du den Daumen der Greifhand an der Handwurzel über die Vertiefung zwischen den beiden zum Daumen führenden Sehnen (Tabatière). Hier befindet sich das Kahnbein (Os Scaphoideum). Die übrigen vier Finger der Greifhand platzierst du nach unten halb eingerollt zwischen Daumen- und Kleinfingerballen. Auf diese Weise kannst du das durch die Knochen der Handwurzel aufgebaute Gewölbe gut wahrnehmen. Hebe nun deine Arme entspannt etwa auf Schulterhöhe. Beuge den Ellenbogen der schmerzenden Seite locker und strecke ihn dann mit einem leichten Impuls. Dabei behältst du die Handwurzel fest im Griff. So formt sich die Wölbung der Handwurzel weiter aus. Diese kleinen Impulse wiederholst du etwa 3 bis 5 Mal. Anschließend wechselst du zur anderen Seite.

Effekt der Übung

Die Wölbung der Handwurzel schafft Raum unter dem das Handgelenk quer umspannenden Band (Retinaculum Flexorum). Je mehr sich diese Wölbung abflacht, desto enger wird dieser Raum, der sogenannte Karpaltunnel. So kann Druck auf den Nervus Medianus entstehen. Diese Übung hilft, die Wölbung wieder zu aufzubauen und bringt mehr Weite für den Nervendurchtritt.

Nervus-Medianus-Gleiten

Eingeklemmte Handnerven, Nervus Medianus
Nervus-Medianus-Gleiten: Diese Übung bringt den Nerven zunächst auf Spannung und dann in seinem gesamten Verlauf zum Gleiten.

Lasse im aufrechten Stand die Arme locker nach unten hängen, der Handrücken zeigt nach außen. Dann schiebe den Ballen der betroffenen Hand von dir weg, während du die Handrückseite anhebst. Als nächstes spreize deinen maximal gestreckten Arm um etwa 45 Grad zur Seite und rotiere die Handfläche so, dass die Finger nach hinten weisen. Diese auf dem Foto gezeigte Haltung bringt Spannung auf den Verlauf des Nervs. Vielleicht kannst du ein leichtes Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger spüren. Nun bringe den vorgespannten Nerv mit den folgenden kleinen Bewegungen zum Gleiten:

A Nacken

Neige deinen Kopf leicht vom gestreckten Arm weg und nimm den Zug auf den Nervus Medianus bewusst wahr. Ein sanftes Kribbeln in den ersten drei Fingern kann dies signalisieren. Wiederhole diesen Spannungsaufbau und das anschließende Lösen 3 bis 5 Mal. Für die folgenden Varianten behältst du die Seitneigung des Kopfes bei.

B Schulter

Hebe die Schulter langsam Richtung Ohr und senke sie wieder ab. Beim Absenken der Schulter kann sich das kribbelnde Gefühl intensivieren. Auch diese Bewegung wiederholst du 3 bis 5 Mal. Für die folgenden Übungen halte deine Schulter so tief wie möglich, um die Spannung auf den Verlauf des Nerves zu erhöhen.

C Unterarm

Beuge den Ellenbogen leicht an und strecke ihn wieder. Wieder kann sich beim langsamen Strecken des Ellenbogens das Kribbeln in den ersten drei Fingern intensivieren. Wiederhole auch das Beugen und Strecken 3 bis 5 Mal, bevor du mit maximal gestrecktem Ellenbogen zur nächsten Übung übergehst.

D Handgelenk

Zum Schluss rotiere deine Hand langsam etwas weiter nach außen, sodass die Finger weiter nach hinten oder schon fast wieder nach unten weisen. Wieder kannst du ein intensiveres Kribbeln der ersten drei Finger beobachten. Nach dem Zurückrotieren wiederholst du den Spannungsaufbau erneut für 3 bis 5 dieser kleinen Bewegungen. Wiederhole die gleiche Übungsfolge mit dem anderen Arm.

Effekt der Übung

Der Nervus Medianus gehört zu den am häufigsten gereizten Nerven der Hand. Beim Karpaltunnel-Syndrom wird er unter einem querverlaufenden Band um das Handgelenk (Retinaculum Flexorum) eingeklemmt. Diese Übung bringt den Nerven zunächst auf Spannung und dann in seinem gesamten Verlauf zum Gleiten. So kann er sich durch seine Druckstelle ziehen und der komprimierte Bereich bekommt Gelegenheit, sich zu regenerieren.

Nervus-Ulnaris-Gleiten

Handnerven

Hebe aus derselben Ausgangsstellung wie in Übung 2 deinen Arm und beuge den Ellenbogen. Dadurch nähert sich die Handfläche mit nach unten zeigenden Fingern dem Ohr. Diese auf dem Bild gezeigte Position bringt Spannung auf einen weiteren wichtigen Nerv der Hand, den Nervus Ulnaris. Du kannst es an einem leichten Kribbeln in Ring- und Kleinfinger spüren. Mit den folgenden kleinen Bewegungen intensivierst du diese Spannung und bringst den Nerv zum Gleiten:

A Nacken

Neige deinen Kopf sanft von der Hand weg. Erprobe dabei verschiedene Winkel, bis du eine Zu- und Abnahme des Kribbelns in Ring- und Kleinfinger beobachtest. Wiederhole diese Bewegung 3 bis 5 Mal. Für die folgenden Übungen bleibe in der Stellung, die die maximale Spannung erzeugt.

B Schulter

Hebe nun die Schulter der gehobenen Hand Richtung Ohr. Beobachte, wie beim Senken der Schulter die Spannung auf den Nerv bzw. das Kribbeln im Bereich von Ring- und Klein finger zunimmt. Wiederhole auch diese Nervenmobilisation 3 bis 5 Mal. Erneut ist die untere Stellung der Schulter optimal als Ausgangsposition für die nachfolgende Übung.

C Unterarm

Für die letzte Mobilisation des Nervus Ulnaris drehe deinen Unterarm so, dass der Daumen sich der Schulter annähert und dann in die entgegengesetzte Richtung. Erneut solltest du die Zunahme der Nervenspannung durch ein sanftes Kribbeln den äußeren beiden Fingern spüren können. Nach 3 bis 5 Wiederholungen wechseln Sie zum anderen Arm.

Effekt der Übung

Der Nervus Ulnaris zieht sich durch mehrere Engstellen. Mit dieser Übung bringst du den Nerv erst auf Spannung und verschiebst ihn dann durch die Stellen der potentiellen Irritation. So erfährt eine durch konstanten Druck geschädigte Stelle Entlastung und kann sich regenerieren.

Aktive Karpaltunnelformung gegen eingeklemmte Handnerven

Drücke mit der freien Hand einen Stift oder einen dünnen Holzstab zwischen Kleinfinger- und Daumenballen der betroffenen Hand. Hier befindet sich die Wölbung des Karpaltunnels. Versuche nun, diesen Stift mit dem Handballen festzuhalten. Wenn dir das gelingt, kannst du versuchen, deine Finger allmählich weiter zu spreizen. Erprobe dieses Halten einige Male bevor du zur anderen Seite wechselst.

Effekt der Übung

Das den Karpaltunnel haltende Band (Retinaculum Flexorum) hat Verbindung zu Muskeln in Daumen- und Kleinfingerballen. Diese Muskeln können das Band spannen und so das Gewölbe vertiefen. Je besser das Gewölbe aus geprägt ist, desto mehr Raum bekommt der durch den Karpaltunnel verlaufende Nervus Medianus.


Die Münchener Yogalehrerin Kaija Marx wusste genau, worauf unser Therapieexperte Dr. Ronald Steiner mit diesen Übungen für eingeklemmte Handnerven hinauswollte – sie ist gelernte Physiotherapeutin.


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„Sich selbst wieder spüren“ bei den ADLER Retreats in Südtirol, Sizilien und in der Toskana

Wir Yogi*nis lieben unsere Retreats – willst du dir auch schon lange eine bewusste Auszeit vom Alltag nehmen und komplett in die Welt des Yoga eintauchen? Dann haben wir den ultimativen Insidertipp: Die Yoga- und Pilates-Retreats in den ADLER Hotels. Was sie so besonders macht? Ganz klar die atemberaubenden Destinationen inmitten der Südtiroler Bergwelt, an der Südküste Siziliens oder im Herzen der Toskana. Die Natur heilt – und das erlebst du in den ADLER Hotels. Denn das erstklassige Yoga und Spa-Angebot ist eingebettet in eine himmlische Idylle. Wir kommen gar nicht mehr aus dem Schwärmen… //anzeige

Um unseren täglichen To-Do-Listen zu entfliehen, eignet sich ein Tapetenwechsel besonders gut. Mit einer salzigen Meeresbrise oder klarer Bergluft in der Nase sieht die Welt doch schon gleich besser aus. Man betrachtet plötzlich sein Leben aus etwas mehr Entfernung und hat die Möglichkeit, mal komplett abzuschalten. Dafür musst du nicht unbedingt nach Bali oder Thailand, wenn doch das Glück so nahe liegt. Warum nicht einfach nach Italien? Dort hat die Hotelkette ADLER ein paar wundervolle Spa Resorts und Lodges ins Leben gerufen, in denen das ganze Jahr über regelmäßig Retreats stattfinden.

ADLER Lodge RITTEN - Thaddaeus Salcher

Retreats inmitten beeindruckender Natur in Südtirol

Davon befinden sich zwei Spa Resorts (ADLER Spa Resort DOLOMITI und ADLER Spa Resort BALANCE) und zwei Lodges mit privaten Chalets (ADLER Lodge RITTEN und ADLER Lodge ALPE) in der Südtiroler Region Bozen. Den besagten Tapetenwechsel vom Feinsten liefert dort die Bergkulisse der steil heraufragenden Dolomiten (die übrigens zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören). Vor allem sind wir begeistert von den von Wasser und Wäldern umsäumten Chalets in der ADLER Lodge RITTEN: ein Rückzugsort wie er im Buche steht. Ein Wald-Spa lockt mit dem Duft der Nadelbäume und lädt ein, dich zwischen den Yogaeinheiten verwöhnen zu lassen. Als i-Tüpfelchen wird am Ende des Tages bei milden Temperaturen ein 5-Gänge-Menü unter dem Sternenhimmel serviert. Ach, was will man mehr?

  • ADLER Spa Resort DOLOMITI - © Alex Filz
  • ADLER Spa Resort DOLOMITI - © Alex Filz
  • ADLER Lodge Ritten - © Thaddaeus Salcher
  • ADLER Lodge RITTEN - ® Arik Oberrauch
  • ADLER Lodge ALPE - ©Thaddaeus Salcher
  • ADLER Lodge ALPE - ®Arik Oberrauch
  • ADLER Spa Resort SICILIA - © Alex Filz
  • ADLER Spa Resort SICILIA - © Alex Filz
  • ADLER Spa Resort THERMAE - © Thaddaeus Salcher
  • ADLER Spa Resort THERMAE - © adlersparesorts

Klick dich durch die Bildergalerie: Bei welchem Resort spürst du dein Herz schneller schlagen?

Spa Resorts in der Toskana und auf Sizilien

Es zieht dich doch etwas weiter in den Süden? Dort lädt das ADLER Spa Resort THERMAE zum Entspannen ein. Diese Wohlfühloase liegt inmitten der unberührten Hügellandschaft der Val D’Orcia in der toskanischen Provinz Siena. Du sehnst dich nach Sommer, Sonne, Strand und Meer? Auch dann wirst du bei ADLER fündig: An der Südküste Siziliens erwartet dich das wundervolle ADLER Spa Resort SICILIA. Dort hast du direkten Zugang zum privaten Öko-Lido und dem dünengesäumten Strand des Naturschutzgebiets Riserva Orientata di Torre Salsa.

Ganzjähriges Retreat-Angebot in allen ADLER Resorts

Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – alle Spa Resorts und Lodges bieten ganzjährig Retreats mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten an: Yoga und Meditation, aber auch Pilates, Qi Gong und vieles mehr. Dabei bist du in besten Händen, denn geleitet werden die Retreats von renommierten und internationalen Lehrer*innen. Mit viel Erfahrung, Kompetenz, Leidenschaft und Empathie wirst du von ihnen durch die Workshop-Tage in Richtung innerer Balance getragen. Alle Retreats sind für Neulinge oder Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

ADLER Spa Resort SICILIA - Foto: © Alex Filz

Praktiziert wird in lichtdurchfluteten Räumen mit atemberaubendem Blick auf die Natur, die dich umgibt. Zwischen den Übungseinheiten hast du ausreichend Zeit, die Gegend zu erkunden, dich im Wellness-Spa verwöhnen zu lassen oder vielleicht auch einfach mal nichts zu tun: „Dolcefarniente (das süße Nichtstun)“ – wie man in Italien so schön sagt.

Es bieten sich also unzählige Gelegenheiten, deinen sprichwörtlichen Akku aufzuladen. Durch die Ruhe im Außen kehrt auch wieder mehr Ruhe in dir ein. Du beginnst, dich selbst wieder mehr zu spüren. Gleichzeitig hast du die Möglichkeit, dich mit Gleichgesinnten zu verbinden und mit ihnen gemeinsam den Yogaweg ein Stück weit zu gehen.

Sehnst du dich nach einer Auszeit? Klick dich durch die Bildergalerie und such dir eines der ADLER Hotel Schmuckstücke aus. Mehr über die ADLER Hotels und die einzelnen Angebote unter www.adler-resorts.com

#39 Feinstoffliche Anatomie und innere Räume

Anna Trökes über den Körper als Ort der Erfahrung im Yoga

In dieser Folge „YogaWorld Podcast“ geht’s um den Körper. Aber nicht nur um das, was man auf einem Foto sehen oder anfassen kann, sondern wir wollen den Körper aus der Sicht des Hatha Yoga betrachten. Zum einen ist da der physische Körper, zum anderen die feinstofflichen, energetischen Facetten. Im Alltag sprechen wir oft von der Ausstrahlung einer Person. Da ist eben noch irgendetwas an uns dran, das über unsere direkte Wahrnehmung hinausgeht. Was das ist, erklärt Anna Trökes im Gespräch mit Susanne.

Anna erklärt, wie die feinstoffliche Anatomie im Hatha Yoga aufgebaut ist und beschreibt dabei die fünf Koshas (Hüllen). Dann geht sie auf die Chakras ein und setzt sie in Beziehung zu den inneren Räumen. Die Arbeit mit den Körperräumen ist für Anna im Yoga essentiell: Das Erfahren dieser Räume mache eine Körperpraxis überhaupt erst zu Yoga. Anna verrät, wie man die inneren Räume gezielt ansteuern kann, um sich im Alltag zu regulieren und warum unsere Gedanken unser machtvollstes Instrument im Wechselspiel von feinstofflich und grobstofflich sind.

Auch wenn sich gerade in der heutigen Zeit unser Leben viel im Außen abzuspielen scheint, möchte sich doch im Grunde jeder im eigenen Körper zu Hause und geborgen fühlen. Dafür gibt Anna wertvolle Tipps.

Lesetipp zur Podcast-Folge: Anna Trökes hat für uns auch einen Gastartikel geschrieben, in dem sie uns die fünf Koshas erklärt:

Yoga-Playlist „CONTEMP YOGA“ von Franzi Wagner

Playlist Franzi Wagner Contemp Yoga

Franzi ist ausgebildete Tänzerin und Yogalehrerin aus München und vermittelt Bewegung mit ganz viel Leichtigkeit, Power und Lebensfreude! Mit ihrem eigenen Konzept „CONTEMP YOGA“ verbindet sie Contemporary Dance und Yoga in einem ganz eigenen Format. Diese Playlist passt perfekt zu ihrem tänzerischen Flow…

Am liebsten verbindet Franzi verschiedene Bewegungskonzepte miteinander. „Yoga mit sportlichem Touch und ästhetischen Flows“ beschreibt sie ihren Stil selbst, bei dem sich die leicht tänzerischen, fließende Bewegungen in jeder Yogastunde wiederfinden.

Diese Playlist ist die perfekte Ergänzung für eine kurze Einheit im CONTEMP YOGA Stil von Franzi für dich zuhause. Lass dich von Songs zu freien Bewegungen, kleinen Tanzimprovisationen und freiem Flow-Gefühl inspirieren! 

Step by Step: Den wunderschönen Flow „Move your body – free your mind“ von Franzi findest du ganz detailliert erklärt im aktuellen Yoga Journal (ab 23. Februar im Handel oder in unserem Online Shop erhältlich).

Und wenn du mehr möchtest, dann drehst du im Anschluss noch deine eigenen Lieblingssongs auf und fließt weiter, zu allem, was dir Freude bereitet! Werde kreativ und lass dich ermutigen, Tanz, Yoga und deine Lieblingsmusik zu verbinden! Gib dich der Bewegung hin und genieße oder sei auch mal mutig und finde mit ihr kleine, persönliche Herausforderungen auf der Matte.


Franzi Wagner Yoga Playlist

Mit ihren Stunden, Workshops und Sessions möchte Franzi zu einem bewussten, positiven Körpergefühl beitragen und Menschen dazu bestärken, ihr inneres Feuer zu finden. Mit ihrem eigenen Konzept CONTEMP YOGA verbindet sie Contemporary Dance und Yoga in einem ganz eigenen Format: In ihren Workshops leitet sie Improvisationen an und führt dann durch fließende Sequenzen, getragen von der Atmung und Musik.

Offline findest du Franzi in verschiedenen Studios in München. Online kannst du an ihren Stunden & Workshops ganz einfach von überall aus teilnehmen. Alle Infos findest du unter www.franziwagner.com oder du folgst Franzi auf Instagram.

Übrigens: Vielleicht willst du uns auch mal deine Lieblings-Playlist zusammenstellen? Dann melde dich unter redaktion@yogajournal.de, auf Facebook oder Instagram bei uns. Wir freuen uns von dir zu hören. Mehr Playlists findest du hier.

Koshas – die Lehre von den fünf Körperhüllen von Anna Trökes

Koshas Yogaphilosophie

Schon lange bevor sich die Lehren des Tantra entfalteten, wussten die Yogis aus ihrer Selbsterfahrung heraus, dass sie mehr sind als nur der physische Körper. Anna Trökes erklärt uns kurz und einfach das Grundprinzip der Koshas.

Bereits in der Taittiriya-Upanishad wurde ein Modell des menschlichen Seins entworfen, das ihn um einen feinstofflichen Körper (sukshma sharira) ergänzt. Diese Differenzierung in fünf Hüllen (koshas) wurde im Tantra und vor allem im Hatha-Yoga zu einer wichtigen Grundlage, um Körper- und Atemübungen, Energielenkungen, Visualisierungen und Meditationen entwickeln zu können. Diese ermöglichen es uns zu erfahren, dass sich die Tattvas wieder „einfalten“ lassen, indem der/die Übende sich mit seinem/ihrem Bewusstsein zunehmend aus dem grobstofflichen Körper zurückzieht bis hin zur alleinigen Ausrichtung der Wahrnehmung auf die allerfeinste Schwingungsebene.

So werden die fünf Koshas unterteilt

Was sind die 5 Koshas

Der Annamaya-Kosha ist unser physischer Körper. Er bildet sich aus der Nahrung, die wir zu uns nehmen, und wird als grobstofflicher Körper angesehen. Er wirkt im Leben wie ein „Anker“ für die feineren Hüllen.

Der Pranamaya-Kosha ist unser Energiekörper, auch Ätherkörper genannt. Sein Prana durchdringt den grobstofflichen Körper vollkommen und sorgt dafür, dass alle Prozesse des Lebens in sinnvoller und intelligenter Weise aufrechterhalten bleiben. Wenn der Prana den Körper verlässt, bleibt der Annamaya-Kosha als tote Hülle zurück und zerfällt.

Der Manomaya-Kosha umfasst unseren Emotionalkörper und einen Teil unseres Mentalkörpers. Er ist das subtile Feld unserer Emotionen und Vorstellungen, die durch den Umgang mit der Welt ausgelöst werden, also der affizierte und geprägte Geist (manas) und dessen pranische Rückwirkung auf den grobstofflichen Körper. Auch diese Hülle durchdringt jede Zelle und wirkt aktivierend, lähmend oder ausgleichend auf den Gesamtorganismus ein.

Der Vijnanamaya-Kosha ist ebenfalls Teil des (höheren) Mentalkörpers und darüber hinaus des (unteren) sogenannten Kausalkörpers. Er repräsentiert auf mentaler Ebene die uns innewohnende Fähigkeit zu abstrakten Gedanken und Ideen und deren Manifestation. Auf übermentaler Ebene stellt er fühlendes Erkennen und tiefes Wissen dar, das sich nicht mit Worten beschreiben lässt, das wir aber in uns als stimmig und wahr erfahren können. Damit umfasst dieser Kosha auch unsere Fähigkeit zur Intuition und zu jeder Form sogenannter
übersinnlicher Wahrnehmung.

Der Anandamaya-Kosha ist die Sphäre des höheren Kausalkörpers, der Hülle der Seele, und die Erfahrung der Seele selbst. Er realisiert die absolute Glückseligkeit (ananda), die wir als unser Selbst (purusha) erleben, wenn wir uns vollkommen der Teilhabe am Absoluten öffnen und wieder mit dem Urgrund (Paramashiva) verschmelzen (laya).

Energetische Ausstrahlung durchdringt den ganzen Körper

Alle fünf Körper durchdringen sich und wirken aufeinander ein, wobei jedoch vor allem die feineren Hüllen auf die gröberen wirken. Je feinstofflicher – das heißt je feiner in der Schwingung – die Erfahrung ist, desto mehr transzendiert sie den Verstand und die Energie, die im Körper wirkt und die er ausstrahlt. Diese mentale, emotionale und energetische Ausstrahlung durchdringt schließlich den ganzen Körper eines Menschen, und zwar teilweise so stark, dass sie sich sogar noch über eine Fotografie mitzuteilen vermag. Im Verlauf der spirituellen Praxis soll sich allmählich ein Kosha nach dem anderen entfalten und zu schwingen beginnen, bis der ganze Mensch von den feinstofflichen Schwingungen des Verstehens, des tiefsten Wissens durchdrungen ist und dann zum Ausdruck der Gegenwart Gottes in der Welt wird.

Anna Trökes über unsere feinstoffliche Anatomie im YogaWorld Podcast:


Aktion Kleine Helden Anna Trökes

Anna Trökes gilt nicht umsonst als die einflussreichste deutsche Yogalehrerin: Sie hat seit 1974 unzählige Menschen unterrichtet und über Jahrzehnte die Yogalehrerausbildung des BDY geprägt. Ihre über 30 Bücher und CDs wurden in 13 Sprachen übersetzt und haben viel zur heutigen Beliebtheit und Verbreitung von Yoga beigetragen. Dieser Auszug über die Koshas stammt aus dem Buch „Die kleine Yoga-Philosophie. Grundlagen und Übungspraxis verstehen“ von Anna Trökes.

Mehr Info: prana-yogaschule.de

Lies auch: Sally Kempton’s Artikel über die fünf Körperhüllen…