Stress als Vata-Störung – Interview mit Ayurveda-Experte Remo Rittiner

Die Grundkonstitution eines Menschen wird in der indischen Weisheits- und Gesundheitslehre Ayurveda durch die drei Doshas beschrieben: das luftige Vata, das feurige Pitta und das erdige Kapha. Besonders Vata steht in Zusammenhang mit dem Stress-Phänomen. Darüber hat die Gesundheits-Expertin Mag. Christina Kiehas mit dem Schweizer Ayurveda und Yogatherapie-Spezialisten Remo Rittiner gesprochen.

Text: Christina Kiehas

Vielleicht hast du schon von den Doshas gehört und davon, dass es im Ayurveda vor allem darum geht, diese im Gleichgewicht zu halten. „Ayur“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Leben. Im Ayurveda – dem Wissen vom Leben – geht es darum, gesund zu bleiben, und zwar auf allen Ebenen, die das Menschsein umfasst. Die Grundlage für die individuelle Heilbehandlung im Ayurveda stellen die sogenannten Doshas dar. Sie kennzeichnen etwa die körperliche, geistige und seelische Beschaffenheit eines Menschen. Man kann auch sagen, dass sie auf eine Art unseren Charakter formen.

Die Doshas und ihre entsprechenden Elemente

Der Mensch wird in der ayurvedischen Lehre als Mikrokosmos der Welt betrachtet. Alle Elemente des Makrokosmos (der Welt) finden sich auch im Mikrokosmos Mensch, so zum Beispiel in seinen fünf Sinnen: Hören (Raum), Sehen (Feuer), Riechen (Erde), Fühlen (Luft) und Schmecken (Wasser). In jedem von uns sind diese Elemente unterschiedlich ausgeprägt, und so ist jeder von uns auch mit ganz individuellen Stärken und Schwächen gesegnet. Die Grundkonstitution eines Menschen wird im Ayurveda über die Doshas beschrieben. Man spricht von Vata, Pitta und Kapha. Die Doshas wiederum setzen sich aus den genannten fünf Elementen zusammen.

Das Typen-ABC

VATA besteht aus den Elementen Luft und Raum und gilt als Lebensenergie. In unserem Körper reguliert es alle Aktivitäten. So ist es verantwortlich für die Atmung, das Nervensystem und die Bewegung. Ist Vata im Gleichgewicht, sorgt es für Flexibilität, Kreativität und Leichtigkeit. Ist es im Ungleichgewicht, kann es Nervosität hervorrufen, Schlaflosigkeit oder Blähungen.

PITTA besteht aus den Elementen Feuer und Wasser und gilt als Energie der Erhitzung. In unserem Körper reguliert es alle biochemischen Vorgänge, ist verantwortlich für den Stoffwechsel und die Verdauung. Ist Pitta im Gleichgewicht, sorgt es für Aufnahmebereitschaft, Verständnis und Lernfähigkeit. Ist es im Ungleichgewicht, kann es Wut hervorrufen, Verdauungsstörungen oder Entzündungen.

KAPHA besteht aus den Elementen Wasser und Erde und gilt als formende Energie. In unserem Körper reguliert es den Aufbau der Körperstrukturen und ist verantwortlich für Gelenkigkeit und Stabilität. Ist Kapha im Gleichgewicht, sorgt es für Ruhe und Liebe. Ist es im Ungleichgewicht, kann es Gier, Erkältungen oder Fettleibigkeit hervorrufen.

Bei den meisten Menschen dominieren ein oder zwei dieser Doshas. Im Idealfall befinden sich diese Doshas im Gleichgewicht, dann fühlen wir uns ausgeglichen, sind gesund und freudvoll. Gerät allerdings ein Dosha ins Übermaß, so führt dies zu einer Imbalance im gesamten Organismus. Vor allem Stress kann die Doshas aus dem Gleichgewicht bringen. Davon betroffen sind vor allem Vata und Pitta. Meist geht uns irgendwann das Feuer aus, dennoch bleiben wir in Bewegung, so manifestiert sich Stress oftmals über den Bewegungsapparat.

Erfahre hier, wie du mit Ayurveda deine Resilienz gegenüber Ängsten und Stress stärken kannst.

Ich habe mich mit dem erfahrenen Ayur Yogatherapie-Experten Remo Rittiner unterhalten und ihn gebeten, uns etwas genauer über diese Vata-Störung zu informieren. Wir gehen dabei auch auf die Wirkweisen des Yoga ein, das eine sehr enge Beziehung zum Ayurveda pflegt. Du erfährst, warum Yoga einen so wunderbaren Ansatz bei Stress gewährt und bekommst auch ganz konkrete Übungen, die einen Vata-Überschuss balancieren.

Remo Rittiner im Interview

Christina: Remo, du bist AyurYoga-Therapie Experte. Das Wort „Ayur“ unterstreicht bereits die Bedeutung des Ayurveda in dieser Form des Yoga, das du bereits seit 25 Jahren prägst. Aus dieser Erfahrung heraus beschreibst du Stress als Vata-Störung. Kannst du dies für uns näher erläutern?

Remo: Unruhe und Kreisen der Gedanken reizen den Sympathikus – er wird überstimuliert, wohingegen der Parasympathikus unterdrückt wird. Diese sogenannte Wind-(Vata-)störung führt dazu, dass sehr viel Energie verbraucht wird. Man kommt in die Müdigkeit, in die Erschöpfung, leidet unter Konzentrationsschwäche. Sie führt zu sehr viel Anspannung im Körper. Rückenschmerzen, aber auch Schlafprobleme sind typisch für Vata-Störungen.

Hier sind 10 Tipps, wie du mit Ayurveda deine Schlafqualität verbessern kannst.

Man kommt also aus dem Rhythmus, da man sich in einer Überfunktion befindet: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck ist erhöht – das ganze System ist hochgefahren. Man könnte aus ayurvedischer Sicht sagen, jetzt ist man durch den Wind. Gekennzeichnet ist dieser Zustand durch übersteigertes Denken, viele Emotionen, denen man immer wieder nachgeht. Darüber geht auch die Erdung verloren, man ist dann in einem abgehobenen Zustand. Letztlich landen Betroffene oft jäh. Darum ist es wichtig, sich gut zu erden, sich im Körper zu verankern, und gleichzeitig Ruhe zu finden wie auch Entspannung. Das fehlt vielen, gerade in der jetzigen Zeit. Viele Menschen sind nicht mehr geerdet, sind sehr bewegt von Meinungen und Meldungen, Emotionen, Gedanken, Konzepten – sehr unruhig im Geist. Sie sind quasi nicht bei sich. Fehlende Ruhe und mangelnde Erdung sind eine schlechte Kombination. Und man muss sich vorstellen: 80 % aller Krankheiten sind Luft- also Vata-Störungen.

Tiefenentspannung ist für die Vata-Balance sehr wichtig

Remo Rittiner

Christina: Wie kann ich mir im Falle einer Vata-Störung mit Yoga helfen?

Remo: Entscheidend ist: Wie atmest du, wie bewegst du dich? Schnell? Dann wirst du dein Vata nicht beruhigen. Sehr unrhythmisch? Auch dann wirst du dein Vata nicht ausgleichen. Ist es ehrgeizig? Auch dann findest du keinen Ausgleich. Vata braucht vor allem langsame, ruhige Bewegungen und es braucht Rhythmus, den im Idealfall der tiefe Atem gibt. Es braucht auch Entspannung, wie etwa Shavasana, Meditation, Atemtechniken. Tiefenentspannung ist für die Vata-Balance sehr wichtig. Wenn es uns also gelingt, das Nervensystem mit den Yoga-Techniken zu balancieren, dann ist auch die Gesundheit im Lot. Denn dann aktivieren wir den Vagus-Nerv und Ruhe kann einkehren. Ich selbst habe dazu ein YouTube-Video aufgenommen, das Fokus und Ruhe vereint.

Auf diese Weise kann sich der zerstreute Geist des Vata-Typs – dieser Typus hat ja immer sehr viele Ideen, ist sehr kreativ – zentrieren. Vata-Menschen fehlt manchmal der Fokus, wenn sie nicht in Balance sind, deshalb ist neben Ruhe auch Fokus zentral. Ruhe, Rhythmus, Erdung, Fokus und Struktur unterstützen das vegetative Nervensystem und somit die Vata-Balance und Resilienz.

3 Übungen, um aufgewühltes Vata zu beruhigen

Christina: Remo, du hast bereits dein Video erwähnt, das sich sicher gut als Ansatz eignet. Hast du eine konkrete Übung, die du unseren Leser*innen ans Herz legen kannst, um das Vata-Dosha zu beruhigen? Eine Übung, die bei dir gut wirkt, wenn Vata aus der Balance kommt.

Remo: Für mich ist es am besten, mich hinzulegen und mich ganz aufs Fallenlassen zu konzentrieren. Dann spüre ich zum Kontakt mit dem Boden hin – von den Fersen bis zum Kopf. Damit komme ich im Körper und in der Erdung an. Gleichzeitig geht es darum, nichts zu tun – nicht zu denken, nichts zu machen, also wirklich in die Ruhe zu kommen. In diesem Fall ist es Shavasana ohne Affirmation oder Mantra, es ist einfach ein Fallenlassen und die Ruhe in sich finden. Das ist für mich eine sehr gute Übung, um Vata sofort zu beruhigen.

Shavasana
Foto von fizkes via Canva

Ein etwas aktiveres Beispiel ist die Bauchatmung, wo ich ganz bewusst den Ausatem verlängere. Wenn man das Atmen mit Zählen kombiniert, kommt man auch gut in einen Rhythmus. Dazu kann man auch die Hände auf dem Bauch auflegen, um sich und die Atmung besser zu spüren.

Was auch sehr wichtig ist und ich empfehlen kann, ist, sich einen Moment hinzusetzen, ruhig zu werden und zu schauen, was will ich wirklich? Diese Übung kann man gut in den Alltag einbauen. Da sprechen wir wieder die Bedürfnisse des Ruhigwerdens und des Spürens an: Was brauche ich jetzt? – darum geht es.

Also: Entspannung, Atmung oder das in die bedürfnisorientierte Ruhe gehen, das sind drei Top-Übungen für mich, die ich auch selbst praktiziere, vor allem wenn ich merke, jetzt war ich nicht so in meiner Balance, jetzt bin ich zu stark ins Pitta gegangen oder ich war nicht fokussiert. Diese Übungen bringen mich wieder in die Mitte.

Warum Yoga ein Wundermittel gegen Stress ist

Christina: Aus deinen Ausführungen geht ganz klar hervor, Yoga bietet einen idealen Ansatzpunkt hinsichtlich Stressbewältigung und Stressmanagement. Warum wirkt Yoga in diesem Fall so gut?

Remo: Das wichtigste ist eigentlich die Atmung – das ist die eine Seite. Denn mit der Atmung können wir wirklich sofort das Nervensystem beeinflussen – willentlich! Wir können sie steuern. Indem wir den Atem sanft und langsam führen, verändern wir sofort die Gefühle, die Gedanken, aber auch den Muskeltonus und die Verdauung. Sicher, man kann sich auch mit Yoga stressen – im Druck, der Anspannung verhaftet bleiben, wenn du zum Beispiel zu fest presst, etwa bei der Ujjayi-Atmung. Wirklich fließen lassen – das ist elementar.

Und das zweite: Durch die Bewegung, durch die Asanas kommt man ins Lösen: Anspannung, gestaute Energie, Muskelverspannungen, blockierte Atmung, wodurch Druck im Herzbereich entsteht, all das darf sich im Körper lösen. Durch die Asanas kommt man auch ins Spüren, man kommt in Kontakt. Man steigt quasi vom Kopf aus und in den Körper ein – das sich wieder Wahrnehmen wird geschult. Das hilft enorm, beispielsweise in die Erdung zu kommen, zu entspannen, präsent zu sein, in der Achtsamkeit und dabei im Jetzt anzukommen.

Hier geht’s zu einer schönen Mini-Yogapraxis für Ruhe und Erdung.

Yoga ist sanft, meditativ, achtsam und nicht auf Leistung ausgerichtet, es unterstützt das In-Kontakt-Kommen und -Sein mit sich selbst. Die „glückliche Anstrengung“ ist sehr wichtig, denn sehr ehrgeiziges Yoga, quasi Yoga als Gymnastik oder Work-out, kann Stress sogar noch verstärken. Wenn man Krankheiten hat oder Störungen, kann es sogar das Ungleichgewicht verstärken. Wir sollten darauf schauen, das Maß beim Yoga zu finden, das uns in die Mitte bringt. Ein Mensch, der es ein bisschen feuriger braucht, steigt aus, wenn es zu sanft ist. Wichtig ist also zu schauen, welches Yoga passt heute am besten – das ist der Hauptsatz von Krishnamacharya:

„Finde das Yoga, das jetzt für dich passt.“

– Krishnamacharya

Das, was du gestern gemacht hast, muss heute nicht stimmig sein. Schaue: Wie ist das Wetter heute, wie geht es deinem Körper, merkst du etwas in deinen Gelenken, wo hast du Verspannungen – dann wähle Übungen und Techniken, die dich genau da abholen und dich da hinbringen, wo du hinwillst, nämlich in die Balance. Bei Yoga bedeutet das von der Dysbalance in die Balance zu kommen: zu viel Denken, zu schnelles Atmen, zu viel Bewegung im Geist bedeutet Imbalance. Um in die Balance zu kommen, geht es also um weniger.

Yoga hat auch psychisch – durch die Entspannung und Meditation – die absolute Topwirkung. Yoga bringt den Geist zur Ruhe, das ist eigentlich der Schlüssel: Je ruhiger dein Geist ist, desto entspannter bist du. Ein leerer Geist kennt keine Sorgen. Ein entspanntes Herz ist zufrieden, ist glücklich. Ein angespanntes Herz, das unter Druck ist, beschreiben die Thailänder als ein „heißes Herz“, als jemanden, der heißblütig ist. Im Herzen, dem Sitz der Gefühle sind dann Gefühle wie Zorn stark, auch Ärger und Wut, und das schlägt sich letztlich auf den Bauch, die Galle, die Leber und es wird eng ums Herz. Yoga bringt uns aus der Enge wieder in den Raum – Raum in den Gelenken, in der Atmung und vor allem im Geist.

Die Weisen wie Buddha oder Patanjali sagen auch, es bringt uns aus dem Leiden. Es gibt keine Methode, die ich kennengelernt habe, die so ganzheitlich ist wie Yoga, weil es eben alles aus der Enge führt. Auf der Körperebene etwa gelangt man zu mehr Raum in der Dehnung, im Gelenk zu mehr Beweglichkeit. Auf der Ebene der Atmung, zeigt sich der Raum für das langsame Verlängern der Atmung. „Ayama“ (Pranayama; Prana und ayama) heißt ja verlängern. Wenn man Yoga regelmäßig praktiziert, bleibt man einfach beweglicher, gesünder und geistig fit.


Christina Kiehas Remo Rittiner

Mag. CHRISTINA KIEHAS ist mehrfach zertifizierte Yogalehrerin, spezialisiert auf Gesundheitsyoga & Ayur Yogatherapie wie auch Ausbildungsleiterin bei der Yoga Akademie Austria. „Yoga ist mein Lebensweg, Patanjali ist mein Lehrmeister, Meditation ist mein Ort der Ruhe, Anatomie ist mein Lernfeld, ferne Länder sind meine Passion, Musik ist mein Tanzfeld, Natur mein Kraftraum.“ Mehr zu Christina unter www.yogena.at.

REMO RITTINER ist mehrfacher Buchautor und einer der führenden Experten für Yogatherapie. Er ist der Gründer von Ayur Yogatherapie. Diese verbindet Yoga mit Ayurveda, westlicher Anatomie und Psychosomatik zu einem ganzheitlichen Konzept. Mehr zu Remo unter www.ayuryoga.ch.


Titelbild: Anthony Tran via Unsplash.


Du möchtest noch mehr über Ayurveda erfahren? Höre dir gerne unser Podcast-Interview mit Dr. Annette Müller-Leisgang an:

#37 Sozialarbeit durch Yoga

Cornelia Brammen über die gesellschaftliche Relevanz von „Yoga für alle“ 

Heute geht’s im YogaWorld Podcast um Sozialarbeit durch Yoga. Was bedeutet das? Die vielfältigen positiven Wirkungen von Yoga auf unser Leben gelten mittlerweile als erwiesen. Yoga hilft unter anderem gegen Stress, Schmerzen und Müdigkeit. Yoga kann ganz einfach zu unserem Wohlbefinden beitragen, aber auch ganz konkret in Krisen oder anderen schwierigen Lebensumständen ein Anker sein. Oft wird Yoga sogar therapiebegleitend eingesetzt. Jedoch hat nicht jeder Mensch ohne weiteres Zugang zur Yogapraxis und zum Yogawissen. Und genau hier setzt soziales Yoga an. Kundalini-Yogalehrerin Cornelia Brammen, hat 2014 den Verein „Yoga für alle e.V.“ ins Leben gerufen und widmet sich seitdem leidenschaftlich der Aufgabe Yoga zu denjenigen zu bringen, denen der Zugang aus eigener Kraft nicht möglich oder erschwert ist. 

Im Interview mit Susanne erzählt Conny von dem Programm „Yogahilft“ und beschreibt dabei die verschiedenen Bereiche, wie Kinderyoga in Brennpunktschulen, Seniorenyoga bei Altersarmut oder Yoga im Strafvollzug. Anhand von konkreten Beispielen arbeitet Conny den Unterschied zwischen sozialem Yoga und Lifestyle Yoga heraus und teilt Geschichten, wie sie und ihr Team mit unermüdlichem Einsatz das Motto „Yoga für alle“ in die Tat umsetzen. Telefonyoga ist nur eine von vielen kreativen Ideen, die so entstehen durften. Zudem erklärt Conny, warum Yoga immer mehr gesellschaftliche Relevanz erhält. Dann verrät sie, wie sich ihr Blick auf Yoga durch die Verknüpfung mit sozialer Arbeit verändert hat und welche Zukunftsvision sie antreibt.

Hier geht’s zur Website von Yogahilft: https://www.yogahilft.com

Nachhaltiger Yoga-Urlaub im Hotel Lindenwirt im Bayerischen Wald

Yoga Urlaub Bayerischer Wald

Am Rande des Bayerischen Waldes inmitten der sanften Zellertaler Bergwelt liegt eines der traditionsreichsten Top Wellnesshotels in Bayern. Wo einst ein Bauernhof stand, befindet sich heute das Hotel Lindenwirt. Wir stellen euch die wunderbare Yoga-Urlaubslocation vor. //anzeige

Die hohe Linde vor der Tür erinnert noch immer an die Gründung im Jahr 1950. Seitdem gab es einige Neuerungen, um den Aufenthalt in dem 4 Sterne Hotel für seine Gäste zu einem unvergleichbaren Wohlfühl-Erlebnis zu machen. Sein bis ins kleinste Detail ausgefeiltes, nachhaltiges Konzept zeichnet das Hotel aus. Im Hotel Lindenwirt ist „naturnah“ kein Klischee, sondern wird ganz einfach gelebt. Sozusagen die „neue Ehrlichkeit“, ohne jeglichen Pomp und Wellnesskitsch.

Verwurzelung in der eigenen und die Faszination für andere Kulturen ist einer der Grundgedanken hinter dem ganzheitlichen Lindenwirt-Konzept „Wellness meets Oneness“: Die Blockhaussauna mit Bayernwaldruhe gehört ebenso zum Hotel Lindenwirt wie die chinesische Bewegungsform Qi Gong und die traditionelle indische Heilkunst Ayurveda. Die Wirtsfamilie legt zudem großen Wert darauf, dass jeder seine individuelle Freiheit, seine eigene Vorstellung von Urlaub leben kann. „Oneness“ ist die Einladung zu einem ganzheitlichen Vital- und Gesundheitskonzept von höchster Qualität, das alle Sinne anspricht, um zu einem neuen Einssein mit sich und der Welt zu kommen.

Balance finden im neuen Yoga- und Vitalhaus

Yoga, Meditation und Gesundheitskurse zur Entspannung und Weiterbildung im Yoga- und Vitalhaus Samhita. Der Name Samhita stammt übrigens aus der vedischen Kosmologie und bedeutet „die Einheit – Oneness – die Ganzheit und das Feld oder der Ort aller Möglichkeiten“. Alle Naturgesetze entspringen aus dem Feld aller Möglichkeiten – aus Samhita.

Am Waldrand gelegen befindet sich das neue Yoga- und Vitalhaus Samhita – für alle, die Yoga im Einklang mit der Natur ausüben möchten. Der Begriff Samhita stammt aus der vedischen Kosmologie und bedeutet Einheit. Eins sein mit sich – ganz nach dem Motto des Hotel Lindenwirt. Das neue Yoga- und Vitalhaus mit bodenlangen Glasfronten wurde nach Kriterien des Vastu, der älteren Form des Feng-Shui, erbaut. Im Samhita finden täglich Yoga- und Gesundheitskurse zur Entspannung und Weiterbildung statt. Es bietet aber auch Raum für private Yogaübungen. Umringt von der kraftvollen Natur des Bayerischen Walds können Gäste bei frühmorgendlichen Asanas, stillem Qi Gong, Meditation oder Traumreisen ihrem Körper und ihrer Seele Gutes tun. „Wir hoffen, dass unsere Gäste die gelernten Techniken in ihren Alltag integrieren. Denn wir möchten ihnen über ihre Ferien hinaus etwas mitgeben, nämlich mehr Gelassenheit in einer hektischen Welt“, so Hotelleiterin Maria Geiger, die selbst gerne beim Yoga entspannt und teilweise auch die Yogakurse leitet.

  • Yoga Urlaub Bayerischer Wald Hotel Lindenwirt
  • Yoga Urlaub Bayerischer Wald Hotel Lindenwirt
  • Yoga Urlaub Bayerischer Wald Hotel Lindenwirt
  • Yoga Urlaub Bayerischer Wald Hotel Lindenwirt

Ein weiterer Ort der Muße ist die einzigartige, großzügige Gartenanlage. Aber auch im Tilia Spa kann etwa auf der Panoramaterrasse mit Blick in den Garten meditiert und neue Energie aufgenommen werden. Ob eine Auszeit in Form eines Yoga Retreats oder individuelle Yoga-Tage – das Hotel Lindenwirt hat individuelle Angebote für einen Wohlfühlurlaub ganz im Zeichen von Gesundheit und Genuss. Die Yoga-Einheiten sind angepasst für Anfänger*innen, unter besonderer Berücksichtigung der Erfordernisse von Rücken und Hals. In Rahmen des Lindenwirt Vitalprogramms haben die Gäste die Möglichkeit, tägliche Yogakurse (außer Sonntag) kostenfrei mitzuerleben.

Yoga-Ferien mit SatyanandaYoga und meditative Wanderungen

In dieser Yoga-Ferienwoche kann sich jeder ganz nach seinem Geschmack verwöhnen lassen – bei ausgiebigen morgendlichen Yogaeinheiten sowie Yoga Nidra und Meditationen an den Nachmittagen. Eine muskellockernde Rückenmassage und das Lindenwirt Vitalprogramm runden das einzigartige Angebot ab.

Natur-Highlight Waldbaden

Ein bewusster, achtsamer Aufenthalt im Wald. Töne, Gerüche und Farben des Waldes bewusst wahrnehmen und mit dem eigenen Rhythmus in Harmonie setzen, um Körper und Seele in eine nachhaltige Übereinstimmung mit der Umwelt zu versetzen. Das bewusste Erleben des Waldes schärft zugleich die Sinne und sorgt für innere Ausgeglichenheit und Ruhe. Durch den Aufenthalt im Wald verringern sich laut jüngsten Studien Angstzustände, Depressionen und Wut. Für das Hotel Lindenwirt begleitet Tourguide Reinhard Weikl die Gäste wöchentlich bei einer meditativen Wanderung. Diese verbindet verschiedene Weisen der Meditation und einfache Yogapraktiken.

Preisbeispiel

Lindenwirt Kurzurlaub

2 Nächte im DZ ab 376 € p.P. inkl. Lindenwirt ¾ Verwöhnpension,
1x individuelle Aromaölmassage und Lindenwirt Vitalprogramm.
Rundum-Wohlgefühl mit ¾ Verwöhnpension: Die frische Küche mit regionalen Bio-Produkten, die Lage im Naturpark, die familiäre Atmosphäre, das umfangreiche Wellnessangebot und sein nachhaltiges Konzept machen den Aufenthalt im Hotel Lindenwirt zu einem unvergesslichen Natur- und Wellnesserlebnis.

Naturbadesee Hotel Lindenwirt

#36 Yogastile: Jivamukti Yoga

Moritz Ulrich spricht über Beziehungen, Gott und spirituellen Aktivismus

Heute nehmen wir uns im YogaWorld Podcast mal wieder einen Yogastil vor: Jivamukti Yoga. Das ist ein relativ moderner und dynamischer Yogastil aus den USA, der aber gleichzeitig auch viel Wert auf klassische yogische Werte legt. Welche das sind, erklärt Yoga- und Sanskritlehrer Moritz Ulrich im Gespräch mit Susanne.

Moritz erzählt, wie er bereits mit 13 Jahren zum Yoga gekommen ist und dann letztlich beim Jivamukti landete. Dabei bezeichnet er Jivamukti Yoga als „all inclusive“. Er erläutert, warum jede Stunde im Jivamukti Yoga ein bestimmtes Thema hat und warum die Hingabe zu dem mitunter abstrakten Begriff „Gott“ eine große Rolle spielt. Außerdem verrät Moritz warum als Jivamukti Yogi*ni ein veganer Lifestyle obligatorisch ist und was das mit spirituellem Aktivismus zu tun hat. Willst du wissen, wie Yoga und wilde Pop- und Elektrosounds zusammenpassen?

Elementar Reisen: Brauchst du eine Auszeit?

Der Reiseveranstalter Elementar Reisen weiß, worauf es bei deiner Auszeit ankommt: inspirierende Atmosphäre, offene Bewegungs- und Kreativangebote, Raum für Rückzug, paradiesische Natur… Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es zum Glück nicht. //anzeige

Irgendwie haben meine Freundinnen und ich gerade alle das gleiche Problem: Wir stecken im Alltag fest, von überall her kommen nur negative News und uns geht ein wenig die Kraft aus. Zumindest meine Mädels und ich sind außer Puste und zwar ganz egal ob mit Familie, Kindern, Job und Schule oder ohne. Wir brauchen eine Auszeit. Und zwar nicht mit Kind und Kegel am vollen Strand, sondern ganz für uns. Denn nur wenn unsere Akkus aufgeladen sind, können wir auch für andere da sein – für den Beruf, für die Kleinen, für unsere Partner oder auch einfach nur für uns. Was ich mir vorstelle? Eine Reise, auf der ich zur Ruhe komme, Zeit für mich habe, Neues entdecke, Gleichgesinnte treffe (wenn ich gerade Lust darauf habe) und – ja das gehört für mich unbedingt dazu – mich fühle wie im Paradies.

Persönliche Beratung für deine individuelle Reise

Genau hier knüpft Petra Summer, die Inhaberin von Elementar Reisen, mit ihrem Angebot an. Sie ist Touristikfachwirtin, Yogalehrerin, Entspannungskursleiterin und Qigong-Lehrerin. Ihr Ziel: Reisende sollen ihre ganze Energie für schöne Dinge nutzen und nicht für organisatorische Nebensächlichkeiten. Der Erholungseffekt steht klar im Vordergrund, genau wie die persönliche Beratung. Die Reisespezialistin kennt alle ihre Häuser und Partner persönlich und geht ganz gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Kund*innen ein: Soll es zum Beispiel aktiver sein oder eher entspannt? Will man kreative Angebote nutzen? Wichtig ist ihr auch, dass die jeweilige Destination, das Haus und das Angebot ihre Kundschaft spontan aus dem Bauch heraus ansprechen. Dabei sind alle ihre Angebote so ausgerichtet, dass sie problemlos allein bereist werden können. Frei nach dem Motto „Alleine reisen, aber nicht alleine sein“, finden Reisende genau so viel Anschluss, wie sie gerade möchten.

Yogareisen und Ayurvedareisen

Für unsere Redaktion besonders spannend: das Angebot in Sachen Yoga und Ayurveda. Wir wollen eine unbeschwerte Zeit verbringen und gleichzeitig Körper und Geist etwas Gutes tun. Mit täglichen Yogaklassen, Qigong, Pranayama und Meditation – wenn uns dabei noch eine sanfte Meeresbrise um die Nase weht, ist es umso besser. Das finden wir zum Beispiel in der Lykia Lodge mit weitem Blick auf die Bucht von Adrasan in der Türkei. Je nach Reisepaket heißt es: Wandern in Kombination mit täglichen Yogaeinheiten, Meditation und Yoga Nidra. Dazu vegetarisch/vegane Küche und eine Terrasse mit großem Quellwasserpool. Wann geht’s los? Neben den klassischen Yogareisen kannst du mit Intensivseminaren noch tiefer gehen: das heißt, eine Woche lang ausgiebig Yoga, Qigong, Meditationen oder geführte Wanderungen.

Ayurveda pur erlebst du zum Beispiel im Bethsaida Hermitage, einem authentischen Ayurveda Resort, wo die Reinigungs- und Verjüngungskur in der Tradition der überlieferten ayurvedischen Heillehre durchgeführt wird. Alle Behandlungen werden nach ärztlicher Verordnung kompetent und von jeweils bis zu zwei Therapeut*innen durchgeführt. 

Frauenreisen und mehr

Die Reisen, die Petra Summer anbietet, richten sich nach ganz speziellen Bedürfnissen: So gibt es zum Beispiel Frauenreisen, auf denen man – oder eher „frau“ – die Zeit mit schönen und anregenden Gesprächen unter Gleichgesinnten verbringt oder die Seele in paradiesischen Gärten etwa an der türkischen Küste lässt. Yoginis tanken bei speziellen Yogareisen neue Kraft – unter freiem Himmel, zwischen Olivenbäumen, am Strand und bei offenen Bewegungs- und Kreativangeboten.

Reiseziele bei Elementarreisen:

Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Indien, Italien, Madeira, Marokko, Neuseeland, Österreich, Polen, Portugal, Spanien und Thailand.


Petra Summer ist Reiseverkehrskauffrau und Touristikfachwirtin, Yogalehrerin, Entspannungskursleiterin und Qigong-Lehrerin und Inhaberin von Elementar Reisen.

„Bei Reisen fällt mir oft auf, dass wir unsere Kraft und Energie für organisatorische Dinge verwenden, anstatt sie für die Dinge zu nutzen, die uns am Herzen liegen. Aus diesem Wissen heraus möchte ich dir helfen, deine Ressourcen ganz für deine eigene Ausrichtung und für dein Wohlbefinden zu nutzen und die richtigen Plätze mit gleichgesinnten Menschen zu finden.“

Bilder: Lykia Lodge

Mehr Infos auf elementar-reisen.de

Die Kraft des Tantra erleben – Yoga-Praxis von Rod Stryker

Laut Tantra gibt es keine Energie in der Welt, die nicht auch in deinem Körper vorhanden ist – und umgekehrt keine Energie in deinem Körper, die nicht auch in der Welt ist. In dieser Übungssequenz bekommst du einen Eindruck davon.

Text & Sequenz: Rod Stryker / Fotos: Jeff Nelson

Bevor du beginnst:

Die Sequenz facht die Energie im Nabel-Chakra an, dem Sitz deiner Willenskraft und Vitalität. Von dort soll sie durch die anderen Chakras hindurch bewegt werden und ins Kronen-Chakra aufsteigen. Konzentriere dich deshalb beim Üben vor allem auf das Wahrnehmen deines Atems, auf die Mantras und den subtilen Fluss von Energien. Das Ziel: mehr Selbstvertrauen, Mut und Klarheit.

1. Tadasana: Berghaltung mit Atembewegung

Steh aufrecht und aktiviere deine Beine, indem du die Schienbeine behutsam etwas zueinander hin und die Kniescheiben nach oben ziehst. Der Bauch ist sanft gehoben, die Schlüsselbeine dürfen sich ausbreiten (Tadasana). Dann führst du einatmend die Arme über vorne nach oben. Dabei konzentrierst du dich darauf, Brust und Rücken mit deinem Atem zu füllen. Ausatmend senkst du die Arme und ziehst zugleich den Nabel nach innen. Zum Ende der Ausatmung drückst du bewusst die Luft aus den Lungen.

6 Wiederholungen

2. Utkatasana: Stuhl oder Stehhocke, dynamische Variante

Setz deine Füße in Tadasana mindestens in einen hüftbreiten Abstand, bevor du einatmend erneut deine Arme hebst. Ausatmend ziehst du den Nabel Richtung Wirbelsäule, beugst die Knie und bewegst den Oberkörper nach vorn, bis er auf den Oberschenkeln ruht. Lass Arme und Kopf locker hängen, dabei sollten die Sitzknochen nicht tiefer stehen als die Knie. Einatmend hebst du die Arme über vorn und richtest dich in die Stehhocke (Utkatasana) auf und von dort weiter in Tadasana.

6 Wiederholungen, bei der letzten hältst du Utkatasana 6 Atemzüge lang.

3. Bitilasana – Adho Mukha Shvanasana: Von der Kuh in den herabschauenden Hund

jeff nelson bitilasana tantra
jeff nelson adho mukha shvanasana tantra

Richte im Vierfüßlerstand die Hände schulterweit und die Knie hüftbreit aus. Die Finger sind gespreizt und kraftvoll am Boden verwurzelt. Einatmend hebst du Brust und Kopf und streckst die Körpervorderseite lang. Dabei wahrst du eine leichte Aktivität im unteren Bauch (Bitilasana). Stell die Zehen auf, bevor du ausatmend die Knie hebst, dein Gewicht nach hinten bewegst und die Wirbelsäule lang streckst (Adho Mukha Shvanasana). Mit der nächsten Einatmung senkst du die Knie wieder und hältst dabei den Bauch aktiv.

6 Wiederholungen, bei der letzten hältst du den Hund 6 Atemzüge lang. Dabei konzentrierst du dich einatmend auf das Heben des Beckens und ausatmend auf die Kontraktion des Bauchs. Das Kinn bewegt sich sanft Richtung Kehle.

4. Virabhadrasana 1: Heldenhaltung 1, dynamische Variation

Mach mit dem linken Fuß einen weiten Schritt nach vorn und beuge das linke Knie, bis es etwa senkrecht über dem Fußgelenk steht. Das hintere Bein ist gestreckt, der Fuß zeigt diagonal nach außen. Leg deine Hände beidseits des Nabels auf den Bauch und achte während der gesamten Übung darauf, den Bauch so zu stabilisieren, dass du nicht zu sehr ins Hohlkreuz kommst. Einatmend hebst du die Arme seitlich bis knapp über Schulterhöhe. Die Handflächen zeigen nach oben, du weitest bewusst die Herzgegend und bewegst Wirbelsäule und Brustbein aufwärts (Virabhadrasana I – Variation). Ausatmend führst du die Hände wieder auf den Bauch. Bleib einen Atemzug lang in dieser Haltung, dann wiederholst du den Ablauf. Sprich dabei im Stillen mit jeder Einatmung und jeder Ausatmung das Mantra Ram – diese Keimsilbe steht für Licht und transformierende Energie.

6 Wiederholungen, dann Seitenwechsel und erneut 6 Durchgänge

Die Silbe „Ram“ ist genau so wie „Om“ ein wichtiges Bija Mantra. Lies hier mehr dazu!

5. Prasarita Padottanasana: Vorwärtsbeuge aus der Grätsche

jeff nelson prasarita padottanasana tantra

Stelle deine Füße parallel in eine Grätsche und lege die Hände an die Hüften. Mit einer Ausatmung beugst du dich aus den Hüftgelenken heraus mit langer Wirbelsäule nach vorn. Leg deine Hände auf den Boden oder zwei Blöcke. Lass den Kopf hängen und zieh das Kinn sanft Richtung Kehle (Prasarita Padottanasana). Bleib 8–12 Atemzüge lang in der Haltung. Mit jeder Ausatmung konzentrierst du dich darauf, den Nabel nach innen zu ziehen und den Rücken abzuflachen. Dabei wiederholst du das Ram-Mantra und stellst dir vor, dass die dabei angesprochene transformierende Energie in der Gegend zwischen Schambein und Solar Plexus entfacht wird.

6. Agni Sara Kriya: Reinigende Feueressenz-Atempraxis

agni sara kriya jeff nelson tantra

Beuge dich in einem bequemen, hüftbreiten Stand bei leicht gebeugten Knien etwas nach vorn und stütze dich knapp oberhalb der Knie mit den Händen auf. Atme mit weichem Bauch ein, ausatmend bewegst du den Nabel wieder nach innen. Bleib während der nun folgenden Bewegung in der Atemleere, solange das für dich ohne Stress möglich ist. Lass den Bauch zunächst los, dann zieh ihn rhythmisch und kraftvoll nach innen und wiederhole erneut im Stillen das Ram-Mantra. Sobald du wieder Luft holen möchtest, entspannst du den Bauch und richtest dich auf. Dabei atmest du möglichst langsam und entspannt ein.

6 Wiederholungen

Erfahre hier mehr über Agni Sara und andere Kriyas (Reinigungsübungen).

7. Ardha Navasana: Halbes Boot, dynamische Variation

jeff nelson ardha navasana tantra

Du beginnst in der Rückenlage. Schieb die gestreckten Beine fest gegeneinander und hebe sie etwa eine Fußlänge vom Boden. Gleichzeitig hebst du deine Schultern und streckst die Arme längs des Körpers nach vorn. Arbeite dabei aktiv aus dem Bauch und halte Augen und Zehen etwa auf gleicher Höhe.

jeff nelson ardha navasana variation tantra

Zieh einatmend das linke Knie Richtung Brust und halte es dort 2 Atemzüge lang. Dann wechselst du zum rechten Bein und hältst wieder 2 Atemzüge. Anschließend streckst du beide Beine für 2 Atemzüge. Spüre das Feuer in der Gegend zwischen Schambein und Solar Plexus und wiederhole auch hier innerlich das Mantra Ram.

1–3 Wiederholungen

„Shakti ist der Inbegriff von Kraft. Im tantrischen Yoga verkörpern und lenken wir sie mithilfe von Techniken wie Asana, Mantra, Bandha und Pranayama.“

8. Tadaka Mudra: Siegel des leeren Sees

jeff nelson tadaka mudra tantra

Bewege in der Rückenlage mit einer Einatmung beide Arme gestreckt hinter den Kopf und verschränke die Finger. Ausatmend drehst du die Handflächen nach außen und ziehst das Kinn etwas Richtung Kehle. Strecke die Beine und ziehe die Zehen nach oben, wenn du nun beginnst, den Atem zu vertiefen. Dabei konzentrierst du dich einatmend auf die Länge in deiner Wirbelsäule. Ausatmend kontrahierst du den Nabel und stützt den unteren Rücken. Am Ende jeder Ausatmung bleibst du einen Moment in der Atemleere, lässt den Bauch los und saugst ihn nach innen (Uddiyana Bandha). Dabei hebt sich deine Brust weg von der Taille.

4–6 Wiederholungen

9. Shavasana

jeff nelson shavasana tantra

Entspanne dich möglichst vollständig in der Rückenlage: Die Füße liegen etwas weiter als hüftbreit und dürfen nach außen sinken, die Arme sind leicht vom Körper abgewinkelt, sodass die Handflächen sich nach oben öffnen können. Lass die Augen in die Augenhöhlen sinken und dein Gesicht von der Mitte aus nach außen fließen (Shavasana). Atme 5 Mal bewusst und mit vertiefter Ausatmung, dann überlässt du den Atem seinem natürlichen Fluss. Du ruhst im Gefühl müheloser Bewusstheit.

3–8 Minuten

10. Yoga Mudra: Siegel des Yoga, Variation mit Chin-Mudra

jeff nelson yoga mudra tantra

Nimm eine für dich bequeme Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen ein. Mit einer Ausatmung beugst du dich nach vorn und legst die Stirn am Boden, auf einem Block oder Kissen ab. Dabei richtest du die Höhe so ein, dass du dich in der Haltung entspannen kannst. Lege die Arme um deinen Rücken und greife mit der linken Hand um dein rechtes Handgelenk. Dabei legst du die rechte Daumen- und Zeigefingerkuppe aneinander und streckst die drei anderen Finger (Chin Mudra). Atme ruhig und gleichmäßig und konzentriere dich dabei auf die Gegend zwischen dem unteren Ende deiner Wirbelsäule und dem Solar Plexus. Wiederhole im Atemrhythmus erneut das Ram-Mantra.

8 Atemzüge

11. Prana Mudra: Siegel der Lebensenergie

Nimm eine für dich bequeme Sitzhaltung ein. Wenn du mit gekreuzten Beinen sitzen magst und deine Knie höher stehen als die Hüften, dann setz dich auf ein Kissen. Leg deine Hände in den Schoß, dabei berühren sich die Fingerspitzen und du formst ein nach unten zeigendes Dreieck. Schließ deine Augen und lenke die Aufmerksamkeit auf das untere Ende der Wirbelsäule, das Wurzel-Chakra. Atme vollständig aus und wiederhole dabei 3 Mal im Stillen das Mantra Om, den Laut des universellen Bewusstseins. Dann hebst du einatmend langsam die Arme zu den Seiten bis knapp über Schulterhöhe, die Handflächen zeigen nach oben. Während deine Hände sich von unten nach oben bewegen, passieren sie alle 7 Chakras:

  1. Muladhara – Wurzel-Chakra
  2. Svadhisthana – Sakral-Chakra
  3. Manipura – Nabel- oder Solar-Plexus-Chakra
  4. Anahata – Herz-Chakra
  5. Vishuddha – Kehl-Chakra
  6. Ajna – Drittes-Auge-Chakra
  7. Sahasrara– Kronen-Chakra
Hier findest du alle 7 Hauptchakras ausführlich erklärt.

Mache dir jedes einzeln bewusst und wiederhole dabei innerlich für jedes Chakra den Laut Om. Beim 7. Chakra angekommen, bleibst du noch einen Moment in der Atemfülle. Vielleicht kannst du dabei Wellen von Freude oder Kraft wahrnehmen, die durch deinen Körper aufsteigen. Dann senkst du die Arme langsam ausatmend wieder. Dabei wendest du die Handflächen zum Körper und denkst erneut für jedes Chakra Om, bis die Hände wieder dreieckförmig im Schoß liegen.

10 Wiederholungen

„Im Kern bedeutet Tantra: Energielenkung. Das eröffnet uns den Zugang zur Erforschung unserer inneren Landschaft.“

12. Meditation

jeff nelson meditation tantra

Bleibe anschließend aufrecht und mit geschlossenen Augen sitzen. Lenke die Aufmerksamkeit auf dein Herz-Chakra und lasse deinen Atem möglichst mühelos fließen. Stelle dir vor, dass du in deinem Herzen ruhst, als inneres Licht voller Präsenz.

2–5 Minuten


Rod Stryker

ROD STRYKER ist einer der bekanntesten Yoga- und Tantralehrer der USA. Auf den Bildern ist seine Schülerin Kerry Kleisner zu sehen, die seit 2007 ParaYoga bei ihm gelernt hat und es in Boulder, Colorado auch selbst unterrichtet.

Mehr zu Rod und ParaYoga unter www.parayoga.com.


Möchtest du mehr über Tantra erfahren? Anna Trökes erklärt dir in dieser Podcast-Folge alles, was du darüber wissen musst…

Tantra war das Titelthema unseres YOGA JOURNALS Nr. 83 – 05/22:

https://yogaworld.de/produkt/yoga-journal-nr-83-05-22-online-ausgabe/

Dr. Ronald Steiner: Alignment Cues für Adho Mukha Shvanasana

Dr. Ronald Steiner - herabschauender Hund

Der herabschauende Hund ist einer der wichtigsten Klassiker der Yogapraxis. Er wird nicht nur einzeln geübt, sondern auch in vielen Flows und als Ausgangspunkt für andere Haltungen. Eigentlich kann man sich nicht genug mit ihm beschäftigen. Hier erklären wir die wichtigsten Details.

Text: Dr. Ronald Steiner / Fotos: Richard Pilnick

Wirkung

Adho Mukha Shvanasana mobilisiert und kräftigt den Schultergürtel. Damit ist die Haltung eine der besten Vorbereitungen für den Handstand. Zusätzlich fördert sie die Flexibilität der Beinrückseiten, beginnend mit der Dehnung der Fußsohle, über die Waden, Kniekehlen und Oberschenkelrückseiten bis zum Becken.

So geht’s

Step 1: Du beginnst im Vierfüßlerstand, wobei der Abstand zwischen Händen und Füßen etwas weiter ist als gewohnt: Die Hände befinden sich leicht vor den Schultern, die Knie etwas hinter dem Becken. Platziere dabei deine Hände so, dass zwischen allen Fingern ein etwa gleich breiter Abstand besteht.

Step 2: Wölbe dich nun vom Becken ausgehend in eine Rückbeuge. Um dabei eine harmonische Spannung zu kultivieren, ziehst du ein imaginäres Gummiband auseinander, das über die Vorderseite deines Rumpfes zwischen Becken und Herzraum verläuft.

Step 3: Stell deine Fußballen auf und hebe die Knie langsam ab. Achte darauf, die in Step 2 aufgebaute Spannung zu wahren, während du dein Becken langsam nach hinten schiebst. Dabei bewegen sich die Schulterblätter mit in Richtung der Arme.

Step 4: Nimm schließlich deinen Kopf nach unten zwischen deine Arme, strecke langsam die Beine und senke behutsam deine Fersen.

Alignment-Tipps für Adho Mukha Shavanasana

dr. ronald steiner adho mukha shvanasana
Foto: Richard Pilnick

Fingerwurzeln auf den Boden: Die Hände und Handgelenke stellen die Verbindung zum Boden her. Breite daher deine Finger möglichst gleichmäßig aus. So bekommt dein Bodenkontakt mehr Fläche. Schiebe dabei die Fingerwurzeln fest gegen den Boden. Dadurch verlagert sich Gewicht vom Handballen nach vorne. Die Handteller wölben sich auf diese Weise und der Druck in den Handgelenken reduziert sich.

Schultern lang: Nach den Handgelenken bilden die Schultern die nächste Übertragung von Kraft zwischen Rumpf und Untergrund. Der Oberarmkopf ist im Vergleich zur Gelenkpfanne am Schulterblatt relativ groß. Um den Druck hier gleichmäßig zu verteilen, stellst du die Schulterblätter hinter die Kraftlinie des Oberarmes. Das gelingt, indem du die Arme ausgehend von den Schulterblättern aktiv in die Länge schiebst. Baue zudem mit den Schulterblättern Spannung zum Rumpf hin auf, indem du die Achselhöhlen nach vorne spannst, als wollten sie zueinander weisen.

Rücken längs rollen: Ein Blatt Papier weist kaum Stabilität auf. Doch wenn du es rollst, wird es fest und kann Kraft übertragen. Genauso kannst du deinen Rumpf mit einer kleinen, kaum sichtbaren Bewegung in sich stabilisieren: Stell dir vor, du rollst die Vorderseite deines Rumpfes längs nach innen, während du die Rückseite in Längsrichtung auseinander rollst. Das gibt dir mehr Stabilität und entlastet deinen Rücken.

Setz zum Sprung an: Wieder hilft der Vergleich mit einem Blatt Papier: Du kannst es nicht zugleich längs und quer einrollen. Damit du die gesamte Wirbelsäule in ihrer neutralen Schwingung in die Länge strecken und stabilisieren kannst, musst du zunächst bewusst die Beine beugen und auf den Fußballen stehen – als wolltest du abspringen. So wird es möglich, dein Becken zu kippen und eine innenrotierende Spannung zwischen den Beckenhälften aufzubauen. In der Lendenwirbelsäule kannst du darauf aufbauend ein leichtes (physiologisches) Hohlkreuz (Lordose) bilden. Umgekehrt füllst du den Raum zwischen den Schulterblättern, um in der Brustwirbelsäule einen leichten (physiologischen) Buckel (Kyphose) zu bilden. Das ist die natürliche Schwingung deiner Wirbelsäule. Mit zunehmender Flexibilität kannst du diese Ausrichtung auch halten, wenn du die Beine streckst, und spürst nur noch eine subtile Spannung in den Beinen.

Alternative Form

Foto: Richard Pilnick

Hände, Schultern und Rücken sind wesentlich im herabschauenden Hund. Leichter wird die Haltung indem du deine Knie gebeugt und deine Fersen angehoben lässt (Step 3).

Exkurs: Handgelenke

Anders als in Haltungen, in denen ein Großteil des Körpergewichts auf den Händen lastet, ist hier die Richtung, in die deine Hände weisen, weniger relevant. Der Grund dafür liegt in der besonderen Stellung des Handgelenkes im Hund: In den meisten Stützhaltungen ist die Hand im Verhältnis zum Arm abgeknickt, das Handgelenk befindet sich also in starker Extension. Hier ist die Extension nur minimal. Daher kann das proximale Handgelenk als Ei-Gelenk die Richtung der Hände relativ zum Unterarm in einem gewissen Ausmaß verändern. In der Asana-Praxis bewegen wir uns häufig aus dem herabschauenden Hund weiter in andere Haltungen. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schultern weiter nach vorne und über die Hände kommen, also in eine intensivere Extension des Handgelenks. Daher macht es Sinn, die Hände so zu platzieren, dass die Zeigefinger leicht nach außen weisen.

Erfahre in diesem Artikel noch mehr anatomische Details zu den Handgelenken im nach oben blickenden Hund:


Mehr zu Dr. Ronald Steiner findest du auf ashtangayoga.info. Dort gibt es auch eine Seite zum Sonnengruß und Adho Mukha Shvanasana: ashtangayoga.info/ashtanga-yoga/surya-namaskara-a-sonnengruss

Hör auch gerne mal rein bei uns im Podcast. Da gibt es ein spannendes Interview mit Dr. Ronald Steiner über Ashtanga Yoga:

#35 Augenyoga – Power für dein Sehsystem

Martina Hiltl verrät, wie du mit Yoga deine Brille los wirst

Heute geht es im Yogaworld Podcast um Augen Yoga. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Yoga nicht nur auf unsere offensichtlichen Muskelgruppen, sondern auch auf die kleinsten Nervenbahnen und Muskeln, bis hin zum Feinstofflichen wirkt. Da ist es nicht verwunderlich, dass Yoga auch gut für unsere Augen sein kann. Allerdings ist Augenyoga noch recht unbekannt, obwohl ihm eine enorme Wirkung nachgesagt wird. Augenyoga-Pionierin Martina Hiltl ist der festen Überzeugung, dass man mit Augenyoga seine Brille loswerden kann. 

Martina erklärt das Sehsystem und beschreibt daraufhin, wie Augenyoga hilft, die Sehkraft zu verbessern. Sie versteht die Zusammenhänge der Augen mit anderen Körperteilen und sogar Emotionen. So erläutert sie auch schlüssig, warum neben den Asanas und speziellen Augenübungen, auch Pranayama und Meditation einen enormen Einfluss auf unsere Sehkraft haben können. Außerdem beschreibt Martina, was den Augen im Alltag wirklich schadet und gibt wertvolle Soforttipps, um die Augen zu schützen.