Ich schaff das schon!

Im Yoga wird manchmal ganz schön viel versprochen und auch andernorts blüht der Markt für Selbstentwicklung. Führt das nicht auch oft dazu, dass wir uns selbst überschätzen? Manchmal ist weniger mehr.

„In dir steckt ein riesiges Potenzial!“ Wenn man manchen Yogalehrern zuhört, dann ist man schon beeindruckt, was noch alles möglich sein soll. Auch außerhalb von Yoga gibt es eine Menge Angebote, die dazu anregen, sich nicht mit kleinen Fortschritten zufrieden zu geben, sondern die ganz großen Ziele anzustreben. Das ist wunderbar, denn wenn das Selbstvertrauen nicht allzu groß ist, neigen wir manchmal dazu, unser inneres Licht nicht strahlen zu lassen. Yoga ruft dazu auf, sein gesamtes Potenzial zu entfalten. Leider ist unser Scheitern dann manchmal genau so grandios wie unsere Idee – und statt zu wachsen, verletzen wir uns.

Das Grundproblem ist nicht neu, das sieht man auch daran, dass schon die Geschichten von den indischen Göttern und Dämonen davon handeln – und die sind Tausende von Jahren alt. Wann haben wir Menschen eigentlich damit angefangen, unser Ego aufzubauen, um besser auszusehen als jemand anderer? In den indischen Mythen sind es in der Regel die Dämonen, die unbedingt ein bestimmtes Ziel erreichen wollen, um sich dadurch zu bestätigen. Leider geht das fast immer schief.

Mahishasura war der Sohn des Königs der Dämonen. Und er wünschte sich – wie alle Dämonen das tun – Unsterblichkeit. Dazu meditierte er lange, um im Gegenzug von den Göttern diesen Wunsch gewährt zu bekommen. Diese Fixierung auf einen bestimmten Wunsch funktioniert in unserem Kopf genau auf die gleiche Weise: Wenn wir ständig über etwas grübeln, dann werden unsere Gedanken immer enger und wir werden sie kaum mehr los. Sie sind dann auch fast „unsterblich“. Doch Gott sei Dank ist nichts unendlich. Mahishasura musste sich also trotz allem eine mögliche Todesursache aussuchen. Er wähnte sich sicher, wenn er nur durch die Hand einer Frau getötet werden könnte. Als dieser Wunsch gewährt war, stellte er seine Armee zusammen und rüstete zum Angriff gegen die Götter. Diese sahen seine Soldaten anmarschieren und baten den mächtigen Shiva um Hilfe. Der ließ nach Brahma und Vishnu senden und gemeinsam zogen sie auf das Schlachtfeld. Die Götter versuchten jeder auf seine Weise, den Dämon zu besiegen. Doch alle Versuche waren umsonst – schließlich konnte Mahishasura ja nur von einer Frau getötet werden. Erst als die Götter alle ihre Kräfte vereinten, erschien aus dem gebündelten Licht Durga, die Muttergöttin, als Verkörperung der gesamten Schöpfung. In rote Seide gehüllt und mit Diamanten umhängt, ihre obere Hälfte die einer Braut, welche die Sinne entzückt und Leben schenkt, ihre untere Hälfte die einer Kriegerin, schwer bewaffnet, um sich zur Wehr zu setzen. Mit dieser Kraft bestieg sie einen Löwen als Reittier und ritt gegen Mahishasuras Palast. Als seine Wachen ihre Schönheit und Kraft beschrieben, setzte sich der tolle Dämon in den Kopf, sie zu verführen und zu seiner Frau zu machen.
Durga zeigte sich trotzdem großzügig und gab Mahishasura noch eine Chance: „Ergib dich den Göttern und ich verschone dich.“ Der Dämon hätte sich jetzt daran erinnern können, dass er durch diese weibliche Hand sterben könnte, aber stattdessen griff er sie an. Er mobilisierte alle seine Kräfte und verwandelte sich in einen wilden Büffel. Doch der Kampf war aussichtslos, er wurde schließlich von Durga enthauptet.

Mahishasura wird manchmal als das Monster des Vergessens bezeichnet. Wann taucht auch in uns so ein kleiner Dämon auf, der uns unsere Grenzen vergessen lässt? Wie oft wird aus dem eigentlich positiven Mantra: „Ich schaff das schon“ ein unrealistisches „Ich schaff das noch, ich will noch mehr“, obwohl wir eigentlich wissen müssten, dass wir am Limit sind? Yoga ruft dazu auf, über alte Grenzen hinauszuwachsen. Aber dazu muss man diese Grenzen erst einmal kennenlernen und bereit sein, sie zunächst anzunehmen. Es hilft nichts, sich in die Vorwärtsbeuge hineinzuziehen, um eine gute Figur zu machen. Wenn man bemerkt, dass es zieht, dann sollte man sich daran erinnern, dass wir alle nur Menschen sind, und akzeptieren, wo dieser Körper gerade steht. Das freut dann auch Durga, die auf uns aufpasst. Denn auch die ist in uns drin. Tatsächlich.

Montags-Mantra: Die Kraft des Gebens

We rise by lifting others. Wir wachsen, wenn wir geben. Tatsächlich sind wir dazu gepolt, mitfühlend und liebenswürdig zu sein. Für unser menschliches Überleben ist es wie eine genetische Notwendigkeit. Geben schafft Vertrauen und Verbindung, kreiert Gemeinschaft und bringt Freude.

Geben wir bedingungslos sind viele erstmal überrascht. Doch genau davon braucht die Welt mehr. Tun wir genau das, pflastern wir den Pfad zu Glück und Friede. Denn von Herzen Geben ist der Schlüssel zum Glück!

Indem wir anderen helfen, erfüllen wir einen Zweck und bringen Bedeutung in unser Leben. Wir lenken den Fokus von materiellen Gütern auf die Menschen und die Beziehungen untereinander. Und genau hier liegt der Ursprung der Freude. In der Großzügigkeit liegen unbegrenzte Möglichkeiten. Geben ist daher ein Gefühl, das nicht nur andere belebt, sondern vor allem uns selbst stärkt und gutes Karma beschert.

Wenn wir anderen helfen, helfen wir uns genauso.

Schönen Wochenstart!

Der Sonnengruß: Kraftvoll & fordernd (Teil 2)

Wenn Sie Vinyasa Flow Yoga üben, dann ist Ihnen diese ambitionierte Variante vielleicht schon vertraut. „Surya Namaskar C“ fügt eine Reihe von typischen Stehhaltungen aus dem Iyengar Yoga in die bekannte Ashtanga-Abfolge „Surya Namaskar B“ ein. Ein vollständiger Sonnengruß besteht jeweils aus der hier gezeigten Reihe mit dem rechten Bein vorn und einem zweiten Durchgang mit dem linken Bein.

Fügen Sie die untenstehenden Haltungen nach dem ersten herabschauenden Hund im Sonnengruß B ein. Nach der „Gedrehten Winkelhaltung“ fahren Sie mit der „Heldenhaltung 1“ und dem Rest des Sonnengrußes B fort. Anschließend die Seiten wechseln.

Surya Namaskar C

VIRABHADRASANA I, Heldenhaltung 1
Aus dem Hund ziehen Sie den rechten Fuß nach vorn und beugen das Knie. Die linke Ferse dreht sich leicht einwärts, sodass Sie das Becken nach vorn ausrichten können. Heben Sie die Arme, strecken Sie den Rumpf lang und ziehen Sie zugleich das Steißbein Richtung Füße.

VIRABHADRASANA II, Heldenhaltung 2
Breiten Sie die Arme in die Waagrechte aus und drehen Sie zugleich den Oberkörper nach links. Heben Sie Beckenboden und unteren Bauch, um mehr Weite in Leisten und Hüften zu ermöglichen und das Becken aufzurichten. Das vordere Knie zeigt zum kleinen Zeh.

UTTHITA PARSHVAKONASANA, Gestreckte seitliche Winkelhaltung
Senken Sie den Rumpf lang gestreckt über das rechte Bein und drehen Sie die Brust himmelwärts. Rechter Arm und rechtes Bein sind gegeneinander geschoben, die linke Flanke ist von der gut verwurzelten Fußaußenkante bis in die Hand lang gestreckt.

UTTHITA TRIKONASANA, Gestrecktes Dreieck
Strecken Sie das rechte Bein und bringen Sie beide Arme in eine senkrechte Position. Vermeiden Sie es, die Knie zu überstrecken, stattdessen aktivieren Sie die Oberschenkel und heben die Kniescheiben. Der Oberkörper ist lang gestreckt, die Brust nach oben gedreht.

ARDHA CHANDRASANA, Halbmond
Beugen Sie das rechte Knie, verlagern Sie das Gewicht aufs rechte Bein und setzen Sie die rechten Fingerspitzen in Verlängerung der Zehen am Boden ab. Dann strecken Sie zugleich das rechte Bein, heben das linke in die Waagrechte und strecken den linken Arm senkrecht nach oben.

PARIVRITTA ARDHA CHANDRASANA, Gedrehter Halmond
Setzen Sie die linken Finger vor den rechten Fuß, richten Sie das Becken parallel zum Boden aus und heben Sie nun den rechten Arm möglichst senkrecht nach oben. Das gehobene Bein ist kraftvoll bis in die Ferse gestreckt, der Fuß weiter gebeugt.

PARIVRITTA TRIKONASANA, Gedrehtes Dreieck
Beugen Sie das Standbein etwas und setzen Sie den linken Fuß ab. In dieser Schrittstellung strecken Sie wieder beide Beine. Wenn möglich setzen Sie die linke Hand an die Außenseite des rechten Fußes. Um das Becken gut auszurichten, ziehen Sie die rechte Hüfte nach hinten und unten.

PARIVRITTA PARSHVAKONASANA, Gedrehte Winkelhaltung
Beugen Sie das rechte Knie bis über das Fußgelenk und schieben Sie den linken Fuß entsprechend weit nach hinten. Bein und Rumpf sind lang gestreckt, Sie bewegen die rechte Hüfte nach hinten und innen und ziehen die Sitzknochen zueinander hin.


Eine allgemeine Einleitung zum Sonnengruß finden Sie hier und eine entlastende, nährende Variante des Sonnengrußes gibt es hier.

Playlist der Woche: Inneres Feuer

Wir sind fast im Februar angekommen, was bedeutet: der Frühling ist gar nicht mal so weit entfernt. Trotzdem kann es die nächsten Wochen nochmal kalt und ungemütlich werden. Umso wichtiger, dass wir uns von innen wärmen. Eine Yogasequenz, die das innere Feuer entfacht, finden Sie dieses Wochenende auf unserer Website. Heute gibt es schon mal die passende Playlist dazu. Viel Spaß damit und stay warm!!

 

Der Sonnengruß: Entlastend & nährend (Teil 1)

In dieser Variante aus dem Vini Yoga liegt der Fokus auf der Atmung und dem Wahrnehmen der im Körper zirkulierenden Energie. Dazu lassen Sie jede Bewegung dem natürlichen Rhythmus Ihrer Atmung folgen. Eine gefaltete Decke unter den Knien und Blöcke helfen Ihnen, auf die individuellen Bedürfnisse des Körpers einzugehen.

Sequenz Teil 1

1
Vajrasana, Donnerkeil Variation
Richten Sie (ggf. mit einer gefalteten Decke) einen bequemen Kniestand ein. Die Arme hängen zunächst seitlich vom Körper, dann schwingen Sie sie mit einer Einatmung über die Seiten lang gestreckt nach oben und legen die Handflächen aneinander.

2
Vajrasana mit Namaskarasana, Donnerkeil-Variation mit Grußhaltung
Ausatmend senken Sie die aneinandergelegten Hände bis auf Höhe Ihres Herzens, senken leicht das Kinn und blicken nach unten.

3
Urdhva Hastasana, Gehobene Arme
Mit der nächsten Einatmung heben Sie die Arme parallel über vorne nach oben. Dabei zeigen die Handflächen zueinander. Die Wirbelsäule wird leicht gestreckt und erhält mehr Länge. Der Blick ist wieder sanft gehoben, die Schultern bleiben möglichst gesenkt.

4
Balasana, Stellung des Kindes
Mit der Ausatmung senken Sie das Becken, so gut bequem es möglich ist, nach hinten auf die Fersen. Gleichzeitig legen Sie Unterarme und Stirn entspannt am Boden ab. Die Arme sind locker gebeugt.

5
Bhujangasana, Kobra
Einatmend gleiten Sie sanft nach vorn in die Bauchlage, setzen die Hände unter den Schultern auf und heben Kopf und Brust in eine sanfte Kobra. Rollen Sie die Schultern nach hinten und unten. Das Steißbein ziehen Sie bewusst Richtung Füße, um den unteren Rücken zu entlasten.

6
Balasana, Stellung des Kindes
Ausatmend nutzen Sie die Kraft des Bauches, um sich aus der Kobra wieder zurück in die Stellung des Kindes zu schieben. Dabei darf sich der untere Rücken sanft runden. Arme und Stirn ruhen entspannt am Boden.

7
Vajrasana, Donnerkeil Variation
Mit der nächsten Einatmung richten Sie sich erneut auf in den Kniestand und beginnen den Zyklus von vorn, indem Sie die Arme über die Seiten nach oben schwingen.


Sequenz Teil 2

A
Anjaneyasana, Tiefer Ausfallschritt
Nachdem Sie sich mit mehreren Zyklen der Haltungen 1 bis 7 gut aufgewärmt haben, ziehen Sie aus dem Kniestand den rechten Fuß nach vorn. Das Knie steht senkrecht über dem Fuß, die Hände links und rechts davon auf dem Boden oder erhöht auf Blöcken, sodass der Rumpf gestreckt ist.

B
Parshvottanasana, Intensive Flankendehnung Variation
Nach vier bis fünf Atemzügen im Ausfallschritt ziehen Sie das Becken nach hinten, strecken das vordere Bein so gut es geht, ziehen die Zehen zur Decke und beugen den Oberkörper sanft nach vorn. Auch hier bleiben Sie vier bis fünf Atemzüge lang.

C
Anjaneyasana, Tiefer Ausfallschritt
Kehren Sie zurück in den tiefen Ausfallschritt. Lassen Sie das Becken nach vorn und unten sinken und spüren Sie die Dehnung in Leiste und Oberschenkel. Wiederholen Sie die Haltungen B und C noch zwei bis drei Mal. Dann wechseln Sie die Seite.

D
Anahatasana, Kniender Hund
Nachdem Sie die vorigen drei Übungen gleichmäßig auf beiden Seiten geübt haben, strecken Sie Rumpf und Arme aus dem Kniestand lang nach vorn in den knienden Hund. Genießen Sie die Streckung der Wirbelsäule, bevor Sie erneut im Atemrhythmus mit dem Zyklus 1 bis 7 beginnen.


Eine allgemeine Einleitung zum Sonnengruß finden Sie hier und eine kraftvolle, fordernde Variante des Sonnengrußes gibt es hier.

Der Sonnengruß – Eine Einleitung

In der kalten Jahreszeit gibt es nur wenige Gelegenheiten Sonnenstrahlen zu tanken. Daher müssen wir uns immer öfter unserer inneren Sonne bewusst werden. Und was bietet sich da besser an als den Sonnengruß zu üben. Doch was hat es damit überhaupt auf sich? 

Ich stehe am vorderen Ende meiner Matte, spüre meinen Körper und die Atmung und weiß: Gleich wird mich der Fluss der vertrauten Bewegungen wieder mit sich davontragen. Ausatmen, Hände aneinanderlegen, einatmen, die Arme heben und meine Körpervorderseite weiten, dann Vorwärtsbeuge, Ausfallschritt, Bretthaltung, Acht-Punkt-Haltung, Kobra, Hund – und so weiter, immerzu so weiter. Ich liebe Surya Namaskar, den Sonnengruß!

Auch wenn er in vielen Yogastunden auf die Funktion eines praktischen Aufwärmprogramms reduziert wird, wissen wir doch alle: Der Sonnengruß ist sehr viel mehr als das. Nicht umsonst heißt er auch „Sonnengebet“: Seine tiefere Bedeutung ist die dankbare Hinwendung sowohl an den großen, leuchtenden Himmelskörper als auch an das spirituelle Licht in uns selbst. „Du grüßt die äußerliche Sonne für ihre lebensspendende Kraft und deine innere Sonne, weil sie Bewusstsein schafft“, erklärt der Yogalehrer und Buchautor Richard Rosen. Dabei kann eine bewusstere Verbindung entstehen zwischen mir selbst als Individuum und dem großen Ganzen des Kosmos, zwischen Materie und Energie. Aber es geht noch viel konkreter: Marianne Vidya Scherer schreibt in ihrem Buch „Sonnenyoga“, dass die traditionelle Vorstellung darin bestand, beim morgendlichen Üben „das strahlende Licht der aufgehenden Sonne sowohl körperlich als auch geistig in sich aufzunehmen“. Im wahrsten Sinne des Wortes also: Sonne tanken!

Zwar weiß niemand so genau, wann Yogis damit begannen, die Sonne mit rituellen Bewegungen zu verehren und wie diese ersten Sonnengrüße überhaupt aussahen, aber für viele steht fest: Die Tradition des Sonnengrußes reicht viele Tausend Jahre zurück und wurzelt in einer rituellen Sonnenanbetung, wie sie in vielen alten Kulturen verbreitet war. Für die Grundform des heute praktizierten Surya Namaskar führt die Spur nach Ansicht der meisten Forscher allerdings „nur“ zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. In einem damals entstandenen Kommentar zur Hatha Yoga Pradipika findet sich der erste schriftliche Nachweis. Konkrete Beschreibungen und Anleitungen wurden sogar erst im 20. Jahrhundert aufgezeichnet – in der Zeit des großen Yogapioniers Krishnamacharya und des Raja von Aundh, die beide überliefertes indisches Wissen auch mit einer westlichen Vorstellung zur „körperlichen Ertüchtigung“ in Verbindung setzten.

Vielleicht ist genau diese Kombination aus traditionell spirituellen und rein physischen Aspekten einer der Gründe dafür, warum der Sonnengruß aus dem modernen Yoga nicht mehr wegzudenken ist: Fast alle seine frühen Protagonisten haben eine oder mehrere Varianten unterrichtet, von Sivananda über B.K.S. Iyengar und Patthabi Jois bis hin zu Dhirendra Brahmachari oder Yogi Bhajan. Entsprechend gibt es Dutzende verschiedene Varianten – und jedes Jahr kommen neue dazu: regenerative Sonnengrüße und akrobatische, stille, behutsame und schweißtreibende. Am bekanntesten und verbreitetsten sind mit Sicherheit die eingangs beschriebene Abfolge von Sivananda und die für Ashtanga Yoga typischen Surya Namaskar A und B nach Patthabi Jois.

Aber egal, ob Sie eine sehr bekannte oder Ihre ganz individuelle Variante üben: Irgendwo entsteht im Lauf der Monate und Jahre eine feine Grenze zwischen wohltuend fließender Routine und völlig unbewusstem Autopiloten-Modus. Dass der einsetzt, merken Sie vielleicht daran, dass Sie spätestens während der dritten Runde in Gedanken Ihre To-do-Liste durchgehen. Um dem vorzubeugen und die Aufmerksamkeit zu halten, kann man das Tempo variieren, man kann verschiedene Intentionen oder Schwerpunkte für die Aufmerksamkeit setzen, zum Beispiel mithilfe von Mantras. Oder man versucht sich ab und zu mal an etwas ganz Neuem.

Der renommierte Ashtanga Yogi Tim Miller fühlte sich nach einem Iyengar-Workshop bei Roger Cole dazu inspiriert, eine typische Abfolge von Stehhaltung aus dem Iyengar Yoga in den ihm vertrauten Ashtanga-Sonnengruß B hineinzuweben. „Ich nenne es Sun Salutation C“, sagt Miller. „Es ist so etwas wie ein Riff in einer Jazz-Improvisation: Die bekannte Struktur von Surya Namaskar B wird immer wieder aufgenommen, aber erweitert durch neue, interessante Elemente.“ Mit seinen anspruchsvollen Gleichgewichts- und Drehhaltungen ist diese Variation sicher eher etwas für erfahrene Yogis – so schnell kommt man hier jedenfalls nicht in den Autopiloten. Unser Model Constanze Witzel hat es ausprobiert und sagt: „Ich mag die Intensität dieses Sonnengrußes sehr – man fühlt sich danach kraftvoll und gestärkt. Außerdem sagt man ja, dass intensive Twists wie diese einen Detox-Effekt haben, und das motiviert mich natürlich noch mehr.“

Dem genau entgegengesetzten Prinzip folgt die Sonnengruß-Variation der Viniyoga-Lehrerin Robin Rothenberg). Als Yogatherapeutin hat sie viel mit Menschen zu tun, die sich erschöpft und kraftlos fühlen. Ihnen bietet sie einen Sonnengruß an, der bewusst nicht zum Auspowern einlädt und stattdessen auf die Verbindung zu einem tiefen, nährenden Atem setzt. Auch bei Schulter- und Armverletzungen oder generell bei instabilen Gelenken (zum Beispiel im Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen) kann diese Variante genau das Richtige sein: Sie geht vom Kniestand aus, enthält keine armgestützten Haltungen und entlastet konsequent die Gelenke.

Aber auch wenn Sie am liebsten bei Ihrem vertrauten Sonnengruß bleiben: Erinnern Sie sich ab und zu daran, was er bedeutet, und genießen Sie die Kraft und Vitalität, die er Ihnen jeden Tag aufs Neue schenken kann.


Foto: Jeremy Bishop

10 Minuten für mehr Energie-Flow am Morgen

Hund_Knie_Yogajournal

Eine energetisierende morgendliche Praxis kann wie ein natürliches Stimulans wirken. Sie macht dich fit für einen produktiven Tag. Vor allem Rückbeugen wecken den Körper auf, dehnen und strecken Wirbelsäule und Hüftgelenke und führen dich von der nächtlichen Erholung in eine energiegeladene Offenheit. So startest du hellwach und voller Energie-Flow in den Tag.

Tipp: Die Sequenz ist passend zum Energie-Flow dynamisch und fordernd. Lass dich deshalb von den Zeitangaben nicht unter Druck setzen und pausiere ruhig mal zwischen den Übungen. Insbesondere kann es wichtig sein, die Handgelenke zwischendurch zu entspannen.

Zur Einstimmung

Strecke zuerst in Balasana (Stellung des Kindes) mit weit geöffneten Knien die Arme nach vorn, atme tief und sammel Energie, um mit den kommenden Bewegungen zu beginnen.

Katze – Kuh

Richte nun den Vierfüßlerstand ein: Die Handgelenke sind unter den Schultern und die Knie unter den Hüften ausgerichtet. Dann beginnst du, die Wirbelsäule rhythmisch zu bewegen. Hierbei sinkt bei jeder Einatmung der Bauch nach unten und du hebst Sitzknochen und Brust. Ausatmend lässt du dann den Kopf und das Steißbein sinken und rundest den Rücken nach oben für die Katze.

Katze_Yogajournal Kuh-Yogajournal

Tisch_Variation_YogajournalTisch, Variation

Ziehe für den Energie-Flow anschließend im Vierfüßlerstand den Bauch Richtung Wirbelsäule. Hebe hier dein rechtes Bein und linken Arm und greife mit der Hand (oder mit Hilfe eines Gurtes) nach dem Fuß. Der Fuß schiebt währenddessen gegen die Hand, du weitest die Brust in eine Rückbeuge mit leichter Drehung und hebst sanft den Kopf. Das erzeugt Hitze und fördert das Gleichgewicht. Danach wechselst du den Vierfüßler die Seiten.

Hund_Knie_YogajournalHund mit Knie zur Nase

Aus dem Vierfüßlerstand kommst du jetzt in den nach unten schauenden Hund. Hebe danach das rechte Bein und strecke es nach hinten, dann rundest du den Rücken und ziehst das Knie zur Nase. Das Becken steht währenddessen tief, der obere Teil der Wirbelsäule ist gehoben, du schmiegst den Oberschenkel zur Brust und schiebst die Hände fest gegen die Unterlage. Über den herabschauenden Hund wechselst du anschließend die Seiten.

Flip Dog, Variation

Aus dem Hund hebst du als nächstes den rechten Arm und den rechten Fuß und drehst dich auf dem linken Fuß, um Rumpf und Becken zur Decke zu wenden. In dieser Haltung setzt du danach den rechten Fuß wieder neben den linken und streckst den rechten Arm hinter den Kopf. Währenddessen bleiben die Füße parallel und drücken fest gegen die Unterlage. Über den Hund wechselst du des Weiteren die Seite.flipdog_Yogajournal

Vasishthasana, seitliches Brett

Aus dem Hund schiebst du dann die Fersen nach rechts und verlagerst das Gewicht auf rechte Hand und rechte Fußaußenkante. Den linken Fuß setzt du dafür auf den rechten oder davor. Aktiviere nun die Oberschenkel, schiebe Hand und Fuß fest gegen die Matte und hebe das Becken. (Wenn das zu wackelig ist, lege das untere Knie ab.) Den linken Arm streckst du anschließend nach oben. Über den Hund wechselst du jetzt die Seiten.

Vasishthasana_Yogajournal

An dieser Stelle kannst du zum Schluss die Praxis mit 3 Minuten in Savasana (Totenstellung) beenden.

Zeiteinteilung

Bleibe in jeder Haltung 10 bis 12 Atemzüge lang (das entspricht etwa 1 Minute). Bei asymmetrischen Haltungen hingegen bleibst du 5 bis 6 Atemzüge lang auf jeder Seite. Dann wiederholst du die gesamte Reihe zwei weitere Male in einer dynamischen Folge, bei der du die einzelnen Asanas jeweils nur einen Atemzug lang hältst.

Du wünscht dir noch mehr Arbeit im Energie-Flow? Dann praktiziere unsere Mini Practice für fließende Energie!

Hilfe, ich fühle zu viel!

Ihre Welt ist lauter und schillernder als die von anderen, ihr Leben übervoll von Eindrücken und ihre Gedankenwelt sprudelnd – kein Wunder, dass sich Hochsensible oftmals überfordert fühlen. Was es mit diesem Phänomen auf sich hat und inwiefern Yoga Betroffenen helfen kann …

„Jetzt hab doch nicht so Hunger!“ „Musst du immer so frieren?“ „Hör doch mal auf, rot zu werden!“ Absurde Vorwürfe? Sicher. Solche Empfindungen und Reaktionen lassen sich eben schwer steuern, darüber herrscht Einigkeit. Was aber ist mit Sätzen wie diesen: „Nimm dir das nicht so zu Herzen!“ „Jetzt übertreibst du aber!“ „Stell dich nicht so an!“ Die sind uns weitaus geläufiger, nicht wahr? Für die 37-jährige Sarah Ollrog gehören sie seit Kindesbeinen dazu, immer wieder hat sie sie gehört und bekam dadurch das Gefühl, irgendwie „falsch“ zu sein, „nicht gut genug“, zumindest aber „anders“ als die anderen, empfindlicher eben, schneller erschöpft, gereizt und überfordert durch Sinneseindrücke und den Umgang mit anderen Menschen. Zwar hatte sie durchaus Freunde, doch das Gefühl, nicht so richtig dazuzugehören blieb – und hatte unter anderem zur Folge, dass ihre Schulnoten maximal durchschnittlich waren: „Aus lauter Angst, etwas Falsches zu sagen, habe ich mich im Unterricht viel zu wenig beteiligt.“ Sarah ist hochsensibel und gibt als spiritueller Coach und Mentorin ihre Erfahrungen unter anderem an andere Hochsensible weiter, insbesondere an hochsensible Frauen. Sie alle sind womöglich gar nicht mal so „anders“ wie vermutet – Schätzungen zufolge haben etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung eine entsprechende Veranlagung, unter anderem auch die norwegische Prinzessin Märtha Louise, die darüber ein Buch geschrieben hat.

Der Begriff Hochsensibilität ist erst gut zwei Jahrzehnte alt und mittlerweile dennoch in aller Munde. Manche Menschen scheinen sich heutzutage gar damit zu schmücken, ob er sie nun tatsächlich betrifft oder nicht. Auch Sarah erwischte sich nach der Entdeckung ihrer eigenen Hochsensibilität dabei, dass sie neben der Erleichterung darüber, endlich zu wissen, was mit ihr los war, auch ein wenig Stolz empfand: „Da war dieses Gefühl, etwas Besonderes im Sinne von ,wertvoll‘ zu sein. Viele Selbstzweifel aufgrund meines ,Andersseins‘ waren plötzlich still. Mittlerweile denke ich über meine Veranlagung gar nicht mehr groß nach, sie gehört einfach zu mir und ich lebe damit.“

Tatsächlich kann sie Fluch und Segen zugleich sein, klingt aber zunächst mal durchaus nach einer Begabung, auch und besonders für Yogis und Yoginis. Denn gerade im Yoga streben wir doch danach, ein feineres Gespür für seelische, körperliche und sinnliche Empfindungen zu bekommen – unsere eigenen und die unseres Umfeldes. Kann es sein, dass Hochsensible da etwas in die Wiege gelegt wurde, was sich andere erst mühsam erarbeiten müssen? Und wenn ja, ist Yoga für diese Menschen überhaupt sinnvoll oder droht irgendwann der Gefühlskollaps vor lauter Spüren, Spüren, Spüren? Dazu später mehr, zunächst soll einmal beleuchtet werden, was es mit diesem geheimnisvollen „Zu-viel-Fühlen“ überhaupt auf sich hat.

„Sie bekam das Gefühl, ‚falsch‘ zu sein, zumindest aber ‚anders‘ als die anderen.“

Umstrittenes Phänomen

Es war die selbst betroffene US-amerikanische Psychologin Elaine Aron, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Arthur in den 1990er-Jahren den Begriff „High Sensitivity“ prägte und eine Skala entwickelte, mit der sich die „Sensory Processing Sensitivity“ (SPS) ermitteln ließ, zu Deutsch etwa die „Sensitivität für sensorische Verarbeitungsprozesse“. Je nachdem, wie Probanden verschiedene Aussagen auf den Grad ihres (Nicht-)Zutreffens bewerteten (zum Beispiel „Stimmungen anderer Menschen beeinflussen mich stark“ oder „Intensive Außenreize wie grelles Licht überwältigen mich“), lagen deren SPS-Werte niedriger oder höher. Menschen mit hohen Werten wiesen dabei bestimmte Gemeinsamkeiten auf, die Aron als Indikatoren für Hochsensibilität betrachtet, die sogenannten DOES (siehe Infokasten auf Seite 75). Ihr Buch „The High Sensitive Person“ (1996) wurde in über 70 Sprachen übersetzt (deutsch „Sind Sie hochsensibel?“) und gilt heute als Standardwerk zum Thema. Zunächst wurden Arons Erkenntnisse in wissenschaftlichen Kreisen zwar eher belächelt – man warf ihr mangelnde Objektivität vor, da ihre Schlussfolgerungen lediglich auf Beobachtungen und Interviews basierten – doch in den kommenden Jahr- zehnten verfeinerte sie ihre Forschung, auch Neurowissenschaftler setzten sich mit der Thematik auseinander und stellten mithilfe der funktionellen Magnetresonanztherapie (fMRT) fest, dass Menschen Reize im Gehirn tatsächlich unterschiedlich verarbeiteten. Nichtsdestotrotz steckt die Erforschung des Phänomens noch immer in den Kinderschuhen, es wird sogar von manchen bestritten, dass es überhaupt existiert. So gilt es zwar als gesichert, dass Menschen unterschiedlich stark empfinden können, doch dass ein besonders geräuschempfindlicher Mensch zugleich mit einer höheren Wahrscheinlichkeit anfälliger für Licht oder die Emotionen anderer Menschen sei, halten manche Wissenschaftler noch nicht für ausreichend gut belegt. „Die Forschungslage ist äußerst dünn“, urteilt zum Beispiel Jens Asendorpf, Professor für Persönlichkeitpsychologie an der Humboldt-Universität in Berlin. Auch Arons Schätzungen (die eingangs genannten 15 bis 20 Prozent) teilen unter ihren Kollegen nicht alle. Nichtsdestotrotz sind Betroffene wie Sarah dankbar dafür, dass es einen Namen gibt für das, was sie da fühlen.

Eine Freundin hatte sie auf die Thematik aufmerksam gemacht und damit Sarahs Leben eine entscheidende Wendung gegeben: „Endlich fühlte ich mich verstanden, ich merkte, dass ich nicht alleine war mit meiner Art zu fühlen. Dass sie sogar ein Geschenk sein kann, weil ich Dinge wahrnehme, die andere übersehen – natürlich auch wunderschöne.“

Hochsensibilität, das gilt es zu betonen, ist keine Krankheit oder Störung, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Mit der Erkenntnis, hochsensibel zu sein, wuchs Sarahs Selbstbewusstsein und damit auch das Bedürfnis, sich um sich selbst zu kümmern. Ein wichtiges Thema dabei: Grenzen zu setzen, es nicht mehr ständig anderen recht machen zu wollen, sondern auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. „Das kann bedeuten, dass ich manche Party-Einladungen absage, weil ich spüre, dass ich Zeit allein zu Hause brauche. Nicht immer fällt mir das leicht, da kommen durchaus Gedanken wie: ,Ach komm, es wäre doch schön, dort hinzugehen, warum machst du es nicht einfach?‘ Aber ich weiß, wie wichtig es ist, dass ich mir Ruhepausen gönne. Und seit ich, was das angeht, mit mir selbst mehr im Reinen bin und mich nicht von einem schlechten Gewissen leiten lasse, wird das viel besser akzeptiert, zumindest von engen Freunden.“ Auch beruflflich wollte die ehemalige Redakteurin weniger fremdbestimmt sein und ihr Leben mehr selbst gestalten. Sie machte sich selbstständig, verdient ihr Geld zwar unter anderem weiter mit Schreiben, widmet sich aber mehr und mehr auch ihrer zweiten Leidenschaft, der Spiritualität. In ihren Beratungen und Coachings unterstützt sie Menschen auf ihrem Weg und hilft ihnen, sich energetisch so abzugrenzen und für sich selbst einzustehen, dass sie gestärkt, freudig und dankbar durchs Leben gehen können, mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten inklusive.

Wenn man so will, ist Sarah eine „typische“ Hochsensible – offen und herzlich, aber tendenziell introvertiert mit einem hohen Bedürfnis nach Rückzug. Es gibt aber auch andere Fälle. Am Rande sei hier erwähnt, dass die meisten Menschen „ambivertiert“ sind, also sowohl intro- als auch extrovertierte Anteile haben. (Der Deutlichkeit halber benutzen wir an dieser Stelle aber die klare Zweiteilung.) Allein schon die geschätzte, relativ hohe Anzahl von Betroffenen deutet darauf hin, dass es eine große Bandbreite an Persön- lichkeiten gibt, die als Hochsensible gelten, darunter auch solche, denen man es zunächst kaum anmerkt, weil sie eben extrem kommunikativ sind, oft gute Entertainer und ebensolche Zuhörer. Doch so sehr sie die Interaktion mit anderen lieben und brauchen, so sehr erschöpft sie diese auch. Extrovertierte Hochsensible (Elaine Aron zufolge etwa ein Drittel der Betroffenen) laufen besonders schnell Gefahr, „auszubrennen“, unter anderem weil sie sich ihrer Veranlagung oft selbst nicht bewusst sind und in ihrer Sehnsucht nach Begegnung ihr Bedürfnis nach Ruhe und Erholung übersehen – oder überspielen, nach dem Motto „Da stimmt etwas nicht mit mir, andere Kontaktfreudige kriegen das doch auch alles hin.“ Wichtig ist, dass sie die Balance finden zwischen Austausch und Rückzug, was ihnen häufig noch schwerer fällt als introvertierten Hochsensiblen.

„Droht im Yoga der Gefühlskollaps vor lauter Spüren, Spüren, Spüren?“

Balance und Erdung

Und hier kommt wieder Yoga ins Spiel – das für Betroffene, den eingangs genannten Zweifeln zum Trotz, eine große Hilfe sein kann. Nicht so sehr, um feineres Fühlen zu lernen, wohl aber, um mit eben jener in allen Farben schillernden, intensiven Gefühlswelt zurechtzukommen, sie dankbar anzunehmen und in ruhigere Bahnen zu lenken. Wie Yoga generell helfen kann, die eigene Balance zu finden, dazu finden Sie in dieser Ausgabe ganz verschiedene Tipps und Ansätze. Das Thema betrifft bei weitem nicht nur Hochsensible, nicht umsonst haben wir ihm den Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe gewidmet. Sarah erwähnt im Gespräch noch einen weiteren Begriff: Erdung. „Als Hochsensible grüble ich sehr viel, beschäftige mich viel mit meinem Innenleben und dem von anderen, da ist es wichtig, sich regelmäßig auch wieder mit dem eigenen Körper zu verbinden, ein Bewusstsein für ihn zu entwickeln, eben wieder ,in ihm anzukommen‘.“

Und hier schließt sich auch der Kreis zu dem eingangs erwähnten „Ich bin falsch“-Gefühl, das viele Hochsensible kennen, gerade wenn sie sich ihrer eigenen erhöhten Empfindsamkeit noch nicht bewusst sind: Im Yoga gibt es keine „falschen“ Körper oder „falschen“ Seelen. Grenzen wollen erfahren und ausgetestet werden, auch mal ausgereizt und erweitert, aber niemals überschrit- ten. Denn jeder Mensch in seiner Individualität ist ein einzigartiges Wunder, das es zu erfahren gilt – im Miteinander mit anderen, aber immer wieder auch ganz still für sich selbst. Ob Sie nun hochsensibel sind oder nicht, eins ist gewiss: Sie sind richtig und sie sind genug – so, wie Sie sind.

„Yoga hilft, die intensive Gefühlswelt in ruhigere Bahnen zu lenken.“


Als spiritueller Coach und Mentorin unterstützt SARAH OLLROG Menschen, insbesondere Hochsensible, bei der Selbstfindung und steht ihnen in komplizierten Lebenssituationen beratend zur Seite.

sarah-ollrog.de

Carmen Schnitzer hat einen Hang zur Extrovertiertheit und hätte sich selbst daher nie
als hochsensibel bezeichnet. Dann machten sie unabhängig voneinander zwei Freunde auf
den HSP-Test auf zartbesaitet.net aufmerksam: „Könnte dich betreffen.“ Tatsächlich: 212 von 300 Punkten – Hochsensibilität beginnt bei 163.