Du willst Meditation zu einem festen Bestandteil deines Alltags machen? Dann beginne heute an Tag 1 von Elena Browers 5-Tage-Programm. Heute dreht sich alles um Erdung. Du machst Bekanntschaft mit deinen Füßen, dehnst und kräftigst deine Beine und verwöhnst den gesamten Körper mit einer verjüngenden Entspannung, bevor du mit dem Meditieren beginnst. Die Idee dahinter heißt: Zurück zur Stabilität und Erdung deiner Wurzeln.
Text & Programm: Elena Brower / Fotos: Jeff Nelson
1. Erdende Fußmassage
Die liebevolle Berührung von Füßen und Beinen ist eine wunderbare Art, sich zu erden, zentrieren und auf sich selbst zu besinnen.

Dazu setzt du dich bequem auf deine Matte und schlägst das rechte Bein so über das linke, dass du den rechten Fuß mühelos mit beiden Händen und besonders mit dem linken Daumen massierst. Knete und streiche intuitiv den gesamten Fuß und jede einzelne Zehe. Vergiss dabei nicht das Fußgewölbe und die Zehenzwischenräume. Beobachte mit weichem Blick die beginnende Zirkulation im Fuß und die zunehmende Ruhe im Geist. Atme sanft und tief. Nach einer Weile wechselst zum linken Fuß.
2. Adho Mukha Shvanasana – nach unten schauender Hund
Hier weitest und dehnst du die gesamte Körperrückseite und bringest deine Energien in Fluss.

Im Vierfüßlerstand verwurzelst du die Grundgelenke von Zeigefinger und Daumen am Boden. Dann hebst du die Knie und schiebst die Sitzknochen weit nach hinten oben. Halte die Knie leicht gebeugt und erzeuge Stabilität und Spannkraft. Entspanne deine Atmung und dein Gesicht, während du dich durch die Hände erdest und die Sitzfläche weitest und hebst. Leicht nach außen rotierte Oberarme und zum Herzen hingewandte Achseln erzeugen Kraft in Armen und Schultern.
Nach 3 bis 5 langen, tiefen Atemzügen wanderst du mit den Füßen zu den Händen.
3. Uttanasana – Vorwärtsbeuge aus dem Stand

Beuge die Beine so weit, dass du deinen Oberkörper auf den Oberschenkeln ablegst und den Kopf entspannt hängen lässt. Wenn möglich, schmiege die Achseln über die Knie. Oder du arbeitest zumindest in diese Richtung. Umgreife mit beiden Händen die Fersen und strecke deine Sitzknochen in die Höhe und Weite. Oder komm in die Großzehhaltung. Dabei ist dein Gewicht möglichst gleichmäßig auf Ballen und Fersen verteilt.
Nimm dir 3 bis 5 tiefe Atemzüge lang Zeit, um dir die Haltung zu eigen zu machen und mit Leben zu füllen.
4. Viparita Karani mit hochgelegten Beinen

Richte Viparita Karani so ein, dass du deine Beine bequem auf einem Stuhl ablegen oder lang ausgestreckt an eine Wand lehnen kannst. Breite die Arme entspannt zu den Seiten aus und spüre bewusst deine Körperrückseite im Kontakt zum Boden und zum Stuhl bzw. zur Wand.
Beobachte etwa 5 Minuten lang deine Atmung und lass dabei ein sanftes Lächeln und tiefe Ruhe in dir entstehen.
5. Meditation
Richte dich behutsam wieder zum Sitzen auf und nimm eine bequeme Haltung ein, bei der der Rücken durch die Wand oder ein Möbel gestützt wird. Stelle einen Timer auf 5, 10 oder 20 Minuten ein.

Schließe die Augen und lade die Stille zu dir ein. Nimm wahr, wie die Stütze dich stabil hält, während du immer tiefer in die Sitzposition einsinkst. Lass den Atem mühelos ein- und ausströmen. Gedanken steigen auf und ziehen vorüber. Dazwischen sickern Momente der Stille ein und beruhigen Körper und Geist.
Wenn der Timer piept, halte die Augen weiter geschlossen. Bewege und dehne dich nach Belieben und atme ganz bewusst tief und langsam. Dann kehrst noch einmal für 1 oder 2 Minuten ins stille Sitzen zurück, bevor du die Augen öffnest und die Welt wieder hereinlässt.
So geht’s weiter …
Der zweite Tag der Meditationsreihe wird sich nach Erdung alles um Zentrierung drehen.
Zum kompletten 5-Tage-Programm:
Die New Yorkerin Elena Brower, hier im Artikel Autorin und Model, unterrichtet seit 1999 Yoga und Meditation. Dank internationaler Workshops, Online-Klassen und ihrem Buch „Die Kunst der Aufmerksamkeit“ hat sie auch in Deutschland eine große Fan-Gemeinde. Ein ausführliches Interview von Elena Brower findest du hier.
Mehr zu Elena auch auf Instagram @elenabrower




A Du beginnst in Uttanasana (Vorwärtsbeuge aus dem Stand). Die Füße stehen etwa hüftbreit, die Knie sind leicht gebeugt und du umgreifst die Ellenbogen mit den Händen.
C ... bis du aufrecht stehst und die Ellenbogen über dem Kopf hälst.
A Du beginnst erneut in Uttanasana (Vorwärtsbeuge aus dem Stand) mit leicht gebeugten Knien. Dieses Mal sind die Füße geschlossen, das Gewicht ruht auf den Fersen und du legst die Fingerspitzen am Boden ab. Beuge deine Knie noch deutlicher und senke das Becken so weit wie möglich nach hinten, als wolltest du dich auf einen imaginären Stuhl setzen. In dieser Haltung stellst du dir vor, du würdest mit den Fingern rings um deine Füße Pusteblumen pflücken.
B Mit der nächsten Einatmung hebst du die Brust, ziehst den Nabel nach innen und oben und legst die Ellenbogen vor dem Herzen aneinander. Die Ellenbogen bleiben gebeugt, wenn du nun in der Hocke die geöffneten Hände dem vor dir stehenden YogaBuddy entgegenstreckst. Mit der nächsten Ausatmung pustest du kräftig in deine Hände und schickst die Pusteblumen-Samen als Wünsche in die Welt hinaus. Wiederhole auch diese Abfolge drei bis fünf Mal.
A Setze aus dem Stand den linken Fuß zurück in einen weiten Ausfallschritt. Drehe den hinteren Fuß noch etwas auswärts, so dass er in etwa quer zum vorderen steht und du Becken und Oberkörper gut zum langen Mattenrand hin ausrichten kannst. Dann beuge das vordere Knie, bis es senkrecht über dem Fußgelenk steht. Mit einer Einatmung breitest du deine Arme zu den Seiten aus. Ausatmend bewegst du die hintere Hand zur vorderen, dann beugst du den hinteren Arm und ziehst den Ellenbogen nach hinten, als ob du einen imaginären Bogen spannen würdest.
B Während der nächsten Einatmung hälst du diese Pose und denkst an jemanden oder etwas, das du liebst. Mit der nächsten Ausatmung hebst du den vorderen Arm, kippst den hinteren Ellenbogen nach hinten und lässt deinen Liebespfeil vom Bogen schnellen. Das Gleiche wiederholst du auf der anderen Seite.
Stelle dich mit etwa hüftbreit voneinander entfernten Füßen ans vordere Mattenende. Mit einer Einatmung verlagerst du das Gewicht auf das rechte Bein, ziehst den Nabel nach innen und streckst die Arme wie Flugzeugflügel schräg nach hinten. Mit der Ausatmung blickst du geradeaus und beginnst, den Rumpf nach vorne zu kippen. Dabei hebt sich das linke Bein in Verlängerung des Oberkörpers nach hinten. Bleibe etwa 5 Atemzüge lang in der Haltung und stelle dir vor, bu bist mit voller Schubkraft unterwegs zu einem neuen Abenteuer. Anschließend wechselst du zum linken Bein.



Im Sommer saß die Grünen-Politikerin Claudia Roth zwischen drei Friedensnobelpreisträgern – Lech Wałęsa, Rebecca Johnson und dem Dalai Lama – auf einem buddhistisch rot verkleideten Podium in Darmstadt. Das von der Tibet Initiative Deutschland veranstaltete Symposium „Gewaltlosigkeit ist der Weg“ war in wenigen Stunden aus- verkauft. „Gewaltfreiheit ist der einzige Weg, auf dem wir ein gewisses Maß an Freiheit zurückgewinnen können”, so die These des Dalai Lama.



Dass „Yoga while you wait“ (Becker Joest Volk Verlag,